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Scaphusiana

Da der Kanton Schaffhausen keine Kantonsbibliothek führt, erfüllt die Stadtbibliothek seit jeher auch die Aufgaben einer Kantonsbibliothek. In dieser Funktion sammelt und erschliesst sie Schaffhauser Drucke, Bücher, Zeitschriften und Tageszeitungen von den ersten in Schaffhausen gedruckten Werken bis zur Gegenwart. Als Scaphusiana gelten dabei formal Werke mit Verlagsort Schaffhausen (Stadt und Gemeinden des Kantons) und von Schaffhauser Autor*innen. Bei diesen wird heute Geburtsort Schaffhausen oder ein langjähriger Aufenthalt in der Region als Bedingung für die Aufnahme als Scaphusianum vorausgesetzt. Inhaltliche Scaphusiana sind alle Werke, die einen thematischen Bezug zu Stadt und Region Schaffhausen haben. Sie werden in der Bibliothek archiviert, sofern sie als eigenständige Publikation erschienen sind. Neben der Stadtbibliothek weist auch die ebenfalls im Katalog BISCH ONLINE verzeichnete Bibliothek des Staatsarchiv eine umfassende Sammlung von Texten auf, die sich mit Schaffhausen beschäftigen.

Neben Büchern werden in der Stadtbibliothek auch in Schaffhausen produzierte oder von Schaffhauser*innen bespielte Schallplatten und CDs, DVD und andere audiovisuelle Materialien gesammelt. Seit 2008 beteiligt sich die Stadtbibliothek auch am Webarchiv der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Schaffhauser Bibliographie

Ein umfassender Nachweis von Schaffhauser Themen – über 8’500 Einträge – findet sich in der Schaffhauser Bibliographie. Er umfasst neben Büchern auch Artikel in Büchern, Zeitschriften und Zeitungen. Die Bibliographie wird seit 1936 gepflegt und erschien bis 2018 im Auftrag des Historischen Vereins des Kantons Schaffhausen. Heute wird die Schaffhauser Bibliographie von der Stadtbibliothek betreut und ist mit den Daten ab 1986 online über den Bibliothekskatalog BISCH ONLINE (Link auf selbigen) recherchierbar. Ältere Nachweise finden sich als Anhang zu den Schaffhauser Beiträgen zur Geschichte. Diese sind digitalisiert auf e-periodica zu finden (Link auf dieselben) und gedruckt unter der Signatur UO 96 der Stadtbibliothek (Lesesaal: WA 95a).

Schaffhauser Autor*innen

Als Schaffhauser Autor*innen gelten Personen mit Geburtsort Schaffhausen oder einem langjährigen Aufenthalt in der Region. Ihre Werke werden in der Bibliothek nach Möglichkeit vollständig gesammelt. Zu den bekanntesten Schaffhauser Autor*innen gehören Ursula Fricker, Isolde Schaad, Ruth Blum oder Markus Werner, dessen Privatbibliothek die Bibliothek verwahrt. Unter den Mundartdichtern ragen Otto Uehlinger, Jakob Brütsch und Albert Bächtold hervor.

Schaffhauser Druck

Der erste Schaffhauser Druck ist eine Kirchenordnung und stammt aus dem Jahr 1592. Der Basler Drucker Konrad Waldkirch war auf Initiative des Reformators Johann Konrad Ulmer nach Schaffhausen gekommen, verliess die Stadt mangels Aufträgen aber bald wieder. Erst in der zweiten Hälfte des 17. und im 18 Jahrhundert wurden in Schaffhausen vermehrt Bücher gedruckt, zumeist religiösen Inhalts. Wichtigen Raum in der Ministerialbibliothek nehmen die konfessionellen Fragen des 19. Jahrhunderts in lokaler Perspektive ein, ebenso gut dokumentiert ist die publizistische Debatte pro und kontra die Gründung einer katholischen Kirchengemeinde in Schaffhausen. Von besonderem Reiz sind die Publikationen des Verlags Friedrich Benedikt Hurter, der aus dem reformierten Schaffhausen heraus ein katholisches Publikum bediente und die publizistischen Kontroversen um den 1844 zum Katholizismus konvertierten Vorsteher der reformierten Kirche Friedrich Emanuel Hurter. Heutige Verlagspublikationen aus Schaffhausen entstammen meist dem Verlag der Schaffhauser Nachrichten, Meier + Cie.

Zu den interessantesten Werken Schaffhauser Verlage gehört die Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historien des Gottfried Arnold, erschienen 1740-1742 in drei Bänden bei Emanuel und Benedict Hurter (N*106). Sie ist die vierte Auflage des Hauptwerks von Arnold, einem lutheranischen Theologen und Pietisten, wurde aber wegen ihrer vorzüglichen Edition besonders geschätzt. Bemerkenswert wegen ihrer schönen frühen Lithographien ist Heinrich Rudolf Schinz’ Naturgeschichte und Abbildungen der Reptilien, erschienen bei Brodtmann in zwei Bänden 1833-1835 (S*57e). Brodtmann hatte 1838 das Schaffhauser Bürgerrecht erworben, verkaufte aber sein Unternehmen bereits 1841 wieder und ging nach Basel.

Zu den wichtigsten Beständen aus Schaffhausen gehören die Zeitungen und Zeitschriften, die in der Bibliothek vollständig gesammelt werden. Dazu gehören die beiden immer noch bestehenden Zeitungen Schaffhauser Nachrichten (gegründet 1861 als Intelligenzblatt) und Schaffhauser az (früher Arbeiterzeitung, gegründet 1918). Ebenso gesammelt und gebunden werden regionale Zeitungen von der Klettgauer Zeitung bis zum Steiner Anzeiger. Schliesslich finden sich auch nicht mehr existierende Blätter im Magazin, so die erste Schaffhauser Zeitung, die Post-und Ordinaire Zeitung (1711-1822) oder die Parteienpresse des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommen Jahresberichte und Informationspublikationen von Schaffhauser Firmen und Institutionen in möglichst grosser Vollständigkeit. Die Schaffhauser Drucke sind elektronisch im Bibliothekskatalog BISCH ONLINE erfasst.

Bibliotheken von Schaffhauser Institutionen und Personen

Im Verlauf der Zeit hat die Bibliothek immer wieder kleinere und grössere Büchersammlungen von Privatpersonen, Vereinen und Gesellschaften aufgenommen. Nicht immer sind diese als eigene Bibliothek geschlossen aufgestellt, sondern in den allgemeinen Bestand integriert. Das gilt vor allem für die grossen Zuwächse des 19. Jahrhunderts wie die Bibliotheken der Lesegesellschaften oder der Brüder Johannes von Müller und Johann Georg Müller. Im 20. Jahrhundert wurden die Bibliotheken des Historischen Vereins (1939) und der Naturforschenden Gesellschaft (1925) der Stadtbibliothek übergeben. Nur deren Zeitschriften wurden unter eigenen Signaturen aufgestellt: H-V und NfG. Die Bestände sind im Zettelkatalog und ab 1988 im elektronischen Katalog nachgewiesen.

Die Bibliothek des Schaffhauser Paläontologen Ferdinand Schalch umfasst fast 2000 Bände und ist die beeindruckende spezialwissenschaftliche Sammlung eines Privatgelehrten. Die Schwerpunkte der Sammlung liegen in der Geologie, Mineralogie und Paläontologie mit den geographischen Schwerpunkten Sachsen, Baden-Württemberg und Nordschweiz/Schaffhausen – den Wirkungsstätten Schalchs. Eine Besonderheit sind die mehreren hundert Separatdrucke wissenschaftlicher Aufsätze befreundeter Forscher, die den Kenntnisstand der deutschsprachigen Forschung um 1900 und das weitgespannte berufliche Beziehungsnetz Schalchs widerspiegeln. Die Bibliothek ist seit 1969 im Besitz der Stadtbibliothek (Signatur: Sch) und wurde 2018 aus Anlass des 100. Todestags von Schalch online rekatalogisiert.

2017 gelangten zwei weitere Büchersammlungen als Geschenke in die Stadtbibliothek: Der historische Bestand der Bibliothek der Kantonsschule (Signatur Gym) mit 1500 Bänden vom 17. bis 19. Jahrhundert und die etwa 2’000 Bände – mehrheitlich moderne Belletristik – umfassende Privatbibliothek des Schriftstellers Markus Werner (1944-2016), Signatur MWe. Beide sind im Bibliothekskatalog BISCH ONLINE elektronisch erfasst.

Scaphusiana Online

  • Stadt Schaffhausen – Website der Stadt Schaffhausen.
  • Pädagogische Hochschule Schaffhausen – Im Didaktischen Zentrum der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen können Unterrichtsmaterial und pädagogische Fachliteratur kostenlos ausgeliehen werden. Der OPAC bietet Recherchier- und Ausleihfunktionen.
  • Bibliothekskatalog der Kantonsschule Schaffhausen – Bibliothek der Kantonsschule Schaffhausen mit über 25’000 Medien und weiteren 20’000 Medien in den Fachzimmern.
  • Eisenbibliothek – Die Eisenbibliothek wurde 1948 als Stiftung der Georg Fischer AG gegründet und bietet 750 Jahre Literatur aus Technik und Wissenschaft.
  • Stadtarchiv Schaffhausen – Das Stadtarchiv Schaffhausen verwaltet, erschliesst und vermittelt das Schriftgut der Stadt Schaffhausen, wie es seit 1831 aus der amtlichen Tätigkeit ihrer Behörden und Verwaltung hervorgeht, das Schriftgut des alten Stadtstaates und wichtiges nicht-behördliches Quellenmaterial (Schenkungen, Depositum).
  • Staatsarchiv Schaffhausen – Seit 1831 dient das Staatsarchiv als Endarchiv der Verwaltung, den Behörden, den Gerichten und Betrieben des Kantons Schaffhausen. Die Hauptbestände bilden die Hinterlassenschaften der durch die Reformation aufgehobenen Klöster Allerheiligen und Sankt Agnesen in Schaffhausen und Sankt Georgen in Stein am Rhein. Dazu kommen die Bestände der staatlichen Ämter, die bei der Aufhebung dieser Klöster zur Verwaltung des ehemaligen Klosterbesitzes geschaffen wurden.
  • Fotoarchiv Bruno Sternegg – Privat betriebene Website von Bruno Sternegg (Opfertshofen). Sein kostenloses Online-Fotoarchiv zeigt über 1000 historische Fotos, oft Ansichtskarten, von Gebäuden, Plätzen und Landschaften der Region Schaffhausen. Ein Teil kommt aus dem Schaffhauser Fotoatelier Koch, anderes aus privaten Sammlungen und Räumungen.
  • Schaffhausen in der Library of Congress – Portalseite mit thematischer Übersicht aller digitalen Sammlungen der weltgrössten Bibliothek, der Library of Congress, von digitalisierten Zeitungen über historische Fotos, Ton- und Videodokumente, politisch-historische Archivbestände bis hin zu amüsanten Spezialitäten wie der „Baseball Card Collection“. Es gibt sogar gegen 60 Treffer für “Schaffhausen”.
  • Schaffhausen in der Europeana – Europeana Collections bietet Zugang zu mehr als 50 Millionen Objekten in digitalisierter Form – Büchern, Musik, Kunstwerken und mehr. Mit dem Begriff “Schaffhausen” erhält man etwa 2000 Suchergebnisse.