{"id":12354,"date":"0207-07-26T13:37:44","date_gmt":"0207-07-26T12:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/?page_id=12354"},"modified":"2026-04-22T16:19:25","modified_gmt":"2026-04-22T14:19:25","slug":"highlights-aus-dem-historischen-bestand","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/highlights-aus-dem-historischen-bestand\/","title":{"rendered":"Highlights aus dem historischen Bestand"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;Titel&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>In der Stadtbibliothek befindet sich ein reicher Schatz an alten, wertvollen und seltenen B\u00fcchern aus \u00fcber tausend Jahren Buchgeschichte. Zu den H\u00f6hepunkten geh\u00f6ren die mittelalterlichen Handschriften, die Inkunabeln (B\u00fccher aus der Fr\u00fchzeit des Buchdrucks), die B\u00fccher der Reformationszeit und der Aufkl\u00e4rung. Sch\u00f6ne und seltene B\u00fccher, oftmals reich illustriert, finden sich dabei u.a. in den Naturwissenschaften &#8211; von Kr\u00e4uter- und Medizinb\u00fcchern bis zur Astronomie, die in Schaffhausen besonders gepflegt wurde. Aber auch die fr\u00fchen Reisebeschreibungen und Karten, Werke \u00fcber Kunst und Geschichte oder Romane, Sagen und Legenden aus vergangenen Jahrhunderten sind im Magazin der Bibliothek zu finden. Die folgende \u00dcbersicht ist thematisch gegliedert und beschreibt exemplarisch einzelne Werke aus dem historischen Bestand der Bibliothek.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;Inhaltsverzeichnis&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Inhaltsverzeichnis&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Inhaltsverzeichnis&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3><a href=\"#Kapitel 1\">1 Mittelalterliche und neuzeitliche Handschriften (Signaturen Gen, Min u.a.)<\/a><\/h3>\n<p>In der Stadtbibliothek finden sich gegen 300 mittelalterliche Handschriften aus dem Bestand der Schaffhauser Kl\u00f6ster. Dazu kommen zahlreiche neuzeitliche Handschriften und Nachl\u00e4sse.<\/p>\n<h3><a href=\"#Kapitel 2\">2 Inkunabeln und fr\u00fche Drucke (Signaturen Ink, Kst)<\/a><\/p>\n<p>Die mehrere hundert B\u00fccher aus dem ersten Jahrhundert des Buchdrucks ab 1450 geh\u00f6ren zu den seltensten und wertvollsten Sammlungen der Bibliothek<\/h3>\n<h3><a href=\"#Kapitel 3\">3 Buch und Bibliothek, Wissenschaften, Lexika, Biographien, Briefe (Signaturen A-B)<\/a><\/h3>\n<p>Dazu geh\u00f6ren B\u00fccher zum Buch- und Bibliothekswesen, zur Literaturgeschichte, Gelehrtengeschichte, Geschichten verschiedener Nationalliteraturen und ausserdem Biographien und Briefausgaben<\/p>\n<h3><a href=\"#Kapitel 4\">4 Sammelschriften und Periodika, Quellen, Urkundenb\u00fccher (Signaturen C-D)<\/a><\/h3>\n<p>Hier finden sich alte Zeitschriften und Zeitungen, Quellensammlungen und Urkundenb\u00fccher<\/p>\n<h3><a href=\"#Kapitel 5\">5 E-L: Belletristik\/Romane, Literatur (Signaturen E-L)\u00a0<\/a><\/h3>\n<p>Historische Ausgaben der deutschen Literatur machen einen sch\u00f6nen Teil des Bestands aus, und die englische Literatur sowie die romanischen Sprachen sind gut vertreten (franz\u00f6sisch, spanisch, italienisch und portugiesisch. Auch russische, skandinavische und aussereurop\u00e4ische Literatur ist mit alten Drucken vertreten. Dazu kommen die griechischen und lateinischen Schriftsteller.<\/p>\n<h3><a href=\"#Kapitel 6\">6 Gesellschaft (Signaturen N-Q)<\/a><\/h3>\n<p>In diesen Bereich geh\u00f6ren die B\u00fccher zum Recht, zur Wirtschaft, Gesellschaft und zur Technik und Medizin. Dazu kommt die Theologie und Religionswissenschaft, die P\u00e4dagogik, Philosophie, Esoterik und die fr\u00fche Psychologie.<\/p>\n<h3><a href=\"#Kapitel 7\">7 Naturwissenschaften (Signaturen R und S)<\/a><\/h3>\n<p>Hier sind die alten B\u00fccher zur Mathematik und Astronomie sowie dien ganzen Naturwissenschaften versammelt:\u00a0Botanik, Zoologie, Anthropologie, Geologie, Physik und Chemie<\/p>\n<h3><a href=\"#Kapitel 8\">8 T: L\u00e4nder, V\u00f6lker, Reisen (Signatur T)<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"#Kapitel 9\">9 Helvetica, Schaffhauser Drucke, Geschichte (Signaturen U-Y)<\/a><\/h3>\n<p>Hier finden sich die alten B\u00fccher zur Schweizer Geschichte, zu den Kantonen und insbesondere auch zum Kanton Schaffhausen und seinen Gemeinden (Signatur UO). Auch die europ\u00e4ische und aussereurop\u00e4ische Geschichte ist vertreten.<\/p>\n<h3><a href=\"#Kapitel 10\">10 Ministerialbibliothek (Signatur Z)<\/a><\/p>\n<p>Die Ministerialbibliothek ist Eigentum der reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen und geht auf die Liberey zur\u00fcck, die erste nachreformatorische Bibliothek der 1540er Jahre. Sie ist im wesentlichen reformiert-theologischen Inhalts. Die mittelalterlichen Handschriften der Schaffhauser Kl\u00f6ster geh\u00f6ren auch zur Ministerialbibliothek (Signatur Min).<\/h3>\n<h3><a href=\"#Kapitel 11\">11 Sondersignaturen, Varia<\/a><\/h3>\n<p>In der Stadtbibliothek sind verschiedene ehemalige Privatbibliotheken oder Bibliotheken vonm Vereinen und Gesellschaften aufgegangen. Einige wurden in den Bestand der Stadtbibliothek aufgenommen und auf die Signaturen verteilt. Andere wurden unter einer eigenen Signatur zusammen aufgestellt, so die Bibliotheken Schalch, Offiziersgesellschaft, Gewerkschaftskartell, Kantonsschule, Markus Werner. Ebenso sind die Kartenwerke gesondert aufbewahrt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;1 Mittelalterliche Handschriften &#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>1 Mittelalterliche Handschriften<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;1.1 Gen: Handschriften der Stadtbibliothek&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 1.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 1.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>1.1 Gen: Handschriften der Stadtbibliothek<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibungen Kapitel 1.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>Gen 1: Adamnanus de Iona, Vita Columbae<br \/><\/strong>Irisch, zwischen 688 und 713.<br \/>Die \u00e4lteste und ber\u00fchmteste in Schaffhausen aufbewahrte Handschrift stammt aus dem 563 gegr\u00fcndeten schot\u00adtischen Inselkloster Iona (oder Hy) und enth\u00e4lt die zwischen 688 und 704 verfasste Vita des irischen Heiligen Columba. Adamnan, der neunte Abt von Iona, erz\u00e4hlt darin das Leben, die Prophezeiungen, Wunder und Visionen des Klostergr\u00fcnders Columba (irisch Columcille), der von 519\/522 bis 597 gelebt hatte. Die Handschrift ist datierbar auf die Zeit zwischen der Ent\u00adstehung des Textes und dem Tod des Schreibers, des Abtes (oder Bischofs) von Iona Dorb\u00adbene, im Oktober 713. Es ist der \u00e4lteste Kodex, der eine einzige Biographie in lateinischer Sprache enth\u00e4lt, und er geh\u00f6rt zu den wenigen datierbaren insularen Schriften des 7. und 8. Jahrhunderts. Die Handschrift gelangte vor der Mitte des 9. Jahrhunderts nach Nordfrankreich und wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter in den Bodenseeraum. Bis 1621 befand er sich im Besitz des Klosters Reichenau, in Schaffhausen ist er erstmals 1772 nachgewiesen. Der Schreiber nennt im Kolophon seinen Namen: Es ist der Mitbruder und sp\u00e4tere Abt Dorbbene (\u2020713). Im Werk findet sich auch die \u00e4lteste bekannte Erw\u00e4hnung des Ungeheuers von Loch Ness (Buch 2, Kap. 27), S. 74\/75.<em> e-codices.ch<\/em><\/p>\n<p><strong>Gen. 5: Psalterium<br \/><\/strong>S\u00fcdwestdeutschland, zweites Drittel des 13. Jahrhunderts.<br \/>Zwischen Kalendar und Psalter sind auf zwei separaten Doppelbl\u00e4ttern acht ganzseitige Miniaturen von zwei K\u00fcnstlern eingef\u00fcgt. Wohl durch intensiven Gebrauch sind die Deckfarben teilweise bis auf die Untermalung abgeplatzt. Hervorzuheben sind die Anbetung der drei K\u00f6nige des ersten K\u00fcnstlers (8v) und die Taufe Christi und der Einzug in Jerusalem des zweiten K\u00fcnstlers (9r, oberes bzw. unteres Register).<\/p>\n<p><strong>Gen. 8: Klosterneuburger Evangelienwerk<br \/><\/strong>\u00d6sterreichisch, um 1340<br \/>Diese grossformatige Handschrift des 14. Jahrhunderts enth\u00e4lt eine illustrierte Abschrift des sogenannten Klosterneu\u00adburger Evangelienwerkes, einer deutschen Prosa\u00fcbertra\u00adgung der Evangelien einschliesslich der Apostel\u00adgeschichte und verschiedener neutestamentlicher Apokryphen. \u00dcber 400 lavierte Federzeichnungen auf dem Rand begleiten den Text als fortlaufende Bilderz\u00e4hlung. Der anonyme \u00dcbersetzer hat eine der wenigen vorreformatorischen Bibel\u00fcbersetzun\u00adgen geschaf\u00adfen. Sie wird heute in der Forschung mit grossem Interesse neu studiert.<\/p>\n<p><strong>Gen. 9: Arzneibuch des Ortolf von Baierland<br \/><\/strong>S\u00fcdwestdeutsch, ca. 1480. <br \/>Papierhandschrift von drei Schreibern in einem Leder\u00adeinband von 1500. Haupttext ist das Arzneibuch des Ortolf von Baierland, eines W\u00fcrzburger Chirurgen des 13. Jhs., in schw\u00e4bischer Mundart. Es richtet sich in verst\u00e4ndlicher Volkssprache kompetent an ausgebildete Wund\u00ad\u00e4rzte und vermittelt auf der Grundlage der antiken Theorie der K\u00f6rpers\u00e4fte Wissen \u00fcber Diagnose, Prognose und Therapie f\u00fcr ein breites Spektrum von Krankheiten. 119v bis 123r: Aderlass-Traktat, 124r-130r: human\u00admedizinische Rezepte, u.a. gegen die Pest, Nachtr\u00e4ge von anderer Hand.<\/p>\n<p><strong>Gen. 26: Ulmer Wund-Arznei, Ordnung der Pestilenz, Traktat von den gebrannten W\u00e4ssern<br \/><\/strong>Papierhandschrift, um 1475 entstanden. Auf e-codices digitalisiert. Sie enth\u00e4lt drei Texte, die alle mit der Ulmer Gegend und Oberschwaben in Verbindung gebracht werden k\u00f6nnen. Es sind wohl handschriftliche Abschriften der ersten Drucke dieser Texte. Der Schreiber der in Schaffhausen liegenden Handschrift d\u00fcrfte ein praktizierender Arzt aus Oberschwaben gewesen sein, wahrscheinlich ein Magnus Bengger aus Ulm. Er stellte drei medizinische Texte in seiner Abschrift zusammen: Die \u201eUlmer Wundarznei\u201c besteht aus Rezepten f\u00fcr\u00a0 Salben, Pflaster, Pulver und \u00d6le), dazu kommen Abhandlungen \u00fcber Sch\u00e4deltrauma, Harn, Komplexionen, Aderlass, Blutschau, Dermatologie und Ausz\u00fcge eines Kr\u00e4uterbuchs. Sie ist sprachlich interessant f\u00fcr das fr\u00fche schw\u00e4bische Neuhochdeutsch. Edition des Textes durch J\u00fcrgen Martin 1991 (WE 641). Der zweite Text ist die \u201eOrdnung der Pestilenz\u201c des Ulmer Stadtarztes und Humanisten Heinrich Steinh\u00f6wel. Entstanden 1446, beschreibt er Ursachen und Symptome der Pest, bietet Hygiene- und Nahrungs-Anleitungen zum gesunden Leben und endet mit Vorbeugungsrezepten. Im zweiten, dem Therapieteil, geht es um Pflege, Essen und Arznei f\u00fcr Pestkranke. Viele der Informationen stammen von Avicenna, dem persischen Philosophen und Arzt des 10. Jhs. Das Pestbuch Steinh\u00f6wels entstand 1446 und war 1472 der erste gedruckte medizinische Text in deutscher Sprache. Es erschien in vielen Auflagen und diente fast allen sp\u00e4teren Autoren als Quelle. Der dritte Text handelt von den \u201egebrannten W\u00e4ssern\u201c und wird dem Wiener Arzt Michael Puff zugeschrieben. Es behandelt Destillate aus pflanzlichen Ausgangsstoffen (nicht notwendigerweise alkoholisch). Als Druckfassung erschien es erstmals 1477 in Augsburg. Der gedruckte Text basiert auf handschriftlichen Fassungen, die seit der Mitte des 15. Jahrhunderts nachweisbar sind. Es wurde bis ins 17. Jh. verbreitet gedruckt, seine Inhalte fanden u.a. Eingang in das &#8220;Kleine Destillierbuch&#8221; des Hieronymus Brunschwig und in die Kr\u00e4uterb\u00fccher von Otto Brunfels und Hieronymus Bock.<\/p>\n<p><strong>Gen. 29: B\u00f6hmische Bibel<br \/><\/strong>In tschechischer Sprache. &#8220;Hussitenbibel&#8221;. Aus dem Besitz der Pappenheimer.<\/p>\n<p><strong>Gen. 30: Hebr\u00e4ische Handschrift: Altes Testament <br \/><\/strong>Gebetbuch mit der Tora in Buchform (Chumasch) (i.e. f\u00fcnf B\u00fccher Mose), Megilloth (d.s. Ruth, Hohes Lied, Kohelet, Klagelieder, Ester), Haftarot (Propheten). &#8211; Deutschland, um 1300. Einband 16.\/17. Jh. Pergament, 370 Bl\u00e4tter.<br \/>Aschkenasische Quadratschrift von mindestens 2 H\u00e4nden, deutet auf deutsche oder nordfranz\u00f6sische Provenienz. Der Schreiber Samuel nennt sich 227v und hebt den Namen im Text hervor, z. B. 182va, 281vb, 310ra. Der Schreiber des Nachtrags, Jakob hebt seinen Namen 368r hervor. Bei den Paraschot (Perikopen) Anfangsbuchstaben, erstes Wort und \u00dcberschriften vierzeilig, z. B. 244r. Initien der biblischen B\u00fccher und Rollen 4-5zeilig, einspaltig, 1v mit Fleuronn\u00e9, 58r mit goldenem Buchstabenk\u00f6rper, 248v in 10zeiliger Architektur (Haus\/K\u00e4stchen); 227rv Textschluss der Tora als dekorative Seite in Kreisen mit Ornamenten. 39v Darstellung des goldenen Kalbs (?), stark beschnitten, 54v Kopf, 55v Kreis mit geometrischen Mustern, 323r und 323v Taube mit Beschriftung, 335v Pflanze mit Vase und 338v Mann mit Blumenzweig. 55r Z\u00fcrcher (?) Wappen.<\/p>\n<p><strong>Gen. 106: Koran<br \/><\/strong>Persisch, um 1650<\/p>\n<p><strong>Gen 107: Ulrich von T\u00fcrheim, Rennewart (Fragment)<br \/><\/strong>S\u00fcdwestdeutschland, um 1430. Das Fragment wurde im 17. Jahrhundert als Buch\u00adeinband verwendet, weitere Teile finden sich im Gemeindearchiv Neunkirch und in der Zentralbibliothek Z\u00fcrich. Ulrich ist ein mittelhochdeutscher Dichter aus der Gegend von Dillingen an der Donau. Rennewart ist die Fortsetzung des Willehalm von Wolfram von Eschenbach in 36&#8217;000 Versen, \u00fcberliefert in 40 Handschrif\u00adten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;1.2 Min: Mittelalterliche Handschriften der Ministerialbibliothek&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 1.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 1.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>1.2. Min.: Mittelalterliche Handschriften der Ministerialbibliothek<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibungen Kapitel 1.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>Min. 3: Bibliorum sacrorum pars tertia (Min. 1, 2., 4)<br \/><\/strong>Schaffhausen, 1080\u20131096.<br \/>Teil einer mehrb\u00e4ndigen Abschrift der lateinischen Bibel, entstanden kurz nach 1080 im Skriptorium von Allerheiligen. Enth\u00e4lt f\u00fcnf B\u00fccher aus dem Alten Testament (Spr\u00fcche, Pre\u00addiger, Hohelied, Ester, Esra) und f\u00fcnf Apokryphen (Buch der Weisheit, Jesus Sirach, Tobit, Judit, Makkab\u00e4er) inkl. Prologe. Die Initialzierseite zum Buch der Spr\u00fcche (7v\/8r) und die (zahlreichen) Rankeninitialen vor farbigem Grund sind typisch f\u00fcr die Handschriften aus der Fr\u00fchzeit des Skriptoriums. Weitere ausgef\u00fchrte und erhaltene Teile dieser Bibel sind Min. 4 mit der historisierten Gold\u00adinitiale V, Visio Isaiae (ausgestellt im Museum zu Allerheiligen, digitales Faksimile auf <a href=\"http:\/\/www.e-codices.ch\">www.e-codices.ch<\/a>), Min. 2 (ebenfalls ausgestellt im Museum zu Allerheiligen) und Min. 1. Alle Teile sind erw\u00e4hnt im B\u00fccherverzeichnis, das nach dem Tod von Abt Siegfried (1096) erstellt und bis ca. 1100 nachgef\u00fchrt wurde (Min. 17, 306v). Die Rankeninitialen vor farbigem Grund sind f\u00fcr die Handschriften aus der Fr\u00fchzeit des Skriptoriums von Allerheiligen typisch. Aufgeschlagen ist die Initialzierseite zum Buch der Spr\u00fcche: 7v\/8r Parabole Salomonis filii David regis Israhel.<\/p>\n<p><strong>Min. 6: Biblia sacra<br \/><\/strong>SW-Deutschland (Bodenseeraum), 1. Viertel des 14. Jahrhunderts.<br \/>Lateinische Vollbibel auf feinem hochweissem Pergament, kopiert und illuminiert im Bodenseeraum. Am Anfang der Prologe und biblischen B\u00fccher zwei- bis achtzeilige gerahmte, meist fig\u00fcrliche Initialen in Deckfarben und Gold. Pergament, Schrift und Buchschmuck bilden eine Einheit. Am Anfang zwei Bildseiten mit je sechs Medaillons (kolorierte Federzeichnungen), die Episoden der Sch\u00f6pfungsgeschichte bis zur Vertreibung aus dem Paradies, die Arche Noah und die Opferung Isaaks darstellen. Gutes Niveau, aber nicht aussergew\u00f6hnlich. 197v\/198r: Buch Habakuk und der Beginn des Buches Zephanja, mit den dazugeh\u00f6rigen Prologen des Hieronymus. Digitalisiert f\u00fcr e-codices.<\/p>\n<p><strong>Min. 11: Hieronymus<br \/><\/strong>Pergament, 208 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, Anfang des 12. Jahrhunderts.<br \/>Abschrift von Teil 1 des Kommentars von Hieronymus zu den kleinen Propheten. An der nach 1100 im Skriptorium von Allerheiligen entstandenen Handschrift wirkte auch ein sonst nicht nachweisbarer K\u00fcnstler mit. Die gehaltvolle Initiale I in Gold und Deckfarben auf der Incipitseite (1v) ist sein Werk: In mit Trauben behangenen Ranken tummeln sich ein B\u00e4r, zwei Greifv\u00f6gel und zwei Hunde; ein L\u00f6we reisst ein Kaninchen, ein Hahn und ein Fuchs tun sich an den Trauben g\u00fctlich und ein J\u00e4ger sticht einen Eber. Den Textbeginn (4r) hat derselbe K\u00fcnstler mit einer Initiale V geschm\u00fcckt, in deren Goldranken vier Tiere (Drache, Hund, Greifvogel, Reh) kunstvoll verschlungen sind. (Digitales Faksimile auf <a href=\"http:\/\/www.e-codices.ch\">www.e-codices.ch<\/a>).<\/p>\n<p><strong>Min. 18: Augustinus<br \/><\/strong>Pergament \u00b7 265 ff. \u00b7 36 x 25.5 cm \u00b7 Schaffhausen \u00b7 1080-1096<br \/>Abschrift auf Pergament von Augustins Abhandlungen \u00fcber das Johannesevangelium, entstanden kurz nach 1080 im Skriptorium des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen. Zahlreiche Rankeninitialen, eine Initialzierseite in Deckfarben und Gold mit Randleistenintiale I und eine historisierte Goldinitiale C (Abendmahl), welche die Beeinflussung durch Reichenauer Handschriften erkennen lassen. Min. 18 geh\u00f6rt zusammen mit Min. 4 zu den wichtigsten Codices aus der Bl\u00fctezeit von Allerheiligen, als das 1049 gegr\u00fcndete Kloster unter Abt Siegfried (gestorben 1096) die Hirsauer Reform unterst\u00fctzte und zu diesem Zweck eine Bibliothek aufbaute.<\/p>\n<p><strong>Min. 22: Augustinus<br \/><\/strong>Pergament, 109 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, Anfang des 12. Jahrhunderts.<br \/>Abschrift von De consensu Evangelistarum. Karolingische Minuskel von mindestens zwei H\u00e4nden. Auffallender Handwechsel auf 35r.<\/p>\n<p><strong>Min. 30: Augustinus<br \/><\/strong>Pergament, 108 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, Anfang des 12. Jahrhunderts. Karolingische Minuskeln.<br \/>Der Band ist aus zwei Hauptteilen zusammengesetzt. Teil 1 enth\u00e4lt die Schrift De magistro, einen im Jahr 388 oder wenig sp\u00e4ter entstandenen Text. Der fiktive Dialog Augustins mit seinem kurz davor verstorbenen Sohn Adeodatus behandelt\u00a0 sprachphilosphische Themen. Teil 2, Contra epistolam Parminiani, wendet sich gegen einen h\u00e4retischen Bischof der Donatisten und widerlegt dessen Argumente (die Donatisten verlangten u.a. ein heiligm\u00e4ssiges Leben der Priester). Zu Beginn\u00a0 (1v-20r) ist ein kurzer Text des karthagischen Bischofs Quodvultdeus, &#8220;adversus quinque haereses&#8221;, der lange Augustin zugeschrieben worden war.\u00a0 Auf S. 106\/107 ist eine Urkunde von Papst Silvester f\u00fcr Trier, eine F\u00e4lschung des 10. Jhs., wohl aus dem Kloster St. Maximin. Auff\u00e4llig in Teil 1 sind die zahlreichen Handwechsel wie auf 33v\/34r. Einband Schweinsleder, 15. Jh.<\/p>\n<p><strong>Min. 33: Augustinus<br \/><\/strong>Pergament, 208 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, Anfang des 12. Jahrhunderts.<br \/>Bei einem guten Dutzend der aus dem Kloster Allerheiligen stammenden Handschriften der Ministerialbibliothek hat sich der Originaleinband des 11.\/12. Jahrhunderts erhalten, so bei diesem Band mit verschiedenen Augustin-Texten. (Siehe Katalog 1994, Einleitung S. 38\u201341).<\/p>\n<p><strong>Min. 59: Flavius Josephus<br \/><\/strong>Pergament, 234 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, erste H\u00e4lfte des 12. Jahrhunderts.<br \/>Enth\u00e4lt die Antiquitates Judaicae, libri 1\u201312. Der eher unsorgf\u00e4ltig ausgef\u00fchrte Buchschmuck ist typisch f\u00fcr die Sp\u00e4tzeit des Skriptoriums von Allerheiligen. Neben wenigen herk\u00f6mmli\u00adchen Rankeninitialen finden sich meistens einfache rote Initialen. 25v\/26r<\/p>\n<p><strong>Min. 68: Bernardus Claraevallensis<br \/><\/strong>Pergament, 156 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, zweite H\u00e4lfte des 12. Jahrhunderts.<br \/>In dieser Handschrift aus der Sp\u00e4tzeit des Skriptoriums deutet sich der Wandel von der karo\u00adlingischen Minuskel zur gotischen Textualis an, w\u00e4hrend der Buchschmuck (Rankeninitialen, Verwendung der Zierkapitalis) in der Tradition von Allerheiligen ausgef\u00fchrt ist. 57v\/58r<\/p>\n<p><strong>Min. 70: Homiliae et sermones sanctorum patrum (pars aestiva)<br \/><\/strong>Schaffhausen, erstes Viertel des 12. Jahrhunderts.<br \/>Lesungen und Predigten mit Nennung der Autoren, unterteilt in Sermones de tem\u00adpore, Sermones de sanctis, Sermones de communi sanctorum. Die Rankeniniti\u00adalen in roter Federzeichnung sind typisch f\u00fcr die Handschriften aus der Sp\u00e4tzeit des Skripto\u00adriums von Allerheiligen. Aufgeschlagen ist die Lesung zur Vigil von Johannes dem T\u00e4ufer: In vigilia sancti Iohannis Baptiste. Lectio sancti evangelii secundum Lucam (136vb): Fuit in diebus Herodis regis &#8230; (137ra) und der Beginn einer Predigt von Beda Venerabilis: Venturus in carne \u2026 (137rb).<\/p>\n<p><strong>Min. 71: Talmud<br \/><\/strong>Es handelt sich dabei um die <em>Extractiones de Talmud<\/em>, den umfangreichsten Korpus einer mittelalterlichen Talmud\u00fcbersetzung ins Lateinische. Sie ist entstanden in Paris in den 1240er Jahren im Kontext antij\u00fcdischer Polemiken. Insgesamt gibt es diese \u00dcbersetzung weltweit nur in drei Fassungen. Der Schaffhauser Talmud ist die einzige vollst\u00e4ndig erhaltene Variante, die den Text in einer thematischen Zusammenstellung pr\u00e4sentiert (neben Fragmenten und Kurzfassungen in Stuttgart, M\u00fcnchen und London). Daneben gibt es eine vollst\u00e4ndige (Carpentras) und mehrere fragmentarische sequentielle Versionen, bei der der Talmud in der \u201e\u00fcblichen\u201c Textreihenfolge dargestellt ist. In der Biblioth\u00e8que Nationale in Paris liegt zudem eine Abschrift, die beide Varianten enth\u00e4lt. Einband und Spuren von Ketten deuten auf eine Herkunft aus dem Barf\u00fcsserkloster hin.<\/p>\n<p><strong>Min. 90: Nekrologe aus dem Agnesenkloster<br \/><\/strong>Um 1400<\/p>\n<p><strong>Min. 94: R\u00f6misch-germanisches Pontifikale<br \/><\/strong>Pergament, 180 Bl\u00e4tter, S\u00fcdostdeutsch, Mitte\/zweite H\u00e4lfte 11. Jahrhundert.<br \/>Die nicht eindeutig lokalisierbare Abschrift des so genannten Mainzer Pontifikales ist vor allem wegen der drei Federzeichnungen ber\u00fchmt geworden. Sie zeigen die \u00dcbergabe des Buchs an einen K\u00f6nig (2v), die Kr\u00f6nung eines K\u00f6nigs durch zwei Geistliche (29r) (darunter ist wohl der Mainzer Erzbischof zu verstehen) und den gekr\u00f6nten K\u00f6nig auf dem L\u00f6wenstuhl (29v). Die Handschrift illustriert damit die Verkn\u00fcpfung von geistlicher und weltlicher Macht, die Heinrich der V Salier nach dem Investiturstreit Heinrichs IV mit Papst Gregor VII wieder zu vereinigen suchte, als &#8220;konsensuale Herrschaft&#8221;. 29r. ist das zentrale Zeugnis der Herrschertheologie des 10. und 11. Jhs.<\/p>\n<p><strong>Min. 97: Missale monasterii omnium sanctorum Scaphusensis OSB<br \/><\/strong>Ein Messbuch beschreibt den Ablauf der Messe samt den dazugeh\u00f6rigen Gebeten und Formeln. Spe\u00adzielle Eintr\u00e4ge, zahlreiche Nachtr\u00e4ge, abgegriffene Signakel (Lesezeichen) und Verschmutzungen auf den R\u00e4ndern weisen darauf hin, dass dieses Missale im Kloster Allerheiligen \u00fcber l\u00e4ngere Zeit in Gebrauch war. Schmuck aus Fleuronn\u00e9e-Initialen mit Fabeltieren, Fratzen, Gesichtern, stilisierten Bl\u00fcten u. \u00e4. Die L\u00f6cher im Pergament sind mit verschiedenfarbigem Faden kunstvoll vern\u00e4ht (Bsp. S. 237). Holz\u00addeckel mit rotem Samt bezogen, kunstvolle Beschl\u00e4ge.<\/p>\n<p><strong>Min. 98: Breviarium OFM (pars hiemalis), Winterteil<br \/><\/strong>Konstanz 1459.\u00a0Brevier (Stundenbuch) f\u00fcr franziskanischen Gebrauch.\u00a0499 Blatt, Pergament.<br \/>Reicher Buchschmuck mit Goldgrund\u00adinitialen, Fleuronn\u00e9 und Randleisten. Beginn des Psalters mit Psalm 1: 10v Beatus vir qui non abiit in consilio impiorum \u2026 Urspr\u00fcnglich im Besitz des Konstanzer B\u00fcrgermeisters Konrad Schatz Wappen: Min 98, 10v, 57v, Min 99, 102r (goldenes Lindenblatt auf Blau). Geh\u00f6rt zu den Spitzenwerken der Konstanzer Buchmalerei. Leuchtende Farben, heitere Ranken mit Narren und Zentauren, Landschaftsdarstellungen mit Fernwirkung. Es handelt sich um den Winterteil eines Breviers (Stundenbuchs). Min. 99 ist der dazugeh\u00f6rige Sommerteil. Das reich illuminierte Gebetbuch geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich dem Konstanzer B\u00fcrgermeisters Konrad Schatz und stammt aus der Bibliothek des Klarissinnenklosters Paradies, wo es die Schaffhauser nach der Reformation mitgehen liessen und nie mehr zur\u00fcckgaben. Es d\u00fcrfte also einer adligen Konstanzer Nonne geh\u00f6rt haben. Die Illustrationen geh\u00f6ren zu den Spitzenwerken der Konstanzer Buchmalerei mit brillant leuchtenden Farben. Neben Blumen, Ranken, Tieren und Landschaftsdarstellungen gibt es Narren und Zentauren und auch Darstellungen biblischer Szenen. 162v Weihnachtsdarstellung. 65r: Ill. zu Psalm 69 (ertrinkender David). Ill zeigt einen aus dem See fliessenden Fluss, mit Bergen, Schilf, Taucherli und Schw\u00e4nen, in der Luft Wildenten. Im Wasser weibliche Figur, betend gegen Gott rechts oben. In einer Akanthusranke ein gelber Vogel. 172r: Johannes auf Patmos (die Offenbarung schreibend). Die Insel ist eine liebliche Bodenseelandschaft mit gr\u00fcnen Wiesen und bl\u00fchenden Blumen, Kirchturm und Schneebergen, und im Wasser Taucherli oder Enten. Die Handschrift ist digitalisiert auf e-codices.<\/p>\n<p><strong>Min. 99: Breviarium OFM (pars aestivalis), Sommerteil<br \/><\/strong>Konstanz 1460. Brevier (Stundenbuch) f\u00fcr franziskanischen Gebrauch.\u00a0516 Pergamentbl\u00e4tter. <br \/>Schreiber: Johannes Frauenlob aus Bischofszell, B\u00fcrger von Konstanz (genannt auf 514v). Reicher Buchschmuck mit Goldgrund\u00adinitialen, Fleuronn\u00e9 und Randleisten. An den R\u00e4ndern gelegentlich humor\u00advolle Pinselzeichnungen (8v und 32v B\u00e4r und Fliege, 71r Meerkatze auf Polstersessel). Wahrscheinlich aus dem Kloster Paradies stammend, vom reformierten Schaffhau\u00adsen beschlagnahmt.\u00a0249r evt. ein K\u00fcnstlerinnenvermerk: &#8220;Elsbet allerliebste Gemachel min\/ich bin der s\u00fcesse jesus din&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Min. 109: Weltchronik des Regino von Pr\u00fcm (Chronicon)<br \/><\/strong>Pergament, 121 Bl., Trier, 3. Viertel des 10 Jahrhunderts. Karolingische Minuskel, einige rote Majuskeln.<br \/>Bedeutendstes Geschichtswerk aus karolingischer Zeit, das den historischen Horizont der Zeit Ottos des Grossen illustriert. Region, Abt von Pr\u00fcm (westliche Eifel, NRW), verfasste eine Weltchronik von Christi Geburt bis 906\/908. Die Gliederung hebt die &#8220;Neue Zeit&#8221; durch die Herrschaft der Karolinger hervor und definiert damit de facto &#8220;das Fr\u00fchmittelalter&#8221;. Innerhalb der komplexen \u00dcberlieferung des Chronicon nimmt die Handschrift eine wichtige, wenn auch nicht restlos gekl\u00e4rte Stellung ein. Sie entstand vermutlich um 960 herum in Trier, in St. Maximin oder im Domskriptorium, als Arbeit eines Kollektivs von gegen zwanzig (Sch\u00fcler)h\u00e4nden, unter denen sich auch die erfahrene und korrigierende des hl. Wolfgang ausmachen l\u00e4sst. Ins Allerheiligenkloster in Schaffhausen d\u00fcrfte die Handschrift 1122 gelangt sein, durch Bruno, Erzbischof von Trier, Sohn des Klostergr\u00fcnders Eberhard von Nellenburg.<\/p>\n<p><strong>Min. 114: Aus dem Barf\u00fcsserkloster<br \/><\/strong>Rhazes (persischer Mediziner Ar-Razi), in der \u00dcbersetzung von Gerhard von Cremona. Aus der Kettenbibliothek der Barf\u00fcsserkloster, 14. Jh. Inklusive der Kettenglieder, mit denen die Handschrift im Kloster gesichert war. Dito: Min. 69, 76, 83, 84.<\/p>\n<p><strong>Min. 117: Beerdigungsriten aus dem Agnesenkloster<br \/><\/strong>Um 1500. Inkl. Musiknoten<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;1.3. Nachmittelalterliche, moderne Handschriften&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 1.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 1.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>1.3 Nachmittelalterliche, moderne Handschriften<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 1.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>Min 125-131: Ulmeriana<br \/><\/strong>Johann Conrad Ulmer (1519-1600) war der Reformator von Schaffhausen, ab 1569 Antistes der Schaffhauser Kirche. Den Kernbestand von Ulmers handschriftlichem Nachlass bilden die B\u00e4nde Min. 125-131 in der Stadtbibliothek Schaffhausen. Es handelt sich um eine weitgehend ungeordnete Sammlung von Schriftst\u00fccken unterschiedlicher Art, darunter viele Briefe, Gutachten, Schulratsprotokolle und an\u00addere kirchliche und schulische Akten, eigene theologische Schriften sowie Exzerpte aus Werken ver\u00adschiedener Autoren. Die Sammlung l\u00e4sst weder eine systematische noch eine chronologische Ord\u00adnung erkennen, doch weisen einzelne B\u00e4nde bestimmte Schwerpunkte auf. So finden sich in Bd. 1 viele Entw\u00fcrfe oder Abschriften der von Ulmer ausgegangenen Briefe, w\u00e4hrend die an ihn gerichte\u00adten Schreiben \u00fcberwiegend in Bd. 4 und 5 zu finden sind. Den Hauptteil von Bd. 2 bildet das unvoll\u00adst\u00e4ndige Manuskript einer von Ulmer angelegten Quellensammlung zur Christologie und Abend\u00admahlslehre (\u201eChorus orthodoxus testium fidei\u201c), doch finden sich in diesem Band unter anderem auch schulische Akten. Bd. 3 enth\u00e4lt vor allem zahlreiche Korrespondenzen Dritter und andere Doku\u00admente, die Ulmer haupts\u00e4chlich durch seine Z\u00fcrcher Kollegen zur Kenntnis gebracht wurden; einen kleinen Schwerpunkt bilden beispielsweise mehrere Dokumente zum \u201eneuen Stern\u201c von 1572 (dem Halley\u2019schen Kometen). Die in Bd. 6 enthaltene Korrespondenz der Schaffhauser Pfarrerschaft f\u00e4llt teilweise in Ulmers Amtszeit, reicht aber fast ein halbes Jahrhundert dar\u00fcber hinaus. Die Briefe, die Ulmer aus Lohr und Umgebung erhielt, sind haupts\u00e4chlich in Bd. 7 zusammengestellt. An diese sieben B\u00e4nde schliesst sich ein weiterer an, der 1888 wegen seines verwandten Charakters zusam\u00admen mit den oben erw\u00e4hnten sieben B\u00e4nden von Carl August B\u00e4chtold in einem gemeinsamen Index erschlossen wurden. Der zuletzt genannte Band, Cod. Min. 132, enth\u00e4lt die Briefe von Ulmers Sohn Johannes an seinen Vater. Insgesamt handelt es sich um etwa 5&#8217;000 Seiten.<\/p>\n<p><strong>Ms Scaph 8: Articuli considerandi ei, qui munus ecclesiae cum politico pulvere permutat)<\/strong><br \/>Artikel, die einer bedenken muss, der ein kirchliches Amt mit dem politischen Staub vertauscht&#8221; (&#8220;Articuli considerandi ei, qui munus ecclesiae cum politico pulvere permutat&#8221;) &#8211; gemeint ist offenbar: der sich in die politische Arena hinabl\u00e4sst. Hintergrund ist, dass sich der Theologe und Lateinschulmeister Johannes Jezler 1599 als Zunftmeister der Schuhmacherzunft und Mitglied des Kleinen Rates w\u00e4hlen liess. Der 81-j\u00e4hrige Ulmer, der sich wegen eines Schlaganfalls nur noch schriftlich \u00e4ussern konnte, kritisiert dies mit allerhand Bibelstellen, aber auch mit Hinweisen auf die Kirchenv\u00e4ter und altkirchliche Konzilien. Unter seiner Unterschrift steht: &#8220;Diesen Ratschlag erfordert das h\u00f6chste Heil der verlassenen Kirche&#8221; (&#8220;Consilium hoc summa desertae ecclesiae salus postulat&#8221;). Bereits im folgenden Jahr trat Jezler von seinen politischen \u00c4mtern zur\u00fcck und wurde Pfarrer am Spital, 1614 Ulmers Nach-Nachfolger als Antistes.<\/p>\n<p><strong>Msc Scaph 23a\/1 und 23a\/2 <br \/><\/strong>Zweib\u00e4ndige Abschrift von 1750 von R\u00fcegers Schaffhauser Chronik. Die beiden sch\u00f6n gestalteten B\u00e4nde enthalten viele farbige Wappenabbildungen und Bilder mit Stadtansichten von Schaffhausen (Munot, Rheinfall). Damit ist die Hs f\u00fcr eine Ausstellung zur Stadtgeschichte oder f\u00fcr F\u00fchrungen interessant.<\/p>\n<p><strong>Msc Scaph 181 Tobias Stimmer: Comedia<\/strong><br \/>ein n\u00fcw schimpff spil von zweien Jungen Eeleuten wie sey sich in f\u00fcrfallender reiss beiderseitz verhalten.<br \/>Der ber\u00fchmte Schaffhauser Maler Tobias Stimmer war auch als Dichter t\u00e4tig. 1580 verfasste er ein lustiges Theaterst\u00fcck, das zur Fastnachtszeit aufgef\u00fchrt werden sollte, die &#8220;Comedia&#8221;. Wir haben sein Autograph als Msc Scaph 181 im Bestand. Inhaltlich ist es eine Verwechslungskom\u00f6die \u00fcber zwei junge Eheleute. Als der Ehemann f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit vereisen muss, langweilt sich die junge Ehefrau und verabredet sich mit dem Pfarrer f\u00fcr ein Techtelmechtel. Der Pfarrer verkleidet sich als Bauer um unerkannt zu sein. Allerdings taucht dann der echte Bauer auf, der die Avancen der jungen Ehefrau \u00fcberhaupt nicht lustig findet, ist er doch gut mit dem Ehemann befreundet. Der verkleidete Pfarrer wiederum wird f\u00fcr den Bauern gehalten und muss vor dessen Gl\u00e4ubigern fliehen. Die Motive und Handlung der Geschichte war zu dieser Zeit weit verbreitet. Stimmer verpasste den holzschnittartigen Rollen jedoch etwas Pers\u00f6nlichkeit und Charakter, Stimmers &#8220;Comedia&#8221; gilt daher eines der besten Fastnachtsspielen des 16. Jahrhunderts. Das besondere an Stimmers Autograph sind die achtzehn Federzeichnungen von seiner Hand, die die Geschichte illustrieren. Neben dem Autograph haben wir auch noch eine Kopie der &#8220;Comedia&#8221; im Bestand (Msc Scaph 181a), die der fr\u00fchere Schaffhauser B\u00fcrgermeister Hans Caspar Lang samt Zeichnungen anfertigte. Beide Handschriften kamen \u00fcber den Historischen Verein 1941 in die Stadtbibliothek. Literatur: Ren\u00e9 Specht: Tobias Stimmers &#8220;Comedia&#8221;, in: Schaffhauser Mappe 1988, S. 31-32.<\/p>\n<p><strong>JvM: Nachlass Johannes von M\u00fcller<br \/><\/strong>Briefe von: Voltaire: 74, Goethe: 109, Mme De Sta\u00ebl: 223.<br \/>Von besonderer Bedeutung ist der Nachlass des Schaffhauser Historikers und Diplomaten Johannes von M\u00fcller (1752 \u2013 1809) mit einer Korrespondenz von zehntausenden Briefen, die sein Bruder Johann Georg M\u00fcller nach Johannes\u2019 Tod nach Schaffhausen brachte. Johannes von M\u00fcller war zu seinen Lebzeiten einer der ber\u00fchmtesten Historiker deutscher Sprache, Verfasser eines \u00abBestsellers\u00bb zur Schweizergeschichte und einer Weltgeschichte. Zu seinen weltweiten Korrespondenzpartnern geh\u00f6rten Goethe, Wieland, Schiller, Humboldt, Schlegel u.a. Der Nachlass ist knapp erschlossen durch das\u00a0<a href=\"http:\/\/opac.bibliotheken-schaffhausen.ch\/NetBiblio\/search\/notice?noticeNr=69620\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verzeichnis von Karl Henking<\/a>\u00a0von 1903. In Buchform erschienen sind im Wallstein-Verlag die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wallstein-verlag.de\/autoren\/johann-georg-mueller.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Familienbriefe von Johannes und Johann Georg M\u00fcller<\/a>\u00a0und die Liebesbriefe Johannes von M\u00fcllers an den \u00abungarischen Grafen Louis Batthy\u00e1ny Szent-Iv\u00e1nyi\u00bb, in Wahrheit den Hochstapler Fritz von Hartenberg, den Sch\u00fctzling von M\u00fcllers. Von M\u00fcller wurde so 1802 \/ 03 in Wien um sein ganzes Verm\u00f6gen betrogen. In dieser als \u00abHartenberg-Aff\u00e4re\u00bb bekannt gewordenen Geschichte um Hochstapelei und Liebe spiegelt sich anschaulich das Ringen um sexuelle Identit\u00e4t an der Schwelle zur Moderne. Dar\u00fcber hinaus sind\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wallstein-verlag.de\/9783835313835-johannes-von-mueller-einen-spiegel-hast-gefunden-der-in-allem-dich-reflectirt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die Briefe<\/a>\u00a0eindr\u00fcckliches Zeugnis daf\u00fcr, wie M\u00fcller seine Homosexualit\u00e4t \u00fcber zeitgebundene Vorurteile hinaus weiterdachte.<\/p>\n<p><strong>JGM: Nachlass Johann Georg M\u00fcller<br \/><\/strong>Herder (?): 148, 505<br \/>Der umfangreiche Nachlass des Bruders von Johannes von M\u00fcller zeichnet sich ebenfalls durch einen reichhaltigen Briefwechsel aus. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Philosoph Johann Gottfried Herder, bei dem M\u00fcller in G\u00f6ttingen studierte, bevor er Pfarrer (und Stadtbibliothekar) in Schaffhausen wurde. Johann Georg M\u00fcller besass eine umfangreiche\u00a0 und qualit\u00e4tvolle Bibliothek, die gut erhalten, allerdings im Bestand verstreut ist. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die Bibliothek seines Bruders nach dessen Tod 1809 nach Schaffhausen kam.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;2 Inkunabeln und fr\u00fche Drucke (Signatur Kst)&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>2 Inkunabeln und fr\u00fche Drucke (Signatur Kst)<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Signaturen Z INK (Ministerialbibliothek), INK (Stadtbibliothek), Kst. Von den Fr\u00fchdrucken bis 1500, den sog. Inkunabeln oder Wiegendrucken, besitzt die Bibliothek deren 152. Die Inkunabeln sind \u00fcberwiegend in lateinischer Sprache verfasst (123), der Rest teilt sich auf in 23 deutsche, 4 griechische und 2 franz\u00f6sische Titel.<\/p>\n<p><strong>Z Ink 21: Drei Venezianische Fr\u00fchdrucke in einem Band: Seneca, Cicero, Ovid<br \/><\/strong>Der Sammelband enth\u00e4lt Seneca, Opera omnia, Venedig 1503, Cicero, Tusculanae disputationes, Venedig 1491 und Ovid, De arte amandi; De remedio amoris, Venedig 1506. Er ist durchgehend mit Annotationen und Unterstreichungen eines zeitgen\u00f6ssischen Lesers versehen. Handschriftlicher Besitzeintrag Bibliothecae Eccles[iae] Scaph[usianae] ad D[ivum] Joan[nem] aus dem 16. Jahrhundert, Zierinitialen. Dies ist der einzige Fr\u00fchdruck der Ministerialbibliothek mit &#8220;weltlichem&#8221; Inhalt.<\/p>\n<p><strong>Z Ink. 39: H]Ortus sanitatis<br \/><\/strong><em>Mainz: [Jakob Meydenbach], 1491.<br \/><\/em>Erstausgabe des Hortus sanitatis, dessen Autor m\u00f6glicherweise der Mainzer Peter von Viersen ist. Der Hortus kn\u00fcpft an den Erfolg des erstmals 1485 gedruckten Gart der Gesundheit von Johannes de Cuba, d. i. Johann Wonnecke von Kaub am Rhein (um 1430\u20131503\/04), an. Im Hortus werden in f\u00fcnf Teilen Pflanzen und Kr\u00e4uter, Landtiere, V\u00f6gel und andere flugf\u00e4hige Tiere, Fische sowie Steine und Mineralien behandelt. Das Werk enth\u00e4lt auf 900 (ungez\u00e4hlten) Seiten \u00fcber 1&#8217;000 Holzschnitte. Weitere Ausgaben: Frankfurt 1533 auf deutsch, Z 103 und Strassburg 1507, P* 40.<\/p>\n<p><strong>Z Ink. 46: Introductio cosmographiae\u2026 insuper quattuor Americi Vespuccii navigationes. <\/strong><strong>Compilatio de astrorum (Leopold von \u00d6sterreich)<br \/><\/strong>Strassburg 1507. Saint-Di\u00e9 1507. Erstausgabe.<br \/>Die &#8220;Einf\u00fchrung in die Kosmographie&#8221; begleitete Martin Waldseem\u00fcllers gedruckte Weltkarte und seinen Erdglobus. Autor ist wahrscheinlich Matthias Ringmann, obwohl einige Historiker das Werk Waldseem\u00fcller selbst zuschreiben. Mit Besitzeintrag des letzten Abts des Klosters Allerheiligen, Michael Eggenstorfer auf dem ersten Titelblatt. Das Buch enth\u00e4lt die Begr\u00fcndung f\u00fcr die Verwendung des Namens Amerika sowie eine lateinische \u00dcbersetzung der vier (?) Reisen von Amerigo Vespucci; in den Reisen Vespuccis eine ungebundene Karte. Separat am Ende beigebunden ist die Inkunabel Compilatio de astrorum (Augsburg 1489) des Astrologen Leopold von \u00d6sterreich. Dieser Text, verfasst gegen 1270, ist in 10 Traktate gegliedert und behandelt Mundan- wie Geburtsastrologie behandelt. Es gilt als eines der ersten astrologischen B\u00fccher, das in eine Volkssprache (franz\u00f6sisch) \u00fcbertragen wurde. Inhaltlich handelt es sich vor allem um eine Zusammenstellung aus Werken der klassischen arabischen Astrologie.<\/p>\n<p><strong>Z Ink 51: Aus dem Barf\u00fcsserkloster<br \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>Z Ink 65 Kalendar maister Johannes K\u00fcnisperger<br \/><\/strong>Augsburg 1489<br \/>Lehrbuch zur Kalenderberechnung. Die Inkunabel aus dem Bestand der Ministerialbibliothek enth\u00e4lt zahlreiche Illustrationen und Schaubilder zu den Sternzeichen, Karten und Diagramme zur Berechnung des Mondverlaufs sowie mehrere verschiebbare astronomische Messinstrumente. Verfasst hat dieses Werk Johannes M\u00fcller aus dem fr\u00e4nkischen K\u00f6nigsberg, bekannt auch unter seinem latinisierten Namen Regiomontanus. Er gilt als bedeutendster Mathematiker und Astronom des 15. Jahrhunderts. Seine Entdeckungen verbesserten die Navigation auf See und pr\u00e4zisierten die Kalenderberechnung.<\/p>\n<p><strong>Ink<\/strong><strong> 1: Liber Sextus Decretalium (Papst Bonifaz VI)<br \/><\/strong>Mainz: Sch\u00f6ffer 1465. Sehr seltener, sehr fr\u00fcher Druck. Grossformat, Pergament, sch\u00f6ne Typen. Aus der ber\u00fchmten Offizin Fust\/Sch\u00f6ffer in Mainz.<br \/>Dies ist der \u00e4lteste Druck in der Bibliothek. Es handelt sich um den dritten Teil des Corpus Iuris Canonici, der mittelalterlichen Sammlung des Kirchenrechts, das f\u00fcr die katholische Kirche G\u00fcltigkeit bis 1917 hatte. Papst Bonifaz VIII veranlasste eine Normen\u00fcberpr\u00fcfung und Bereinigung des \u00fcberlieferten Rechts, die 1298 als p\u00e4pstliches Gesetzbuch G\u00fcltigkeit erlangte. &#8220;Liber sextus&#8221; ist das Buch als sechstes Buch nach der f\u00fcnf B\u00fccher umfassenden Gregorianischen Sammlung. Fust und Sch\u00f6ffer waren die ersten Drucker, die die ihre Werke mit Druckermarke und Druckvermerk ausstatteten. 28 Institutionen weltweit haben ein Exemplar dieser Erstausgabe, in der Schweiz sind wir die Einzigen.<\/p>\n<p><strong>Ink. 24: [Bibel, deutsch]<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg: Anton Koberger, 1483 (2 B\u00e4nde).<br \/>Zahlreiche gemalte Initialen und kolorierte Holzschnitte. Die aufwendigen Einb\u00e4nde mit Messingbuckeln und -beschl\u00e4gen tragen die Jahrzahl 1545. Mehrere Wappen und Besitzeintr\u00e4ge auf den Spiegelbl\u00e4ttern beziehen sich auf die Familie der Pappenheimer. Die beiden B\u00e4nde geh\u00f6ren wahrscheinlich zu den B\u00fcchern, die die Stadt Schaffhausen 1637, ein Jahr nach der Gr\u00fcndung der B\u00fcrgerbibliothek, dem in finanziellen Schwierigkeiten steckenden, auf Schloss Engen im Hegau lebenden Maximilian von Pappenheim (1580\u20131639), Reichsmarschall, Landgraf von St\u00fchlin\u00adgen, f\u00fcr 537 Gulden abkaufte. Unserem Exemplar fehlt die grossformatige Illustration auf S. 5. Ungef\u00e4hr 300 Exemplare sind bekannt.<br \/><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorlutherische_deutsche_Bibeln\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorlutherische_deutsche_Bibeln<\/a><\/p>\n<p><strong>Ink. 34: Bernhard von Breydenbach: Fart uber mer zu dem heiligen grab [Peregrinatio in terram sanctam]<br \/><\/strong>Mainz 1486.<br \/>Einer der ersten gedruckten und illustrierten Reiseberichte und eine der ber\u00fchmtesten Inkunabeln. Der Autor war Domherr in Mainz und reiste 1483\/84 nach Pal\u00e4stina. Sein Reisebericht erschien 1486, erst Latein, dann deutsch. Illustrator war Erhard Reuwich, der an der Reise teilnahm und so auf Skizzen als Augenzeuge zur\u00fcckgreifen konnte. Seine Holzschnitte von St\u00e4dteansichten, exotischen Tieren und Alltagsszenen im Heiligen Land bestehen z.T. aus mehrseitigen, faltbaren Bildtafeln. Spektakul\u00e4r sind vor allem die beiden grossen Panoramen von Venedig und dem Heiligen Land (je 26 x 162 cm, das entspricht der neunfachen Buchbreite). Die Peregrinatio war einer der grossen europ\u00e4ischen Erfolge des Buchmarktes. Vor 1500 erschienen neben der lateinischen und deutschen Ausgabe auch \u00dcbersetzungen ins Niederl\u00e4ndische, Franz\u00f6sische und Spanische. Das Manuskript liegt nicht mehr vor. Der vollst\u00e4ndige Text der dt. Auflage wurde f\u00fcr eine Edition 2010 durch die Kollationierung von 42 der 44 in Deutschland erhaltenen Exemplare der Erstauflage erstellt. Darunter haben \u00fcberhaupt nur noch 15 Exemplare den vollst\u00e4ndigen Text, bei vielen fehlen die Holzschnitte samt Text. Die Exemplare der ersten Auflage unterscheiden sich zudem bei den Holzschnitten und deren Legenden.<br \/>Die Schaffhauser Ausgabe ist auf Deutschund stammt offenbar aus der Bibliothek von Conrad Gessner, mit f\u00e4lschlicher Zuordnung des Werks an Felix Fabri. Es ist eine von 87 Ausgaben weltweit in \u00f6ffentlichen Institutionen, ein Nachdruck der Basler Erstausgabe mit qualitativ schlechteren Holzschnitten (vollst\u00e4ndig).<\/p>\n<p><strong>Ink 41: Homer: Ilias und Odyssee (griechisch)<br \/><\/strong>Florenz 1588, Erstausgabe<br \/>Die epischen Gedichte Ilias und Odyssee, die lange Zeit Homer zugeschrieben wurden, haben eine jahrtausendealte Geschichte. Ihre genauen Urspr\u00fcnge sind unbekannt, aber die Wissenschaft ist sich heute einig, dass sie zun\u00e4chst m\u00fcndlich von S\u00e4ngern vorgetragen wurden. Im f\u00fcnften Jahrhundert v. Chr. gab es bereits schriftliche Fassungen der Gedichte, die jedoch weiterhin m\u00fcndlich vorgetragen wurden. Um 150 v. Chr. erstellten hellenistische Gelehrte in Alexandria eine Fassung, deren Textfassung bis heute weitgehend \u00fcberliefert geblieben ist. Die Gedichte zirkulierten in der Antike auf Papyrus und im Mittelalter auf Pergament. W\u00e4hrend des Mittelalters wurde Homer im Westen jedoch wenig beachtet, im Byzantinischen Reich hingegen hielt das Interesse an ihm an. Eines der Ziele der fr\u00fchen Humanisten der Renaissance war es, wichtige griechische Autoren ins Lateinische zu \u00fcbersetzen. Allerdings gab es f\u00fcr diese Aufgabe ernsthafte Hindernisse. Denn in der ersten H\u00e4lfte des f\u00fcnfzehnten Jahrhunderts war die Zahl der Griechischlehrer und Kopisten relativ gering, und griechische Handschriften waren schwer zu beschaffen. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen kam eine grosse Welle griechischer Fl\u00fcchtlinge nach Italien. Viele von ihnen waren die Schreiber, Redakteure und Drucker. Sie erm\u00f6glichten die ersten gedruckten Ausgaben der Meisterwerke der griechischen Literatur und Wissenschaft.<br \/>Der erste Text, der vollst\u00e4ndig auf Griechisch gedruckt wurde, war die pseudohomerische Schlacht der Fr\u00f6sche und M\u00e4use (Batrachomyomachia), die Thomas Ferrandus 1474 in Brescia ver\u00f6ffentlichte.\u00a0 Ebenfalls 1474 wurde eine lateinische \u00dcbersetzung der Ilias von Lorenzo Valla in Rom und Brescia gedruckt. 1488 dann folgten die Urtexte der Ilias und Odyssee in Florenz. Es handelt sich um den ersten Grossdruck in griechischer Sprache. Die Ver\u00f6ffentlichung wurde von den Br\u00fcdern Bernando und Nerio Nerli finanziert und von Demetrius Damilas gedruckt, einem kretischen Schreiber, der seit 1476 in Mailand griechische B\u00fccher gedruckt hatte. Als Vorlage diente ihm die Handschrift von Michael Apostolis, die einfacher und deutlicher\u00a0 war als Damilas&#8217; eigene Handschrift. Herausgeber war Demetrius Chalkokondyles, der von 1475 bis 1491 Professor f\u00fcr Griechisch in Florenz war. Bei der Vorbereitung seines Textes zog der humanistische Gelehrte den monumentalen Kommentar des Eustathius aus dem 12. Jahrhundert zu Rate, der es ihm erm\u00f6glichte, unsichere Lesarten in der Ilias und der Odyssee zu kl\u00e4ren, aber er warnt in seinem Vorwort, dass die Texte noch viel zu w\u00fcnschen \u00fcbrig liessen.<br \/>Das Schaffhauser Exemplar stammt gem\u00e4ss Vorsatzblatt aus dem Besitz von Ludwig Lucius Screta &#8220;ex liberalitate filiorum Aldi Manutii&#8221;.\u00a0 Die innere Seite des vorderen Deckels gibt an, dass das Buch 1688 der Stadtbibliothek geschenkt wurde (&#8220;Bib Scaph d.d. Lodovicus Lucius Screta Schotnovius a Zavorsiz. 26. Julii 1688&#8221;). Auf den Schlussbl\u00e4ttern finden sich handschriftliche Notizen \u00fcber die Familie Screta f\u00fcr die Jahre 1575-1597. Diese Familie war eine \u00c4rzte- und Apothekerdynastie der Stadt Schaffhausen, die vom b\u00f6hm. Adelsgeschlecht Screta von Zavorziz abstammt und auf Johannes Screta (1651) zur\u00fcckgeht. Dieser doktorierte 1622 an der Universit\u00e4t Basel in Medizin, floh im Dreissigj\u00e4hrigen Krieg aus Prag und wurde 1635 zum Stadtarzt von Schaffhausen berufen, wo er ein Jahr sp\u00e4ter das B\u00fcrgerrecht erwarb und eine Apotheke f\u00fchrte. Seine S\u00f6hne Friedrich Lucius und Heinrich folgten dem Vater im Amt des Stadtarztes nach. Die von Heinrich \u00fcbernommene und in den Kaufleutturm verlegte Apotheke blieb \u00fcber Generationen im Besitz der Screta. Diese waren oft auch als \u00c4rzte t\u00e4tig, so auch der Schenker Ludwig Lucius (1662-1715), der als Leibarzt des F\u00fcrsten von Oettingen wirkte.<\/p>\n<p><strong>Ink 59: Hartmann Schedel, Liber chronicarum <\/strong>[Weltchronik]<br \/>N\u00fcrnberg: Anton Koberger, 1493.\u00a0 Handschriftlicher Besitzeintrag aus dem 17. Jahrhundert: Bibliothecae civium Scafhusianorum.<br \/>Die Schedelsche Weltchronik, auch N\u00fcrnberger Chronik genannt, ist eine illustrierte Darstellung der Weltgeschichte. Sie ist das Hauptwerk des N\u00fcrnberger Historikers und Arztes Hartmann Schedel und erschien erstmals 1493 in N\u00fcrnberg in einer lateinischen und einer deutschen Fassung. Auftraggeber der Weltchronik ist der verm\u00f6gende N\u00fcrnberger B\u00fcrger Sebald Schreyer. Die lateinische Auflage umfasst 656, die deutsche 596 Seiten. Das Werk ist mit 1809 Holzschnitten der Werkstatt von Michael Wolgemut illustriert; dieser war Lehrmeister des jungen Albrecht D\u00fcrer, der m\u00f6glicherweise an den Arbeiten mitwirkte. Es ist damit die bedeutendste illustrierte Inkunabel. Die Auflagenh\u00f6he ist nicht bekannt. Gedruckt wurde sie bei Anton Koberger. Der Druck der Weltchronik, der immense Kosten verursachte, wurde kein verlegerischer Erfolg denn 1509 waren noch 571 Exemplare am Lager. Unter den Illustrationen befinden sich 29 doppelseitige Stadtansichten (Konstanz: Bl. 241; Basel: Bl.244) und zwei doppelseitige Landkarten: eine Weltkarte und eine Europakarte. Die Weltkarte ist dabei besonders interessant: Afrika und Indien sind verzeichnet, Amerika ist hingegen noch nicht, da die Existenz des neuen Kontinents erst nach Amerigo Vespuccis S\u00fcdamerika-Expedi\u00adtion von 1501\/1502 bekannt wurde. Umstritten ist dabei im Weiteren, ob die Welt noch als Scheibe dargestellt ist.<\/p>\n<p><strong>Ink 90: [Heiligenviten] Der Heiligen Leben Winter teil [Legenda aurea des Jacobus de Voragine)<br \/><\/strong>Augsburg 1499, Johann Sch\u00f6nsperger. Enth\u00e4lt auch den Sommerteil von 1477 (G\u00fcnter Zeiner).\u00a0\u00c4hnlich Ink. 4. Sch\u00f6nsperger als &#8220;Raubdrucker&#8221;, der erfolgreiche Werke billiger nachdruckte.<br \/>Voragine war ein ligurischer Dominikaner und Bischof des 13. Jhs., dessen &#8220;saisonal geordnete&#8221; Heiligenlegenden der Legenda aurea grosse Verbreitung und Bedeutung hatten. Oft in Volkssprachen \u00fcbersetzt und um lokale Heilige angereichert. Viele Themen und Attribute der Heiligen gehen darauf zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Ink 93: Hieronymus Brunschwig, De arte distillandi<br \/><\/strong>Strassburg, 1500, 227 Blatt.<br \/>Das &#8220;kleine Destillierbuch&#8221; des Strassburger Arztes und Botanikers Hieronymus Brun\u00adschwig beschreibt Destillationsmethoden und Brenn\u00f6fen sowie die Pflanzen, aus denen man durch solches Destillieren Heilmittel gewinnen kann samt den daraus entstehenden Arzneien (&#8220;w\u00e4sser&#8221;). Das Buch ist eines der ersten Werke der Chemie und Pharmakolo\u00adgie an der Schnittstelle zwischen Mittelalter und Neuzeit, reich mit Holzschnitten illustriert. Es beruht auf eigenen Beobachtungen und Beschreibungen Brunschwigs, bedient sich aber auch ausgiebig beim wenig \u00e4lteren &#8220;Gart der Gesundheit&#8221; des Johann Wonnecke (auch davon haben wir eine Ausgabe im Bestand, Mainz 1485). Unsere Ausgabe ist gut erhalten, aber leider unvollst\u00e4ndig. Ein sehr gutes Digitalisat gibt es bei der Bayrischen Staatsbibliothek.<\/p>\n<p><strong>Kst 1 und Kst 1b: Le liure du roy (Le livre du roi)<br \/><\/strong>Paris 1526.<br \/>Jagdbuch, diese Ausgabe sehr selten. Enth\u00e4lt auch Falknerei: L&#8217;art de faulconerie<\/p>\n<p><strong>Kst 9: <\/strong><strong>Kathechism \u00e1lbo krotkei w iedno mieysce zebr\u00e1nie<\/strong><strong> [<\/strong><strong>Vilniuser Kathechismus], Vilnius 1581.<br \/><\/strong>Tomasz Nastulczyk von der Jagellonischen Universit\u00e4t Krakau schreibt: &#8220;The so-called <em>Vilnius Catechism<\/em> is the first non-antitrinitarian Evangelical Reformed catechism published in the Grand Duchy of Lithuania. Its predecessor, the so-called <em>Nesvizh Catechism<\/em> (ed. ca. 1563) was strongly influenced by the elements of the antitrinitarian doctrine; they caused huge theological controversies and were subsequently removed from the Vilnius version. Therefore the <em>Vilnius Catechism<\/em> remains an important source to the history of the Polish and Lithuanian Reformation. One of the most important parts added to the <em>Vilnius Catechism<\/em> is <em>Forma albo porz\u0105dek sprawowania \u015bwi\u0105to\u015bci pa\u0144skich<\/em> (\u201cFormula and order of administrating the sacraments of the Lord\u201d). The note on the title page of the <em>Vilnius Catechism<\/em> states that <em>Forma&#8230;<\/em> was \u201conce again published and printed in Vilnius\u201d (\u201cznowu wydana i drukowana w Wilnie\u201d), which is the only known trace of its previous editions, now completely lost. <em>Forma&#8230; <\/em>is directly modeled on <em>Formula Sacramentorum administrandorum<\/em> by Jean Calvin. Both works consist of the same four parts, set in the same order: <em>Formula Baptismi administrandi = Sprawa Krztu \u015bwi\u0119tego, Ratio celebrandae Coenae Dominicae = Sprawa Wieczerzy Pa\u0144skiej, Formula et ratio celebrandi Matrimonii = Sprawa Ma\u0142\u017ce\u0144stwa \u015bwi\u0119tego, De visitandis Aegrotis = O nawiedzaniu chorych.<\/em><\/p>\n<p><strong>Kst 12: Wolfgang von Maen: Leiden Jesu Christi<br \/><\/strong>Augsburg 1515. Zweitexemplar: EA 39.<br \/>Eines der sch\u00f6nsten und seltensten Augsburger Holzschnittb\u00fccher. Das Buch des Kaplans von Kaiser Maximilain ist einer der h\u00e4ufigen zeitgen\u00f6ssischen Bearbeitungen der Passionsgeschichte. Maen erg\u00e4nzt die neutestamentlichen Berichte um Aussagen der Kirchenv\u00e4ter und mittelalterlicher Theologen. Holzschnitte durch Hans Sch\u00e4ufelin, Hans Burgkmair und J\u00f6rg Breu.<\/p>\n<p><strong>Kst 15: Belial zu teutsch (Jacobus de Teramo)<br \/><\/strong>Strassburg 1508.<br \/>Der <em>Belial<\/em> ist das einzige Werk, das mit Sicherheit dem Kleriker und Rechtsgelehrten Jacobus de Theramo zugeschrieben werden kann. Fertiggestellt im Jahr 1382, f\u00e4llt dieser Text \u00fcber einen satanischen Musterprozess, der juristische mit theologischen Elementen vermischt, in eine Zeit des Schismas, der P\u00e4pste und Gegenp\u00e4pste. Der gelehrte Gebrauch des lateinischen Originals ging mit der vermehrten \u00dcbersetzung in die Volkssprachen zunehmend in eine Verdeutlichung rechtlicher Praktiken \u00fcber. Inhaltlich wird im Belial die christliche Heilgeschichte juristisch gerechtfertigt: Belial reicht als Stellvertreter der H\u00f6lle eine Klage gegen Jesus Christus ein, weil dieser bei seinem Abstieg in die Unterwelt unrechtm\u00e4\u00dfig die Seelen der Gerechten befreit habe. Moses \u00fcbernimmt die Vertretung Christi, Gott fungiert als iudex ordinarius, Salomon als iudex delegatus. Dieser lehnt die Klage der H\u00f6llengemeinschaft ab, was Belial jedoch wegen einer m\u00f6glichen Befangenheit Salomons \u2013 als Verwandtem Christi \u2013 erneut vor Gericht bringt. Weitere Prozessschritte folgen mit Joseph von \u00c4gypten als neuem Richter und schlie\u00dfen damit, dass die Erl\u00f6sung der Toten durch Jesus Christus als rechtm\u00e4\u00dfig erkl\u00e4rt wird. Der Handlungsverlauf folgt streng den Regeln des kanonischen Prozessrechts und f\u00fchrt hierbei die verschiedenen \u00c4mter, Institutionen und Rechtsschritte einer Gerichtsverhandlung mit den entsprechenden lateinischen Termini vor.\u00a0Die Zahl der lateinischen Handschriften ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Bekannt sind dagegen neun lateinische Inkunabeln, die \u00e4lteste von 1472. Die \u00dcbersetzungen in die Volkssprachen setzen in der ersten H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts ein. 21 Drucke des Belial in deutscher Sprache sind erhalten. Die Bilder zeigen den \u00dcbergang vonder M\u00fcndlichkeit des deutschen Gerichtsverfahrens zur Schriftlichkeit des r\u00f6mischen Rechts. So werden Bibel, Urkunden oder versiegelte Briefe prominent oder \u00a0in \u00dcbergr\u00f6sse dargestellt (<a href=\"http:\/\/wirote.informatik.uni-leipzig.de\/mediavistik\/werk\/18\">http:\/\/wirote.informatik.uni-leipzig.de\/mediavistik\/werk\/18<\/a>).\u00a0 &#8211; Das Buch war eine Zeit lang auf dem Index der Verbotenen B\u00fccher des Vatikans.<\/p>\n<p><strong>Kst 30: Gregor Reisch: Margarita Philosophica Nova<br \/><\/strong>Strassburg, Gr\u00fcninger 1508.<br \/>Die Margarita philosophica (&#8220;Perle der Philosophie&#8221; oder allgemeiner &#8220;Perle der Wissenschaften&#8221;) ist eine allgemeine Enzyklop\u00e4die, verfasst durch den w\u00fcrttembergischen Philosophen und Kart\u00e4userm\u00f6nch Gregor Reisch zwischen 1489 und 1496 in lateinischer Sprache. Gedruckt wurde sie erstmals 1503 in Freiburg durch den aus Strassburg stammenden Drucker Johann Schott, einen Sch\u00fcler von Gregor Reisch. Neben mehreren &#8220;offiziellen&#8221; Neuauflagen existieren auch mehrere &#8220;Raubdrucke&#8221; &#8211; nicht autorisierte Nachdrucke des Strassburgers Johann Gr\u00fcninger mit dem Titel <em>\u201eMargarita Philosophica Nova\u201c<\/em> (1504, 1508, 1512 und 1515), mit teils eigenen, qualitativ guten Holzschnitten. Das Werk enth\u00e4lt das gesamte Wissen des sp\u00e4ten Mittelalters. In zw\u00f6lf B\u00fcchern werden die sieben freien K\u00fcnste behandelt sowie Prinzipien und Entstehung der Natur, Physiologie, Psychologie und Moralphilosophie. Das Werk wurde das am weitesten verbreitete Lehrbuch der Philosophie und des enzyklop\u00e4dischen Wissens f\u00fcr das Studium der <em>Artes liberales<\/em> und gilt als die \u00e4lteste gedruckte Enzyklop\u00e4die.<\/p>\n<p><strong>Kst 31: Postila: Kurze Auslegung \u00fcber die Sontags und der f\u00fcrnemsten Fest Evangelien\u2026 [Pericopae evangeliorum des Johannes Brenz in kroatischer Sprache, \u00fcbersetzt durch <\/strong><strong>Primo\u017e Trubar]<br \/><\/strong>T\u00fcbingen [d.i. Urach] 1562.<br \/>Das Buch geh\u00f6rt zum Konglomerat von Schriften (aus dem Umfeld) des slowenischen Reformators Primo\u017e Trubar und ist in der tempor\u00e4ren Druckerei in Urach bei T\u00fcbingen gedruckt worden (Druckort auf dem Titelblatt ist zu Werbezwecken aber &#8220;T\u00fcbingen&#8221;). Der Druck erschien 1562 serbokroatisch im glagolitischen Alphabet (Auflage 1000) und 1563 im kyrillischen Alphabet (Auflage 500). Es ist offenbar ein Kompilat aus Luthers, Melanchthons, Lossius&#8217; und Brenz&#8217; Auslegungen, als &#8220;Postille&#8221; ein h\u00e4usliches Andachtsbuch. Bekannt sind noch 23 weitere Exemplare, in der Schweiz nur Basel (Vorndran, s\u00fcdslawische Reformationsdrucke, T\u00fcbingen 1977). Das Werk war 1558 in slowenischer Sprache erschienen, und zwar dem ersten Teil von Trubars slowenischer NT-\u00dcbersetzung beigebunden (&#8220;en regishter, ta kashe\u2026&#8221;: Z Bib 88). Anton Dalmata und Stephan Consul \u00fcbertrugen es aus dem Slowenischen ins serbokroatische. Enth\u00e4lt 67 kleinere Holzschnitte (sic?). In Trubars deutscher Vorrede steht als Verlagsort &#8220;Urach&#8221;, in deren serbokroatischer \u00dcbersetzung aber werbewirksamer T\u00fcbingen. ACHTUNG: Laut Vorndran haben wir die kyrillische Ausgabe 1563, die nur in 10 Bibliotheken vorhanden ist (Schweiz: SH und BS). Diese hat eine Widmung an Markgraf Albrecht von Brandenburg. Etwas mehr Holzschnitte, am meisten von allen Uracher Drucken.<\/p>\n<p><strong>Mehr zu den Trubar-Drucken in der Stadtbibliothek<br \/><\/strong>Primo\u017e Trubar (1508-1586) wird in Slowenien als Vater der modernen slowenischen Sprache geehrt. Unter den rund 30 Werken, die er ver\u00f6ffentlicht hat, befinden sich die ersten in slowenischer Sprache gedruckten B\u00fccher. Trubar wurde 1508 als Sohn eines M\u00fcllers im Dorf Ra\u0161ica bei Ljubljana geboren. Er ging in Rijeka (Fiume); und Salzburg zur Schule und studierte in Triest und Wien. 1530 wurde er in Triest zum Priester geweiht und war zun\u00e4chst als Priester in La\u0161ko (dt. T\u00fcffer) in der Untersteiermark (heute \u00f6stliches Slowenien) t\u00e4tig. Als er 1536 zum Prediger in der St. Nikolaus-Kathedrale in Ljubljana ernannt wurde, begann er sich im Geist des Erasmus offen \u00fcber eine Kirchenreform zu \u00e4ussern und las Werke Luthers und der Schweizer Reformatoren. 1548 wurde Trubar ins Exil gezwungen, er fl\u00fcchtete nach N\u00fcrnberg. In Rothenburg ob der Tauber wurde er Prediger und begann Pl\u00e4ne zur Reformation seiner slowenischen Heimat. Schon 1550 ver\u00f6ffentlichte Trubar in Schw\u00e4bisch Hall einen Katechismus \u2013 das erste Buch auf Slowenisch. Der von den Katechismen Martin Luthers und Johannes Brenz\u2018 beeinflusste Text enthielt auch einige Hymnen, Auslegungen \u00fcber Bibelpassagen sowie eine Schrift von dem aus Istrien stammenden lutherischen Theologen Matthias Flacius Illyricus (1520-1575) \u00fcber den wahren Glauben. Das Abecedarium, eine weitere Ver\u00f6ffentlichung Trubers, folgte im selben Jahr mit der Absicht, das Lesen in der slowenischen Sprache zu lehren. 1553 bis 1561 war Trubar Pfarrer in Kempten. W\u00e4hrend dieser Zeit \u00fcbersetzte er das Neue Testament aus der Lutherbibel ins Slowenische. Die Schaffung einer standardisierten slowenischen literarischen Sprache aufgrund des Krainer Dialektes war eine Herausforderung, denn es gab nicht nur zahlreiche unterschiedliche slowenische Sprachvarianten, sondern der damals in Krain gesprochene Dialekt war nicht verschriftlicht; daneben war unter der Bev\u00f6lkerung auch die Verwendung des Deutschen sowie des Lateinischen weit verbreitet. 1555 begann Truber eine Korrespondenz mit dem Z\u00fcrcher Reformator Heinrich Bullinger, was ihm in W\u00fcrttemberg zeitweise den Verdacht eintrug, Zwinglianer zu sein. In der Hoffnung, nach Slowenien zur\u00fcckkehren zu d\u00fcrfen, begann Trubar eine Zusammenarbeit mit Hans Ungnad von Sonnegg, dem Landeshauptmann der Steiermark und obersten Feldhauptmann der s\u00fcdlichen Provinzen der Habsburger Monarchie, der ein Sympathisant und Unterst\u00fctzer der Reformation war. Ungnad liess sich nach 1556 in W\u00fcrttemberg nieder und finanzierte die Errichtung einer Druckerei in T\u00fcbingen, die sp\u00e4ter nach Urach verlegt und als Zweig der Druckerei von Ulrich Morhart t\u00e4tig wurde. Das Unternehmen trug den Namen \u201eWindische [slowenische], chrabatische [kroatische] und cirulische [kyrillische] Thrukerey\u201c. Ungnads Druckerpresse ver\u00f6ffentlichte Texte in slowenischer, italienischer und kroatischer Sprache unter Verwendung des lateinischen, kyrillischen und glagolitischen Alphabets. Die Druckerei ver\u00f6ffentlichte von 1561 bis zu Ungnads Tod im Dezember 1564 etwa 31.000 Exemplare von 37 verschiedenen Titeln, darunter biblische Texte und \u00dcbersetzungen von Werken f\u00fchrender lutherischer Theologen sowie Originalarbeiten von Trubar und einer Reihe weiterer Reformatoren. Zu den Mitarbeitern der Druckerei z\u00e4hlten Stephan Consul aus Istrien, der 1549 ins Exil gezwungen worden war, und Anton Dalmata, ebenfalls Exulant aus dem Territorium des heutigen Kroatien. Die beiden waren Haupt\u00fcbersetzer des im Jahr 1562 ver\u00f6ffentlichten Neuen Testaments in Kroatisch, das stark auf Trubers neutestamentlicher \u00dcbersetzung ins Slowenische basierte. Der w\u00fcrttembergische Herzog Christoph erteilte Trubar die Erlaubnis, als Pfarrer in Urach t\u00e4tig zu sein, wo er direkt an der Arbeit der Druckerei beteiligt war. Allerdings blieb Trubar nur ein Jahr lang in Urach, bevor er nach Slowenien zur\u00fcckkehrte, um erster Superintendent der lutherischen Kirche in Ljubljana zu werden.1565 wurde Truber jedoch zum zweiten Mal aus Ljubljana verbannt. Daraufhin kehrte er in das Herzogtum W\u00fcrttemberg zur\u00fcck und wurde Pfarrer in Lauffen am Neckar. Im Jahre 1566 ver\u00f6ffentlichte er eine \u00dcbersetzung der Psalmen auf Slowenisch. Danach lie\u00df er sich in Derendingen, ausserhalb von T\u00fcbingen, nieder, wo er als Pfarrer der St. Gallus-Kirche wirkte und sich weiter mit Schreiben und \u00dcbersetzen besch\u00e4ftigte. Trubar starb am 15. Juni 1586 in Derendingen.\u00a0F\u00fcr die kleine Nation der Slowenen und ihr Selbstverst\u00e4ndnis spielt Trubar eine wichtige Rolle. Bis zum Ende seines Lebens schrieb Truber aus Derendingen an seine alten Vertrauten in Ljubljana, um von der Ferne aus weiterhin auf die Entwicklungen in Slowenien Einfluss zu nehmen. Seine wahre Liebe zeigt sich aber in dem Pseudonym, unter welchem er seinen Katechismus ver\u00f6ffentlichte: \u201ePhilopatris Illyricus\u201c, illyrischer Patriot. Trubar ist denn auch das Gesicht auf der slowenischen Ein-Euro-M\u00fcnze.<\/p>\n<p>In der Stadtbibliothek sind insgesamt neun der seltenen Trubar-Drucke vorhanden, die meisten in der Ministerialbibliothek, drei davon aus der tempor\u00e4ren Druckerei in Urach. Das ist eine grosse Zahl: T\u00fcbingen, die &#8220;Heimatbibliothek&#8221; Trubars, hat 19 (davon 17 aus der Druckerei in Urach); die ZB hat 5, die UB Basel 20.\u00a0Insgesamt gibt es laut VD16 etwa 40 Trubar-Drucke (S\u00f6nke Lorenz, Primus Truber, der slowenische Reformator und W\u00fcrttemberg). Besonders interessant sind die Drucke mit Glagoliza (in N\u00fcrnberg beschafft) oder Kyrilliza (in Urach hergestellt). Seltenheit: Beschlagnahmung durch katholische Seite, Zerst\u00f6rung in der Gegenreformation. Oft haben sich nur die Exemplare erhalten, die als Geschenke oder Belegexemplare an F\u00fcrsten, St\u00e4dte und F\u00f6rderer schickte (sch\u00f6ne Einb\u00e4nde aus der Werkstatt des T\u00fcbinger Buchbinders Samuel Streler). Entweder also SH als F\u00f6rderer der Uracher Bibelanstalt, oder Privatpersonen, die sp\u00e4ter an SH schenkten. Siehe Treffenliche, S. 81 und H\u00fcttl-Hubert, Provenienz in: Reformation in Mitteleuropa, S. 47 (&#8220;T\u00fcbinger Reformationseinb\u00e4nde&#8221; aus braunem Schafleder mit goldgepressten Bildnissen.\u00a0Die Signaturen: KSt 2, Kst 31, ZB 149, ZA 150, ZA 151, Z Bib 88, Z Bib 191- In den Kontext der NT-\u00dcbersetzung Trubars geh\u00f6rt die sehr seltene \u00dcbersetzung des Matth\u00e4usevangeliums, wohl eine Vorarbeit, von 1555: <strong>Kst 2:<\/strong> <strong>\u00a0Ta Evangeli\u2026 Mateusha<\/strong>. Sie ist offenbar nur in Schaffhausen, Z\u00fcrich ZB und Wien vorhanden (bei uns allerdings mit fehlendem Titelblatt). Johann Jakob Peyer im Hof schenkte das B\u00e4ndchen 1734 der Stadtbibliothek (Eintrag auf der Einbandr\u00fcckseite vorne). [T\u00fcbingen, Morharts Erben. Widmung mit\u00a0 &#8220;V.T.&#8221; unterzeichnet: Pietro Paolo Vergerio und Trubar; Vergerio hatte den Druck angeregt.<\/p>\n<p><strong>Kst 35\u00a0: Missale romanum des <\/strong><strong>Stephanus Pariseti<br \/><\/strong>Lyon 1505. Messbuch noch aus vortridentinischer Zeit. 1474 in Mailand erstmals gedruckt. &#8220;Messbuch nach der Art der r\u00f6mischen Kurie&#8221;, zur\u00fcckgehend auf den Ritus der p\u00e4pstlichen Palastkapelle.<\/p>\n<p><strong>Kst 39: Ortus Sanitatis<\/strong>. <br \/>Wahrscheinlich Strassburg 1497 (und damit doch eine Inkunabel)<br \/>Der <em>Hortus sanitatis<\/em> ist eine illustrierte Enzyklop\u00e4die der Naturgeschichte, die Abhandlungen \u00fcber Pflanzen, Tiere, V\u00f6gel, Fische sowie Edelsteine und Mineralien mit besonderem Schwerpunkt auf deren medizinischer Anwendung sowie eine Abhandlung \u00fcber Urin umfasst. Erstmals 1491 von Meydenbach in Mainz gedruckt, trat er die Nachfolge von Peter Sch\u00f6ffers <em>Gart der Gesundheit<\/em> aus dem Jahr 1485 an und gilt als das letzte grosse mittelalterliche Kompendium der Naturgeschichte. Der Text ist eine erheblich erweiterte lateinische Fassung des <em>Gart<\/em>, die zur Erleichterung der praktischen Nutzung neu strukturiert wurde; w\u00e4hrend die zahlreichen Holzschnitte teilweise aus Sch\u00f6ffers Ausgabe kopiert sind, wurden den erg\u00e4nzenden Abschnitten viele neue Motive hinzugef\u00fcgt, wodurch sich ihre Zahl auf \u00fcber 1.000 erh\u00f6ht hat. Neben Pflanzen und Tieren \u2013 von den niederen (W\u00fcrmer, Schnecken, Fr\u00f6sche) bis hin zu den fantastischen (Mandrake, Einh\u00f6rner, Meermenschen) \u2013 zeigen die Holzschnitte zahlreiche Szenen des mittelalterlichen Lebens und Handwerks. Die Kapitel \u00fcber Pflanzen enthalten eine physische Beschreibung der Pflanze und ihrer Synonyme, Anmerkungen zu ihrer geografischen Herkunft sowie eine Liste ihrer medizinischen Anwendungsm\u00f6glichkeiten; die Kapitel \u00fcber Tiere, V\u00f6gel, Fische, Steine und Mineralien beinhalten eine ausf\u00fchrlichere Er\u00f6rterung ihrer Verwendung in der Medizin als in der volkssprachlichen Vorg\u00e4ngerausgabe, und die Abhandlung \u00fcber Urologie wurde erweitert. Die Holzschnitte aus Meydenbachs Ausgabe, die hier nachgeahmt wurden, wurden fast ein Jahrhundert lang in ganz Europa in verschiedenen Publikationen kopiert. Alle drei Ausgaben des <em>Hortus sanitatis<\/em> von Johann Pr\u00fcss sind undatiert. Diese Ausgabe, die erste der drei, wurde sp\u00e4testens am 21. Oktober 1497 gedruckt: Das Exemplar des Harvard Arnold Arboretums tr\u00e4gt einen Erwerbvermerk mit diesem Datum. Die meisten Pflanzenholzschnitte wurden zuvor im <em>Gart der Gesundheit<\/em> verwendet, w\u00e4hrend die Mehrheit der \u00fcbrigen Schnitte entweder direkte oder umgekehrte Kopien der Meydenbach-Schnitte sind, einige leicht verkleinert oder mit zus\u00e4tzlichem Hintergrund oder unterschiedlichen Gew\u00e4ndern f\u00fcr die menschlichen Figuren versehen und mit zus\u00e4tzlichen einlinigen Rahmen um die Schnitte im zweiten Teil. Der ganzseitige Holzschnitt eines menschlichen Skeletts erscheint hier erstmals und findet sich zu Beginn des Teil \u00fcber die Tiere (tractatus de animalibus). <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hortus_sanitatis\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hortus_sanitatis.<\/a><br \/>Die Holzschnitte dieser Ausgabe sind ungelenk koloriert.<\/p>\n<p><strong>Kst 69: Gedichte im Geschmack des Grecourt<\/strong>. (Johann Georg Scheffner)<br \/>Schaffhausen (=Berlin) 1783. Pikante Gedichte mit dem verschleiernden Druckort Schaffhausen<\/p>\n<p><strong>Kst 71: Die ihres Godes liebende Seele<br \/><\/strong>Schaffhausen, Seiler 1728. Mit sch\u00f6nen Kupferstichen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;3 A, B: Buch und Bibliothek, Wissenschaften, Lexika, Biographien, Briefe&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>3 Signaturen A, B: Buch und Bibliothek, Wissenschaften, Lexika, Biographien, Briefe<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;3.1 A: Buch- und Bibliothekswesen, Literaturgeschichte, Gelehrtengeschichte, Geschichten verschiedener Nationalliteraturen&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 3.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 3.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>3.1. A: Buch- und Bibliothekswesen, Literaturgeschichte, Gelehrtengeschichte, Geschichten verschiedener Nationalliteraturen<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 3.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>470 Titel sind aufgestellt unter <strong>AA<\/strong> bis <strong>AC<\/strong>. Die Sachgruppe <strong>AA<\/strong> umfasst Verzeichnisse von Inkunabeln, Handschriften und seltenen B\u00fcchern, Verlags- und Bibliothekskataloge, aber Werke zu den historischen Hilfswissenschaften, philologischen Disziplinen und Gelehrtenlexika. Unter <strong>AB<\/strong> fallen \u00fcberwiegend liter\u00e4rhistorische Kompendien, Geschichten einzelner Wissenschaften, geschichtsphilosophische Abhandlungen und \u00e4ltere Konversationslexika. <strong>AC<\/strong> schliesslich steht f\u00fcr nationale Literaturgeschichten vorab des 18. Jh., Literaturgattungen und weitere Liter\u00e4rgeschichten. Vgl. z.B. Jacopo Morellis <em>Catalogo di storie generali e particolari<\/em> (Venedig 1782, <strong>AA 66<\/strong>), Karl Friedrich Gottlob Hirschings <em>Versuch einer Beschreibung sehensw\u00fcrdiger Bibliotheken Teutschlands<\/em> (4 Bde., Erlangen 1786-1791, <strong>AA 35<\/strong>), Johann Heinrich Hottingers <em>Bibliothecarius<\/em> <em>quadripartitus<\/em> (Z\u00fcrich 1664, <strong>AA 57a<\/strong>). Zum Buchdruck: Georg Wilhelm Zapfs <em>Augsburgs Buchdruckergeschichte<\/em> (2 Bde., Augsburg 1786-1791, <strong>AA 56e<\/strong>), Joachim Friedrich Fellers <em>Monumenta varia inedita<\/em> (12 Tle., Jena 1714-1718, <strong>AA 27<\/strong>, unvollst.). Zur Gelehrtengeschichte und -lexika: Nikolaus Hieronymus Gundlings <em>Vollst\u00e4ndige Historie der<\/em> <em>Gelahrtheit<\/em> (5 Bde., Frankfurt a. M., Leipzig 1734-1736, <strong>AB 1<\/strong>), Christian Thomasius\u2018 <em>Historie der Weissheit und Thorheit<\/em> (3 Tle., Halle 1693, <strong>AB 45<\/strong>). Zur Wissenschafts- und Liter\u00e4rgeschichte: Conrad Gesners <em>Bibliotheca universalis <\/em>(Z\u00fcrich 1545, <strong>A* 8<\/strong>) oder z.B. f\u00fcr den schwedischen Raum die <em>Suecia litterata<\/em> von Johannes Scheffer (Hamburg 1698, <strong>AC 5<\/strong>).\u00a0Unter der Signatur <strong>AD<\/strong> (436 Titel) finden sich die Altbest\u00e4nde nicht nur zu Kunst und Kunstgeschichte sondern auch zur \u00c4sthetik und Kunsttheorie, zu den bildenden K\u00fcnsten, zur Emblematik und Ikonographie, den graphischen K\u00fcnsten (Kupferstich, Holzschnitt etc.) und der Schauspielkunst und Musik. Zur Malerei z.B. Leonardo da Vincis <em>Traktat von der Mahlerey<\/em> (N\u00fcrnberg 1740, <strong>AD 30<\/strong>). An Lexika das <em>Allgemeine<\/em> <em>K\u00fcnstler-Lexikon<\/em>, begr\u00fcndet von Johann Rudolf F\u00fcssli (6 Bde., Z\u00fcrich 1779-1824, <strong>A*<\/strong> <strong>16b<\/strong>) oder zur Kunsttheorie Johann Georg Sulzers <em>Allgemeine Theorie der sch\u00f6nen<\/em> <em>K\u00fcnste<\/em> (2 Bde., Leipzig 1773-1775, <strong>AD 1<\/strong>). Zum Kupferstich Andreas Andresens <em>Der<\/em> <em>deutsche Peintre-Graveur<\/em> (5 Bde., Leipzig 1872-1878, <strong>AD 160<\/strong>) oder das neunteilige Portr\u00e4twerk von Jean-Jacques Boissard und Theodor de Bry <em>Bibliotheca<\/em> <em>chalcographica, h. e. clarorum virorum imagines<\/em> (Heidelberg 1669, <strong>AD 27<\/strong>). Unter dieser Sachgruppe sind auch zahlreiche Kunstkataloge, enzyklop\u00e4dische Nachschlagewerke wie die unvollendet gebliebene <em>Allgemeine Encyklop\u00e4die der Wissenschaften und K\u00fcnste<\/em> von Johann Samuel Ersch und Johann Gottfried Gruber (63 Bde. von 168, Leipzig 1818-1840, <strong>A* 1<\/strong>, unvollst.), Johann Jacob Hofmanns <em>Lexicon universale historico-geographico-chronologico-poetico-philologico<\/em> (5 Bde., Basel 1677-1683, <strong>A* 9<\/strong>) und verschiedene Konversationslexika aufgestellt. Zur Musik sei erw\u00e4hnt die Notenausgabe der Werke von Georg Friedrich H\u00e4ndel (15 Bde., Leipzig 1858-1862, <strong>A* 21<\/strong>).<\/p>\n<p><strong>A* 1: Ersch-Gruber: <\/strong><strong>Allgemeine Encyclop\u00e4die der Wissenschaften und K\u00fcnste<br \/><\/strong>Die Allgemeine Encyclop\u00e4die der Wissenschaften und K\u00fcnste ist eine wissenschaftliche Enzyklop\u00e4die von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Samuel_Ersch\">Johann Samuel Ersch<\/a> (1766\u20131828) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Gottfried_Gruber\">Johann Gottfried Gruber<\/a> (1774\u20131851). Die Ver\u00f6ffentlichung begann 1818, bis 1889 erschienen 167 Textb\u00e4nde und ein Tafelband. Das Werk wurde 1831 vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bibliographisches_Institut_%26_F._A._Brockhaus\">Brockhaus-Verlag<\/a> \u00fcbernommen und 1889 unvollendet eingestellt. Der \u201eErsch-Gruber\u201c galt als umfangreichste Enzyklop\u00e4die der Welt.<\/p>\n<p><strong>A* 7: <\/strong><strong>Bibliotheca Arabico-Hispana Escurialensis<br \/><\/strong>Madrid, 1760-1770<br \/>A real publishing enterprise by the Maronite scholar Miguel Casiri, who transcribed and cataloged about 1800 manuscripts in Arabic preserved in the royal monastery of San Lorenzo, better known by the name of Escorial. The work, which contains texts dating for the most part to the era of Arab rule in Spain, is divided in sections by topic (Grammatica, Rhetorica, Ethica, Medica, Historia naturalis, etc.) and is accompanied by a very clear index. Presented in sumptuous graphics, it is the first book with Arabic characters printed in Spain. Arabic manuscripts, largely by Spanish Muslim authors as well as some by Jews writing in Arabic or Greek authors in translation, in the library of the Escorial outside Madrid. The descriptions are organized in sections by subject, with a comprehensive index. Rare key work of Spanish scholarship in the Age of Enlightenment and the first book with Arab types printed in Spain, \u201ca wonderfully able piece of printing\u201d (D. B. Updike). Spanish and Arab culture share a long history one of the early scholars eager to preserve that heritage was the Lebanese Christian Maronite Michel or Miguel Casiri (Gharcieh al-Ghaziri). After he had studied and lectured at Rome he went to Madrid in 1747\/48 where he was recommended to King Ferdinand VI to act as a scholar of all things Arab at the royal library, but became a member of the Escorial library which contained a very large collection of Arabic manuscripts, many dating from the period of Islamic dominion in Spain.<\/p>\n<p><strong>A* 53: Ernst Haeckel: <\/strong><strong>Kunstformen der Natur<br \/><\/strong>Leipzig 1904<br \/>Mit\u00a0 spektakul\u00e4ren Lithographien verschiedener Tiere, vor allem Meeresgetier. Darunter ist auch eine Qualle, die der Naturforscher Haeckel nach seiner Frau benannt hatte (Cyanea annasethe), was offenbar als Kompliment gedacht war.<\/p>\n<p><strong>A* 91: Georg Ebers: Aegypten in Bild und Wort<br \/><\/strong>Stuttgart 1879.<br \/>Zweib\u00e4nder mit prachtvollem Einband in goldgepr\u00e4gtem Halbleder mit Zierperlen.<\/p>\n<p><strong>A* 204: <\/strong><strong>&#8220;Les Mosqu\u00e9es du Caire&#8221;<br \/><\/strong>Paris 1932<br \/>Das Buch ist eine Beschreibung mit Pl\u00e4nen und Fotos von \u00fcber 400 Moscheen Kairos &#8211; eine extrem wertvolle Quelle f\u00fcr die &#8220;Kirchengeschichte&#8221; Kairos also. Die alten Fotos zeigen Geb\u00e4ude, Strassenz\u00fcge und Szenen aus einer l\u00e4ngst verschwundenen Zeit. Der Zweib\u00e4nder kam 1966 als Geschenk in die Stabi, in einem Jahr, in dem mehrere Schaffhauser:innen gr\u00f6ssere Buchspenden t\u00e4tigten (Quelle: Jahresbericht). Mehr liess sich leider nicht herausfinden. In der Schweiz ist das Buch nur in wenigen Bibliotheken vorhanden, typischerweise in den Bibliotheken orientalischer Seminare oder Institute von Unis, z.B. auch der UZH.<\/p>\n<p><strong>A* 236: Georg Hirth: Das deutsche Zimmer<br \/><\/strong>M\u00fcnchen 1886.<br \/>Ein sehr deutsches Buch des Journalisten, Statistikers und Kunstliebhabers Georg Hirth. Es ist die Hoch-Zeit des Nationalismus, alle europ\u00e4ischen Staaten schauen voller Bewunderung auf ihre glorreiche Vergangenheit. Hirth tut es hier mit einem Blick auf das, modern gesprochen, Innendesign. Er zieht aber auch Lehren f\u00fcr die Gegenwart: nicht umsonst heisst der Untertitel &#8220;Anregungen zu h\u00e4uslicher Kunstpflege&#8221;. Sehr h\u00fcbsch das Motto oben rechts auf dem Titelblatt: &#8220;Kunst bringt Gunst&#8221;.<\/p>\n<p><strong>A* 382: Sammlung Henri Moser-Charlottenfels<br \/><\/strong>Wien 1912<br \/>Sehr seltene Monographie \u00fcber die Sammlung orientalischer Waffen und R\u00fcstungen von Henri Moser. Das vorliegende Exemplar in deutscher Sprache ist die Nr. 101 einer kleinen Auflage von 125 deutschen Exemplaren (Gesamtauflage: 300 St\u00fcck). Die herausragenden Tafeln, die von der Wiener Hofdruckerei in Farbe gedruckt wurden, zeigen au\u00dfergew\u00f6hnliche St\u00fccke aus Mosers kostbarer, \u00fcber 1.300 Waffen umfassender Sammlung. Der Schweizer Kaufmann und Kunstm\u00e4zen Henri Moser auf Charlottenfels (1844-1923) verliess Schaffhausen im Alter von 23 Jahren und begann eine Reise durch Asien. Auf seinen Expeditionen sammelte er zahlreiche Kunstwerke, Waffen, R\u00fcstungen und Jagdtroph\u00e4en. Seine bemerkenswerte Sammlung wurde in verschiedenen Museen in Europa ausgestellt. In h\u00f6lzerner Schmuck-Kassette. In der Schweiz sonst nur noch an der NB vorhanden und offenbar in \u00d6sterreich nicht (?).<\/p>\n<p><strong>AA 42: Jean Mabillon, Iter Germanicum. <\/strong><strong>Hamburg 1717.<br \/><\/strong>Reisebeschreibung des frz. Philosophen. Seine Reise diente dazu, in Archiven zu forschen und mittelalterliche Handschriften f\u00fcr die k\u00f6nigliche Bibliothek, die heutige Biblioth\u00e8que nationale de France in Paris, zu erwerben.<\/p>\n<p><strong>AA 59 und AA 61: Zwei bedeutende ungarische Bibliothekskataloge<br \/><\/strong>AA 59: Bibliothekskatalog 1796-1800 des Grafen Teleki von Sz\u00e9k (1739-1822), dessen Sammlung 1826 den Grundstock der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften bildete. Selten, uns fehlt Band 3. AA 61: Bibliothekskatalog 1799-1807 der B\u00fcchersammlung des Grafen Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, dem Gr\u00fcnder der ungarischen Nationalbibliothek.\u00a0Beide B\u00e4nde sind wichtige fr\u00fche Hungarica. Sie stammen aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>AA 60a: Catalogus Novus Nundinarum ver nalium Francofurti&#8230; anno 1589&#8230; librorum<br \/><\/strong>Frankfurt 1589.<br \/>Fr\u00fcher Katalog zur Frankfurter Herbstmesse. Georg Willer, Buchh\u00e4ndler in Augsburg gab 1564 den ersten Katalog f\u00fcr die Frankfurter Messe heraus, womit ein allgemeiner Aufschwung des Buchhandels begann. Von da an liess er immer zur Fasten- und Herbstmesse je einen Katalog herstellen. Diese Kataloge revolutionierten als die ersten Verkaufskataloge im eigentlichen Sinn den gesamten Buchhandel. &#8220;Before that date printers visiting the fair must have had to write out by hand countless lists of new books to send to their customers: thereafter they could send copies of the fair catalogue to the local booksellers all over Europe, who in turn passed them on to their customers. The fair catalogue was a co-operative effort: the printers coming to the fair sent in advance title-pages of the books they were bringing, so that Willer could arrange them in subject order before printing his catalogue &#8221; (Pollard\/Ehrman). &#8220;(These) catalogues represent the first international bibliographies of a periodic character, attempting to list every six months all new publications issued in Europe, and they can be considered the prototype of today&#8217;s Books in Print. The books are arranged by subject; for the first time, place, publisher, and date are always mentioned&#8221; (Breslauer\/Folter). Solche fr\u00fchen Kataloge sind selten.<\/p>\n<p><strong>AA 93:\u00a0Notices et Extraits des manuscrits de la Biblioth\u00e8que du Roi.<br \/><\/strong>Paris 1787-1838.<br \/>Diese Reihe ist ein Verzeichnis von Handschriften der k\u00f6niglichen Bibliothek in Paris, dem Vorl\u00e4ufer der heutigen Biblioth\u00e8que nationale de France. Sie ist aber nicht nur ein Katalog, sondern enth\u00e4lt auch Texteditionen und Abbildungen, sollte sie doch den Reichtum der k\u00f6niglichen Handschriftensammlung zeigen. Beim Bibliographieren dieser B\u00fccher wird man auf dem Titelblatt f\u00fcr einmal mit der Weltgeschichte konfrontiert. Denn mitten in der Publikation der ersten B\u00e4nde geschah die franz\u00f6sische Revolution. 1785 hatte Ludwig XVI acht Forscher beauftragt, die Manuskripte seiner Bibliothek bekannt zu machen: Drei sollten sich dem Studium der orientalischen Manuskripte widmen, zwei dem Studium der griechischen und lateinischen Manuskripte und drei die Handschriften mit Bezug zur Geschichte Frankreichs, insbesondere des Mittelalters, herausgeben. Dabei sollten sie auch Dokumente anderer Bibliotheken und Sammlungen integrieren. Jedoch bekommt die Sammlung nach drei k\u00f6niglichen B\u00e4nden die revolution\u00e4ren Ereignisse zu sp\u00fcren: Der 1791 begonnene Druck von Band 4 wird 1792 unterbrochen. Frankreich wird Republik, 1793 werden der K\u00f6nig und Marie-Antoinette hingerichtet, im Jahr darauf ihr Verfolger Robespierre. Krieg und B\u00fcrgerkrieg ersch\u00fcttern Frankreich. Erst im Jahr 7 der revolution\u00e4ren Zeitrechnung (1798\/99) wird Band 4 schliesslich gedruckt. Aus der Imprimerie Royale ist die Imprimerie de la R\u00e9publique geworden, die Bibliothek selber ist nicht mehr &#8220;du Roi&#8221;, sondern &#8220;Biblioth\u00e8que Nationale&#8221;. Die Bandz\u00e4hlung aber hielten die Herausgeber durch &#8211; auch als Napoleon sich 1804 zum Kaiser kr\u00f6nte. Dies machte die Bibliothek zur &#8220;Biblioth\u00e8que Imp\u00e9riale&#8221; und die Druckerei zur ebensolchen. Zwei B\u00e4nde kamen so f\u00fcr Napoleon zusammen, tome 8 und 9. Nach Waterloo und Napoleons Sturz 1815 wurde in Frankreich wieder die alte Monarchie installiert\u00a0 &#8211; Ludwig\u00a0 XVIII, der Bruder Ludwigs XVI, \u00fcbernahm das Ruder. Und so wurde auch die Bibliothek wieder zur Biblioth\u00e8que du Roi, und ab Band 10 erschienen sie wieder in der guten alten Imprimerie Royale &#8211; eine Revolution und ein Kaiserreich sp\u00e4ter. Die B\u00fccher, sch\u00f6n gebunden, stehen auf der Galerie \u00fcber dem Vestib\u00fcl. Die Reihe selber wurde bis in die 1960er Jahre fortgesetzt, wir scheinen aber nur die ersten 13 B\u00e4nde der turbulenten Zeit um 1800 zu haben.<\/p>\n<p><strong>AC 4: Ueber georgianische Litteratur (Alter)<br \/><\/strong>Wien 1798<br \/>Abhandlung \u00fcber Manuskripte und gedruckte B\u00fccher georgischer Sprache. Enth\u00e4lt eine Tabelle des georgischen Alphabets sowie eine Bibliographie des Autors, des schlesischen Jesuiten und Altphilologen Franz Karl Alter (1749\u20131804). Selten; in der Schweiz sonst nur in der ZB Z\u00fcrich. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>Konversationslexika des 19. und 20. Jahrhunderts<br \/><\/strong><strong>Brockhaus:\u00a0<\/strong>AB 44c: 12 B\u00e4nde, 7. Aufl. 1830.\u00a0AB 44d: 4 B\u00e4nde, 1832 (&#8220;neuste Zeit&#8221;).\u00a0AB 44a: 15 B\u00e4nde, 9. Auflage 1843.\u00a0AB 84: 16 B\u00e4nde, 13. Auflage 1882.\u00a0AA 321: Neue Brockhaus, 4 B\u00e4nde 1936 (bereits mit nationalsozialistischem Einschlag). <strong>Meyer: <\/strong>AC 35: 1897<\/p>\n<p><strong>AD 26: Christoph Heinrich Berger: Commentatio de personis (Von der Carnavals-Lust)<br \/><\/strong>Frankfurt 1723<br \/>First and only Edition of this interesting work on the theater of Antiquity &#8211; the engraved plates by Johann Georg Wolffgang (1662-1744) show masks and costumes known to be used in the six plays of Terence (Andria, Eunuchus, Heautontimoroumenos, Adelphi, Phormio and Hecyra), deriving from the famous Terence manuscript now known as Vaticanus 3868 (see K.E. Weston, &#8220;The Illustrated Terence MSS&#8221; in: Harvard Studies in Classical Philology XIV, 1903). The work, an expansion of Berger&#8217;s Dissertatio de jure personarum (1720), refers to more than 360 authors listed by name, &#8220;quorum scripta et sententiae in primis in hac commemoratione referuntur.&#8221; Berger (1687-1737) examines the art of Theatrical Performance and the concepts of Satire and Comedy through the ages. There is a chapter on Carnival decrees and prohibitions, mainly issued by German princes (these texts are in German).<\/p>\n<p><strong>AD 27: Bibliotheca chalcographica<\/strong>, h. e. clarorum virorum imagines<br \/>Heidelberg 1669.<br \/>Neunteiliges Portr\u00e4twerk von Jean-Jacques Boissard und Theodor de Bry. Die Sammlung von 438 Gelehrtenbildnissen (die Reihenfolge der Portr\u00e4ts ist im Ganzen unsystematisch) dr\u00fcckt das Selbstverst\u00e4ndnis von Humanisten und Reformatoren aus. Sie verdankt ihre Entstehung dem Humanisten Jean-Jacques Boissard (1528-1602) aus Besan\u00e7on. Er begleitete schon fr\u00fch seinen Onkel, den Humanisten Hugues Babet (Hugo Babelus, 1474-1556), der als Privatlehrer junger Adliger viele Universit\u00e4ten Europas besuchte. Boissard hielt sich dann zu mehrj\u00e4hrigen Studien in Italien auf, wurde Hauslehrer und Hofmeister junger Adliger und konnte mit diesen seine akademische Wanderschaft fortsetzen. So lernte er viele Gelehrte pers\u00f6nlich kennen, sammelte Bildnisse und biographische Nachrichten und portr\u00e4tierte als gewandter Zeichner viele Gelehrte auch eigenh\u00e4ndig. Mit dem Kupferstecher und Verleger Theodor de Bry (1528-1598), der als Kalvinist seine Heimatstadt Antwerpen verlassen und sich in Frankfurt a.M. niedergelassen hatte, gab er 1597-1598 100 Gelehrtenviten mit Kupferstichportr\u00e4ts heraus. Die S\u00f6hne Johann Theodor de Bry (1561-1623) und Johann Israel de Bry (vor 1570-1611) setzten zusammen mit dem Frankfurter Literaten Johann Adam Lonicer das Werk fort (Teil 3 und 4: 1598\/99). Bis 1664 wuchs die Portr\u00e4tgalerie in Buchform auf 9 Teile mit insgesamt 438 Bildnissen an. 1669 folgte eine Gesamtausgabe, in die Restauflagen des 8. und 9. Teils (von 1652 und 1664) eingef\u00fcgt wurden. Als Kupferstecher und teils auch Verleger folgten den Br\u00fcdern de Bry Sebastian Furck (um 1600-1655; Mitarbeit am 6. Teil, 1628), Klemens Ammon (Schwiegersohn von Joh. Th. de Bry; Teil 7 und 8, 1650-1652) und Mathias van Somer aus Holland (Teil 9, 1664). Die Auswahl der dargestellten Personen spiegelt die reformierte Richtung der Urheber, ist jedoch nicht engherzig auf Konfessionsgenossen beschr\u00e4nkt. Einige P\u00e4pste sind als gelehrte Schriftsteller ber\u00fccksichtigt, ebenso F\u00fcrsten wie z.B. Moritz der Gelehrte, Landgraf von Hessen-Kassel (1572-1632), dessen Privatlehrer Boissard gewesen ist. Die Lebens\u00e4hnlichkeit der Portr\u00e4ts wird durch die Titelformulierung <em>ad vivum effictae<\/em> betont. Die k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t der Bildnisse ist unterschiedlich. In den fr\u00fcheren Teilen wird dank der Zeichnungen Boissards und der Kunstfertigkeit der Kupferstecher de Bry ein hohes Niveau erreicht. In den sp\u00e4teren Teilen finden sich Bildnisse geringerer Qualit\u00e4t. Hierf\u00fcr d\u00fcrften auch die N\u00f6te des Dreissigj\u00e4hrigen Krieges verantwortlich sein.<\/p>\n<p><strong>AD 30<\/strong>: <strong>Leonardo da Vincis Traktat von der Mahlerey<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg, Weigel 1724 mit vielen Ill.<br \/>Erste deutsche Ausgabe des oft \u00fcbersetzten theoretischen Hauptwerks Leonardo da Vincis. &#8220;Il pittore B\u00f6hm ha il merito d&#8217;aver fatto conoscere in Germania il &#8216;Trattato&#8217;. La sua &#8216;Vita di Leonardo&#8217;, che occupa sedici pagine, \u00e8 un buon compendio delle notizie date dal Vasari, dal F\u00e9libien, dal Sandrart e da altri&#8221; (Verga). Unter Neuordnung der Kapitel aus der 1651 erschienenen ersten italienischen und ersten franz\u00f6sischen Ausgabe \u00fcbersetzt. &#8211; Der Trattato della pittura (deutsch <em>Traktat \u00fcber die Malerei<\/em>, auch als Codex Urbinas oder Codex Urbinus Latinus 1270 bekannt) ist eine Sammlung von Schriften Leonardo da Vincis (1452\u20131519), in denen er sich mit grunds\u00e4tzlichen und technischen Problemen der Malerei auseinandersetzt. Leonardo hatte die Texte mit wenigen knappen, erl\u00e4uternden Zeichnungen versehen. F\u00fcr die gedruckte Ausgabe stellte der Maler Nicolas Poussin (1594\u20131665) neunzehn lavierte Federzeichnungen her. Die Zeichnungen Poussins wurden von Charles Errard (vor 1607\u20131689) in einer leicht ver\u00e4nderten, dem Zeitgeschmack angepassten narrativen Form gestochen. &#8211; Goethe studierte Leonardo da Vincis Traktat \u00fcber die Malerei und begann ebenso zu behaupten, das Blau entstehe aus dem Schwarz.<\/p>\n<p><strong>AD 44: Johann Jakob Engel: Ideen zu einer Mimik<br \/><\/strong>Berlin 1785<br \/>First edition of Engel&#8217;s charmingly illustrated guide to the aesthetics of dramatic expression in the form of letters. The expressive engravings by Meil illustrate feelings and emotions, attitudes, and dramatic situations. They show clearly how gestures of the eyes, head and hands were combined to convey specific emotions. Engel&#8217;s Ideen zu einer Mimik met with Europe-wide acclaim, and appeared also in French, English, Dutch and Italian translations. Solomon describes this work as a prime example of the newly found interest in the study of acting technique in the late eighteenth century, and an invaluable help to recreate how each movement looked on stage. Engel&#8217;s findings were well received especially in Britain, where Henry Siddons&#8217; &#8216;Practical Illustrations of Rhetorical Gesture and Action&#8217; (1807) was virtually an adapted translation of Engel&#8217;s work. As illustrations Siddons depicted his mother, the well-known Shakespearean actress Sarah Siddons, whose performances were characterised by telling gestures. Engel (1741-1802) was professor of moral philosophy at the Joachimsthal gymnasium, Berlin, a member of the Academy of Sciences Berlin, and director of the newly founded National Theatre in Berlin. In addition to numerous plays, which met with considerable success, he was best known for his books on aesthetics, in particular music aesthetics. For a full analysis, see Nicholas Solomon, Signs of the time: a look at late 18th-century gesturing in Early Music, Vol. 17, No. 4, The Baroque Stage I (Nov., 1989), pp. 551-562; D. Tunstall, Shakespeare and Gesture in Practice, 2016<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;3.2 B: Biographien und Briefausgaben&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 3.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 3.2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 3.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>3.2 B: Biographien und Briefausgaben<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 3.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Zusammengestellt unter den Signaturen <strong>BA<\/strong> bis <strong>BC<\/strong> und <strong>B*<\/strong> sind rund 1040 Titel. Zu finden sind hier Gelehrtenlexika, Werke zu Ber\u00fchmtheiten (z.B. Girolamo und Vincenzo Ruscellis <em>Le imprese<\/em> <em>illustri<\/em>, Venedig 1566, <strong>BA 38<\/strong>), Nachschlagewerke \u00fcber Pers\u00f6nlichkeiten einzelner L\u00e4nder, Schriften zu Universit\u00e4ten (G\u00f6ttingen und Leiden) und anderen Institutionen ebenso wie\u00a0 Biographien (z.B. <em>La Vie de Mr. Des-Cartes<\/em> von Adrien Baillet, Paris 1693, <strong>BB 45<\/strong>), Tageb\u00fccher und Briefeditionen einzelner Fachgelehrter (z.B. <em>Briefe an<\/em> <em>einen Freund in Livland<\/em> von Joachim Winckelmann, Coburg 1784, <strong>BC 84<\/strong>), F\u00fcrsten und anderer (z.B. <em>Geschichte der<\/em> <em>Hofnarren<\/em> von Karl Friedrich Fl\u00f6gel, Liegnitz 1789, <strong>BB 79<\/strong>). Sammlungen von Reden und Reisebeschreibungen fehlen ebensowenig wie gelehrte Journale (z.B. <em>Neues und Altes aus der gelehrten Welt<\/em>, 12 Tle., Z\u00fcrich 1717-1720, <strong>BC<\/strong> <strong>1<\/strong>). Verschiedene biographische Werke stehen auch unter anderen Sachgruppen.<\/p>\n<p><strong>BA 18 und PTSS 3: Nicolaus Reusner: Icones sive imagines virorum\u2026<br \/><\/strong>Strassburg 1587 (BA) und Basel 1589 (PTS).<br \/>Ein hervorragendes deutsches Holzschnittbuch mit einer sch\u00f6nen Sammlung von Portr\u00e4ts nach Christoph Murer (1558-1614). Eine wichtige Quelle f\u00fcr die Ikonographie der Gelehrsamkeit des 16. Jahrhunderts, die in diesem biographischen Lexikon des deutschen und schweizerischen Humanismus Theologen, Reformatoren, Historiker, Geographen, Mediziner, Naturwissenschaftler und Drucker erfasst. Unter den meist authentischen Portr\u00e4ts finden sich so ber\u00fchmte Gelehrte wie Amerbach, Apian, Brant, Bucer, Bud\u00e9, Bugenhagen, Bullinger, Calvin, Kopernikus, Cruciger, Erasmus. Gesner, Eobanus Hessus, Hus, Hutten, Justus Jonas, Lazius, Luther, Oecolampadius, Oporinus, Melanchthon, Sebastian M\u00fcnster, Paracelsus, Pirckheimer, Beatus Rhenanus, Savonarola, Schwenckfeld, Vadian, Vesalius, Zasius und Zwingli.Die Zuschreibung dieser Portr\u00e4ts zu TobiasStimmer ist nicht nur aus stilistischen Gr\u00fcnden widerlegt worden &#8211; Stimmer war bereits drei Jahre tot, als sie erstmals ver\u00f6ffentlicht wurden (1587); nur die Portr\u00e4ts von Mathias Flaccius Illyricus und Paracelsus sind gesichrert nach ihm, die sp\u00e4teren offenbar nach Christoph Murer). Reusner, ein deutscher Dichter, Historiker und Jurist, stellte seine urspr\u00fcnglichen epigraphischen Portr\u00e4ts zusammen und erg\u00e4nzte sie durch Bemerkungen, die er von anderen wie Luther, Melancthon und Fabricus gesammelt hatte. Reusners Ruhm und damit sein Zugang zu den Koryph\u00e4en seiner Zeit resultierte aus seiner Serie von Versen f\u00fcr die Mitglieder des Augsburger Reichstags.<\/p>\n<p><strong>BA 38: Girolamo Ruscelli: Le imprese illustri<br \/><\/strong>Venedig, Francesco Rampazetto, 1566<br \/>Gegen 140 Vignetten, 1 doppelseitiges Blatt mit einer Schlachtenszene des Kupferstechers Enea Vico aus Parma, Stiche von Giacomo Franco oder wahrsch. Girolamo Porro. Erstausgabe von besserer Qualit\u00e4t als sp\u00e4tere Ausgaben. Eines der sch\u00f6nsten Emblem-Buche des 16. Jhs, und eines der sch\u00f6nsten ital. B\u00fccher der Zeit. In drei Teilen, gewidmet Philipp II. Grosse Pers\u00f6nlichkeiten der Weltgeschichte in Text und Bild, darunter Philip II, Karl V, Maximilian II, Katharina von Medici, Papst Clement IV. Das Buch wurde der Stadtbibliothek 1645 von Johann Jakob Oschwald geschenkt. Selten; UB Basel und BC Lugano haben die Ausgabe von 1580, Luzern eine undatierte.<\/p>\n<p><strong>BB 28: Vita Tychonis Brahei von Pierre Gassendi<br \/><\/strong>Paris 1654 (Erstausgabe)<br \/>Enth\u00e4lt auch Gassendis Biographie des Regiomontanus und des Kopernikus. Seltene Ausgabe, in der Schweiz nur wir. Der d\u00e4nische Astronom Tycho Brahe geh\u00f6rt zu den ber\u00fchmtesten fr\u00fchneuzeitlichen Wissenschaftlern. Diese erste und umfangreiche erste Biographie durch denTheologen und Astronomen Pierre Gassendi erschien 50 Jahre nach Brahes Tod. Die eigentliche Biographie wird von einer beeindruckenden Anzahl von Paratexten begleitet. Ein einleitender Brief an Gassendis Freund und M\u00e4zen Henri Louis Habert de Montmor erl\u00e4utert zun\u00e4chst die Entstehungsgeschichte des Werkes und geht dann auf eine Geschichte der Astronomie ein, deren Entwicklung in Brahe gipfelt. Darauf folgt die eigentliche Vita in chronologischer Abfolge. Das sechste und letzte Buch sechs ist Brahes Aussehen, seinem Charakter, seinen Gewohnheiten, seinem Begr\u00e4bnis und seinem materiellen wie intellektuellen Verm\u00e4chtnis gewidmet. Unter letzteren nehmen seine posthum herausgegebenen B\u00fccher und die von ihm entworfenen astronomischen Instrumente einen wichtigen Platz ein. Nach der Vita folgt eine Grabrede von Johann von Jessen und zwei Grabelegien, die erste von Johannes Kepler. Danach folgt ein Rezept Brahes f\u00fcr ein Elixier gegen die Pest in Form eines Briefes an Rudolf II., gefolgt von einem weiteren Brief, einer Liste von Sternen und einem Gedicht. Danach steht eine etwas k\u00fcrzere Biographie von Kopernikus und einer Doppelbiographie von Peuerbach und Regiomontanus. Damit stellt das Buch die vier wichtigsten Astronomen von der Fr\u00fchrenaissance bis 1600 in umgekehrt chronologischer Reihenfolge vor. Gassendi griff auf umfangreiches Quellenmaterial zur\u00fcck, von dem einiges &#8211; insbesondere zahlreiche Briefe und Gedichte w\u00f6rtlich zitiert wird. Seine Biographie wurde zur Grundlage aller nachfolgenden Darstellungen des d\u00e4nischen Astronomen bis zum heutigen Tag.<\/p>\n<p><strong>BB 55: Inscriptiones vel Tituli Theatri Amplissimi<\/strong><br \/>M\u00fcnchen 1555.<br \/>Der vierte Text in einem kleinen Sammelband mit auf die bayrische Stadt Ingolstadt bezogenen Texten (u.a. einem Bericht \u00fcber eine \u00dcberschwemmung der Donau 1564) stammt von dem belgischen Autor Samuel Quicheberg (1529-1567) und ist einer der fr\u00fchesten Texte \u00fcber die Museumslehre. Diese erste Theorie mit praktischer Anleitung zu Aufbau und Pr\u00e4sentation der Objekte in einem Museum steht in enger Verbindung mit der M\u00fcnchner Kunstkammer, die zur gleichen Zeit gebaut wurde. Quichebergs Leistung besteht darin, die klassischen Bereiche der Kunst- und Wunderkammer zu einer Einheit zu verbinden, die den Begriff Museum rechtfertigt. Sein Traktat zeigt, dass die Kunstkammer des sp\u00e4ten 16. Jahrhunderts nicht nur eine Ansammlung von Kuriosit\u00e4ten war, sondern das Bem\u00fchen von Gelehrten widerspiegelt, die nach der Ordnung von Welt und Natur, einer Ordnung des Wissens suchen.<\/p>\n<p><strong>BB 111: Friedrich Sigemund Keil: Das Leben Hanss Luthers und seiner Ehefrau Margarethen Lindemannin<br \/><\/strong>Leipzig 1752.<br \/>Offenbar in der Schweiz sonst nicht vorhanden, in Deutschland selten.<\/p>\n<p><strong>BB 112: Ausf\u00fchrliches Leben und besondere Schiksale eines wilden Knaben<br \/><\/strong>Frankfurt und Leipzig 1759<br \/>In der Schweiz nur bei uns, Deutschland selten. Es ist die haarstr\u00e4ubende Geschichte eines Findelkinds: Im Sommer 1756 besucht der &#8220;bekannte Physicus zu Edinburg, Milsintown&#8221; die schottischen Insel Barra, um naturkundliche Studien dort zu betreiben; er sieht ein wie einen Hund sich bewegendes Wesen, das bald eingefangen wird und sich als &#8220;Knabe von 14 bis 15 Jahren&#8221; und &#8220;nakend, schwarz und zottigt am Leibe&#8221; entpuppt. Der Junge gibt nur tierische Laute von sich und ern\u00e4hrt sich ausschlie\u00dflich von rohem Fleisch. Bei genauerer Untersuchung zeigt sich, dass der Junge ein entwichener Sklave sein muss; am Hintern hat er ein Brandzeichen und in den Ohren L\u00f6cher. Das Gesicht wird als grauenhaft h\u00e4sslich beschrieben, entstellt von Narben, der Mund sei &#8220;einem L\u00f6wenrachen \u00e4hnlich&#8221;. Bei dem Versuch ihm durch eine fehlgeschlagene Operation sein Sprachverm\u00f6gen zur\u00fcckzugeben, werden die Entstellungen noch schrecklicher. Der spanische Kaufmann Don Josepho Valverde kl\u00e4rt den &#8220;Entdecker&#8221; des Wilden Kindes \u00fcber dessen Herkunft auf. Das Kind sei von vornehmer Herkunft, sein Vater ehemals &#8220;der oberste Sklave bey dem Holl\u00e4ndischen Commandanten&#8221; in Cura\u00e7ao, der aber als Anf\u00fchrer eines Sklavenaufstandes von den spanischen Herrschern grausam get\u00f6tet worden sei. Dessen Frau sei w\u00e4hrend des Aufstandes mit dem Kind geflohen, auf Barra gelandet und dort bald verstorben. Der Knabe sei auf der einsamen Insel wie ein wildes Tier aufgewachsen. Bald verstirbt der Eduard genannte Junge im Gewahrsam des Dr. Milsintown, der mit der Leiche seine naturwissenschaftlichen Pl\u00e4ne weiterverfolgt: &#8220;Sein Cadaver stehet nun auf dem grossen Saal der anatomischen Akademie zu Edenburg, und erh\u00e4lt noch sein Angedenken.&#8221; &#8211; \u00a0Die Geschichte bedient alle Stereotypen des in der Zeit beliebten &#8220;Wilden Kindes&#8221;, man denke an Kaspar Hauser, und schreibt sich ein in die typische Erz\u00e4hlung der Aufkl\u00e4rungszeit vom &#8220;Wilden&#8221; und der Zivilisierung. Der sicherlich deutsche Autor wollte vielleicht an den Erfolg eines im selben Verlag erschienenen Werkes \u00fcber das &#8220;Wolfskind&#8221; Marie-Ang\u00e9lique Le Blanc ankn\u00fcpfen ((BB 113: Merkw\u00fcrdiges Leben und Begebenheiten eines in der Wildniss aufgewachsenen M\u00e4dgens von Charles-Marie de\u00a0La Condamine, 1756, Schweiz ebenfalls nicht vorhanden). Im Vorwort werden ein schottisches Originalwerk und eine franz\u00f6sische \u00dcbersetzung erw\u00e4hnt. Beide sind nicht ermittelbar und mit hoher Wahrscheinlichkeit fiktive Werke.<\/p>\n<p><strong>BB 620: Unio Coelestis (Vita des Thomas von Aquin)<br \/><\/strong>Wien 1677<br \/>Autor: Anton Trarich. Mit Kupfern von Tobias Sadeler. In der Schweiz sonst nicht vorhanden, Deutschland nur BSB und Wolfenb\u00fcttel.<\/p>\n<p><strong>BB 692a: Historia B. Lutheri<br \/><\/strong>Augsburg 1730<br \/>Mit Kupfern aus dem idealisierten Leben Luthers. In der Schweiz offenbar nur bei uns, in Deutschland nicht besonders selten. Kupferstiche von Elias Baeck alias Heldenmuth. Autor Samuel Urlsperger?<\/p>\n<p><strong>BB 753: Leben des Johann Hus<br \/><\/strong>Kempten 1773.<br \/>Sehr selten, offenbar nur noch in der Bayrischen Staatsbibliothek.<\/p>\n<p><strong>BC 14: Orationes clarorum hominum<br \/><\/strong>Venedig 1559.<br \/>Erste Ausgabe einer Sammlung von Leichenreden. Eine der wenigen Aldinen, die unter dem Druckvermerk &#8220;In Academia Veneta&#8221; erschienen.<\/p>\n<p><strong>BC 25: Lettere des Pietro Aretino<br \/><\/strong>o.O. 1543, seconda edizione<br \/>In der Schweiz sonst nicht vorhanden.\u00a01538 ver\u00f6ffentlichte Aretino den ersten Band einer sechsb\u00e4ndigen Sammlung von mehr als dreitausend seiner Briefe, die als gedruckte Einzelst\u00fccke schon \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich waren. Aretino verfasste seine Briefe in der Volkssprache\u00a0<em>volgare<\/em>. Sie ist die erste gedruckte Sammlung von Briefen einer lebenden Person auf italienisch und inspirierte eine Flut von Nachahmern. Sein Briefwechsel mit den Grossen seiner Zeit dokumentiert eine Periode des tiefgreifenden sozialen Wandels in Italien, gepr\u00e4gt von kriegerischen Auseinandersetzungen politischen Verwerfungen und Unsicherheit. Aretinos ist ein direkter, unbefangener, mitunter zynischer Briefeschreiber, der durch seine wache und engagierte Anteilnahme am politischen Geschehen, an Kunst und Literatur, an Klatsch Intrigen ein facettenreiches Bild seiner Zeit malt.<\/p>\n<p><strong>B* 1: Fuggerorum et Fuggerarum\u2026 imagines<br \/><\/strong>Augsburg, Andreas Aperger, 1618.<br \/>In kleiner Auflage erschienene Kupferstichfolge, in der Tradition von Fuggerchronik und Ehrenbuch der Fugger. S\/w Druck mit Abbildungen und kurzen Lebensl\u00e4ufen von 138? Mitgliedern der Familie Fugger von der Lilie. Kupferstecher ist der Antwerpener Dominicus Custos, sp\u00e4tere Erg\u00e4nzungen sind von Lucas und Wolfgang Kilian. Die BSB hat ein koloriertes Unikat. In der Schweiz offenbar nur wir.<\/p>\n<p><strong>B* 2: Portraits des hommes illustres<br \/><\/strong>Leiden: Haak, 1757.<br \/>Sammlung von Portr\u00e4ts ber\u00fchmter M\u00e4nner (93?). K\u00fcnstler: Matthijs Pool aus Amsterdam (1676-1732). Gelehrte aller Art, ohne ersichtliche Ordnung, ohne Beschreibungen, Antike bis 18. Jh.<\/p>\n<p><strong>B* 3: Atrium heroicum (Dominicus Custos)<br \/><\/strong>Augsburg 1602-1604.<br \/>Vierteiliges Portr\u00e4tbuch. Eine Portr\u00e4tgalerie von F\u00fcrsten, Staatsm\u00e4nnern, Heerf\u00fchrern und Grosskaufleuten des 16. Jahrhunderts bietet der Kupferstecher und Verleger Dominicus Custos in seinem &#8220;Atrium heroicum&#8221;. Der Kupferstich erweist sich als das geeignete Mittel, lebens\u00e4hnliche Portr\u00e4ts in hoher Auflage herzustellen und in der handlichen Form des Buches zu verbreiten, als eine Art &#8220;Who is Who&#8221;. Das Gravieren in die Kupferplatte erfordert neben hohem handwerklichen K\u00f6nnen und grosser Geduld auch die k\u00fcnstlerische F\u00e4higkeit, die zeichnerischen bzw. malerischen Ausdrucksmittel der Vorlage in graphische Formen umzusetzen. Von einer Kupferplatte k\u00f6nnen bis zu 400 Abz\u00fcge guter Qualit\u00e4t und nach einer Nachbearbeitung der Platte noch einmal so viele hergestellt werden &#8211; genug, um die damals \u00fcbliche Auflagenh\u00f6he eines Buchs zu erreichen. Aus seiner Heimatstadt Antwerpen brachte Dominicus Custos (1550\/60-1612) die hochentwickelte Kunst des Kupferstichportr\u00e4ts nach Augsburg. In seiner Werkstatt arbeiteten seine Stiefs\u00f6hne Wolfgang und Lukas Kilian &#8211; der letztere (1579-1637) hat am &#8220;Atrium heroicum&#8221; bedeutenden (durch die Initialen L.K. gekennzeichneten) Anteil. Den erstaunlichen Umfang des in vier Teilen innerhalb von drei Jahren erschienenen &#8220;Atrium heroicum&#8221; konnte Custos nur durch den R\u00fcckgriff auf fr\u00fchere eigene und fremde Kupferstiche erreichen. So verwertete er seine Portr\u00e4tfolgen &#8220;Fuggerorum et Fuggerarum imagines&#8221; (1593) und &#8220;Tirolensium principum comitum eicones&#8221; (1599) erneut. F\u00fcr manche der im &#8220;Atrium heroicum&#8221; so zahlreich vertretenen Pers\u00f6nlichkeiten vom Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag dienten ihm Gem\u00e4lde des Hofmalers Hans von Aachen (1551\/52-1615) als Vorlage. Bei den Stichen ohne K\u00fcnstlerangabe d\u00fcrfte es sich um Nachstiche handeln. Einige Portr\u00e4ts weisen grosse \u00c4hnlichkeit zu Einzelbl\u00e4ttern des am Kaiserhof t\u00e4tigen Kupferstechers Aegidius Sadeler d.J. (Antwerpen 1570 &#8211; Prag 1629) auf. Die Kriterien f\u00fcr die Aufnahme in das &#8220;Atrium heroicum&#8221; waren nicht genau festgelegt. Der Titel erinnert an den r\u00f6mischen Brauch, im Repr\u00e4sentationsraum des Patrizierhauses w\u00e4chserne oder bronzene Gesichtsmasken der hervorragenden Ahnen aufzustellen, um die verpflichtende Erinnerung an deren Tugenden und Erfolge wachzuhalten. Custos ber\u00fccksichtigt nicht nur verstorbene und hochverdiente Pers\u00f6nlichkeiten: Der siebzehnj\u00e4hrige Prinz Johann Georg von Sachsen ist auf der R\u00fcckkehr von seiner Kavalierstour in Italien 1602 durch Augsburg gekommen und hat sich von Custos portr\u00e4tieren lassen. Auch die Zugeh\u00f6rigkeit zum Adel ist nicht Vorbedingung f\u00fcr die Aufnahme. \u00dcberwiegen auch die Zeitgenossen aus der 2. H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts, so sind doch nicht wenige \u00e4ltere Personen bis hin zu Georg Castriota (Skanderbeg, 1405-1468) abgebildet.<br \/>Bemerkenswert ist der weite geographische Rahmen: Neben dem Kaiserreich sind viele andere europ\u00e4ische und sogar einige orientalische Staaten vertreten. Nicht minder kennzeichnend f\u00fcr die rudolfinische \u00c4ra ist der unparteiische Standpunkt, der sich in den gestochenen Bildunterschriften und den beigedruckten Epigrammen zeigt. Konfession und Nationalit\u00e4t der Portr\u00e4tierten haben keinen Einfluss auf das Lob, das ihrer hohen Herkunft, ihrem edlen Charakter und ihren kraftvollen Taten gezollt wird. Lediglich die T\u00fcrken, gegen die der Kaiser gerade einen grossen Krieg f\u00fchrt, kommen schlecht weg. Marcus Henning aus Augsburg hat die sprachlich an Vergil angelehnten Verse verfasst. Man kennt von ihm noch zwei historische Schriften, aber keine Lebensdaten. Vermutlich stammen auch die Widmungen und Einleitungen von ihm; denn die von Custos gestochenen Bildaufschriften lassen mit ihren orthographischen und grammatischen Schnitzern nicht auf gute Lateinkenntnisse des K\u00fcnstlers schliessen. Das &#8220;Atrium heroicum&#8221; stellt ein w\u00fcrdiges Seitenst\u00fcck zu dem kurz zuvor erschienenen grossen Gelehrten-Portr\u00e4twerk der Frankfurter Kupferstecher und Verleger de Bry dar,: Icones virorum illustrium doctrina et eruditione praestantium, Ffm 1597-1599. Vgl. auch AD 27. <a href=\"https:\/\/www.uni-mannheim.de\/mateo\/desbillons\/eico.html\">https:\/\/www.uni-mannheim.de\/mateo\/desbillons\/eico.html<\/a>. In der Schweiz mehrfach vorhanden z.B. ZB Solothurn, UB Basel, Vadiana.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;4 C und D: Sammelschriften und Periodika, Quellen, Urkundenb\u00fccher<\/p>\n<p>&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 4&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>4 C und D: Sammelschriften und Periodika, Quellen, Urkundenb\u00fccher<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;4.2 D: Periodika&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 4.2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 4.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>4.2. D: Periodika<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 4.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Unter den Signaturen <strong>DA, DB, DC<\/strong> und <strong>D*<\/strong> stehen periodisch erschienene Ver\u00f6ffentlichungen wie gelehrte Journale, kritische und Literaturzeitungen sowie Zeitschriften. Sie umfassen an die 200 Titel, die in \u00fcber 3800 B\u00e4nde gebunden sind. Darunter etwa der <em>Neue B\u00fcchersaal der gelehrten Welt<\/em> (1710-1716, <strong>DB 3<\/strong>), die <em>G\u00f6ttingischen Anzeigen von gelehrten Sachen<\/em> (ab 1758, <strong>DB 12<\/strong>) oder die <em>Biblioth\u00e8que universelle et historique<\/em> (ab 1686, <strong>DC 2<\/strong>).<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;4.3. X, Y: Quellen, Urkundenb\u00fccher&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 4.3&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 4.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>4.3 X, Y: Quellen, Urkundenb\u00fccher<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 4.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>X, Y: Quellen, Urkundenb\u00fccher<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;5 Belletristik, Literatur (Signaturen E, F, G, H, J)&#8221; module_id=&#8221;Kapitel 5&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>5 Belletristik, Literatur (Signaturen E, F, G, H, J)<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.1. E: Deutsche Sprache und Literatur (Textausgaben und Sekund\u00e4rliteratur)&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.1&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.1 E: Deutsche Sprache und Literatur (Textausgaben und Sekund\u00e4rliteratur)<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 5.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Unter den Sachgruppen <strong>EA<\/strong> (Deutsche Literatur des Mittelalters, M\u00e4rchensammlungen), <strong>EB<\/strong> (Deutsche Literatur bis 1700), <strong>EC<\/strong> (Neue deutsche Literatur seit der Aufkl\u00e4rung), <strong>ED <\/strong>(Allgemeine deutsche Sprachwissenschaft [Linguistik] und Literaturgeschichte) und <strong>E*<\/strong> (diese im KGS) stehen etwa 1470 Werke. Davon haben 42 Werke Druckjahre aus dem 16.-17. Jh. Erw\u00e4hnenswert sind etwa <em>Das ander Buch<\/em> von Hans Sachs (Kempten 1613, in <strong>EB 2<\/strong>), <em>Der Welt Tummel- und Schauplatz, samt der bitters\u00fcssen Wahrheit<\/em> des Hofkanzlisten und Bibliothekars Aegidius Albertinus (M\u00fcnchen 1612, <strong>EB 1<\/strong>), Filip Zesens <em>Deutsch-lateinische Leiter zum hoch-deutschen Helikon <\/em>(3 Tle., Jena 1656, EB 20) und des mystischen Spiritualisten Quirinus Kuhlmanns <em>Der K\u00fchlpsalter<\/em> (3 Tle., Amsterdam 1685-1686, <strong>EC 201<\/strong>). Vorhanden sind auch die meisten Werke der Fr\u00fchaufkl\u00e4rer wie Barthold Heinrich Brockes (<em>Auszug der vornehmsten Gedichte aus<\/em> <em>dem irdischen Vergn\u00fcgen<\/em>, Hamburg 1739, <strong>EB 6<\/strong>),\u00a0 Friedrich Ludwig von Canitz (<em>Nebenstunden und unterschiedliche Gedichte<\/em>, Berlin 1719, <strong>EC 34<\/strong>), Christian Ludwig Liscov (<em>Sammlung satyrischer und ernsthafter Schriften<\/em>, Frankfurt a. M. 1739, <strong>EB 14<\/strong>) etc. Zu den seltenen Drucken z\u00e4hlen das <em>Formular- und Epistel-B\u00fcchlein<\/em> (Danzig 1675, <strong>EC 221<\/strong>) und die <em>Bremischen Gedichte<\/em> von Johann Heinrich Oest (Hamburg 1751, <strong>EC 185<\/strong>)<\/p>\n<p><strong>EB 5a: Lutherpredigt (&#8220;Von dem newen testament&#8221;)<br \/><\/strong>Basel, 1520. Selten.<\/p>\n<p><strong>EB5b: Kampfschrift gegen Luther (Sebastian Flasch)<br \/><\/strong>Ingolstadt 1582.<br \/>&#8220;Augenschainliche Erweisung auss des Dr. Martin Luthers aigenen B\u00fcchern und worten dass er kein heiliger Prophet Teutschlandts sondern ein rechter Unflat gewesen&#8221;. Flasch, urspr\u00fcnglich Lutheraner, rekonvertierte in hohem Alter zum Katholizismus. Selten.<\/p>\n<p><strong>EB 17: <\/strong>Sprichw\u00f6rtersammlung Sebastian Frank, 17. Jh.<\/p>\n<p><strong>EB 20<\/strong>: Zesen, Leiter zum hoch-deutschen Helikon<br \/>Recht selten.<br \/>Enth\u00e4lt auch &#8220;Baptistae Armati, Vatis Theolosi, Rettung der edlen teutschen Hauptsprache&#8221; des Johann Rist (Hamburg 1642), das in der Schweiz offenbar nur wir im Bestand haben.<\/p>\n<p><strong>EC 250d<\/strong>: Schillers Geisterseher. Ebda: Goethes Spottschrift G\u00f6tter, Helden und Wieland (2-. Aufl. 1774).<br \/>Selten<\/p>\n<p><strong>EC 251<\/strong>: Musenalmanach G\u00f6ttingen 1770er Jahre<br \/>winzig kleines Buch, in Kartonschuber. Vielleicht unser kleinstes Buch. Dagegen riesiges Format: E*17 Lexicon Heptaglotton.<\/p>\n<p><strong>EC 76: Goethes west-\u00f6stlicher Divan<br \/><\/strong>Unsere erste Ausgabe <strong>EC 76 und EC 76aa<\/strong> ist Stuttgart\/T\u00fcbingen: Cotta, 1828. Arabischer Kurztext am Schluss. Ebenso: sch\u00f6ne Ausgabe Berlin\/Stuttgart 1882\/89, EC 299 Bd. 85. In der Ausgabe Artemis\u00a0 1959 (EC 5917) ist das arabische Titelblatt der Erstausgabe von 1819 wiedergegeben (S.285); von Carl Ermer in Kupfer gestochen, lautet der arabische Text <em>Der \u00f6stliche Divan vom westlichen Verfasser. &#8211; <\/em>Goethes umfangreiche Gedichtsammlung ist inspiriert vom persischen Dichter und Mystiker Hafis und zeugt von Goethes philosophischem Interesse am Islam.<\/p>\n<p><strong>EC 4202: Laurentius Schn\u00fcffis: Mirantisches Fl\u00f6tlein<br \/><\/strong>Konstanz 1682<\/p>\n<p><strong>ED 6b: Ueber die Aehnlichkeit der hungarischen Sprache mit den morgenl\u00e4ndischen&#8230;<br \/><\/strong>Leipzig 1796. <br \/>In der Schweiz nur bei uns nachgewiesen, in Deutschland recht selten. Autor: Paulus Beregsz\u00e1si, Professor in Erlangen. Als Gegner der Theorie der finnisch-ugrischen Verwandtschaft versuchte er eine &#8220;prestigetr\u00e4chtigere&#8221; N\u00e4he des Ungarischen zum T\u00fcrkischen nachzuweisen. Bis heute kursieren falsche nationalistisch gepr\u00e4gte Ideen von der N\u00e4he des Ungarischen zum Sumerischen, Etruskischen oder Japanischen. Interessant in dem Zusammenhang auch <strong>ED 9: De vetere litteratura Hunno-Scythica<\/strong> exercitatio des lutherischen ungarischen Theologen und Historikers Matyas Bel (Leipzig 1718). Dieser versuchte in dem Werk die hebr\u00e4ischen Wurzeln des Ungarischen nachzuweisen, die beide einmal ein &#8220;skythisches&#8221; Alphabet verwendet h\u00e4tten. In der Schweiz haben diesen Titel neben uns nur die ZB Z\u00fcrich und die UB Genf.<\/p>\n<p><strong>ED 7: Sammelband<\/strong> mit Strassburger Dissertationen und Werken von Jeremias Oberlin<br \/>Strassburg, 1782. <br \/>Darin auch eine kurze Abhandlung von Oberlin \u00fcber Grabsch\u00e4ndung in der Strassburger Thomaskirche (N\u00e4here Auskunft \u00fcber die zween&#8230; Todtenk\u00f6rper&#8221;), die nirgends sonst nachgewiesen ist.<\/p>\n<p><strong>ED 21: Neue holl\u00e4ndische Grammatica<br \/><\/strong>Amsterdam 1741. <br \/>Sehr selten<\/p>\n<p><strong>ED 25: Tacheographia (Ramsay) Oder Geschwind-Schreibe-Kunst<br \/><\/strong>Leipzig 1745. <br \/>Schottischer Gelehrter, erstes Stenographiebuch (Erstausgabe 1678); seltene Ausgabe.<\/p>\n<p><strong>E* 6: <\/strong><strong>Itinerarium des Georg von Ehingen<br \/><\/strong>Augsburg 1600.<br \/>Georg von Ehingen (1428-1508) war ein schw\u00e4bischer Adliger, Diplomat und Reisender. Er pilgerte 1440-42 zum Heiligen Grab, in einer Mischung aus Pilger- und Kreuzrittertum; m\u00f6glicherweise schaffte er es aber gar nicht bis Jerusalem. Sp\u00e4ter reiste er in kaiserlichem Auftrag nach Spanien, Russland und England. Das Werk ist seine &#8220;Autobiographie&#8221;, vor allem \u00fcber die Reisen in Europa: um 1457 ins Heilige Land, anschliessend nach Spanien, Portugal, England und Schottland. Enth\u00e4lt auch Berichte von Schlachten gegen die &#8220;Mohren&#8221; in Nordafrika im Auftrag des portugiesischen K\u00f6nigs. Der Text ist in drei Handschriften des 16. Jahrhunderts \u00fcberliefert. Das vorliegende Werk ist die erste gedruckte Ausgabe. Es enth\u00e4lt 10 Herrscherportraits im Anhang, die von Ehingen &#8220;alle pers\u00f6nlich gesehen&#8221; hatte. Der Kupferstecher Custos ist der Gleiche wie bei den Fuggern und dem Atrium (B*1 und B*3).<\/p>\n<p><strong>E* 9: Arien von Heinrich Albert<br \/><\/strong>(8 Teile, K\u00f6nigsberg 1650-1654)<br \/>Notendruck, Geschenk von Johann Gottfried Herder an Johann Georg M\u00fcller (1781).<br \/>Albert, Barockkomponist in K\u00f6nigsberg (1604-1651); sein ber\u00fchmtestes Lied ist &#8220;\u00c4nnchen von Tharau&#8221; (von Herder verhochdeutscht). Insgesamt 192 Lieder, &#8220;Anke van Tharaw&#8221; ist im Teil 5, S. 21 (letzte Seite des Teils).<\/p>\n<p><strong>E* 11: <\/strong><strong>Das Buch Granatapfel, im Latin genant Malogranatus: Johannes Geiler von<\/strong> <strong>Kaysersberg<\/strong>.<br \/>Augsburg 1510.<br \/>Johannes Geiler von Kaysersberg, geboren 1445 in Schaffhausen, aufgewachsen im Elsass, war der bedeutendste deutschsprachihge Prediger des Sp\u00e4tmittelalters. Er zeichnete sich aus durch derbe und volkst\u00fcmliche Predigten mit Kritik an der Kirche, aber auch gegen &#8220;Hexen&#8221;. Nur wenige Drucke sind &#8220;autorisiert&#8221;, sie beruhen meist auf Mitschriften. Unsere Ausgabe mit sch\u00f6nem altem (Renaissance?) Umschlag. Enth, 6 Predigten. 5 Illustrationen von Hans Burgkmair (HB): Christus, Lazarus, Marta, Magdalena; Untergang der pharaonischen Armee im Roten Meer (dramatisch); Hl. Elisabeth;\u00a0 &#8220;Der Has im Pfeffer&#8221;, Szene in einer K\u00fcche mit Hase, Koch und Herd; sieben Tods\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>E* 13: Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente.<br \/><\/strong>Leipzig und Winterthur, 1775<br \/>Erstausgabe.\u00a0 Lavater wurde durch seine <em>Physiognomischen Fragmente zur Bef\u00f6rderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe<\/em> (4\u00a0B\u00e4nde, 1775\u201378) bekannt, in denen er Anleitung gab, verschiedene Charaktere anhand der Gesichtsz\u00fcge und K\u00f6rperformen zu erkennen. Bekannte K\u00fcnstler wie Daniel Chodowiecki, Johann Rudolph Schellenberg oder Johann Heinrich Lips lieferten Vorlagen f\u00fcr die Illustrationen. Lavaters Theorie wurde in der damaligen Zeit lebhaft diskutiert, unter anderem von Lichtenberg, Goethe und Humboldt und machte den Schattenriss popul\u00e4r. Sie diente aber im 19. und 20. Jahrhundert auch als &#8220;wissenschaftliche Unterf\u00fctterung&#8221; rassistischer Theorien und der Eugenik.<\/p>\n<p><strong>E* 15, Jenaer Luther-Gesamtausgabe (1555-1570)<br \/><\/strong>Die erste Gesamtausgabe der Werke Luthers erschien in Wittenberg; sie begann mit einer lateinischen Reihe 1539 (7\u00a0B\u00e4nde bis 1557) und einer deutschen Reihe 1545 (12\u00a0B\u00e4nde bis 1559). Ihr Redaktor war Georg R\u00f6rer, den Kurf\u00fcrst Johann Friedrich von Sachsen nach der schweren Erkrankung Luthers 1537 von seinen kirchlichen Verpflichtungen freigestellt hatte, um f\u00fcr Korrektur und Edition von Luthers Schriften zu sorgen; R\u00f6rer galt als Luthers \u00bbCantzelschreiber\u00ab. Die Ausgabe war als Kompendium der Wittenberger Theologie konzipiert; der Stoff wurde daher in den meisten B\u00e4nden systematisch angeordnet. Durch diese Gliederung war sie \u00bbein Musterbeispiel einer deutenden Edition\u00ab. Sie enthielt nicht nur Schriften Luthers, sondern daneben Texte anderer Autoren. Zudem wurden die Texte nicht nur in ihrer Ursprungssprache gedruckt, sondern vielfach auch in \u00dcbersetzung in die jeweils andere Reihe aufgenommen. Da diesen Editionsprinzipien schon in den noch zu Lebzeiten Luthers erschienenen drei\u00a0B\u00e4nden gefolgt wurde, ist dessen Einverst\u00e4ndnis mit ihnen zu unterstellen. Um ein Kompendium des aktuellen Standes der Wittenberger Theologie herzustellen, wurden Texte Luthers an Stellen, die als \u00fcberholt zu gelten hatten, durch Streichungen oder \u00c4nderungen bearbeitet<strong><sup>, <\/sup><\/strong>was zu Kritik f\u00fchrte. Diese schadete der Reputation der Wittenberger Ausgabe nachhaltig- Auch der ehemalige Kurf\u00fcrst Johann Friedrich lie\u00df sich davon beeindrucken. Nach seiner R\u00fcckkehr aus der Gefangenschaft ging er zwar nicht auf Vorschl\u00e4ge ein, eine neue Gesamtausgabe zu veranstalten, scheint aber an einen bereinigten Neudruck der angeblich kontaminierten B\u00e4nde, in denen zudem auch die Streitschriften Luthers fehlten, gedacht zu haben. 1553 berief er Georg R\u00f6rer, der seit 1551 in D\u00e4nemark lebte, nach Jena. Aber erst sein Sohn, Johann Friedrich d.M., und dessen Br\u00fcder lie\u00dfen sich von ihren Beratern, den Hofpredigern Johann Stoltz und Johann Aurifaber, dem Leibarzt Matth\u00e4us Ratzeberger und Nikolaus von Amsdorf, daf\u00fcr gewinnen, der Wittenberger Edition eine neue Ausgabe mit angeblich authentischen Texten entgegenzustellen. Diese Jenaer Ausgabe erschien zwischen 1555 und 1558 in acht deutschen und vier lateinischen B\u00e4nden.<\/p>\n<p>Die Wittenberger Ausgabe war von Anfang an das Privatunternehmen eines Druckerkonsortiums und blieb es bis zum Schluss. Demgegen\u00fcber war die Jenaer Ausgabe von vornherein ein staatlich finanziertes und \u00fcberwachtes Werk. So sollte das Inhaltsverzeichnis jeden Bandes ein Vierteljahr vor Druckbeginn den Herz\u00f6gen vorgelegt werden, die auch \u00fcber Aufnahme oder Ausschluss bestimmter Texte entschieden, etwa \u00fcber die unterschiedlichen Gutachten und \u00c4u\u00dferungen Luthers zum Widerstandsrecht oder die Wiedergabe von Luthers\u00a0<em>Etliche \u00f6ffentliche Notbriefe<\/em> (1530), die eine Privataff\u00e4re Joachims I. von Brandenburg zum Inhalt hatten In betontem Gegensatz zu den Wittenberger Editionsprinzipien war die Jenaer Ausgabe strikt chronologisch aufgebaut; es sollten zudem nur Texte Luthers aufgenommen und \u00dcbersetzungen prinzipiell ausgeschlossen werden. Dennoch enthielt die neue Ausgabe eine nicht unbetr\u00e4chtliche Zahl von deutschen \u00dcbersetzungen urspr\u00fcnglich lateinisch verfasster Texte Luthers. Die einzige Gemeinsamkeit beider Ausgaben blieb die Trennung in zwei Reihen f\u00fcr deutsche und lateinische Texte. Die von Amsdorf vollzogene prinzipielle Abgrenzung der neuen Edition von der bisherigen schloss in der Praxis jedoch keineswegs aus, dass die Jenaer Ausgabe zahlreiche Texte aus der Wittenberger Ausgabe mit den dort von R\u00f6rer vorgenommenen Ver\u00e4nderungen \u00fcbernahm. Umgekehrt waren die beiden letzten Wittenberger B\u00e4nde fast ganz aus dem Material der Jenaer Ausgabe kompiliert. Die Wittenberger wehrten sich gegen die Jenaer Konkurrenz mit Flugschriften Christoph Walthers, in denen er die Kritik Amsdorfs zur\u00fcckwies und R\u00f6rer angriff, der einst die jetzt von Amsdorf kritisierten B\u00e4nde redigiert habe und nun dasselbe Gesch\u00e4ft in Jena besorge. Auch suchten die Wittenberger dadurch R\u00fcckhalt und Reputation zu gewinnen, dass Melanchthon seit 1549 jeden Band der Ausgabe einem oder mehreren evangelischen F\u00fcrsten widmete und dabei immer erneut die Integrit\u00e4t des Textabdrucks versicherte. Trotz aller Bem\u00fchungen geriet die Wittenberger Ausgabe jedoch gegen\u00fcber der Jenaer Edition in Absatz und Verbreitung deutlich in die zweite Linie. Die j\u00fcngere Ausgabe wurde in der deutschen Reihe als geschlossenes Corpus bis 1606 sechsmal aufgelegt, die lateinische Reihe viermal, zuletzt 1611. Demgegen\u00fcber erreichten die einzeln verk\u00e4uflichen und entsprechend der Nachfrage gedruckten B\u00e4nde der Wittenberger Ausgabe in der deutschen Reihe durchschnittlich vier, die lateinischen B\u00e4nde zwischen einer und vier Auflagen; der letzte deutsche Band erschien 1602\/03, der letzte lateinische 1583. Personalisiert lie\u00dfe sich zugespitzt formulieren: Amsdorf siegte mit seiner Konzeption \u00fcber Melanchthon mit der von Luther gebilligten Konzeption. Ein alphabetisch geordnetes Titelregister zu beiden Ausgaben legte 1563 der Breslauer Geistliche Sigismund Schwab (Suevius) vor.<\/p>\n<p><strong>E* 17<\/strong>: <strong>Lexicon Heptaglotton<\/strong> Hebraicum, Chaldaicum, Syriacum, Samaritanum, Aethiopicum, Arabicum, et Persicum.<br \/>London 1686.<br \/>Edmund Castell (auch Castle oder Castellus; * 1606 in Hatley, Cambridgeshire; \u2020 1685 in Cambridge), englischer Orientalist, Professor f\u00fcr arabisch an der Universit\u00e4t Cambridge, verfasste das Lexikon heptaglotton (in einem Band 1686 oder in zwei B\u00e4nden, 1689 postum herausgegeben, wir haben den Einb\u00e4nder). Es umfasst unter Zugrundelegung der hebr\u00e4ischen St\u00e4mme den gesamten Wortschatz des Hebr\u00e4ischen, Chald\u00e4ischen, Syrischen, Samarischen, \u00c4thiopischen und Arabischen (der damals bekannten semitischen Sprachen). Zu Beginn des W\u00f6rterbuchs stehen Grammatiken. Als Anhang gab Castell ein ausf\u00fchrlich angelegtes W\u00f6rterbuch bei:\u00a0 das angeblich erste gedruckte westliche W\u00f6rterbuch der persischen Sprache (pers-lat.), das auf dem <em>Dictionarium Persico-Latinum<\/em> des Holl\u00e4nders Jacobus Golius beruht. Das gesamte Werk hat einen sehr grossen Umfang, leidet aber offenbar an exzentrischen Schreibweisen, und die Druckqualit\u00e4t der nichtlateinischen Typen ist recht bescheiden. Castell ben\u00f6tigte 18 Jahre f\u00fcr die Vollendung des Werks, die geringe Nachfrage brachte ihn in grosse finanzielle Schwierigkeiten. Das Buch ist letztlich f\u00fcr das Studium der Bibel eingerichtet und somit ein Nebenprodukt zu Walton&#8217;s grosser zeitgen\u00f6ssischer Londoner Polyglottbibel. Ebenso nimmt es im Titel auch Bezug auf die Antwerpener Bibel von Plantin, die J.K. Ulmer 100 Jahre zuvor f\u00fcr Schaffhausen anschaffte.<\/p>\n<p><strong>E* 21: Lindes polnisches W\u00f6rterbuch<br \/><\/strong>Warschau 1807.<br \/>Samuel Gottlieb Linde, Bibliothekar und Schulrektor in Warschau, wichtige Figur der polnischen Aufkl\u00e4rung, ver\u00f6ffentlichte 1807 Linde trotz der Napoleonischen Kriegszust\u00e4nde das W\u00f6rterbuch, an dem er viele Jahre mit mehreren Polen zusammen gearbeitet hatte. Das Polnische W\u00f6rterbuch, Polnisch-Deutsch, Deutsch-Polnisch, der <em>S\u0142ownik j\u0119zyka polskiego<\/em>, das erste wissenschaftliche W\u00f6rterbuch der polnischen Sprache, gilt als sein Hauptwerk. Er ging sechs Jahre lang durch Galizien bis an die Moldau auf Reisen und sammelte Material und B\u00fccher f\u00fcr das sehr ausf\u00fchrliche Werk, in dem polnische und andere slawische Grammatik und Redeweisen und Fachausdr\u00fccke behandelt sind. &#8220;Samuel Linde was a native speaker of German. This, together with the complex political situation in which his work originated and proceeded \u2014 in Leipzig, Warsaw and Vienna \u2014 led to many doubts not only as to the author\u2019s linguistic competence, but also regarding his national allegiance and political sympathies, an aspect not unimportant in an era when Poland did not exist as an independent political entity. Despite all this, the finished 4-volume work (Warsaw, 1807\u20131814) has proved to be of lasting importance for Slavic lexicography&#8221;.\u00a0In Schaffhausen sind nur 2 B\u00e4nde (bis L) vorhanden.<\/p>\n<p><strong>E* 24: Der Weiss Kunig (Weissk\u00f6nig) (Kaiser Maximilian I)<br \/><\/strong>Wien 1775<br \/>Der <strong>Weisskunig<\/strong> geh\u00f6rt neben dem Theuerdank zu den beiden autobiografischen Ver\u00f6ffentlichungen Kaiser Maximilians I. Im Gegensatz zum Theuerdank blieb das Werk unvollendet. Als Verfasser fungierte Maximilians Sekret\u00e4r Marx Treitzsaurwein. Das Werk hat drei Teile, die in einer Mischung aus Heldenroman, Chronik und F\u00fcrstenspiegel bestehen. Geschildert werden im ersten Teil die Brautwerbung und Kaiserkr\u00f6nung Kaiser Friedrichs III., Maximilians Vater. Sodann berichtet die Erz\u00e4hlung von der Geburt, der Kindheit und der Jugend Maximilians und in einem dritten Teil von dessen Herrschaft und Kriegstaten; sie bricht ab mit der Schlacht von Vicenza im Jahre 1513. Wie im Theuerdank, der den Weisskunig um die abenteuerliche Brautfahrt des jungen Maximilian erg\u00e4nzt, sind die Namen in der Erz\u00e4hlung verschl\u00fcsselt. Der Weisskunig spielt auf die Heraldik an, Friedrich III. und Maximilian sind der \u201ealte\u201c und der \u201ejunge weisse K\u00f6nig\u201c. Das Werk hatte 251 Holzschnitte, die je zur H\u00e4lfte von Hans Burgkmair d. \u00c4. und Leonhard Beck, geschaffen wurden; je zwei Holzschnitte werden Hans Sch\u00e4ufelin und Hans Springinklee zugeschrieben. Die Erz\u00e4hlung ist auf die Bilder zugeschnitten; gegen Ende reduziert sie sich auf Bildtitel. Das Werk wurde nicht ver\u00f6ffentlicht und im 16. Jahrhundert vergessen. Zweihundert Jahre lang blieben auch die Druckplatten verschwunden; sie wurden im 18. Jahrhundert wiederentdeckt, so dass Maximilians Weisskunig in seiner unvollendeten Form 1775 in Wien zum ersten Mal erscheinen konnte.<\/p>\n<p><strong>E* 33: Niklaus von Wyle: Translationen<br \/><\/strong>Strassburg 1510. (Zweite Ausgabe, Erstausgabe 1478.<br \/>Wyle, geboren 1415 Bremgarten (AG), gestorben 1479 in Stuttgart, war\u00a0 Lehrer an der Grossm\u00fcnsterschule in Z\u00fcrich, Schreiber in Radolfzell, N\u00fcrnberg, dann Esslingen, Kanzler in der Hofverwaltung der Grafen von W\u00fcrttemberg in Stuttgart. Er gilt als einer der ersten Vertreter des deutschen Humanismus. Seine rege Reiset\u00e4tigkeit brachte ihm Bekanntschaften mit Adligen und f\u00fchrenden humanistischen Gelehrten. Er trat v.a. durch seine 1460-78 entstandenen und 1478 als &#8220;translatzen&#8221;, &#8220;t\u00fctschungen&#8221; oder &#8220;Translationen&#8221; ver\u00f6ffentlichten \u00dcbersetzungen lat. und ital. Texte wie Piccolominis &#8220;De duobus amantibus&#8221;, Giovanni Boccaccios &#8220;Decamerone&#8221; oder auch Poggio Bracciolinis &#8220;An seni sit uxor ducenda&#8221; hervor. Insgesamt umfasst dieses Lesebuch des Humanismus und Lehrbuch der dt. Sprache 18 St\u00fccke sowie 16 vorangestellte Widmungsbriefe N.s. Er bem\u00fchte sich um eine m\u00f6glichst genaue Nachbildung der lat. Stilmuster und entschied sich im Konflikt zwischen W\u00f6rtlichkeit und Verst\u00e4ndlichkeit f\u00fcr Letztere. Zb Von dem guldin esel, translatio 13, mit Ill.<br \/>(1) Enea Silvio Piccolominis Historiade duobus amantibus (1444) [Euriolus und Lucretia] (1462)<br \/>(2) Boccaccios Decameron (Guiskard und Sigismunda) in: Decameron 4.1<br \/>(3) Enea Silvio Piccolominis Lehrbrief gegen die Liebe (1461)<br \/>(4) Poggio \u00dcber die Ver\u00e4nderlichkeit des Gl\u00fccks (1461)<br \/>(5) Poggio Ob der Gast oder der Wirt zu danken habe (1462)<br \/>(6) Poggio Ob ein \u00e4lterer Mann heiraten solle (1463)<br \/>(7) Leonardo Brunis Geschichte Alexanders des Grossen (1465)<br \/>(8) Pseudo-Bernhard von Clairvauxs Brief \u00fcber die Tugenden des Hausvaters<br \/>(9) Felix Remmerlin Von den Lallharden und Beghinen (1464)<br \/>(10) Enea Silvio Piccolominis Lehrbrief \u00fcber die humanistische Bildung<br \/>(11) Poggios Brief \u00fcber die Verbrennung des Hieronymus von Prag (um 1470)<br \/>(12) Enea Silvio Piccolominis Brief \u00fcber den Traum von der Fortuna (1468)<br \/>(13) Lukians Goldener Esel<br \/>(14) Bonac(c)ursius De nobilitate (1470)<br \/>(15) Petrarcas De remediis utriusque fortunae (1463-1469)<br \/>(16) Nicolosia Sanuda Lob der Frauen (1474) Dies ist z. T. eine eigene Arbeit Wyles<br \/>(17) Poggios Rede anl\u00e4sslich der Papstwahl Nikolaus&#8217; V. (1478)<br \/>(18) Wyles Stilistik: z. T. eine \u00dcbersetzung aus Gasparino Barzizza<br \/><a href=\"http:\/\/www.mrfh.de\/uebersetzer0021\">http:\/\/www.mrfh.de\/uebersetzer0021<\/a><br \/>Wyle vermittelt seinem Publikum eine breite Palette an literarischen Formen: Humanistenbrief, Novelle, Rede, Streitgespr\u00e4ch, Traumvision. Auch das Angebot an Themen ist vielseitig: So zeigt sich vor allem in den fr\u00fchen Translatzen, die sich bevorzugt an die Pfalzgr\u00e4fin Mechthild und den badischen Hof richten, eine deutliche Konzentration auf die Liebes- und Ehethematik. Die erste und dritte, an Mechthild gerichtete Translatze enthalten Enea Silvio Piccolominis ber\u00fchmte Liebesnovelle <a href=\"http:\/\/www.mrfh.de\/42103\">&#8216;Eurialus und Lucretia&#8217;<\/a> und seinen Brieftraktat <a href=\"http:\/\/www.mrfh.de\/42105\">&#8216;Wider die Buhlschaft&#8217;<\/a>. Die tragische Liebe zwischen zwei gesellschaftlich Ungleichen behandelt die Novelle <a href=\"http:\/\/www.mrfh.de\/42104\">&#8216;Guiscard und Sigismunda&#8217;<\/a> (&#8216;Decameron&#8217; IV, 1), die Wyle 1461 f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.mrfh.de\/adressaten.php?adressat_id=43\">Karl von Baden<\/a> nach der lateinischen Fassung des Leonardo Bruni \u00fcbersetzt. Interesse an der zeitgen\u00f6ssischen Ehetheorie bezeugt auch Wyles sechste, 1463 fertiggestellte Translatze ob ainem alten man zim vnd geb\u00fcrr ain eewyb zenemen (nach der Vorlage Poggio Bracciolinis &#8216;An seni sit uxor ducenda&#8217;). Im Gegensatz zu diesem, die Ehe bef\u00fcrwortenden Dialog steht Petrarcas &#8216;De uxoris amissione&#8217;, die Wyle in seiner f\u00fcnfzehnten Translatze zusammen mit einem weiteren Kapitel aus &#8216;De remediis utriusque fortune&#8217; \u00fcbersetzt. Wie bereits das entschuldigende Vorwort an die Erzherzogin Mechthild erhellt, hat Wyle an den misogynen Z\u00fcgen dieser Schrift Anstoss genommen. In einem geschickten Arrangement l\u00e4sst Wyle daher in seiner <a href=\"http:\/\/www.mrfh.de\/werke.php?werk_id=3\">Gesamtausgabe<\/a> von 1478 auf die Frauenschelte Petrarcas in der sechzehnten Translatze das &#8216;Lob der Frauen&#8217; folgen, die an tugenden vnd lobrychen wercken sich dem m\u00e4nnlichen Geschlecht, wenn nicht sogar \u00fcberlegen, sich zum minsten [&#8230;] verglychen k\u00f6nnen (Translationen, 325, 26ff.). Diese positive Einstellung zur Frau war nicht selbstverst\u00e4ndlich, wie die Ver\u00f6ffentlichung des &#8216;Hexenhammers&#8217; 1485\/87 zeigt, der Geistliche wie Laien im s\u00fcddeutschen Raum rasch in seinen Bann zog. Wyle hat mit seinen Schriften bis weit ins 16. Jahrhundert gewirkt. Wenngleich die Gesamtausgabe seiner Translationen nach 1478 nur noch zweimal verlegt wurde, haben einzelne \u00dcbertragungen doch eine beachtliche Wirkungsgeschichte erfahren.<\/p>\n<p><strong>E* 34: Alexander des Johannes Hartlieb<br \/><\/strong>Strassburg 1514<br \/>Hartliebs (M\u00fcnchener Hofdichter und Arzt)<em> histori von dem grossen Alexander<\/em> entstand um 1450. Bei diesem Werk handelt es sich um einen F\u00fcrstenspiegel, der von Hartlieb im Auftrag von Albrecht III. und Anna von Braunschweig verfasst wurde. Hartlieb \u00fcbersetzt hierbei eine Pariser Handschrift des <em>Liber de preliis<\/em> des Archipresbyter Leo und erg\u00e4nzt diese mit eigenen Kommentaren und Zus\u00e4tzen, so dass Alexander als Idealbild eines Herrschers dargestellt wird und somit als Vorbild f\u00fcr die adeligen Rezipienten dient. Nach der Strassburger Ausgabe von 1503 durch Bartholom\u00e4us Kistler ist dies die zweite deutsche Separatausgabe im 16. Jahrhundert und der insgesamt neunte Druck des Alexanderromans. Als Vorlage f\u00fcr Hartliebs Version diente ihm eine im 12. Jahrhundert entstandene, heute in Paris aufbewahrte, Handschrift. Der Bilderschmuck besteht aus einem sch\u00f6nen, blattgrossen Titelholzschnitt (fehlt in SH) (wiederholt auf Bl. XLVI v., dort vorhanden), der den jugendlichen Makedonierk\u00f6nig auf dem Thron zeigt, einem weiteren Holzschnitt am Schluss (Johannes Hartlieb \u00fcberreicht dem Herzog Albrecht sein Buch) sowie 93, teilweise wiederholten, Textholzschnitten. Der Holzschnitt auf dem Titelblatt und einige im Text waren zuvor in der Strassburger Edition von Kistler in Strassburg erschienen. Weitere Textholzschnitte stammen aus Matthias Hupfuffs Mandeville-Ausgabe von 1501, bzw. aus dem Fundus verschiedener Strassburger Drucker. Ein zweiter Druck ist darin enthalten: <strong>Ein h\u00fcbsche histori von der k\u00fcnngclichenn statt troy wi si zerst\u00f6rett wartt, Guido De Columnis. <\/strong>(Strassburg 1510). Guido delle Colonne, sizilianischer Jurist und Schriftsteller des 13. Jhs, schrieb eine \u00e4usserst popul\u00e4re, trojafreundliche &#8220;Historia destructionis Troiae&#8221;, die in viele Volkssprachen \u00fcbersetzt wurde und auf dem Roman de Troie des Benoit de Sainte-Maure beruht. In\u00a0 unserer Ausgabe fehlen am Schluss leider einige Seiten. Die deutsche \u00dcbersetzung von Hans Mair von N\u00f6rdlingen (1391) schuf den ersten deutschen Trojaroman. Holzschnitte: Blatt 23: &#8220;hier beschlafft Peleus seyn hausfrawe&#8221;, Blatt 21: Urteil des Paris. Bl 87 Achilles wird erschossen. Trojanisches Pferd Bl 90.<\/p>\n<p><strong>E* 47: Scheffels Ekkehard in Bildern<\/strong>.<br \/>M\u00fcnchen 1886.<br \/>Illustrationen zu Scheffels Roman, historistisch. Ill von Gyula Bencz\u00far, bedeutender Repr\u00e4sentant des Historismus und Akademismus in der ungarischen Malerei, Eduard von Gr\u00fctzner, Wilhelm von Diez, Ludwig von Hofmann-Zeitz, Alexander von Liezen-Mayer. Textillustrationen von Otto Seitz. Begleittext durch den jungen Ludwig Fulda. Im Vordergrund des Romans stehen die Begehrlichkeiten der Herzogin Hadwig von Schwaben, die sich einen Lateinlehrer aus dem Kloster St. Gallen zur Unterhaltung auf ihre Burg Hohentwiel holt. Und die Verwandlung des attraktiven M\u00f6nchs Ekkehard von einem kl\u00f6sterlichen Eiferer in einen zu sp\u00e4t entschlossenen Liebenden, den das Leben prompt mit einer asketischen Dichterexistenz bestraft. Der Autor Joseph Victor von Scheffel verwob in seinem Roman alles, was ihm mit 28 Jahren zu schaffen machte: seine profunden Kenntnisse \u00fcber Alltagsleben in Kl\u00f6stern und Burgen am mittelalterlichen Bodensee, seine Lust zum k\u00fchnen Spiel mit akademischer Geschichte, den h\u00f6chst privaten Schmerz einer Liebesabweisung und seine Lust, eine staatliche Laufbahn gegen eine freiere Dichterexistenz zu vertauschen. Er brachte das so gekonnt in sein Buch, dass es jahrzehntelang zum meistgelesenen historischen Roman wurde.<\/p>\n<p><strong>E* 63: J.V. von Scheffel: Trompeter von S\u00e4ckingen<br \/><\/strong>Stuttgart 1873.<br \/>Prachtausgabe mit Holzschnitten des wilhelminischen Malers Anton von Werner.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.2 F: Italienische und spanische Literatur&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.2 F: Italienische und spanische Literatur<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 5.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Dieser Altbestand (<strong>F, F*)<\/strong> mit knapp 100 Titeln nimmt sich eher bescheiden aus. Zur Hofliteratur und Anstandslehre finden sich Baldessaro Castigliones <em>Il cortegiano<\/em> (Venedig 1574, <strong>F 17<\/strong>) und Stefano Guazzos <em>La civil conversazione<\/em> (Venedig 1589, <strong>F 25<\/strong>). Zur spanischen Literatur ist anzuf\u00fchren <em>Tercera parte de la tragicomedia de Celestina<\/em> von Gaspar Gomez (Toledo 1539, <strong>F 24<\/strong>) aus der F\u00fcrstenbibliothek von Johann Friedrich von Anhalt-Zerbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.2.1 Italien&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.2.1&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.2.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.2.1 Italien<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung 5.2.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>Dante, Divina Commedia<br \/><\/strong><strong>F* 2: 1529, Venezia, Iacob del Burgofranco.<br \/><\/strong>Kommentierte Ausgabe des Cristoforo Landino. Typographisch sorgf\u00e4ltig mit dem Text der Aldine von 1502. Titelblatt B\u00fcsten von Dante, Petrarca und Boccaccio (&#8220;tre corone&#8221;) zusammen mit den lateinischen Klassikern Vergil, Horaz, Ovid. Der Kommentar des florentinischer Humanisten Landino (erste Aufl. 1481) trug viel zur Verbreitung der Commedia bei.<br \/><strong>F 9b Venedig 1536 bei Giovanni Giolito da Trino<\/strong>. Sch\u00f6ner neuerer Einband &#8220;Il Danthe&#8221;. Ab 1536 in Venedig nachgewiesener Drucker, Vater des ber\u00fchmteren Gabriele von F9c<br \/><strong>F 9c Venedig 1555 bei Gabriele Giolito de Ferrari<\/strong> &#8211; Offizin namens Libreria della Fenice, mit Phoenix als Druckerzeichen. In dieser Ausgabe wird die Commedia erstmals als Divina Commedia bezeichnet. Herausgeber: Lodovico Dolce, Venezianischer Humanist und Autor.<\/p>\n<p><strong>Boccaccio:<br \/><\/strong>F 4: Decamerone, Florenz 1527 &#8211; in Wahrheit aber Venedig 1719. F 5: Laberinto d&#8217;amore, Venezia: Zoppini 1584 (Alternativtitel il Corbaccio). F 5b: Amorosa fiammetta, Venedig 1586 (Elegia di Madonna Fiammetta). F 12: Decamerone, Venezia, Antonio Brucioli 1538. F 20: le D\u00e9cameron de Bocace, Paris Poncelin 1801, mit Ill., 6 B\u00e4nde. F 49b. Decamerone, Venedig 1597 (zusammengebunden mit Sansovino)<\/p>\n<p><strong>Petrarca:<br \/><\/strong><strong>F* 3: Opere<\/strong>. Lyon: Guglielmo Rouillio, 1551 F*3. 7 Holzschnitte, Atelier Guillaume Rouill\u00e9, Sch\u00fcler Giolittos. <strong>F 37:<\/strong> Sonetti e canzoni, Lyon 1551.<\/p>\n<p><strong>Torquato Tasso<br \/><\/strong><strong>F 46a: Befreyte Jerusalem<\/strong>. Mannheim 1781. \u00dcbersetzung von Wilhelm Heinse in 4 B\u00e4nden, mit einer Vita des Tasso. Erste Prosa\u00fcbersetzung, f\u00fchrte zu einem Tasso-Boom. <strong>F 48 Gottfried von Bulljon, Oder Das Erl\u00f6sete Jerusalem.<\/strong> Erst von dem Hochber\u00fchmbten Poeten Torquato Tasso in Welscher Sprache beschrieben: Und nun in Deutsche Heroische Poesie Gesetzweise, als vormals nie mehr gesehen, uberbracht.. Mit gestochener Titelbord\u00fcre, Portr\u00e4t und 23 ganzseitigen Kupfern von Matth\u00e4us Merian.<\/p>\n<p><strong>F 1: Isabella Andreini: Lettere<br \/><\/strong>Torino 1621.\u00a0Selten, Schweiz sonst nur in der ZB.<\/p>\n<p><strong>F 3: Flavio Biondo, Historie<br \/><\/strong>Venezia 1543<br \/>Geschichte Italiens \/ Europas vom Untergang des r\u00f6mischen Reiches bis ins 15. Jh. Biondo, r\u00f6mischer Historiker und Humanist des 15. Jhs. Original lateinisch: Historiarum ab inclinatione Romanorum imperii decades; &#8220;tradotte per Lucio Fauno in buona lingua volgare&#8221;. Biondo geht auf verl\u00e4ssliche Originalquellen zur\u00fcck und verwendet das Konzept des &#8220;Mittelalters&#8221; mit &#8220;1000 Jahren&#8221;, das er mitgepr\u00e4gt hat. Erstausgabe 1483. Dies ist offenbar die italienische Erstausgabe, selten. \u00dcbersetzer war der Antiquar und Gelehrte Lucoo Fauno.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>F 7: Proverbi italiani: <\/strong>Venezia 1610 (Tommaso Buoni?)<\/p>\n<p><strong>F 14: Dialogi des Antonio Brucioli<br \/><\/strong>Venedig 1538-1544.<br \/>Seltener Druck, da Brucioli als H\u00e4retiker (und Calivinist) in Italien von der Inquisition bedroht war und seine B\u00fccher verbrannt wurden. Ist offenbar der \u00dcbersetzer der ersten reformierten italienischen Bibel.<\/p>\n<p><strong>F 24: <\/strong><strong>&#8220;Tercera parte de la tragicomedia de Celestina&#8221; von Gaspar G\u00f3mez de Toledo<br \/><\/strong>Toledo 1539.<br \/>Es handelt sich um die Fortsetzung eines Bestsellers, n\u00e4mlich der Tragikom\u00f6die &#8220;Celestina&#8221; von Fernando de Rojas. Darin geht es um Liebesverwicklungen, und die alte Magd Celestina ist dabei die grosse Kupplerin. Das Buch ist eines der ber\u00fchmtesten der spanischen Literaturgeschichte und steht am Beginn der modernen spanischen Literatur. Zudem war es ein Riesenerfolg, so dass zuerst Feliciano de Silva eine recht erfolgreiche Fortsetzung schrieb und dann Gaspar G\u00f3mez eine weniger beachtete. Seine Version erschien erstmals 1536, diese Ausgabe ist in nur einem Exemplar erhalten; unsere zweite und letzte zeitgen\u00f6ssische Auflage gibt es in Madrid und London. Interessant an &#8220;unserer&#8221; Ausgabe ist auch die Einbettung eines alten baskischen Gedichts auf Euskera, dem &#8220;Canto de Lelo&#8221;; spannend, weil das erste ganze Buch auf baskisch erst einige Jahre sp\u00e4ter in Bordeaux erschien.<\/p>\n<p><strong>F 30: Carlo Goldoni, Comedie buffe<\/strong><br \/>Venezia 1791<br \/>44 B\u00e4nde, wichtige Edition, Ill.<\/p>\n<p><strong>F 35: Com\u00e9die du sacrifice<br \/><\/strong>Lyon 1543.<br \/>Es handelt sich um die erste \u00dcbersetzung ins Franz\u00f6sische einer Kom\u00f6die aus Siena, &#8220;Gl&#8217;Ingannati&#8221;, die in der toskanischen Stadt 1532 erstmals w\u00e4hrend des Karnevals aufgef\u00fchrt wurde und in der Accademia degli Intronati entstand, einer adeligen literarisch-theatralischen Gesellschaft. Das St\u00fcck hatte europaweiten Erfolg, und die Motive der Kom\u00f6die finden sich in vielen anderen St\u00fccken, so auch Shakespeares The Twelfth night. Die \u00dcbersetzung durch den Gelehrten Charles Estienne l\u00f6ste in Frankreich einen Boom an Kom\u00f6dien im italienischen Stil in der Volkssprache aus. In seinem Vorwort stellt Estienne denn auch die italienischen Autoren als vorbildhaft dar, weil sie die Muttersprache als Literatursprache verwendeten. Er empfahl das auch f\u00fcr Frankreich und das Franz\u00f6sische, und seine \u00dcbersetzung sollte die Tauglichkeit des Franz\u00f6sischen f\u00fcr die Literatur und das Theater beweisen. Dies ist die Erstausgabe (drei weitere Ausgaben folgten 1548, 1549, 1556) und ist ein Rarissimum im Kleinformat (11cm) &#8211; in der Schweiz nicht und in Deutschland nur in Wolfenb\u00fcttel nachgewiesen. Die BNF Paris hat zwei Exemplare, laut KVK und Worldcat ist es das dann aber auch schon.<\/p>\n<p><strong>F 36: Ferrante Pallavicino: Opere scelte<br \/><\/strong>Amsterdam 1673.<br \/>Es handelt sich hier um ein &#8220;verbotenes Buch&#8221;, das deshalb auch den verschleiernden Erscheinungsort &#8220;Villafranca&#8221; tr\u00e4gt, in Wahrheit Amsterdam, und den Drucker nicht nennt (Daniel Elzevir). Ferrante Pallavicino (1615-1644) war ein italienischer Schriftsteller satirischer bis skandal\u00f6ser Schriften, die sich vor allem gegen die Jesuiten und den Papst richteten. Seine &#8220;Retorica delle puttane&#8221; etwa vergleicht die k\u00f6rperlichen Verf\u00fchrungsk\u00fcnste der Prostiturierten mit den rhetorischen der Jesuiten. In &#8220;Il divortiio celeste&#8221; l\u00e4sst sich Jesus von der Kirche scheiden wegen deren liederlichen Lebenswandels. Die Kirche r\u00e4chte sich; Pallavicini wurde in Avignon gefangengenommen und schliesslich auf p\u00e4pstliches Geheiss gek\u00f6pft.<\/p>\n<p><strong>F 40a: Alessandro Manzoni, I promessi sposi<br \/><\/strong>Milano: H\u00f6pli, 1915.<br \/>Ausgabe mit &#8220;24 tavole cinematografiche Ambrosio&#8221; des Stummfilms von Eleuterio Ridolfi (1913).<\/p>\n<p><strong>F 49b: Francesco Sansovino, <\/strong><strong>Cento novelle scelte<\/strong> d\u00e1 piu nobili scrittori della lingua volgare. <br \/>Venedig 1598.<br \/>Beliebte Novellensammlung in der Tradition des Decamerone, die der Polygraph und Drucker Francesco Sansovino, ein Sohn des Architekten Jacopo Sansovino, erstmals 1561 herausgab. &#8211; Mit sch\u00f6nen Holzschnitten. Sch\u00f6ner alter Einband. Die Sammlung erschien erstmals 1561. Sansovino (1512 &#8211; 1586) war als Historiker, Dichter und Kompilator ein typischer Vertreter der italienischen Renaissance, der sich mit der Publikation von historischen Darstellungen einen Namen machte. Enth\u00e4lt als zweiten Titel <strong>Boccaccios Decamerone <\/strong>(Venezia 1597), Holzschnitte.<\/p>\n<p><strong>F 85: Giovanni Verga, Vita dei Campi<br \/><\/strong>Milano 1897<br \/>Mit Illustrationen von Arnaldo Ferraguti. Dt. u.d.T. &#8220;Sizilianische Novellen&#8221; bekannt, ber\u00fchmt ist die &#8220;Cavalleria Rusticana&#8221;. (Erstausgabe 1880).<\/p>\n<p><strong>F 120: Gabriele D&#8217;Annunzio, Notturno<br \/><\/strong>Milano 1921.<br \/>Ausgabe mit Jugendstil-Illustrationen von Adolfo De Carolis. Die Erstausgabe ist von 1916, aber die vorliegende gilt, durch den Autor \u00fcberarbeitet, als die definitive. Autobiografische Schilderung des Autors als Flieger im 1. Weltkrieg<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.2.2 Spanien&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.2.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.2.2 Spanien<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung 5.2.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>Cervantes:<br \/><\/strong><strong>F 21c: Don Quixote &#8211; Stuttgart 1837 <\/strong>Mit einer Einleitung von Heinrich Heine, diese in Erstausgabe. Sch\u00f6ne Illustrationen nach Textholzschnitten von Johannot. Das Buch wurde in Preussen wegen Heines Einleitung verboten. <strong>F 51a: Novelas Exemplares<\/strong>. Den Haag, Neaulme 1739 (im Original &#8220;Haya&#8221;). &#8220;En esta ultima impresion Adornadas y illustradas de muy bellas Estampas&#8221;. Textillustrationen, Bildnis des Autors durch Jacob Gewidmet der &#8220;Condessa de Westmoreland&#8221;, Elizabeth Swymmer, Gattin des Earl of W. Tomas Fane, Tochter eines Bristoler Kaufmanns und Sklavenh\u00e4ndlers.. <strong>Gym 224:<\/strong> Teile einer Don Quichotte Ausgabe Weimar 1777 (4 B\u00e4nde von ?).<\/p>\n<p><strong>F 44<\/strong>: Oeuvres von <strong>Francisco G\u00f3mez de Quevedo y Villegas (<\/strong>1580-1645)<br \/>Paris und Br\u00fcssel 1692 oder 1698<br \/>Sch\u00f6ne Illustrationen von Jacobus Harrewijn aus Antwerpen. Quevedo war der Autor von Schelmenromanen. Das Buch stammt aAus der F\u00fcrstenbibliothek von Johann Friedrich von Anhalt-Zerbst.<\/p>\n<p><strong>F 50: Silva de varia lecci\u00f3n, Pedro Mex\u00eda<br \/><\/strong>Antwerpen 1593.<br \/>Mexia war ein Humanist aus Sevilla. Seine Essays wurden durch Montaigne bekannt gemacht. Die Erstauflage\u00a0 war Sevilla 1540. Starker Bezug zu den antiken Autoren, aber in der spanischen Volkssprache.<\/p>\n<p><strong>F 55: Juan de Flores Historia di Aurelio e Issabella<br \/><\/strong>Paris 1547.Zweisprachig italienisch\/franz\u00f6sisch.<br \/>Originaltext\u00a0 &#8220;Historia de Cerisel y Mirabella con la disputa de Torellas y Bra\u00e7ayda&#8221; (Sevilla 1524), Werk des Diplomaten und Schriftstellers\u00a0 Juan de Flores. Sehr erfolgreiche Novelle, u.a.\u00a0 Inspiration f\u00fcr Ariost, Lope de Vega.\u00a0Inhalt: Der K\u00f6nig von Schottland hat eine Tochter, Mirabella (sp\u00e4ter weniger exotisch Isabella), die er so sehr liebt, dass er alle Freier f\u00fcr ihre Hand ablehnt und sie in seinem Palast verriegelt. Ein junger Adliger, Grisel (Aurelio) ist jedoch in der Lage, seinen Weg zu ihr zu finden und sie verlieben sich. Entdeckt, beschliesst der K\u00f6nig, den Schuldigeren zu t\u00f6ten und den weniger Schuldigen zu verbannen. Die Liebenden werden gefoltert, belasten einander aber nicht. Der K\u00f6nig organisiert ein Tribunal, bei dem die Sache der Frauen von einer gewissen Bra\u00e7ayda (Hortensia) und die der M\u00e4nner Torrellas verteidigt wird (sp\u00e4ter Afranio). Die Sache der Frauen wird als schuldiger und Mirabella zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Jedoch wirft sich Grisel in den bereits brennenden Scheiterhaufen, was als Zeichen Gottes gedeutet wird, Mirella wird nicht verbrannt. In der darauffolgenden Nacht aber l\u00e4sst sich Mirabella im Hof ihres Vaters von dessen L\u00f6wen zerreissen. In einem Akt der Rache fingiert die K\u00f6nigin nach dem Tod ihrer Tochter einen Brief Bracaydas an Torellas. Darin bittet diese, angeblich verliebt, um ein Rendezvous. Stattdessen \u00fcberf\u00e4llt die K\u00f6nigin mit ihren Dienerinnen den Freier. Sie foltern ihn die ganze Nacht und t\u00f6ten ihn schliesslich. Ebenfalls zweisprachig: <strong>J 85: Le parfait courtisan<\/strong>, Lyon 1585 (siehe dort),<\/p>\n<p><strong>J 20: Calderon, Schauspiele. <\/strong>Berlin, Nicolai 1815<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.3 G: Englische Literatur&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.3&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.3 G: Englische Literatur<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung 5.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Ein grosser Teil dieses Bestandes (<strong>G, G*, <\/strong>380 Werke) geh\u00f6rte einst zur Bibliothek von Johannes von M\u00fcller. Sch\u00f6ne Literatur steht hier neben philosophischer und essayistischer. So fr\u00fche \u00dcbersetzungen von Alexander Popes <em>Essay on man<\/em> (franz\u00f6sisch, Helmstedt 1749, <strong>G 36<\/strong>, oder deutsch, Leipzig 1756, <strong>G 35b<\/strong>). Die Folioausgabe der <em>Opera omnia<\/em> <em>latina<\/em> von John Milton (Amsterdam 1698, <strong>G* 4<\/strong>) und jene von Francis Bacon (<em>The works<\/em>, 4 Bde., London 1740, <strong>G* 1, <\/strong>im KGS) F\u00fcr die moralische und geistliche Literatur erw\u00e4hnenswert ist des Erzbischofs von Canterbury, John Tillotsons\u2018 Predigtsammlung <em>Fifty-four sermons with the rule of faith<\/em> (London 1710, <strong>G* 6<\/strong>, im KGS).<\/p>\n<p><strong>Shakespeare<br \/><\/strong><strong>Englisch: G 44:<\/strong> 23 B\u00e4nde, Basel 1799-1802. Sp\u00e4tere englische Ausgaben u.a.: <strong>G 47c:<\/strong> 1 Band, Globe edition Cambridge 1866. <strong>G 847<\/strong>: 1 Band, London 1854. <strong>G 849:<\/strong> Complete works, 2 B\u00e4nde, Leipzig: Baumg\u00e4rtner 1837. Diese Ausgabe enth\u00e4lt 270 Illustrationen von Johann Philipp Albert Vogel und ist offenbar selten.<br \/><strong>Deutsch; G 45:<\/strong> 13 B\u00e4nde, Z\u00fcrich 1775-1782 &#8211; \u00dcbersetzung durch Johann Joachim Eschenburg, erste vollst\u00e4ndige deutsche \u00dcbersetzung, auf der Basis von Wieland. <strong>G 47: Schlegel-Tiecksche \u00dcbersetzung<br \/><\/strong>Berlin 1797-1801 (7 B\u00e4nde), neuere Ausgabe: G 46 (1853-1855 in 9 B\u00e4nden). <strong>G45 a<\/strong>: Stuttgart 1838, 10 B\u00e4nde, \u00fcbersetzt von\u00a0 Ernst Ortlepp. Dazu kommt unter\u00a0\u00a0<strong>G47a <\/strong>eine Ausgabe des Hamlet von 1800.<\/p>\n<p><strong>Henry Fielding<br \/><\/strong>Tom Jones: Das Werk erschien 1749 erstmals, unsere Auflage ist von 1771 (G 63). Daf\u00fcr haben wir die erste \u00dcbersetzung ins Franz\u00f6sische von 1750 (G 63a) mit sehr sch\u00f6nen Illustrationen von Gravelot, dem ber\u00fchmten frz. Maler und Kupferstecher (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hubert-Fran%C3%A7ois_Gravelot\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hubert-Fran%C3%A7ois_Gravelot<\/a>).\u00a0 Eine Erstausgabe sind die Miscellanies (Dublin 1743 unter der Signartur G 14), verschiedene satirische Kurzgeschichten.<\/p>\n<p><strong>Lawrence Sterne<br \/><\/strong>Tristram Shandy erschien 1759-1767 in Fortsetzungen. Unsere Ausgabe G 49 ist aus Basel: Tourneisen, 1796,\u00a0 G 49a von 1803. G 50 ist eine alte deutsche Ausgabe von 1776 unter dem verdeutschten Titel \u201eTristram Schandi\u201c und ohne Nennung des Autors auf dem Titelblatt. Der \u00dcbersetzer ist der Verleger\u00a0 J.J.C. Bode. Ebenfalls eine sch\u00f6ne Ausgabe ist Sternes letzter unvollendeter Roman \u201eYorick\u201c, Bremen 1776 (TEc 157). G48b: Letters to his friends, und: History of a watch coat (London 1775)<\/p>\n<p><strong>Ossian<br \/><\/strong>englisch 1760, deutsch erstmals 1764 erschienen. <br \/>G21: Gedichte Ossians, D\u00fcsseldorf 1775. . G22: &#8220;Works of Ossian&#8221;. Darin: &#8220;A dissertation concerning the antiquity of the poems\u2026&#8221;- James Macpherson. Erstausgabe 1765. Wahrscheinlich ist das Vorwort der oft verwendete &#8220;Originalit\u00e4tsnachweis&#8221; oder die Verteidigung durch Hugh Blair. G21a: Die Gedichte Oisians. Leipzig 1811. \u00dcbersetzt durch Christian Wilhelm Ahlwardt, einem deutschen Altphilologen. Diese Erstausgabe gilt als eine der besten \u00dcbersetzungen. G22b ist eine gelehrte Schrift des P\u00e4dagogen und Aufkl\u00e4rers Johann Gottfried Gurlitt zu Ossian. EC 130 sind die Gedichte Karl Friedrich Kretschmanns, &#8220;der Barde Rhingulphs&#8221; im Stile Ossians. Karlsruhe 1785.<\/p>\n<p><strong>G 1: Samuel Johnson, Prince of Abissinia. <br \/><\/strong>Mentz and Frankfort 1785. (Erstausgabe 1759). Andere Ausgabe: Paris 1818 (e), G104.<br \/>Sonst von Samuel Johnson v.a. die Shakespeare-Edition Basel 1798ff unter G44.\u00a0<\/p>\n<p><strong>G 9: Beggar&#8217;s Opera<br \/><\/strong>London 1775<\/p>\n<p><strong>G 12: Benjamin Franklins Werke<br \/><\/strong>Dresden 1780.<br \/>Vollst. Titel: &#8220;Des Herrn D. Benjamin Franklin&#8217;s Mitglieds der K\u00f6niglichen Londner und G\u00f6ttinger Gesellschaften, der K\u00f6niglichen Pariser Akademie der Wissenschaften, der Edimburger und Rotterdamer philosophischen Gesellschaften, Pr\u00e4sidentens der philosophischen Gesellschaft zu Philadelphia, Gesch\u00e4ftstr\u00e4gers einiger Amerikanischen Kolonien, [et]c. s\u00e4mmtliche\u00a0 Werke. Aus dem Englischen und Franz\u00f6sischen \u00fcbersetzt. Nebst des franz\u00f6sischen Uebersetzers, des Herrn Barbey Dubourg, Zus\u00e4tzen, und mit einigen Anmerkungen versehen von G. T. Wenzel. 3 Bde. Mit 14 Kupfertafeln. Erste dt. Ausgabe, noch zu Lebzeiten des Autors erschienen. &#8211; Enth\u00e4lt schwerpunktm\u00e4ssig in Band 1 Beitr\u00e4ge zur Elektrizit\u00e4t + 5 Kupfertafeln, Bd. 2 Meteorologie + 9 (von 10?) Kupfertafeln, Bd. 3 Politik und Staatskunst. Selten. Englische Ausgabe: G12a, London 1793.<\/p>\n<p><strong>G 30: <\/strong><strong>Remains of Sr. Walter Raleigh<br \/><\/strong>London 1675<br \/>Seltene Ausgabe von Maximen und Essays des englischen Adligen, Politikers und Entdeckers. Untertitel: &#8220;viz. Maxims of state, Advice to his son, his sons advice to his father, His sceptick, Observations concerning the causes of the magnificency and opulency of cities, Sir Walter Raleigh&#8217;s observations touching trade and commerce with the Hollander and other nations &#8230; His letters to divers persons of quality, The prerogative of Parliaments in England&#8221;. Titelkupfer mit Portr\u00e4t Raleighs.<\/p>\n<p><strong>G 31: John Milton, Paradise Lost.<\/strong> <br \/>London 1757 (4th edition)<br \/>Illustrationen von G.S. M\u00fcller. &#8220;Notes&#8221; von Thomas Newton, Bischof von Bristol. G32: Paradise regained (London 1760), 3d edition. Deutsch: Leipzig 1813, G33b. G4372: Neue Ausgabe mit den Illustrationen von Gustave Dor\u00e9.<\/p>\n<p><strong>G 40: Daniel Defoe: Robinson Crusoe.<\/strong> <br \/>[1799]<br \/>Cooke&#8217;s edition of select novels. Erstausgabe 1719. Mit Illustrationen.<\/p>\n<p><strong>G 51b. Lord Byron, The prisoner of Chillon.<\/strong> <br \/>Vevey, Blanchoud<br \/>&#8220;Second edition&#8221;. Mit Lithographien von J. Jacottet. G51a ist Genf 1828.<\/p>\n<p><strong>G 54: Tales of a parrot<br \/><\/strong>London 1792.<br \/>\u00dcbersetzung der persischen Erz\u00e4hlungssammlung Tutinama von Nakhshabi aus dem 14. Jh. Erste dt. \u00dcbs. 1822, engl. 1801?, frz. 1826. Geht auf \u00e4ltere indische Versionen zur\u00fcck. Dt. als &#8220;Papageienbuch&#8221; bekannt. Wahrscheinlich sehr seltene fr\u00fche \u00dcbersetzung.\u00a0 \u00dcbersetzer: B. Gerrans.<\/p>\n<p><strong>G 60: Jonathan Swift, A Tale of a Tub<br \/><\/strong>London 1724 (6th edition)<br \/>Erstmals 1704 erschienen. Unsere Ausgabe mit Illustrationen. Eine fr\u00fche deutsche Ausgabe von 1787 ist unter EC 222 (Z\u00fcrich Orell). Dazu von Swift: Letters (1766), G 55 und miscellanies (G 70), London 1742.\u00a0<\/p>\n<p><strong>G 62: Edward Young, Nachtgedanken<\/strong>. <br \/>Schaffhausen: Hurter, 1776.<\/p>\n<p><strong>G 71: Sketches of Highland Character<\/strong>. <br \/>Edinburgh, 1865<br \/>Sch\u00f6ner Einband. Illustrationen von William Ralston. Autor anonym &#8211; William Robertson, Sheriff of Tobermory? Zu Ralston: <a href=\"http:\/\/www.victorianweb.org\/art\/illustration\/ralston\/cooke.html\">http:\/\/www.victorianweb.org\/art\/illustration\/ralston\/cooke.html<\/a><\/p>\n<p><strong>G 106: Walter Scott, Waverley Novels.<br \/><\/strong>Edinburgh 1886. Centenary edition. 25 B\u00e4nde. Ill. nur Titelblatt. \u00c4lter ist unsere erste deutsche Ausgabe G 74a: S\u00e4mmtliche Werke &#8211; Stuttgart 1826.<\/p>\n<p><strong>G 133: Currer Bell \/ Charlotte Bront\u00eb: Jane Eyre<\/strong>. <br \/>Leipzig, Tauchnitz 1850.<br \/>Erstmals 1847. Tauchnitz verlegte ab 1841 eine <em>Collection of British and American Authors<\/em>, die vor allem Sch\u00fcler, Studenten und Reisende aus dem englischsprachigen Raum ansprechen sollte. Die preiswerten Ausgaben, die es in unterschiedlichen Einb\u00e4nden und Preisklassen gab, gelten als erste moderne Taschenb\u00fccher. 1868 erweiterte er die Reihe um eine englischsprachige <em>Collection of German Authors<\/em>, der 1886 die <em>Students\u2019 Tauchnitz Editions<\/em> folgten.Die Reihe der <em>Tauchnitz Editions<\/em>, die schliesslich \u00fcber 5300 B\u00e4nde von \u00fcber 700 Autoren umfasste, ist auch insofern bemerkenswert, als Tauchnitz erstmals direkte Exklusivvertr\u00e4ge mit den Autoren abschloss und ihnen ein Honorar zahlte, was vor dem Abschluss der Urheberrechtsvertr\u00e4ge eher selten vorkam. Tauchnitz gelang es h\u00e4ufig, europ\u00e4ische Erstauflagen gleichzeitig mit der britischen Erstauflage erscheinen zu lassen. Daher gelten die <em>Tauchnitz Editions<\/em> bis heute auch in textlicher Hinsicht als interessante Sammel- und Forschungsobjekte. Eine der umfangreichsten Sammlungen an Tauchnitz-Editionen, die <em>Todd-Bowden Collection of Tauchnitz Editions<\/em> mit ca. 6700 B\u00e4nden, wurde 1992 von der British Library erworben. Eine andere umfangreiche Sammlung mit \u00fcber 5000 B\u00e4nden befindet sich in der Landesbibliothek Coburg. In der Stabi sind \u00fcber 200 Titel vorhanden. Andere Ausgabe: G 128, London 1863.\u00a0<\/p>\n<p><strong>G 186: Charles Dickens, Pickwick Club.<\/strong> <br \/>Leipzig, Tauchnitz\u00a0 1842. Erstmals erschienen 1836\/37, Jugendwerk. Mit Bildnis des Autors. G 183: Nicholas Nickleby, 1839. Erstausgabe 1839! G 185: Tale of two cities, Tauchnitz 1859. G 684: Novels and tales, Tauchnitz 1856. G 98. Household words, Tauchnitz 1852. G 184. American notes, Paris 1842. G 135: Master Humphrey&#8217;s clock, Tauchwitz 1846<\/p>\n<p><strong>G 248: William Cowper<\/strong>, Poetical Works. <br \/>Edinburgh ca. 1870er.<br \/>Sch\u00f6ner Einband.<\/p>\n<p><strong>G* 1: The Works of Francis Bacon<br \/><\/strong>London: Walthoe et al., 1740. <br \/>Vierb\u00e4ndige Ausgabe, in Band 3 das fragmentarische &#8220;New Atlantis&#8221;, 1627\u00a0 ein\u00a0 Jahr nach dem Tod des Verfassers erstmals erschienen. Auf der fiktiven S\u00fcdseeinsel Bensalem herrscht eine Elite &#8220;wissenschaftlicher Experten&#8221;. Frontispize Vols. 1-3. Erste Werkausgabe. Enth\u00e4lt auch die erste Biographie Bacons durch David Mallet.<\/p>\n<p><strong>G* 5: Bell&#8217;s edition. <\/strong>The Poets of Great Britain complete from Chaucer to Churchill<br \/>Edinburgh ; London : J. Bell, 1777\u20131787 <br \/>109 B\u00e4nde in zwei Holzbeh\u00e4ltnissen)<br \/>Die Anthologie <em>The poets of Great Britain complete<\/em> <em>from Chaucer to Churchill<\/em> wurde vom Londoner Buchh\u00e4ndler, Leihbibliothekar, Druckerverleger und Schriftgiesser John Bell (1745\u20131831) herausgegeben. Er\u00a0 beabsichtigte mit seiner umfangreichen Sammlung von Dich\u00adtern der englischen Literatur eine m\u00f6glichst preisg\u00fcnstige Ausgabe auch f\u00fcr einfa\u00adchere Leute bereitzustellen. Zu den Illustratoren z\u00e4hlten Thomas Stothard (1755\u20131834) und John Hamilton Mortimer (1740\u20131779). Das dekorativ gebundene Exemplar in zwei schmucken Holzkistchen geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich Johann Georg M\u00fcller (1759\u20131819).<\/p>\n<p><strong>G* 8: Tales of Mystery and imagination, Edgar Allan Poe<br \/><\/strong>New York 1933. <br \/>Mit Illustrationen von Harry Clarke, dem ber\u00fchmten irischen Glasmaler und Illustrator (gestorben 1931 in Chur).\u00a0 <a href=\"http:\/\/publicdomainreview.org\/2016\/10\/12\/harry-clarkes-looking-glass\/\">http:\/\/publicdomainreview.org\/2016\/10\/12\/harry-clarkes-looking-glass\/<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>G* 9: Chaucer, Canterbury Tales<br \/><\/strong>Herbig 1966<br \/>Mit Illustrationen des DDR-Buchmalers Werner Klemke<\/p>\n<p><strong>G* 10 und G* 11: Aschenbr\u00f6del und Dornr\u00f6schen.<br \/><\/strong>Horgen ca. 1920<br \/>Illustriert von Arthur Rackham. Sch\u00f6ne farbige Illustrationen der beiden Grimm-M\u00e4rchen. &#8220;Dem englischen Text von C.S. Evans nacherz\u00e4hlt&#8221;. Ill. fast ausschliesslich Schattenrisse \/ Silhouetten, Rackham als Meister derselben, hier erstmals erprobt.<\/p>\n<p><strong>Andere Autorinnen und Autoren:<br \/><\/strong>Jane Austen, Emma: 1849 G 575. <br \/>Thackeray, Pendennis 1849 -im Jahr der Erstausgabe bei Tauchnitz. The Virginians, Glasgow 1859 G 213 &#8211; im Jahr der Ersterscheinung. <br \/>Mark Twain, G 729 Tauchnitz 1888 (&#8220;Selection from american humor&#8221;). Tom Sawyer: Tauchnitz 1876 (G 732) im Jahr der Erstausgabe. G 234: The Innocents abroad (New York 1870). Huckleberry Finn: 1885 Tauchnitz, im gleichen Jahr der Erstauflage (G 731).<br \/>James Joyce: Deutsche Ausgabe Ulysses 1930 im Rhein Verlag (G 352). Erstausgabe in der 3. Auflage (Privatdrucke 1927 und 1929). Englische Ausgabe G 845 von 1932 &#8211; die ber\u00fchmte Odyssey Press Edition: &#8220;Stuart Gilbert edited the text of this edition with help from Joyce, and it remains one of the key lifetime printings&#8221;. Unsere Ausgabe ist leider die Taschenbuchausgabe.<br \/>George Orwell 1984: 1950 dt. Erstausgabe (G 1007, leider in schlechtem Zustand).<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.3.1 H: Franz\u00f6sische Literatur&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.3.1&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.3.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.3.1 H: Franz\u00f6sische Literatur<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung 5.3.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Der Altbestand an franz\u00f6sischer Literatur (<strong>H, H*<\/strong>) ist etwa gleich gross wie jener der englischen. 26 Titel stammen aus dem 16.-17. Jh. Zusammengestellt sind die philosophischen Werke der bedeutenden Aufkl\u00e4rer, zum Humanismus Autoren der Pl\u00e9iade (so Cl\u00e9ment Marot, <strong>H 52b<\/strong>, und Pierre Ronsard, <strong>H 68<\/strong>), verschiedene fr\u00fche Ausgaben von Fran\u00e7ois Rabelais (<em>Oeuvres<\/em>, 2 Bde., s.l. 1559, <strong>H 70<\/strong>) nicht aber von Moli\u00e8re, Pierre Corneille und Vertretern der Barockprosa. Liebes- und Unterhaltungsliteratur, fr\u00fchneuzeitliche Werke von und f\u00fcr Frauen (z.B. <em>Les journ\u00e9es amusantes<\/em> von Madeleine Angelique Gomez, 6 Bde., Amsterdam 1731, <strong>H 41<\/strong>) oder die <em>M\u00e9moires et lettres<\/em> von Fran\u00e7oise d\u2019Aubign\u00e9, marquise de Maintenon, 16 Bde., Maastricht 1789, <strong>H 34<\/strong>) sind ebenso vorhanden wie die Gattungen der Komplimentierb\u00fccher und Hofliteratur (z.B. des Pariser Advokaten Julien Peleus, <em>Le chevalier fran\u00e7ois<\/em>,\u00a0 s.l. 1606, <strong>H 27<\/strong>). Eine Rarit\u00e4t ist die Ausgabe der <em>Proph\u00e9ties<\/em> von Nostradamus (Lyon 1568, <strong>H 63<\/strong>).<\/p>\n<p><strong>H 79<\/strong>: <strong>Voltaire: Oeuvres compl\u00e8tes<br \/><\/strong>Kehl 1785-1789.<br \/>Die &#8220;Kehler Ausgabe&#8221; ist die ber\u00fchmteste Gesamtausgabe der Werke Voltaires, erschienen in 92 B\u00e4nden im badischen Kehl am Rhein. Gesamtausgaben der Werke Voltaires waren ab 1728 regelm\u00e4s\u00adsig erschienen, zumeist ausserhalb Frankreichs wegen der Zensur. Die Kehler Ausgabe, sieben Jahre nach dem Tod des Autors erschienen, war die 7. Gesamtausgabe und die bis dahin umfassendste &#8211; eines der ambitioniertesten verlegerischen Unternehmen des 18. Jahrhunderts, entstanden unter der Herausgeberschaft von Pierre de Beaumarchais und Marie Antoine de Caritat, dem Marquis de Condorcet. Beaumarchais (Autor des &#8220;Barbiers von Sevilla&#8221; und der &#8220;Hochzeit des Figaro&#8221;) setzte sein ganzes Verm\u00f6gen f\u00fcr diese Ausgabe ein. Wegen der franz\u00f6sischen Zensur wandte sich Beaumarchais an den Markgrafen Karl Friedrich von Baden-Durlach: &#8220;Was verlangen wir? Einen Winkel der Erde, wo wir sicher sein k\u00f6nnen vor voreiligen Zensuren und einer unsere Arbeit st\u00f6renden Inquisition.&#8221; Der Markgraf erteilte 1780 &#8220;gn\u00e4digst die Erlaubni\u00df zur Aufrichtung eines Buchdruckerey und Schrift\u00adgie\u00dferey Etablissement in Unserer Stadt Kehl besonders zur Druckung derer Schriften des Voltaire mit baskevillischen Lettern&#8221;. Allerdings durften drei Werke nicht gedruckt werden, darunter der Candide, was Beaumarchais allerdings ignorierte. (<a href=\"http:\/\/www.correspondance-voltaire.de\/html\/kehler.html\">http:\/\/www.correspondance-voltaire.de\/html\/kehler.html<\/a>). Die Geschichte der Ver\u00f6ffentlichungen und Drucklegung der Werke Voltaires sind in ihrer Komplexit\u00e4t einzigartig und bis heute unvollst\u00e4ndig erforscht. Zwischen Entste\u00adhung und Drucklegung lagen oft Jahrzehnte liegen; viele wichtige Texte wurden erst posthum ver\u00f6f\u00adfentlicht. Daneben gab es zahlreiche Pirateneditionen nach unsicheren Abschriften oder gestohlenen Manuskripten, und Voltaire selber \u00fcberarbeitete und erweiterte viele seiner Texte immer wieder. <strong>H 29<\/strong>: &#8220;L&#8217;esprit de Monsieur de Voltaire&#8221;. Amsterdam 1760. (Claude Villaret), Zitatsammlung.<\/p>\n<p><strong>NL 191: Jean-Jacques Rousseau: Emile<br \/><\/strong>[Paris] 1762. Erstausgabe. Das Buch tr\u00e4gt als Erscheinungsort Amsterdam und als Verlagsnamen Jean N\u00e9aulme; das Buch erschien aber in Paris bei Duchesne \u2013 aus Angst vor Zensur und Verfolgung w\u00e4hlte man diese Tarnung. Der Emile ist das p\u00e4dagogische Hauptwerk Rousseaus. Er entwirft das Vorbild einer an der Natur des Menschen orientierten Erziehung, nur diese k\u00f6nne die moralisch verwahrloste Gesell\u00adschaft vor dem Verderben retten. Das Werk wurde ein europaweiter Skandalerfolg. In Paris wurde der <em>Emile<\/em> sogleich verboten, und auch in Genf wurde das Werk auf den Index gesetzt und \u00f6ffentlich verbrannt. Sein Autor, der sich auf dem Titelblatt stolz als \u201ecitoyen de Gen\u00e8ve\u201c be\u00adzeichnet hatte, war hier wie in Frankreich mit Verhaftung bedroht, der er nur durch Flucht in die Schweiz entgehen konnte. Sicherheit fand er erst in der liberalen preussischen Enklave Neuch\u00e2tel.<\/p>\n<p><strong>MA 217:<\/strong> Contrat social (1762), Erstausgabe<\/p>\n<ul>\n<li>Gesamtausgabe: Genf 1782 <strong>(ZC 928, H 71, H 85<\/strong>). Sie haben unterschiedliche Formate und darum eine unterschiedliche Anzahl B\u00e4nde. 1782 war das politische Klima in Genf liberaler als 20\u00a0 Jahre zuvor, und nach dem Tod Rousseaus bildete sich ein Verein zur Publikation seiner Werke, die rasch in mehreren Ausgaben erschienen, wir haben eine der ersten davon. Eine der Ausgaben (H 85?) steht auf der Galerie \u00fcber dem Vestib\u00fcl.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>H 35: Fables choisies, La Fontaine<br \/><\/strong>Amsterdam 1705.<br \/>Frontispiz: Leierspieler, umgeben von lauschenden Tieren. Andere Ausgaben: <strong>H 35a: Fables de la Fontaine. <\/strong>Paris, Thieriot \/ Belin o.J.. mit Ill. <strong>H 37: Fables, <\/strong>Paris 1788. <strong>H 43: Oeuvres diverses, <\/strong>Paris 1744<\/p>\n<p><strong>H 69: Oeuvres de Rabelais<br \/><\/strong>La Haye 1789. Wenige Ill.<br \/><strong>H 70: Les \u0153uvres de M. Francois Rabelais, Docteur en m\u00e9dicine.<br \/><\/strong> Erstausgabe 1532, sp\u00e4tere B\u00e4nde 1552 und 1563. M\u00f6glicherweise seltene Ausgabe. Erste vier B\u00fccher von Gargantua und Pantagruel plus die &#8220;prognostication pantagrueline&#8221; nach Buch 2, eine Parodie auf die Almanache und die Astrologie S.401.<\/p>\n<p><strong>H 40: Montaignes Werke<br \/><\/strong>Berlin 1793.<br \/>Erste Ausgabe der Bode\u2019schen \u00dcbersetzung, mit dem oft fehlenden Registerband (Band 7) und mit den 2 Bl. Nachschrift Bodes an den Verleger in Band 2 sowie beiden Portr\u00e4ts. Dies ist die zweite deutsche \u00dcbersetzung. Die erste wurde 1753-54 in 3 B\u00e4nden von J. D. Titius (Tietz) herausgegeben (<strong>H 56:<\/strong> Leipzig 1753. Mit Portrait.) . Band 6 enth\u00e4lt ein l\u00e4ngeres literarisches Portr\u00e4t Bodes (144 S., mit separatem Titelblatt \u201eBode\u2019s literarisches Leben&#8221;) von Carl August B\u00f6ttiger und Bodes gestoch. Portr\u00e4t nach Heinsius von Lips. Das andere Portr\u00e4t stellt Montaigne (1533-1592) dar, gestochen von Ringck nach Pruneau. Gegenstand der ab 1572, dem Jahr der Bartholom\u00e4usnacht, \u00fcber einen Zeitraum von 22 Jahren verfassten Betrachtungen sind nahezu alle sittlichen Fragen und die Schw\u00e4chen und Tugenden des Menschen.&#8221;. Die zuerst 1580 erschienenen \u201eEssays&#8221; \u2013 der lapidare Titel wurde in k\u00fcrzester Zeit zu einem neuen literarischen Gattungsbegriff \u2013 wurden von Montaigne st\u00e4ndig erweitert, umgearbeitet und ver\u00e4ndert. Die letzte Fassung wurde 1595 von seiner Adoptivtochter Marie de Gournay ver\u00f6ffentlicht. Weitere Ausgaben: <strong>H 50:<\/strong> 1616, <strong>H 51:<\/strong> La Haye 1727. Mit Portrait, <strong>H 56:<\/strong> Leipzig 1753. Mit Portrait.<\/p>\n<p><strong>H 57 Montesquieu \u0152uvres<br \/><\/strong>Amsterdam\/Leipzig 1758.<br \/>\u00c9dition publi\u00e9e par Richer, avocat au parlement, d\u2019apr\u00e8s les manuscrits communiqu\u00e9s par la famille et les changements propos\u00e9s par l\u2019auteur lui-m\u00eame, et imprim\u00e9e par Moreau, ancien secr\u00e9taire de Montesquieu, c\u00e9l\u00e8bre par son \u00e9rudition, qui corrigea les \u00e9preuves. 2. Gesamtausgabe (Erstausgabe London 1757) und Referenzausgabe. Weitere Ausgaben: <strong>H 58:<\/strong> \u0152uvres. London 1772. <strong>H 60: <\/strong>\u0152uvres mel\u00e9es et posthumes. Paris 1807.<\/p>\n<p><strong>H 96: Victor Hugo: La L\u00e9gende des si\u00e8cles<\/strong><strong><br \/><\/strong>Paris 1862.<br \/>Gedichtzyklus, Erstausgabe Br\u00fcssel 1859 im Exil &#8211; Widmung &#8220;A la France&#8221;. Die beiden neuen Serien scheinen zu fehlen. <strong>H 97a: Napoleon der Kleine. Gera 1852. <\/strong>Polemik gegen den Staatsstreich Napoleons III 1851, frz. 1852.<\/p>\n<p><strong>H 67: Oeuvres de Racine<br \/><\/strong>Paris 1768.<br \/>Titelkupfer.<\/p>\n<p><strong>H 90: Oeuvres de Moli\u00e8re<br \/><\/strong>Utrecht 1713.<br \/>Mit Stichen. Ebenso: H 90a (Amsterdam 1713).<\/p>\n<p><strong>H 86: <\/strong><strong>F\u00e9nelon, Telemach.<br \/><\/strong>Amsterdam 1734. Viele weitere Ausgaben.<\/p>\n<p><strong>H 203: Emile Zola La D\u00e9b\u00e2cle<br \/><\/strong>Paris 1892 H 203, Erstausgabe. Weitere zeitgen\u00f6ssische Ausgaben Zolas sind z.B.\u00a0 Le r\u00eave H 792 von 1888; Rome H 276 von 1896; Lourdes 1894 H 212.<\/p>\n<ul>\n<li>Balzac: Physiologie du mariage ou M\u00e9ditations de philosophie \u00e9clectique sur le bonheur et le malheur conjugal H 283a, 1843.<\/li>\n<li>Salambo deutsch, 1863 H 406. \u00c4lteste Mme Bovary 1939, dt. Education sentimentale: 1916 (H 302).<\/li>\n<li>Stendhal: Chartreuse de Parme, H 189: 1846. Mit einer Studie Balzacs und der Antwort Stendhals darauf. Rouge et noir: s.a., H 207a.<\/li>\n<li>Saint-Exup\u00e9ry. Vol de nuit 1931 (erstes Erscheinungsjahr, aber x-te Auflage: H 784. Citadelle 1948, dito, H 1332. Petit prince erstmals 1951, H 1016.<\/li>\n<li>Proust: Keine alten Ausgaben.<\/li>\n<li>Diderot: Weniges 18. Jh., zusammen mit Salomon Gessner (?).<\/li>\n<li>Camus: La chute 1956, H 1188, Erstausgabe. La peste 1947 H 926, Erstausgabe. (dt 1949, 1 Jahr nach Erstver\u00f6ffentlichung: H 778. L&#8217;etranger 1942, H 1013, Erstes Jahr (dt. erst 1962, H 1302)<\/li>\n<li>Sartre: Werke 1949-1951 H 1004. Erstausgaben: Naus\u00e9e 1938 H 767. Jeux sont faits 1947 H 783.<\/li>\n<li>Baudelaire, Rimbaud, Verlaine: keine Ausgaben \u00e4lter als 1915.<\/li>\n<li>Gide: Die Heimkehr des verlorenen Sohnes. Z\u00fcrich 1953. Mit 12 Hand\u00e4tzungen von Max Hunziker (Z\u00fcrcher Maler; die Hand-Zink\u00e4tzung des 19. Jhs. wurde durch ihn wiederbelebt. \u00dcbersetzung durch den expressionistischen deutschen Dichter Ferdinand Hardekopf. <strong>WN 111.<\/strong><\/li>\n<li>Maupassant: Nichts altes.<\/li>\n<li>Genet: Journal du voleur, 1959 H 1187. Cocteau: &#8220;Leben und Werk des JC&#8221;, H 1207, 1961.<\/li>\n<li>Voyage au bout de la nuit 1933, H 1358 (Erstausgabe 1932)<\/li>\n<li>Duras: Moderato cantabile dt. 1959 H 1284.<\/li>\n<li>Ionesco: Nash\u00f6rner 1959 WA 3825\/5<\/li>\n<li>Ramuz: Taille de l&#8217;homme 1935 (1. 1933) H 535. Derborence 1936 (1. 1934, H 543). Si le soleil ne revenait pas\u2026 1939 (1. 1937) H 574. Chant de p\u00e2ques 1951 posthum Erstausgabe H 1305. Deutsch: Gesammelte Werke 1921 H426a. Geschichte vom Soldaten Erstausgabe 1924 EC 1337, dito weitere.<\/li>\n<li>Cendrars: L&#8217;Or 1931 H 613. (1. 1925)<\/li>\n<li>Simenon: \u00c4ltere Erstausg. nur En cas de malheur 1956, H 1089, le grand Bob 1954 H 1090.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>H 2: Werke D&#8217;Alemberts.<\/strong><br \/>Paris 1799.<br \/>Bemerkenswert wegen der revolution\u00e4ren Z\u00e4hlung &#8220;an VII 1799 vieux style&#8221;<\/p>\n<p><strong>H 6:<\/strong> <strong>Louis-S\u00e9bastien Mercier: L&#8217;an deux mille quatre cent quarante<\/strong>.<br \/>London 1772. Wie die Erstausgabe anonym. Das Werk ist der &#8220;Urvater&#8221; der Science Fiction. <em>L\u2019An 2440<\/em> ist ein utopischer Roman, in dem die Realit\u00e4t des franz\u00f6sischen Absolutismus dem Ideal einer freien, auf vern\u00fcnftigen \u00dcbereink\u00fcnften basierenden Gesellschaft gegen\u00fcbergestellt wird. Dabei nimmt die Kritik der bestehenden Zust\u00e4nde einen grossen Teil ein. Erste Utopie mit kokretem Datum und konkretem Ort (Paris).<\/p>\n<p><strong>H 21:<\/strong> <strong>Brant\u00f4me, Oeuvres<br \/><\/strong>La Haye 1740 (2. Auflage)<\/p>\n<p><strong>H 22: Alicia, ou le Cultivateur de Schaffhouse, Charlotte Bournon-Malarm\u00e9<br \/><\/strong>Paris, Jahr 13 (1807).<br \/>Charlotte de Bournon (1753-1842) aus Metz, Verfasserin von 117 Romanen. Selten. Zu SH: Band 2, S. 122; 143. <a href=\"http:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/bpt6k63424357\">http:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/bpt6k63424357<\/a><\/p>\n<p><strong>H 42: Peter Ochs L&#8217;Incas D&#8217;Otahis<\/strong><br \/>Basel 1807.<br \/>Mit Widmung an Johannes von M\u00fcller. Nie aufgef\u00fchrte (?) Trag\u00f6die.<\/p>\n<p><strong>H 48b: Henri Estienne, <\/strong>Les premices.<br \/>1594<br \/>Sprichwortsammlung. Erstausgabe.<\/p>\n<p><strong>H 49: le Mars a la Mode\u00a0 de ce temps<br \/><\/strong>Li\u00e8ge 1672.<br \/>Offenbar ein Hungaricum (Apponyi 971, ZB GA 31929). Beigebunden ist das Traktat &#8220;les moyens de la france pour ruiner le commerce des hollandois&#8221;, Br\u00fcssel 1671. Holl\u00e4ndisches Pamphlet, beim Buchbinder und Drucker Reyndert Jansz Moerbeeck?<\/p>\n<p><strong>H 75: Madame de Sta\u00ebl: Corinne<\/strong> ou L&#8217;Italie.<br \/>Paris 1807 &#8211; Erstausgabe. (De l&#8217;Allemagne: H165a, keine Erstausgabe, Oeuvres in\u00e9dites, Paris 1821, Erstausgabe (inkl. Dix ann\u00e9es d&#8217;exile).<\/p>\n<p><strong>H 83: Valentin et Orson. Rouen. (<\/strong>Romain de Beauvais, 15xx-1643?).<br \/>Evt. seltene Ausgabe? &#8220;<strong><em> Valentin et Orson<\/em><\/strong> est un roman de chevalerie rattach\u00e9 au cycle carolingien. C&#8217;est l&#8217;histoire de deux fr\u00e8res jumeaux, abandonn\u00e9s dans les bois en bas \u00e2ge. Valentin est \u00e9lev\u00e9 comme un chevalier \u00e0 la cour de P\u00e9pin le Bossu, alors qu&#8217;Orson grandit dans la tani\u00e8re d&#8217;une ourse et devient un homme sauvage des bois. Les deux fr\u00e8res seront amen\u00e9s \u00e0 se combattre sans savoir qu&#8217;ils sont fr\u00e8res, ce qu&#8217;ils d\u00e9couvriront plus tard par le biais d&#8217;un oracle. Les deux hommes finissent par sauver leur m\u00e8re Bellisant, s\u0153ur de P\u00e9pin et \u00e9pouse d&#8217;un empereur \u00e9tranger qui l&#8217;a injustement r\u00e9pudi\u00e9e, de l&#8217;emprise d&#8217;un g\u00e9ant nomm\u00e9 Ferragu de Portingal&#8221;<\/p>\n<p><strong>H 100: Mistral: Mireia (<\/strong><strong>Mir\u00e8io<\/strong><strong>).<\/strong><br \/>Heilbronn 1884\u00a0 -erste dt. \u00dcbersetzung 1880, frz. 1859. Sein Hauptwerk. <strong>H 100a<\/strong>: provenzalische Ausgabe.<\/p>\n<p><strong>H 157:<\/strong> <strong>Histoire de la r\u00e9volution fran\u00e7aise<\/strong> F.A. Mignet<br \/>Paris ca. 1840-1850. H157a: sind die 60 Kupfertafeln dazu, Stuttgart 1835. 60 Kupfer-Tafeln, nach Zeichnungen von Veny, Prieur, Duplessi Berteaux, Girardet u.a. gestochen von H. Willmar, C. Schleich, Ant. Kr\u00fcger, Jos. Hutter, Alois Gleich, Joh. Carl Bock u.a. Quer-4to (222 x 27,5 cm). Die Tafeln illustrieren die Ereignisse vom 28. April 1789 bis zum 9. u. 10. November 1799. &#8211; Fran\u00e7ois-Auguste Mignet (1796-1884), franz\u00f6sischer Historiker, Rechtsanwalt u. Journalist, ver\u00f6ffentlichte 1824 seine zweib\u00e4ndige Geschichte der Franz\u00f6sischen Revolution, die entscheidend zur Entstehung des liberalen Revolutionsmythos beigetragen hat. &#8211; Heinrich Elsner (1806-1858), Schriftsteller u. \u00dcbersetzer. &#8211; Jean Duplessis-Bertaux (1747-1820), franz\u00f6sischer Maler, Zeichner u. Graphiker; Abraham Girardet (1764-1823), Schweizer Zeichner u. Graphiker (Hist. Lex. d. Schweiz); Johann Carl Bock (1757-1843), N\u00fcrnberger Kupferstecher (Thieme\/ Becker 4, S. 159).<\/p>\n<p><strong>H* 1: Le Parnasse Fran\u00e7ois (Titon du Tillet)<br \/><\/strong>Paris 1732.<br \/>Enth\u00e4lt ein Supplement (zwei folgende fehlen) und ein Traktat \u00fcber Poesie und Musik. Zweite Ausgabe, die erste im Folioformat, illustriert mit einem sch\u00f6nen Frontispiz, das von N. Tardieu gestochen wurde, einem Portr\u00e4t des Autors, einer Titelvignette, 4 Kopfzeilen, 12 Tafeln mit Medaillen und 12 sehr sch\u00f6nen Portr\u00e4ts von Literaten und Musikern des grossen Jahrhunderts (Racan, Moli\u00e8re, Henriette de Coligny, Pierre Corneille, Lully, Quinault, Claude-Emmanuel Loullier (mit dem Beinamen Chapelle), Mme Deshouli\u00e8res, La Fontaine, Racine, Segrais, Madeleine de Scud\u00e9ry, Boileau und Jean-Baptiste Rousseau). Titon du Tillet plante dieses Projekt urspr\u00fcnglich als einen riesigen Skulpturengarten zu Ehren der grossen Dichter, Musiker und K\u00fcnstler der Herrschaft Ludwigs XIV. Die gesch\u00e4tzten Kosten von mehr als zwei Millionen Livres zwangen ihn, das Projekt abzubrechen und mit diesem \u00fcberschaubareren Monument im Druck zu beginnen. Der Parnasse ist eine grundlegende Informationsquelle \u00fcber den franz\u00f6sischen Barockkomponisten.<\/p>\n<p><strong>H* 7: Paul et Virginie. Bernardin de Saint-Pierre<\/strong><strong><br \/><\/strong>Paris 1868.<br \/>Zeichnungen durch den belgischen Illustrator Hyppolite de la Charlerie. Sehr erfolgreicher Roman des sp\u00e4ten 18. Jhs. \u00fcber Kinder, die auf einer tropischen Insel in Unschuld aufwachsen, sp\u00e4ter Liebe, Irrungen und Wirrungen.<\/p>\n<p><strong>H* 8: Les types de Paris<br \/><\/strong>1889. Dessins de Jean-Fran\u00e7ois Raffa\u00eblli.<br \/>Jean-Fran\u00e7ois Raffa\u00eblli (1850-1924), Sch\u00fcler von G\u00e9r\u00f4me an der \u00c9cole des Beaux-Arts, deb\u00fctierte 1870 im Salon. Er begann mit Landschaftsmalerei und wandte sich bald naturalistischen Themen zu, den Arbeitern, den Armen in den Vorst\u00e4dten und den Pariser Vororten. Seine Faktur ist von der Technik der Impressionisten beeinflusst, an deren Ausstellungen er 1880 und 1881 teilnimmt. Er malte auch Pariser Szenen. In den Serien Types de Paris, in denen sie alle Charaktere der Belle Epoque skizzieren, verbindet er Poesie, Humor und Realismus und macht dieses Werk zu einem Kompendium des Pariser Lebens im Jahr 1880. Le Figaro hat die bekanntesten Autoren der Zeit, Schriftsteller und Kolumnisten, zusammengebracht und ihnen ein ausgew\u00e4hltes Thema anvertraut, damit sie alle Charaktere dieses Paris in voller Bl\u00fcte heraufbeschw\u00f6ren. In zehn von Raffa\u00eblli reichlich illustrierten Lieferungen zieht ein wahres Kaleidoskop vor den Augen vorbei, das uns in das Leben der Belle Epoque mit all seinen Licht- und Schattenseiten eintauchen l\u00e4sst. Die Texte stammen u.a. von:\u00a0 Edmond de Goncourt, Alphonse Daudet, Emile Zola, Guy de Maupassant und St\u00e9phane Mallarm\u00e9. Die Illustrationen bestehen aus 178 Zeichnungen, von denen 78 koloriert sind und die sich \u00fcber die R\u00e4nder, den Text oder die ganze Seite verteilen. 10 Kompositionen au\u00dferhalb des Textes sind als Heliogravuren reproduziert, der Rest als Strichzeichnungen oder Zinkographie.<\/p>\n<p><strong>H* 13: Le chat bott\u00e9 (Charles Perrault)<br \/><\/strong>Lausanne: Gonin 1960. Mit Ill. von Hans Fischer [fis].<br \/>&#8220;Die von dem Schweizer Hans Fischer (1909-1958) ersonnene Paraphrase ist eine der gegl\u00fccktesten \u00fcberhaupt. Er motiviert sie mit den Worten: &#8216;Was nicht in der Geschichte steht: n\u00e4mlich, dass es f\u00fcr einen Kater gar nicht einfach ist, in Stiefeln zu stehen und auf zwei Beinen zu gehen. Das musste er zuerst lernen&#8221; (Schug)<\/p>\n<p><strong>H* 14: L&#8217;homme d\u00e9guis\u00e9 en homme<\/strong>:\u00a0<strong>Claude Roy<\/strong>.<br \/>Ill., num, sign. Hans Fischer.<br \/>Lausanne Gonin 1959.<br \/>Die surrealen Radierungen schuf der K\u00fcnstler erst vor seinem Tod, darum im Impressum nur vom Verleger signiert.- Hans Fischer, genannt \u00abFis\u00bb (1909-1958), Schweizer Grafiker und Maler, besuchte die Kunstgewerbeschule erst in Genf, dann in Z\u00fcrich. Er arbeitete als Kunstmaler, Gebrauchsgrafiker, Trickfilmzeichner, Cartoonist (etwa f\u00fcr den Nebelspalter) und auch als B\u00fchnenbildner (f\u00fcr das Cabaret Cornichon), ausserdem bekannt f\u00fcr seine Kinderb\u00fccher und Buchillustrationen. Claude Roy (1915-1997), schillernde Figur der franz\u00f6sischen Literaturszene, Schriftsteller u. Journalist, Royalist, sp\u00e4ter Resistancek\u00e4mpfer und Kommunist. Bereiste in den 1950er Jahren die USA und China und berichtete dar\u00fcber. Roy vertrat antisowjetische Positionen und trat gegen den Algerienkrieg ein.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.4 J: \u00dcbrige europ\u00e4ische und aussereurop\u00e4ische Literatur&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.4&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.4 J: \u00dcbrige europ\u00e4ische und aussereurop\u00e4ische Literatur<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung 5.4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Unter Signatur <strong>J<\/strong> aufgestellt findet sich ein kleiner Altbestand von 57 Titeln. \u00dcbersetzungen aus dem T\u00fcrkischen und Schrifttum aus asiatischen L\u00e4ndern, historische Darstellungen und Abhandlungen \u00fcber orientalische Sprachen sind hier ebenso vorhanden wie Werke der slavischen Literaturen. So Johann Jakob Reiskes <em>Proben der arabischen Dichtkunst<\/em> (Leipzig 1765, <strong>J 14<\/strong>) oder Johann Gottfried Eichhorns \u00dcbersetzung von Ibn-Tufails <em>Der Naturmensch oder Geschichte des Hai<\/em> <em>Ebn Joktan<\/em> (Berlin, Stettin 1783, <strong>J 12<\/strong>), eine arabischen Robinsonade. Erw\u00e4hnenswert auch das indische Fabelbuch <em>Abuschalem und sein Hofphilosoph,<\/em> <em>oder die Weisheit Indiens in einer Reihe von Fabeln<\/em> in der \u00dcbersetzung von Christian Balthasar Lehmus (Leipzig 1778, <strong>J 5<\/strong>),<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.4.1 Portugiesisch \/mehrsprachig&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.4.1&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.4.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.4.1 Portugiesisch \/mehrsprachig<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung 5.4.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>J 1: Lusiade (Lu\u00eds de Cam\u00f5es)<br \/><\/strong>Leipzig 1807<br \/>Zweite deutsche Gesamt\u00fcbersetzung durch Carl Gottfried Theodor Winkler (Pseudonym sonst &#8220;Theodor Hell&#8221;) und Friedrich Adolph Kuhn. In der Schweiz selten.<\/p>\n<p><strong>J 21: Amadis de Gaule<\/strong> (Amadis de Gaula)<br \/>Paris 1550<br \/>Amadis de Gaula (Amadis von Gallien) ist der Held eines Ritterromans, der \u2013\u2009zusammen mit seinen vielen Erweiterungen und Fortsetzungen\u2009\u2013 in der Renaissance eine der beliebtesten Lekt\u00fcren in Westeuropa bildete. Nach neueren Studien ist der Autor Heinrich von Kastilien (1230\u20131304), ein Sohn des K\u00f6nigs Fernando III. von Kastilien. Andere gehen von einem portugiesischen Prosaroman aus, der wohl um 1370 von Vasco de Lobeira geschrieben wurde, dessen Urtext aber verschollen ist. Aus den Urfassungen des 14. Jahrhunderts entstanden in der Renaissance die <em>Amadisromane<\/em>. Der Text schildert die Heldentaten und Tugenden des Titelhelden und beruht auf dem Stoff der Artussagen: Amadis ist der Sohn des K\u00f6nigs Perion von Gallien und der britischen Prinzessin Elisena; er wird als S\u00e4ugling ausgesetzt und nach Schottland verschlagen. Dort verliebt er sich in Oriana, die Tochter des K\u00f6nigs Lisuart von England, die er nach Pr\u00fcfungen und Irrungen heiratet. Die Figur des Amadis war in der Renaissance sehr beliebt. In die franz\u00f6sische Sprache gingen in der Folge W\u00f6rter ein wie <em>amadis<\/em> \u201aritterlicher Mann, verf\u00fchrerischer Mann\u2018, <em>amadis\u00e9<\/em> \u201aerlesen; anma\u00dfend, pomp\u00f6s, geschraubt\u2018, <em>amadisien<\/em> \u201aritterlich\u2018 und <em>amadiser<\/em> \u201averf\u00fchren\u2018. Die Beliebtheit hielt sich auch in der Barockzeit: Ausgehend von der 1684 uraufgef\u00fchrten, von Jean-Baptiste Lully komponierten Oper <em>Amadis,<\/em> in welcher die Hauptfigur ein Kleid mit engen \u00c4rmeln trug, wurde <em>amadis<\/em> zum Wort f\u00fcr den \u201aengen Hemd- oder Halb\u00e4rmel\u2018 und schlie\u00dflich in der Verkleinerungsform <em>Amad\u012bsli<\/em> im Elsass und in Basel f\u00fcr den Pulsw\u00e4rmer. Cervantes gab im Don Quijote die Amadis-Texte der L\u00e4cherlichkeit preis.<\/p>\n<p><strong>J 85: Le parfait courtisan<\/strong>, Baldassare Castiglione<br \/>Lyon 1585.<br \/>Zweisprachige Ausgabe ital.\/deutsch. Erstausgabe 1528, frz.: 1537. Die vorliegende Ausgabe ist die zweite franz\u00f6sische, durch Gabriel Chappuys, der auch den &#8220;Amadis de Gaule&#8221; \u00fcbersetzte (s.o., J 21). Referenzwerk der h\u00f6fischen Renaissance- Gesellschaft, geh\u00f6rt neben Ariosts Orlando Furioso und Machiavellis Principe zu den bedeutendsten Leistungen der italienischen Literatur der Renaissance.<\/p>\n<p><strong>J 114\/1: Histoires tragiques (Matteo Bandello- Pierre Boaistuau)<br \/><\/strong>Turin 1582.<br \/>Matteo Bandello, italienischer Dichter des 16. Jhs., verfasste Novellen im Stil Bocaccios. Shakespeares Romeo und Julia geht auf die dritte Geschichte dieses Bandes zur\u00fcck (S. 38), in der\u00a0 vorliegenden frz. \u00dcbersetzung von Pierre Boaistuau, auch Pierre Launay or Sieur de Launay, weitverbreitet. Diese Ausgabe in der Schweiz offenbar nicht vorhanden (Erstausgabe 1559).<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.4.2. Arabisch und Hebr\u00e4isch, %22Orient%22<\/p>\n<p>&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.4.2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.4.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.4.2 Arabisch, Hebr\u00e4isch, Persisch, Indisch<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 5.4.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>J 2: Morgenl\u00e4ndische Pflanzen auf n\u00f6rdlichem Boden<br \/><\/strong>Frankfurt 1807.<br \/>&#8220;Sammlung neuer hebr\u00e4ischer Poesien, hebr.\/dt., \u00dcbersetzt von Salomon Jacob Cohen, dt. Hebr\u00e4ist und Bibel\u00fcbersetzer der j\u00fcdischen Aufkl\u00e4rung (Haskala). In der Schweiz sonst nur an der UB Basel.<\/p>\n<p><strong>J 5: Abuschalem und sein Hofphilosoph<br \/><\/strong>Leipzig 1778<br \/>&#8220;Mittelbar aus dem Indischen, und unmittelbar aus dem Griechischen \u00fcbersetzt&#8221; von Christian Balthasar Lehmus. Es handelt sich dabei um das Panchatantra (Sanskrit, w\u00f6rtl.: \u201ef\u00fcnf Gewebe\u201c), eine altindische Dichtung in f\u00fcnf B\u00fcchern. Die heute bekannte Form ist zwischen dem sp\u00e4ten 3. und 6. Jahrhundert n. Chr. entstanden und ist eine Sammlung moralischer Geschichten, Fabeln und Tiergeschichten. Sie wurden im indo-iranischen Kulturkreis zur Erziehung der Prinzen am Hofe benutzt, um die Kunst der Verwaltung und weltliche Weisheiten zu vermitteln. Im persischen Sassanidenreich wurde das Werk stark rezipiert. Auch bekannt als die &#8220;Fabeln des Bidpai&#8221;. In der Schweiz nur in der Vadiana vorhanden. Dazu passend: <strong>J 8<\/strong>: Sammlung asiatischer Original-Schriften, Band 1: Indische (Z\u00fcrich 1791). Die Seiten sind hier noch nicht aufgeschnitten\u2026 das Buch ist ungelesen seit \u00fcber 200 Jahren!<\/p>\n<p><strong>J 7: Jayadeva: Gita-Govinda<br \/><\/strong>Weimar 1802<br \/>Jayadeva, indischer Dichter des 12. Jhs., Verfasser des Gitagovinda, H\u00f6hepunkt der sp\u00e4ten Sanskrit-Lyrik. Es beschreibt in zw\u00f6lf Ges\u00e4ngen die Liebesbeziehung zwischen Krishna (Govinda), seiner Gef\u00e4hrtin Radha und den Hirtenm\u00e4dchen Gopis. \u00dcbersetzer war Friedrich Majer, ein Weimarer Historiker,\u00a0 es ist dies die erste deutsche \u00dcbersetzung aus dem Englischen von Sir William Jones, dem bedeutenden Sanskrit-Experten. Sch\u00f6ne Illustration Krishnas auf dem Titelspiegel. Dazu William Jones: <strong>J6<\/strong> &#8211; Poems\u2026 from the asiatick languages. Altenburg, 1774.<\/p>\n<p><strong>J 10: Enzyklop\u00e4dische \u00dcbersicht der Wissenschaften des Orients, Joseph von Hammer-Purgstall<br \/><\/strong>Leipzig 1804<br \/>Seltene Erstausgabe des bedeutenden \u00f6sterreichischen Orientalisten, eine \u00dcbersetzung von K\u00e2tip \u00c7elebis bibliographischer Enzyklop\u00e4die (Universalgelehrter des 17. Jhs. in Konstantinopel, auch Haji Khalifa genannt). Der Autor bleibt anonym, unser Exemplar ist von Johannes von M\u00fcller, der den Autor handschriftlich nennt. Hammer \u00fcbersetzt das Werk als eben Dreissigj\u00e4hriger w\u00e4hrend seiner Zeit als \u00f6sterreichischer Legationssekret\u00e4r in Istanbul und erg\u00e4nzt den Grundtext aus sechs weiteren Handschriften. &#8211; Katib \u00c7elebis Einleitung beleuchtet Geschichte, Systematik und Wertsch\u00e4tzung der Wissenschaften im Orient. Es folgen ihre \u00fcber 300 Ver\u00e4stelungen in sieben Klassen: Schriftkunst; Philologie und Geschichte; Prop\u00e4deutik; spekulative Philosophie einschlie\u00dflich s\u00e4mtlicher Natur- und Geheimwissenschaften, Medizin und Musik (mit knapp 250 Seiten die umfangreichste Abteilung); Praktische Philosophie (Ethik, Staatslehre etc.); Rechtslehre und Theologie; ferner Wissenschaft des Innern oder Askese. Jeder Zweig ist mit dem Originaltitel in Breitkopfs arabischen Typen gegeben, teils ausf\u00fchrlich kommentiert (bis hin zu einer Instrumentenkunde der Astronomie und Musik), und mit einschl\u00e4gigen Autoren und Werken versehen. Dazu passt: Die <strong>Divan-\u00dcbersetzung des<\/strong> <strong>Hafis <\/strong>des gleichen Autors (2 Bde., Stuttgart, T\u00fcbingen 1812-1813, <strong>J 19<\/strong>). Sp\u00e4tere Ausgabe: Hamburg 1856 (\u00dcbs. des Georg Friedrich Daumer).<\/p>\n<p><strong>J 11: Latifi<\/strong>, Biographische Nachrichten<br \/>Z\u00fcrich 1800.<br \/>T\u00fcrkischer Chronist des 16. Jahrhunderts.<\/p>\n<p><strong>J 12: Der<\/strong> <strong>Naturmensch oder die Geschichte des Hai Ebn Joktan<br \/><\/strong>Stettin 1783.<br \/>Es handelt sich um den arabisch-spanischen Philosophen, Mediziner und Mystiker Ibn-\u1e6cufail Hayy ibn Yaqzan, &#8220;Der Lebendige, Sohn des Wachenden&#8221; geh\u00f6rt zu den wichtigsten Werken der arabischen Philosophie und Literatur. In der Geschichte geht es um ein Kind, das von einer Gazelle aufgezogen und nur von Natur und Tieren umgeben auf einer einsamen Insel aufw\u00e4chst und bis zum 50. Lebensjahr die Erkenntnis der Allmacht Gottes erlangt. Das Werk soll auch Vorbild von Defoes Robinson Crusoe gewesen sein. Die vorliegende Ausgabe ist die erste \u00dcbersetzung aus dem arabischen ins deutsche (Johann Gottfried Eichhorn, Orientalist und Historiker im Umfeld von Lessing).<\/p>\n<p><strong>J 14: Reiske, Proben der arabischen Dichtkunst<br \/><\/strong>Leipzig 1765<br \/>Johann Jacob Reiske gilt als einer der Begr\u00fcnder der Arabistik und als bedeutendster deutschsprachiger Arabist des 18. Jhs. Arabisch-deutsche Edition von Gedichten des al-Mutanabbi, dem bedeutenden abbasidischen Dichte des 10. Jhs. Schweiz: Genf und ZB Z\u00fcrich.<\/p>\n<p><strong>J 15: al-Hariri, Consessus.<br \/><\/strong>Frankfurt 1733.<br \/>Moralische Essays des irakischen Gelehrten und Dichters al-Hariri al-Basri \u00a0des 12. Jhs, aus einem Manuskript der Bibliothek in Leiden ins Lateinische \u00fcbersetzt vom Groninger Theologen und Orientalisten Albert Schultens.\u00a0<\/p>\n<p><strong>J 15b: De fatis linguarum\u2026, Bernhard Freiherr von Jenisch<\/strong>. <br \/>Wien 1780.<br \/>Wiener Orientalist, Neuherausgabe des arabisch-persisch-t\u00fcrkischen W\u00f6rterbuchs von Meninski (Fran\u00e7ois Mesgnien, 17. Jh.) in vier B\u00e4nden. Der Schaffhauer Band ist seine Einleitung zum W\u00f6rterbuch, anonym als Separatdruck herausgekommen. Jenisch hatte Johannes von M\u00fcller als Hofbibliothekar angestellt. Selten; in der Schweiz nur in Lausanne, Genf, Bern. Sch\u00f6ne arabische Schriftproben.<\/p>\n<p><strong>J 16: Carmina des \u02bfAl\u012b ibn Ab\u012b T\u0101lib (Kalif Ali)<br \/><\/strong>Leyden 1745<br \/>Lateinisch-arabische Ausgabe von Gedichten, die Kalif Ali, dem Stammvater der Schiiten, Vetter und Schwiegersohn des Propheten, ersten Imam des Islam, zugeschrieben sind. \u00dcbersetzer: Gerardus Kuypers, niederl\u00e4ndischer Theologe. Schweiz: ZB, UB Basel, Genf.<\/p>\n<p><strong>J 17: Flores Grammaticales Arabici Idiomatis<\/strong><strong><br \/><\/strong>Padova 1687<br \/>Arabische Grammatik des Franziskaners Agapitus a Valle Flemmarum (Val di Fiemme in den Dolomiten) (1653-1687), Missionar im Orient und sp\u00e4ter Arabischdozent am Priesterseminar in Padova mit p\u00e4pstlicher Druckgenehmigung von 1685. Das Werk behandelt nicht nur das Hocharabische, sondern, ganz missionspraktisch, auch umgangssprachliche Elemente. Die in Schaffhausen vorhandene Originalausgabe ist sehr selten, verbreitet ist das Werk in einem Nachdruck von 1845.<\/p>\n<p><strong>J 18: Grammatica Linguae Persicae<\/strong> des <strong>Franz von Dombay<br \/><\/strong>Wien 1804.<br \/>Mit Beispielen lateinisch-persisch. Schweiz nur ZB und Genf.<\/p>\n<p><strong>J19a: Studiis sinicis, Antonio Montucci<br \/><\/strong>Berlin 1808.<br \/>Vorstudien zu einem ambitionierten chinesischen Lexikon des italienischen Gelehrten Antonio Montucci &#8211; sehr farbiges Leben: <a href=\"http:\/\/www.treccani.it\/enciclopedia\/antonio-montucci_(Dizionario-Biografico)\/\">http:\/\/www.treccani.it\/enciclopedia\/antonio-montucci_(Dizionario-Biografico)\/<\/a>. Fr\u00fche chinesische Zeichen in Europa gedruckt. In der Schweiz nicht vorhanden, auch Deutschland selten. Mit handschriftlicher Widmung Montuccis an Kaiser Napoleon.<\/p>\n<p><strong>J 110: Tausend und eine Nacht. <br \/><\/strong>Berlin: Henius, 1814<br \/>Vier B\u00e4nde, erste vollst\u00e4ndige \u00dcbersetzung durch Gustav Weil. Illustrationen zum Teil farbig durch den Mulhouser Illustrator Fernand Schultz-Wettel. Weitere Ausgaben: EC 253 von 1825, J 439 (Breslau 1827).<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.4.3 Russisch&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.4.3&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.4.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.4.3 Russisch<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 5.4.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>Tolstoj:<br \/><\/strong><strong>J 29<\/strong>: La guerre et la paix. Paris 1896. <strong>J 36:<\/strong> Das Leben, Diederichs 1911. Ausgabe von Raphael L\u00f6wenfeld, einen der ersten \u00dcbersetzer Tolstojs. <strong>J35<\/strong>: An die Arbeiter. <strong>J 54: <\/strong>Biographie und Memoiren, inkl. Fotos, Wien 1906. <strong>J 83:<\/strong> Briefe, Verlag Ladyschnikow, Berlin 1911<\/p>\n<p><strong>J 39: Melschin, Im Lande der Verworfenen<\/strong>. <br \/>Leipzig 1903<br \/>Der russische Schriftstellers Pjotr Filippowitsch Jakubowitsch (1860 &#8211; 1911) wurde f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit in der illegalen revolution\u00e4ren Organisation &#8220;Narodnaja wolja&#8221; (Volkswille) und seine kritschen Gedichte und publizistischen Arbeiten von der zaristischen Regierung erst zum Tode und dann zu Katorga verbannt. In dem vorliegenden Buch beschreibt er unter dem Pseudonym L. Melschin die Jahre, die er in sibirischen Zwangsarbeitergef\u00e4ngnissen verbracht hatte. Diese deutsche Erstausgabe ist recht selten. In Schaffhausen wegen des NV-Kongresses?<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.4.4 Andere&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.4.4&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.4.4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.4.4 Andere<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 5.4.4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>J 13: Grund-Heurath<\/strong> \/ Jacob Cats<br \/>(Basel 1657?)<br \/>Seltene \u00dcbersetzung des holl\u00e4ndischen Moralisten Jacob Cats. In der Schweiz offenbar nur an der KB Chur.<\/p>\n<p><strong>J 31: Ibsens S\u00e4mtliche Werke<br \/><\/strong>Berlin 1903 &#8211; Fr\u00fche deutsche Gesamtausgabe (S. Fischer)<\/p>\n<p><strong>J 85: Das Buch des Lappen Johan Turi. <br \/><\/strong>Leipzig 1912.<br \/>Herausgeberin: Emilie Demant, die Johan Turi, den in Kautokeino im n\u00f6rdlichsten Kreis Norwegens geborenen Lappen, &#8220;betreute, bekochte und aufmunterte&#8221;, w\u00e4hrend er die Lebensweise seines Volks nach bestem Wissen und Gewissen niederschrieb. <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1993\/10\/sklaven-der-rentiere\">http:\/\/www.zeit.de\/1993\/10\/sklaven-der-rentiere<\/a>. Wichtiges Zeugnis einer untergegangenen Kultur. Inkl. einige Zeichnungen. Erster weltlicher Text in samischer Sprache. 1993 in der Anderen Bibliothek neu aufgelegt.<\/p>\n<p><strong>J 111<\/strong>: <strong>Tagore,<\/strong> Das Heim und die Welt. <br \/>M\u00fcnchen 1920<br \/>Dt. Erstausgabe.<\/p>\n<p><strong>J 114: XVIII histoires tragiques (Matteo Bandello).<\/strong> <br \/>Turin 1568-1595.<br \/>Die Erz\u00e4hlungen von Bruder Matteo Bandello wurden erstmals 1554 ver\u00f6ffentlicht. Das in italienischer Sprache verfasste und in Lucca gedruckte Originalwerk enthielt 186 verschiedene Trag\u00f6dien und Erz\u00e4hlungen. Im Jahr 1559 wurden sechs von Bandellos Kurzgeschichten von Pierre Boisteau in einer frei \u00fcbersetzten franz\u00f6sischen Fassung ver\u00f6ffentlicht. Im selben Jahr ver\u00f6ffentlichte Fran\u00e7ois de Belleforest Comingeois franz\u00f6sische \u00dcbersetzungen von zw\u00f6lf weiteren Geschichten Bandellos. 1560 wurden diese achtzehn Erz\u00e4hlungen in einer Ausgabe aus Lyon zum ersten Mal in einem einzigen Band zusammengefasst. Diese Sammlung wurde 1563 und 1564 von Vincent Norment und Jeanne Bruneau in Paris sowie 1564 von Laurens Chancelier nachgedruckt. Die Geschichten gelten seit langem als Referenzquelle f\u00fcr mehrere Werke Shakespeares. Die Histoire dixhuitieme ist m\u00f6glicherweise die Quelle von Viel L\u00e4rm um nichts, was erstmals 1768 von Edward Capell festgestellt wurde. Andere B\u00e4nde sollen Quellenmaterial f\u00fcr Shakespeares Romeo und Julia sowie Hamlet enthalten. Jede der achtzehn Trag\u00f6dien wird mit einer Zusammenfassung eingeleitet, und das Buch schlie\u00dft mit einer Ode und einem Sonett. Es gibt rel. viele Ausgaben des 16. Jahrhunderts, diese Turiner Ausgabe scheint aber selten.<\/p>\n<p><strong>J 359: Frederike Bremer, Skizzen aus dem Alltagsleben<\/strong>. <br \/>Leipzig: Brockhaus, 1845.<br \/>Schwedische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin. Original 1828. Schweiz nicht sehr h\u00e4ufig.\u00a0 <strong>J350:<\/strong> Die Familie H. Leipzig 1841.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.5. K: Linguistik der modernen Fremdsprachen&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.5&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.5&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.5 K: Linguistik der modernen Fremdsprachen<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;5.6 L: Griechische und lateinische Linguistik und Literatur, Mythologie&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 5.6&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 5.6&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>5.6 L: Griechische und lateinische Linguistik und Literatur, Mythologie<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 5.6&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p><strong>LF 92: P\u00e4dagogischer Sammelband der fr\u00fchen Neuzeit um 1530<br \/><\/strong>Dieser Sammelband enth\u00e4lt mehrere teils stark annotierte p\u00e4dagogische Werke des Humanismus in seltenen fr\u00fchen Ausgaben: <br \/>Selecta Epigrammata, hrsg. von Janus Cornarius (Basel 1529) mit griechischen Texten in lateinischer \u00dcbersetzung von u.a. Erasmus von Rotterdam, Thomas Morus. Gedruckt bei Johannes Bebel mit der ber\u00fchmten Palme als Druckermarke, gezeichnet von Hans Holbein dem J\u00fcngeren und gestochen von Hans L\u00fctzelburger. Sie zeigt eine kr\u00e4ftige Palme mit Bebel in ihrer Krone liegend, die von einem schweren Quaderstein niedergedr\u00fcckt wird, damit sie nicht zu schnell w\u00e4chst. Der Stein ist gleichzeitig eine Druckerplatte und veranschaulicht die Schwierigkeiten des Gewerbes.<br \/>Die ber\u00fchmte lateinische Grammatik von Philipp Melanchthon (Strassburg 1526)<br \/>Plutarchs Buch \u00fcber die Kindererziehung (De liberorum institutione, K\u00f6ln 1530)<br \/>Zwinglis Schrift \u00fcber die Erziehung der Jugendlichen (quo pacto ingenui adolescentes formandi sint, Basel 1523). In dieser Schrift\u00a0bringt Zwingli sein Bildungsideal zum Ausdruck, das auch seine praktischen Bem\u00fchungen im Erziehungsbereich bestimmte. Adressat der Abhandlung war der vierzehnj\u00e4hrige Gerold Meyer von Knonau, der seit der geheimen Verheiratung seiner verwitweten Mutter Anna (geborene Reinhart und in erster Ehe mit Hans Meyer von Knonau verheiratet) im Jahr 1522 Zwinglis Stiefsohn war. Die Schrift macht in lockerer Ordnung Vorschl\u00e4ge, wie und worin man einen jungen Mann unterrichten soll. Im ersten Abschnitt geht es darum, den Geist eines jungen Mannes zur rechten Gotteserkenntnis zu f\u00fchren, also um die religi\u00f6se Glaubenserziehung. Im zweiten Abschnitt geht es um die innere Erziehung des jungen Mannes; dabei werden sowohl Aspekte der humanistischen Bildung (Sprachenlernen) angesprochen als auch Massregeln f\u00fcr richtiges moralisches Verhalten aufgestellt. Die Kenntnis des Griechischen und Hebr\u00e4ischen wird aufgrund des dadurch erm\u00f6glichten Bibelstudiums in den Originalsprachen angestrebt. Im dritten Abschnitt geht Zwingli auf die staatsb\u00fcrgerliche Erziehung ein.<br \/>Das Erziehungswerk &#8220;Pro primis tyronibus morum puerilis institutio&#8221; des Villinger Arztes Georg Pictorius (Freiburg im Breisgau 1530) &#8211; diese Ausgabe scheint sonst nur in Stuttgart und Frankfurt nachgewiesen.<br \/>Non temere credendum (Strassburg 1531) des Dion von Prusa. Dieser antike Text behandelt die Gefahr der Leichtgl\u00e4ubigkeit und war oft Teil der humanistischen Rezeption antiker Rhetorik und Ethik.<br \/>&#8220;Adversus mendacium&#8230;admonitio&#8221; des Erasmus von Rotterdam (Freiburg im Breisgau 1530), eine Streitschrift gegen den Humanisten\u00a0Heinrich Eppendorf, dem er Verrat, Verleumdung und Erpressung<\/p>\n<p><strong>LL 14: Comenius, <\/strong><strong>Eruditionis scholasticae janua, rerum &amp; linguarum structuram externam exhibens<br \/><\/strong>Schaffhausen 1664. Sch\u00f6ne Illustrationen.<\/p>\n<p><strong>LR 151: Werke der Olympia Fulvia Morata<br \/><\/strong>Basel 1562<br \/>Von den Humanistinnen der Renaissance- und Barockzeit ist Olympia Fulvia Morata (1526-1555) eine der bekanntesten. Ihre erhaltenen Briefe sowie einige Gedichte und gelehrte Reden und ein Dialog sind 1991 in deutscher \u00dcbersetzung bei Reclam in Leipzig erschienen (herausgegeben von R. K\u00f6\u00dfling). Die Basler Ausgabe von 1562 zeichnet sich vor den anderen fr\u00fchen Ausgaben (Basel 1558, 1570 und 1580) durch die gut lesbare Typographie und einen korrekten Satz aus. Olympia Fulvia Morata war die Tochter des Humanisten Fulvio Pellegrino Morato aus Ferrara und Studiengef\u00e4hrtin der Prinzessin Anna d&#8217;Este. Wie ihr Vater wandte Olympia sich der Reformation zu und musste Italien verlassen. Im Winter 1549\/50 heiratete sie den Arzt Andreas Grundler aus Schweinfurt und zog mit ihm dorthin, 1554 nach Kriegswirren und unter Verlust vieler Manuskripte weiter nach Heidelberg, wo sie bereits 1555 an der Tuberkulose starb. Dennoch konnten mehr als 50 Briefe und einige kleine Schriften der Humanistin postum im Druck erscheinen, dies dank dem reformierten Gelehrten Celio Secondo Curione (1503-1569), als Professor der Rhetorik in Basel und Freund der Familie. Er stellte die vorliegende zweite Ausgabe unter den Schutz der englischen K\u00f6nigin Elisabeth, der er in seinem Widmungsbrief als weithin leuchtendem Beispiel weiblicher Gelehrsamkeit, Tugend und Tatkraft huldigt. Der Herausgeber Curione schenkte unser Exemplar 1563 einem Sch\u00fcler, ggf. &#8220;Abele Bernaldi, Abiele Pernaldi&#8221;.<\/p>\n<p><strong>L*a 1: De Balneis<br \/><\/strong>Venedig 1553<br \/>Erstausgabe. Wichtiges Werk \u00fcber die Thermalb\u00e4der der Griechen, Lateiner und Araber, besteht aus einer umfangreichen Sammlung von Texten zur Balneologie (Badewesen), mit Ausz\u00fcgen aus den Werken von Agricola, Avicenna, Averroes, Hippokrates, Galen, Fuchs und zahlreichen anderen Autoren. Der Herausgeber war Tommaso Giunti aus der florentinisch-venezianischen Druckerdynastie der Giunta oder Giunti. Das Werk behandelt u.a. die B\u00e4der von Baden (Schweiz), Ischia, Pfaefers, Pozzuoli, Viterbo, Volterra, Wiesbaden, etc. F\u00fcnf ganzseitige Holzschnitte, darunter das Bad Fideris im Pr\u00e4ttigau (S. 295). Das seit 1464 belegte Bad Fideris wurde nach seiner Zerst\u00f6rung 1545 durch Hochwasser in den n\u00e4chsten Jahren v\u00f6llig neu gebaut. Die hierbei erstellten technischen Einrichtungen zur Wasserf\u00f6rderung galten zun\u00e4chst als so spektakul\u00e4r, dass sie 1553 mit diesem Holzschnitt dokumentiert worden sind. Es ist im Textteil &#8220;De Thermis Helveticis&#8221;, der von Konrad Gessner verfasst wurde. (Sp\u00e4ter war Fideris wieder eines der vielen kleineren B\u00e4der mit regionalem Einzugsbereich, es ist 1945 vollst\u00e4ndig abgebrochen worden). Weitere Abb.: S. 287: Schematische Darstellung eines Bads; S. 299 &#8220;Balneum Plummers&#8221; (Bad von Plombi\u00e8res-les-Bains). S. 307: Karte der oberen Adria. S. 489: Schematische Darstellung eines antiken Bads.<\/p>\n<p><strong>L*a 5: Das Todtenbuch der \u00c4gypter<br \/><\/strong>Leipzig 1842<br \/>Erstausgabe. Das \u00e4gyptische &#8220;Totenbuch&#8221;, eine lose Sammlung religi\u00f6ser bzw. magischer Begr\u00e4bnistexte, die den Toten auf ihrer Reise ins Jenseits beistehen sollten, wurde 1842 erstmals von dem preussischen Arch\u00e4ologen Karl Richard Lepsius, einem der Begr\u00fcnder der modernen wissenschaftlichen \u00c4gyptologie, so benannt. Lepsius&#8217; &#8220;Todtenbuch&#8221; ist die erste gedruckte Ausgabe eines Totenbuchs. Es gibt den ptolem\u00e4ischen Text wieder, der als &#8220;Papyrus Turin 1791&#8221; bekannt ist. \u00a0Die Texte stammen aus den hieroglyphischen Grabspr\u00fcchen, die in die W\u00e4nde von K\u00f6nigsgr\u00e4bern eingemeisselt und sp\u00e4ter auf S\u00e4rge geschrieben wurden; die fr\u00fchesten identifizierbaren Zauberspr\u00fcche aus dem Buch vom Sarg der K\u00f6nigin Menthuhotep stammen aus der Zeit um 1600 v. Chr. Mit diesem Buch legte Richard Lepsius eine f\u00fcr die damalige Zeit musterg\u00fcltige Edition eines Totenbuch-Papyrus vor. An seiner Edition orientiert sich bis heute die Nummerierung der Totenbuchspr\u00fcche Tb 1 bis 165. Der von ihm verwendete Papyrus Turin 1791 ist noch immer eine der bedeutendsten Totenbuch-Handschriften aus der Ptolem\u00e4erzeit und dient in jeder Edition eines Totenbuchs als Referenzobjekt. Die 79 sch\u00f6nen Litographien stammen von Maximilian Ferdinand Weidenbach. F\u00fcr diese Arbeit nutzte Max Weidenbach Durchzeichnungen, die Lepsius 1836 am Original hergestellt hatte. Das Buch ist in Bibliotheken nicht sehr selten, auf dem Buchmarkt aber gesucht.<\/p>\n<p><strong>L*a 19: Monumenti antichi inediti (Winckelmann)<br \/><\/strong>Roma, 1767<br \/>Erstausgabe von Winckelmanns letztem Werk der antiken Kunstgeschichte, erschienen im Eigenverlag ein Jahr vor der skandalumwitterten Ermordung des Autors in Triest. Johann Joachim Winckelmann, der ber\u00fchmteste Altertumsforscher seiner Zeit und einer der Begr\u00fcnder der Kunstgeschichte, betrachtete dieses Buch als den H\u00f6hepunkt seiner Karriere. Darin legte er seine mythologischen Interpretationen bisher unver\u00f6ffentlichter antiker Denkm\u00e4ler dar. Die italienischsprachige Einleitung &#8220;Giovanni&#8221; Winckelmanns ist eine Meditation \u00fcber die Sch\u00f6nheit, in der die \u00dcberlegenheit der griechischen Vorstellungskraft als Schl\u00fcssel zu ihrer Kunst behauptet wird. Trotz historischer Ungenauigkeiten wurde das Buch in sp\u00e4teren Jahrzehnten von den zahlreichen &#8220;Winckelmann-Fans&#8221; enthusiastisch aufgenommen, wodurch es grossen Einfluss auf die Entwicklung des Fachs Kunstgeschichte entwickelte. Bis heute wertvoll ist es auch durch die detaillierte Angabe der damaligen Aufbewahrungsorte der (heute nicht immer erhaltenen) Artefakte von Museen bis zu Privatsammlungen. Der grossformatige Druck enth\u00e4lt zahlreiche illustrierende Kupferstiche. Unser Exemplar stammt aus der privaten &#8220;Bibliotheca Amicorum&#8221;.<\/p>\n<p><strong>L*a 21: Bud\u00e9: Commentarii<br \/><\/strong>Basel 1530.<br \/>Im September 1529 war beim Pariser Humanisten und Buchdrucker Ascensius als Foliant von 967 Seiten ein enzyklop\u00e4disches Nachschlagewerk zum griechischen Wortschatz und -gebrauch aus der Feder des f\u00fchrenden franz\u00f6sischen Humanisten Guillaume Bud\u00e9 erschienen, mit k\u00f6niglichem Privileg gegen Nachdruck in und Einfuhr nach Frankreich innert f\u00fcnf Jahren, um das Bud\u00e9 selber beim K\u00f6nig ersucht hatte. Im M\u00e4rz 1530, also ganze sechs Monate nach diesem Pariser Erstdruck, erscheint in Basel mit vollem Impressum und einer dreizeiligen griechischen Ehreninschrift auf Budaeus vom Basler Professor f\u00fcr Griechisch Simon Grynaeus ein Nachdruck. Er enth\u00e4lt alle Teile der Pariser Ausgabe, also auch die vierseitige Widmung und das Nachwort, aber nat\u00fcrlich nicht das franz\u00f6sische Privileg und Verbot. Zudem ist die Ausgabe leserfreundlicher und \u00f6konomischer gestaltet: statt in Zeilen hat man in Spalten gesetzt, was kleinere Typen und Papierersparnis (und damit einen niedrigeren Verkaufspreis) erm\u00f6glicht (statt 976 Seiten nur knapp 1424 Spalten, d.h. 712 Seiten). Daf\u00fcr ist der Index umfangreich und praktisch gestaltet. Mehr: <a href=\"https:\/\/ub.unibas.ch\/cmsdata\/spezialkataloge\/gg\/higg0041.html\">https:\/\/ub.unibas.ch\/cmsdata\/spezialkataloge\/gg\/higg0041.html<\/a><\/p>\n<p><strong>L*a 27: Thucydides \/ Thomas Hobbes: Eight bookes on the Peloponnesian war<br \/><\/strong>London 1629<br \/>Erstausgabe. Seltene erste Ausgabe von Thomas Hobbes erstem ver\u00f6ffentlichten Werk, seine \u00dcbersetzung von Thukydides Geschichte des Peoloponnesischen Kriegs. Sie ist die erste \u00dcbersetzung des Werks aus dem griechischen Original ins Englische. Thukydides gilt als der bedeutendste antike Historiker. Sein Bericht \u00fcber den Krieg zwischen Athen und Sparta im 5. Jahrhundert v. Chr. ist eines der ersten Geschichtswerke, das politische und ethische \u00dcberlegungen in die Geschichtsschreibung einbringt. Hobbes&#8217; Thukydides-\u00dcbersetzung, die seine Karriere als Gelehrter, Literat und Philosoph begr\u00fcndete, gilt als Ausgangspunkt f\u00fcr seine sp\u00e4tere politische Theorie. So \u00fcbernahm Hobbes zentrale Ideen von und ordnete sie in die Struktur seiner ersten Theorie des Gesellschaftsvertrags ein. Weltweit nur in wenigen Bibliotheken nachgewiesen, BN Paris, BL London, Edinburgh, Harvard.<\/p>\n<p><strong>L*a 32: Poetae Graeci Principes<br \/><\/strong>Genf 1566<br \/>Henri Estiennes meisterhafte Zusammenstellung vorwiegend griechischer Hexameter-Gedichte, vor allem seine Homer-Ausgabe, die auf einer sorgf\u00e4ltigen Pr\u00fcfung aller bisherigen Druckausgaben sowie eines sp\u00e4ten byzantinischen Manuskripts in Estiennes Besitz beruhte. Neben Homer, Hesiod und Apollonius sind viele seltene und weniger bekannte Texte enthalten, darunter Nicanders Alexipharmica (\u00dcber Gifte), Aratus&#8217; Phaenomina und die Technopaignia (Figurengedichte) des Simias von Rhodos. Dieses Werk wird zusammen mit seinem Plato von 1578 und dem Thesaurus Graecae Linguae von 1572 als Estiennes gr\u00f6sste wissenschaftliche und typografische Errungenschaft und als ein H\u00f6hepunkt der franz\u00f6sischen Gelehrsamkeit und Druckkunst der Renaissance gefeiert. Das Werk ist in der Regel in zwei B\u00e4nden in einem einzigen Band gebunden (wie in unserem Fall).<\/p>\n<p><strong>L*a 35: Thucydides, Heraklit<br \/><\/strong>Basel 1541 und 1540 in einem Band. Aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller mit zahlreichen Randnotizen, Zusammenfassungen usw.<\/p>\n<p><strong>L* a 39a: Flavius Josephus<br \/><\/strong>Strassburg : Theodosius Rihel, 1590<br \/>Zwischen 1574 und 1630 erschienen nicht weniger als 14 Strassburger Ausgaben des Flavius Josephus, die von Konrad Lautenbach (1534\u20131595) besorgt und vom Schaffhauser Maler und Zeichner Tobias Stimmer (1539\u20131584) illustriert worden sind. Stimmer z\u00e4hlt zu den bedeutendsten K\u00fcnstlern der Sp\u00e4trenaissance. Die &#8220;J\u00fcdi\u00adsche Geschichte&#8221; ist mit 111 Holzschnittdarstellungen geschm\u00fcckt, stellenweise mit Wiederholungen. Die Abbildungen (Bl. 68) zeigen links: eine Schlachtszene zwischen den Israeliten unter Barak und den Kanaanitern des Jabin, rechts: die grausame Ermordung des kanaanitischen Hauptmanns Sisara durch Yael, die ihm mit einem Hammer einen Zeltpflock durch die Schl\u00e4fe treibt.\u00a0 &#8211;\u00a0In 2 Exp. vorhanden, Exp 2 ist aus der Bibliothek des Kunstvereins und in besserem Zustand.<\/p>\n<p><strong>L*a 48: Descriptionis Ptolemaicae Augmentum (Corneille Wytfliet)<br \/><\/strong>Leuven 1598. 2. Edition<br \/>Zweite Ausgabe des fr\u00fchesten Amerika-Atlas, der erstmals 1597 ver\u00f6ffentlicht wurde. Cornelis van Wytfliet war Sekret\u00e4r des Generalrats der Provinz Brabant in den spanischen Niederlanden. In der Universit\u00e4tsstadt Leuven \/ Louvain ver\u00f6ffentlichte er sein Augmentum zur Geographie des Ptolem\u00e4us. Sein Ziel war es, eine systematische Beschreibung der Amerikas, des &#8220;vierten Teils der Welt&#8221;, den Ptolem\u00e4us nicht kannte, zu liefern. Das seltene Werk enth\u00e4lt neunzehn Karten, eine Weltkarte und achtzehn regionale Karten von Nord- und S\u00fcdamerika. In der Geschichte der fr\u00fchen Kartographie geben die Karten in Wytfliets Atlas eine wertvolle Zusammenfassung der fr\u00fchen Kartographie Amerikas und enthalten die ersten Karten von Kalifornien und Alaska sowie die erste Nennung des Lands &#8220;Canada&#8221;.<\/p>\n<p><strong>L*a 49: Geographia Universalis Ptolemaei (Sebastian M\u00fcnster)<br \/><\/strong>Basel 1545<br \/>Fr\u00fche Ausgabe dieses grundlegenden Werks der Geographie aus dem 16. Jahrhundert. Die Geographia Universalis, die von Sebastian Munster zusammengestellt und 1545 in Basel von Henri Petri herausgegeben wurde, ist ein bemerkenswertes St\u00fcck Kartographiegeschichte. Es handelt sich um die vierte Ausgabe nach den Basler lateinischen Ausgaben von 1540, 1541 und 1542, die sich dadurch auszeichnet, dass sie viele Karten enth\u00e4lt, die in den fr\u00fcheren Ausgaben der Geographia nicht enthalten waren. M\u00fcnsters Geographia setzte einen neuen Standard f\u00fcr Weltatlanten, indem sie spezifische Kontinentalkarten von Amerika, Europa, Afrika und Asien enthielt und damit eine Konvention setzte, die in zuk\u00fcnftigen Atlanten befolgt werden sollte. Dar\u00fcber hinaus war die Geographia das erste gedruckte Werk, das Breiten- und L\u00e4ngengrade in der heute \u00fcblichen Form von Grad-Minuten-Sekunden darstellte. Der Einfluss globaler Entdeckungen wie Magellans Weltumsegelung im Jahr 1522 ist in dem Atlas ebenfalls deutlich zu erkennen und spiegelt das wachsende Interesse an der weltweiten Geografie in der Renaissance wider. M \u00fcnsters Geographia war ma\u00dfgeblich an der Entstehung einer Reihe von Weltatlanten im &#8220;modernen&#8221; Stil beteiligt, die im Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius aus dem Jahr 1570 ihren H\u00f6hepunkt fanden. Sebastian M \u00fcnsters Bem\u00fchungen um die Geographia Universalis markierten einen entscheidenden Punkt in der Geschichte der Kartographie. Sein Werk diente nicht nur als Momentaufnahme des geografischen Verst\u00e4ndnisses in der Renaissance w\u00e4hrend der Renaissancezeit. Die Geographia Universalis von Sebastian M nster leitete eine Reihe &#8220;moderner&#8221; Weltatlanten ein, die ihren H\u00f6hepunkt im Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius aus dem Jahr 1570 fanden. Sebastian M \u00fcnsters Bem\u00fchungen um die Geographia Universalis markierten einen entscheidenden Punkt in der Geschichte der Kartographie. Sein Werk diente nicht nur als Momentaufnahme des geografischen Verst\u00e4ndnisses in der Renaissance, sondern wirkte auch als Katalysator f\u00fcr die Entwicklung moderner Atlanten. Durch die durchdachte Zusammenstellung von Karten und die Beachtung neuer geografischer Prinzipien wurde M\u00fcnsters Geographia zu einem wertvollen und faszinierenden Dokument, das die sich entwickelnde Wahrnehmung der Welt im 16. Vergleich mit der vorherigen Ausgabe Im Vergleich zur Ausgabe von 1542 wurden in diesem Buch die folgenden Karten hinzugef\u00fcgt: Nova Graecia, Helvetia I Rheni, Secunda Rheni, Brabant III Rheni, Slesia, Septentr. Regiones, Transsylvania, Sclavonia, Bohemia, Valesia I, Valesia II und Nigra Silva. Die ersten sieben dieser Karten erschienen bereits in der Erstausgabe der Cosmographia von 1544, die anderen sind in diesem Buch v\u00f6llig neu. Sechs Karten, die in den ersten drei Ausgaben erschienen sind, wurden in dieser Ausgabe entfernt: Helvetia I Rheni, Alsatia II Rheni, Tertia Rheni, Quarta Rheni, Brabantia V Rheni und Schonlandia. Insgesamt ist die Zahl der Karten in der Ausgabe von 1545 also von 48 auf 54 gestiegen.<\/p>\n<p><strong>L*a 69: Reden des Demosthenes (Demosthenis Orationes)<br \/><\/strong>Basel 1532.<br \/>Zweite Ausgabe von Demosthenes im griechischen Original und erste Ausgabe des Kommentars von Erasmus und Budaeus. &#8220;Ein aussergew\u00f6hnlich sch\u00f6nes Buch, hergestellt von einem der grossen Gelehrten-Drucker der Renaissance&#8221;. Nicht sehr selten.<\/p>\n<p><strong>L*a 78 Theatrum geographiae veteris (Petrus Bertius)<br \/><\/strong>Amsterdam: Hond 1618<br \/>Dies ist eine ber\u00fchmte Ausgabe der Geographie des antiken Gelehrten Ptolem\u00e4us, besorgt durch den fl\u00e4mischen Gelehrten Petrus Bertius (Pieter de Bert). Bertius studierte in London, Leiden und Heidelberg und wurde nach seinem \u00dcbertritt zum katholischen Glauben Hofgeograph beim franz\u00f6sischen K\u00f6nig Ludwig XIII. Bertius&#8217; Werk enth\u00e4lt im ersten Teil die &#8220;Geographia&#8221; des griechischen Gelehrten Ptolem\u00e4os mit parallel gedrucktem griechischen und lateinischen Text. Dazu geh\u00f6ren 28 Karten unter Verwendung der 1587 von Mercator f\u00fcr seine Ptolem\u00e4us-Ausgabe gestochenen Platten. Sie setzen sich wie folgt zusammen: die Universalis Tabula iuxta Ptolemaeum (die antike Welt, umgeben von einer dekorativen Grenze von zw\u00f6lf K\u00f6pfen, die die Winde darstellen), zehn Karten von Europa, f\u00fcnf von Afrika und zw\u00f6lf von Asien. Der zweite Teil enth\u00e4lt die Tabula Peutingeriana, eine kartographische Darstellung des r\u00f6mischen Strassennetzes aus dem 12. Jh. verteilt auf 4 Doppelbl\u00e4tter und 14 (22?) Karten des fl\u00e4mischen Kartographen Abraham Ortelius: &#8220;Parergon&#8221;, ein Atlas der antiken Welt, die ab 1579 als Erg\u00e4nzungen zu Ortelius&#8217; Hauptwerk Theatrum Orbis Terrarum erschienen und in den folgenden Jahren erg\u00e4nzt wurden. Das sch\u00f6ne Portr\u00e4t von Mercator wurde aus der Ausgabe von 1605 \u00fcbernommen. Es handelt sich um eines der ersten B\u00fccher aus der ber\u00fchmten Amsterdamer Verlegerdynastie Elzevier. Denn obwohl die Elzeviers schon l\u00e4nger als Buchbinder, Buchh\u00e4ndler und Verleger t\u00e4tig waren, erwarb erst Isaac Elzevier 1617 eine Presse.<\/p>\n<p><strong>L*a 86: Strab\u014dnos Ge\u014dgraphik\u014dn bibloi 17 =\u00a0Strabonis\u00a0Rerum Geographicarum Libri XVII<br \/><\/strong>Genf 1587<br \/>Eine Weltkarte ist vor Seite 1 gebunden und macht diesen Druck wertvoll. Es handelt sich n\u00e4mlich um eine Mercator-Karte und geh\u00f6rt damit zu den Glanzst\u00fccken der Kartographie. Sie stammt von Rumold Mercator und wurde in dieser Ausgabe erstmals gedruckt, basierend auf der Weltkarte von 1569 des Vaters von Rumold, dem ber\u00fchmten Gerhard Mercator. In dieser wurde die heute noch verwendete Mercator-Projektion eingef\u00fchrt (winkeltreue Abbildung der Erdoberfl\u00e4che, Fl\u00e4chen unterschiedlich gross dargestellt). Rumold zeigt die Welt aber in seiner Ausgabe nicht im neuen Projektionsstil, sondern in einem Doppelhemisph\u00e4renformat. Andere Elemente von 1569 behielt Rumold bei, so die markante Ausbuchtung in S\u00fcdamerika. Feuerland ist Teil eines riesigen s\u00fcdlichen Kontinents, der sich in der \u00f6stlichen Hemisph\u00e4re fortsetzt. Und am Nordpol sind zwei der vier Inseln zu sehen, von denen Gerard Mercator annahm, dass sie den Pol umgeben. In gut sortierten Bibliotheken ist das Werk vorhanden (UB BS, BE, ZB Z, Solothurn, ETH hingegen nein). Bei uns ist das Buch, wie es sich geh\u00f6rt, Altbestand. Die 1589er Karte hat \u00fcbrigens einen eigenen Wikipedia-Eintrag: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mercator-Weltkarte_von_1587.\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mercator-Weltkarte_von_1587.<\/a><\/p>\n<p><strong>L*a 87 Speculum Romanae Magnificenciae<br \/><\/strong>Rom [1575]<br \/>1540 begann der Antiquar Antonio Lafreri (1512-1577), der als Antoine Lafr\u00e9ry aus Besan\u00e7on nach Rom gekommen war, Karten und andere Grafiken zu ver\u00f6ffentlichen, die bedeutende Monumente und Altert\u00fcmer Roms darstellen. (Besonders ber\u00fchmt sind im \u00fcbrigen Lefreris Atlanten von 1570, f\u00fcr die er mit den ber\u00fchmtesten italienischen Kartographen der Zeit zusammenarbeitete.) Diese Bilder spiegeln und befl\u00fcgeln die Begeisterung der Renaissance f\u00fcr das klassische Altertum. Mitte der 1570er Jahre druckte Lafreri die Titelseite &#8220;Speculum Romanae Magnificentiae&#8221; (das Bild der von Karyatiden gest\u00fctzten Architektur wird Etienne Dup\u00e9rac zugeschrieben). Fortan konnten Sammlungen seiner Drucke damit zusammengefasst werden: Touristen und andere Sammler, die Druckgrafiken von Lafreri gekauft hatten, stellten ihre eigene Auswahl zusammen und banden sie mit dem Titelblatt. Kopien des Speculums variieren stark in der Anzahl der Drucke und in ihrer Reihenfolge. Gewisse Motive wurden immer wieder neu herausgegeben und auch angepasst. Insgesamt geht man von einem Grundstock von etwa 200 Lafreri-Graphiken f\u00fcr das Speculum aus. Das Schaffhauser Exemplar besteht aus \u00fcber 150 Kupferstichen aus den Jahren 1546 bis 1591. Hervorzuheben sind etwa: Blatt 3: Urbis Romae descriptio (Ambrosius Brambilla, 1590) &#8211; Sicht auf das zeitgen\u00f6ssische Rom vom Gianicolo, zeigt die bedeutenden st\u00e4dtebaulichen Ver\u00e4nderungen der Zeit (neue Strassenachsen zur Verbindung der Pilgerkirchen, Kuppel des Petersdoms usw.). Blatt 4: Vera antiqui capitolii descriptio (1591): \u00dcberformat. Theatralische Darstellung eines imaginierten Kapitols inkl. G\u00f6ttern wie Merkur und Amor. Diese eindr\u00fcckliche Darstellung eines unbekannten K\u00fcnstlers, (Hrsg.: Antonio Salamanca, Gesch\u00e4ftspartner und Rivale Lafreris) ist in vielen Specula enthalten.<\/p>\n<p><strong>L*a 93: Giambattista Piranesi: Le antichit\u00e0 romane. Tomo primo<br \/><\/strong>Rom 1756<br \/>Giovanni Battista Piranesi (*1720 in Mogliano Veneto bei Treviso; \u2020 1778 in Rom), war ein italienischer Kupferstecher, Arch\u00e4ologe, Architekt und Architekturtheoretiker. Nach acht Jahren des Studiums von Artefakten, Geb\u00e4uden und Grabst\u00e4tten ver\u00f6ffentlichte er diese Sammlung von \u00fcber zweihundert Tafeln. Diese umfangreiche Dokumentation stellt eine monumentale Vermessung und Dokumentation des antiken Roms dar, wie es um 1750 erhalten war. Dabei betont er die \u00dcberlegenheit der etruskischen und r\u00f6mischen Architektur gegen\u00fcber der griechischen, im Gegensatz etwa zu Winckelmann. Piranesi etablierte sich mit diesem Werk als f\u00fchrender Experte der Arch\u00e4ologie Roms, und seine Darstellungen dienten in der Folge K\u00fcnstlern in ganz Europa als Vorlage f\u00fcr eigene Werke. Etwa die H\u00e4lfte der von ihm aufgenommenen Objekte ist heute verloren. Die vorliegende Erstausgabe ist sehr selten und wertvoll, es ist aber nur Band 1 (von 4) vorhanden.<\/p>\n<p><strong>L*a 93b<\/strong><strong>: Jean Barbault, Les plus beaux monuments de Rome ancienne<br \/><\/strong>Rom 1761<br \/>Nach dem Vorbild von Giovanni Battista Piranesi bildet Jean Barbault auf 128 Kupferstichen die ber\u00fchmtesten antiken Ruinen und Kunstwerke ab, die Touristen des 18. Jahrhunderts in Rom zu besichtigen pflegten. Abnehmer des grossformatigen Bandes waren wohlbetuchte franz\u00f6sische Reisende, die sich, wieder zu Hause, das Gesehene vergegenw\u00e4rtigen und mehr dar\u00fcber erfahren wollten. Eine deutsche Ausgabe von\u00a0 1767 befindet sich im Altbestand der Kantonsschule unter der Signatur Gym 735.<\/p>\n<p><strong>L*b 17: De Ludis circensibus<br \/><\/strong>Venedig 1600.<br \/>Der Autor Onofrio Panvinio war ein Augustinerm\u00f6nch und ein bedeutender Historiker der Renaissance \u00fcber das fr\u00fche Rom, der auch als Korrektor und Revisor der B\u00fccher der Vatikanischen Bibliothek fungierte. Das vorliegende Werk \u00fcber die Spiele, Triumphe und Zirkusse von Rom, Pompeji und Konstantinopel ist reich mit Stichen illustriert, die Gladiatorenk\u00e4mpfe, Tieropfer, r\u00f6mische M\u00fcnzen, Statuen, klassische Architektur usw. zeigen. Erstausgabe. Selten, Schweiz nur Basel, dort aber vermisst. Sch\u00f6ner Schenkungsnachweis von 1643 auf dem Titelblatt (&#8220;Joh. Jacobus Stockarus&#8221;).<\/p>\n<p><strong>L*b 18: <\/strong><strong>Roma Subterranea Novissima<br \/><\/strong>Paris 1659<br \/>Zweite Ausgabe dieses ersten Buchs \u00fcber die christlichen Altert\u00fcmer Roms, sch\u00f6ne Illustrationen. Autor: Antonio Bosio.<\/p>\n<p><strong>L*b 24: Opera Vergiliana<br \/><\/strong>Paris 1512<br \/>Sch\u00f6ne Post-Inkunabel der Texte Vergils, eingebettet in wissenschaftliche Kommentare, sorgf\u00e4ltige Edition des Humanisten Josse Bade. Vgl. <a href=\"https:\/\/insula.univ-lille.fr\/2011\/09\/23\/virgile-edition-josse-bade-en-1512\/\">https:\/\/insula.univ-lille.fr\/2011\/09\/23\/virgile-edition-josse-bade-en-1512\/<\/a><br \/>Selten, in der Schweiz offenbar nicht vorhanden.<\/p>\n<p><strong>L*b 30: Sammelband des 16. Jhs. mit lateinischen Autoren<br \/><\/strong>Caesars De Bello Gallico in deutscher \u00dcbersetzung (Gaii Julii Cesaris des gro\u00dfmechtigen ersten R\u00f6mischen Keysers Historien vom Gallier und der R\u00f6mer Burgerische krieg, Augsburg 1532). Enth\u00e4lt \u00fcber 100 Holzschnitte von hoher Qualit\u00e4t, die meisten wohl vom sog. &#8220;Petrarca-Meister&#8221;.<br \/>Des hochber\u00fcmptesten Geschicht Schreybers Justini&#8230; Historien (Augsburg 1531). Zweite deutsche Ausgabe des &#8220;Epitoma historiarum phillipicarum&#8221; (EA 150)), eines umfangreichen historiographischen Werks von Pompejus Trogo, das nur durch das Kompendium des Justinus \u00fcberliefert ist. Die Ausgabe wird wegen ihrer pr\u00e4chtigen ikonografischen Gestaltung gesch\u00e4tzt, die durch das Frontispiz mit der Darstellung von Ninus, dem Gr\u00fcnder der antiken Hauptstadt Assyriens, und Alexander dem Grossen in mittelalterlicher R\u00fcstung wirkungsvoll eingeleitet wird. Sie enth\u00e4lt gegen 50 Holzschnitte von J\u00f6rg Breu, zahlreiche Vignetten und Initialen.<br \/>Herodianus: Historiae in deutscher \u00dcbersetzung (&#8220;Der f\u00fcrtrefflich Griechisch geschichtschreiber Herodianus&#8221; Augsburg 1531), mit Titelholzschnitt von J\u00f6rg Breu. Erstausgabe.<br \/>Cicero: Officia, in deutscher \u00dcbersetzung (&#8220;ein Buoch, So Marcus Tullius Cicero der R\u00f6mer zuo seynem Sune Marco: &#8230; in Latein geschriben&#8221;, Augsburg 1532). Titelblatt und Portr\u00e4t des Widmungsempf\u00e4ngers Johann von Schwarzenberg nach D\u00fcrer fehlen (diese sind aber vorhanden in unserer Ausgabe V* 27; in Z 101 fehlt das Titelblatt, aber das Portr\u00e4t ist da). Zahlreiche Holzschnitte von H. Weiditz (Petrarca-Meister). Erstausgabe.<br \/>Vier B\u00fccher Sexti Julii Frontini (Mainz 1532), ein Buch \u00fcber die Kriegskunst mit einigen Holzschnitten.<\/p>\n<p><strong>L*b 41: Heydenweldt des Johannes Herold<br \/><\/strong>Basel 1554<br \/>Johannes Herold (1514-1567), auch Johannes Basilius Acropolita (von H\u00f6chst\u00e4dt) genannt, war Herausgeber zahlreicher Erstdrucke literarischer, historiographischer und theologischer Texte. Dieses Buch ist eine 1554 ist eine Zusammenstellung antiker Texte zur antiken G\u00f6tterwelt, erstmals in der deutschen Volkssprache. Im Unterschied zu den bis dato erschienenen italienischen, weitgehend bildlosen Werken zur Mythographie setzt Herold auf eine reiche Bildausstattung mit Holzschnitten. In den ersten B\u00fcchern &#8220;Von den heydnischen G\u00f6ttern&#8221; sind einige der beschriebenen G\u00f6tter im Kleinformat abgebildet. Neben diesen Illustrationen zum Lauftext finden sich zwischen zwei B\u00fcchern auf Doppelseiten auch synoptische Bildzusammenstellungen der wichtigsten G\u00f6tter. Dar\u00fcber hinaus weist das Werk einige doppelseitige Tafeln auf, die Herold auf dem Titelblatt als \u201ePlanetentafeln\u201c beschreibt, wo die nach G\u00f6ttern benannten Planeten in Bezug zu anderen Planeten und Sternbildern gesetzt werden und in einer Art Horoskop die angebliche Wirkung dieser Konstellationen auf Erde und Menschen erl\u00e4utert wird. Ausserdem gibt es Landkarten antiker Gegenden und Inseln, Tierdarstellungen usw. Der Druck besteht aus vier Teilen: Herolds eigene Schrift (ungez\u00e4hlte Seiten) \u00fcber die antiken G\u00f6tter und ihre zahlreichen Namen und Beinamen, in der er, mit Erg\u00e4nzungen aus andern nicht genannten Quellen und K\u00fcrzungen, recht genau Giglio Giraldi folgt, dessen wissenschaftlichen lateinischen Stil in deutsche Erz\u00e4hlung umsetzend; dann als umfangreichster Teil (295 Seiten) die deutsche \u00dcbersetzung der \u00c4gyptenb\u00fccher Diodors, vor allem zur \u00e4gyptischen Religion; dann, mit dem k\u00fcrzeren vierten Teil zusammen auf 130 Seiten, Herolds \u00dcbersetzung des Berichts vom Trojanischen Krieg des Dictys und Dares und schliesslich die &#8220;Bildschrift Oder Entworffne Wharzeichen dero die uhralten \u00c4gypter in ihrem G\u00f6tzendienst.. an statt der buochst\u00e4blichen schrifften gepraucht habend&#8221;. Diese griechisch \u00fcberlieferte Schrift wurde im Humanismus zun\u00e4chst dem Gott Horus oder einem K\u00f6nig Horus, zugeschrieben; heute neigt man eher dazu, den Traktat einem Horusapollon zuzuweisen, der unter Zenon (474-491) in Menuthis bei Alexandria gelehrt hat. Herolds eigener Text zu Beginn ist \u00e4hnlich wie die &#8220;Planeten Tafeln&#8221; und die Hieroglyphen illustriert: im ersten Buch zwei Doppelseiten mit zuerst den &#8220;Consentes: Die entworffen abbildung und verzeichnung der zw\u00f6lff G\u00f6ttern, so bey den Heyden als die Obersten&#8230; gehalten&#8221; und folgend den &#8220;Selecti: Abbildung unnd f\u00fcrgestellte entwerrffung der Acht auszerlesznen G\u00f6tter, so vorigen Obersten Zw\u00f6lffen zuogethon..&#8221;; in den f\u00fcnf folgenden dann die Beschreibungen dieser G\u00f6tter mit jeweils ihrem Holzschnitt zu Beginn. Zum Teil weniger fein als die kleineren Hieroglyphen-Darstellungen, d\u00fcrften sie doch vom selben oder von den selben K\u00fcnstlern wie jene f\u00fcr diesen Druck geschaffen sein. Besonders fein der der zweiten Tafel zur F\u00fcllung beigegebene gr\u00f6ssere Holzschnitt &#8220;Ritter Spil&#8221;, der die Spiele von Olympia darstellt und zu ihrer Beschreibung nochmals erscheint. Die Illustration der Diodor\u00fcbersetzung stammt ausnahmslos aus dem Holzschnittvorrat der Offizin. Die Dictys-\u00dcbersetzung ist, da sich der erw\u00e4hnte Vorrat hier weniger eignete und auch keine Vorlage existierte, nicht illustriert worden.<\/p>\n<p><strong>L*b 48: Pomponius Mela, De Orbis Situ (Basel 1522) und Johannes Camers, Solini Enarrationes<br \/><\/strong>Wien 1520.<br \/>In den zweiten Druck gebunden ist die sehr seltene Weltkarte des Petrus Apianus (Wien 1520). Der Kartograph dieser Karte, Peter Bienewitz, lateinisch Apianus, wurde 1495 in Leisnig\/Sachsen geboren und wirkte ab 1520 an der Mathematische und Astronomische Schule von Wien. Die Karte ist Apians erstes Werk und das erste in Wien \u00fcberhaupt gedruckte Kartenwerk. Sie ist auch erst die zweite Karte, auf der der Name &#8220;America&#8221; zu finden ist. Die erste ist die ber\u00fchmte Weltkarte von Waldseem\u00fcller aus dem Jahr 1507, von der nur noch ein Exemplar vorhanden ist. Apian nahm diese Karte als Grundlage f\u00fcr seine mit 30x43cm viel kleinere Ausgabe als Waldseem\u00fcller. Wie diese weist auch die von Apian bearbeitete Karte eine herzf\u00f6rmige Projektion auf. Diese erfreute sich zwischen 1510 und 1570 besonderer Beliebtheit, offenbar gerade im reformatorischen Kontext. Eine Z\u00e4hlung der weltweit bekannten vorhandenen Exemplare der Karte (Zensus von Donald McGuirk in Portolan 2010 spring, S. 26-36) kam auf 55 Exemplare und sch\u00e4tzt davon ausgehend die Gesamtzahl auf 150, davon etwa 2\/3 in ein Buch eingebunden. Das Schaffhauser Exemplar z\u00e4hlt dabei zu denjenigen, bei denen die Karte &#8220;original&#8221; in das \u00e4ltere Buch (den Camers) eingebunden ist, was bei etwas \u00fcber 30 anderen Bibliotheken der Fall ist &#8211; keine davon in der Schweiz. (Die UB Basel und eine Privatsammlung haben eine lose Karte und die BCU Genf eine in das Buch von 1522 eingebundene). Diese beiden B\u00fccher sind aber durchaus nicht zuf\u00e4llig zusammengebunden. Verbindendes Glied ist der St. Galler Gelehrte und Reformator Vadian, der Herausgeber des ersten Textes war und mit dem Herausgeber des zweiten Textes, Johannes Camers, befreundet. Beide B\u00fccher kommentieren antike Geographen vor dem Hintergrund der Entdeckungen der &#8220;neuen Welt&#8221; durch die Portugiesen, Kolumbus und Amerigo Vespucci.<br \/>Der 1522 in Basel erschienene Kommentar Vadians zum Werk\u00a0&#8220;De situ orbis&#8221;des r\u00f6mischen Geographen Pomponius Mela zeigt Vadians umfangreiches Interesse an der modernen Welt und ihren Entdeckungen. In ausf\u00fchrlichen Anmerkungen kommentiert er darin z.B. die vieldiskutierte Frage nach den Antipoden, den &#8220;Gegenf\u00fcsslern&#8221; auf der anderen Seite der Erdkugel. Dabei nimmt er auch Bezug auf die Entdeckung &#8220;Amerikas&#8221; durch Vespucci und betont, dass die Erde und das Wasser der Ozeane nur eine einzige, gemeinsame Sph\u00e4re bilden k\u00f6nnten.<br \/>Johannes Camers, italienischer Theologe und Humanist im Wien, bietet in seinem Kommentar von 1520 zum Werk des r\u00f6mischen Geographen Solinus einen Abriss des antiken Wissens \u00fcber das Aussehen der Welt und ihre Bewohner. Camers konservative Haltung, in der die neuen Erkenntnisse der Entdeckungsfahrten kaum aufscheinen, war Ausl\u00f6ser f\u00fcr einen in mehreren Werken ausgetragenen Gelehrtenstreit mit seinem Humanistenkollegen Vadian \u00fcber die Bewohnbarkeit der S\u00fcdhalbkugel.<br \/>Vorbesitzer des Schaffhauser Buches war der T\u00fcbinger Astronom und Lehrer Keplers Michael M\u00e4stlin, der seinen Namen und das Jahr 1593 auf das Titelblatt schrieb. (Ihm hat die Schaffhauser Bibliothek einen weiteren Schatz, n\u00e4mlich die Erstausgabe\u00a0 von Kopernikus&#8217; &#8220;De revolutionibus&#8221; von 1543 zu verdanken). Ein sp\u00e4terer Besitzer des Buchs war Stokar von Neunforn, danach kam es in die aufkl\u00e4rerische Bibliotheca Amicorum und von dort in die Stadtbibliothek.<\/p>\n<p><strong>L*b 50: Sammelband 16. Jh., enth\u00e4lt:<br \/><\/strong>Das Ackerwerck Lucii Columelle (Strassburg 1538). Recht seltene Ausgabe des Landwirtschaftsbuchs des r\u00f6mischen Autors Lucius Junius Columella (Erstausgaben 1472 und 1482), ohne Illustrationen.<br \/>Polydorus Vergilius: &#8220;Von den Erfyndern der Dingen&#8221;, Augsburg 1537, recht seltene Ausgabe des Hauptwerks des italienischen Humanisten Polidoro Virgilio aus Urbino, De rerum inventoribus (Erstausgabe Venedig 1499 und Basel 1521). Darin beschreibt der Autor Erfindungen und Erfinder, wobei der Begriff sehr weit gefasst ist und eher eine Art Kulturgeschichte darstellt. Seine nicht unkritische Darstellung der Kirchengeschichte liess das Werk schnell auf den Index gelangen. Recht viele Holzschnitte.<br \/>Apuleius&#8217; Fabel vom Goldenen Esel (Ain sch\u00f6n lieblich Gedichte Lucii Apuleii von ainem gulden Esel&#8221; (Augsburg 1538), \u00fcbersetzt von Johann Sieder, Erstausgabe mit 78 Holzschnitten von Johann Lucas Sieder, seinem Bruder. Der &#8220;Goldene Esel&#8221; passt inhaltlich nicht zu den andern beiden B\u00fcchern. Es ist eines der ber\u00fchmtesten belletristischen Werke der Antike, in dem die Hauptperson in einen Esel verwandelt wird und so die Torheiten der Menschheit &#8220;von aussen&#8221; begutachten kann. Motive des recht freiz\u00fcgigen Buchs finden sich u.a. bei Bocaccio, Cervantes und Shakespeare und in den Fabeln von La Fontaine. Das Buch enth\u00e4lt u.a. auch die Geschichte von Amor und Psyche (5. und 6. Buch) &#8211; der Liebesgott Amor widersetzt sich seiner Mutter Venus, die eifers\u00fcchtig ist auf die sch\u00f6ne Psyche und bringt sie in den Olymp, wo er mit ihr ein Kind zeugt (Voluptas &#8211; Wollust) genannt. Venus gelingt es beinahe, Psyche zu t\u00f6ten, aber Amor verhindert das und erwirkt bei Jupiter, dass Psyche zur G\u00f6ttin erhoben und unsterblich wird. Diese Story hat auf die Kunstgeschichte grossen Einfluss gehabt &#8211; zahlreiche Gem\u00e4lde und Skulpturen zeugen davon, ebenso Ballette und Opern.<\/p>\n<p><strong>L*b 59: Historia naturalis von Plinius<br \/><\/strong>Basel 1545<br \/>Seltene grossformatige Ausgabe. Auf dem Titelblatt Besitzeintrag Johann Konrad Ulmer (selten), kam via Nikolaus Stokar von Neunforn und die Bibliotheca Amicorum in die Stadtbibliothek. Auf dem Titelblatt auch eine Preisangabe (2 Gulden 5 batzen). Vorsatzbl\u00e4tter aus einem anderen alten Druck, wohl eine Inkunabel, Bibeltexte: Vorne auf der ersten Seite &#8220;circumspexi et non erat auxiliator quaesivi et non fuit qui adiuvaret et salvavit mihi brachium meum et indignatio mea ipsa auxiliata est mihi&#8221;, Isaiah 63. Und hinten auf der ersten Seite um das Markus-Evangelium (<em>Et si omnes<\/em>\u00a0scandalizati\u00a0<em>fuerint<\/em>\u00a0in te,\u00a0<em>sed non ego<\/em>\u00a0(14,29 VUL).<\/p>\n<p><strong>L*b 78 Athanasius Kircher: A<\/strong><strong>d Alexandrum VII. <\/strong><strong>Pont. Max. obelisci Aegyptiaci<br \/><\/strong>Rom: Varesius, 1666.<br \/>Athanasius Kircher (1602-1680) war ein Universalgelehrter und gilt als einer der Begr\u00fcnder der \u00c4gyptologie. Als jesuitischer Priester und Lehrer am Collegium Romanum in Rom betrieb Kircher Forschungen in einer Vielzahl von Disziplinen wie Geographie, Astronomie, Mathematik, Sprache, Medizin und Musik. Rigorose wissenschaftliche Neugier paarte sich dabei mit einer mystischen Vorstellung der Naturkr\u00e4fte. Er nahm an der Aufstellung der Obelisken in Rom\u00a0teil. In der vorliegenden Monographie beschreibt er den &#8220;Obelisco della Minerva&#8221;, der 1667 auf dem R\u00fccken von\u00a0Berninis Elefanten vor der Kirche S.M. Sopra Minerva aufgestellt worden war und beschreibt dessen Hieroglyphen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;6. Gesellschaft&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 6&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 6&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>6. Gesellschaft<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;6.1 M: Recht, \u00d6konomie, Gesellschaft&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 6.1&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 6.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>6.1 M: Recht, \u00d6konomie, Gesellschaft<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 6.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p><strong>MB 1: Staatswirthschaft (Justi)<br \/><\/strong>Leipzig 1758 (2 B\u00e4nde)<br \/>Zweite, erheblich erweiterte Auflage von Justis wichtigstem wirtschaftswissenschaftlichem Werk, das erstmals 1755 erschien. Johann Heinrich Gottlob Justi (1717\u20131771) war u.a.\u00a0 in Wien, G\u00f6ttingen und Berlin in der staatlichen Finanzverwaltung t\u00e4tig. Er entwickelte ein breites Spektrum an Ideen f\u00fcr Wirtschaftsreformen. Neben Massnahmen zur F\u00f6rderung des Bev\u00f6lkerungswachstums und des Wettbewerbs (durch die Einschr\u00e4nkung der Macht von Z\u00fcnften und K\u00f6rperschaften) sah er die Steigerung des privaten Konsums (durch die Aufhebung von Luxusgesetzen), die Verbreitung von Manufakturen und Gesellschaften sowie das Wachstum des Aussenhandels (mit Hilfe staatlich gef\u00f6rderter Handelsgesellschaften und der Aufhebung von Ein- und Ausfuhrverboten) als Eckpfeiler f\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg an. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>MB 10: De l&#8217;administration des finances de la France (Necker)<br \/><\/strong>Paris 1785, 3 B\u00e4nde<br \/>Erstausgabe eines der bedeutendsten Werke der politischen \u00d6konomie. Jacques Necker (1732\u20131804), von 1777 bis 1781 Finanzminister unter Ludwig XVI., war einer der wichtigsten Verfechter des Neomerkantilismus. Sein nach seinem R\u00fccktritt ver\u00f6ffentlichtes Werk, das eine scharfe Kritik am Werk seines Nachfolgers Calonne enth\u00e4lt, wurde in Frankreich unmittelbar nach seinem Erscheinen verboten. Dennoch oder gerade deswegen hatte es sowohl in Frankreich als auch im Ausland grossen Erfolg. In der Einleitung zeichnet Necker das genaueste Bild, das wir von der politischen und finanziellen Lage Frankreichs vor der Revolution haben. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>MB 26: <\/strong><strong>An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations<\/strong><strong> (Smith)<br \/><\/strong>London 1789, in drei B\u00e4nden.<br \/>Es handelt sich hier um die f\u00fcnfte Ausgabe des epochalen Werks von Adam Smith, gewissermassen einem Gr\u00fcndungsdokument der modernen Volkswirtschaftslehre. Wir verdanken unser Exemplar in drei B\u00e4nden Johannes von M\u00fcller. Der Schotte Adam Smith (1723-1790) erteilt darin dem Merkantilismus &#8211; dem auch das Trump&#8217;sche System der Z\u00f6lle in vormoderner Logik folgt &#8211; die definitive Absage und spricht sich f\u00fcr den freien Handel und die Arbeitsteilung aus &#8211; Grundlagen der industriellen Revolutionen und des Wirtschaftswachstums im 19. und 20. Jahrhundert. Die &#8220;unsichtbare Hand der M\u00e4rkte&#8221;, die aus dem Buch immer wieder zitiert wird, spielt darin allerdings nur am Rande eine Rolle, wohl aber das \u00fcbergeordnete Prinzip von Angebot und Nachfrage. \u00a0&#8220;Wealth of Nations&#8221; erschien erstmals 1776 und war im angels\u00e4chsischen Raum sofort ein grosser Erfolg, wovon die vielen aufeinanderfolgenden Auflagen zeugen. In Frankreich und Deutschland war das Echo zun\u00e4chst bescheidener. Immerhin erschien die erste deutsche \u00dcbersetzung noch im Erst-Erscheinungsjahr 1776 und war die erste \u00dcbersetzung \u00fcberhaupt. Sie stammt von Johann Friedrich Schiller, einem Cousin von Friedrich Schiller und tr\u00e4gt den Titel &#8220;Untersuchung der Natur und Ursachen von Nationalreichth\u00fcmern&#8221;. Unter der Signatur <strong>MB 7<\/strong> findet sich diese deutsche Erstausgabe in zwei B\u00e4nden bei uns in der Bibliothek &#8211; sie stammt aus der Bibliotheca Amicorum. Diese private Lesegesellschaft sprang im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts f\u00fcr die eine Zeitlang darniederliegende Stadtbibliothek ein und versorgte die aufgekl\u00e4rte Stadtgesellschaft mit den wichtigsten neuesten Ideen.<\/p>\n<p><strong>MB 667: Die schlimmen Juden! (Loosli)<br \/><\/strong>Bern 1927<br \/>Carl Albert Looslis Schrift\u00a0\u00fcber die &#8220;Judenfrage&#8221; tr\u00e4gt einen eher irref\u00fchrenden, antisemitisch wirkenden Titel. Der Inhalt ist dabei ambivalent. Loosli spricht sich f\u00fcr die Assimilierung der Juden aus und ihr dadurch bewirktes\u00a0 &#8220;Aufgehen im Ariertum&#8221;. Dies sei aber nur mit durchgehender Gleichberechtigung zu erreichen. Ab 1930 revidierte Loosli seine Position und beklagte 1936 sogar eine zu grosse Anpassungsbereitschaft der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung in Deutschland.\u00a0Diese schwankende Haltung hat dazu gef\u00fchrt, dass Loosli auch als &#8220;im antisemitischen Denken verhafteter Philosemit&#8221; angesehen wurde. Aus der Bibliothek von Walter Bringolf.<\/p>\n<p><strong>MF 41: Lucii Antisti Constantis De Jure Ecclesiasticorum (Spinoza)<br \/><\/strong>Alethopolis 1665<br \/>Es handelt sich hier um eine sehr seltene aufkl\u00e4rerische Kampfschrift, die Autorit\u00e4t und Eigentumsanspr\u00fcche der Kirche angreift. Der Verlagsort &#8220;Alethopolis&#8221; ist fiktiv und wahrscheinlich Amsterdam. Die Identit\u00e4t des Autors ist nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt, h\u00f6chstwahrscheinlich ist Lucius Constans ein Pseudonym. Lange Zeit wurde das Werk dem ber\u00fchmten Philosophen Spinoza zugeschrieben; Lodewijk Meyer, Lambert van Velthuysen und Pieter de la Court werden ebenfalls als Autoren genannt. In Bibliotheken ist das Buch nicht breit vorhanden, oft nur in digitaler Form. In der Schweiz hat einzig Genf zwei Exemplare. Unser Exemplar ist aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller. Handschriftliche Notizen (M\u00fcllers?) auf dem Vorsatz weisen auf den Inhalt und dessen Seltenheit hin (mit &#8220;ex rarissimis Spinoza scriptis&#8221; als \u00dcberschrift).<\/p>\n<p><strong>M* 11: Ein k\u00f6stliche Schatzkamer der Schreibkunst (Caspar Neff)<br \/><\/strong>K\u00f6ln 1549<br \/>Einem juristischen Vorlagenbuch (Rhetorica und Formulare von Alexander Hug, T\u00fcbingen 1554) beigebunden ist ein wenige Seiten umfassendes Werk mit Musterschriften des K\u00f6lner Kalligraphen Caspar Neffe. Es ist weltweit nur in einer Handvoll Bibliotheken nachgewiesen, in deutschsprachigen Raum nur an der Bayrischen Staatsbibliothek und im Preussischen Kulturbesitz Berlin. Anschliessend folgt eine weitere d\u00fcnne Schrift Neffs, Thesaurarium artis scriptoriae, ebenfalls K\u00f6ln 1549. Diese ist auch selten, aber etwas verbreiteter. Sie deckt nicht nur Fraktur ab, sondern auch verschiedene Antiqua-Schriften.<\/p>\n<p><strong>M* 32: Gerichtlich Process (Justin G\u00f6bler)<br \/><\/strong>Frankfurt 1562<br \/>Titel in rot und schwarz, mit reicher fig\u00fcrlicher Holzschnitt-Einfassung. Auf Verso Portr\u00e4t-Medaillons mit den Bildnissen von Gobler und Egenolff. Kalbldr. d. 18. Jh. Angebunden: Der Rechten Spiegel (Frankfurt 1550), mit grossem Holzschnitt-Reichswappen auf Titel, 3\/4 seitigem Portr\u00e4t Goblers und 44 Textholzschnitten u.a. vom Petrarca-Meister. Justin G\u00f6bler (Sankt Goar 1504 -1567 Frankfurt am Main) war Professor f\u00fcr Moralphilosophie in Trier, ab 1539 Rat in Braunschweig-L\u00fcneburg. Ab 1544 war er Hofrichter in M\u00fcnden, wo er Elisabeth von Brandenburg bei der Einf\u00fchrung der Reformation unterst\u00fctzte. 1559 wurde er Syndikus in Frankfurt. Sein bedeutendstes Werk ist die lateinische \u00dcbersetzung der deutschen &#8220;Constitutio Criminalis Carolina&#8221;, von 1543. &#8211; Sch\u00f6nes Exemplar dieser beiden wichtigen juristischen Texte in deutscher Sprache. Selten.<\/p>\n<p><strong>M* 33: Sachsenspiegel<br \/><\/strong>Leipzig 1561<br \/>Der Sachsenspiegel, entstanden zwischen 1220 und 1235, ist nicht nur das \u00e4lteste deutsche Rechtsbuch, sondern zugleich auch das erste Prosawerk in deutscher Sprache und stellt somit ein f\u00fcr seine Zeit einzigartiges Rechts- und Sprachdenkmal dar. Mit ihm beginnt die eigentliche Geschichte des deutschen Rechts und eine deutsche Rechtswissenschaft, und die in ihm niedergelegten Rechtss\u00e4tze sind so m\u00e4chtig, dass sie noch nach Jahrhunderten dem r\u00f6mischen Recht erfolgreich widerstehen konnten. Bereits von etwa 1470-1500 sind 19 verschiedene Druckausgaben des Sachsenspiegels nachzuweisen, der damit an dritter Stelle der gedruckten deutschsprachigen B\u00fccher dieses Zeitraums steht.<\/p>\n<p><strong>M* 39: Zwei fr\u00fchneuzeitliche Rechtsb\u00fccher auf deutsch<br \/><\/strong><strong>Sebastian Brant: Clagspiegel (Strassburg 1521). <\/strong>Dritte Auflage von Sebastian Brandts bahnbrechender Version des Clagspiegels, dem \u00e4ltesten Buch des r\u00f6mischen Rechts in deutscher Sprache und einem Eckpfeiler der praktischen Rezeption des r\u00f6mischen Rechts in Deutschland. Das Werk war bei Rechtsanw\u00e4lten beliebt, da es eine Br\u00fccke zwischen der deutschen Praxis und dem Corpus juris civilis schlug. Es hat die Rechtspraxis in Deutschland nachhaltig beeinflusst. Das Werk besteht aus zwei Teilen, einem zum Zivilrecht und -verfahren und einem zweiten zum Strafrecht und -verfahren. Das Werk stammt aus dem Jahr 1436 und erlebte zwischen 1475 und 1612 zwanzig Auflagen. Diese Ausgabe mit einigen Holzschnitten<br \/><strong>Layenspiegel (Strassburg 1530). <\/strong>Der 1509 erstmals gedruckte &#8220;Laienspiegel&#8221; des H\u00f6chst\u00e4dter Landvogts Ulrich Tengler (um 1445-um 1522) gilt als eines der bedeutendsten Rechtsb\u00fccher der fr\u00fchen Neuzeit. Rezipiertes r\u00f6misch-kanonisches Recht wird darin mit einheimischen Rechtsinhalten kombiniert und in m\u00f6glichst allgemeinverst\u00e4ndlicher deutscher Sprache den zu dieser Zeit h\u00e4ufig nicht-studierten Rechtspraktikern vermittelt. In vielen Druckausgaben, auch zahlreichen Raubdrucken erschienen, pr\u00e4gte der &#8220;Laienspiegel&#8221; zusammen mit dem um 1436 verfassten &#8220;Klagspiegel&#8221; die &#8220;popul\u00e4re Rechtsliteratur&#8221; der ersten H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts. \u00dcber das rein Rechtliche hinausgehend enth\u00e4lt der Laienspiegel auch zahlreiche eher literarische Passagen, so etwa ein &#8220;Weltgerichtsspiel&#8221; und mehrere zum Teil gereimte Vor- und Beschlussreden. Der zu seiner Zeit namhafte Augsburger Verleger Johann Rynmann (gest. 1522) veranstaltete die aufwendigen beiden Originalausgaben von 1509 (&#8220;Layen Spiegel&#8221;) und 1511 (&#8220;Ne\u00fc Layenspiegel&#8221;), zu denen die Humanisten Sebastian Brant (1457-1521) und Jacobus Locher Philomusus (1471-1528) Vorworte beisteuerten. Ber\u00fchmt sind die \u00fcber dreissig Holzschnitte, geschaffen vom Monogrammisten HF und von Hans Sch\u00e4ufelein (um 1480-um 1540). Mehr: <a href=\"https:\/\/www.historisches-lexikon-bayerns.de\/Lexikon\/Laienspiegel\">https:\/\/www.historisches-lexikon-bayerns.de\/Lexikon\/Laienspiegel<\/a>. Die Ausf\u00fchrungen zu den Juden und &#8220;Hexen&#8221; sind geh\u00e4ssig, der weitverbreitete Layenspiegel hat hier eine traurige Rolle gespielt. Weitere Ausgabe: M* 34 (Strassburg 1560).<\/p>\n<p><strong>M* 50 und M* 55: Peinliche Halsgerichtsordnung (Karl V)<br \/><\/strong>Frankfurt am Main 1563 und 1581<br \/>Die Constitutio Criminalis Carolina (CCC) oder Carolina (in zeitgen\u00f6ssischer \u00dcbersetzung Peinliche Gerichts- oder Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V) von 1532 gilt als erstes allgemeines deutsches Strafgesetzbuch (der Begriff \u201epeinlich\u201c bezieht auf das lateinische poena f\u00fcr \u201eStrafe\u201c und meint Leibes- und Lebensstrafen.<\/p>\n<p><strong>M* 79: Kommentare des Johannes Schneidewein<br \/><\/strong>Strassburg 1573<br \/>Johannes Schneidewein (1519 &#8211; 1568) war Sch\u00fcler von Melchior Kling und sp\u00e4ter Professor der Institutionen in Wittenberg. Sein Institutionenkommentar ist das einzige von ihm hinterlassene juristische Werk und wurde erst nach seinem Tod von seinem Lehrstuhlnachfolger Matth\u00e4us Wesenbeck herausgegeben. Schneidewein ging mit diesem Werk weit \u00fcber ein Lehrbuch hinaus: es enth\u00e4lt das gesamte praktische Recht, das kanonische Recht, die Reichsabschiede, die peinliche Gerichtsordnung Karls V. und das zu dieser Zeit geltende s\u00e4chsische Recht. Das Lehrbuch von Schneidewein trat auch einen einzigartigen Erfolgszug durch ganz Europa an. Bis Ende des 18. Jahrhunderts sind mindestens 80 nachweisbare Auflagen sowohl in Deutschland wie auch in Italien erfolgt. Schneidewein ist auch ein sehr wichtiger Jurist innerhalb der protestantischen Rechtswissenschaft. Er wurde w\u00e4hrend seines Studiums in Wittenberg im Hause Martin Luthers aufgenommen und hat dort fast 10 Jahre lang gelebt. Insbesondere im Ehe- und Familienrecht kann deutlich lutherisches Gedankengut nachgewiesen werden. Im ersten Buch der Institutionen und dem Abschnitt &#8220;de nuptiis&#8221; stehen die ersten wissenschaftlichen Er\u00f6rterungen \u00fcber das protestantische Eherecht. Im Jahre 1580 wurde das Werk von Schneidewein auf den r\u00f6mischen Index gesetzt. Unsere Ausgabe von 1573 (EA 1571) offenbar sehr selten, Schweiz gar nicht. Der sch\u00f6ne Schweinsledereinband zeigt eingestempelt ein Portr\u00e4t des w\u00fcrttembergischen Herzogs Christoph.<\/p>\n<p><strong>M* 100: Sei libri della republica del Sig. Giovanni Bodino<br \/><\/strong>Genova 1588.<br \/>Italienische Erstausgabe des Hauptwerks des franz\u00f6sischen Staatsrechtlers Jean Bodin (Les six livres de la r\u00e9publique, 1576). Er ist einer der Begr\u00fcnder des Absolutismus, das Buch gilt als eines der Gr\u00fcndungswerke der Politologie. In italienischen Bibliotheken gut vertreten, in der Schweiz nur bei uns, in Deutschland und \u00d6sterreich sehr selten (Erfurt, Gotha, \u00d6sterreichische Nationalbibliothek).<\/p>\n<p><strong>M* 132: Bayrisches Landrecht<br \/><\/strong>M\u00fcnchen 1616.<br \/>9 Teile plus Register in 1 Bd. Folio. 10 Bl., 827 S., 6 Bl., 136 S., 1 Bl. Mit gestochenem Titel, Holzschnitt-Wappen auf den 8 Zwischentiteln und 12 Holzschnitten auf 6 Tafelseiten. \u00c4usserst umfangreiches Landrecht, das sich mit allen juristischen Aspekten besch\u00e4ftigt und auch in kulturhistorischer Hinsicht eine sehr reiche Fundgrube darstellt. Erstausgabe, die erstmals die gesamten bayerischen Rechtsordnungen zusammenfasst und damit eine neue Epoche der Rechtsentwicklung einl\u00e4utet, n\u00e4mlich die der Kodifikationen des Territorialrechts. Das haupts\u00e4chlich von den Hofkanzlern J. Gailkirchner und S.Wagnereck sowie dem M\u00fcnchner Stadtschreiber G. Locher verfasste Werk hatte eineinhalb Jahrhunderte Bestand und wurde erst von den Kodifikationen Kreittmayrs ersetzt (vgl. Kaspers, Vom Sachsenspiegel zum Code Napol\u00e9on, S. 86 und Spindler II, 585).- Typographisch gro\u00dfz\u00fcgig ausgestattet. Die in der Fischordnung enthaltenen Tafeln stammen aus dem Landrecht von 1553 und waren die ersten Darstellungen von Fischen in Lebensgr\u00f6\u00dfe, zugleich auch die ersten naturgetreuen Abbildungen von Fischen in Deutschland \u00fcberhaupt (Belon&#8217;s Fischbuch war erstmals 1551 in Paris erschienen). Sie zeigen die Mindestma\u00dfe f\u00fcr den legalen Fang von Hecht, Huchen, Forelle, Karpfen, Flusskrebs usw. &#8211; Vgl. W\u00fcrttembergisches Landrecht: T\u00fcbingen 1610, M* 134. (Enth\u00e4lt auch eine Hofgerichtsordnung von 1587).<\/p>\n<p><strong>MA 75: Thomas Morus, Utopia<br \/><\/strong>Frankfurt: Saur, 1601.<br \/>Erstausgabe 1516, dies ist die 14. Ausgabe, VD17: 23:283342H, basiert auf der Ausgabe von Nov. 1518.<\/p>\n<p><strong>MB 7 und MB 26: Adam Smith: Wealth of Nations<br \/><\/strong>London: Strahan and Cadell, 1789 in drei B\u00e4nden (5th edition) MB 26. Leipzig: Weidmanns Erben, 1776 (Erstausgabe in zwei B\u00e4nden). MB 7.<br \/>Die Erstausgabe erschien 1776 und ist das Hauptwerk des schottischen \u00d6konomen und Moralphilo\u00adsophen Adam Smith (1723-1790). Es markiert die Abkehr vom barocken Merkantilismus und gilt als Beginn der modernen Wirtschaftswissenschaften. Am Beginn der industriellen Revolution er\u00f6rtert Smith auf grundlegend neue Art Fragen wie Arbeitsteilung, Produktivit\u00e4t und freier M\u00e4rkte. Smiths Werk ist nach Karl Marx&#8217; Kapital das meistzitierte Werk der Sozialwissenschaften vor 1950. &#8211; Die vor\u00adliegende f\u00fcnfte Ausgabe aus dem Vorbesitz von Johannes von M\u00fcller ist die letzte, die noch zu Leb\u00adzeiten Smiths publiziert wurde. Sie orientiert sich eng an der dritten Ausgabe von 1784, die wichtige Erg\u00e4nzungen und Korrekturen des Autors enth\u00e4lt. Die in Schaffhausen vorhandene deutsche Erstaus\u00adgabe stammt aus dem aufgekl\u00e4rten Lesezirkel &#8220;Bibliotheca amicorum&#8221;. Sie wurde von Johann Fried\u00adrich Schiller \u00fcbersetzt, einem Cousin des ber\u00fchmten Dichters. Die Qualit\u00e4t der \u00dcbersetzung gilt als schlecht, gr\u00f6ssere Verbreitung fand das Werk auch deshalb erst durch eine sp\u00e4tere \u00dcbersetzung (Garve, 1794).<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;6.2 N: Theologie und Religionswissenschaften, P\u00e4dagogik&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 6.2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 6.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>6.2 N: Theologie und Religionswissenschaften, P\u00e4dagogik<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 6.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Unter den Signaturen <strong>NA-NM<\/strong> und <strong>N*<\/strong> aufgestellt finden sich etwa 3000 Schriften und Periodika. Darunter \u00fcber 200 Bibelausgaben, -teilausgaben, -kommentare und -auslegungen in den verschiedensten Sprachen. Reformiertes Schrifttum \u00fcberwiegt; es sind aber auch hebr\u00e4ische und arabische Texte vorhanden. Titel zu den Themen Spiritualismus, Theosophie, Prognostik und radikalem Pietismus, die im Altbestand der Ministerialbibliothek mehrheitlich fehlen, finden sich hier. Werk des in Konstanz 1415 auf dem Konzil verbrannten Ketzers Jan Hus (3 Bde., Strassburg um 1524) unter <strong>ND 13 <\/strong>oder Gottfried Arnolds <em>Kirchen- und Ketzer-Historien<\/em> (3 Bde., Schaffhausen 1740-1742, <strong>N* 106<\/strong>). Unter die Signatur <strong>NN<\/strong> gestellt finden sich die Schriften zur P\u00e4dagogik, die damals noch in engem Zusammenhang (christliche Erziehung und Moral) mit Religion gesehen wurde.<\/p>\n<p><strong>NB 2, 14a und b: Sebastian Hofmeister, tre\u00fcwe ermanung \/ Antwurt uf die ableinung Doctor Eckens<br \/><\/strong>[Basel 1523] und Z\u00fcrich (Froschauer) 1524.<br \/>Ermanung: &#8220;Ein tre\u00fcwe ermanung an die Strengen, Edlen, Festen, Frommen vnd weyssen Eidgnossen, das sy nit durch ire falschen propheten verf\u00fcrt, sich wider die lere Christi setzend&#8221;. Der Text wurde fr\u00fcher Zwingli zugeschrieben. Erste Druckschrift des ersten und kurzzeitigen Schaffhauser Reformators Hofmeister, in zwei Ausgaben von 1523 erhalten.<br \/>Antwurt: &#8220;Antwurt vff die ableinung doctor Eckens von Ingoldstatt, gethon vff die widergeschrifft Huldrychs Zuinglis, vff sin Missiuen an ein lobliche Eydgnoschafft durch Sebastian Hoffmeyster Predicantem zuo Schaaffhusen&#8221;. Hofmeister unterst\u00fctzt Zwingli in der &#8220;Antwurt&#8221; gegen den Angriff Johannes Ecks. Seltener Druck aus der Froschauer-Druckerei. Daneben gibt es im Bestand nur noch einen weiteren Druck von Hofmeister: \u201eActa vnd handlung des Gespr\u00e4chs, so von allen Priesteren der Tryen P\u00fcndten im M.D.XXVI. jar, vff Mentag vu Zynstag nach der heyligen III. K\u00fcnigen tag zu Inlantz im Grawen Pundt \u2026 geschehen [Z\u00fcrich, Chr. Froschower, 1526].<\/p>\n<p><strong>NB 2, 48: 11: Caspar Goldwurm, Historia von Joseph<br \/><\/strong>Wittenberg 1551<br \/>Die Historia ist eine erbauliche Auslegung der biblischen Josephsgeschichte des lutherischen Theologen Goldwurm (oder Goltwurm). Sie orientiert sich an den biblischen Kapiteln und stellt eine fortlaufende Reihe von &#8216;Minipredigten&#8217; vor. Diese werden im Vorwort von Philipp Melanchthon auch als &#8220;Predigten&#8221; bezeichnet &#8211; von daher wohl auch die Einbindung in einen Predigtsammelband. Gem\u00e4ss der Forscherin Christine Thumm sind in Europa um die 20 Exemplare des Textes nachweisbar, was relativ viel f\u00fcr diesen Autor ist. Lit.: Thumm, Christine: Reformation f\u00fcrs Volk. Der Weilburger Hofprediger Kaspar Goldtwurm als Reformationspublizist. In: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung 67 (2016), 56\u201374, hier v.a. S. 62-64.<\/p>\n<p><strong>ND 13: Martyrium des Jan Hus<br \/><\/strong>Otto Brunfels, Strassburg 1525).<br \/>Mit Holzschnitt Hus&#8217; auf dem Scheiterhaufen.<\/p>\n<p><strong>NGb 80a: New Jesuitspiegel (Johann Conrad Ulmer)<br \/><\/strong>Basel 1586. Zweitexemplar: ZA 904 mit Eigentumsvermerk R\u00fceger Im Thurn und Wilhelm Im Thurn.<\/p>\n<p><strong>NHa 14: Enchiridion (Erasmus)<br \/><\/strong>Basel 1520 (Oktavformat)<br \/>Erste deutsche Ausgabe von Erasmus von Rotterdams &#8220;Enchiridion militis christiani&#8221;, einem seiner ber\u00fchmtesten und einflussreichsten Werke, in der \u00dcbersetzung des Schaffhauser Stadtarztes Johannes Adelphus. Erasmus begann um 1501 in Paris mit der Arbeit an dem Enchiridion und vollendete es einige Jahre sp\u00e4ter in L\u00f6wen. Urspr\u00fcnglich als pers\u00f6nlicher moralischer Leitfaden f\u00fcr den Adligen konzipiert, f\u00f6rdert der Text ein Leben innerer Hingabe und ethischer Integrit\u00e4t und fordert die Christen auf, einen aufrichtigen Glauben zu pflegen, anstatt sich auf \u00e4u\u00dfere Rituale zu verlassen. Obwohl das Werk bescheiden begann, wurde es zu einem Eckpfeiler des christlich-humanistischen Denkens und wurde vielfach nachgedruckt und \u00fcbersetzt. Die vorliegende Basler Ausgabe von 1520, die von Adam Petri mit reichhaltigen Holzschnittverzierungen ansprechend gestaltet wurde, machte das Enchiridion in einer Zeit intensiver religi\u00f6ser Umw\u00e4lzungen einem breiteren deutschsprachigen Publikum zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p><strong>N* 106: Gottfried Arnold, Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historien<br \/><\/strong>Schaffhausen : Emanuel und Benedict Hurter, 1740\u20131742 (3 B\u00e4nde).<br \/>Obschon bis 1729 bereits drei Ausgaben von Arnolds Hauptwerk vorlagen, wurde die Schaffhauser Fassung ihrer vorz\u00fcglichen Edition wegen (u.a. durch den G\u00f6ttinger Kirchenhistoriker und Orientalisten Johann Friedrich Cotta, 1701\u20131779) sehr gesch\u00e4tzt. Arnold als lutheranischer Theologe und Anh\u00e4nger des Spenerschen Pietismus suchte die traditionelle Lehrmeinung zur Kirchengeschichtsschreibung umzubilden und verwertete hierzu neu zahlreiche h\u00e4retische Quellen und Dokumente ketzerischer Str\u00f6mungen.<\/p>\n<p><strong>N* 116: Chorographica descriptio provinciarum S. Francisci Capucinorum<br \/><\/strong>Mailand 1712. Selten.<br \/>Der Generalminister des Ordens, Giovanni da Moncalieri (1579-1655) war der Auftraggeber dieses bemerkenswerten thematischen Atlas, an dem eine Gruppe von Br\u00fcdern ab 1632 arbeitete, um die Verteilung der Kapuzinersitze aufzuzeigen und ein praktisches Hilfsmittel f\u00fcr die Organisation der Pastoralbesuche zu bieten. Die vorbereitenden Zeichnungen stammen von Bernardino da Bordeaux, Ludovico da Mondov\u00ec und Massimino da Gauchen, w\u00e4hrend die Stiche von einem M\u00f6nch stammen, der sich mit Gallo unterzeichnet. Die letzte und kartenreichste Ausgabe dieses ungew\u00f6hnlichen Atlas, der seit 1643 in Rom erschien, umfasste 46 Karten (23 f\u00fcr Italien, 5 f\u00fcr Spanien, 11 f\u00fcr Frankreich und 7 f\u00fcr Deutschland), die 1646 und 1649 nachgedruckt und 1654 auf 51 Tafeln erweitert wurden, darunter die gro\u00dfe Europakarte. Ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter wurde das Kunstst\u00fcck von G. Battista da Montecassino mit dieser Mail\u00e4nder Ausgabe vollendet. Die Karten zeigen alle Kapuzinerkl\u00f6ster anhand einer ummauerten Stadt, deren Glockenturm je nach Bedeutung des Sitzes von einem Kreuz oder einem anderen Symbol \u00fcberragt wird; sie sind durch Kartuschen mit Masken, Putten, Instrumenten, F\u00fcllh\u00f6rnern, Symbolen sowie Schiffen auf dem Meer bereichert. Jeder Tafel ist ein Blatt mit einem gro\u00dfen Zierrahmen vorangestellt, auf dem die Art und die Anzahl der Sitze und Br\u00fcder in diesem Gebiet erl\u00e4utert werden.<\/p>\n<p><strong>N* 357: Grossformatige Merian-Bibel<br \/><\/strong>Strassburg 1630.<br \/>1630 erschien in Strassburg bei Lazarus Zetzner eine gross angelegte Lutherbibel, in der zum ersten Mal die ber\u00fchmten Kupferstiche von Matth\u00e4us Merian d. \u00c4. in den zweispaltig gesetzten Text eingef\u00fcgt wurden. Der Druck war mitten im Dreissigj\u00e4hrigen Krieg ein verlegerisches Risiko. Merians Bilderwerk ist ein H\u00f6hepunkt der Buchillustration des 17. Jahrhunderts und leitet den Siegeszug des Kupferstichs in der Bibelillustration ein. Sie f\u00fchrte vom belehrend-reformatorischen Zweck der \u00e4lteren Illustrationen hin zum Darstellerisch-K\u00fcnstlerischen.<\/p>\n<p><strong>N* 360: Tabulae Analiticae des <\/strong><strong>Szegedi Kis Istv\u00e1n<br \/><\/strong>Schaffhausen, Waldkirch 1592.<br \/>Der zweite Schaffhauser Druck war dem Schaffhauser Rat gewidmet und wohl als Schaust\u00fcck gedacht (edler Einband, sch\u00f6nes Titelblatt (Tobias Stimmer), drucktechnisch aufwendiger Einband). Der eher entlegene theologische Inhalt d\u00fcrfte nicht im Vordergrund gestanden sein.<\/p>\n<p><strong>NB 2: Glaubensartikel des Waldshuter Reformators und T\u00e4ufers Balthasar Hubmaier<br \/><\/strong>1524.<br \/>Hubmaier, geboren bei Augsburg, f\u00fchrte in Waldshut 1524 die Reformation ein, musste aber schon 1525 nach Z\u00fcrich fliehen und fand Anschluss im T\u00e4ufer-Milieu, weswegen es zum Bruch mit Zwingli kam. Er emigrierte nach M\u00e4hren, wo er 1527 verhaftet wurde. In Wien wurde ihm der Prozess gemacht und ein Jahr sp\u00e4ter starb er auf dem Scheiterhaufen.<\/p>\n<p><strong>NB 2, 10:<\/strong> Evangelistar des kroatischen Humanisten Marko Marulic<br \/>Basel 1519 (Erstausgabe 1516?) (siehe unter ZA 655)<\/p>\n<p><strong>NEa 1<\/strong>: Hebr\u00e4ische Bibel quinque legis\u2026<br \/>Paris 1543<\/p>\n<p><strong>NEa 23: Wormser Propheten (H\u00e4tzer\/Denk)<br \/><\/strong>Worms: Sch\u00f6ffer 1527. Weitere Ausgabe.: Z Bib 176 (JGM, hinterer Buchdeckel gebrochen)<br \/>1527 erschien eine deutsche \u00dcbersetzung der prophetischen B\u00fccher des Alten Testaments mit dem Titel Alle Propheten nach hebr\u00e4ischer Sprache verdeutscht, von Ludwig H\u00e4tzer und Johannes Denck. Luther, Zwingli u.\u2009a. griffen bei ihren \u00dcbersetzungen des hebr\u00e4ischen Textes auf diese Ausgabe, die sog. Wormser Propheten zur\u00fcck.\u00a0Bei den Wormser Propheten handelt es sich um die erste gedruckte deutsche \u00dcbersetzung der Prophetenb\u00fccher des Alten Testaments nach dem hebr\u00e4ischen Originaltext. Das Werk erschien 1527 von in Worms bei Peter Sch\u00f6ffer dem J\u00fcngeren und fand bald in zahlreichen Ausgaben weite Verbreitung. Die Motivation und Zielsetzung der \u00dcbersetzer war nicht nur theologisch, sondern auch herrschafts- und sozialkritisch: Vor dem Hintergrund der blutigen Niederwerfung der Bauernaufst\u00e4nde im Bauernkrieg und der einsetzenden T\u00e4uferhinrichtungen erhielt die Polemik der alttestamentlichen Propheten gegen Unrecht und Machtmissbrauch eine besondere Aktualit\u00e4t. Einen wesentlichen Beitrag zu der hochwertigen \u00dcbersetzung leisteten j\u00fcdische Gelehrte, die von H\u00e4tzer und Denck konsultiert wurden. Als Folge dieser Zusammenarbeit ist j\u00fcdischer Einfluss in den Wormser Propheten erkennbar. Auff\u00e4llig ist der v\u00f6llige Verzicht auf die g\u00e4ngige christologische Interpretation der alttestamentlichen Texte, also auf Hinweise auf das k\u00fcnftige Auftreten Christi als Messias aufzufassen. Die <em>Wormser Propheten<\/em> stiessen bei f\u00fchrenden zeitgen\u00f6ssischen Reformatoren auf ein negatives Echo, das nicht auf philologischen Einw\u00e4nden gegen die Qualit\u00e4t, sondern auf Abneigung gegen die Theologie der \u00dcbersetzer basierte. Luther, der seine eigene \u00dcbersetzung der Prophetenb\u00fccher erst 1532 fertigstellte, \u00e4usserte sich zwar anerkennend \u00fcber den in Worms aufgewandten Fleiss, tadelte aber die Mithilfe j\u00fcdischer Gelehrter. Wegen deren Beteiligung lehnte er das Ergebnis ab, da es nicht aus dem rechten Glauben erwachsen sei. Zwingli warf den \u00dcbersetzern \u2013 ohne sie namentlich zu nennen \u2013 vor, eine irrige Theologie zu vertreten und daher zu einer durchg\u00e4ngig korrekten \u00dcbersetzung ausserstande zu sein. Bullinger bezeichnete 1560 Denck und H\u00e4tzer gar polemisch als \u201eRabbiner\u201c der T\u00e4ufer, womit er auf ihre Zusammenarbeit mit Juden anspielte und eine N\u00e4he der beiden Dissidenten zum Judentum suggerierte.<br \/>Ludwig H\u00e4tzer, geboren vor 1500 Bischofszell TG, war Reformator im Umfeld Zwinglis und protokollierte u.a. die Zweite Z\u00fcrcher Disputation. 1525 wurde er als T\u00e4ufer aus Z\u00fcrich ausgewiesen. In Strassburg wandte er sich gemeinsam mit Denck dem Spiritualismus zu, dort begann die \u00dcbersetzung der Propheten. 1529 wurde er in Konstanz als Ketzer und &#8220;Bigamist&#8221; hingerichtet. Hans Denck, um 1500 in Oberbayern geboren, war einer der prominentesten Exponenten und Prediger der T\u00e4uferbewegung. 1521 \u00fcbersiedelte er nach Basel zu Oekolampad und wurde Korrektor in der Druckerei von Valentin Curio, 1523 wurde er Rektor der Lateinschule in N\u00fcrnberg, wo er sich unter dem Einfluss von M\u00fcntzer (?) und Hans Hut radikalisierte. 1525 wurde er aus der Stadt ausgewiesen und ging nach St. Gallen und Augsburg, wo er Balthasar Hubmaier begegnete und sich der T\u00e4uferbewegung anschloss. 1527 war er offenbar u.a. in Z\u00fcrich und Schaffhausen, er starb 1527 in Basel an der Pest, nachdem er sich dort von der Gl\u00e4ubigentaufe distanziert hatte, ohne allerdings dem Zwingli- oder Luthertum wieder nahezukommen.<\/p>\n<p><strong>NEc 134: Christian Knorr von Rosenroth<\/strong>: <strong>Kabbala Denudata<br \/><\/strong>Frankfurt 1684. In zwei B\u00e4nden<br \/>Christian Knorr von Rosenroth (1636-1689 war ein schlesischer Gelehrter und Dichter. Seine Zusammenstellung von Schriften der j\u00fcdischen Mystik (Kabbala) wollte den einheitlichen Ursprung\u00a0von christlicher Lehre und Kabbala nachweisen. Seine \u00dcbersetzungen ins Lateinische machten viele Texte der Kabbala nicht-j\u00fcdischen Gelehrten erstmals bekannt. In Band 2 findet sich der Zohar (&#8220;Sefer ha Zohar&#8221;, hebr. &#8220;Das Buch des Glanzes&#8221;). Diese bedeutendste kabbalistische Schrift entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus der Tradition des spanischen Judentums. Als Autor des Hauptteils gilt der spanische Kabbalist Mosche de Le\u00f3n. Dieser Hauptteil wurde in altert\u00fcmlichem Aram\u00e4isch verfasst und als Werk aus dem 2. Jahrhundert ausgegeben. Unter Kabbalisten gilt der Zohar bis heute als heiliges Buch. Er enth\u00e4lt in Auslegungen der Tora, Erz\u00e4hlungen zu mystischen Gestalten des Judentums sowie Spekulationen zu Zahlen und Buchstaben als den Fundamenten der Welt. (Ill. z.B. S. 243).<\/p>\n<p><strong>NGb 9a: Richentaler Chronik<br \/><\/strong>Augsburg, Steiner 1536<br \/>Die ber\u00fchmte Chronik des Konstanzer Konzils von 1415 durch den Konstanzer B\u00fcrger Ulrich von Richental. \u00dcberliefert in 16 Handschriften, die\u00a0 meisten in der Zeit um 1460\/1475. Die Erstausgabe im Druck ist Augsburg 1483 (Anton Sorg). Unsere Ausgabe mit zahlreichen Ill. und Wappen. Titelblatt nur in Kopie erhalten. Zweite Ausgabe: Z 259 (1575).<\/p>\n<p><strong>NGb 38: Friedrich Emanuel Hurter: Geschichte Papst Innocenz des Dritten<\/strong>.<br \/>Hamburg 1834. 4 B\u00e4nde.<br \/>Noch aus seiner reformierten Zeit, aber bereits &#8220;zweifelhaften Inhalts&#8221; f\u00fcr den Antistes der Schaffhauser Kirche. Dazu <strong>NM 712<\/strong>: Papst Innocenz sechs B\u00fccher von den Geheimnissen der heiligen Messe. Schaffhausen 1845.<\/p>\n<p><strong>NGb 164: Bullingers Schrift gegen die T\u00e4ufer<\/strong><br \/>(Der Widert\u00f6ufferen Ursprung, Z\u00fcrich 1560)<\/p>\n<p><strong>NL 145a: <\/strong>Das Dritt Byechlin der geistlichen Geseng. Das vierde Byechlin&#8230;<br \/>Strassburg 1536, Unikat.<br \/>Eine grosse Rarit\u00e4t im Magazin der Stadtbibliothek verweist auf Strassburg, mit dem Schaffhausen seit jeher enge Beziehungen pflegte. Es handelt sich um das vierteilige Gesangbuch, das Katharina Zell in den Jahren 1534 bis 1536 beim Drucker Jacob Fr\u00f6lich ver\u00f6ffentlichte. Die ersten beiden Teile des Gesangbuches (1534, 1535) sind nur noch in einem Faksimile erhalten (M\u00e9diath\u00e8que protestante, Strasbourg). Vom dritten und vierten Teil (1536) besitzt einzig die Stadtbib\u00adliothek Schaffhausen noch ein Exemplar.<br \/>Katharina Zell (1497-1562) war eine aussergew\u00f6hnliche Frau. Bereits mit zw\u00f6lf Jahren h\u00f6rte sie die Predigten von Johann Geiler von Kaysers\u00adberg, dem wortgewandten Strassburger M\u00fcnsterprediger. Als Ehefrau des Strassburger Reformatoren Matthias Zell pflegte sie ein offenes Pfarrhaus, um Vertreter der verschiedensten Glaubensrich\u00adtungen zu beherbergen. So traf sie mit Martin Bucer, Wolfgang Capito, Johannes Oekolampad und Huldrych Zwingli zusammen. Sie pflegte Kranke und besuchte Gefangene und ver\u00f6ffentlichte auch eigene theologische Schriften. Ihr Gesangbuch, das den Titel <em>Von Christo Jesu unserem s\u00e4ligmacher<\/em> tr\u00e4gt enth\u00e4lt 187 Ges\u00e4nge. Sie stammen zu zwei Dritteln aus dem Repertoire der B\u00f6hmischen Br\u00fcder, einer Bewegung, die auf Jan Hus zur\u00fcckgeht;\u00a0 Michael Weisse ver\u00f6ffentlichte 1531 in Jungbunzlau (heute Mlad\u00e1 Boleslav in Tschechien) das erste Gesangbuch der B\u00f6hmischen Br\u00fcder in deutscher Sprache. Die Ver\u00f6ffentlichung des Gesangbuches einer \u201edissidenten\u201c Bewegung durch Katharina Zell in Strassburg, genau zu dem Zeitpunkt, als der Rat eine Synode zur Bek\u00e4mpfung von T\u00e4ufern und anderen Abweichlern einberief, kann durchaus als mutiger Aufruf zur Toleranz gesehen werden. Es ist nicht f\u00fcr den gottesdienstlichen Gebrauch, sondern f\u00fcr die private Fr\u00f6mmigkeit bestimmt. Die Herausgeberin richtet sich im Vorwort an Laien, im Besonderen an Hausfrauen. F\u00fcr das Alltagsleben, f\u00fcr bestimmte Tage im christli\u00adchen Festkalender sowie f\u00fcr schwierige Lebenssituationen werden Lieder angeboten, als Ersatz f\u00fcr die alten, abgelehnten Heiligenlieder. Sie schreibt in ihrem Vorwort, wo und wann gesungen werden soll: <em>\u201eDer handtwercks gsell ob seiner arbeyt: die dienstmagt ob jrem schisselweschen: Der acker und reb\u00admann uff seinem acker; und die muoter dem weinenden kind inn der wiegen: sollich Lob: Gebett und Leer gseng braucht: Psalmen oder andere jrs gleichen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>NL 159: Psalterz Dawidowego<br \/><\/strong>Krakau 1610.<br \/>In der Schweiz sonst nicht vorhanden. Autor ist der polnische humanistische Dichter Jan Kochanowski. Seine Psalter\u00fcbersetzung aus der Vulgata stammt von 1579. Europaweit seltene Ausgabe.<\/p>\n<p><strong>NL 175: [W\u00fcrttembergisches Gesangbuch]: Auszerlesene Psalmen und Geistliche Lieder.<\/strong><br \/>T\u00fcbingen 1585.<br \/>(War in einer Ausstellung der W\u00fcrttembergischen Landesbibliothek 1996). Selten, da viele Verluste im Dreissigj\u00e4hrigen Krieg und Oktavformate eher &#8220;Wegwerf-Ausgaben).<\/p>\n<p><strong>NL 191: Jean-Jacques Rousseau: Emile<br \/><\/strong>[Paris] 1762.<br \/>Erstausgabe. Das Buch tr\u00e4gt als Erscheinungsort Amsterdam und als Verlagsnamen Jean N\u00e9aulme; das Buch erschien aber in Paris bei Duchesne \u2013 aus Angst vor Zensur und Verfolgung w\u00e4hlte man diese Tarnung. Der Emile ist das p\u00e4dagogische Hauptwerk Rousseaus. <em>Er entwirft <\/em>das Vorbild einer an der Natur des Menschen orientierten Erziehung, nur diese k\u00f6nne die moralisch verwahrloste Gesell\u00adschaft vor dem Verderben retten. Das Werk wurde ein europaweiter Skandalerfolg. In Paris wurde der <em>Emile<\/em> sogleich verboten, und auch in Genf wurde das Werk auf den Index gesetzt und \u00f6ffentlich verbrannt. Sein Autor, der sich auf dem Titelblatt stolz als \u201ecitoyen de Gen\u00e8ve\u201c be\u00adzeichnet hatte, war hier wie in Frankreich mit Verhaftung bedroht, der er nur durch Flucht in die Schweiz entgehen konnte. Sicherheit fand er erst in der liberalen preussischen Enklave Neuch\u00e2tel.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;6.3 O: Philosophie, Esoterik, fr\u00fche Psychologie&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 6.3&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 6.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>6.3 O: Philosophie, Esoterik, fr\u00fche Psychologie<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 6.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Etwa 620 Titel unter den Signaturen <strong>OA<\/strong> bis <strong>OC<\/strong>, die Philosophiegeschichte und Lehrb\u00fccher zu philosophischen Disziplinen (Rhetorik, Logik, Metaphysik und Naturphilosophie) behandeln. Unter der Untergruppe Occulta (<strong>OC<\/strong>) finden sich die alten Drucke zu Alchemie, Magie und Astrologie. So beispielsweise das <em>Traumbuch des<\/em> <em>Artemidorus<\/em> (Basel 1544, <strong>OC 2<\/strong>) und f\u00fcnf Paracelsus-Ausgaben aus dem 16.-17. Jh. (z.B. <em>Opera, ander Theyl<\/em>, Strassburg 1616, <strong>O* 2<\/strong>)<\/p>\n<p><strong>O* 1: Polyanthea des Dominicus Nanus Mirabellus<br \/><\/strong>Savona 1514<br \/>Fr\u00fche Ausgabe dieses enorm popul\u00e4ren enzyklop\u00e4dischen Werks, eines der ersten allgemeinen Nachschlagewerke im Buchdruck. Der Verfasser, Domenico Nani Mirabelli, war Rektor der Schulen, Erzpriester der Kathedrale von Savona und diente auch als p\u00e4pstlicher Sekret\u00e4r. Seine Polyanthea enth\u00e4lt Ausz\u00fcge aus den Schriften von mehr als 150 Autoren von Aristoteles bis Dante, die in alphabetischer Reihenfolge geordnet sind und Themen aus den Bereichen des klassischen Altertums, der mittelalterlichen Geschichte, der Naturgeschichte und der Medizin abdecken. Nani bot seinem studentischen Zielpublikum Definitionen und Beschreibungen, lateinische \u00dcbersetzungen aller griechischen Ausdr\u00fccke, bedeutende Zitate von Philosophen, Historikern und Dichtern in Latein und Griechisch. Die Polyanthea erlebte zwischen 1503 und 1681 mindestens \u00fcber 40 Auflagen, von denen fast alle von ihren nachfolgenden Herausgebern \u00fcberarbeitet und erweitert wurden. Fr\u00fche Ausgaben in gutem Zustand sind selten. Unsere Ausgabe in der Schweiz nicht vorhanden, Genf hat eine Erstausgabe von 1503. Auf den Titelblatt Kaufvermerk eines Zacharias Franconius Blafontanus (1530); dieser ist auch f\u00fcr die Metamorphosen des Ovid (Venedig 1486, Ink. 30) verzeichnet.\u00a0 &#8211; Weitere Ausgabe in der Stadtbibliothek: A* 15 von 1628.<\/p>\n<p><strong>O* 3: Opera moralia (Francis Bacon)<br \/><\/strong>London 1638.<br \/>Erstausgabe von Francis Bacons historischen, moralischen, politischen und philosophischen Werken in Latein. Herausgegeben von William Rawley (ca. 1588-1667), beginnt das Buch mit Bacons Werk der humanistischen Geschichtsschreibung, The History of Henry VII. Es folgen die Essays, Bacons popul\u00e4rstes Werk, hier sechsundf\u00fcnfzig an der Zahl, von De veritate bis De vicissitudine rerum. In De sapientia veterum werden antike Mythen gesammelt und interpretiert, darunter die von Kassandra, Orpheus, Prometheus und Ikarus, und es folgt Bacons unvollendete Abhandlung \u00fcber den &#8220;Heiligen Krieg\u201c. Der erste Teil endet mit der Utopie Nova Atlantis, in der Bacon eine Inselgesellschaft und ihre wissenschaftliche Gemeinschaft beschreibt. Der zweite Teil umfasst The Advancement of Learning (Der Fortschritt des Lernens) mit seiner \u00fcberzeugenden Verteidigung der Bedeutung des Lernens in allen Lebensbereichen, seinem \u00dcberblick \u00fcber den Stand des menschlichen Wissens sowie Bacons naturwissenschaftliche Abhandlungen \u00fcber die Winde, Historia ventorum, und \u00fcber Leben und Tod, Historia vitae et mortis.<\/p>\n<p><strong>O* 8: Oculus Enoch et Eliae (Antonius Schyrlaeus de Rheita)<br \/><\/strong>Amsterdam 1645<br \/>Erstausgabe eines seltenen und einflussreichen Werks in der Geschichte des Fernrohrs. Diese Abhandlung \u00fcber Optik enth\u00e4lt eine Karte des Vollmondes &#8211; die erste in einem einigermassen grossen Massstab. Der Autor Schyrlaeus (Schyrle), ein Kapuzinerm\u00f6nch aus Reutte in Tirol, ist in der Geschichte der Optik f\u00fcr seine wichtigen Verbesserungen der Teleskope bekannt. Er beschreibt ein Okular f\u00fcr Keplers Fernrohr sowie den Bau von Ferngl\u00e4sern, die aufrechte Bilder erzeugen sollen. Sein binokulares Fernrohr, das aus vier konvexen Linsen bestand, ist der Vorl\u00e4ufer unserer heutigen Ferngl\u00e4ser. Schweiz nur Basel UB und ZB Solothurn, dazu Lugano und Locarno.<\/p>\n<p><strong>O* 10: Verae Alchemiae&#8230; Doctrina (Guglielmo Grataroli)<br \/><\/strong>Basel 1561<br \/>Seltene Erstausgabe einer der fr\u00fchesten Sammlungen alchemistischer Autoren mit 53 Texten, darunter Geber (Jabir ibn Hayyan), Avicenna, Roger Bacon, Albertus Magnus und der Herausgeber Guglielmo Grataroli selbst. Grataroli (1510-68) aus Bergamo studierte Philosophie und Medizin in Padua und hielt von 1537 bis 1539 Vorlesungen \u00fcber Avicenna. Nach seiner Konversion zum Calvinismus musste er vor der Inquisition fliehen und kam 1552 nach Basel, wo er als Arzt und Dozent t\u00e4tig war und Werke \u00fcber Medizin und Alchemie verfasste und herausgab. Ein wesentlicher Teil des ersten Abschnitts ist den Werken des grossen arabischen Alchemisten Abu Musa Jabir ibn Hayyan gewidmet, der in der lateinischen Tradition als Geber bekannt ist. Der zweite Teil enth\u00e4lt vier Texte, die Arnaud de Villeneuve zugeschrieben werden, dessen \u201ePractica ad quendam Papam\u201c hier zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht wird. Danach folgen mehrere apokryphe Abhandlungen, die Albert dem Grossen, Raymond Llull, Avicenna und Aristoteles zugeschrieben werden. Unter ihnen sind die erste Ausgabe eines der wichtigsten Texte der fr\u00fchen Alchemie, \u201eDe perfecto magisterio\u201c von Pseudo-Aristoteles, und die erste Ausgabe des \u201eLiber lucis\u201c von Johannes de Rupescissa. Schweiz nur UB Basel, Genf und C.G. Jung. Unsere Ausgabe mit Randnotizen und evt. einem Besitznachweis des Basler Arztes und Alchemisten Adam von Bodenstein. Eingebunden in eine mittelalterliche Handschrift.<\/p>\n<p><strong>O* 12: Philosophiae naturalis principia mathematica (Isaac Newton)<br \/><\/strong>Amsterdam 1714.<br \/>Die Principia Mathematica ist Newtons Hauptwerk, in dem er seine Entdeckungen im Bereich der Mechanik und der mathematischen Berechnung zusammenfasst und seine Theorie der Bewegung und der Gravitation darlegt. Dieses Werk markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der Wissenschaft und wird von vielen als das wichtigste wissenschaftliche Werk der Geschichte angesehen. Es ist das erste, das Newtons ber\u00fchmte Erg\u00e4nzungen zur Theorie der Mond- und Planetenbewegung sowie viele andere wichtige Korrekturen und Erg\u00e4nzungen enth\u00e4lt. 1687 erschien die Erstausgabe, Ende 1709 \u00fcbergab Newton einen korrigierten Text an seinen Herausgeber Roger Cotes f\u00fcr eine zweite Auflage. Diese erschien 1713 in Cambridge und 1714 in Amsterdam. Sie enthielt f\u00fcnf wesentliche \u00c4nderungen, darunter zus\u00e4tzliche Beispiele von Kometen, die Halleys Bem\u00fchungen zu diesem Thema in den dazwischen liegenden Jahren widerspiegeln. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler. Diese Ausgabe in der Schweiz sonst nur noch in Genf vorhanden.<\/p>\n<p><strong>OB 26: Tractatus de risu des Elphidius Berrettarius<br \/><\/strong>Florenz 1603<br \/>Offenbar ein Rarissimum, weltweit nur British Library, Chicago und C.G. Jung. (Dazu in Italien Rom, Florenz, Genova, Ventimiglia, Lucca, Palermo und Pavia). &#8211;\u00a0Einziges Werk dieses Autors.<\/p>\n<p><strong>OB 52: De amatoriis affectionibus (Parthenios)<br \/><\/strong>Basel 1531<br \/>Der Sammelband enth\u00e4lt die Elementa Rhetorices von Melanchthon (Hagenau 1532) und weitere Werke der Zeit, darunter das Kinder-Erziehungsbuch des Erasmus von Rotterdam (De civilitate morum puerilium (Basel 1530) und das Spottgedicht vom Krieg der Schweine des Johannes Placentius (Pugna porcorum), bei dem jeder Vers mit P beginnt. Besonders ist aber vor allem der letzte Text in dem Band. Es handelt sich um De amatoriis affectionibus des Parthenios Nicaenensis in der Erstausgabe von 1531. Das ist der seltene Erstdruck des griechischen Originaltextes und der lateinischen \u00dcbersetzung von Parthenius&#8217; einzigem erhaltenen Werk und dem einzigen vollst\u00e4ndig erhaltenen Prosawerk eines hellenistischen Dichters \u00fcberhaupt. Parthenius von Nicaea (1. Jh. v. Chr., Rom) war der griechische Lehrer von Virgil und der Lieblingsautor der Kaiser Hadrian und Tiberius. Zu seiner Zeit war Parthenius vor allem als Lyriker ber\u00fchmt, doch leider ist keines seiner poetischen Werke erhalten geblieben. Einzig erhalten ist das Prosatraktat &#8220;Erotica Pathemata&#8221; in einem Manuskript des 9. Jahrhunderts. Die \u201eErotica Pathemata\u201c besteht aus sechsunddreissig Liebesgeschichten mit tragischem Ende, die Parthenius aus anderen Quellen zusammengetragen hatte. Es ist wahrscheinlich, dass der Text nicht als Prosatext gedacht war, sondern vielmehr als Stoffsammlung und Grundlage f\u00fcr Gedichte, wie in der Widmung an Cornelius Gallus vermerkt.<\/p>\n<p><strong>OB 56: <\/strong><strong>Gnothi sauton<br \/><\/strong>Berlin 1783-1793<br \/>Gnothi Sauton\u00a0oder\u00a0&#8220;Magazin zur Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch f\u00fcr Gelehrte und Ungelehrte&#8221;\u00a0war eine von\u00a0Karl Philipp Moritz\u00a0(1756\u20131793),\u00a0Carl Friedrich Pockels\u00a0(1757\u20131814) und Salomon Maimon\u00a0(1753\u20131800) herausgegebene Zeitschrift in zehn Jahrg\u00e4ngen, die sich mit Fragen der\u00a0Anthropologie, der Psychologie und der\u00a0Psychopathologie\u00a0besch\u00e4ftigte und zwischen 1783 und 1793 erschien. Moritz, dem Initiator des Projekts, ging es um die Begr\u00fcndung einer empirisch verfahrenden &#8220;Seelenkunde&#8221;. Das Medium Zeitschrift wurde dabei in innovativer Weise eingesetzt: Zun\u00e4chst ver\u00f6ffentlichte Moritz einen Aufruf, der psychologisch interessierte Experten (er nennt u.\u00a0a. Lehrer, \u00c4rzte, Seelsorger, Richter und auch Schriftsteller) und Laien dazu auffordert, Selbst- und Fremdbeobachtungen psychologisch interessanter Ph\u00e4nomen einzureichen. Diese wurden zun\u00e4chst kommentarlos ver\u00f6ffentlicht, in sp\u00e4teren Ausgaben der Zeitschrift dann teilweise ausgewertet und als empirische Grundlage zur anthropologischen Theoriebildung herangezogen. Manche der im Magazin ver\u00f6ffentlichten Thesen \u00e4hneln in Grundz\u00fcgen der Psychoanalyse\u00a0Freuds. Mehr: <a href=\"https:\/\/www.mze.gla.ac.uk\/einfuhrung\/\">https:\/\/www.mze.gla.ac.uk\/einfuhrung\/<\/a>. Unser Exemplar, in f\u00fcnf B\u00e4nde gebunden, ist aus der Bibliotheca Amicorum.<\/p>\n<p><strong>OB 184: Adolph Freiherr von Knigge: Ueber den Umgang mit Menschen<br \/><\/strong>Frankfurt und Leipzig, 1803 (5. Auflage).<br \/>Aus dem Vorbesitz von Harder. Das Werk des deutschen Aufkl\u00e4rers Knigge erschien erstmals 1788 und beschreibt gute Umgangs\u00adformen oder allgemeiner: ein ethisch richtiges Verhalten gegen\u00fcber den Mitmenschen im Sinne eines humanistischen, aufgekl\u00e4rten Weltbilds. Das Buch erfuhr bis ins 20. Jahrhundert viele Neuauf\u00adlagen und \u00dcbersetzungen, wurde dabei aber immer mehr in Richtung eines Anstands- und Benimm\u00adratgebers umgeschrieben. Fr\u00fchere Ausgabe: <strong>OB 15 (1797)<\/strong><\/p>\n<p><strong>OC 26: Iter exstaticum (Kircher)<br \/><\/strong>W\u00fcrzburg 1660<br \/>Die Erstausgabe dieses Werks von Athanasius Kircher erschien unter dem Titel &#8220;Itinerarium exstaticum&#8221; 1656. Es handelt sich um einen imagin\u00e4ren Dialog, in dem ein Engel namens Cosmiel den Erz\u00e4hler Theodidactus auf eine Reise durch die Planeten mitnimmt. Es ist das einzige Werk Kirchers, das sich ausschliesslich der Astronomie widmet. Das Hauptthema des Werks ist die Erforschung des Weltraums in einem geozentrischen, an Tycho Brahe angelehnten Modell, in Abgrenzung zu Kepler und Galilei. Die \u00fcberarbeitete und erweiterte zweite Ausgabe mit dem Titel Iter Exstaticum wurde 1660 ver\u00f6ffentlicht. Sie enth\u00e4lt, unterst\u00fctzt von Kirchers Sch\u00fcler Caspar Schott, Widerlegungen von Kritiken an der Erstausgabe. Im Unterschied zu dieser ist sie illustriert und enth\u00e4lt viele erkl\u00e4rende Diagramme. Das Frontispiz, ein Werk des N\u00fcrnberger Kupferstechers Johann Friedrich Fleischberger, zeigt Kircher selbst mit einem Zirkel in der Hand, neben ihm den Engel Cosmiel, der auf ein Bild des Universums weist.<\/p>\n<p><strong>OC 27: Magnes sive de arte magnetica (Kircher)<\/strong><strong><br \/><\/strong>K\u00f6ln 1643.<br \/>In diesem Werk widmet Kircher sich dem Magnetismus in allen Facetten. Kirchers Magnes befasst sich nicht ausschliesslich mit dem, was die moderne Physik als Magnetismus bezeichnet. Kircher diskutiert beispielsweise, Kopernikus ablehnend, einen Magnetismus der Himmelsk\u00f6rper, der Gezeiten, beschreibt die Anziehung und Abstossung bei Tieren und Pflanzen sowie die magnetische Anziehungskraft von Musik und Liebe. Er erkl\u00e4rt aber auch die praktischen Anwendungen des Magnetismus in der Medizin, der Hydraulik und\u00a0 beim Bau wissenschaftlicher Instrumente. Im Kapitel \u00fcber den Magnetismus der Musik dokumentierte Kircher als Erster den s\u00fcditalienischen Volkstanz Tarantella, im Volksmund abgeleitet von der Spinnenart Tarantula. Der Tanz sollte &#8220;magnetisch&#8221; wirken und dadurch eine Therapie gegen das Spinnengift darstellen. Eine Illustration dazu (S. 362) zeigt sowohl die Spinne als auch eine Karte Apuliens und Musiknoten des Tanzes. Das Buch ist insgesamt reich illustriert und enth\u00e4lt \u00fcber 150 Holzschnitte, dazu 32 ganzseitige Kupferstiche. \u00a0Das aufwendige Frontispiz zeigt den habsburgischen Reichsadler, der mit einer magnetisierten Kette an der Kaiserkrone h\u00e4ngt, die \u00fcberdies Reichsapfel und Kreuz tr\u00e4gt. In einer seiner Krallen h\u00e4lt der Adler die Kronen von \u00d6sterreich, Ungarn und B\u00f6hmen, die durch Magnetismus zusammengehalten werden und in der anderen die ebenso magnetisch verbundenen Zepter der drei Reiche. Pfeile aus den ausgestreckten Fl\u00fcgeln des Vogels projizieren die kaiserliche Macht auf die L\u00e4nder darunter. Die letzte Illustration des Buches, den Text abschliessend zeigt das Ei des Kolumbus, das auf einer Schieferplatte unversehrt auf seiner Spitze steht. Das Motto dar\u00fcber lautet &#8220;Et nos haec poteramus&#8221;\u00a0 &#8211; &#8220;auch wir haben das geschafft&#8221;. Mit anderen Worten, Kircher hatte ganz unbescheiden mit seinem Magnes das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich gemacht wie Kolumbus vor ihm (und erst noch, ohne das Ei anzur\u00fchren). Unser Exemplar dieser zweiten Ausgabe des Buchs stammt aus der Bibliothek von Christoph Jetzler mit zwei fr\u00fcheren Besitzeintr\u00e4gen: Stephan Spleiss 1643 und dessen Enkel (&#8220;nunc ejusdem nepotis Thomae Spleissii&#8221;).<\/p>\n<p><strong>OC 35: La physique occulte, ou trait\u00e9 de la baguette divinatoire<br \/><\/strong>Paris 1709<br \/>Pierre Le Lorrain, Abt von Vallemont, verfasste 1698 diese\u00a0Zusammenstellung von physikalisch-chemischen Erkenntnissen oder wissenschaftlichen Experimenten. Sie sollte den Beweis f\u00fchren, dass sich die W\u00fcnschelrute nach den Naturgesetzen bewegt. Le Lorrain war n\u00e4mlich Anh\u00e4nger des rationalistischen Philosophen Descartes und versuchte, die zu seiner Zeit unbestrittene Praxis der W\u00fcnschelrute mechanisch statt magisch zu erkl\u00e4ren, damit sie in ein wissenschaftliches Weltbild passte.\u00a0Die h\u00fcbschen Kupferstiche zeigen W\u00fcnschelruteng\u00e4nger, Hygrometer, Camera obscura, Laterna magica usw. Mehr zum Abb\u00e9 und der W\u00fcnschelrute findet sich hier: <a href=\"https:\/\/www.lindahall.org\/abbe-de-vallemont\/\"><strong>https:\/\/www.lindahall.org\/abbe-de-vallemont\/<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>OC 45: Physica Curiosa des Caspar Schott<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1662<br \/>Das Werk des Jesuiten und W\u00fcrzburger Lehrers Caspar Schott geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten systematischen Darstellungen von Kuriosit\u00e4ten und Abnormit\u00e4ten. Dabei werden sowohl reale Wesen (wie z. B. &#8220;Missgeburten&#8221; und extrem behaarte Menschen) und exotische Tiere als auch mythologische Fabel- und Mischwesen behandelt. Das Werk spiegelt so einerseits die aufbl\u00fchende Wissenschaft und das Interesse am Fremden, Exotischen der Barockzeit wie auch Elemente der Volksfr\u00f6mmigkeit und des Aberglaubens. So behandeln die mit Kupferstichen illustrierten B\u00fccher 1-2 Engel, D\u00e4monen und Geister, Buch 3 und 4 Menschen,\u00a0 Buch 5-10 Tiere und Monstren, 11-12 Meteore und &#8220;Verschiedenes&#8221;.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;6.4 P: Medizin&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 6.4&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 6.4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>6.4 P: Medizin<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 6.4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Umfasst unter der Signatur <strong>P<\/strong> an die 1300 Titel. Nebst Arzneilehren, Werken zur Anatomie und Gyn\u00e4kologie finden sich auch einige Kr\u00e4uterb\u00fccher (so das <em>Herbary<\/em> <em>oder Kr\u00fcterbuch<\/em> von Johann von Cuba, Strassburg 1507, <strong>P* 40<\/strong>). Vom Schaffhauser Johann Georg Seiler illustriert ist der anatomische Atlas <em>Theatrum anatomicum<\/em> von Jean-Jacques Manget (2 Bde., Genf 1716, <strong>P* 47<\/strong>). Durch die Schaffhauser \u00c4rzte aus den Familien Screta und Wepfer (17. Jh.) kamen zahlreiche, wertvolle Drucke auf die Stadtbibliothek. Interessant auch John Hunters <em>Nat\u00fcrliche Geschichte der Z\u00e4hne<\/em> <em>und Beschreibung ihrer Krankheiten<\/em> (Leipzig 1780, <strong>P 334<\/strong>).<\/p>\n<p><strong>P* 1: De Humani Corporis Fabrica (Vesalius)<\/strong><br \/>Venedig 1568<br \/>Vesalius&#8217; Buch ist das wichtigste Anatomiebuch der fr\u00fchen Neuzeit und ein Meilenstein der Medizingeschichte. Es ist die erste moderne Abhandlung \u00fcber Anatomie, die auf Sezierungen des menschlichen K\u00f6rpers (an der medizinischen Schule in Padua) beruht und diesen vollst\u00e4ndig und genau beschreibt und ein. Die f\u00fcnf B\u00fccher behandeln die Knochen, Muskeln, Blutgef\u00e4sse, Nerven, Organe in Brust und Bauch und das Gehirn. Unser Exemplar ist die vierte Ausgabe des Textes. Die Illustrationen sind verkleinerte Kopien der Bl\u00f6cke, die f\u00fcr die erste Ausgabe von 1543 in Basel geschnitten wurden. Die Basler Holzschnitte werden Jan Stephan van Calcar, einem Sch\u00fcler von Tizian, zugeschrieben.<\/p>\n<p><strong>P* 4: Liber continens des Rhazes<br \/><\/strong>Venedig 1542.<br \/>Zweib\u00e4ndige Ausgabe der medizinischen Werke des persischen Arztes Rhazes in einer Ausgabe, die offenbar neben uns nur Madrid (Complutense, unvollst\u00e4ndig) und die BN Paris haben. Herausgeber: Hieronymus Surianus\u00a0, Girolamo Suriano.<\/p>\n<p><strong>P* 12: De re metallica (Agricola)<br \/><\/strong>Basel 1556<br \/>Erstausgabe eines der fr\u00fchesten B\u00fccher \u00fcber Technik, hier im besonderen den Bergbau und die H\u00fcttentechnik. Georg Agricola (1494-1555) aus Sachsen gilt als Begr\u00fcnder der modernen Geologie und Bergbaukunde und war ein herausragender Gelehrter<strong>. <\/strong>Durch zahlreiche Reisen in Bergbaureviere des s\u00e4chsischen-b\u00f6hmischen Erzgebirges hatte Agricola einen \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Technik des Bergbaus und H\u00fcttenwesens zu seiner Zeit gewonnen. Das Ergebnis ist sein ein Jahr nach seinem Tod erschienene Hauptwerk De re metallica. Es handelt sich um die erste systematische technologische Untersuchung des Berg- und H\u00fcttenwesens und blieb zwei Jahrhunderte lang das massgebliche Werk zu diesem Thema. Mit dieser Arbeit brach Agricola als einer der ersten mit der in den Z\u00fcnften praktizierten Tradition, nach der alle wesentlichen Aspekte des f\u00fcr ein Handwerk notwendigen Wissens nur m\u00fcndlich weitergegeben wurden. Der erste Band vergleicht den Bergbau mit anderen Gewerben, beispielsweise der Landwirtschaft oder dem Handel. Im zweiten Band werden die Erschliessungsbedingungen er\u00f6rtert, also geographische Beschaffenheit, Wasserhaltung, Wege, Bodenbesitz und Landesherrschaft; im dritten Band das\u00a0 Markscheidewesen. Der vierte Band \u00e4ussert sich zur Verteilung der Grubenfelder und den Pflichten des Bergbeamten. Im f\u00fcnften Band werden die verschiedenen Schachtarten beschrieben, zudem der Gangbau und das Vermessen unter Tage. Der sechste ist der umfangreichste Band und behandelt die Ger\u00e4te und Maschinen des Bergbaus. Das Probieren der Erze findet sich im siebten Band, ihr Aufbereitungsprozess im achten Band. Das Schmelzen und die Verfahren zur Metallgewinnung inklusive einer Anleitung zum Schmelzofenbau finden sich im neunten Band. In den B\u00e4nden zehn, elf und zw\u00f6lf geht es um das Scheiden von Edelmetallen, das Gewinnen von Salzen, Schwefel und Bitumen sowie um Glas. Agricola untersucht hergebrachte Vorstellungen auf ihren wissenschaftlichen Wahrheitsgehalt. Aus heutiger Sicht besonders interessant sind Agricolas Beschreibungen von Umweltsch\u00e4den durch Bergbau und H\u00fcttenwesen. Auf den Abbildungen im dritten Buch sieht man deutlich, dass die Umgebung der Gruben und Schmelz\u00f6fen verw\u00fcstet war und nur noch Baumreste vorhanden waren. Im neunten Buch wird z.B. die Gefahr der Quecksilbergewinnung f\u00fcr die H\u00fcttenarbeiter beschrieben, die von Zahnausfall betroffen waren. Die 290 Holzschnitte, von denen viele ganzseitig sind, illustrieren alle Aspekte des Bergbaus, der Metallurgie und der daf\u00fcr eingesetzten Werkzeuge und Maschinen. Das Werk enth\u00e4lt zudem einen Nachdruck von Agricolas De animantibus subterraneis, einer Abhandlung \u00fcber unterirdische Fauna und h\u00f6hlenbewohnende Tiere, die erstmals 1549 separat ver\u00f6ffentlicht wurde. Das Buch ist in allen grossen Bibliotheken vorhanden und im Antiquariat sehr gesucht. Unser Exemplar ist hinter ein medizinisches Nachschlagewerk gebunden, die Practica morborum omnium des Johannes Arculanus (Venedig 1557) mit dem Besitzvermerk eines Fridericus Rutilius aus Stuttgart. Dadurch fehlt ihm das Titelblatt. Die dritte deutsche Ausgabe des Buchs von 1629 mit vielen Holzschnitten u.d.T. &#8220;BergwerckBuch&#8221; haben wir unter der Signatur <strong>Q* 67<\/strong>; sie stammt aus der Bibliothek des Historisch-antiquarischen Vereins. Beigebunden ist diesem Buch ein weiteres metallurgisches Werk: Lazarus Erckers &#8220;Beschreibung aller furnembsten Ertzt&#8221; von 1629. Dieses Buch erschien erstmals 1574. Die sch\u00f6nen Holzschnitte zeigen Bergleute und Metallurgen mit ihren Ger\u00e4ten und an den Schmelz\u00f6fen.<\/p>\n<p><strong>P* 14: Kanon der Medizin\/Liber canonis \/ Avicenna<br \/><\/strong>Der\u00a0Kanon der Medizin\u00a0(arabisch\u00a0\u0627\u0644\u0642\u0627\u0646\u0648\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0637\u0628,\u00a0<em> al-Q\u0101n\u016bn f\u012b \u2019\u1e6d-\u1e6cibb<\/em>, &#8220;Gesetzeswerk der Heilkunde&#8221;, lateinisch Canon Medicinae ist das bekannteste medizinische Werk von Ibn S\u012bn\u0101, genannt Avicenna (gestorben 1037), dem ber\u00fchmten persischen Arzt (980-1037. Es ist ein umfassendes Lehr- und Nachschlagewerk, basierend auf Galen, Hippokrates und Aristoteles sowie den Beobachtungen von Avicenna selbst und damit ein Kompendium des griechischen und muslimischen medizinischen Wissens. Es blieb bis ins 19. Jahrhundert das grundlegende medizinische Nachschlagewerk in der islamischen Welt, w\u00e4hrend die lateinische \u00dcbersetzung von Gerard von Cremona (1114-1187) seit Beginn des 14. Jahrhunderts an europ\u00e4ischen universit\u00e4ren Einrichtungen benutzt, h\u00e4ufig umfangreich kommentiert und bis ins 19. Jahrhundert als Standardwerk der medizinischen Ausbildung verwendet. Bei dieser Ausgabe handelt es sich um die Erstausgabe des arabischen Originaltextes. Die hier verwendeten arabischen Lettern wurden von Robert Granjon f\u00fcr die Typographia Medicea entworfen, die von Ferdinando de Medici auf Geheiss von Papst Gregor XIII. f\u00fcr den Druck in arabischer und anderen orientalischen Sprachen gegr\u00fcndet wurde. Der vollst\u00e4ndige arabische Text enth\u00e4lt alle 5 B\u00fccher des Kanon, begleitet von der Editio Princeps von Avicennas Kompendium der Logik, Metaphysik und Philosophie, Kitab al-Najat, einer Zusammenfassung des Kitab al-Shifah. P*13 ist eine lateinische Ausgabe Avicennas (Basel 1556).<\/p>\n<p><strong>P* 15: Drei medizinische Werke des 16. Jhs.<\/strong><br \/>A\u00ebtios Antiochenus oder A\u00ebtios von Amida (Basel 1536), Constantinus Africanus (Basel 1536), Teil 3 des Herbariums von Otto Brunfels (Strassburg 1536).<\/p>\n<p><strong>P* 16: Consilia Medica omnia (Giovanni Battista Monte)<\/strong><br \/>N\u00fcrnberg 1559<br \/>Medizinische Beobachtungen und Ratschl\u00e4ge des Paduaner Mediziners Giovanni Battista Monte (1489-1551), ein ber\u00fchmter Praktiker und Zeitgenosse Vesals. Interessanter ist das dahinter gebundene Werk: Tacuinum Sanitatis des Ibn Butlan (Strassburg 1531). Es handelt sich um die Erstausgabe einer seltenen arabischen Abhandlung \u00fcber die Gesundheit, mit sch\u00f6nen Holzschnitten von Hans Weiditz. Ibn Butlans Leitfaden f\u00fcr eine gute Gesundheit, auf Arabisch \u201eTaqwim as-Sihha\u201c genannt, kursierte im 14. und 15. Jahrhundert in handschriftlichen Kopien unter dem lateinischen Titel \u201eTacuinum sanitatis\u201c oder \u201eTafeln der Gesundheit\u201c. Dies ist die erste gedruckte Ausgabe. Sie enth\u00e4lt sechs Elemente, die f\u00fcr eine gute Gesundheit und die Vermeidung von Stress notwendig sind: Essen und Trinken, Luft und Klima, Aktivit\u00e4t und Ruhe, Schlaf und Wachsein, Ausscheidung von K\u00f6rpers\u00e4ften sowie Emotionen. Der Autor Mukhtar ibn al-Hasan, bekannt als Ibn Butlan, ein christlicher (nestorianischer) Arzt in Bagdad im 11. Jahrhundert fasste das medizinische Wissen seiner Zeit in Form von synoptischen Tabellen zusammen. Die Wirkung und der Einfluss vieler Heilmittel, Getr\u00e4nke und Nahrungsmittel, von Tieren, Pflanzen und Jahreszeiten werden auf ihren Einfluss um die Harmonie der menschlichen Gesundheit im Menschen untersucht. Die insgesamt 280 reizvollen kleinen Holzschnitt-Illustrationen von Hans Weiditz am Fuss der Seiten veranschaulichen Pflanzen, Tiere, Fr\u00fcchte, K\u00f6rpers\u00e4fte, Krankheiten und Kochk\u00fcnste. Zwei weitere Werke in dieser Ausgabe mit \u00e4hnlichem Inhalt stammen von dem arabischen Philosophen Al-Kindi aus dem 9. Jahrhundert und dem andalusischen Arzt Ibn-Wafid (Albenguefith) aus dem 11. Jahrhundert. Die Paginierung des Buchs ist dabei durchg\u00e4ngig, alle drei Titel werden aber auf dem Titelblatt genannt.<\/p>\n<p><strong>P* 17: Hieronymus Bock: Kreutterbuch<\/strong>, darin undterscheidt, Name unnd W\u00fcrkunng der Kreutter, Stauden [\u2026]&#8221;. ca. 820 S., Ill.<br \/>Strassburg: 1565 (Erstausgabe 1539).<br \/>Hieronymus Bock (1498-1554) war ein deutscher Botaniker, Arzt und lutherischer Prediger. Zusammen mit Otto Brunfels ( Z103) und Leonhart Fuchs z\u00e4hlt er zu den \u201eV\u00e4tern der Botanik\u201c. Der grosse Erfolg seines Werks beruht auf den sorgsamen Beobachtungen Bocks und den daraus resultierenden etwa 700 Pflanzen umfassenden Beschreibungen samt sch\u00f6nen Holzschnitt-Illustrationen. Bocks Pflanzenbeschreibungen sind dabei weitaus genauer und zutreffender als fr\u00fchere Werke. Seine Systematisierung allerdings, die noch nicht auf den Bl\u00fcten beruht, leidet unter dem Versuch, die eigenen Erfahrungen und Beobachtungen mit der antiken \u00dcberlieferung in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p><strong>P* 18: Sepulchretum sive anatomia practica (Th\u00e9ophile Bonet)<\/strong><br \/>Genf 1679<br \/>Th\u00e9ophile Bonet (1620-1689) war ein Genfer Arzt und 1656-1666 Stadtarzt von Neuch\u00e2tel. Sein Hauptwerk ist &#8220;Sepulchretum sive Anatomia practica&#8221; (Begr\u00e4bnisplatz oder Praktische Anatomie), erschienen 1679. \u00dcberzeugt davon, dass die Leichensektion die Krankheitsursachen erkennen lasse, pr\u00e4sentierte Bonet in systematischer Anordnung fast 3&#8217;000 Beobachtungen von 470 Autoren. Das Werk &#8211; mit 1700 Seiten wahrscheinlich eines der dicksten B\u00fccher der Stadtbibliothek &#8211; wurde f\u00fcr die Entwicklung der pathologischen Anatomie wegweisend.<\/p>\n<p><strong>P* 19: Luminare maius und Lumen apothecariorum<\/strong><br \/>Venedig 1513 und 1512<br \/>Fr\u00fche Ausgabe von zwei wichtigen Abhandlungen \u00fcber Pharmakologie und medizinische Botanik aus dem sp\u00e4ten 15. Jahrhundert. Das erste Werk, Luminare maius von Giovanni Giacomo Manlio di Bosco (1513) ist ein Kommentar zu alten arabischen und griechischen pharmakologischen Werken, insbesondere zu den arabischen Abhandlungen von Yuhanna Ibn Masawayh, im Westen bekannt als Mesue der \u00c4ltere (ca. 777-857). Es enth\u00e4lt Anleitungen f\u00fcr die Zubereitung zahlreicher Arzneimittel, wobei die Mengen der Inhaltsstoffe angegeben und jeder Inhaltsstoff beschrieben wird. Das zweite Werk, Lumen apothecariorum von Quirico de Augustis de Tortona aus Mailand (1512) erg\u00e4nzt es mit Beschreibungen von Hunderten von medizinischen Zubereitungen, darunter viele \u00d6le und Sirupe. Unser Exemplar enth\u00e4lt im Anschluss handschriftliche Notizen, im Wesentlichen deutsche \u00dcbersetzungen lateinischer Termini. Beide Werke sind ausgesprochen selten, in der Schweiz nicht nachgewiesen und in Deutschland nur in M\u00fcnchen, Augsburg, T\u00fcbingen und Jena. Sie sind in aller Regel zusammengebunden, wobei offenbar mehrfach das zweite Werk fehlt.<\/p>\n<p><strong>P* 22: Pharmacorum omnium dispensatorium (Valerius Cordus)<\/strong><br \/>N\u00fcrnberg [1546]<br \/>Seltene Erstausgabe des offiziellen Arzneibuchs der Stadt N\u00fcrnberg. Die Stadt N\u00fcrnberg \u00fcbernahm diese Ausgabe als offiziellen Standard, den alle Apotheker der Stadt befolgen mussten. Der Einfluss des Buches ging jedoch weit \u00fcber N\u00fcrnberg hinaus, denn zahlreiche Verlage in mehreren L\u00e4ndern brachten Dutzende von Ausgaben im lateinischen Original sowie in deutschen, niederl\u00e4ndischen und franz\u00f6sischen \u00dcbersetzungen heraus. Viele St\u00e4dte \u00fcbernahmen so das Buch als ihren eigenen Standard oder als Vorbild. Die Ausgabe ist in der Schweiz nur noch an der UB Basel, in Deutschland nur einer Handvoll Bibliotheken, ansonsten noch in Utrecht und in der BN Paris nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>P* 25: Historia anatomica humani corporis<\/strong><br \/>Frankfurt am Main 1600<br \/>Eine der beliebtesten anatomischen und medizinischen Abhandlungen des sp\u00e4ten 16. Jhs. Zweite Ausgabe. Illustriert mit einem gestochenen Titelblatt mit einem zentralen Portr\u00e4t des Autors flankiert von Kadavern, einer viertelseitigen Gravur von Henri IV, des K\u00f6nigs von Frankreich, allegorischen Figuren der Gerechtigkeit und Klugheit, im Text 26 markante ganzseitige anatomische Stiche. Die wundersch\u00f6n ausgef\u00fchrten Stiche sind von Vesalius, Valverde, Coiter und anderen inspiriert. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Materials stammt aus Du Laurens fr\u00fcherem Werk \u201eOpera anatomica\u201c. Du Laurens diente als Leibarzt von K\u00f6nig Heinrich IV. und Maria de Medici. Im Jahr 1603 wurde er Kanzler der Universit\u00e4t von Montpellier. Du Laurens widerlegte die galenische Behauptung, dass die weiblichen Genitalien lediglich verinnerlichte Versionen der m\u00e4nnlichen Genitalien seien. Er st\u00fctzte seine Ablehnung auf eine detaillierte Analyse und Beschreibung der jeweiligen anatomischen Strukturen. Diese Analyse findet sich in Buch VII.<\/p>\n<p><strong>P* 31 und 32: Zwei veterin\u00e4rmedizinische Werke des 16. Jhs.<\/strong><br \/>P* 31: Buch von der Rossartzney (Augsburg 1588) des Mang Seutter. P* 32: Zwey n\u00fctzliche B\u00fccher von allerley Gebrechen&#8230; (Eger 1571) des Jean Ruel<\/p>\n<p><strong>P* 34: Gesammelte Werke des Hippocrates (griechisch)<\/strong><br \/>Basel 1538<br \/>Die im 16. Jahrhundert erschienenen gedruckten Ausgaben des Gesamtwerks von Hippokrates offenbarten der gelehrten \u00d6ffentlichkeit einen Korpus von etwa sechzig medizinischen Lehrb\u00fcchern, die dem griechischen Mediziner Hippokrates von Kos zugeschrieben werden. Vor der Renaissance waren nur einige Lehrb\u00fccher von Hippokrates bekannt, die im Mittelalter ins Lateinische \u00fcbersetzt worden waren; Galenus galt als der wichtigste antike medizinische Autor. Die erste Ausgabe der Werke des Hippokrates wurde 1525 in Rom auf Latein ver\u00f6ffentlicht; ein Jahr sp\u00e4ter folgte in Venedig die Erstausgabe in der griechischen Originalsprache. Ein Dutzend Jahre sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlicht der Basler Drucker Froben (1501-1563) eine revidierte Ausgabe dieser aldinischen Ausgabe mit den Korrekturen des Janus Cornarius (ca. 1500-1558). Sie wird f\u00fcr Forschung und Lehre \u00fcber 250 Jahre G\u00fcltigkeit behalten. (P* 33: Galenius: De Compositione medicamentorum, Basel 1530).<\/p>\n<p><strong>P* 35: De re anatomica (Realdo Colombo)<\/strong><br \/>Venedig 1559<br \/>Erstausgabe. Der italienische Anatom Colombo (1516-1559) arbeitete in Pisa mit Michelangelo zusammen, aber sein grosses Anatomiebuch wurde 1559 letztlich doch ohne Illustrationen ver\u00f6ffentlicht, mit Ausnahme des Titelholzschnitts einer Obduktion, der direkt von dem der Fabrica des Vesalius inspiriert wurde. Colombos Werk ist vor allem f\u00fcr seine Entdeckung des Lungenkreislaufs bekannt, d. h. des Blutflusses von der rechten Herzkammer \u00fcber die Lunge zur linken. Colombos Beobachtungen des Herzens erm\u00f6glichten ihm auch ein genaueres Verst\u00e4ndnis der Phasen des Herzschlags.<\/p>\n<p><strong>P* 38: Explicatio tabularum anatomicarum Bartholomaei Eustachii (Albinus)<\/strong><br \/>Leiden 1744<br \/>Der niederl\u00e4ndische Anatom Bernhard Siegfried Albinus (1697 &#8211; 1770) war in Leyden Dozent und gab 1744 ein Anatomiebuch nach Eustachius heraus, dem sezierenden Anatom des 16. Jahrhunderts, der Vesalius als zumindest ebenb\u00fcrtig gilt, aber bis 1714 unpubliziert blieb. Tafel XVIII beispielsweise zeigt das zentrale Nervensystem mit Wirbels\u00e4ule und Nervengeflechten. Die Beziehung der Neuroanatomie zur Wirbels\u00e4ule wird anschaulich dargestellt. Die vergleichende Anatomie der Wirbeltiere ist ebenfalls enthalten: Tafel XXXXVI zeigt den Sch\u00e4del eines niederen Primaten im Vergleich zu dem des Menschen. Aber auch die k\u00fcnstlerische Interpretation kommt nicht zu kurz, denn Tafel XXXIX zeigt einen Torso mit Armen, der unten nahtlos in einen architektonischen Sockel \u00fcbergeht.<\/p>\n<p><strong>P* 44: De Indiae utriusque.. libri quatuordecim (Willem Piso)<\/strong><br \/>Amsterdam 1658<br \/>Willem Piso (1611-1678) diente von 1636 bis 1644 als Arzt in der holl\u00e4ndischen Kolonie in Brasilien. Als Pionier der Tropenmedizin und Pharmakologie studierte er die Pflanzenmedizin der Ureinwohner und unterst\u00fctzte deren Gesundheitspraktiken.\u00a0Dazu begab er sich im Urwald auf die Suche nach Heilpflanzen und erwarb sich dadurch den Ruf, als erster Europ\u00e4er ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die einheimischen Behandlungsmethoden gewonnen zu haben. Seine Erkenntnisse legte er in der\u00a0<em>Historia naturalis Brasiliae<\/em>\u00a0dar, die er 1648 mit seinem ehemaligen Assistenten, dem Botaniker und Astronom Georg Marggraf (1610\u20131644) herausgab; das Verh\u00e4ltnis der beiden Autoren war allerdings sp\u00e4ter getr\u00fcbt, u.a. weil Piso das Werk zehn Jahre nach der Erstausgabe unter eigenem Namen und neuem Titel\u00a0&#8220;<em>De Indiae utriusque re naturali<\/em><em>\u00a0et medica&#8221;<\/em>\u00a0herausgab. Es ist ein fr\u00fches Lexikon der Tropenmedizin und beschreibt detailliert die einheimische Verwendung von Pflanzen und Tieren bei Krankheiten und stellt die umfangreichste Dokumentation der brasilianischen Flora und Fauna im siebzehnten Jahrhundert dar. Die \u00fcber 150 Holzschnitte enthalten Darstellungen von V\u00f6geln, Fischen, S\u00e4ugetieren, Reptilien, Pflanzen und B\u00e4umen. Das Titelkupfer zeigt zwei amerikanische Indigene, im Hintergrund sind u.a. ein Rhinozeros und ein Dodo abgebildet.<\/p>\n<p><strong>P* 47 Jean Jacques Manget, Theatrum anatomicum<br \/><\/strong>Gen\u00e8ve : Cramer &amp; Perachon, 1716\u20131717 (2 Bde.)<br \/>Das Theatrum des Genfer Arztes Manget (1652\u20131742) ist eine eigentliche Kompila\u00adtion aus verschiedenen anderen anatomischen Werken, so auch aus demjenigen von Barth\u00e9l\u00e9my Eustache (um 1510\u20131574). Die insgesamt 136 Kupfertafeln des Atlas\u00adbandes sind mehrheitlich vom Schaffhauser Zeichner und Kupferstecher Johann Georg Seiler (1663\u20131740) angefertigt, ebenso das Frontispiz und die Vignette auf dem Titelblatt.<\/p>\n<p><strong>P* 49: Icones anatomicae (Albrecht von Haller)<br \/><\/strong>G\u00f6ttingen 1756<br \/>Das Buch ist eines der bedeutendsten der Medizingeschichte. Mit den anatomischen Abbildungen in den\u00a0Icones stellte der Berner Wissenschafter Albrecht von Haller erstmals den Verlauf der Arterien im menschlichen K\u00f6rper dar. Die Illustrationen stammen vom G\u00f6ttinger Arzt\u00a0Christian Jeremias Rollin. Die Icones wurden in acht Faszikeln ver\u00f6ffentlicht, jeder mit einem eigenen Titelblatt, beginnend im Jahr 1743 und endend im Jahr 1756. Obwohl mehrere Graveure Platten f\u00fcr das Buch anfertigten, sind die 47 Platten alle von hoher Qualit\u00e4t und geben ihr Thema klar, k\u00fcnstlerisch und genau wieder. Auf den Tafeln sind fast alle Arterien des menschlichen K\u00f6rpers sowie die verschiedenen Organe abgebildet. Es gibt spezielle Tafeln des Herzens, des Omentums, der Sch\u00e4delbasis, des Zwerchfells, der Geb\u00e4rmutter und des R\u00fcckenmarks. Aus der Bibliothek der medizinisch-chirurgisch-pharmazeutischen Gesellschaft in Schaffhausen (Ex Libris).<\/p>\n<p><strong>P* 64: Lichtleiter, oder Beschreibung einer einfachen Vorrichtung zur Erleuchtung innerer H\u00f6hlen des thierischen K\u00f6rpers (Philipp Bozzini)<br \/><\/strong>Weimar 1807<br \/>Als der Mainzer Arzt Philipp Bozzini (1783-1809) 1806 seinen &#8220;Lichtleiter&#8221; vorstellte, begann das eigentliche Zeitalter moderner Endoskopie. Die Konstruktion war ein relativ einfaches, geniales Ger\u00e4t. In das Innere der K\u00f6rperh\u00f6hlen gelenkte Lichtstrahlen wurden zum Auge des Betrachters zur\u00fcckgeleitet. Das Instrument besteht aus dem &#8216;Lichtbeh\u00e4lter&#8217; und den f\u00fcr die einzelnen bestimmten &#8216;Lichtleitungen&#8217;, das sind entsprechend geformte R\u00f6hren und &#8216;Winkelleitungen&#8217;, die in das zu untersuchende Hohlorgan eingef\u00fchrt werden. Der &#8216;Lichtbeh\u00e4lter&#8217; ist wie eine Vase geformt. Vorn ist eine runde \u00d6ffnung, die durch eine Scheidewand getrennt ist. In der einen Kammer treten die Strahlen der Lichtquelle aus, in der anderen, der Reflektionsleitung, gelangen sie zum Auge zur\u00fcck. Dies war die erste Konzeption des Endoskopes, die in den Grundz\u00fcgen bis heute g\u00fcltig ist. Der fr\u00fche Tod Bozzinis, er starb mit knapp 30 Jahren am Typhus, brachte ihn um die Erfolge seiner Erfindung, die bis in die 1860er Jahre in Vergessenheit geriet. Seltene Erstausgabe, Schweiz nur UB Basel.<\/p>\n<p><strong>P* 84: Rhinoplastik <\/strong><strong>oder die Kunst den Verlust der Nase organisch zu ersetzen (Carl Ferdinand von Graefe)<\/strong><br \/>Berlin 1818<strong><br \/><\/strong>Seltene, illustrierte Erstausgabe des &#8220;Gr\u00fcndungswerks der modernen plastischen Chirurgie&#8221;. Karl Ferdinand von Graefe (1787-1840) studierte Medizin in Halle und Leipzig und wurde 1811 wurde er Professor f\u00fcr Chirurgie und Direktor des ophthalmologischen Instituts an der Universit\u00e4t Berlin. Seine Vorlesungen zogen Studenten aus allen Teilen Europas an. Er war ausserdem Generalstabsarzt der preussischen Armee ernannt und Direktor des Friedrich-Wilhelm-Instituts und der Medizinisch-Chirurgischen Akademie (Charit\u00e9). Von Graefe war ein Pionier der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie. Er entwickelte eigene Techniken der Nasenkorrektur, wobei er sowohl die italienischen Methoden von Gasparo Tagliacozzi (1545-1599) als auch altindische chirurgische Praktiken abwandelte. Er trug auch zur Entwicklung der Gaumenspaltenreparatur bei und war ein Pionier der Augenlidchirurgie. Von Graefes Verwendung des Begriffs \u201eRhinoplastik\u201c hat dazu beigetragen, dass das Fachgebiet heute als \u201eplastische Chirurgie\u201c bezeichnet wird. aus der Bibliothek der Medizinisch-chirurgisch-pharmazeutischen Gesellschaft. In diesem Signaturenbereich von P* finden sich einige seltene Werke der fr\u00fchen Chirurgie und Medizin zu Beginn des 19. Jahrhunderts generell, z.B. Augenheilkunde, Orthop\u00e4die, Knochenbr\u00fcche, oft aus der o.g. Bibliothek oder der Bibliothek des Naturhistorischen Museums.<\/p>\n<p><strong>P 461 und P* 105: <\/strong><strong>Armamentarium Chirurgicum Selectum<br \/><\/strong>Wien (1817-1820)<br \/>Gestochener Titel und 30 Kupfertafeln von Kilian Ponheimer nach Josef Krafft. Seltene erste Ausgabe des Hauptwerks des Wiener Wundarztes Franz Xaver Ritter von Rudtorffer (1760-1833). Text- und Tafelband. Die Tafeln von Kilian Ponheimer dem \u00c4lteren (1757-1840) enthalten eindrucksvolle Darstellungen chirurgischer Instrumente zum Sezieren und Amputieren.<\/p>\n<p><strong>P 4 Johann Conrad Ammann: Surdus loquens \u2026 Amsterdam 1692<br \/><\/strong>Das zweisprachige Werk &#8211; latein und niederl\u00e4ndisch &#8211; stammt vom Schaffhauser Arzt und Geh\u00f6rlosenp\u00e4dagogen Johann Konrad Ammann (1669-1724). Sein Werk Surdus Loquens ist eines der ersten zur P\u00e4dagogik der Taubstummen. Ammanns Vorschl\u00e4ge bestanden darin, die Sch\u00fcler auf die Lippen- und Kehlenbewegungen des Lehrers zu beobachten und nachzuahmen. Ammanns Buch erfuhr weite Verbreitung und verschiedene Auflagen in ganz Europa. Seine Lautbeschreibung ist die umfassendste seiner Zeit und hatte f\u00fcr \u00fcber ein Jahrhundert G\u00fcltigkeit.<\/p>\n<p><strong>P 20: Historia Fontis Bollensis (Bauhin)<br \/><\/strong>Montb\u00e9liard 1598<br \/>Die Beschreibung von Bad Boll in W\u00fcrttemberg durch den Basler Botaniker Johannes Bauhin (1541-1613) gilt als Beginn der Naturkunde im deutschen S\u00fcdwesten. Die Schwefel- und Thermalquellen von Bad Boll bei G\u00f6ppingen im Grossraum Stuttgart waren 1595 entdeckt worden; das &#8220;Buch dazu&#8221; schrieb Bauhin als Leibarzt, Anatom und Botaniker des Herzogs Ulrich von W\u00fcrttemberg in M\u00f6mpelgard (heute Montb\u00e9liard). Bauhin liefert in diesem Buch aber nicht nur eine Beschreibung des Bads, sondern auch von Versteinerungen und \u00a0von mehr als 60 \u00c4pfel- und Birnensorten mit Abbildungen, die in der Gegend wuchsen. Bauhins Hauptwerk ist seine dreib\u00e4ndige Historia Plantarum, die 1650\/51 in posthum in Yverdon erschien (unser Exemplar: S* 49). Darin versucht Bauhin eine Beschreibung aller ihm bekannten Pflanzen, 5&#8217;000 an der Zahl &#8211; und die ersten Seiten dieses Lexikons geb\u00fchren wiederum den \u00c4pfeln und Birnen, die Bauhin geliebt zu haben scheint.<\/p>\n<p><strong>P 33: I secreti della Signora Isabella<br \/><\/strong>Venedig 1574<br \/>Fr\u00fche Ausgabe (EA 1561) dieses alchemistischen Buchs der Isabella Cortese, einem der fr\u00fchesten Wissenschaftsb\u00fcchern von Frauen. Allerdings ist \u00fcber die Autorin nichts bekannt, es k\u00f6nnte sich auch um ein Pseudonym handeln. Neben alchemistischen Rezepten finden sich indem Buch auch Anleitungen f\u00fcr Heilmittel, Kosmetika, Goldherstellung, Potenzmittel und Zahnpflege. Beigebunden sind die Familienbriefe des deutschen Theologen Michael Neandrus (Eisleben 1586).<\/p>\n<p><strong>P 48: De Medicinali Materia Libri Sex (Dioscurides)<br \/><\/strong>Lyon 1552<br \/>Fr\u00fche Ausgabe dieses grundlegenden antiken griechischen Werks \u00fcber Kr\u00e4utermedizin, das die westliche medizinische Praxis bis zum 19. Jahrhundert beeinflusste. Erstmals gedruckt wurde es 1518 von Filippo Giunta. Der in Kilikien geborene Discorides (40-90 n. Chr.) war ein griechischer Arzt im Dienste der r\u00f6mischen Armee und ein erfahrener Botaniker. De Materia medica ist ein Kompendium des medizinischen Wissens, das mit den Werken von Hippokrates und Oribasius konkurriert. Es beschreibt die Eigenschaften und die medizinische Verwendung von Hunderten von Kr\u00e4utern, die alle typisch f\u00fcr den \u00f6stlichen Mittelmeerraum sind, und nennt ihre Namen oft in anderen Sprachen wie Thrakisch, Alt\u00e4gyptisch oder Karthagisch. In f\u00fcnf Teilen wird eine Vielzahl von Themen behandelt, darunter nicht nur aromatische oder kulinarische Kr\u00e4uter und Pflanzen (z. B. Kardamom, Zimt, S\u00fc\u00dfholz und Baldrian), sondern auch Getreide, Fr\u00fcchte, Wurzeln, Samen und sogar Mineralien, aus denen Salben, Getr\u00e4nke oder Balsame hergestellt werden k\u00f6nnen. In kurzen Abschnitten werden der Name, die Herkunft, die physikalischen Eigenschaften und die medizinischen Verwendungszwecke der einzelnen Heilmittel erl\u00e4utert; ausserdem wird bestimmten Krankheiten, ihren Symptomen und den besten Behandlungsmethoden und -mitteln Platz einger\u00e4umt.<\/p>\n<p><strong>P 52: Histoire des drogues espiceries (Garcia de Orta and Nicol\u00e1s Monardes)<br \/><\/strong>Lyon 1602<br \/>Es handelt sich hier \u00fbm eine der besten fr\u00fchen Kompilationen \u00fcber aussereurop\u00e4ische Gew\u00fcrze und Arzneien. Garcia De Orta (1501\/2-68) war Arzt bei der portugiesischen Marine in Goa und verfasste als erster Europ\u00e4er eine Analyse der indischen Medizin. Monardes (1493-1588) hingegen war Arzt in Sevilla und studierte dort die amerikanischen medizinischen Pflanzen. Mit zahlreichen Abbildungen der Pflanzen.<\/p>\n<p><strong>P 54: De Partu Hominis (Eucharius R\u00f6sslin)<br \/><\/strong>Frankfurt 1557<br \/>Es handelt sich hier um das erste illustrierte Lehrbuch \u00fcber Geburtshilfe mit umfangreichen Kapiteln zur S\u00e4uglingspflege und zu Kinderkrankheiten, erstmals 1513 auf Deutsch als &#8220;Rosengarten&#8221; und 1532 auf Lateinisch (in der \u00dcbersetzung durch den gleichnamigen Sohn von R\u00f6sslin erschienen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Holzschnitte stammen vom N\u00fcrnberger K\u00fcnstler Erhard Sch\u00f6n.<\/p>\n<p><strong>P 74: Epistolarum medicinalium libri tres (Conrad Gesner)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1577<br \/>Erste Ausgabe dieser ber\u00fchmten und umfangreichen, posthum von Caspar Wolf bearbeiteten Briefsammlung. Sie umfasst 226 Briefe an verschiedene Naturwissenschaftler, \u00c4rzte und Humanisten, darunter Leonhard Fuchs, Theodore Zwinger, Crato von Krafftheim, Achilles P. Gasser, Felix Platter, J. Culmann, Adolf Occo etc. Der zweite Teil (De Oxymelitis&#8230;) enth\u00e4lt zwei Abhandlungen \u00fcber den Eisenhut und die Nieswurz, mit drei Holzschnitten nach Zeichnungen aus Gesners eigener Sammlung.\u00a0Eingebunden in eine mittelalterliche Handschrift.<\/p>\n<p><strong>P 77: Recettario di Galeno ottimo<br \/><\/strong>Mailand [1540]<br \/>Traditionelles Rezeptbuch nach Galen mit einer Reihe von Volksheilmitteln und Therapien gegen Krankheiten. \u00dcbersetzer und Herausgeber ist ein Giovanni Saracino (1547-1598). Es gibt zahlreiche Ausgaben dieses Werks im 16. Jahrhundert, die alle aber sehr selten sind. Unsere sparsam illustrierte Ausgabe ist aus Mailand, wahrscheinlich von 1540 und sonst nur in Parma und Genova nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>P 93: Basilica Chymica (Oswald Croll)<br \/><\/strong>Frankfurt 1609 oder 1629<br \/>Der hessische Arzt Oswald Croll, auch Crollius (1550-1608\/9) stellte die paracelsischer Medizin auf eine solide Grundlage stellte. Auf langen Reisen setzte er sich in den Besitz einer Menge paracelsischer und anderer Vorschriften, die er im Labornachpr\u00fcfte. Seine Erkenntnisse legte er in der &#8220;Basilica chymica&#8221; nieder. Das Werk gilt als das erste Lehrbuch der Chemiatrie, also der Nutzbarmachung der Alchemie f\u00fcr die Medizin, und wurde in viele Sprachen \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p><strong>P 112: Historia admiranda de prodigiosa Appoloniae Schreierae (Paulus Lentulus)<br \/><\/strong>Bern 1604<br \/>Paulus Lentulus (circa 1560 bis 1613) war Stadtarzt in Bern und Leibarzt von K\u00f6nigin Elisabeth I. von England. In dem Buch schildert Lentulus das langj\u00e4hrige Fasten der in inem Dorf bei Bern lebenden Apollonia Schreier und ausserdem einen \u00e4hnlichen Fall in Speyer und Heidelberg.<\/p>\n<p><strong>P 119: Opus medico-chymicum (Johannes Mylius)<br \/><\/strong>Frankfurt 1618<br \/>Es handelt sich hier um ein bedeutendes Werke der Alchemie, illustriert von Matth\u00e4us Merian. (<a href=\"https:\/\/merian-alchemie.ub.uni-frankfurt.de\/ausstellung\/ii-alchemische-bildwelten\/titelblatt-mylius-opus-medico-chemico-1618\/\">Detaillierte Darstellung der Universit\u00e4t Frankfurt)<\/a>. Unser Exemplar enth\u00e4lt nur drei Karten.<\/p>\n<p><strong>P 127: Sammelband mit alchemistischen B\u00fcchern des 17. Jhs.<br \/><\/strong>Der Sammelband aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller enth\u00e4lt drei seltene alchemistische Werke: Atalanta fugiens des holsteinischen Arztes und Alchemisten Michael Maier (1569-1622). Dieses Buch, erschienen in Oppenheim 1617, ist sein Hauptwerk, eine Sammlung von vertonten lateinischen Versen (inklusive Noten) mit allegorischen Kupferstichen von Matth\u00e4us Merian. Der Aufbau des Werks ist strikt: Der Hauptteil besteht aus 50 Kapiteln von je 4 Seiten, deren viergliedrige Struktur sich bei allen 50 Kapiteln wiederholt. Auf der ersten Seite ist jeweils ein dreistimmiger Kanon auf einen lateinischen Text abgedruckt, darunter eine deutsche \u00dcbersetzung. Auf der zweiten Seite befindet sich ein Kupferstich Merians zum Text des Gedichtes und darunter der lateinische Text des Liedes. Die dritte und vierte Seite enthalten jeweils eine alchemistische Abhandlung in Prosa, die Bild, Lied und Gedicht erkl\u00e4ren sollen. Das zweite Werk ist De Circulo physico quadrato (Oppenheim 1616), ebenfalls von Michael Maier, eine Beschreibung der heilenden Kr\u00e4fte des Goldes in Prosa und lyrischer Form. Der dritte Titel: Cabala, Spiegel der Kunst (Augsburg 1663), wahrscheinlich von Steffan Michelspacher, enth\u00e4lt vier <a href=\"https:\/\/publicdomainreview.org\/collection\/cabala-spiegel\/\">Kupferstiche von Raphael Custos<\/a>, die auch C. G. Jung verwendete.<\/p>\n<p><strong>P 147: De Glandulis Intestinorum (Peyer)<br \/><\/strong>Schaffhausen 1677<br \/>Medizinische Schrift des Schaffhauser Arztes von europ\u00e4ischem Rang <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Conrad_Peyer_(Mediziner)\">Johann Conrad Peyer<\/a> (1653-1712), gedruckt bei Onophrius Waldkirch in Schaffhausen. Enth\u00e4lt auch eine Darstellung mit Kupferstichen der Anatomie von H\u00fchnerm\u00e4gen. Peyers Hauptwerk ist die <strong>Merycologia<\/strong> (Basel 1585) (Signatur P 102), eine Studie \u00fcber die Wiederk\u00e4uer, lange Zeit das Standardwerk der vergleichenden Anatomie und Physiologie des Wiederk\u00e4uermagens und des Wiederk\u00e4uens.<\/p>\n<p><strong>P 181: Prob des Ussatzes (Johann Holzach)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1558<br \/>Der Autor, Johann Cosmas Holzach oder Holtzach (1518-1595), wird auf dem Titelblatt als Stadtarzt von Schaffhausen bezeichnet. \u00dcber die Schrift hat Marie-Louise Portmann in <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5169\/seals-520733\">Gesnerus 28 (1971)<\/a> publiziert. Der Basler Mediziner Holtzach war mit Gertrud von Waldkirch verheiratet, der Tochter des Schaffhauser B\u00fcrgermeisters Johannes von Waldkirch; ab 1559 war er Stadtarzt von Schaffhausen. Er stand u.a. in Korrespondenz mit Conrad Gesner. Die &#8220;Prob des Ussatzes&#8221; ist Holzachs einziges erhaltenes Werk. Es ist auf deutsch verfasst, um auch nichtakademischen Personen die Begutachtung von m\u00f6glicherweise ansteckend, an Lepra, erkrankten Personen zu erm\u00f6glichen (&#8220;Aussatz-Schau&#8221;). Holzach ist es dabei ein Anliegen, dass verschiedene Symptome begutachtet und beurteilt werden. Diese beschreibt er anschaulich und drastisch. Dieser seltene Kleindruck wurde aus den Mitteln des Bendel&#8217;schen Legats 1935 f\u00fcr die Bibliothek angeschafft. Weltweit ist er nur in einer Handvoll Bibliotheken nachgewiesen, in der Schweiz an der ZB Z\u00fcrich und der UB Basel.<\/p>\n<p><strong>P 169: Kurzer Bericht von der Lagersucht (Skreta), P 170: De febri castrensi maligna<br \/><\/strong>Schaffhausen 1685 und 1686<br \/>Es handelt sich dabei um das Werk des Schaffhauser Mediziners und Stadtarztes Heinrich Skreta von Schotnau und Zavorziz, eine Abhandlung \u00fcber das Fleckfieber, eine Form des Typhus, 1685 auf deutsch, 1686 lateinisch erschienen.<\/p>\n<p><strong>P 198: Cicutae Aquaticae et noxae (Johann Jacob Wepfer)<br \/><\/strong>Basel 1679<br \/>Dieses mit einigen Illustrationen versehene Werk des Schaffhauser Mediziners und Stadtarztes Johann Jakob Wepfer (1620-1695) beschreibt erstmals die pharmakologische Wirkung des Schierlings und seines Giftes auf der Grundlage von Tierversuchen. Das Werk liegt bei uns in zwei Exemplaren vor, wobei nur das eine mit einer Karte der jungen Donau (&#8220;Donau-Strand&#8221;) und einer Ansicht Donaueschingens (sic) illustriert ist. Unter <strong>P 175<\/strong> steht ein Sammelband mit drei seltenen Schriften Wepfers und seines Sohnes Johannes, 1940 aus den Mitteln des Bendel&#8217;schen Legats angeschafft. <strong>P 199<\/strong> sind Wepfers <strong>Observationes medico-practicae<\/strong> (Schaffhausen 1727), herausgegeben durch die Enkel Bernhardin und Georg Michael Wepfer. P 592 sind Wepfersche Schriften zum Schlaganfall.<\/p>\n<p><strong>P 266: Zoonomie (Erasmus Darwin)<br \/><\/strong>Hannover 1795-1799<br \/>Vierb\u00e4ndiges Werk von Erasmus Darwin, dem Grossvater von Charles Darwin, deutsche Erstausgabe ein Jahr sp\u00e4ter als das englische Original. Erasmus Darwin (1731-1802) war ein britischer Dichter, Arzt, Botaniker und Erfinder. Das Buch enth\u00e4lt \u00dcberlegung zu\u00a0Pathologie,\u00a0Anatomie,\u00a0Psychologie\u00a0und der Arbeitsweise des menschlichen K\u00f6rpers, sowie, 70 Jahre vor seinem ber\u00fchmten Enkel, Spekulationen zur biologischen\u00a0Evolution. Aus der Bibliothek der medizinisch-chirurgisch-pharmazeutischen Gesellschaft.<\/p>\n<p><strong>P 270: Operationes chirurgicae (Deventer)<br \/><\/strong>Leiden 1701<br \/>Lateinische Erstausgabe. Heinrich Deventer gilt als der Vater der modernen Geburtshilfe. Als Praktiker in seiner Heimatstadt Den Haag interessierte er sich in erster Linie f\u00fcr die Orthop\u00e4die im Zusammenhang mit den Beckenknochen. Er beschreibt viele verschiedene F\u00e4lle schwieriger Geburten. Seine Beobachtungen der Beckendeformationen schildert er erstmals 1696 in einer holl\u00e4ndischen Ausgabe. Kupferstiche zeigen vornehmlich verschiedene Positionen von Embryos im m\u00fctterlichern K\u00f6rper.<\/p>\n<p><strong>P 334: Nat\u00fcrliche Geschichte der Z\u00e4hne (Hunter)<br \/><\/strong>Leipzig 1780.<br \/>Erste deutsche Ausgabe eines Klassikers der Zahnmedizin. Das Werk vereint die beiden zwischen 1771 und 1778 erschienenen B\u00fccher von John Hunter &#8220;A natural history of the human teeth&#8221; und &#8220;A practical treatise on the diseases of the teeth&#8221;. Es ist die erste wissenschaftliche Studie \u00fcber die Z\u00e4hne und bildet die Grundlage f\u00fcr die gesamte moderne Zahnmedizin. Hunter f\u00fchrte die Klassen Eckz\u00e4hne, Pr\u00e4molaren, Molaren und Schneidez\u00e4hne ein; ausserdem entwickelte er Ger\u00e4te zur Korrektur von Fehlstellungen und beschreibt die Durchf\u00fchrung von Zahnverpflanzungen. John Hunter (1728-1793) war ein schottischer Wundarzt, Milit\u00e4rarzt, Zahnheilkundler, Anatom und Chirurg, der die pathologische Anatomie in Grossbritannien einb\u00fcrgerte. Er gilt als Begr\u00fcnder der experimentellen wissenschaftlichen Chirurgie. Das Werk enth\u00e4lt zahlreiche Kupferstiche und stammt aus der Bibliothek der medizinisch-chirurgisch-pharmazeutischen Gesellschaft in Schaffhausen. Vom gleichen Autor haben wir aus dieser Bibliothek auch seine &#8220;Bemerkungen \u00fcber die Krankheiten der Truppen in Jamaika&#8221; (Leipzig 1792) und seine dreib\u00e4ndigen &#8220;Versuche \u00fcber das Blut die Entz\u00fcndung und die Schusswunden&#8221; (Leipzig 1797-1800).<\/p>\n<p><strong>P 348: Institutiones chirurgicae (Heister)<br \/><\/strong>Amsterdam 1750<br \/>Zweite lateinische Ausgabe eines Klassikers der medizinischen Literatur des 18. Jahrhunderts z\u00e4hlt. Der Anatom und Chirurg Lorenz Heister (1683-1758) aus Frankfurt gilt als einer der Begr\u00fcnder der wissenschaftlichen Chirurgie in Deutschland. Titelblatt in Rot und Schwarz mit gravierten Vignetten, Portr\u00e4t von Heister und 40 ausklappbaren Tafeln, alles auf Kupfer graviert. Die Tafeln zeigen das chirurgische Arsenal des 18. Jahrhunderts und Chirurgen bei der Operation. Aus der Bibliothek der medizinisch-chirurgisch-pharmazeutischen Gesellschaft in Schaffhausen. Unter P 330 stehen zudem Heisters &#8220;<strong>Medizinische chirurgische und anatomische Wahrnehmungen<\/strong>&#8221; (Rostock 1753) in zwei B\u00e4nden, auch aus dieser Bibliothek.<\/p>\n<p><strong>P 394: Opera Omnia (Malpighi)<br \/><\/strong>Leiden 1687<br \/>Dritte Ausgabe, die ersten beiden in London, diese mit mehr Tafeln. Der Bologneser Anatom Marcello Malpighi (1628-1694) gilt als Begr\u00fcnder der Histologie oder mikroskopischen Anatomie. Im Jahr 1660 entdeckte er als Erster die Kapillarverbindung zwischen Arterien und Venen. Er war der erste, der eine Seidenraupe unter dem Mikroskop sezierte und eine Monografie \u00fcber die seidenproduzierenden Organe ver\u00f6ffentlichte. In der Botanik war er einer der Pioniere der Pflanzenanatomie und der vergleichenden Physiologie, dies auf der Grundlage von zahlreichen mikroskopischen Untersuchungen von Pflanzengeweben. Aus der Bibliothek des medizinisch-chirurgisch-pharmazeutischen Gesellschaft. Besitzvermerk Joh. Burgower 1706 (?) und Balthasar Pfister o.J.<\/p>\n<p><strong>P 465: Opera omnia (Ruysch)<br \/><\/strong>Amsterdam 1696-1737, 3 B\u00e4nde<br \/>Es handelt sich um eine Sammlung in drei B\u00e4nden des niederl\u00e4ndischen Anatomen und Botanikers Frederik Ruysch (1638\u20131731), Professor f\u00fcr Anatomie in Leiden und Amsterdam. Er ist bekannt f\u00fcr seine Methode der Gef\u00e4ssinjektion und f\u00fcr seine Meisterschaft in der anatomischen Pr\u00e4paration. Ruysch zeigte seine Pr\u00e4parate in einer Reihe beliebter Ausstellungen in Amsterdam, die auch Zar Peter dem Grossen gefielen, der 1717 Ruyschs Kabinett erwarb. Zu Ruyschs wissenschaftlichen Verdiensten geh\u00f6rte u.a. die erste Beschreibung der Bronchialblutgef\u00e4sse und die erste Beschreibung der Klappen der Lymphgef\u00e4sse. Die &#8220;Opera Omnia&#8221; umfassen einen grossen Teil von Ruyschs medizinischen und wissenschaftlichen Schriften, wobei die einzelnen Ausgaben variieren in Zusammensetzung und Vollst\u00e4ndigkeit. Hervorzuheben sind die \u00a0\u00fcber 140 gravierten Illustrationen, einige davon geradezu poetische Illustrationen von Gef\u00e4ssen und Skeletten, die mit Blumen, Fischen, Reptilien, Muscheln u. dgl. geschm\u00fcckt sind. Aus der Bibliothek der medizinisch-chirurgisch-pharmazeutischen Gesellschaft in Schaffhausen.<\/p>\n<p><strong>P 551: Sammelband mit 17 medizinischen Dissertationen von Schaffhauser und Stein am Rheiner Autoren<br \/><\/strong><strong>1647-1763<br \/><\/strong>Universit\u00e4ten: G\u00f6ttingen, T\u00fcbingen, Basel, Strassburg, Altdorf, Rinteln, Marburg, Leiden. Provenienz gem\u00e4ss Stempel auf den Titelbl\u00e4ttern: Ausgeschiedene Doubletten der Zentralbibliothek Z\u00fcrich, zuvor &#8220;Bibliothek der Cantonalen Lehranstalten Z\u00fcrich&#8221;. Darunter sind die Dissertationen von Stadtarzt Heinrich Screta (T\u00fcbingen 1716, Nr. 2) und von Johann Conrad Ammann, dem Geh\u00f6rlosenp\u00e4dagogen ((Basel 1687, Nr. 3). Aus Stein am Rhein (&#8220;Lithopolis&#8221;) sind: Johann Heinrich B\u00fchl (T\u00fcbingen 1716, Nr. 5), Christian Peter (T\u00fcbingen 1763, Nr. 6), Johannes Schmidius (1695, Nr. 12), Johannes Etzweiler (Marburg 1702, Nr. 14), Johann Georg Schmid (Basel 1708, Nr. 15), Johann Caspar Schmid (Leiden 1732, Nr. 16), Johann Conrad Schmid (Basel 1740, Nr. 17).<\/p>\n<p><strong>P 592a und b: Apoplexia (Johann Jacob Wepfer)<br \/><\/strong><strong>Schaffhausen 1675 und Amsterdam 1724<br \/><\/strong>Zu P 198. Es handelt sich um Wepfers Werke \u00fcber den Schlaganfall. Wepfer war der erste Arzt, der den Zusammenhang zwischen Schlaganfall und einer Blutung im Gehirn vermutete. P592a sind die &#8220;Observationes anatomicae&#8221;, die Wepfer auf der Grundlage von Obduktionen von am Schlag verstorbenen Personen durchf\u00fchrte (Schaffhausen 1675). Darin zeigte Wepfer, dass Apoplexie eine Folge von Hirnblutungen ist, und beschrieb vier F\u00e4lle mit klinischen und postmortalen Befunden. Au\u00dferdem beschrieb er anschaulich die zirkul\u00e4re Anastomose der Arterien an der Basis des Gehirns.\u00a0P 592b (Amsterdam 1724, posthum) sind die &#8220;Historiae Apoplecticorum&#8221; (EA 1658) mit einem Portr\u00e4t des Autors im Frontispiz<\/p>\n<p><strong>P 615: Kr\u00e4uter-B\u00fcchlein f\u00fcr den h\u00e4uslichen Gebrauch<br \/>Schaffhausen: Joh. Friedr. Schalch, [1855]<br \/><\/strong>oder, Angabe derjenigen Kr\u00e4uter, welche bei menschlichen Krankheiten und Gebrechen so wie bei solchen des Rindviehes und der Pferde lindernd und heilend angewendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>P 631: La civilit\u00e9 pu\u00e9rile (Erasmus von Rotterdam)<br \/><\/strong>Antwerpen 1560<br \/>Die Civilit\u00e9 pu\u00e9rile ist eine Adaption von Erasmus&#8217; De civilitate morum puerorum libellus, das 1530 erstmals erschien und als erste Schrift zur Kindererziehung gilt. Die \u00dcbersetzung ins Franz\u00f6sische stammt vom Protestanten Jean Louveau, der den Text von allen katholischen Anspielungen befreite. Besonders ist die Schrifttype in unserem Exemplar. Zun\u00e4chst als \u201elettre fran\u00e7ois\u201c bekannt, wurden solche Typen, die eine franz\u00f6sische Handschrift imitierten, erstmals 1557 von Robert Granjon in Paris geschnitten. Die Schrift unserer Ausgabe ist bekannt als Tavernier-Civilit\u00e9, nach ihrem Antwerpener Drucker aus dem Umkreis von Plantin. Der Name \u201ecivilit\u00e9\u201d leitet sich von ihrer Verwendung just f\u00fcr den Druck der Civilit\u00e9 pu\u00e9rile ab; die Schrift sollte leicht lesbar sein, was sie f\u00fcr heutige Augen eher nicht ist. Sie war zudem als eine &#8220;franz\u00f6sische Nationalschrift&#8221; gedacht, in Absetzung von der italienischen Antiqua, die sich aber letztlich durchsetzte. Die Ausgabe selbst ist sehr selten, unser Exemplar mit Vorbesitz eines Mattheus Jenisch ist im KVK und Worldcat sonst nur noch in Frankfurt\/Main im Gutenbergmuseum nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>P 716: Edward Jenner zu den Pockenimpfungen<br \/><\/strong>1799<br \/>Das Werk verhalf den Pockenimpfungen zum Durchbruch. Jenner beschreibt darin seine erfolgreichen Tests, sozusagen Impfstoffzulassungsverfahren vor \u00fcber 200 Jahren. In der Schweiz ein seltenes Werk &#8211; neben Schaffhausen nur Basel und Bern. Hintergrund: In diesen Jahren begann man damit, Kinder mit den Kuh-Pocken zu impfen. Sie wurden dann krank, aber starben nicht dran wie an den menschlichen Pocken und waren gegen diese dann geimpft. Von Anfang an gab es Skeptiker und Gegner, darunter der ber\u00fchmte Philosoph Immanuel Kant. Er bef\u00fcrchtete, der Mensch werde &#8220;viehisch&#8221; wegen der Kuh-Injektion. Wegen dieser K\u00fche des 18.Jhs &#8211; lat. Vaca &#8211; gibt es\u00a0 den Begriff Vakzin.<\/p>\n<p><strong>PTSS<br \/><\/strong>Peyersche Tobias-Stimmer-Stiftung. Drucke des 16. bis 18. Jhs., i.d.R. mit Bezug zu Tobias Stimmer. Aus den Reparationszahlungen der USA wegen der Bombardierung des MzA.<\/p>\n<p><strong>PTSS 3: Nicolaus Reusner: Icones sive imagines virorum\u2026<br \/><\/strong>Strassburg 1587. Ill. teils von Tobias Stimmer.<br \/>Antiquariat Schumann: &#8221; An outstanding German woodcut book with a fine collection of portraits after Christoph Murer (1558-1614). It is an iconographic source for 16th-century German and Swiss humanism, scholarship, reformation, medicine, natural history, and music, containing many uncommon portraits. Among those appearing in the book are Apianus, Brant, Copernicus, Paracelsus, Bullinger, Albertus Magnus, Zwingli, Oecolampadius, Hus, Gesner, Vesalius, Hutten, Luther, Savonorola, Schwenckfeld, M\u00fcnster, Amerbach, Oporinus, Melanchthon, and others of equal note. Andresen&#8217;s attribution of these portraits to Stimmer has been refuted, not only on stylistic grounds &#8211; Stimmer had been dead for three years when they were first published (1587); only the portraits of Mathias Flaccius Illyricus and Paracelsus are after Stimmer.\u00a0(Auch BA 18)<\/p>\n<p><strong>PTSS 6: Johann Konrad Ulmer: Geodaisia<br \/><\/strong>Strassburg: Bernhard Jobin, 1580.<br \/>Mit Titelholzschnitt von Tobias Stimmer. Auf dem Buchr\u00fccken die alte Signatur: RC 400. Heute Depositum der Peyerschen Tobias Stimmer Stiftung.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;6.5 Q: \u00d6konomie und Technologie&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 6.5&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 6.5&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>6.5 Q: \u00d6konomie und Technologie<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 6.5&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Aufbewahrt unter den Signaturgruppen <strong>QA<\/strong>, <strong>QB<\/strong>, <strong>Q*.<\/strong> Unter <strong>QA 1<\/strong> stehen die ersten 150 von 242 Bdn. der monumentalen <em>Oeconomischen Encyclop\u00e4die<\/em> von Johann Georg Kr\u00fcnitz (Berlin 1773 ff., im Lesesaal). Nebst sog. Hausv\u00e4terliteratur (z.B. die <em>Georgica curiosa aucta<\/em> von Wolf Helmhardt von Hohberg, (2 Bde., N\u00fcrnberg 1701-1715, <strong>Q* 58<\/strong>), Kochb\u00fcchern, Titeln zu Telegraphie, Post, Forstwirtschaft und Jagd sind auch solche der mechanischen K\u00fcnste und Handwerke, der Architektur, des Bergbaus und H\u00fcttenwesens, des Instrumenten- und Maschinenbaus hier aufgestellt. Siehe auch die <em>Description du man\u00e8ge moderne<\/em> von Friedrich Wilhelm von Eisenberg und Bernard Picart (S.l. 1727, <strong>QB 10b<\/strong>) und den <em>Entwurf einer historischen Architektur.<\/em> <em>Vier B\u00fccher deutsch und franz\u00f6sisch<\/em> von Johann Bernhard Fischer (Wien 1721, <strong>Q<\/strong> <strong>83<\/strong>). Beide stammen aus dem Besitz der f\u00fcrstlichen Bibliothek von \u00a0Johann Friedrich von Anhalt-Zerbst (1695-1742).<\/p>\n<p><strong>Q* 47: De la distribution des maisons de plaisance (Brunel)<br \/><\/strong>Paris 1737-1738<br \/>Erstausgabe dieses\u00a0 sch\u00f6nen Handbuchs, das der Autor f\u00fcr Finanziers und Adlige bestimmt hatte. Es beschreibt gewissermassen das Ideal des franz\u00f6sischen Schlosses im Stil Ludwigs XV. Blondel entwickelt darin Programme, aus denen der Leser je nach seinem Verm\u00f6gen ausw\u00e4hlen kann. Jacques-Fran\u00e7ois Blondel war einer der grossen Theoretiker der Baukunst des 18. Jahrhunderts. Mit einem Frontispiz, gravierten Initialen sowie einer reichhaltigen Dokumentation mit 155 Tafeln ausserhalb des Textes, die meisten davon ausklappbar, mit Darstellungen von Fassaden, Schnitten und architektonischen Perspektiven sowie G\u00e4rten und Brunnen und zahlreichen ornamentalen Elementen. Diese wurden entworfen und teilweise von Blondel selbst graviert.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Q* 57: Magnalia Dei In Locis Subterraneis (Br\u00fcckmann)<br \/><\/strong>Braunschweig\/Wolffenb\u00fcttel 1727-1730. 2 B\u00e4nde.<br \/>Aufwendiges, vom Autor auf eigene Kosten gedrucktes und reich illustriertes Werk des Braunschweiger Arztes und Naturforschers Franz Ernst Br\u00fcckmann. Es ist nach Agricolas &#8220;De veteribus et novi metallis&#8221; und M\u00fcnsters &#8220;Cosmographia&#8221; &#8220;der erste Versuch einer ausf\u00fchrlichen Beschreibung &#8220;aller mehr als 1600 Bergwerke durch alle vier Welt-Theile&#8221;. Br\u00fcckmann schrieb dieses Werk auf Grund von Studien in den Bergwerksgegenden Deutschlands und Ungarns und reicher Kenntnisse der gesamten Literatur. Die von J. G. Schmidt und J. F. Kauffmann gestochenen Kupfer zeigen Mineralien, Grubenquerschnitte und Pl\u00e4ne, Ansichten von Bergbauorten (Clausthal, Goslar, St. Andreasberg, Rammelsberg, Eisenerz\/Steiermark), Silberminen bei Potosi in Peru, Indianer in Florida beim Goldwaschen, eine F\u00f6rderanlage in Falun etc.<\/p>\n<p><strong>Q* 59: Mundus Subterraneus (Athanasius Kircher)<br \/><\/strong>Amsterdam 1668<br \/>Erstausgabe dieses ber\u00fchmten Werks des deutschen Jesuiten Athanasius Kircher, das der Erde und den mit ihr verbundenen Wissenschaften gewidmet ist. Es ist in zw\u00f6lf B\u00fccher unterteilt und behandelt die Themen Geologie, Hydrographie, Meteorologie, Vulkanologie, Naturgeschichte, Alchemie, Fossilien und Metallurgie. Das Buch ist ein Paradebeispiel f\u00fcr barocke wissenschaftliche Buchillustration. \u00a0Die pr\u00e4chtigen doppelseitigen Tafeln, insbesondere die der Feuer- und Wasserkammern im Inneren der Erde, geh\u00f6ren zu den einpr\u00e4gsamsten wissenschaftlichen Buchillustrationen des 17. Jahrhunderts. Der Text enth\u00e4lt mehrere hundert weitere gestochene Tafeln und Holzschnitte, darunter Landkarten, Darstellungen der Sonne, des Mondes und von Vulkanausbr\u00fcchen. Kircher greift dabei auf seinen Aufenthalt in Sizilien in den Jahren 1637-1638 zur\u00fcck, bei dem er Ausbr\u00fcche des \u00c4tna und des Strombolimiterlebte. Kircher liess sich im Anschluss sogar in den Krater des Vesuvs hinab, um die Vorg\u00e4nge im Inneren des Vulkans genauer zu beobachten. Der Amsterdamer Drucker Jansson hatte 1661 das Exklusivrecht f\u00fcr den Druck von Kirchers Werken erhalten, und sein weit verzweigtes Vertriebsnetz trug dazu bei, die Ideen des universalgelehrten Jesuiten in ganz Europa zu verbreiten. Auf Seite 94 des zweiten Bandes findet sich im Kapitel \u00fcber unterirdische Tiere eine reizende Darstellung eines Schweizer Drachens (&#8220;Draco Helveticus Bipes et alatus&#8221;). Ab S. 250 wird der Stein des Weisen diskutiert (Lapis philosophorum).<\/p>\n<p><strong>Q* 62: Halinitro-Pyrobolia (Furttenbach)<br \/><\/strong>Ulm 1627<br \/>Eines der bedeutendsten Artillerie- und Waffenwerkb\u00fccher des 17. Jahrhunderts, zugleich ein Fr\u00fchwerk des deutschen Architekten Joseph Furttenbach (1591-1667), im selben Jahr wie sein Itinerarium Italiae erschienen. Seine deutschen Leser macht er hier mit den Erkenntnissen der italienischen Kriegskunst vertraut, die er sich w\u00e4hrend eines einj\u00e4hrigen Aufenthalts in Florenz an Gratio Parigis Kriegsschule aneignete. Die beiden weiteren Werke Furttenbachs in dem Band sind seine Architectura Civilis (1628) und die Architectura Navalis (1629). Furttenbach war stark von der italienischen Architektur beeinflusst, die er w\u00e4hrend seines zehnj\u00e4hrigen Aufenthalts in diesem Land studiert hatte. Nach seiner R\u00fcckkehr in seine Heimatstadt Ulm \u00fcbernahm er italienische Prinzipien in seine Entw\u00fcrfe f\u00fcr deutsche Geb\u00e4ude, darunter sein eigenes Stadthaus (das er in seiner \u201eArchitectura Privata\u201c beschrieb (bei uns unter der Signatur Q* 62b) mit seinem ber\u00fchmten Garten und seine private Museumsbibliothek. Die Architectura Navalis zeigt neben einigen Tafeln mit allegorischen Motiven (Meeresungeheuer) technische Aufrissen und Querschnitten) sowie Gefechtssituationen. Auf dem Titelblatt ein Schenkungshinweis von Joh. Ludovic. Sailler an die &#8220;Bibliotheca Patriae&#8221; von 1640,\u00a0 also in den ersten Jahren der 1636 gegr\u00fcndeten Stadtbibliothek.<\/p>\n<p><strong>Q* 63: Architectura von Vestungen (Speckle)<br \/><\/strong>Strassburg 1608<br \/>Fr\u00fche Ausgabe eines wichtigen Werks \u00fcber Festungsbau und Stadtplanung, der erste wichtige Beitrag im deutschsprachigen Raum zu diesem Thema seit D\u00fcrer. Speckle greift vor allem die italienischen Theoretiker wegen ihrer akademischen Streitigkeiten an, erkl\u00e4rt ihre Regeln f\u00fcr \u00fcberholt und macht sich offen \u00fcber ihren Ansatz lustig. Wie D\u00fcrer zeigt er die Dringlichkeit der Befestigung mit dem Hinweis auf die t\u00fcrkische Bedrohung. Speckle war ein Pragmatiker und ber\u00fccksichtigte, ob eine Festung auf dem flachen Land, in den H\u00fcgeln oder im Gebirge lag. Er beschreibt detailliert die T\u00fcrkenbelagerung von Malta (1565) und den Wiederaufbau von La Valetta.<\/p>\n<p><strong>Q* 71: De Ortu, De Natura Fossilium (Agricola)<br \/><\/strong>Basel 1546<br \/>Erstausgabe des ersten systematisches Buchs der Mineralogie (De natura fossilium) von Georg Agricola (1494-1555), dem s\u00e4chsischen Wissenschaftler und Begr\u00fcnder der Mineralogie und Geologie. Ebenfalls enthalten sind von Agricola das erste Werk \u00fcber physikalische Geologie (De ortu &amp; causis subterraneorum), eine Abhandlung \u00fcber unterirdische Gew\u00e4sser und Gase (De natura eorum quae effluunt ex terra), eine \u00dcbersicht \u00fcber die klassischen Bez\u00fcge zu Metallen und Bergwerken (De veteribus &amp; novis metallis) sowie eine neue Ausgabe von Agricolas erster wissenschaftlicher Publikation (Bermannus). \u00a0In &#8220;De natura fossilium\u201c f\u00fchrte Agricola ein System der Klassifizierung von Mineralien nach ihren physikalischen Eigenschaften ein und beschrieb achtzig Mineralien und metallische Erze (darunter zwanzig bisher nicht aufgezeichnete). Ohne Illustrationen. Beigebunden sind mit einem Titelblatt Basel 1550 weitere Werke Agricolas \u00fcber antike Gewichte und Preise.<\/p>\n<p><strong>Q* 74: Charles Estienne: Siben B\u00fccher von dem Feldbau<br \/><\/strong>Strassburg: Jobin, 1580<br \/>Das Werk ist eine Enzyklop\u00e4die des Landlebens im 16. Jahrhundert mit Informationen und Illustrationen zu Landwirtschaft, Gartenbau, Weinbau, Viehzucht, Jagd (u.a. Wolfsjagd) und Falknerei. Der Verfasser, Charles Estienne, war Mediziner, Verleger und Buchdrucker in Paris. Sein Buch erschien nach seinem Tod 1564 in Paris unter dem Titel \u00a0&#8220;L&#8217;agriculture et maison rustique&#8221;, darauf folgten \u00dcbersetzungen in viele andere Sprachen, deutsch erstmals 1579. Die feinen Holzschnitte wurden vermutlich vom Drucker Bernard Jobin nach Tobias Stimmer, J. Amman u.a. geschnitten.<\/p>\n<p><strong>Q* 75: Hof- Kriegs- und Reitschul (L\u00f6hneisen)<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1729<br \/>Pr\u00e4chtige dritte, von Reitmeister Valintin Trichter umfassend \u00fcberarbeitete und herausgegebene Ausgabe von L\u00f6hneisens ber\u00fchmtem Reitbuch &#8220;Della cavalleria&#8221;, die erstmals 1609-1610 erschienen war. Es ist eines der Hauptwerke der Reiterei der fr\u00fchen Neuzeit, das alle Informationen liefert, die ein Adliger und Gest\u00fctbesitzer brauchen kann. Die sch\u00f6nen Tafeln der N\u00fcrnberger Br\u00fcder Andreas und Engelhard Nunzer dieser Ausgabe zeigen Trainings\u00fcbungen, anatomische Details, S\u00e4ttel, Gebisse, Zaumzeug usw. und nat\u00fcrlich eine grosse Vielfalt an Pferden, darunter orientalische, afrikanische und europ\u00e4ische Rassen.<\/p>\n<p><strong>Q* 77: Theatrum machinarum (Leupold)<br \/><\/strong>Leipzig 1724-1739)<br \/>Eine der ersten Enzyklop\u00e4dien der Technik und eines der vollst\u00e4ndigsten und am umfangreichsten illustrierten Werke \u00fcber den Maschinenbau vor der Zeit der Fr\u00fchindustrialisierung. Jacob Leupold (1674-1727) war Bergwerksdirektor des Kurf\u00fcrsten von Sachsen und Autor einer Reihe von Werken \u00fcber Mechanik und Technik. Jeder Band seines &#8220;Theatrum machinarum&#8221; ist in sich abgeschlossen, und die B\u00e4nde sind h\u00e4ufiger getrennt als zusammen zu finden. Unsere Ausgabe ist in sechs B\u00e4nde einheitlich gebunden und enth\u00e4lt insgesamt 10 Ausgaben der B\u00e4nde zur Hydraulik, den M\u00fchlen, mechanischen Ger\u00e4ten, Vermessungsinstrumenten, Heberwerkzeuge, Waagen, Barometer, Thermometer und Hygrometer, Br\u00fcckenbau und Rechenmaschinen. Geplant waren gegen 30 B\u00e4nde, erschienen sind zu Lebzeiten des Autors 10, posthum vier weitere. Das\u00a0Theatrum Machinarum\u00a0setzte Massst\u00e4be f\u00fcr die Maschinenkunde. Neben den schriftlichen Ausf\u00fchrungen verdeutlichen zahlreiche Konstruktionszeichnungen die Vorg\u00e4nge. Da Leupold die Fachbegriffe in deutscher und lateinischer Sprache abfasste und klar definierte, leistete er einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer deutschsprachigen technischen\u00a0Terminologie. Leupolds Werk war von einem ausgepr\u00e4gten N\u00fctzlichkeitsdenken bestimmt, da f\u00fcr ihn seine Maschinenentw\u00fcrfe vorrangig der Hebung des Wohlstands dienen sollten. Sein Hauptziel war daher die Effektivit\u00e4t und eine m\u00f6glichst \u00f6konomisch sinnvolle Konstruktion und Betriebsweise der Apparaturen.<\/p>\n<p><strong>Q* 79: Theatrum machinarum novum (B\u00f6ckler\/Schmitz)<br \/><\/strong>K\u00f6ln 1662<br \/>Der Autor dieses barocken Maschinenbuchs ist Georg Andreas B\u00f6ckler (1617-1687), fr\u00e4nkischer Architekt, Ingenieur und Erfinder. Sein Werk erschien 1661 auf deutsch und ein Jahr sp\u00e4ter in einer lateinischen \u00dcbersetzung des K\u00f6lner Professors Heinrich Schmitz. Er zeigt darin, wie man Aqu\u00e4dukte, Brunnen, Pumpen usw. zum L\u00f6schen von Feuer baut, Hebemaschinen, Wasser- und Windm\u00fchlen f\u00fcr das Mahlen von Weizen, zur Papierherstellung usw. verwendet. Boeckler untersuchte die verschiedenen Anwendungen des Zahnrads in der Mechanik und illustrierte seine Beschreibungen mit 154 pr\u00e4chtigen Kupferstichen. Die letzte Platte des Werks, die manchmal fehlt, zeigt eine von 7 M\u00e4nnern bediente Feuerl\u00f6schpumpe in Aktion, eine Erfindung des deutschen Ingenieurs Hans Hautsch aus dem Jahr 1658. Das zweite Werk in dem Band ist die <strong>Architectura Curiosa Nova<\/strong> (N\u00fcrnberg 1664), ebenfalls von Andreas B\u00f6ckler, das mit \u00fcber 200 Kupferstichen Brunnen und Springbrunnen aus ganz Europa darstellt, dazu einige Grotten und Pl\u00e4tze. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>Q* 80: Museum regium<br \/><\/strong>Kopenhagen 1696<br \/>Erstausgabe eines pr\u00e4chtigen F\u00fchrers durch die Kunstkammer des d\u00e4nischen K\u00f6nigs, reich illustriert von Johann Erichsonig nach Benedict Grothschilling. Die Begeisterung der Renaissance f\u00fcr das klassische Altertum und der Kolonialismus f\u00fchrten zu einem raschen Anwachsen der Sammlungen antiker und nichteurop\u00e4ischer Artefakte, die in F\u00fcrsten-, Adels- und Gelehrtenh\u00e4usern in ganz Europa in \u201eWunderkammern\u201c aufgestellt wurden, den Vorl\u00e4ufern der heutigen Museen, und die eine Zurschaustellung von Reichtum und gesellschaftlichem Ansehen bewirkten. Die k\u00f6niglich-d\u00e4nische Kunstkammer wurde 1650 von K\u00f6nig Friedrich III. gegr\u00fcndet und von seinem Sohn Christian V., dem das vorliegende Werk gewidmet ist, weitergef\u00fchrt. Ihr Katalog stammt von Oliger Jacobaeus (1650-1701), einem Gelehrten der Universit\u00e4t Kopenhagen, und stellt eine wichtige schriftliche und visuelle Aufzeichnung einer Kunstkammer des sp\u00e4ten 17. Jhs. dar. Sie veranschaulicht das breite Spektrum der Best\u00e4nde: \u00c4gyptische Mumien, Tierpr\u00e4parate und -knochen, Mineralien und Steine, Gold- und Silberobjekte, Instrumente und Waffen von Kulturen aus der ganzen Welt, mechanische und optische Instrumente und eine umfangreiche M\u00fcnz- und Medaillensammlung. Wie viele andere Sammlungen dieser Art wurde die Kunstkammer 1825 aufgel\u00f6st und auf neugegr\u00fcndete spezialisierte Museen verteilt. Unser Exemplar wurde der Bibliotheca Civium 1713 von Johann Jakob von Meyenburg geschenkt.<\/p>\n<p><strong>Q* 81a: D&#8217;Amboinsche Rariteitkamer (Rumphius)<br \/><\/strong>Amsterdam 1705<br \/>Georg Eberhard Rumphius (1627-1702), oder Rumpf, war ein deutschst\u00e4mmiger Botaniker, Offizier und Verwaltungsbeamter in Diensten der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie. Er verbrachte den Grossteil seines Lebens auf der indonesischen Insel Ambon. Dies ist sein Hauptwerk in der posthum erschienenen Erstausgabe. Es enth\u00e4lt Beschreibungen und Illustrationen zahlreicher pazifischer Muscheln und anderer Schalentiere, wobei die Abbildungen von der ber\u00fchmten Basler K\u00fcnstlerin Maria Sibylla Merian stammen. Die &#8220;Rariteitkamer&#8221; ist ein ber\u00fchmtes Fr\u00fchwerk der Muschelkunde, wird heute im kolonialen Kontext aber auch historisch-\u00f6konomisch neu gesehen. Das Werk wurde der Bibliothek 1744 von Johann Heinrich Keller geschenkt, kurz nachdem diese eine sp\u00e4tere Ausgabe angeschafft hatte (Q* 81 von 1741).<\/p>\n<p><strong>Q* 82: <\/strong><strong>Encyclop\u00e9die raisonn\u00e9e<br \/><\/strong><em>Encyclop\u00e9die ou dictionnaire raisonn\u00e9 des sciences, des arts et des m\u00e9tiers, par une soci\u00e9t\u00e9 de gens de lettres\u00a0\/\u00a0mis en ordre et publi\u00e9 par M. Diderot ; et quant \u00e0 la partie math\u00e9matique par M. d\u2019Alembert. <\/em><em>Paris, Neuch\u00e2tel 1751f\u2026<br \/><\/em>Das Werk entstand unter der Herausgeberschaft von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d\u2019Alembert und enth\u00e4lt Beitr\u00e4ge weiterer 142 Bearbeiter, der sogenannten Enzyklop\u00e4disten. Der erste Band erschien im Jahr 1751. 1780 wurde die Reihe mit dem 35. und letzten Band abgeschlossen. Sie umfasst mehr als 70.000 Artikel. und ist das bedeutendste Werk der Aufkl\u00e4rung, zudem bis heute eine der herausragenden Quellen f\u00fcr die Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft des 18. Jhs. Die detailreichen, meist grossformatigen Abbildungen illustrieren Handwerk, Technik und Gewerbe im 18. Jh. und wurden eigens f\u00fcr die Enzyklop\u00e4die hergestellt. Der Kupferstich mit dem Stammbaum der Erkenntnis im ersten Band zeigt, wie alle K\u00fcnste und Wissenschaften aus den drei geistigen F\u00e4higkeiten hervorspriessen: Vernunft, Erinnerung und Einbildungskraft. Gott und die Religion haben nur noch einen beschr\u00e4nkten Platz in dieser Ordnung. Diderot und D&#8217;Alembert beabsichtigten mit dem Werk, nicht nur das ganze Wissen ihrer Zeit zu b\u00fcndeln, sondern auch das Denken der Menschen im Sinn der Aufkl\u00e4rung zu beeinflussen. Sie verzichteten weitgehend auf historische und biographische Artikel, legten daf\u00fcr umso mehr Wert auf die Behandlung der angewandten mechanischen K\u00fcnste, denen sie gleichberechtigten Status neben Kunst und Wissenschaft zubilligten. Von den etwas mehr als 4000 gedruckten Exemplaren fand rund die H\u00e4lfte ausserhalb Frankreichs einen K\u00e4ufer, obgleich Hof, Kirche, und Richterschaft ausser sich vor Emp\u00f6rung waren. Im Jahr 1759 wurden die bis dahin ver\u00f6fentlichten sieben B\u00e4nde vom Pariser Generalstaatsanwalt verboten und vom Papst auf den Index gesetzt. Nach jahrelangem Rechsstreit konnten die \u00fcbrigen B\u00e4nde doch noch in &#8220;Neuch\u00e2tel&#8221; (Druckort Paris) und Amsterdam erscheinen. Auch die beiden Geistesgr\u00f6ssen Montesquieu und Voltaire sind \u00fcbrigens Autoren der Encyclop\u00e9die. Montesquieu verfasste f\u00fcr die Encyclop\u00e9die einen Essai &#8220;Sur le go\u00fbt dans les choses de la nature &amp; de l&#8217;art&#8221;, der jedoch Fragment blieb. Obwohl die Herausgeber f\u00fcr Montesquieu urspr\u00fcnglich die Eintr\u00e4ge D\u00e9mocratie und Despotisme vorgesehen hatten und der Artikel Go\u00fbt bereits Voltaire zugesagt worden war, wurde Montesquieus Aufsatzfragment posthum und erg\u00e4nzend zu Voltaires Text im siebten Band 1757 abgedruckt. Der Eintrag \u201eAguaxima\u201c von Diderot ist eine ber\u00fchmte Reflexion \u00fcber das Wesen der Enzyklop\u00e4die &#8211; es handelt sich um eine brasilianische Pflanze, zu der nichts weiter bekannt war, weshalb sich Diderot fragte, ob man \u00fcberhaupt aufnehmen solle. Ebenfalls ber\u00fchmt ist der Eintrag \u201eAnthropophages\u201c (Menschenfresser): Auf die n\u00fcchterne Beschreibung des Kannibalismus folgt der Hinweis: Voyez \u201eEucharistie\u201c. Umgekehrt wird von \u201eEucharistie\u201c auf Menschenfresser verwiesen. Das Schaffhauser Exemplar besteht aus insgesamt 35 B\u00e4nden: 17 Textb\u00e4nde, 12 Tafelb\u00e4nde (wovon 1 Supplementband), 4 Supplementb\u00e4nde und 2 Registerb\u00e4nde. In Band 1 findet sich ein Geschenkvermerk von\u00a0 1764 von B\u00fcrgermeister Franz von Meyenburg, Statthalter David Meyer, Seckelmeister Heinrich Keller, Seckelmeister Johann Conrad Ringk von Wildenberg und Stadtschreiber Johann Ludwig Peyer. Die B\u00e4nde sind einheitlich gebunden, wobei die Textb\u00e4nde 1-7 einen gr\u00fcnen Hintergrund und einen ausf\u00fchrlicheren Titel auf dem Buchr\u00fccken aufweisen. Die vier Textb\u00e4nde der Supplemente, der Supplementband der Planches von 1776- 1777 und die beiden Registerb\u00e4nde (Amsterdam und Paris 1780) sind aus der Bibliotheca Amicorum, alle anderen\u00a0 aus der Stadtbibliothek. Die B\u00e4nde 1-7 und die Tafelb\u00e4nde 1-11 haben als Impressum Paris, die Textb\u00e4nde 8-17 Neufchastel (Neuch\u00e2tel), die Supplementb\u00e4nde Amsterdam und die Registerb\u00e4nde Amsterdam und Paris. Die o.g. Schenkung k\u00f6nnte die B\u00e4nde 1 bis 7 und die Abbildungsb\u00e4nde (&#8220;Planches&#8221;) 1, 2,1 und 2,2, d.h. gesamthaft 10 B\u00e4nde umfasst haben.<\/p>\n<p><strong>Q* 83: Johann Bernhard Fischer von Erlach: Entwurff einer historischen Architectur<br \/><\/strong>Wien 1721<br \/>Im Jahr 1721 ver\u00f6ffentlichte der ber\u00fchmte \u00f6sterreichische Barock-Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach im Eigenverlag dieses grossformatige Buch, das die Wahrnehmung der Weltarchitektur ver\u00e4nderte. Es umfasste 86 Bl\u00e4tter, auf denen die Architektur &#8220;der alten Juden, \u00c4gypter, Syrer, Perser, Griechen, R\u00f6mer, Araber, T\u00fcrken, Siamesen, Chinesen und Japaner\u201c sowie, ganz unbescheiden, einige Werke Fischer von Erlachs repr\u00e4sentiert sind, darunter Sch\u00f6nbrunn und die Karlskirche. Das Werk gilt als die erste vergleichende universale Geschichte der Architektur, obwohl historische und arch\u00e4ologische Treue vor \u00e4sthetischen Grunds\u00e4tzen und barocker Fantasie in der Regel zur\u00fcckstehen m\u00fcssen. <a href=\"https:\/\/www.e-flux.com\/events\/469568\/300-years-entwurff\/\">https:\/\/www.e-flux.com\/events\/469568\/300-years-entwurff\/<\/a>. Die Erstausgabe ist selten und gesucht. In der Schweiz nur UB Basel und ETH.<\/p>\n<p><strong>Q* 85: Recueil et parall\u00e8le des \u00e9difices de tout genre (Durand)<br \/><\/strong>Paris 1799-1801<br \/>In drei B\u00e4nden. Diese &#8220;Bibel des Klassizismus&#8221; wurde zwischen 1799 und 1801 in einer Serie von (f\u00fcnfzehn) Heften ver\u00f6ffentlicht und sowohl mit als auch ohne einen erl\u00e4uternden Text von J.-G. Legrand herausgegeben. Es ist eine typisierende \u00dcbersicht der wichtigsten Geb\u00e4ude und ihrer Gemeinsamkeiten von der Antike bis ins 18. Jahrhundert. Durch die Gliederung nach Geb\u00e4udetypen, die Vereinfachung der historischen Modelle, den R\u00fcckgriff auf visuelle Vergleiche und die Verwendung eines gemeinsamen Massstabs sollte Durands \u201eParall\u00e8le\u201c die gesamte Geschichte und den Umfang der Weltarchitektur abbilden. Das Werk wurde h\u00e4ufig nachgedruckt und blieb bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein Standard.<\/p>\n<p><strong>Q* 87: Den Danske Vitruvius<br \/><\/strong>Kopenhagen 1746-1749, 2 B\u00e4nde<br \/>Erstausgabe des urspr\u00fcnglich auf zehn B\u00e4nde angelegten Architekturwerks d\u00e4nischer Geb\u00e4ude. Die pr\u00e4chtigen Tafeln mit zahlreichen Ansichten d\u00e4nischer Schl\u00f6sser sind das Meisterwerk Laurids de Thurahs (1706-1759), des Hof- und Generalbaumeisters K\u00f6nig Christians VI. von D\u00e4nemark und bedeutendstem Vertreter des Sp\u00e4tbarocks in D\u00e4nemark, der zahlreiche Geb\u00e4ude und Schl\u00f6sser erbaute oder umgestaltete. Bd. I behandelt die architektonisch bedeutenden \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude und Adelspal\u00e4ste in der Hauptstadt Kopenhagen, Bd. II die \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude in den Provinzen. &#8211; Die prachtvollen Tafeln zeigen Schlossbauten, Pal\u00e4ste, Innenausstattung, Kirchen, Alt\u00e4re, Kanzeln, Grabm\u00e4ler, Rath\u00e4user, Krankenh\u00e4user, Stadttore und Gartenanlagen. Der Text ist in Franz\u00f6sisch, D\u00e4nisch und Deutsch gehalten. Sch\u00f6ner Einband mit Goldpr\u00e4gung. Selten; Schweiz nur Bibliothek f\u00fcr Gestaltung Basel (M\u00fcnchenstein).<\/p>\n<p><strong>QA 1: Johann Georg Kr\u00fcnitz: <\/strong><strong>Oeconomische Encyclop\u00e4die<br \/><\/strong>Die zwischen 1773 und 1858 vom deutschen Gelehrten Johann Georg Kr\u00fcnitz geschaffene und von seinen Nachfolgern vollendete deutschsprachige Enzyklop\u00e4die gilt als wichtige Quelle zu Wirtschaft und Technik der Zeit zwischen Aufkl\u00e4rung und Industrialisierung. Das lexikalisch-alphabetisch aufgebaute Gesamtwerk umfasst rund 169.400 Seiten mit 9398 Abbildungen auf Kupferstichen, die jedoch aus Kostengr\u00fcnden den sp\u00e4teren B\u00e4nden sp\u00e4rlicher beigef\u00fcgt wurden als den fr\u00fcheren. Besonderes: Das Schriftbild des ersten Bandes ist sehr unruhig, weil Begriffe unterschiedlicher Sprachen durch Wechsel zwischen Fraktur- und Antiquaschriften voneinander abgesetzt sind, ausserdem gibt Hervorhebungen kursiv und mit Schriftgr\u00f6sse. Kuriosum: Der Herausgeber starb, wie im Vorwort zu Band 73 vermerkt ist, just bei der Arbeit zum Artikel Leiche des selbigen Bandes, am 20. Dezember 1796. (Die 150 B\u00e4nde der Stadtbibliothek stehen im Lesesaal, obere Etagen).<\/p>\n<p><strong>QA 12: La mani\u00e8re d&#8217;amolir les os (Denis Papin)<br \/><\/strong>Paris 1682<br \/>Papins Buch, das den Mitgliedern der Royal Society in London gewidmet war und urspr\u00fcnglich auf Englisch erschien, beschreibt die Erfindung der ersten Dampfmaschine mit Kolben und Sicherheitsventil &#8211; f\u00fcr die K\u00fcche, also gewissermassen ein erster Dampfkochtopf. Papin berichtet von einer ganzen Reihe von Kochversuchen, die er sowohl mit Fleisch als auch mit Fisch, Gem\u00fcse und Obst durchgef\u00fchrt hat. Die m\u00f6glichen Anwendungen seiner Erfindung erstrecken sich somit auf das gesamte Feld der kulinarischen Zubereitung.<\/p>\n<p><strong>QA 15: Essai sur les probabilit\u00e9s de la dur\u00e9e de la vie humaine (Antoine Deparcieux)<br \/><\/strong>Paris 1746<br \/>Erstausgabe eines Klassikers der statistischen Wissenschaft und das erste Werk, das die Lebenserwartung definiert &#8211; die Deparcieux als \u201ela vie moyenne\u201c bezeichnet. Erstmals sind darin auch \u00a0Lebenserwartungstabellen f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen enthalten. Nach der Ver\u00f6ffentlichung dieses Essai wurde die Lebenserwartung als deskriptive Statistik allgemein verwendet. Franz\u00f6sische Versicherungen verwendeten seine Tabellen \u00fcber 150 Jahre lang f\u00fcr die Berechnung der Rentenzahlungen. Der franz\u00f6sische Mathematiker Antoine Deparcieux (1703-1768) war Mitglied verschiedener Akademien und ausserdem Bibliothekar an der Universit\u00e4t Strassburg.<\/p>\n<p><strong>QA 17: Der aus dem Parnasso&#8230; entlaufenen K\u00f6chin<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1702<br \/>Zweite vermehrte Ausgabe des ber\u00fchmten, anonym erschienenen Kochbuches. Die gefalteten Kupfer behandeln die \u201eAufhawung oder Zertheilung eines Ochsen\u201c und \u201eZertheilung eines Kalbs\u201c. Die gefalteten Seiten 1066 bis 1094 befassen sich mit der Anordnung der Speisen auf der Tafel. Der Verfasser unbekannt, es k\u00f6nnte die Gattin des Verlegers Endter gewesen sein, Susanne Maria Endter (von Sandrart), Zeichnerin und Kupferstecherin.<\/p>\n<p><strong>QA 31: L&#8217;agriculture et la maison rustique (Charles Estienne)<br \/><\/strong>Genf oder Lyon 1584<br \/>Es handelt sich um die erste franz\u00f6sische Enzyklop\u00e4die und um eine wichtige Quelle \u00fcber das (herrschaftliche) Leben auf dem Land: Nutztiere, Wohnen, Viehzucht, Gefl\u00fcgelhaltung, Pferde und Hunde, Gartenarbeit, Jagd und Fischerei, Zubereitung von Speisen, Butter und K\u00e4se, Weinbau und Wein, Getr\u00e4nke und Alkohol, Honig und Konfit\u00fcren usw. Sie erschien erstmals 1564 und war \u00fcber 150 Jahre ein grosser publizistischer Erfolg mit zahlreichen Ausgaben und Auflagen. Enthalten ist auch die ber\u00fchmte Abhandlung zur Wolfsjagd (Chasse du loup) des Jean de Clamorgan. Sie wurde erstmals 1566 als Begleitwerk zur dritten Ausgabe von Charles Estiennes agriculture gedruckt. Clamorgan pr\u00e4sentiert zun\u00e4chst Beobachtungen aus so unterschiedlichen Quellen wie Aristoteles und Olaus Magnus \u00fcber die Naturgeschichte der W\u00f6lfe und die medizinische Verwendung von Pr\u00e4paraten, die aus Wolfskot und K\u00f6rperteilen gewonnen werden. Sp\u00e4tere Kapitel behandeln Themen wie die Ausbildung von Bluthunden f\u00fcr die Jagd, die Unterscheidung von Wolfsspuren und Hundespuren sowie Strategien zur Wolfsjagd mit Fallen, Netzen und K\u00f6dern. Jede Methode wird durch einen oder mehrere fast ganzseitige Holzschnitte illustriert. Angef\u00fcgt ist ebenfalls &#8220;La fabrique et l&#8217;usage de la jauge&#8221; von Gervais de la Court und ein handschriftlicher Eintrag &#8220;comment il faut dresser les faucons&#8221;.<\/p>\n<p><strong>QA 46: Il Trinciante (Cervio)<br \/><\/strong>Venedig 1581<br \/>Wegweisenden Werk \u00fcber die Kunst des Tranchierens von Vincenzo Cervio, das erstmals 1570 in Rom ver\u00f6ffentlicht wurde. Die kulinarische Abhandlung gibt Ratschl\u00e4ge zum kunstgerechten Schneiden und Tranchieren von Speisen aller Art und behandeln auch die Frage, wem welche St\u00fccke zukommen sollten. Drei Tafeln zeigen Besteck und Tranchierger\u00e4t sowie einen zu tranchierenden Vogel. &#8220;Trinciante&#8221; bezeichnet jede Klinge, die zum Schneiden geeignet ist. Auf Banketten verwandelte der Tranchierer das Schneiden von Fleisch in eine komplexe Auff\u00fchrung, das zum Prestige des Hauses und des Ereignisses wesentlich beitrug. Der Autor stand im Dienst von Alessandro Farnese, dem italienischen Herzog und Kardinal. Das Werk scheint in der Schweiz nur bei uns nachgewiesen zu sein, hat einige interessante Gebrauchsspuren (handschriftliche Hervorhebungen). Unser Exemplar ist in eine liturgische Handschrift eingebunden und stammt aus der Bibliotheca Civium.<\/p>\n<p><strong>QA 47: Schw\u00e4bisches Kochbuch<br \/><\/strong>T\u00fcbingen: Cotta, 1766. Inkl. &#8220;Trenchier-Buch&#8221; mit Grafiken.<\/p>\n<p><strong>QA 91: Sp\u00e4rlich und n\u00e4hrlich<br \/><\/strong>Schaffhausen 1865<br \/>Schaffhauser Kochbuch<\/p>\n<p><strong>QA 98: Das Brod, eine Studie f\u00fcr B\u00e4cker und Consumenten<br \/><\/strong>Schaffhausen 1871<\/p>\n<p><strong>QA 107: Kochbuch, den Hausfrauen des Arbeiterstandes gewidmet<br \/><\/strong>Gas- und Wasserwerke Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall .\u00a0&#8211;\u00a01907<\/p>\n<p><strong>QB 10: Caspar Schott: Technica curiosa<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1664<br \/>Dieses Werk ist eine umfassende Zusammenstellung von wissenschaftlichen Instrumenten, mechanischer Technik und physikalischen Kuriosit\u00e4ten und gibt einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Technik am Beginn der wissenschaftlichen Revolution. Buch I ist Guerickes Arbeiten \u00fcber die Luftpumpe und das Vakuum gewidmet, Buch II beschreibt Boyles Arbeiten \u00fcber Luftpumpen, Buch IX enth\u00e4lt die erste Beschreibung eines Kardangelenks, und Buch XI beschreibt neue optische Spiegelinstrumente und Balthasar Conrads Entwicklungen bei der Herstellung sph\u00e4rischer Linsen. Das Werk enth\u00e4lt zudem einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte der Tauchger\u00e4te, einen grossen Abschnitt \u00fcber Uhren und Uhrwerke und vieles mehr. Wie die meisten Werke Schotts ist auch dieses reich bebildert. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>QB 10b: Description du man\u00e8ge moderne (Baron d&#8217;Eisenberg)<br \/><\/strong>(London?) 1727<br \/>Eine der ber\u00fchmtesten Reitschulen des Rokoko mit zahlreichen Tafeln von Ross und Reiter. Friedrich Wilhelm von Eisenberg war ein deutscher Reit- und Stallmeister im Dienst der europ\u00e4ischen K\u00f6nigsh\u00f6fe (Neapel, Wien, England, Pisa).<\/p>\n<p><strong>QB 14: Johann Joseph Prechtls <em>Technologische Enzyklop\u00e4die<br \/><\/em><\/strong>25 Bde, Stuttgart 1830-1869<br \/>Johann Joseph Prechtl wurde im fr\u00e4nkischen Bischofsheim geboren und studierte an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg Philosophie und Recht. Von 1815 bis 1849 stand er dem von ihm begr\u00fcndeten Polytechnischen Institut in Wien als Direktor vor und war au\u00dferdem Gr\u00fcndungsmitglied der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften. Prechtl verfasste zahlreiche Publikationen zu technisch-naturwissenschaftlichen Themen. Ab 1830 besorgte er die Herausgabe der ber\u00fchmten &#8220;Technologischen Enzyklop\u00e4die&#8221;. Sie ist die bedeutendste Technik-Enzyklop\u00e4die des 19. Jahrhunderts, die keineswegs auf Fragen der Technik und Technologieentwicklung begrenzt ist, sondern ebenfalls in ausf\u00fchrlicher Form Auskunft zu Fragen der Volkswirtschaft, der Industrieproduktion sowie des Handwerks und Kunsthandwerks gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p><strong>QB 43: Essai sur l&#8217;Horlogerie (Ferdinand Berthoud)<br \/><\/strong>Paris 1763 (2 B\u00e4nde).<br \/>Sch\u00f6nes Werk \u00fcber die Uhrmacherkunst. Der Autor wurde im Val de Travers, Neuch\u00e2tel geboren und gr\u00fcndete 1745 in Paris ein Uhrenunternehmen und erwarb sich einen guten Ruf f\u00fcr die hervorragende Qualit\u00e4t und Pr\u00e4zision seiner Marinechronometer. Er wurde 1762 zum Uhrmacher der Marine und 1773 zum Uhrmacher des K\u00f6nigs ernannt. Zusammen mit seinem grossen Rivalen Pierre Le Roy trug Berthoud zur Entscheidendes zur Entwicklung des Chronometers bei. Enth\u00e4lt sch\u00f6ne Abbildungen von Uhren, Uhrwerken usw.<\/p>\n<p><strong>QB 120: Constanzer Kochbuch<br \/><\/strong>Konstanz 1825. Schmalz-Torte S. 281<\/p>\n<p><strong>QB 600 : Oberrheinisches Kochbuch (oder Anweisung f\u00fcr junge Hausm\u00fctter und T\u00f6chter)<br \/><\/strong>M\u00fclhausen 1819<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;7. Naturwissenschaften&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 7&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 7&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>7. Naturwissenschaften<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;7.1 R: Theoretische und angewandte Mathematik, Astronomie&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 7.1&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 7.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>7.1. R: Theoretische und angewandte Mathematik, Astronomie<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 7.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Da diese beiden Wissensgebiete, vor allem die Astronomie, von Schaffhauser Gelehrten des 16. bis 19. Jh. \u00fcberaus gesch\u00e4tzt und gepflegt wurden, ergibt sich hier auch ein reicher und grosser Altbestand (ca. 800 Titel). Viele solcherart ausgerichtete Privatbibliotheken fanden dann nach und nach den Weg in den Bestand der Stadtbibliothek (so z.B. jene des Physik- und Mathematikprofessors Christoph Jezler). Die Werke der f\u00fchrenden Astronomen Tycho Brahe, Galileo Galilei, Petrus Gassendi, Christian Huygens, Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler sind unter <strong>RC<\/strong> in den nahezu besten Ausgaben vorhanden Unter <strong>RB<\/strong> finden wir vor allem Werke zur Kriegstechnik (z.B. <em>L&#8217;art de jeter les bombes<\/em> von Fran\u00e7ois Blondel, Amsterdam 1690, <strong>RB 43<\/strong>) und Festungsbau, zu allen Gebieten der Mechanik und anderen Erfindungen (wie Sonnenuhren). <strong>RA<\/strong> vereinigt die Altbest\u00e4nde zu den mathematischen Wissenschaften (Geometrie, Algebra, Infinitesimalrechnung, Wahrscheinlichkeitsrechnung etc.).<\/p>\n<p><strong>R* 5: Messe-Kunst Archimedis (Kepler)<br \/><\/strong>Linz 1616<br \/>Erstausgabe im Selbstverlag des Autors. Es handelt sich um eine erheblich \u00fcberarbeitete, neu geordnete und erweiterte Fassung von Keplers Nova Stereometria, die im Jahr zuvor erschienen war und allgemein als eines der bedeutendsten Werke in der Vorgeschichte der Infinitesimalrechnung gilt. Da Kepler seinen neuen Haushalt mit den Ertr\u00e4gen einer besonders guten Weinernte ausstatten wollte, stellte er einige F\u00e4sser in seinem Haus auf. Als er feststellte, dass der Weinh\u00e4ndler nur die Diagonale der F\u00e4sser mass und ihre Form ignorierte, machte sich Kepler daran, deren tats\u00e4chliches Volumen zu berechnen. Er verzichtete auf die klassischen Verfahren des Archimedes und wandte stattdessen ein weniger strenges, aber produktives Schema an, bei dem er die Figuren als aus einer unendlichen Anzahl d\u00fcnner kreisf\u00f6rmiger Lamellen oder anderer Querschnitte zusammengesetzt betrachtete. Fasziniert von dieser Aufgabe, dehnte er sie auf andere Formen aus, darunter auch den Torus. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler, eingebunden in eine liturgische Handschrift.<\/p>\n<p><strong>R* 12: la m\u00e9thode des fluxions (Newton)<br \/><\/strong>Paris 1740<br \/>Erste franz\u00f6sische Ausgabe von Isaac Newtons Werk von 1736 \u00fcber die Infinitesimalrechnung mit einem Vorwort des \u00dcbersetzers Georges-Louis de Buffon, einer historischen Darstellung und Rechtfertigung von Newtons Methode. <strong>R* 11<\/strong> ist eine Verteidigung von Newtons Werk durch den schottischen Mathematiker Colin Maclaurin (Paris 1744, erste frz. \u00dcbersetzung) und eine fr\u00fche, stringente logische und systematische Anwendung von Newtons Methode.<\/p>\n<p><strong>R* 20: Peribologia oder von Vestungs Gebewen (Dillich)<br \/><\/strong>Frankfurt 1640<br \/>Reich illustrierte Erstausgabe des wichtigsten Werks \u00fcber Festungsbau seiner Zeit, verfasst vom deutschen Historiker und Architekten Wilhelm Dilich (1571?-1650). Der erste und umfangreichste Teil, der mehr als 300 Abbildungen enth\u00e4lt, ist den Befestigungsanlagen selbst gewidmet; der zweite Teil mit \u00fcber 110 Abbildungen befasst sich in erster Linie mit der Castramentation (der Anordnung der Truppenquartiere in Lagern), behandelt aber auch die Anordnung von Artillerie, Bewaffnung und Vorr\u00e4ten sowie den Bau von Kasernen, Zelten, Tunneln usw. Eine grosse Falttafel zeigt die Befestigungsanlagen der Stadt Strassburg. Dilichs Sohn Johann Wilhelm Dilich (1600\u20131657), Ingenieur und Stadtmilit\u00e4rarchitekt von Frankfurt am Main, illustrierte das Handbuch seines Vaters, half bei der Herausgabe und soll sogar die Tafeln selbst gestochen haben.<\/p>\n<p><strong>R* 23: Heutiges tages \u00fcbliche Kriges Bau-Kunst (D\u00f6gen)<br \/><\/strong>Amsterdam 1648<br \/>Erstausgabe einer umfangreichen, einflussreichen und gut illustrierten Abhandlung \u00fcber Festungsbau von Matthias D\u00f6gen (1605\/06\u20131672). Dieser war ein brandenburgischer Festungsingenieur und w\u00e4hrend des Achtzigj\u00e4hrigen Krieges im Dienste des niederl\u00e4ndischen Statthalters und Prinzen von Oranien, Friedrich Heinrich von Nassau (1584\u20131647) t\u00e4tig. Die erste H\u00e4lfte des Textes befasst sich mit Befestigungsanlagen in regelm\u00e4ssigen und unregelm\u00e4ssigen Formen, w\u00e4hrend ein k\u00fcrzerer zweiter Teil defensive und insbesondere offensive Taktiken in der Belagerungskriegsf\u00fchrung behandelt. Viele der Tafeln zeigen Befestigungsanlagen von St\u00e4dten in den Niederlanden, die nach den neu entwickelten niederl\u00e4ndischen Methoden erbaut wurden, aber auch Befestigungsanlagen nach den traditionelleren europ\u00e4ischen und osmanischen Methoden. Ein wegweisendes Werk, das die niederl\u00e4ndischen Fortschritte in der Festungsbaukunst und Belagerungskriegsf\u00fchrung international verbreitete.<\/p>\n<p><strong>R* 24: Regole militari (Melzo)<br \/><\/strong>Antwerpen 1611<br \/>Erste Ausgabe dieser Abhandlung \u00fcber Kavallerie und Milit\u00e4rstrategie, die auf den Erfahrungen des Mail\u00e4nder Adligen Lodovico Melzi (1558\u20131617) in den Kriegen seiner Zeit basiert, der Ritter von Malta und General der Leichten Kavallerie von Flandern und Brabant war. Der Autor erz\u00e4hlt lebhaft und von vielen Episoden und Schlachten, um Beispiele und Lehren daraus zu ziehen und Taktiken f\u00fcr den Kampf und die milit\u00e4rische Logistik vorzuschlagen. Zahlreiche Illustrationen.<\/p>\n<p><strong>R* 27: Kriegskunst zu Pferdt (Wallhausen)<br \/><\/strong>Frankfurt 1616<br \/>Verbreitetes Buch \u00fcber die Kavallerie. Der Autor Johann Jacobi von Wallhausen war Hauptmann und Oberwachtmeister und gr\u00fcndete 1617 die Kriegsschule in Siegen. Der gravierte Titel stammt von Matth\u00e4us Merian, die reich illustrierenden Kupferstiche sind von Theodor de Bry.<\/p>\n<p><strong>R* 28: Le mar\u00e9schal de bataille (De Lostelneau)<br \/><\/strong>Paris 1647<br \/>Erstausgabe eines Handbuchs f\u00fcr franz\u00f6sische Heerf\u00fchrer, verfasst vom franz\u00f6sischen Marschall und Kommandeur der franz\u00f6sischen K\u00f6niglichen Garde Colbert de Lostelneau im Auftrag Ludwigs XIV., der eine streng einheitliche Milit\u00e4rwissenschaft f\u00fcr seine gesamte Armee etablieren wollte. Von besonderem Interesse ist es auch als Beispiel f\u00fcr den fr\u00fchen Farbdruck in B\u00fcchern mit nicht weniger als 400 farbig gedruckten Tafeln, Holzschnittdiagrammen von Schlachtenformationen in rot und schwarz. Damals als praktisches Hilfsmittel gedacht, wirken die Anordnungen von farbigen Punkten in symmetrischen Mustern f\u00fcr das moderne Auge wie abstrakt-konkrete Kunst. 48 ganzseitige gravierte Tafeln zeigen franz\u00f6sischen Infanteristen beim Exerzieren mit Musketen und Piken nach den Vorlagen von Jacques de Gheyn.<\/p>\n<p><strong>R* 29: Neu-vermehrte Welperische Gnomonica<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1708<br \/>Mit gestochenem Frontispiz, 34 Kupfertafeln und 1 gefalteten Kupferstichkarte. Letzte und beste Auflage des Werks \u00fcber Sonnenuhren des Lahrer Astronomen Eberhard Welper. Es enth\u00e4lt die Beschreibung und Berechnung mechanischer Uhren, zahlreiche Getriebeberechnungen, einen Abschnitt \u00fcber Pendel und eine Anleitung zum Gebrauch der \u00c4quationstabellen und ist das erste Werk \u00fcber R\u00e4deruhrmacherei in deutscher Sprache. Die Kupfertafeln zeigen eine Weltkarte (S.110-111), geometrische Konstruktionen, diverse Sonnenuhren sowie ein Uhr- und ein Spielwerk.\u00a0<\/p>\n<p><strong>R* 31: Ephemeridum novum (Leowitz)<br \/><\/strong>Augsburg 1557<br \/>Seltene erste Ausgabe des Hauptwerks zur Himmelgeometrie aus der Feder des Hofmathematikers und Astronomen von Pfalzgraf Ottheinrich, Cyprian Leowitz (lat. Cyprianus Leovitius; 1524-1574), der darin die Mondfinsternisse der n\u00e4chsten 50 Jahre korrekt vorhersagte. Etwa die H\u00e4lfte der Holzschnitte des umfangreichen tabellarischen Werks sind dekorative Darstellungen der beschriebenen Sonnenfinsternisse mit h\u00fcbschen kleinen fig\u00fcrlichen Darstellungen von Sonne, Mond und Sternen.<\/p>\n<p><strong>R* 34 <\/strong>Theatrum instrumentorum et machinarum Jacobi Bessoni Delphinatis, mathematici ingeniosissimi cum Francisci Beroaldi figurarum declaratione demonstrativa, necnon utilissimis additionibus auctum per Julium Paschalem.<br \/>1582. Unsere Ausgabe in MA Handschrift mit Noten eingebunden<\/p>\n<p><strong>R* 35: <\/strong><strong>Novissima Praxis Militaris (Johann Bernhard Scheither)<br \/><\/strong>Braunschweig 1672.<br \/>Reich illustriertes Werk \u00fcber Festungsbau mit besonderer Betrachtung der Belagerung von Kreta. Scheither nahm als Offizier und Ingenieur mit den braunschweig-l\u00fcneburgischen Hilfstruppen an der venezianischen Verteidigung Kretas gegen die T\u00fcrken teil. Die Tafeln u.a. mit einer doppelblattgrossen Ansicht der &#8220;Attacata di Candia&#8221; mit reicher Schiffsstaffage, Festungsanlagen auf den Inseln Spinalonga, Kythera, Zakynthos u.a. sowie einem Belagerungsplan von Braunschweig.<\/p>\n<p><strong>R* 39: Astronomia Nova (Kepler)<br \/><\/strong>Heidelberg 1609<br \/>Erstausgabe von Keplers Meisterwerk \u2013 dem Grundstein der modernen Astronomie, das die ersten beiden Gesetze der Planetenbewegung enth\u00e4lt. W\u00e4hrend Kopernikus als Begr\u00fcnder des heliozentrischen Weltbildes gilt, war es Kepler, der die Astronomie (und den Heliozentrismus) aus dem Bereich der abstrakten mathematischen Spekulation in die konkrete Welt der Physik und Naturphilosophie f\u00fchrte. Es ist ein Werk von nicht nur gro\u00dfer Bedeutung, sondern auch von gro\u00dfem Charme und Erfindungsreichtum, das \u201eden Anfang vom Ende einer jahrtausendealten Tradition der mathematischen Astronomie bedeutet\u201c (Voelkel) und die Entdeckungen Newtons in der n\u00e4chsten Generation direkt vorwegnimmt.Nach der Ver\u00f6ffentlichung seiner kopernikanischen Abhandlung \u201eMysterium cosmographicum\u201c wurde Tycho Brahe, der seit Jahrzehnten in seiner riesigen Sternwarte auf der Insel Uraniborg astronomische Daten sammelte, auf Kepler aufmerksam. Nach mehrj\u00e4hrigem Briefwechsel lud Tycho Kepler als Assistent in seine neue Sternwarte auf der Burg Benatky in Prag ein. Obwohl Kepler hoffte, Zugang zu Tychos akribischen Beobachtungsdaten zu erhalten, wurde er mit der Arbeit an der Theorie des Mars beauftragt; Tycho sch\u00fctzte sein geistiges Eigentum. Doch bei seinen Studien zur Umlaufbahn des roten Planeten fand Kepler den Schl\u00fcssel zu seiner neuen Astronomie. Keplers erste beiden Gesetze, dass die Umlaufbahn eines Planeten eine Ellipse mit der Sonne in einem ihrer Brennpunkte ist und dass ein Liniensegment zwischen einem Planeten und der Sonne in gleichen Zeitintervallen gleiche Fl\u00e4chen \u00fcberstreicht (das hei\u00dft, dass Planeten sich schneller bewegen, wenn sie n\u00e4her an der Sonne sind), wurden in seiner Untersuchung des Mars besonders deutlich, da die Umlaufbahn des Mars exzentrischer ist als die der meisten anderen Planeten im Sonnensystem. Er pr\u00e4sentierte seine revolution\u00e4ren Schlussfolgerungen in dem treffend betitelten Werk \u201eAstronomia nova\u201c. Im Vorwort stellt er seine Entdeckungen als Sieg \u00fcber den Mars dar, der sich so lange \u201eden Strategien der Astronomen\u201c widersetzt hatte. Das Verhalten des Mars war f\u00fcr Beobachter, die von kreisf\u00f6rmigen Bahnen ausgingen, unergr\u00fcndlich; daher war Keplers \u201eneue Astronomie\u201c notwendig, um es zu verstehen \u2013 und damit auch den Rest des Sonnensystems. W\u00e4hrend der Stil der \u201eAstronomia nova\u201c vor allem von Arthur Koestler in \u201eDie Schlafwandler\u201c als eher unakademisch und willk\u00fcrlich charakterisiert wurde, haben moderne Wissenschaftler diese Auffassung widerlegt. \u201eDa Kepler wusste, auf welchen Widerstand seine Reform der astronomischen Theorie sto\u00dfen w\u00fcrde, arbeitete er hart daran, die Notwendigkeit jedes einzelnen Schrittes zu demonstrieren\u201c (Voelkel). Seine radikale Verflechtung von Mathematik und physikalischen Ursachen erforderte ein sorgf\u00e4ltiges didaktisches Programm, das die Leser auf dieselbe Reise voller Versuche und Irrt\u00fcmer mitnehmen sollte, die Kepler zu seinen bahnbrechenden Schlussfolgerungen gef\u00fchrt hatte (und damit auch potenzielle Widerlegungen abwehren sollte). Diese Aufmerksamkeit f\u00fcr seine Leser zeigt sich sogar in der typografischen Gestaltung des gedruckten Buches. \u201eEr vereinfachte das Lesen des Buches f\u00fcr diejenigen, die sich nicht f\u00fcr geometrische Beweise interessierten, indem er die Beweise kursiv setzte und die Teile, in denen Physik mit Geometrie vermischt war, in Normalschrift lie\u00df\u201c (Voelkel). Ein detailliertes, ausklappbares Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassungen f\u00fcr diejenigen, die sich f\u00fcr die Physik interessierten, erm\u00f6glichten es Wissenschaftlern mit unterschiedlichem Fachwissen, sich leicht in dem Buch zurechtzufinden.Das Werk wurde 1605 fertiggestellt, nachdem Tychos vorzeitiger Tod Kepler in die Rolle des kaiserlichen Mathematikers katapultiert hatte, aber seine Ver\u00f6ffentlichung verz\u00f6gerte sich. Dies war teilweise das Ergebnis eines anhaltenden Streits mit den Erben von Tycho Brahe, die ebenfalls ein Interesse an seinen Daten hatten. 1607 lie\u00df Kepler die Holzschnitte in Prag anfertigen und schickte den Text 1608 an E. V\u00f6gelin in Heidelberg zum Druck. Das Fehlen eines Impressums ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Ausgabe nicht f\u00fcr den Handel bestimmt war: Der Kaiser hielt die Rechte an der Verbreitung, da Kepler sie als Hofmathematiker verfasst hatte und sie auf kaiserliche Kosten gedruckt worden war. Da Kepler jedoch seit langem auf sein Gehalt wartete, verkaufte er seine Exemplare an den Verleger. Obwohl die H\u00f6he der Auflage nicht bekannt ist, gab Kepler sp\u00e4ter an, dass nur \u201eeinige wenige Exemplare\u201d gedruckt worden seien. Der Einfluss dieses Buches auf andere grosse Astronomen, von seinem Zeitgenossen Galileo bis zum sp\u00e4teren Newton, war immens und erm\u00f6glichte es Newton, seine eigenen Gesetze der Bewegung und der universellen Gravitation zu formulieren. Die Gesetze von Kepler und Newton wurden zur Grundlage der Himmelsmechanik. Kepler, ein Sch\u00fcler des \u201evorsichtigen Kopernikaners\u201d Michael Maestlin in T\u00fcbingen, verwendete Kopernikus&#8217; Theorie vom heliozentrischen Weltbild als Grundlage f\u00fcr seine Abhandlung und kombinierte sie mit den genauen Beobachtungen von Tycho Brahe.<\/p>\n<p><strong>R* 40: Fr\u00fchneuzeitlicher astronomischer Sammelband<\/strong><br \/>Venedig 1508<br \/>Der Band ist in eine liturgische Handschrift eingebunden und wurde der Bibliothek von Johann Wilhelm Ziegler geschenkt, der es 1566 in Z\u00fcrich gekauft hatte. Er enth\u00e4lt verschiedene astronomische Werke, darunter die Theoricae novae planetarum des Georg von Peuerbach, einem der wichtigsten astronomischen Lehrb\u00fccher des ptolem\u00e4ischen Weltbilds, und Sacroboscos Lehrbuch Tractatus de Sphaera samt einem Kommentar von Bartolomeo Vespucci, dem Neffen von Amerigo Vespucci.<\/p>\n<p><strong>R* 42: Francesco Giuntini: Speculum Astrologiae<br \/><\/strong>Lyon 1581<br \/>Giuntini war ein florentinischer Theologe, Mathematiker und Astrologe. Sein Speculum ist eines der wichtigsten Werke der Astrologie. Es enth\u00e4lt die \u00dcbersetzung und einen Kommentar des Buchs \u00fcber die Sterndeutung des Ptolem\u00e4us, den Tetrabiblos, als Verteidigung der Disziplin konzipiert. Zudem finden sich in dem Band die Horoskope bedeutender Pers\u00f6nlichkeiten und astronomische Tabellen in der Nachfolge des Kopernikus.<\/p>\n<p><strong>R* 43: Historia Coelestis (Brahe)<br \/><\/strong>Augsburg 1666<br \/>Erstausgabe von Tyho Brahes umfangreichen astronomischen Beobachtungen, die zwischen 1582 und 1601 gemacht wurden. In handschriftlicher Form bildeten diese Beobachtungen die Grundlage f\u00fcr Johannes Keplers Ver\u00f6ffentlichung der Tabulae Rudolphinae (1627), wurden jedoch erst \u00fcber 60 Jahre nach Brahes Tod von Curtz in der vorliegenden Ausgabe gedruckt. Die fein gravierten Tafeln enthalten ein Portr\u00e4t des Autors und eine Darstellung seiner Sternwarte in Uraniborg, zahlreiche Holzschnitte zeigen verschiedene astronomische Instrumente. Besitznachweis Tobias Holl\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong>R* 45: Selenographie (Hevelius)<br \/><\/strong>Danzig 1647<br \/>Als erster vollst\u00e4ndiger Mondatlas ist die Selenographia das wichtigste Werk des Danziger Astronomen Johannes Hevelius. In Dutzenden von Illustrationen, die der Autor selbst gezeichnet und gestochen hat, verfolgte Hevelius den Mond durch alle Phasen eines gesamten Mondzyklus und integrierte die gewonnenen Informationen dann in drei grosse Mondkarten, teils mit Volvellen. Das Buch enth\u00e4lt insgesamt 133 gravierte Tafeln, von denen viele den Mond und seine Phasen zeigen. Hevelius gibt den auf der Mondoberfl\u00e4che beobachtbaren geografischen Merkmalen (Meere, Berge usw.) Namen, wobei er h\u00e4ufig die Nomenklatur der terrestrischen Geografie \u00fcbernimmt; so gibt es eine Insel Sizilien (mit einem \u00c4tna) und eine Insel Korsika, beide im Mittelmeer. Einige dieser Namen \u2013 die Alpen, die Apenninen und der Kaukasus \u2013 werden noch heute in der Mondtopografie verwendet, aber insgesamt wurde Hevelius&#8217; Nomenklatur sp\u00e4ter im 17. Jahrhundert durch die von Giovanni Battista Riccioli ersetzt. Die Selenographia enth\u00e4lt zudem eine Reihe von Darstellungen der von Hevelius konstruierten Instrumente, die f\u00fcr jeden, der sich mit der Entwicklung des Teleskops besch\u00e4ftigt, von gro\u00dfem Interesse sind. Unser Exemplar geh\u00f6rte Tobias Holl\u00e4nder (Besitzvermerk 1671 auf dem Titelblatt) und sp\u00e4ter Christoph Jetzler. Beigebunden sind dem grossen Band zwei Briefe Hevelius&#8217;, eine Schrift \u00fcber den Saturn sowie eine \u00fcber Merkur und Venus. Die letzeren sind sehr selten und gesucht, sie wurden in Hevelius&#8217; eigener Privatdruckerei in seiner Haussternwarte in Danzig gedruckt. Die Schrift \u00fcber Merkur und Venus enth\u00e4lt wichtige teleskopische Beobachtungen der Planeten Venus und Merkur, darunter Hevelius klassische Beschreibung seiner Beobachtung des Merkurtransits im Jahr 1661 und die erste Beschreibung eines Venusdurchgangs \u00fcberhaupt vonJeremiah Horrocks am 24. November 1639.<\/p>\n<p><strong>R* 46: Tycho Brahe: Astronomiae Mechanica<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1602.<br \/>In seiner 1598 erstmals erschienenen\u00a0Mechanica\u00a0beschreibt der d\u00e4nische Astronom Brahe die wich\u00adtigsten von ihm benutzten Instrumente: Quadranten unterschiedlicher Gr\u00f6sse und Ausstattung, Sex\u00adtanten und einen grossen Himmelsglobus. Ferner enth\u00e4lt das Buch Schilderungen, Ansichten und Pl\u00e4ne von Schloss und Sternwarte Uraniborg auf der Insel Hven im \u00d6resund, sowie Berichte \u00fcber den Bau der Instrumente und astronomische Arbeitsmethoden. Die Erstausgabe wurde vom Hamburger Drucker Philip von Ohrs in einer sehr kleinen Auflage f\u00fcr Tycho Brahe privat gedruckt und teilweise von Hand koloriert. Nach dem Tod Brahes im Jahr 1601 verkauften die Erben die Druckplatten an den N\u00fcrnberger Drucker Levinus Hulsius. Dieser druckte 1602 eine Ausgabe, die im Gegensatz zur Erst\u00adausgabe f\u00fcr den Buchhandel bestimmt war, und so eine weitere Verbreitung finden konnte.<\/p>\n<p><strong>R* 47: Tabulae Rudolphinae (Kepler)<br \/><\/strong>Ulm 1627<br \/>Keplers letzte Ver\u00f6ffentlichung zu Lebzeiten und sein kr\u00f6nender Erfolg, mit dem er seine Gesetze der Planetenbewegung, die urspr\u00fcnglich auf der Umlaufbahn des Mars basierten, f\u00fcr alle Planeten des Sonnensystems und damit auch dar\u00fcber hinaus aufstellte. F\u00fcr Kepler waren seine Tabellen die mathematische Best\u00e4tigung seiner Gesetze der Planetenbewegung. Er bezeichnete sie als seon wichtigstes Werk.(Gingerich). Dieses Werk sicherte Kepler und seinen Entdeckungen dauerhaften Ruhm Diee Tabellen basieren auf den Beobachtungen von Tycho Brahe, erg\u00e4nzt durch Keplers eigene. Das Werk ist bibliografisch komplex. Im Jahr 1627 wurden in Ulm tausend Exemplare gedruckt. Es gibt drei Zust\u00e4nde dieses Drucks, die nur die Titelseite und die Widmungen betreffen und weitgehend durch die Ver\u00f6ffentlichungsgeschichte des Buches erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Der Titel existiert in drei Zust\u00e4nden; der oben abgebildete ist der dritte Zustand. Kepler zog 1628 von Ulm nach Sagan und ver\u00f6ffentlichte dort 1629 die <em>Sportula<\/em>, Anweisungen zur Verwendung der Tabellen f\u00fcr astrologische Zwecke. Unser Exemplar aus der Bibliothek von Tobias Holl\u00e4nder (R* 47 Ex2) enth\u00e4lt nur den Kupfertitel, aber kein Titelblatt. Das Exemplar ohne vorherigen Besitzer enth\u00e4lt Titelblatt und Kupfertitel, aber nicht die Sportula. Das fein gravierte Frontispiz, ein herausragendes Beispiel dieses Genres, wurde von Kepler selbst entworfen und von Georg Celer ausgef\u00fchrt. Es zeigt den Tempel der Urania, bewohnt von gro\u00dfen Astronomen der Vergangenheit, mit Kopernikus und Brahe in der Mitte; Kepler selbst arbeitet in einem Raum im Untergeschoss. Wenige Exemplare enthalten eine \u00a0posthum ver\u00f6ffentlichte Weltkarte, unsere beiden Exemplare nicht.<\/p>\n<p><strong>R* 48 und R* 49: Johann Bayer: Uranometria<br \/><\/strong>Augsburg 1603 und Ulm 1661<br \/>Die Uranometria ist ein Himmelsatlas des deutschen Astronomen Johann Bayer und stellt die erste genaue Sternkarte dar. Sie enth\u00e4lt erstmals die Sterne beider Halbkugeln. Da das Teleskop noch nicht erfunden worden war, enth\u00e4lt der Atlas nur Sterne, die mit blossem Auge sichtbar sind. Bayer f\u00fchrte ein System zur Bezeichnung der Sterne mit griechischen und lateinischen Buchstaben ein, das noch heute verwendet wird und nach ihm benannt ist. Der Kupfertitel zeigt ein architektonisches Motiv mit dem vollst\u00e4ndigen Titel in der Mitte. Links und rechts davon befinden sich zwei Statuen des Atlas und des Herkules als \u00e4ltestem Lehrer und Sch\u00fcler der Astronomie. Dar\u00fcber sind Figuren des Apollo, der Diana und der Ewigkeit abgebildet. Unter dem Titel befinden sich ein Steinbock und eine Ansicht von Augsburg. Die Uranometria enth\u00e4lt 51 Sternkarten. Die ersten 48 Seiten stellen die klassischen Sternbilder dar, die von Ptolem\u00e4us erw\u00e4hnt werden. Die 49. zeigt den Himmel der s\u00fcdlichsten Brei\u00adten mit den zw\u00f6lf neuen Sternbildern. Die letzten beiden Seiten sind Planisph\u00e4ren des Nord- und S\u00fcdhimmels. Jede Sternkarte enth\u00e4lt ein Gradnetz zur Bestimmung der Sternpositionen. Johann Bayer (1572\u20131625) war zwar kein ausgebildeter Astronom, hinterliess jedoch ein bedeutendes Verm\u00e4chtnis f\u00fcr die Astronomie: Er entwickelte die Praxis, einzelne Sterne innerhalb einer Konstellation mit griechischen Buchstaben zu bezeichnen, wie beispielsweise Alpha Centauri. \u00c4hnlich wie die taxonomische Systematik von Linnaeus schuf die Bayer-Bezeichnung einen gemeinsamen Rahmen f\u00fcr die akademische und intellektuelle Diskussion \u00fcber den Himmel. Seine Uranometria (Vermessung des Himmels) ist die erste genaue Darstellung aller 48 ptolem\u00e4ischen Sternbilder unter Verwendung der Beobachtungen von Tycho Brahe. Die von Alexander Mair (ca. 1562\u20131617) gravierten Tafeln wurden urspr\u00fcnglich f\u00fcr die erste Ausgabe des Werks (1603) angefertigt und ohne \u00c4nderungen f\u00fcr die zweite (1639) und die vorliegende dritte Ausgabe (nur die Titelseite wurde ge\u00e4ndert) nachgedruckt. Das Werk z\u00e4hlt zu den wichtigsten Werken der Astronomie in der Zeit vor der Erfindung des Fernrohrs. R* 48 ist aus der Bibliothek von Christoph Jetzler, R* 49 aus Vorbesitz von Tobias Holl\u00e4nder (1671). Ein kleiner dazugeh\u00f6riger Textband (Augsburg 1654) erkl\u00e4rt bei R* 49 die Abk\u00fcrzungen des Atlas. Er ist im hinteren Buchdeckel in einer (zeitgen\u00f6ssischen?) Aussparung untergebracht, also nicht beigebunden.<\/p>\n<p><strong>R* 50: Rosa Ursina (Scheiner)<\/strong><br \/>Bracciano 1626-1630<br \/>Erste und einzige Ausgabe. Dieses pr\u00e4chtige Buch ist eines der reichhaltigsten und hervorragend illustrierten Astronomieb\u00fccher des 17. Jahrhunderts. Es beschreibt und illustriert Christoph Scheiners Beobachtungen von Sonnenflecken und zeigt seine Instrumente, darunter sein Kepler-Teleskop und sein Helioskop. Im Jahr 1611 hatte der jesuitische Astronom Scheiner ein Fernrohr konstruiert, mit dem er im M\u00e4rz desselben Jahres Flecken auf der Sonne entdeckte. Scheiners Behauptung, diese unabh\u00e4ngig von Galileo entdeckt zu haben, war der Ausgangspunkt einer der heftigsten Kontroversen in der Geschichte der Wissenschaft. Dieses Buch enth\u00e4lt die Zusammenfassung von Scheiners Sonnenbeobachtungen, Ergebnis langj\u00e4hriger Beobachtungen und Studien. Die zahlreichen feinen Stiche zeigen unter anderem eine Mondkarte, das erste \u00e4quatorial montierte Teleskop &#8211; ein sogenanntes Helioskop &#8211; und andere Instrumente. \u00a0Auf Seite 150 befindet sich ein bemerkenswerter ganzseitiger Stich mit zwei Szenen von Astronomen bei der Arbeit. Die erste zeigt eine Aussichtsplattform mit zwei Obelisken und einer Reihe von Figuren, die astronomische Instrumente verwenden, darunter ein Helioskop und ein Teleskop. Drei Figuren lassen sich anhand ihrer charakteristischen Kopfbedeckungen als Jesuiten identifizieren. Das zweite Bild, eine Innenansicht, zeigt Scheiner und seinen Assistenten an der Arbeit in seinem Arbeitszimmer, an dessen W\u00e4nden Astrolabien und ein Quadrant h\u00e4ngen. Die Herstellung von Rosa Ursina sive Sol war kostspielig. Scheiner gewann daf\u00fcr die Unterst\u00fctzung von Paolo Giordano, dem Herzog von Bracciano, einem grossen F\u00f6rderer der Astronomie. Das Buch ist daher, beginnend mit seinem Titel, voller Verweise auf die Familie Orsini, deren Wappen die Rose und den B\u00e4ren enthielt. Die Rosa Ursina wurde daher in Bracciano als Privatdruck des Herzogs ver\u00f6ffentlicht, aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und Streitereien jedoch \u00fcber mehrere Jahre hinweg (1626\u201330). Besitzvermerk Stephan und Thomas Spleiss. Ein Titelblatt fehlt, es ist nur der allegorische Kupfertitel vorhanden.<\/p>\n<p><strong>R* 51: Albrecht D\u00fcrer: Underweysung der Messung mit dem Zirckel<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1525 (Erstausgabe).<br \/>Das Buch ist das erste Mathematikbuch deutscher Sprache mit bedeutenden neuen Erkenntnissen. \u201eMessung\u201c bedeutet im heutigen Wortsinn eher \u201eKonstruktion\u201c in der Geometrie. In der Underweysung definiert D\u00fcrer spezielle Kurven, insbesondere erstmals die Muschellinie und die Pascalsche Schnecke), gibt eine neue Konstruktion einer Ellipse an, erkennt Ellipse, Parabel und Hyperbel als Kegelschnitte, zeigt ein neuartiges und sehr genaues Verfahren zur Winkeldreiteilung und stellt die Tangens-Funktion grafisch dar. Im Vorwort \u00e4ussert D\u00fcrer seine lebenslanger \u00dcberzeugung, dass deutsche Maler allen anderen in Geschicklichkeit und Vorstellungskraft gleichgestellt waren, aber den Italienern &#8220;wissenschaftlich&#8221; unterlegen. Mit seinem Buch wollte D\u00fcrer Malern, aber auch Architekten, Goldschmieden, Bildhauern und Zimmerleuten geometrisches Wissen zu Verf\u00fcgung stellen, das ganz konkret angewendet werden konnte. Die Holzschnitte und Diagramme sind mit gro\u00dfer Pr\u00e4zision ausgef\u00fchrt. Abb. 15. S\u00e4ule, Abb. 16 S\u00e4ulenfuss mit Ochsen und L\u00e4mmern. Etwas weiter hinten die sch\u00f6n proportionierten Buchstaben des Alphabets. Dazu geh\u00f6ren die ber\u00fchmten Abbildungen der beiden Figuren, die ein mit D\u00fcrers Monogramm signiertes Zeicheninstrument zeigen und ein K\u00fcnstler, der einen sitzenden Mann zeichnet. Sch\u00f6ner Renaissance-Einband.<\/p>\n<p><strong>R* 52: Canon mathematicus (Vi\u00e8te)<br \/><\/strong>Paris 1609 [1579]<br \/>Erstausgabe im Handel. Das Werk wurde 1579 im Selbstverlag ver\u00f6ffentlicht, nur an einige wenige Vertraute verteilt und der Druck dauerte acht Jahre. Vi\u00e8te lehnte eine Ver\u00f6ffentlichung aufgrund einiger Druckfehler, die ihn st\u00f6rten, ab. Erst sechs Jahre nach Vi\u00e8tes Tod brachte Mac\u00e9, der Erbe des Druckers Mettayer, das Werk unter einem neuen Titel in den Handel. Der Canon ist eine Abhandlung \u00fcber Trigonometrie, die die grundlegenden Beziehungen zwischen den Elementen ebener und sph\u00e4rischer Dreiecke darlegt. Darin finden sich zum ersten Mal die Grundformeln der ebenen und sph\u00e4rischen Trigonometrie, dargestellt in Form von \u00fcbersichtlichen mathematischen Formeln. Ausgesprochen selten, weltweit nur in wenigen Exemplaren vorhanden. Unser Exemplar tr\u00e4gt Besitzeintr\u00e4ge von Gottfried Maestlin, dem Sohn des ber\u00fchmten T\u00fcbinger Astronomen (1632), k\u00f6nnte also aus der Bibliothek von Michael M\u00e4stlin sein, sowie von Stephan Spleiss. Sp\u00e4ter Bibliothek Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>R* 54: Opera mathematica (Vi\u00e8te)<br \/><\/strong>Leiden 1646<br \/>Erstausgabe der gesammelten Werke von Fran\u00e7ois Vi\u00e8te (1540\u20131603), dem gr\u00f6ssten franz\u00f6sischen Mathematiker des 16. Jahrhunderts, der auch als &#8220;Vater der Algebra&#8221; bezeichnet wird und f\u00fcr Descartes und Newton einflussreich war. Vi\u00e8tes Isagoge in artem analyticam, das fr\u00fcheste Werk \u00fcber symbolische Algebra, er\u00f6ffnet die vorliegende Ausgabe und wird von 15 weiteren Abhandlungen \u00fcber Algebra, numerische Analysis, Geometrie, Trigonometrie und den neu eingef\u00fchrten Gregorianischen Kalender erg\u00e4nzt, von denen die letzten drei Volvellen enthalten (in unserem Exemplar ungeschnitten auf einem separaten Blatt gebunden). Die Opera wurde von dem bedeutenden Mathematiker der Universit\u00e4t Leiden Frans van Schooten (1615\u201360) herausgegeben. Er ordnete Vi\u00e8tes Abhandlungen nach Themen: Die ersten vier sind algebraischer Natur, dann folgt eine Abhandlung \u00fcber die numerische L\u00f6sung von Gleichungen, acht geometrische Werke und schlie\u00dflich drei zum Kalender. Vorbesitz Stephan und Thomas Spleiss, dann Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>R* 58: Fr\u00fchneuzeitlicher astronomischer Sammelband<br \/><\/strong>Venedig 1528 u.a.<br \/>Der Band ist in eine liturgische Handschrift eingebunden und wurde der Bibliothek von Johann Wilhelm Ziegler geschenkt (wie R* 40). Er enth\u00e4lt das Almagestum des Ptolem\u00e4us, die erste \u00dcbersetzung\u00a0 aus dem griechischen Original. Zuvor war Ptolem\u00e4us&#8217; astronomisches Hauptwerk nur in der \u00dcbersetzung von Gerardo da Cremona aus dem 12. Jahrhundert verf\u00fcgbar, die auf einer arabischen \u00dcbersetzung basierte (EA 1515). Die vorliegende \u00dcbersetzung wurde 1451 von Georg von Trapezunt direkt aus dem Griechischen anhand eines Manuskripts im Vatikan angefertigt und von Luca Gaurico herausgegeben; der griechische Originaltext wurde erst 1538 ver\u00f6ffentlicht. Der Almagest war die Grundlage der antiken Astronomie und ein Werk, das ebenso einflussreich war wie die Elemente des Euklid. Im Weiteren finden sich die &#8220;Tabulae Eclypsi&#8221; des Georg von Peuerbach von 1514 (Erstausgabe). Die Tabulae eclipsium, die wahrscheinlich 1459 fertiggestellt wurden, sind Peurbachs aufwendigstes Werk und berechnen Mond- und Sonnenfinsternisse. Ausserdem enthalten sie eine fr\u00fche Geschichte der europ\u00e4ischen Astronomie und eine Bibliographie von Peurbachs Werken. Drittens enth\u00e4lt der Band \u00a0Coelestium rerum disciplinae des Johannes St\u00f6ffler \u00fcber das Astrolabium (Mainz 1535, dritte Ausgabe). Dieser war Astronom an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Sein Werk z\u00e4hlt zu den umfassendsten der Zeit und trug entscheidend zur Verbreitung des Astrolabiums in Europa bei. Die zahlreichen Schemata zeigen die Scheiben des Astrolabs. Ab Blatt 67 beginnt die Schrift De mensuris geometriis mit 14 grossen fig\u00fcrlichen Holzschnitten, die Messvorg\u00e4nge in der Landschaft und in Geb\u00e4uden illustrieren. Der letzte Text des Bandes f\u00e4llt etwas aus dem Rahmen: Chiromantia des Johannes Indagine (Strassburg 1534). Dieses Werk \u00fcber das Handlesen, die Physiognomik und Astrologie Es pr\u00e4gte, obschon auf dem Index der Verbotenen B\u00fccher als Standardwerk die Lehre von der Deutung des K\u00f6rperbaues, des Gesichts und der Handlinien. Einige der Holzschnitte werden Hans Baldung Grien und Hans Wechtlin zugeschrieben. Sie zeigen sechs fantastische Wagen, die von m\u00e4nnlichen und weiblichen Figuren gelenkt werden. Diese stellen den Mond und die f\u00fcnf Planeten dar. Die Wagen werden von V\u00f6geln, einem Basilisken, W\u00f6lfen und einem Frauenpaar gezogen, Tierkreiszeichen schm\u00fccken die R\u00e4der Auch das Portr\u00e4t von Indagine auf dem Titelblatt und sein ganzseitiges Wappen auf dem letzten Blatt sollen von Grien sein.<\/p>\n<p><strong>R* 60: Opus Palatinum de Triangulis (Rheticus)<br \/><\/strong>Neustadt 1596<br \/>Der Mathematiker und Astronom Georg Joachim Rheticus (1514\u20131576) aus Feldkirch, Kommilitone von Konrad Gessner und Freund von Melanchthon, war ein begeisterter Anh\u00e4nger von Kopernikus und Mitherausgeber von dessen Hauptwerk De Revolutionibus. Dieses Werk ist als erste jemals ver\u00f6ffentlichte trigonometrische Tabelle von grosser historischer Bedeutung. Es blieb bei seinem Tod 1574 unvollendet, aber die Ver\u00f6ffentlichung wurde 1596 von seinem Sch\u00fcler Valentin Otho vollendet. Die trigonometrischen Tabellen (korrigiert von Bartholomaeus Pitiscus 1613) waren noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Gebrauch. Vorbesitz: Tobias Holl\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong>R* 63: Astronomia. Teutsch Astronomei<br \/><\/strong>Frankfurt 1545<br \/>Es handelt sich um eine h\u00fcbsch illustrierte astrologische und astronomische Abhandlung \u00fcber die Planeten, die Sonne, Kometen und Sternzeichen sowie astrologische Tabellen und Konstellationen auf der Grundlage des ptolem\u00e4ischen Weltbilds. Eine kleine auf dem Kopf stehende Karte nennt eine Landmasse &#8220;Australia&#8221;, die sich ungef\u00e4hr in der Antarktis befindet. Vorgebunden ist dem Werk das schmale Traktat &#8220;Von k\u00fcnstlicher Abmessung&#8221; des s\u00fcddeutschen Astronomen und Astrologen Johannes St\u00f6ffler von 1536, in dem es um Geometrie und Sonnenuhren geht.<\/p>\n<p><strong>R* 64: Essay d&#8217;analyse sur les jeux de hazard<br \/><\/strong>Paris 1713<br \/>Zweite Ausgabe (EA 1708) dieser ersten Monographie \u00fcber die Wahrscheinlichkeitstheorie, anhand des Gl\u00fccksspiels. Der Autor dieses Werks war Pierre R\u00e9mond de Montmort (1678-1719), der im Buch nur mit seinen Initialen auf dem Titelblatt genannt ist. Das Werk enth\u00e4lt vier h\u00fcbschen Vignetten des Graveurs und Mathematikers S\u00e9bastien Leclerc, die am Anfang des Vorworts und der drei Teile zu finden sind und Spieler an Spieltischen darstellen, sowie zwei Abbildungen eines Backgammon-Bretts. Montmort verwendet das Spiel als Grundlage und Illustration f\u00fcr seine mathematischen Analysen und greift dabei auf beliebte Spiele der Zeit zur\u00fcck: Gl\u00fcckskartenspiele (Pharao, Lansquenet, Jeu du Treize, Bassette usw.), W\u00fcrfelspiele (Quinquenove, Trictrac usw.) und sogar ein \u201eSpiel der Wilden, genannt Jeu des noyaux\u201d, angeblich aus Nordamerika. Die zweite Ausgabe enth\u00e4lt die umfangreiche Korrespondenz, die der Autor mit Jacques Bernoulli zum Thema Spiele und Wahrscheinlichkeiten gef\u00fchrt hatte. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>R* 67b: Atlas Coelestis (John Flamsteed)<br \/><\/strong>London, 1708 (1729)<br \/>Der Atlas Coelestis ist ein grossformatiger Sternenatlas, der 1729 ver\u00f6ffentlicht und von John Flamsteed (1646-1719) geschaffen wurde. Er ist die Kr\u00f6nung von Flamsteeds Arbeit als erster k\u00f6niglicher Astronom des englischen K\u00f6nigshauses und besticht durch die Sch\u00f6nheit und Genauigkeit seiner Darstellungen. Grundlage ist die Beobachtung von \u00fcber 3&#8217;000 Sternen von der Sternwarte Greenwich aus. Der riesige Atlas (72x58cm) enth\u00e4lt zwei Planisph\u00e4ren sowie 25 Karten der Sternbilder.<\/p>\n<p><strong>R* 70b: Atlas Coelestis von Doppelmayr<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1742<br \/>Johann Gabriel Doppelmayr (1677-1750) war ein deutscher Mathematiker, Astronom und Kartograph. 1742 erschien sein Himmelsatlas, in dem auf 30 pr\u00e4chtigen doppelseitigen Tafeln das astronomische Wissen seiner Zeit zusammengefasst ist. Doppelmayr arbeitete oft mit dem Kartographen Johann Baptist Homann (1664-1724) zusammen, einem ehemaligen Dominikanerm\u00f6nch, der in N\u00fcrnberg einen einflussreichen kartografischen Verlag f\u00fchrte. Doppelmayr war Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften, darunter die Berliner Akademie der Wissenschaften, die Royal Society of London und die St. Petersburger Akademie der Wissenschaften. Ein Asteroid und das Mondrillensystem Rimae Doppelmayer sind nach ihm benannt.<\/p>\n<p><strong>R* 71: Essai sur la g\u00e9ographie des plantes (Humboldt)<br \/><\/strong>Paris 1807<br \/>Dies ist das erste wissenschaftliche Werk, das Alexander von Humboldt nach seiner R\u00fcckkehr von seiner Reise nach S\u00fcdamerika ver\u00f6ffentlichte. Mit Genehmigung von Karl IV. von Spanien hatte Alexander von Humboldt in Begleitung seines Freundes Aim\u00e9 Bonpland 1799 bis 1804 &#8220;Neuspanien&#8221; bereist, das die heutigen Regionen Utah, Kalifornien, Arizona, Texas, New Mexico, Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama und Teile von Venezuela und Kolumbien umfasst. Er verbrachte f\u00fcnf Jahre im Dschungel und durchquerte riesige unerforschte Gebiete S\u00fcd- und Mittelamerikas zu Fuss, mit dem Kanu (Stromschnellen des Orinoco) und auf dem R\u00fccken eines Esels, w\u00e4hrend er geologische, topografische, zoologische, botanische, atmosph\u00e4rische und andere Daten sammelte. Spektakul\u00e4r ist die grosse farbige Faltkarte am Ende des Bandes. Sie stellt die Verteilung der Pflanzen nach H\u00f6henstufen auf dem ecuadorianischen Vulkan Chimborazo. Die Karte zeigt dabei den Zusammenhang dieser Schichtung mit Umweltdaten (Tiere, Temperatur, Luftdruck, Geologie usw.). Dieser multidisziplin\u00e4re Ansatz, der Lebewesen im Kontext und in Wechselwirkung ihrer Umwelt betrachtet, war ein wichtiger Meilenstein f\u00fcr die Entstehung der \u00d6kologie im folgenden Jahrhundert. Damit handelt es sich um eine der ersten Abbildungen von Biodiversit\u00e4t in Klimazonen.Aus der Bibliotheca Amicorum.<\/p>\n<p><strong>R* 72 und R* 73: Tabulae Motuum Coelestium Perpetuae (Lansbergen)<br \/><\/strong>Middelburg 1653 (R*72) und 1661 (R*73)<br \/>Philip van Lansberge (1561-1632) war einer der einflussreichsten Verfechter der kopernikanischen Lehre im protestantischen Europa und einer der bedeutendsten Astronomen in den Niederlanden im 17. Jh. In diesem Werk vertritt Lansberge eine auf Brahe basierende Epizyklentheorie, da er Keplers Theorie der elliptischen Bahnen nicht akzeptieren konnte. Er erstellte diese konkurrierenden Tabellen, die einfacher waren und von Astronomen weit verbreitet verwendet wurden. Im Gegensatz zu Kepler sagte Lansberge den Venusdurchgang von 1639 korrekt voraus. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>R* 74<\/strong> <strong>Nikolaus Kopernikus, De revolutionibus orbium coelestium Libri VI<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg: Johann Petreius, 1543.<br \/>Eines von 277 bekannten Exemplaren der Erstausgabe von Kopernikus&#8217; epochaler Schrift, die das heliozentrische System begr\u00fcndet. Seinen besonderen Wert erh\u00e4lt das Exemplar durch die unz\u00e4hligen Anmerkungen des T\u00fcbinger Astronomen Michael M\u00e4stlin (1550\u20131631), dem Vorbesitzer des Buchs und Lehrer Johannes Keplers. Im 17. Jahrhundert geh\u00f6rte der Band dem Schaffhauser Stephan Spleiss (1623\u20131693). Im Bestand der Stadtbibliothek nachgewiesen seit 1812. Enth\u00e4lt auch ein Traktat in zwei Teilen von Johannes Regiomontanus (Der triangulis und De quadratura circuli) unter der Signatur R*74, 1. <em>Vgl. Hanspeter Marti, Fr\u00fchneuzeitliche Astronomica in der Stadtbibliothek Schaffhau\u00adsen, in: Librarium 2012, Nr. 3, S. 150\u2013166.<\/em><\/p>\n<p><strong>R* 79: Mysterium cosmographicum (Kepler)<br \/><\/strong>Frankfurt 1621<br \/>Zweite, erweiterte Auflage des ersten wissenschaftlichen Buches von Kepler. Es enth\u00e4lt denselben Text wie die erste Auflage von 1596 und einen Anhang mit dem Nachdruck der Narratio prima des Georg Rheticus. Zudem enth\u00e4lt der Band die erste Ausgabe von Keplers Pro suo Opere Harmonices Mundi Apologia, einer Antwort auf den Rosenkreuzer Robert Fludd, der Keplers Theorien zur musikalischen Harmonie kritisiert hatte. Das Mysterium Cosmographicum wird durch vier gefaltete Holzschnitte und einen gro\u00dfen gefalteten Stich von Christophor Leibfried illustriert, der Keplers ber\u00fchmtes Modell des Planetensystems erkl\u00e4rt. Das Buch ist aus der Bibliothek von Christoph Jetzler via Stephan Spleiss, von dessen Hand das handschriftliche Titelblatt und die letzte Seite der einleitenden &#8220;Epistola dedicatoria&#8221; stammt. Beigebunden ist dem Band Israel Hiebners &#8220;Astronomisches Pr\u00e4ludium&#8221; (Leipzig 1653).<\/p>\n<p><strong>R* 80: Harmonices mundi (Kepler)<br \/><\/strong>Linz 1619<br \/>Darin beschreibt Johannes Kepler seine Weiterentwicklung der von der \u00a0mittelalterlichen und antiken Philosophie vertretenen Theorie der Sph\u00e4renkl\u00e4nge oder Himmelsmusik, derzufolge die Positionen der Planeten in musikalischer Beziehung stehen. Damit wurde eine rationale Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Anordnung der Himmelsk\u00f6rper m\u00f6glich. Keplers These war, dass die von Menschen unh\u00f6rbare Harmonie nicht nur durch die Positionen der Planeten, sondern auch durch das Verh\u00e4ltnis der \u00a0Entfernungen der Planeten von der Sonne und ihren Umlaufzeiten erzeugt werde. Daneben befasst sich Kepler in dem Werk mit Polygonen und Polyedern und entwickelt &#8220;nebenbei&#8221; sein drittes Gesetz der Planetenbewegung. Beigebunden ist dem Text der Cursus Ingeniarius des Gerhard Meyer (Erfurt 1621), ein Lehrbuch der Arithmetik,Geometrie und Geod\u00e4sie, ins besondere f\u00fcr den Festungsbau. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler, zus\u00e4tzlicher Besitzeintrag Stephan Spleiss. <strong><\/p>\n<p>R* 83: Oculus artificialis teledioptricus (Zahn)<br \/><\/strong>W\u00fcrzburg 1685<br \/>Erstausgabe eines zentralen Werks \u00fcber die Fr\u00fchgeschichte und Herstellung von Mikroskopen und Teleskopen; besonders wertvoll wegen seiner Abbildungen von einfachen und zusammengesetzten Mikroskopen der Zeit. Johann Zahn (1641-1707), ein Pr\u00e4monstratenser-M\u00f6nch aus Unterzell bei W\u00fcrzburg, war Naturforscher, Mathematiker und Astronom. Zahn gibt in seinem Werk einen \u00dcberblick \u00fcber die zeitgen\u00f6ssische Literatur und praktische Anleitungen f\u00fcr den Bau von Linsen, Teleskopen und anderen optischen Ger\u00e4ten. Dabei beschrieb er u.a. eine tragbare Kamera, die technisch erst 150 Jahre sp\u00e4ter umgesetzt werden w\u00fcrde. Er entwickelte die von Johann Sturm\u00a01676 entwickelte Spiegelreflexkamera mit aufrechtem Bild (Ablenkspiegel) weiter, indem er eine Teleskoplinse aus zwei Teilen (konvex und konkav) mit verschiedenen Brennweiten hintereinander setzte, sodass ein gr\u00f6sseres Abbild entstand. Zudem strich er die Belichtungskammer schwarz an, um Reflexionen auszuschliessen. Bis auf das Verschlusssystem stellt seine Erfindung damit den Prototyp einer Fotokamera dar. Im Jahre 1686 konstruierte er sodann eine transportable Camera obscura. Ein Spiegel, der im Winkel von 45 Grad zur Linse im Inneren der Kamera angebracht war, projizierte das Bild nach oben auf eine Mattscheibe, wo es bequem abgezeichnet werden konnte. Das Bild konnte durch einen rechteckigen Auszug scharf gestellt werden. Die zahlreichen Tafeln veranschaulichen nicht nur die Linsenherstellung, sondern auch die fr\u00fchesten Arten von Mikroskopen und Teleskopen.<\/p>\n<p><strong>R* 94: Opus Mathematicum (Jean Taisnier)<br \/><\/strong>K\u00f6ln 1583<br \/>Zweite Ausgabe (EA 1562) einer der umfassendsten Abhandlungen des 16. Jahrhunderts \u00fcber das Handlesen, dem die ersten sechs B\u00fccher gewidmet ist. Im Weiteren behandelt der Autor auch die Physiognomie, Astrologie und Wahrsagerei allgemein. Die Seiten 387-449 enthalten zahlreiche Horoskope zeitgen\u00f6ssischer Personen, die auf der Handlesekunst basieren, und die Seiten 450ff. physiognomische Studien, darunter zu Beginn die Heiligen Petrus und Paulus sowie Judas Iskariot mit. Der Autor (1508-1562) war ein belgischer Jurist, Mathematiker, Astrologe und Musiker. Er lehrte Mathematik in Palermo, Rom und Ferrara und war in seinen letzten Lebensjahren Musiklehrer und Kapellmeister am Erzbistum K\u00f6ln.<\/p>\n<p><strong>RA 43: Sammelband des 16. Jahrhunderts (Werke des Gemma Frisius)<br \/><\/strong>Der Band aus der Bibliothek von Christoph Jetzler beginnt mit dem popul\u00e4ren Rechenbuch <strong>Arithmeticae Practicae Methodus facilis<\/strong> des Reiner Gemma Frisius (Antwerpen 1540). Das zweite Werk ist die <strong>Cosmographia<\/strong> des Petrus Apianus (Antwerpen 1540), eine fr\u00fche Ausgabe des Hauptwerks von Petrus Apianus (1495-1552). Apianus&#8217; einflussreiche Abhandlung war einer der ersten Versuche, die Geografie auf Mathematik und Vermessung zu gr\u00fcnden. Urspr\u00fcnglich im Jahr 1524 ver\u00f6ffentlicht, erlebte sie nicht weniger als 45 Auflagen, wurde in 14 Sprachen \u00fcbersetzt und in sieben St\u00e4dten von mindestens 18 Druckereien hergestellt. Seine Popularit\u00e4t verdankt Apians Kosmographie in erster Linie seinen Karten und der Darstellung der Neuen Welt, aber auch dem Einsatz von Volvellen, also rotierbaren Papierscheiben mit Zeigern, die Zeiten, Kalender, astronomische und astrologische Fragen abdeckten. Die zahlreichen Holzschnittillustrationen bilden u.a. eine Armillarsph\u00e4re, tragbare Zeitmessger\u00e4te, astronomische Ringe und ein Astrolabium ab. Die Volvellen umfassen ein Horizontinstrument (X), das die Beziehung zwischen dem lokalen Horizont, dem Zenit, der Polarachse und dem \u00c4quator veranschaulicht; einen kreisf\u00f6rmigen Kalender ohne bewegliche Teile (XI), dessen \u00e4u\u00dfere Skala den Tierkreis zeigt, wobei jedes Zeichen in 30 Grad eingeteilt ist; eine H\u00f6hensonnenuhr (XIII), mit der die Zeit in allen Breitengraden angezeigt werden kann; ein Erdastrolabium (XXIX), das die geographische Breite und L\u00e4nge einer Region, die Bewegung der Sonne von der Erde aus gesehen und die relative Zeit in verschiedenen Teilen der Erde anzeigt; und eine Monduhr (XLV), die in Verbindung mit einer Sonnenuhr zur Bestimmung der Nachtzeit verwendet werden kann. Die Ausgabe, herausgegeben von Apians Sch\u00fcler Gemma Frisius (1508-1555), enth\u00e4lt erstmals dessen Beschreibung von Peru sowie einen Bericht \u00fcber die Entdeckung Amerikas durch Amerigo Vespucci im Jahr 1497 (XXXI). Das dritte Werk des Gemma Frisius in diesem Band ist sein seltenes <strong>Liber de Radio astronomico et geometrico <\/strong>(Antwerpen 1545), seine Beschreibung eines verbesserten Jakobsstabs, einem astronomisches Instrument zur\u00a0Winkel-\u00a0und Streckenmessung, einem Vorl\u00e4ufer des Sextanten. Zuletzt findet sich in dem Band ein handschriftliches Traktat <strong>&#8220;<\/strong><strong>arithmetica praecepta&#8221; von Johannes Jetzler f\u00fcr seine Sch\u00fcler mit der Jahreszahl 1586 (sp\u00e4ter 1585) sowie ein Einmaleins (Augsburg o.J.).<\/strong><\/p>\n<p><strong>RA 52: Astronomischer Sammelband des 17. Jahrhunderts<br \/><\/strong>Der Band aus der Bibliothek von Christoph Jetzler enth\u00e4lt zun\u00e4chst die nicht weiter bemerkenswerten &#8220;Horae mathematicae&#8221; von Anton Wagner (Innsbruck 1684), im weiteren aber &#8220;<strong>De cometis libelli tres<\/strong>&#8221; (Augsburg 1619) von Johann Kepler. Dies ist erste Sammelausgabe der drei Abhandlungen von Johannes Kepler \u00fcber Kometen aus astronomischer, physikalischer und astrologischer Sicht. Sie basieren auf den Arbeiten des Astronomen \u00fcber die grossen Kometen von 1607 (Halleyscher Komet) und 1618 basieren. In der ersten Abhandlung (astronomicus) werden die Theoreme der Kometenbewegung und -bahn dargelegt, mit einem ausklappbaren Diagramm des Halleyschen Kometen; die zweite Abhandlung (physicus) befasst sich mit der physikalischen Natur, der Entstehung und der Zusammensetzung des Kometenschweifs; die dritte Abhandlung (astrologicus), die urspr\u00fcnglich in deutscher Sprache ver\u00f6ffentlicht wurde, aber in dieser Ausgabe erweitert wurde, behandelt die astrologische Interpretation und den Einfluss der Kometentransite von 1607 und 1608 auf die Menschheitsgeschichte. Der dritte Titel in dem Buch ist das Kuriosum &#8220;Cometenbutzers Sch\u00fctzer&#8221; (Prag 1619) von Friedrich Grick aus der fiktiven &#8220;Parnassischen Druckerei&#8221;. Grick d\u00fcrfte als Gegner der Rosenkreuzer und hier im Umfeld des Ulmer Kometenstreits t\u00e4tig gewesen sein.<\/p>\n<p><strong>RA 61: Larismethique (Estienne de la Roche)<br \/><\/strong>[Lyon 1520]<br \/>Erstes gedrucktes Werk auf franz\u00f6sisch \u00fcber Algebra, sehr selten. Der Autor la Roche, geboren in Lyon, war ein Sch\u00fcler von Nicolas Chuquet und ver\u00f6ffentlichte 1520 grosse Teile von Chuquets &#8220;Le Triparty en la Science des Nombres&#8221;, der originellsten mathematische Arbeit des f\u00fcnfzehnten Jahrhunderts. In La Roches Werk wurden mehrere wichtige von Chuquet eingef\u00fchrte Neuerungen in der Arithmetik und Algebra zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht: so die Verwendung von Exponenten zur Bezeichnung von Potenzen einer Zahl, die oft Descartes zugeschrieben wird, oder die Verwendung negativer Zahlen bei der L\u00f6sung von Gleichungen sowie die Einf\u00fchrung der Begriffe Million, Milliarde und Billion. Die letzte Seite unseres Exemplars ist leider angerissen und weitgehend unlesbar. Das Buch ist nur in wenigen Exemplaren weltweit nachgewiesen, in der Schweiz nur in Basel, in Deutschland nur in M\u00fcnchen (BSB und UB; Berlin Kriegsverlust).<\/p>\n<p><strong>RA 66: Opuscula varii argumenti (Euler)<br \/><\/strong>Berlin 1746<br \/>Erstausgabe eines der selteneren Werke Eulers mit verschiedenen auch kleineren Schriften; diese Sammlung enth\u00e4lt separate Monographien \u00fcber Astronomie, Optik, Magnetismus, Elektrizit\u00e4t, Mathematik und Physik und umfasst mehrere der wichtigsten und grundlegenden Werke Eulers.<\/p>\n<p><strong>RA 72: Briefwechsel Leibniz\/Bernoulli <\/strong><strong>(Commercium philosophicum et mathematicum)<br \/><\/strong>Lausanne\/Genf 1745. 2 B\u00e4nde.<br \/>Erstausgabe des Briefwechsels zwischen Leibniz (1646-1716) und Johann Bernoulli. Bernoulli (1667-1748) und sein 12 Jahre \u00e4lterer Bruder Jakob waren massgeblich f\u00fcr die Entwicklung der Leibnizschen Infinitesimalrechnung verantwortlich, und ein grosser Teil der Korrespondenz in diesen B\u00e4nden befasst sich damit, was sie zu einer wichtigen Quelle f\u00fcr die Geschichte der Infinitesimalrechnung macht. Von besonderem Interesse sind die Briefe, die sich mit dem Priorit\u00e4tsstreit zwischen Leibniz und Newton \u00fcber die Erfindung der Infinitesimalrechnung befassen.<\/p>\n<p><strong>RA 114: Geometria (Ren\u00e9 Descartes)<br \/><\/strong>Amsterdam 1659-1661. 2 B\u00e4nde.<br \/>Zweite lateinische Ausgabe, hrsg. von seinem Sch\u00fcler Frans van Schooten, von einem der wichtigsten Texte der Mathematik. Descartes ver\u00f6ffentlichte seine Geometrie 1637 und wandte darin die Algebra auf die Geometrie an. Das Buch ist auch ein Meilenstein in der Entwicklung der modernen Analysis und z\u00e4hlt zusammen mit Newtons\u00a0Principia Mathematica (O* 12, zweite Auflage)\u00a0und Eulers\u00a0Introductio in analysin infinitorum (RA 179, Erstausgabe)\u00a0zu den wichtigsten mathematischen Abhandlungen der Neuzeit. Aufgrund dieses Werkes wird Descartes von vielen nicht nur als Vater der analytischen Geometrie, sondern als Vater der modernen Algebra und als Vater der Gleichung \u00fcberhaupt angesehen. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>RA 127: Mechanica sive De Motu (John Wallis)<br \/><\/strong>London 1670<br \/>Erstausgabe dieser klassischen Abhandlung \u00fcber Mechanik von Newtons wichtigstem englischen Vorl\u00e4ufer. Sie behandelt sowohl die Statik als auch die Dynamik. Auf diesen Untersuchungen baute Isaac Newton seine Forschungen auf &#8211; alle drei \u201eNewton&#8217;schen\u201c Bewegungsgesetze sind in den Machanica von John Wallis bereits angelegt. John Wallis ist vor allem f\u00fcr seine epochemachende Arithmetica infinitorum (1656) bekannt, mit der er neue infinitesimale Methoden in die Geometrie einf\u00fchrte; diese Methoden werden im zweiten und l\u00e4ngsten Teil der Mechanica, der den Schwerpunkten gewidmet ist, verwendet und erweitert.<\/p>\n<p><strong>RA 142: Methodus inveniendi lineas curvas (Euler)<br \/><\/strong>Lausanne und Genf 1744<br \/>Erstausgabe des Werks, mit dem Euler die Variationsrechnung begr\u00fcndet.<\/p>\n<p><strong>RA 145: Chilias Logarithmorum (Kepler)<br \/><\/strong>Marburg 1639<br \/>Fr\u00fche Ausgabe von Keplers Logarithmentafel, die 1524 erstmals erschien und der Vorl\u00e4ufer seiner ber\u00fchmten Tabulae Rudolphinae war.<\/p>\n<p><strong>RA 151: Mirifici Logarithmorum descriptio (John Napier)<br \/><\/strong>Edinburgh 1619<br \/>Fr\u00fche Ausgabe der Beschreibung der Logarithmen des schottischen Mathematikers John Napier. Napiers Logarithmen reduzierten Multiplikation und Division auf einen einfachen Prozess der Addition und Subtraktion und die Extraktion von Wurzeln auf die Division. Die Idee, Logarithmen in der Mathematik zu verwenden, wurde fast sofort akzeptiert, und der Rechenschieber, einer der wichtigsten Abk\u00f6mmlinge der Logarithmen, hielt sich mehr als 300 Jahre lang, bis er schlie\u00dflich durch die Festk\u00f6rperelektronik ersetzt wurde. Der Band enth\u00e4lt im Weiteren die Lobschrift des Kieler Professors Caeso Gramm auf seine Heimatstadt (Chilonium novus Holsatiae Parnassus, Schleswig 1665) und einen Katalog seiner orientalischen Handschriften des Berliner Orientalisten Christian Raue (Spolium Orientis, Kiel 1669) und zuletzt die &#8220;Beschreibung des Wunder Zaichens&#8221; (Berlin 1630), einer Beschreibung von Nordlichtern und einem Tagesdurchgang der Venus des Astronomen Wilhelm Schickard aus T\u00fcbingen &#8211; die in den entsprechenden Kreisen als erste Beschreibung eines UFOs gilt.<\/p>\n<p><strong>RA 155:\u00a0 Cylindricorum et annularium libri IV (Andr\u00e9 Taquet)<\/strong><br \/>Antwerpen 1651<br \/>Seltene Erstausgabe des Hauptwerk des jesuitischen Mathematikers Andr\u00e9 Tacquet (1612-60) aus Antwerpen. Mit diesem Buch geh\u00f6rt er zu den Pionieren der Differentialrechnung und beeinflusste zum Beispiel\u00a0Blaise Pascal entscheidend. Es behandelt Kurven als von bewegten Punkten erzeugt und beinhaltet eine fr\u00fche Form des Hauptsatzes der Infinitesimalrechnung. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler, Besitzvermerk Alexander Keller 1750 auf dem Titelblatt und Johann Heinrich Keller 1707 auf der Innenseite des Deckels. Das zweite Werk in dem Band ist <strong>Tractatus de Magnete von William Gilbert<\/strong> (Stettin 1628). Das Vorwort und die ersten Seiten des ersten Kapitels sind dabei handschriftlich, die gedruckten Seiten fehlen. Dies ist die zweite erweiterte und \u00fcberarbeitete Ausgabe, die als erste Kupferstich-Illustrationen enth\u00e4lt. Der englische Arzt William Gilbert (1544-1603) untersuchte darin als erster wissenschaftlich die Ph\u00e4nomene der Elektrizit\u00e4t und des Magnetismus, die bis dahin die Dom\u00e4ne von Magiern und Mystikern waren. Kepler und Galilei waren sehr interessiert an seinen Theorien und \u00dcberlegungen, auch wenn sich gewisse seiner Ideen, z.B. den Magnetismus z.B. f\u00fcr die Gezeiten verantwortlich zu machen, schnell als unhaltbar erwiesen.<\/p>\n<p><strong>RA 163: Ars coniectandi (Bernoulli)<br \/><\/strong>Basel 1713<br \/>Die Erstausgabe von Jakob Bernoullis ber\u00fchmtestem, posthum erschienenen Werk &#8211;\u00a0 der Titel bedeutet w\u00f6rtlich &#8220;die Kunst des Werfens (von W\u00fcrfeln) &#8211; war die Grundlage der Wahrscheinlichkeitstheorie. Bernoulli legte die grundlegenden Prinzipien der Wahrscheinlichkeitsrechnung dar und schlug vor, die Theorie \u00fcber die auch auf gesellschaftliche, moralische und wirtschaftliche Angelegenheiten angewendet werden k\u00f6nnte. Das Werk ist in vier Teile gegliedert: Der erste ist ein Kommentar zu Huygens&#8217; \u201eDe ratiociniis in ludo aleae\u201c (1657), der zweite eine Abhandlung \u00fcber Permutationen (ein von Bernoulli erfundener Begriff) und der dritte eine Anwendung der Theorie der Kombinationen auf verschiedene Gl\u00fccksspiele. Der vierte und wichtigste Teil enth\u00e4lt Bernoullis philosophische \u00dcberlegungen zur Wahrscheinlichkeit: Wahrscheinlichkeit als messbarer Grad der Gewissheit, Notwendigkeit und Zufall, moralische versus mathematische Erwartung, a priori und a posteriori Wahrscheinlichkeit usw.<\/p>\n<p><strong>RA 176: Institutionum calculi integralis (Euler)<br \/><\/strong>Petersburg 1768 (3 B\u00e4nde)<br \/>Seltene Erstausgabe von Eulers Grundlagenwerk \u00fcber die Analysis. Darin etabliert Euler die Analysis als eigenst\u00e4ndigen Zweig der Mathematik, unabh\u00e4ngig von Geometrie und Arithmetik. Eulers Beitr\u00e4ge zu den Differentialgleichungen in dem Text gelten als herausragende Meilensteine. <strong>RA 177<\/strong> sind Eulers fr\u00fchere Beitr\u00e4ge zur Differentialrechnung (Institutiones calculi differentialis, Petersburg 1755).<\/p>\n<p><strong>RA 179: Introductio in analysin infinitorum (Leonhard Euler)<br \/><\/strong>Lausanne 1748<br \/>In zwei B\u00e4nden. Erstausgabe. Das Werk enth\u00e4lt eine Darstellung der Algebra, der Trigonometrie und der analytischen Geometrie, sowohl in der Ebene als auch im Raum, eine Definition der Logarithmen als Exponenten und wichtige Beitr\u00e4ge zur Theorie der Gleichungen. Euler entwickelte darin die moderne exponentielle Behandlung von Logarithmen, und f\u00fchrt erstmals die Definition der mathematischen Funktion ein, eines der grundlegenden Konzepte der modernen Mathematik.<\/p>\n<p><strong>RA 192: Entwurf einer allgemeinen Leihe-Bank (Fuss)<br \/><\/strong>Petersburg 1776<br \/>Erste und einzige Auflage. Das Buch beschreibt ein Projekt f\u00fcr eine Kreditanstalt, das auf den von Leonhard Euler entwickelten Wahrscheinlichkeitsgrunds\u00e4tzen beruht. Das Werk erschien gleichzeitig in franz\u00f6sischer Sprache als \u201eEclaircissemens sur les etablissements publics en faveur tant des veuves que des morts <strong>(RA 191).<\/strong> Der Basler Nikolaus Fuss war ein Schweizer Mathematiker, der auf Empfehlung von Daniel Bernoulli nach Russland ging, wo er Eulers Assistent und im Jahr 1800 Sekret\u00e4r der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften wurde.<\/p>\n<p><strong>RB 3: Hydrodynamica (Bernoulli)<br \/><\/strong>Strassburg 1738<br \/>Wichtigste Abhandlung des Schweizer Mediziners und Physikers Daniel Bernoulli (1700-1782) zur Hydromechanik, in der er seine Theorie zum Fliessverhalten von Fl\u00fcssigkeiten aufstellt. Darin unterscheidet er als erster zwischen dem hydrostatischen und dem hydrodynamischen Druck und formuliert den &#8220;Bernoullischen Energiesatz&#8221; f\u00fcr station\u00e4re Str\u00f6mungen, der noch heute allgemeine Grundlage f\u00fcr Hydrodynamik und Aerodynamik und damit auch f\u00fcr die Technologie der Luftfahrt ist. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>RB 12: Mechanica (Euler)<\/strong><br \/>Petersburg 1736<br \/>Leonhard Eulers fr\u00fches Hauptwerk zur Mechanik in zwei B\u00e4nden. Darin wandte Euler die Mathematik auf Fragen der Physik ganz neuartig an und begr\u00fcndete damit die analytische Methode. Insbesondere finden sich bei Euler hier\u00a0 erstmals\u00a0Differentialgleichungen\u00a0zu Grundgesetzen der Mechanik starrer und elastischer K\u00f6rper und zur Fluidmechanik. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler, wie auch <strong>RB 12b<\/strong>: Eulers Theoria motus corporum solidorum (Rostock 1765), eine sp\u00e4tere Erg\u00e4nzung seiner mechanischen Theorien.<\/p>\n<p><strong>RB 24: Geschichte der Aerostatik (Kramp)<br \/><\/strong>Strassburg 1784<br \/>Erstausgabe einer fr\u00fchen Geschichte der Ballonfahrt. Der Mathematikprofessor Christian Kramp behandelt darin das Thema historisch, physikalisch und mathematisch. Enth\u00e4lt Abbildungen der Montgolfi\u00e8re.<\/p>\n<p><strong>RB 26: Description des exp\u00e9riences de la machine a\u00e9rostatique de Mm. De Montgolfier (Saint-Fond)<br \/><\/strong>Paris 1783<br \/>Dies ist der erste Bericht \u00fcber die ersten \u00f6ffentlichen Experimente mit Heissluftballons und die erste ernsthafte Diskussion \u00fcber Ballonfahrten als praktische M\u00f6glichkeit. Die Experimente wurden von den Gebr\u00fcdern Montgolfier durchgef\u00fchrt, die von den Experimenten von Cavendish und Priestly mit \u201ebrennbarer Luft\u201c fasziniert waren. Der bedeutende Wissenschaftler Faujas de Saint-Fond (1741-1823) war F\u00f6rderer, Finanzier und Chronist der Montgolfiers und ver\u00f6ffentlichte diesen Bericht unmittelbar, nachdem die Montgolfiers im Juni, September und November 1783 Ballonfl\u00fcge gestartet hatten. Der letzte Flug &#8211; die erste bemannte Flug in der Geschichte &#8211; f\u00fchrte \u00fcber f\u00fcnfeinhalb Meilen \u00fcber Paris und dauerte 25 Minuten. Enthalten sind in dem Band ausserdem eine Er\u00f6rterung des brennbaren Gases, das zum Aufsteigen der Ballons verwendet wurde, eine Zusammenfassung der Geschichte der Ballonfahrten und beschreibt eine elektrostatische Maschine, die mit Hilfe von Taftbahnen statische Elektrizit\u00e4t \u00fcber Reibung erzeugt. Die Tafeln zeigen Berechnungen, Maschinerie und die Montgolfi\u00e8re am Boden und in der Luft. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler. <strong>RB 27<\/strong> (N\u00fcrnberg 1784) ist eine seltene (Schweiz nur ZB) deutschsprachige Teil\u00fcbersetzung der &#8220;description&#8221; aus der Bibliotheca amicorum, mit gr\u00f6sseren Illustrationen. Autor: Christoph Gottlieb von Murr.<\/p>\n<p><strong>RB 32: Sammelband um 1600 zu Sonnenuhren und Vermessung<br \/><\/strong>Er enth\u00e4lt mit jeweils gleich aufgebauten Titelbl\u00e4ttern:<br \/>Instrumentum instrumentorum (Z\u00fcrich 1604), eine Abhandlung \u00fcber Sonnenuhren von Burkhard Leemann (1531-1613), reformierter Geistlicher und Antistes von Z\u00fcrich, 1554-1557 kurzzeitig Schulmeister in Schaffhausen. Sonnen Uhr (Strassburg 1582) von Georg Vogtherr aus Dillingen, dem Reformator von Feuchtwangen (Erstausgabe 1539). Fabrica et usus instrumenti&#8230; (Basel 1607) des Z\u00fcrchers Leonhard Zubler, ein Traktat \u00fcber Vermessung und desselben Autors Novum instrumentum geometricum (Basel 1607)<\/p>\n<p><strong>RB 33: Vollst\u00e4ndige Nachricht von den Uhren (Leutmann)<\/strong><br \/>Magdeburg 1732<br \/>Ausf\u00fchrliche illustrierte Abhandlung \u00fcber Uhren mit gr\u00fcndlicher Kenntnis des Themas. Johann Georg Leutmann (1667-1736) studierte Theologie und Mathematik in Wittenberg und wurde 1725 Professor f\u00fcr Mechanik und Optik an der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. Erstmals erschienen 1722, sind alle Ausgaben selten und gesucht. <strong>RB 31 <\/strong>(Lemgo 1738) ist ein weiteres Uhrmacherei-Buch aus der Zeit: Abhandlung von den Uhren des franz\u00f6sischen M\u00f6nchs Jacques Alexandre (1653-1734).<\/p>\n<p><strong>RB 36: Scientia navalis (Euler)<br \/><\/strong>Petersburg 1749<br \/>In diesem zweib\u00e4ndigen Werk stellt Leonhard Euler seine Grunds\u00e4tze der Hydrostatik auf und schafft damit die wissenschaftliche Grundlage f\u00fcr die Theorie der Schiffsbaukunst. Diese B\u00e4nde geh\u00f6ren zu den grossen Abhandlungen \u00fcber rationale Mechanik, mit denen Euler das Gebiet, wie wir es heute kennen, begr\u00fcndet hat. Der erste Band behandelt die allgemeine Theorie der Lage und Bewegung von K\u00f6rpern, die im Wasser schwimmen. In Band 2 beschreibt Euler Regeln und Vorschriften f\u00fcr den Bau und die Steuerung von Schiffen, u.a. Ruder die Kraft, die der Wind auf Segel aus\u00fcbt, die Bemastung von Segelschiffen usw.<\/p>\n<p><strong>RB 47: Neue Grunds\u00e4tze der Artillerie (Leonhard Euler)<br \/><\/strong>Berlin 1745<br \/>Erste deutsche Ausgabe des bahnbrechenden ballistischen Werkes von Benjamin Robbins (&#8220;New principles of gunnery&#8221;, London 1742). Der \u00dcbersetzer ist der ber\u00fchmte Mathematiker Leonhard Euler; seine umfangreichen Anmerkungen und Erg\u00e4nzungen lassen die \u00dcbersetzung zu einem nahezu eigenst\u00e4ndigen Werk werden und tragen wesentlich zu seinem Erfolg bei.<\/p>\n<p><strong>RB 56: Architectonica Militaris Defensiva (Theodor Baegk oder Beck)<br \/><\/strong>Luzern 1635<br \/>Seltenes Buch \u00fcber Festungsbauwerk des \u00dcberlinger Jesuiten Theodor Baegk (1598-1676). Dieser \u00fcbersah 1634 auch die Befestigung der Stadt Bremgarten, bevor er 1636 zog er nach Rom zog und in der Nachfolge von Athanasius Kircher als Beichtvater und Berater des Malteser-Ritters Friedrich von Hessen-Darmstadt (1616-1682) u.a. nach Malta, Tunesien und Spanien reiste. Das Buch entstand in Baegks Zeit in Luzern, als er dort Mathematik, und Geographie lehrte und seinen Sch\u00fcler Erasmus Franz von Hertenstein (1618-54) mit der Aufgabe betraute, ein Buch \u00fcber den Festungsbau zu verfassen. Gedruckt wurde es 1635 bei Johann H\u00e4derlin, der erst in diesem Jahr eine st\u00e4ndige Druckerei eingerichtet hatte. Das Werk ist einer der ersten Luzerner Drucke; aus der Bibliothek von Christoph Jetzler. Beigebunden ist diesem Werk eine Ausgabe von <strong>Galileis Tractatus de proportionum instrumento<\/strong> (Strassburg 1635). Es handelt sich um die zweite Ausgabe der lateinischen \u00dcbersetzung von Galileis erster Publikation, die seinen genialen Rechenapparat beschreibt. Die Abhandlung \u00fcber den galileischen Kompass erschien 1606 erstmals in italienischer Sprache. Matthias Bernegger, Mathematikprofessor in Strassburg und Freund Keplers, \u00fcbersetzte Text ins Lateinische und f\u00fcgte einen Abschnitt hinzu, der die Konstruktion und den Gebrauch des Kompasses mit einer grossen gestochenen Tafel erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p><strong>RB 59: Art de la guerre (Puysegur)<br \/><\/strong>Paris 1749<br \/>Erstausgabe eines Klassikers der Kriegsf\u00fchrung des Generalfeldmarschalls von Ludwig XIV, Jacques Fran\u00e7ois de Chastenet de Puys\u00e9gur, posthum ver\u00f6ffentlicht von seinem Sohn. Das Werk bietet das gesamte milit\u00e4rische Wissen und Know-how des hochdekorierten Feldherrn in zwei B\u00e4nden und enth\u00e4lt Abbildungen von Kriegslagern, Schlachtordnungen, Marschformationen, Pl\u00e4nen usw. auf 51 gefalteten gestochenen Tafeln. Darunter ist auch die Abbildung von neun platzsparend zusammengepferchten Soldaten in einem einzigen Zelt (planche X, p. 216, tome I).<\/p>\n<p><strong>RB 65: M\u00e9moires d&#8217;artillerie (Surirey de Saint-R\u00e9my)<\/strong><br \/>Amsterdam 1702<br \/>Seltene zweite Auflage dieses bedeutenden enzyklop\u00e4dischen Werkes in zwei B\u00e4nden \u00fcber alle Zweige des milit\u00e4rischen Handwerks und der Konstruktion der Artillerie. Aufgrund seines Charakters als Synthese des Kenntnisstandes um 1700 wurde das Werk sehr einflussreich und erlebte innerhalb der ersten 50 Jahre drei Auflagen. Die zahlreichen Illustrationen zeigen alle denkbaren Teile der Milit\u00e4rwissenschaft, einschlie\u00dflich Kanonen, Schie\u00dfpulver, Minen usw. Der Autor, Pierre Surirey de Saint-R\u00e9my (1644-1716) war franz\u00f6sischer Feldmarschall.<\/p>\n<p><strong>RC 18: Elementa astronomica (Alfraganus)<br \/><\/strong>Amsterdam 1669<br \/>Das Hauptwerk des arabischen Astronomen Ahmad Al-Farghani aus dem 8.\/9. Jh. in einer \u00dcbersetzung des holl\u00e4ndischen Gelehrten Jacobus Golius (Jacob van Gool). Al-Farghani war einer der ersten, der die Kugelform der Erde bewies und den Erddurchmesser und -umfang nachwies.<\/p>\n<p><strong>RC 20: <\/strong><strong>Cosmographia Petri Apiani <\/strong>per gemmam Frisium apud Lovanienses medicum &amp; mathematicum insignem, iam demum ab omnibus vindicata mendis, ac nonnullis quoque locis aucta, figurisque novis illustrata additis eiusdem argumenti libellis ipsius gemmae Frisii. Erstausgabe 1551, unsere Ausgabe K\u00f6ln 157x, offenbar selten.<\/p>\n<p><strong>RC 42: Astronomia Instaurata (Kopernikus)<br \/><\/strong>Amsterdam 1617<br \/>Es handelt sich hier um die dritte Ausgabe von Kopernikus&#8217; &#8220;De revolutionibus&#8221;, die als akkurateste fr\u00fche Ausgabe es epochalen Werks gilt und die erste mit Anmerkungen ist. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler. Eingebunden in eine mittelalterliche Notenhandschrift.<\/p>\n<p><strong>RC 53: Theoria motus lunae und Theoria motuum planetarum (Euler)<br \/><\/strong>Petersburg 1753 bzw. Berlin 1749<br \/>Zwei Werke Leonhard Eulers in Erstausgabe. Euler, der ber\u00fchmte Schweizer Mathematiker, Physiker, Astronom und Philosoph, war Professor in Berlin am Hof Friedrichs des Grossen. Im Jahr 1766 folgte er dem er Ruf der russischen Zarin Katharina II. nach Petersburg, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1783 lebte und lehrte. In diesen Werken pr\u00e4sentiert Euler L\u00f6sungen f\u00fcr wichtige Probleme der theoretischen Astronomie bez\u00fcglich der Struktur, Bewegung und Wirkung von Mond, Kometen und Planeten unter Einbezug der Sonne. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler. Zweitexemplar von Theoria lunae (Petersburg 1772): RC 52; inkl. eines handschriftlichen &#8220;Benutzungshinweises&#8221; f\u00fcr die Tabellen.<\/p>\n<p><strong>RC 56: Opere (Galilei)<br \/><\/strong>Bologna 1656<br \/>Erste Gesamtausgabe von Galileo Galileis Werken in zwei B\u00e4nden, die nur ein Jahr nach seinem Tod erschien und f\u00fcr seine Rezeption im 17. Jahrhundert von grossem Interesse ist: Dies war die Ausgabe, in der Newton und sp\u00e4tere bedeutende Wissenschaftler ihren Galilei lasen. Sie enth\u00e4lt nicht nur die meisten seiner bahnbrechenden Werke, sondern auch zus\u00e4tzliche Ver\u00f6ffentlichungen und Briefe von Anh\u00e4ngern und Gegnern. So bietet sich ein wahres Panorama der wissenschaftlichen Aktivit\u00e4ten in Italien in der ersten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts. Die Opera enthalten zahlreiche unver\u00f6ffentlichte oder wenig bekannte Dokumente, die den Herausgebern von Vincenzo Viviani, dem Freund und Sch\u00fcler Galileis, zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Darunter befinden sich einige unver\u00f6ffentlichte Briefe und Experimente Galileis sowie La Bilancetta, seine erste wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 1586.<\/p>\n<p><strong>RC 57: Systema cosmicum (Galilei)<br \/><\/strong>Leiden 1699<br \/>Galileo Galileis Vergleich der kopernikanischen und ptolem\u00e4ischen Weltsysteme wurde erstmals 1632 in Florenz in italienischer Sprache als &#8220;Dialogi&#8221; ver\u00f6ffentlicht, nachdem Galilei von Papst Urban VIII. eine Erlaubnis erhalten hatte, ein Buch \u00fcber die kopernikanische Kontroverse zu ver\u00f6ffentlichen. Papst Urban hatte festgelegt, dass Galilei das Argument als mathematische Hypothese darstellen und der ptolem\u00e4ischen und der kopernikanischen Theorie das gleiche Gewicht beimessen sollte. Galilei formulierte sein Argument in Form eines Dialogs (genauer gesagt, eines Triologs) zwischen drei fiktiven Personen: Salviati, einem Bef\u00fcrworter der kopernikanischen Theorie; Sagredo, seinem Freund, der keine feste Meinung hat, aber sehr wissbegierig ist; und Simplicio, einem Traditionalisten, der die ptolem\u00e4isch-aristotelische Sichtweise verteidigt. In der fiktiven Debatte besiegt Salviati den sprechend benannten Simplicio mit Leichtigkeit; Galileis Dialog war letztlich ein nur d\u00fcnn verschleiertes Manifest f\u00fcr den Kopernikanismus, und Papst Urban sah in Simplicio ein satirisches Portr\u00e4t seiner selbst. Galilei wurde innert Jahresfrist vor die Inquisition gerufen, der Ketzerei \u00fcberf\u00fchrt und unter Hausarrest gestellt. Gleichzeitig beauftragte Galileis Freund Elia Diodati den Strassburger Universit\u00e4tsprofessor Matthias Bernegger mit der \u00dcbersetzung von Galileis Text ins Lateinische und fand in der renommierten niederl\u00e4ndischen Firma Elzevier einen Verleger. Das Buch erschien 1635 in einer Auflage von 600 Exemplaren in Strassburg und trug den neuen Titel Systema Cosmicum. Ein auff\u00e4lliger Unterschied war das neu gestochene Frontispiz der Elzevier-Ausgabe. Wie in der italienischen Ausgabe zeigte der Stich Aristoteles, Ptolem\u00e4us und Kopernikus im Gespr\u00e4ch. Auf der italienischen Illustration waren alle drei \u00e4lter und gleicherma\u00dfen in die Debatte vertieft. Auf dem Titelblatt der sp\u00e4teren lateinischen Ausgabe zeigt Aristoteles best\u00e4tigend auf Kopernikus, w\u00e4hrend die dritte Person, Ptolem\u00e4us, etwas im Hintergrund steht und nicht angeschrieben ist. Unsere Ausgabe aus der Bibliothek von Christoph Jetzler ist eine der zahlreichen sp\u00e4teren Auflagen. Sie enth\u00e4lt als zweites Werk Galileis &#8220;Discursus et demonstrationes mathematicae&#8221; (ebenfalls Leiden 1699). Dies ist die erste lateinische Ausgabe seiner ber\u00fchmten, 1638 erstmals in Leyden auf italienisch erschienenen \u201eDiscorsi\u201c, die als sein Hauptwerk gelten. Die beiden\u00a0neuen Wissenschaften<em>,<\/em>\u00a0die Galilei darin begr\u00fcndet, sind modern gesprochen die Statik\u00a0und die\u00a0Kinematik. In dem Buch findet sich auch Galileis ber\u00fchmtes Paradoxon \u00fcber das Unendliche zur Definition unendlicher Mengen.<\/p>\n<p><strong>RC 58: Galilei<\/strong>: Sidereus Nuncius<br \/>(Venedig 1610 &#8211; Erstausgabe). Dazu die Londoner Ausgabe von 1653 (RC 60).<br \/>Darin beschreibt Galilei die unebene Oberfl\u00e4che des Mondes, sowie dem Auge unsichtbare Sterne und Jupitermonde. Kupferstiche! Darin weitere astronomische Schriften: Keplers Dissertatio Prag 1610 mit Widmung Keplers an M\u00e4stlin; Schrift \u00fcber das Fernrohr (Ffm 1618) und eine &#8220;Widerlegung&#8221; Galileis (Modena 1610) des b\u00f6hmischen Physikers Martin Horky, ein Geschenk an M\u00e4stlin. Im selben Sammelband finden sich des weiteren das Maestlin vom Autor Martin Horky von Lochowitz im Erscheinungsjahr pers\u00f6nlich gewidmete Exemplar der <em>Brevissima peregrinatio contra nuncium sidereum <\/em>(Modena 1610), Publikationen von Johann Fabricius Phrysius, des Jesuiten Christoph Scheiner und eines holl\u00e4ndischen Anonymus \u00fcber die Sonnenflecken sowie eine der seltenen der Architektur gewidmeten fr\u00fchneuzeitlichen Dissertationen (Matthias Bernegger, Pr\u00e4ses, und Jean Gringallet, Genf, Respon-dent, <em>Disputatio architectonico-geometrica de fortalitiis<\/em>, Strassburg 1616).<\/p>\n<p>RC 88: M\u00e4stlins Astronomielehrbuch, T\u00fcbingen 1610. RC81: Keplers Epitome astronomiae (Linz 1618, Erstausgabe); R*80: Harmonices libri V (Linz 1619). RC 110: Bericht von den\u2026 Cometsternen (Stephan Spleiss, Schaffhausen 1664 (Zweitauflage: Ffm 1665, RC 402). Spleiss sieht Kometen nicht als Unheilbringer, aber als Aufforderung Gottes, sich moralisch zu bessern.<\/p>\n<p><strong>RC 60: Astronomischer Sammelband des 17. Jahrhunderts<br \/><\/strong>In diesem Band aus der Bibliothek von Christoph Jetzler finden sich die folgenden vier Werke:<br \/>Institutio Astronomica des Pierre Gassendi (London 1653), eine \u00dcbersicht der Weltbilder des Ptolem\u00e4us, Kopernikus und Tycho Brahes, erstmals 1647 erschienen.<br \/>Galileis Sidereus Nuncius in der Ausgabe von 1653.<br \/>Keplers Dioptrice (London 1653), eine der bedeutendsten Arbeiten Keplers und die Grundlage f\u00fcr die Wissenschaft der Optik, 1611 erstmals erschienen als Reaktion auf Galileis Sidereus Nuncius.<br \/>Keplers Dissertatio cum Sidereo Nuncio (Frankfurt 1611) mit Besitzvermerk Stephan Spleiss. Dies ist das wertvollste Werk dieses Sammelbands: die dritte Ausgabe und ein Raubdruck (Zacharias Palthenius) von Keplers Auseinandersetzung mit Galileis &#8220;Sternenboten&#8221;, nach den Ausgaben von 1610 in Prag und Florenz. Das Werk ist ein offener Brief an Galilei, in dem er enthusiastisch auf die im M\u00e4rz 1610 im Sidereus Nuncius ver\u00f6ffentlichten teleskopischen Beobachtungen Galileis antwortet. Kepler wollte damit das Wissen um Galileis Entdeckung und ihre Bedeutung einem m\u00f6glichst breiten Publikum zug\u00e4nglich machen. Er war auch mehr als nur ein wenig erleichtert, dass Galileis Schlussfolgerungen seine eigenen Theorien nicht in Frage stellten.<\/p>\n<p><strong>RC 74: Opera posthuma (Jeremiah Horrocks)<br \/><\/strong>London 1673<br \/>Der englische Astronom Jeremiah Horrocks (1618-1641) war der erste, der nachweisen konnte, dass sich der Mond auf einer elliptischen Umlaufbahn um die Erde bewegt und der einzige, der den Venustransit von 1639 vorhersagte und beobachtete. Wegen seines fr\u00fchen Todes mit nur 22 Jahren w\u00e4ren seine wissenschaftlichen Erkenntnisse beinahe in Vergessenheit geraten. Seine gesammelten Werke von 1673 sind selten und enthalten auch eine Auswahl seiner Briefe durch seinen Forscherkollegen William Crabtree (London 1672) und Berechnungen von John Flamsteed. Unser Exemplar aus der Bibliothek von Christoph Jetzler tr\u00e4gt die zus\u00e4tzlichen Besitznachweise von Tobias Holl\u00e4nder (auf dem Titelblatt) und Caspar Deggeller.<\/p>\n<p><strong>RC 82: Somnium (Johannes Kepler)<\/strong><br \/>Frankfurt 1634<br \/>Erstausgabe. Keplers \u201eTraum\u201c einer Reise zum Mond ist aus zwei Gr\u00fcnden ein interessantes Traktat. Erstens ist es aufgrund seiner phantasievollen Rahmenhandlung ein bahnbrechendes St\u00fcck Science-Fiction. Zweitens ist seine scharfsinnige Beschreibung der Himmelsbewegungen, vom Mond aus gesehen, eine geniale Polemik zugunsten des kopernikanischen Systems. Charakteristisches Merkmal von Keplers Traum ist die kunstvolle Verschr\u00e4nkung von autobiografischen und wissenschaftlichen Fakten, fiktiven und fantastischen Elementen. So sind die Rahmenbedingungen des lunaren Lebens sachlich korrekt geschildert: Die Tag- und Nachtdauern, die daraus resultierenden starken Klimaschwankungen, die Unterschiede zwischen erdabgewandten \u201ePrivolvanern\u201c und erdzugewandten \u201eSubvolvanern\u201c geben Keplers astronomischen Kenntnisstand (und damit in aller Regel auch den aktuellen Stand der Wissenschaft) korrekt wieder. Die Schilderung der Reise zum Mond und die Beschreibung der Mondbewohner und ihrer Lebensweise zeigen den Wissenschaftler Kepler hingegen gewissermassen als fr\u00fchen Fantasy-Autor. In dieser geschickten Vermischung fantastischer und realer Elemente erweist sich der raffiniert gebaute Text als Gattungsvorl\u00e4ufer moderner Science-Fiction-Literatur. Kepler schrieb Somnium im Jahr 1609 auf der Grundlage seiner 1593 an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen abgelehnten Dissertation und liess den Text als Manuskript zirkulieren, \u00e4nderte und erg\u00e4nzte ihn (u.a. mit wissenschaftlichen Fussnoten) , aber das Werk wurde erst vier Jahre nach seinem Tod 1630 durch seinen Sohn Ludwig ver\u00f6ffentlicht. Das Werk blieb drei Jahrhunderte lang wenig bekannt und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg breiter rezipiert und \u00fcbersetzt. Vollst\u00e4ndige Exemplare sind gesucht und auch in Bibliotheken sehr selten, in der Schweiz ausser uns nur ZB Z\u00fcrich. Unser Exemplar hat das Ex Libris von Petrus Daniel Huetius (Paris 1692), dem franz\u00f6sischen Gelehrten und Bischof von Soissons und Avranches Pierre Daniel Huet (1630-1721) aus Caen. Auf dem Titelblatt ist ein kleines Blatt aufgeklebt, offenbar jesuitischer Provenienz, das die Herausgabe des Buchs aus der Bibliothek untersagt: &#8220;Ne extra hanc Bibliotecam efferatur. Ex obedientia&#8221;.<\/p>\n<p><strong>RC 83: Ad Vitellionem Paralipomena (Johannes Kepler) und De Stella Nova<br \/><\/strong>Frankfurt 1604 bzw. Prag 1606<br \/>Die &#8220;Nachtr\u00e4ge zu Witelo mit Anschluss der Astronomischen Optik&#8221; sind Keplers Meisterwerk von 1604 zur Optik. Nach antiken Werken (Euklid u.a.), arabischen Gelehrten (Al-Kindi,\u00a0Ibn Al-Haytham) und der mittelalterlichen Tradition (mit Witelo, lat. Vitelo) entwickelt Keplers Werk die Wissenschaft der Optik entscheidend weiter; dabei ist der Bereich zwischen Philosophie, Augenheilkunde, atmosph\u00e4rischer Optik und Astronomie weit gefasst. Das Buch kritisiert fr\u00fchere Autoren, liefert neue Beobachtungen und Messungen und begr\u00fcndet Konzepte wie Prisma, Linse und Meniskus. Der physikalisch-optische Teil der Arbeit untersucht Lichtfiguren und das Brechungsmass. Daneben schreibt Kepler auch \u00fcber die Anatomie des Auges. Erstmalig erkl\u00e4rt er Kurzsichtigkeit mit der Fokussierung der Lichtstrahlen. Er betont dabei die Wichtigkeit der Netzhaut f\u00fcr das Sehen, untersucht die Linse und die optischen Eigenschaften des Auges, beschreibt erstmalig den Strahlengang im Auge v\u00f6llig korrekt und zieht daraus den Schluss, dass das Bild auf der Netzhaut stets umgekehrt erscheint. Der Band enth\u00e4lt sodann einen zweiten Kepler-Druck: De Stella Nova (Prag 1606), ebenfalls eine seltene Erstausgabe. Sie enth\u00e4lt Keplers detaillierte Beschreibung der Supernova vom Oktober 1604, in der er Farbe, Helligkeit, Entfernung zur Erde und andere Ph\u00e4nomene des \u201eneuen Sterns\u201c beobachtet. Die Supernova erschien pl\u00f6tzlich in der N\u00e4he von Jupiter, Saturn und Mars, im Sternbild Serpentarius und \u00fcbertraf in seiner Helligkeit diese Planeten sowie Sterne der ersten Gr\u00f6\u00dfenklasse; er blieb 17 Monate lang sichtbar. In den ersten Kapiteln werden das Erscheinen der Nova, ihre astrologische Bedeutung und ihr m\u00f6glicher Ursprung beschrieben. Es wird die zentrale Position der Sonne im Universum er\u00f6rtert und auch die Gr\u00f6\u00dfe des Universums berechnet. Im letzten Teil dieses Werks spekuliert Kepler \u00fcber das wahre Geburtsdatum Jesu, eine Untersuchung, die ihn zunehmend interessierte und die 1615 zur Ver\u00f6ffentlichung von chronologischen Aufs\u00e4tzen dazu f\u00fchrte. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler (Ex Libris), Besitzvermerk Stephan Spleiss. Randnotizen. Schweiz: ETH, Genf, ZHB Luzern.<\/p>\n<p><strong>RC 94: Bericht von den Mondskratern (Tobias Mayer)<\/strong><br \/>N\u00fcrnberg 1750<br \/>Der N\u00fcrnberger Astronom Tobias Mayer verwendete als erster ein Mikrometer im Teleskop, um den Mond zu vermessen. Er begann 1748 mit seinen Mondstudien und fertigte mindestens 40 detaillierte Zeichnungen von verschiedenen Regionen an, aus denen er eine Mondkarte und einen Mondglobus konstruieren wollte. Im Jahr 1750 gab die Kosmographische Gesellschaft von N\u00fcrnberg einen Prospekt f\u00fcr den Globus heraus. Er enthielt zwei Tafeln nach Mayers Zeichnungen, um die Qualit\u00e4t der Beobachtungen zu demonstrieren. Der Mondglobus wurde jedoch nie produziert, da der Verleger Konkurs ging und Mayer das Interesse verlor. Die beiden Karten der Mondoberfl\u00e4che wurden in der vorliegenden Brosch\u00fcre ver\u00f6ffentlicht. Sie sind bemerkenswert, weil sie im Tiefdruckverfahren des Mezzotinto (Schabkunst) ausgef\u00fchrt wurden. Die eine davon ist spiegelverkehrt, was in der Bildlegende erw\u00e4hnt ist (&#8220;man muss es daher vor einen Spiegel halten, wenn es in seiner nat\u00fcrlichen Stellung erscheinen solle&#8221;).<\/p>\n<p><strong>RC 104: <\/strong><strong>Astronomische Beytr\u00e4ge zu den neusten selenetopographischen Entdeckungen.<\/strong><strong> Zehn illuminierte Spezialcarten des Monds (Cornelius August Reissig)<br \/><\/strong>Kassel 1808.<br \/>Cornelius August v. Reissig (1781-1860) war ab ca. 1804 in Kassel als Hofmechanicus t\u00e4tig. Er verfertigte mathematische, optische und physikalische Instrumente, so z. B. Spiegelteleskope, Fernrohre, astronomische Uhren und Brennspiegel. 1810 ging er nach Russland und wurde dort Professor f\u00fcr Astronomie und Mitglied der russischen Akademie der Wissenschaften. Er setzte sich insbesondere auch f\u00fcr die F\u00f6rderung des technischen Zeichnens ein. Das vorliegende Werk ist offenbar ein Unikat und weder im KVK noch im Worldcat nachgewiesen. Es besteht aus drei B\u00e4nden, einem Textband und je einem Tafelb\u00e4ndchen mit Titelblatt auf franz\u00f6sisch bzw. deutsch. Im Textband ist eine Widmung des Verfassers an Johannes von M\u00fcller, aus dessen Bibliothek die Exemplare stammen.<\/p>\n<p><strong>RC 119: Sammelband mit Werken von Tycho Brahe<br \/><\/strong>Der Band enth\u00e4lt zuerst die Astronomiae instauratae progymnasmata (Frankfurt 1610). Dies ist die zweite Ausgabe von Tycho Brahes letzten Werk, das posthum ver\u00f6ffentlicht und von Kepler fertiggestellt wurde. Brahe beschreibt darin detailliert seine Beobachtungen der Supernova in Cassiopeia von 1572 und seine Revisionen der Theorien der Sonnen- und Mondbewegung sowie seinen bahnbrechenden Katalog der Positionen von 777 Fixsternen, der schlie\u00dflich zu Keplers ber\u00fchmten Tabulae Rudolphinae f\u00fchren sollte. Der zweite Text ist &#8220;De mundi Aetherei&#8221; (Prag 1603), ebenfalls eine zweite Auflage nach Brahes fr\u00fcherem Privatdruck und die Fortsetzung der Progymnasmata. Neben Kometenbeobachtungen enth\u00e4lt es auch eine Beschreibung von Brahes Weltsystem, das einen Kompromiss zwischen den alten Vorstellungen und Kopernikus versuchte und zeitgen\u00f6ssisch sehr erfolgreich war. Der dritte und letzte Text ist Epistolarum astronomicarum Libri,\u00a0 eine Ausgabe von Brahes wissenschaftlicher Korrespondenz mit Landgraf Wilhelm IV. von Hessen und dessen Hofastronom Christoph Rothmann (Frankfurt 1610, zweite Buchausgabe). Prinz Wilhelm, der in seiner Jugend von Rumold Mercator unterrichtet worden war, war ein bedeutender F\u00f6rderer der Astronomie und ein begabter Amateurastronom. Der Briefwechsel umfasste alle Aspekte der zeitgen\u00f6ssischen Astronomie: Instrumente und Beobachtungsmethoden, das kopernikanische System (das Rothmann gegen Tychos System unterst\u00fctzte), Kometen und Polarlichter. Alle drei Werke sind selten und gesucht.<\/p>\n<p><strong>RC 127b: Construction d&#8217;un t\u00e9l\u00e9scope de r\u00e9flexion (Passemant)<br \/><\/strong>Paris 1738<br \/>Erstausgabe dieser wichtigen fr\u00fchen Abhandlung \u00fcber den Bau von Spiegelteleskopen. Das Spiegelteleskop wird im Allgemeinen Isaac Newton zugeschrieben, der es 1668 baute. Da es jedoch schwierig war, Spiegel von ausreichender Qualit\u00e4t herzustellen, fand sein Teleskop erst ab den 1720er Jahren weite Verbreitung. Claude- Sim\u00e9on Passemant war einer der ber\u00fchmtesten Instrumentenbauer und Uhrmacher seiner Zeit und sp\u00e4terer Ing\u00e9nieur du Roy. Er baute mehrere Teleskope nach seiner eigenen Anleitung in diesem Buch.<\/p>\n<p><strong>RC 131: Recherches sur la pr\u00e9cession des equinoxes (D&#8217;Alembert)<br \/><\/strong>Paris 1749<br \/>Erstausgabe eines der wichtigsten B\u00fccher des franz\u00f6sischen Naturwissenschaftlers D&#8217;Alembert (dem Herausgeber der Encyclop\u00e9die) \u00fcber die Tagundnachtgleichen, das als ein Grundlagenwerk der Dynamik starrer K\u00f6rper gilt. D&#8217;Alembert korrigierte dabei Newtons Annahmen und inspirierte die Forschungen Eulers dazu. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler; in der Schweiz sonst nur an der UB Basel vorhanden.<\/p>\n<p><strong>RC 135 Astronomischer und historischer Sammelband des 17. Jhs.<br \/><\/strong>Dieser Band enth\u00e4lt vier astronomische Werke und stammt aus der Bibliothek des Schaffhauser B\u00fcrgermeisters Tobias Holl\u00e4nder; ein sp\u00e4terer Besitzvermerk nennt Alexander Keller (1750), und auf dem Vorsatz ist das Ex Libris von Christoph Jetzler. Der erste Titel, Terra Machinis Mota von Paulo Casato (Rom 1658), ist die erste Komplettausgabe eines Werks des Jesuiten Paolo Casati (Piacenza 1617 &#8211; Parma 1707), der Mathematik- und Theologielehrer in Rom und Rektor der Universit\u00e4t von Parma war. Das Werk hat die Form eines fiktiven Dialogs zwischen Galilei, Guldin und Mersenne, die \u00fcber die Erdanziehung, die Bestimmung der Masse und der Bewegung der Erde u.a. Erdmasse diskutieren. Das Werk ist in der Schweiz sonst nur an der ZHB Luzern nachgewiesen. Es folgen das nicht weiter bemerkenswerte &#8220;Vetus orbis descriptio&#8221;, eine griechische Beschreibung der sp\u00e4tantiken Welt, \u00fcbersetzt von Jacques Godefroy (Genf 1628); De Ignis et lucis (Paris 1663) des franz\u00f6sischen Astronomen Pierre Petit; und eine Defensio ebendieses Werks.<\/p>\n<p><strong>RC 158: Th\u00e9orie du mouvement et de la figure elliptique des plan\u00e8tes (Laplace)<br \/><\/strong>Paris 1784<br \/>Pierre-Simon Laplace war der bedeutendste Mathematiker der napoleonischen Zeit. In diesem fr\u00fchen, in kleiner Auflage erschienenen Werk befasste er sich mit der elliptischen Bewegung der Planeten und der Jupitermonde und ber\u00fccksichtigte dabei St\u00f6rungen durch andere Gestirne. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>RC 159: Selenotopographische Fragmente zur genaueren Kenntnis der Mondfl\u00e4che (Schroeter)<br \/><\/strong>Lilienthal 1791 und 1802.<br \/>Erstausgabe dieser wichtigen fr\u00fchen Studie \u00fcber die Topographie des Mondes in zwei B\u00e4nden. Johann Hieronymus Schr\u00f6ter war der erste, der die Oberfl\u00e4che des Mondes und der Planeten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum systematisch beobachtete. Er fertigte Hunderte von Zeichnungen der Mondberge und anderer Merkmale an und entdeckte und benannte die Mondrillen. Schr\u00f6ter studierte in G\u00f6ttingen Jura, besuchte aber auch Vorlesungen in Mathematik, Physik und Astronomie. 1781 wurde er Oberamtmann in Lilienthal, ein Posten, der ihm freie Zeit liess, um sich der Astronomie zu widmen. Mit Hilfe des Optikers J. G. Schrader baute und richtete er eine Sternwarte ein, die in der Folgezeit wegen der Qualit\u00e4t der Instrumente weltber\u00fchmt wurde. Die Sternwarte wurde w\u00e4hrend der Napoleonischen Kriege von den Franzosen zerst\u00f6rt. Dabei gingen viele Exemplare des Werks verloren, das Schr\u00f6ter im Selbstverlag herausgegeben hatte. Die 75 gestochenen Tafeln, die in den beiden B\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht wurden, umfassen alles von ganzseitigen Zeichnungen gr\u00f6sserer Gebiete bis hin zu Skizzen kleiner Details. Aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller. Vollst\u00e4ndige Exemplare sind selten und gesucht.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;7.2 S: Naturwissenschaften (Botanik, Zoologie, Anthropologie, Geologie, Physik, Chemie)&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 7.2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 7.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>7.2 S: Naturwissenschaften (Botanik, Zoologie, Anthropologie, Geologie, Physik, Chemie)<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 7.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Unter <strong>SA<\/strong>, <strong>SB<\/strong>, <strong>SC<\/strong> und <strong>S*<\/strong> sind hier etwa 1440 Titel aufbewahrt. Naturwissenschaftliche Lexika und &#8220;Klassiker&#8221; (Linn\u00e9, Blumenbach, Buffon, Darwin) stehen mehrheitlich unter der Signatur <strong>SA<\/strong>. <em>Histoire naturelle g\u00e9n\u00e9rale et particuli\u00e8re<\/em>, u.a. von Buffon (42 Bde., Paris 1774-1802, <strong>SA 6-11<\/strong>) oder: <em>Dictionnaire des sciences naturelles<\/em> (74 Bde., Paris 1804-1830, <strong>SA 1, 2<\/strong>). Altbest\u00e4nde zu Botanik, Pal\u00e4ontologie, Anthropologie und vor allem Zoologie stehen in derselben Gruppe. Die Sachgruppe <strong>SB<\/strong> kennzeichnet Druckwerke zu den Themen Physik und Chemie. Titel zu Barometern, Thermometern Mikroskopen, Luftpumpen und Fernrohre etc. haben hier ihren Platz. Die Signatur <strong>SC<\/strong> weist vor allem B\u00fccher des 19. Jahrhunderts aus zu Naturgeschichte, Obst-, Garten- und Weinbau, Pflanzenzucht, Gebirgsbildung, Gletscher und Mineralogie sowie Einf\u00fchrungen in die Naturkunde (auch f\u00fcr Kinder). Bei den grossformatigen naturwissenschaftlichen Werken <strong>S*<\/strong> stehen zumeist reichhaltig illustrierte Werke zu botanischen G\u00e4rten, Naturalienkabinetten, Kr\u00e4uterb\u00fccher etc. (z.B. Scheuchzers <em>Kupferbibel<\/em>, 4 Bde., Augsburg, Ulm, 1731-1735, <strong>S* 8<\/strong>; Gessners <em>Historia animalium liber I<\/em>, Z\u00fcrich 1551, <strong>S* 40<\/strong>; Swammerdams <em>Biblia naturae sive historia insectorum<\/em>, 2 Bde., Leiden 1737-1738, <strong>S* 34<\/strong>; das <em>Kreuterbuch, new zugericht<\/em> von Adam Lonicerus, Frankf. a. M. 1557, <strong>S* 47<\/strong>).<\/p>\n<p><strong>SA 6-11: Buffon, Histoire naturelle<br \/><\/strong>Paris 1750-1799. Aus der Bibliotheca amicorum, 42 B\u00e4nde<br \/>SA 6: Suppl\u00e9ments [der Histoire G\u00e9n\u00e9rale, SA 10], 7 B\u00e4nde, 1774-1789<br \/>SA 7: Oiseaux, 9 B\u00e4nde, 1783-1790<br \/>SA 8: Poissons, 4 B\u00e4nde, 1798-1799 (Autor: C\u00e9p\u00e8de)<br \/>SA 9: Serpens, 2 B\u00e4nde, 1788-1789<br \/>SA 10, Histoire g\u00e9n\u00e9rale, 15 B\u00e4nde, 1750-1774<br \/>SA 11: Min\u00e9raux, 5 B\u00e4nde, 1783-1788<br \/>Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon, war einer der bedeutendsten Naturforscher des achtzehnten Jahrhunderts. Er ist vor allem f\u00fcr seine umfangreiche Histoire Naturelle bekannt, die zu seinen Lebzeiten in 36 B\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht wurde. Das Werk wurde von seinem Freund Bernard Germain de Lac\u00e9p\u00e8de fortgef\u00fchrt, der nach Buffons Tod im Jahr 1788 weitere acht B\u00e4nde ver\u00f6ffentlichte, so dass sich die Gesamtzahl auf 44 belief. Der aus einer bescheidenen Beamtenfamilie stammende Buffon reiste 1732 nach Paris, nachdem er ein Verm\u00f6gen geerbt hatte, das ihm sein Patenonkel vermacht hatte. Dort besch\u00e4ftigte er sich zun\u00e4chst mit dem Studium verschiedener Holzarten f\u00fcr den Schiffsbau, was ihm die Leitung des Jardin du Roi, des gr\u00f6\u00dften botanischen Gartens der Stadt, einbrachte, die er bis zu seinem Tod innehatte. Im Jardin du Roi begann Buffon seine Karriere als Naturforscher. Er sammelte zahlreiche botanische und zoologische Exemplare und wollte den Garten zu einem bedeutenden Forschungsinstitut machen. Im Jahr 1749 begann er mit der Ver\u00f6ffentlichung der Histoire Naturelle. Das Werk war eine enorme Anstrengung und erforderte die Unterst\u00fctzung mehrerer prominenter Naturforscher, mit denen Buffon in Korrespondenz stand. Er begann mit drei B\u00e4nden einer allgemeinen Naturgeschichte und ver\u00f6ffentlichte dann 12 B\u00e4nde \u00fcber Vierbeiner (1753-67), neun \u00fcber V\u00f6gel (1770-83) und f\u00fcnf \u00fcber Mineralien (1783-8) mit weiteren sieben Erg\u00e4nzungsb\u00e4nden, die zwischen 1774 und 1788 erschienen. Lac\u00e9p\u00e8de f\u00fcgte zwei weitere B\u00e4nde \u00fcber Reptilien (1788-9), f\u00fcnf \u00fcber Fische (1798-1803) und einen letzten Band \u00fcber Wale (1804) hinzu. Das Werk war sehr umfangreich und wurde von Naturforschern und wohlhabenden Amateuren sowohl in Frankreich als auch in Gro\u00dfbritannien erworben, um es in ihre Bibliotheken aufzunehmen. Der Text verwendet jedoch eine blumige Sprache und \u00fcbertriebene Beschreibungen, was bei den Zeitgenossen zu einem gemischten Ruf f\u00fchrte. In seinem Werk \u00fcber Mineralien wurde Buffon vom Klerus daf\u00fcr kritisiert, dass er behauptete, die Welt sei viel \u00e4lter als die 6.000 Jahre, die gemeinhin angenommen wurden. Er wurde auch angegriffen, weil er das von Linnaeus vorgeschlagene sexuelle System zur Klassifizierung von Pflanzen kritisierte (ein System, das im folgenden Jahrhundert in Ungnade fallen sollte), und er l\u00f6ste eine Kontroverse in Nordamerika aus, als er behauptete, die amerikanische Tierwelt sei der europ\u00e4ischen unterlegen. Diese Anschuldigungen erz\u00fcrnten Thomas Jefferson so sehr, dass er in der Folge viel Zeit damit verbrachte, diese Behauptung zu widerlegen, und Expeditionen in Auftrag gab, um spektakul\u00e4re Exemplare von Elchen und ausgestorbenen Megafauna zu finden und an europ\u00e4ische Institutionen zu schicken.<\/p>\n<p><strong>SA 13: Systema naturae (Carl von Linn\u00e9)<br \/><\/strong>Halle 1747 (2. Ausgabe). \u00a0Die von Linn\u00e9 als f\u00fcnfte Auflage gef\u00fchrte Fassung der zweiten Auflage wurde vom Siebenb\u00fcrger Naturforscher \u00a0Michael Gottlieb Agnethler bearbeitet. Sie enthielt an Stelle der schwedischen Namen deutsche Bezeichnungen (87 Seiten!). Dt. Ausgabe SA 26-28 (1773-1788). Systema Naturae\u00a0 ist die Kurzbezeichnung eines erstmals 1735 erschienenen Werkes von\u00a0Carl von Linn\u00e9, das bis 1768 insgesamt zw\u00f6lf\u00a0Auflagen\u00a0erfuhr. Linn\u00e9\u00a0klassifizierte\u00a0darin die &#8220;Naturreiche&#8221; Tiere, Pflanzen und Mineralien durch die f\u00fcnf aufeinander Rangstufen\u00a0Klasse,\u00a0Ordnung,\u00a0Gattung,\u00a0Art\u00a0und\u00a0Variet\u00e4t. W\u00e4hrend die\u00a0Erstausgabe\u00a0aus sieben\u00a0Doppelfoliobl\u00e4ttern\u00a0bestand, umfasste das Werk nach der Ver\u00f6ffentlichung des dritten Bandes der 12. Auflage mehr als 2300\u00a0Oktavseiten. Linn\u00e9 beschrieb auf ihnen etwa 7700 Pflanzen-, 6200 Tier- und 500 Mineralienarten. Er gab in der 12. Auflage f\u00fcr alle Arten aller drei Naturreiche am\u00a0Seitenrand\u00a0einen sogenannten \u201eTrivialnamen\u201c an. Diese bilden die Grundlage der zweiteiligen Namen, auf denen die heutige\u00a0biologische Nomenklatur\u00a0beruht. Besondere Bedeutung f\u00fcr die\u00a0Zoologie\u00a0hat der 1758 ver\u00f6ffentlichte erste Band der 10. Auflage, in dem Linn\u00e9 erstmals durchg\u00e4ngig f\u00fcr die Tiere zweiteilige Artnamen angab. Sein Erscheinen markiert gemeinsam mit\u00a0Carl Alexander Clercks\u00a0ein Jahr zuvor herausgegebenem Werk\u00a0Svenska Spindlar\u00a0den Beginn der modernen\u00a0zoologischen Nomenklatur. Linn\u00e9s\u00a0Mineralogie\u00a0erwies sich hingegen bald als bedeutungslos.<\/p>\n<p><strong>SA 15b: Brittisches Museum<br \/><\/strong>Berlin 1764<br \/>Der erste Katalog und F\u00fchrer f\u00fcr das neu gegr\u00fcndete British Museum. Geschrieben und ver\u00f6ffentlicht 1761 von Robert Dodsley auf der Grundlage seiner eigenen Besuche im Museum und der Notizen von Freunden, und herausgegeben, um einen Taschenf\u00fchrer im Vorfeld der geplanten offiziellen Kataloge zu bieten. Das British Museum wurde durch das Gesetz von 1753 gegr\u00fcndet, das den Kauf der Sammlungen von Sir Hans Sloane und anderer Sammlungen sowie den Kauf von Montague House als Sitz des neuen Museums genehmigte, das 1759 seine Pforten f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit \u00f6ffnete. Dodsley k\u00fcndigte an, dass nur f\u00fcnfzehn Personen pro Gruppe die Sammlung besichtigen durften und dass f\u00fcr Besichtigungen maximal zwei Stunden zur Verf\u00fcgung standen. Dodsleys F\u00fchrer f\u00fchrt den Besucher von Raum zu Raum, weist auf die interessanten Objekte hin und gibt viele Hintergrundinformationen.. Der erste illustrierte Museumsf\u00fchrer war Rymsdycks Museum Britannicum von 1778. Recht selten. Schweiz nur ZB und UB Basel.<\/p>\n<p><strong>SA 17: Johann Jakob Bossart: Kurze Anweisung Naturalien zu samlen.<br \/><\/strong>Barby 1774. Aus der Bibliothek von JGM.<br \/>Bossart (1721-1779), Leiter des Naturalienkabinetts und Dozent im Seminarium der Br\u00fcdergemeine in Barby, verfasste eine der fr\u00fchesten deutschsprachigen Sammelanweisungen f\u00fcr Naturalien. Mit einem Begleitschreiben wurden die Missionare aufgefordert, geeignete Objekte einzusenden. Auf Seite 17 unten wird beispielsweise eine Transportkiste f\u00fcr den Versand von Insekten beschrieben. Selten, Schweiz nur UB Basel.<\/p>\n<p><strong>SA 19: Antoni van Leeuwenhoek: Arcana Naturae Detecta<br \/><\/strong>Delft\/Leiden 1695-1697<br \/>Eines der wahrscheinlich weniger bekannten Werke von Antoine van Leeuwenhoek (1632-1723) sind seine Arcana naturae detecta, die 1695 in erster Auflage erschienen. Dieses Werk ist eine Zusammenstellung von 38 Briefen zu wissenschaftlichen Themen, sch\u00f6n illustriert. Ein bemerkenswerter Teil des Werkes ist die erstmalige Beobachtung und Beschreibung von G\u00e4rungshefen und seine Experimente zur spontanen Entstehung von Mikroorganismen. Antoni van Leeuwenhoek (1632-1723), der als &#8220;Vater der Mikrobiologie&#8221; bekannt ist, gilt als einer der ersten Mikroskopiker und Mikrobiologen.<\/p>\n<p><strong>SA 24: Johann Friedrich Blumenbach: Abbildungen naturhistorischer Gegenst\u00e4nde.<br \/><\/strong>G\u00f6ttingen 1796-1810.<br \/>Mit 100 (davon 9 kolorierten) Kupfertafeln. Wissenschaftliche Illustrationsreihe des G\u00f6ttinger Anatomen, Zoologen und Anthropologen Johann Friedrich Blumenbach (1752 &#8211; 1840). Blumenbach gilt als massgeblicher Mitbegr\u00fcnder der Zoologie und der Anthropologie als wissenschaftlicher Disziplinen. Seine G\u00f6ttinger Vorlesungen zur Naturgeschichte fanden regelm\u00e4\u00dfig eine internationale Zuh\u00f6rerschaft. Das Werk, zu dem die Vorarbeiten bereits in den 1770er Jahren begannen, widmete sich bis dato wenig bekannten Tierarten, der Unterteilung der Menschenrassen, sowie einigen geologischen Ph\u00e4nomenen. Unter den behandelten Arten finden sich recht zahlreich diverse (Menschen-)affen, aber auch der Dodo (Dronte), das erst kurz zuvor entdeckte Schnabeltier, Krokodile, Nash\u00f6rner, einige Meeress\u00e4uger (darunter der Narwal), Kasuar, der Sekret\u00e4r, (Esels-)pinguin, Wanderheuschrecke, aber auch Kuriosa wie ein frisch geschl\u00fcpfter Strau\u00df und ein sich aus dem Ei pellendes Krokodil und der &#8220;Bildschoene Schaedel einer Georgianerinn (sic!)&#8221;. Die Abbildungen oftmals nach Exemplaren aus Blumenbachs eigener Naturaliensammlung von ihm selbst gezeichnet, hierunter neben der Rana pipa das seinerzeit einzige in Kontinentaleuropa befindliche Exemplar eines Schnabeltieres (ein Geschenk des Naturforschers J. Banks an Blumenbach).<\/p>\n<p><strong>SA 26-28: Carl von Linn\u00e9: Natursystem des Thierreichs (SA 26, 1773-1775), des Mineralreichs (SA 27, 1777-1779) Vollst\u00e4ndiges Pflanzensystem (SA 28, 1777-1788)<br \/><\/strong>9, 4 und 15 B\u00e4nde aus der Bibliothek von Christoph Jetzler. Lat. Ausgabe SA 13 (Halle 1747)<br \/>Systema Naturae\u00a0 ist die Kurzbezeichnung eines erstmals 1735 erschienenen Werkes von\u00a0Carl von Linn\u00e9, das bis 1768 insgesamt zw\u00f6lf\u00a0Auflagen\u00a0erfuhr. Linn\u00e9\u00a0klassifizierte\u00a0darin die &#8220;Naturreiche&#8221; Tiere, Pflanzen und Mineralien durch die f\u00fcnf aufeinander Rangstufen\u00a0Klasse,\u00a0Ordnung,\u00a0Gattung,\u00a0Art\u00a0und\u00a0Variet\u00e4t. W\u00e4hrend die\u00a0Erstausgabe\u00a0aus sieben\u00a0Doppelfoliobl\u00e4ttern\u00a0bestand, umfasste das Werk nach der Ver\u00f6ffentlichung des dritten Bandes der 12. Auflage mehr als 2300\u00a0Oktavseiten. Linn\u00e9 beschrieb auf ihnen etwa 7700 Pflanzen-, 6200 Tier- und 500 Mineralienarten. Er gab in der 12. Auflage f\u00fcr alle Arten aller drei Naturreiche am\u00a0Seitenrand\u00a0einen sogenannten \u201eTrivialnamen\u201c an. Diese bilden die Grundlage der zweiteiligen Namen, auf denen die heutige\u00a0biologische Nomenklatur\u00a0beruht. Besondere Bedeutung f\u00fcr die\u00a0Zoologie\u00a0hat der 1758 ver\u00f6ffentlichte erste Band der 10. Auflage, in dem Linn\u00e9 erstmals durchg\u00e4ngig f\u00fcr die Tiere zweiteilige Artnamen angab. Sein Erscheinen markiert gemeinsam mit\u00a0Carl Alexander Clercks\u00a0ein Jahr zuvor herausgegebenem Werk\u00a0Svenska Spindlar\u00a0den Beginn der modernen\u00a0zoologischen Nomenklatur. Linn\u00e9s\u00a0Mineralogie\u00a0erwies sich hingegen bald als bedeutungslos.<\/p>\n<p><strong>SA 29: Albertus Magnus<br \/><\/strong>Liber aggregationis De virtutibus herbarum, lapidum, animalium<br \/>K\u00f6ln 1506<br \/>Sehr seltenen Ausgabe. Albertus Magnus (1200-80) war ein deutscher M\u00f6nch, der sp\u00e4ter heiliggesprochen wurde und f\u00fcr die Einf\u00fchrung des Curriculum studiorum der Dominikaner, einschlie\u00dflich des Studiums von Aristoteles, verantwortlich war. Er war auch in den Naturwissenschaften, der Philosophie und der Astrologie bewandert. Nach seinem Tod wurden ihm mehrere Werke \u00fcber die Geheimnisse der Natur zugeschrieben. Das Liber aggregationis wurde 1477 zum ersten Mal gedruckt. Die drei Hauptwerke sind kurze Handb\u00fccher \u00fcber die nat\u00fcrlichen, medizinischen und okkulten Eigenschaften von Kr\u00e4utern, Steinen und Tieren: z. B. \u00fcber die Zubereitung und Verabreichung von Kr\u00e4utern zur Behandlung von Abszessen oder Brustentz\u00fcndungen, \u00fcber die Verwendung von Steinen zur Erzeugung eines ewigen Feuers oder zur Verjagung von Visionen ( phantasmata ) oder \u00fcber die Art und Weise, wie Teile von Tieren n\u00fctzliche Wirkungen entfalten konnten (z. B. konnte man durch das Tragen der Augen eines Wiedehopfs auf der Brust Freunde bes\u00e4nftigen oder durch die Aufbewahrung seines Kopfes in der Geldb\u00f6rse gegen die Betr\u00fcgereien der Kaufleute immun werden). Das vierte Werk, De mirabilibus mundi, befasst sich mit der segensreichen Nutzung der wundersamen Eigenschaften der Natur zur L\u00f6sung von Alltagsproblemen, von der Verhinderung von Schwangerschaften durch das Trinken von Widderurin oder Hasenblut bis hin zu M\u00f6glichkeiten, Maulw\u00fcrfe zu fangen. Das letzte Werk, Regimen sanitates contra pestilenciam siue epidimiam, wurde dem Bischof und Arzt Ranutio zugeschrieben; es enth\u00e4lt n\u00fctzliche Ratschl\u00e4ge, entsprechend den Monaten und dem Tierkreis, um ein gesundes Leben zu f\u00fchren und Epidemien zu vermeiden, z. B. die Vermeidung von Aderl\u00e4ssen im August und, f\u00fcr Fische, die Vermeidung von Gichtbehandlungen, wenn der Mond ihr Zeichen trifft. Beigebunden:\u00a0<strong>De natura locorum<\/strong>. Wien 1514.<br \/>Mit breiter\u00a0architekturaler Holzschnitt-Titelbord\u00fcre\u00a0und\u00a01 blattgr. Wappenholzschnitt\u00a0von Kaiser Maximilian I. Seltene erste Ausgabe von Albertus Magnus&#8217; Hauptwerk zur Geographie.\u00a0Die Abhandlung bildet einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der naturwissenschaftlich begr\u00fcndeten Geographie, indem sie auf Grundlage von Ptolemaeus&#8217; Ideen \u00fcber das Verh\u00e4ltnis der Erde zum Kosmos eine Klimalehre formuliert. Zugleich ein\u00a0fr\u00fches Americanum\u00a0mit Erw\u00e4hnung von Vespuccis Reisen in einer gedruckten Randglosse auf Bl. d4 recto. &#8211; Herausgegeben wurde die Schrift durch den Mathematiker, Astronomen und Astrologen Georg Tanstetter, der am Ende die bisher ungedruckten Werke von Albertus auflistet.<\/p>\n<p><strong>SA 30: \u00a0August Batsch: Botanik f\u00fcr Frauenzimmer und Pflanzenliebhaber, welche keine Gelehrten sind<br \/><\/strong>Weimar 1798.<br \/>Kuriosum, 2. Auflage. Sch\u00f6ne farbige Stiche! Das Werk ist im Wikipedia-Artikel des Botanikers &#8211; immerhin Leiter des Botanischen Gartens Jena und Bekannter Goethes &#8211; nicht aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>SA 34: Giambattista Della Porta: Phytognomonica<br \/><\/strong>Frankfurt 1591.<br \/>Zweite Ausgabe des erstmals 1588 in Neapel erschienenen kuriosen Kr\u00e4uterbuchs. &#8211; Ein sp\u00e4terer Anh\u00e4nger der Signaturenlehre, der sie mit h\u00f6chst raffinierter pseudowissenschaftlicher Plausibilit\u00e4t darstellte, war Giambattista Porta. Seine Studien \u00fcber die menschliche Physiognomie, in dem er sich bem\u00fchte, in der k\u00f6rperlichen Gestalt des Menschen Hinweise auf seinen Charakter und seine geistigen F\u00e4higkeiten zu finden, brachten ihn auf die Idee, dass sich die inneren Qualit\u00e4ten und Heilkr\u00e4fte der Kr\u00e4uter auch durch \u00e4u\u00dfere Zeichen offenbaren k\u00f6nnten. Dies f\u00fchrt er in seinem bemerkenswerten Werk, der &#8220;Phytognomonica&#8221; aus. Deren Illustrationen helfen bei der Interpretation von Portas Sichtweise. Der K\u00f6rperteil des Menschen, der durch ein bestimmtes Kraut geheilt wird, oder das Tier, dessen Bisse oder Stiche damit geheilt werden k\u00f6nnen, sind im selben Holzschnitt wie das Kraut dargestellt. So wird zum Beispiel die R\u00fcckenansicht eines menschlichen Kopfes mit einem dichten Haarschopf in den Block mit dem Jungfernhaar eingef\u00fcgt &#8211; eine F\u00e4higkeit zur Heilung von Kahlheit wird durch die haar\u00e4hnliche Zartheit der Blattstiele dieses Farns suggeriert. Ein Skorpion vervollst\u00e4ndigt das Bild von Pflanzen mit gegliederten Samengef\u00e4\u00dfen; ein Heliotrop-Spross ist ebenfalls enthalten, da dessen gekr\u00fcmmter Bl\u00fctenstachel in Portas lebhafter Phantasie an einen Skorpionschwanz erinnerte. &#8211; Die Holzschnitte, Kopien Peter Fischers nach den Originalen, sollen so die physiognomischen \u00c4hnlichkeiten zwischen Pflanzen, Tieren und menschlichen Organen.<\/p>\n<p><strong>SA 37: Charles Plumier: Nova Plantarum Americanarum Genera<br \/><\/strong>Paris 1703<br \/>Charles Plumier (1646-1704) aus Marseille war ein M\u00f6nch des Paulaner-Ordens, der Mathematik und Botanik studierte. Der franz\u00f6sische K\u00f6nig Ludwig XIV beauftragte ihn mit drei grossen Forschungsreisen nach Mexiko und in die Karibik 1689, 1693 und 1695. Die dritte Reise f\u00fchrte ihn Brasilien und auf die Guadeloupe,\u00a0 Martinique und\u00a0 Santo_Domingo. Von seinen Reisen brachte Plumier viele neue Pflanzen aus \u00fcber 100 neuen Gattungen mit. Er entdeckte beispielsweise auf Santo Domingo Fuchsien und Begonien. Er hinterlie\u00df 6000 Zeichnungen, von denen etwa 4300 Darstellungen von Pflanzen sind. Beigebunden: <strong>Caspar Commelin: Praeludia Botanica<\/strong> (Leiden 1703). Erstausgabe. Lugduni Batavorum: Caspar(us) Commelijn (1667\/8-1731) wurde in Amsterdam geboren, studierte aber in Leiden, wo er eine Dissertation \u00fcber Regenw\u00fcrmer schrieb. Nach seiner R\u00fcckkehr in seine Heimatstadt wurde er zum Botaniker des Hortus Medicus, dem heutigen Hortus Botanicus Amsterdam, ernannt.. Dort hielt er die im Titel genannten &#8220;Botanischen Pr\u00e4ludien&#8221; in Form von Vorlesungen, die im Buch abgedruckt sind. Der zweite Teil des Werks illustriert und beschreibt viele der in diesen Vorlesungen besprochenen Exemplare. Hier werden zum ersten Mal einige s\u00fcdafrikanische Pflanzen ver\u00f6ffentlicht, die von der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie (VOC) mitgebracht worden waren. Die Tafeln stammen von Aquarellen von Jan und Maria Moninckx, die in der Bibliothek des Hortus Botanicus Amsterdam erhalten sind. Das Geranium africum (Tafel 1), Vorfahre der meisten modernen Geranien, wurde Ende des XVII. Jahrhunderts in Europa eingef\u00fchrt. Auffallend ist die lange Falttafel der Aloe Americana Polygona (mod. Aloe vivipara, S.64). Die erste Tafel ist von P[ieter] Sluyter signiert, die weiteren d\u00fcrften auch von ihm stammen.<\/p>\n<p><strong>SA 39: Joseph Pitton Tournefort: Institutiones Rei Herbariae<br \/><\/strong>Paris 1700, 3 B\u00e4nde.<br \/>Erste Ausgabe der erweiterten lateinischen \u00dcbersetzung der &#8220;Elemens de botanique&#8221; des Autors von 1694), vom Autor selbst verfasst &#8220;f\u00fcr den europ\u00e4ischen Gebrauch&#8221;. Sie enth\u00e4lt 489 sehr sch\u00f6ne, von Claude Aubriet gestochenen Tafeln. Joseph Pitton de Tournefort, (1656-1708) aus Aix-en-Provence beginnt schon fr\u00fch, seiner Leidenschaft, der Botanik zu fr\u00f6nen. Mit der Flora der Haute-Provence beginnt er, ein Herbarium anzulegen, das er sein Leben lang erweitert. 1679 trat er in die medizinische Fakult\u00e4t von Montpellier ein, w\u00e4hrend er weiterhin das Land auf der Suche nach neuen Pflanzen durchstreifte. Er erlangte bald einen so guten Ruf als Naturwissenschaftler, dass ihm Guy Fagon, der Arzt von Ludwig XIV, eine Stelle als Botaniker im Jardin du Roi anbot. Als unerm\u00fcdlicher Reisender setzte Tournefort seine Beobachtungen der Flora in Spanien, Portugal, England und den Niederlanden fort. 1693 war er Stellvertreter von Fagon in der Intendanz des K\u00f6nigsgartens. 1694 ver\u00f6ffentlichte er seine Elemens de botanique ou m\u00e9thode pour conna\u00eetre les plantes, in der er ein Klassifizierungssystem darlegte, dessen Klarheit und Genauigkeit ihm in Europa einen gewissen Erfolg einbrachte. Er bestimmte die Gattung nach zwei Kriterien (Bl\u00fcte und Frucht) und klassifizierte die Pflanzen, indem er die Bl\u00fcten (vorrangig die Krone), die Bl\u00e4tter, die Wurzeln, die St\u00e4ngel und den Geschmack untersuchte. Linn\u00e9 \u00e4nderte zwar seine Methode, zollte Tournefort aber dennoch Respekt.<\/p>\n<p><strong>SA 52: Ren\u00e9 Descartes: De Homine figuris<br \/><\/strong>Leiden 1664, Zweite Auflage (erste 1662).<br \/>Posthum erschienene Originalausgabe dieses Werkes, in dem Descartes seine ber\u00fchmte Theorie vom &#8220;Maschinentier&#8221; sowie eine mechanische Theorie der unwillk\u00fcrlichen Bewegung darlegt, die manchmal als Keimzelle der Konzeption des bedingten Reflexes angesehen wird. Ds Buch gilt auch als erstes Textbuch der Physiologie. Descartes hatte das Buch 1633 in franz\u00f6sischer Sprache fertiggestellt. Im selben Jahr wurde Galileo Galilei wegen der Ver\u00f6ffentlichung seines Dialogs \u00fcber die beiden gro\u00dfen Weltsysteme verurteilt; da Descartes bef\u00fcrchtete, dass sein Buch ebenfalls als ketzerisch angesehen werden k\u00f6nnte, liess er die Abhandlung aber nicht mehr zu seinen Lebzeiten ver\u00f6ffentlichen. Das Werk erschien schlie\u00dflich 1662 in Leiden und wurde von Florent Schuyl (1619-1669) aus dem Franz\u00f6sischen \u00fcbersetzt, wobei er sich auf eine handschriftliche Kopie st\u00fctzte, die als unzureichend angesehen wurde. Das Buch ist mit zahlreichen Holz- und Kupferstichen im Text sowie mit zehn sehr sch\u00f6nen, teils gefalteten Kupferstichtafeln geschm\u00fcckt.<\/p>\n<p><strong>SA 53: Agostino Doni: De Natura Hominis<br \/><\/strong>Basel 1581<br \/>Einziger erhaltener Druck des kalabresischen Philosophen Doni, Erstausgabe, selten.<\/p>\n<p><strong>SA 62: Nicolas Venette, Erzeugung der Menschen<br \/><\/strong>K\u00f6nigsberg 1738.<br \/>Eines der wichtigsten Werke zur Sexualit\u00e4t zu seiner Zeit, das bekannteste Kompendium sexuellen Wissens des gesamten 18. Jahrhunderts. Venette lieferte detaillierte Informationen zur Sexualphysiologie, aber auch zu sexuellem Verlangen und Vergn\u00fcgen. 16 detailliert gestochene Figuren (Anatomie der Sexualorgane und -funktionen), inkl der Tafel &#8220;von den Hermaphroditen&#8221; mit f\u00fcnf Figuren. Venette (1602-1698) war Chirurg in La Rochelle.<\/p>\n<p><strong>SA 63: Edgar Zimmermann: Geographische Geschichte des Menschen und der allgemein verbreiteten vierf\u00fcssigen Thiere<br \/><\/strong>Leipzig 1773, 3 B\u00e4nde<br \/>Dieses bahnbrechende Werk von E. A. W. Zimmermann (1743-1815), einem Pionier auf dem Gebiet der Biogeographie, enth\u00e4lt die erste zoologisch-geographische Weltkarte, die die Verbreitung der S\u00e4ugetiere nach dem Verst\u00e4ndnis des letzten Viertels des 18. Jhs zeigt. Die Karte fehlt in unserem Exemplar aber&#8230;<\/p>\n<p><strong>SA 73 Georg Christoph Petri von Hartenfels: Elephantographia curiosa<br \/><\/strong>Erfurt 1715<br \/>Von Hartenfels (1633-1718) war ein Erfurter Arzt und Naturwissenschafter, Hochschullehrer und Rektor der Universit\u00e4t Erfurt. Die Elephantographia ist eine der fr\u00fchesten Monographien zum Tier und versammelt die gesamte Kenntnis des 18. Jhs. dazu. Es liefert relativ zuverl\u00e4ssige Fakten \u00fcber Anatomie, Eigenschaften und Lebensweise, aber auch eine Reihe von phantasievollen Zuschreibungen von Tugenden, Lastern und Eigenschaften wieFr\u00f6mmigkeit und Weisheit dieser Tiere. Detailliert wird die Verwendung von Elefanten als Transport- und Nutztier und in Schlachten beschrieben. Die zahlreichen qualit\u00e4tvollen Kupferstiche stammen von Jakob Petri nach Zeichnungen von T.J. Hildebrandt.\u00a0 &#8211; Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>SA 79: Insecten-Belustigung des August Johann R\u00f6sel<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1746-1761.<br \/>Der N\u00fcrnberger Miniaturmaler und leidenschaftliche Naturbeobachter Roesel von Rosenhof wurde durch das gefeierte Insektenwerk Maria Sibylla Merians inspiriert, das er w\u00e4hrend eines Besuchs in Hamburg kennenlernte. In eine K\u00fcnstlerfamilie geboren, richtete sich sein Interesse ab 1730 verst\u00e4rkt auf die Wissenschaften. Er besuchte u.a. Vorlesungen des Altdorfer Professors f\u00fcr Mathematik und Physik Michael Adelbulner und lernte beim Arzt Georg Leonhard Huth und dem Physiker und Astronomen Johann Gabriel Doppelmayer. Roesel war einer der ersten in der entomologischen Forschung verwendete. Die Beobachtungen seiner Studien notierte Roesel von Rosenhof sorgf\u00e4ltig und fertigte er zahllose Skizzen und Zeichnungen von hervorragender Qualit\u00e4t an (heute in der BSB). 1740 erschien die erste Monatslieferung seines die verschiedenen Entwicklungsstadien einzelner Insekten darstellenden Werks. W\u00e4hrend der erste Band nahezu ausschliesslich die Tagschmetterlinge behandelt, beschreibt der zweite Band sieben Gattungen Erdk\u00e4fer sowie Wasserk\u00e4fer, Libellen, Ephemeren, Panorpen, Grillen, Heuschrecken, Zikaden, Hummeln, Wespen, M\u00fccken und Schnaken. Der dritte Band ist, wie auch der vierte, als Supplement zu den beiden vorhergehenden verstanden und handelt von den Flusskrebsen, Wasserwanzen, Skorpionen und enth\u00e4lt Nachrichten \u00fcber das Regenerationsverm\u00f6gen der S\u00fcsswasserpolypen. Der postum durch Christian Friedrich Carl Kleemann herausgegebene vierte Band enth\u00e4lt zu Beginn die Lebensbeschreibung seines Schwiegervaters. Die Insecten-Belustigung bietet eine F\u00fclle exakter und detailreicher Insektendarstellungen. Der Verfasser pflegte dabei auch systematische Interessen und bem\u00fchte sich, die zu den Insekten gez\u00e4hlten Objekte als taxonomische Einheiten aufzufassen und in einzelnen Gruppen systematisch zu ordnen. Sch\u00f6ne farbige Illustrationen, nicht selten, aber wertvoll.<\/p>\n<p><strong>SC 89: Das System der Pilze und Schw\u00e4mme (Esenbeck)<br \/><\/strong>W\u00fcrzburg 1817<br \/>Erste vollst\u00e4ndige Systematik der Pilze mit sch\u00f6n gestochenen Tafeln. Auf dem Gebiet der exakten taxonomischen Benennung der Arten, die von Carl von Linn\u00e9 f\u00fcr die bl\u00fchenden Pflanzen vorgenommen worden war, leistete der Botaniker Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck (1776\u20131858) seinen Beitrag f\u00fcr die Pflanzen, die sich ohne Bl\u00fcten fortpflanzen, n\u00e4mlich die Pilze und Schw\u00e4mme. Neben der rational orientieren Klassifizierung zog der romantisierende Tenor seiner Beschreibungen gerade von den Vertretern der positivistischen Naturauffassung Kritik nach sich, die Bildtafeln hingegen wurden durchweg anerkennend aufgenommen. Aus der Bibliothek des Naturhistorischen Museums (Bibliothek des landwirtschaftlichen Vereins).<\/p>\n<p><strong>SC 128: Index alter plantarum (Hermann Boerhaave)<br \/><\/strong>Leiden 1720<br \/>Erstausgabe von Boerhaaves grossem Katalog der Pflanzen des Botanischen Gartens von Leiden, in dem \u00fcber 5800 Arten beschrieben werden. Das Werk ist die Fortsetzung des Katalogs von 1710, der Beschreibungen von ca. 3700 Pflanzen enthielt. Dem Werk ist eine kurze Geschichte der G\u00e4rten vorangestellt, deren Kurator Boerhaave 1709 wurde. Der Katalog ist ein monumentales Werk, das mit Gattungsbeschreibungen, korrelierten spezifischen Namen, detaillierter Synonymie und gestochenen Tafeln versehen ist.Es ist das letzte umfassende Werk mit Gattungsbeschreibungen, das vor Linnaeus&#8217; \u201eGenera plantarum\u201c von 1737 ver\u00f6ffentlicht wurde.\u201c. Auf den Tafeln sind neu entdeckte Arten abgebildet, darunter 24 Proteas. Nicht selten. Aus der Bibliothek der naturforschenden Gesellschaft, Vorbesitz J. Waldkirch 1729 mit zahlreichen Randnotizen.<\/p>\n<p><strong>SC 239: Die Kennzeichen der Insekten (Johann Heinrich Sulzer)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1761<br \/>Mit Kupfertitel, 24 radierten Tafeln und 7 grossen gestochenen Textvigetten. Erstes Insektenwerk des Winterthurer Arztes und Entomologen Johann Heinrich Sulzer mit Tafeln von J. S. Schellenberg. Sulzers Text ist eine freie \u00dcbersetzung von Carl von Linn\u00e9es Texten, &#8220;wobei meine Ver\u00e4nderungen und Zus\u00e4tze untergeschoben sind&#8221; (Sulzer, S. XXI). Reizend sind Schellenbergs Textvignetten am Kopf der einzelnen Kapitel. Der K\u00fcnstler verdeutlicht damit anhand von Szenen mit Putti und Rieseninsekten die Charakteristika der in dem zugeh\u00f6rigen Kapitel behandelten Insektenklassen in heiterer und spielerischer Weise. Aus der Bibliothek des naturhistorischen Museums-<\/p>\n<p><strong>SC 240: Histoire g\u00e9n\u00e9rale des insectes (Utrecht 1682)<\/strong><\/p>\n<p><strong>S* 2: Physicarum Meditationum Libri V (Gessner)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1586<br \/>Das Buch versammelt Conrad Gessners kleinere Schriften sowie seinen Aristoteles-Kommentar, herausgegeben von Caspar Wolf. Gewidmet ist das Buch der Schaffhauser Familie Imthurn (inkl. Wappen). Besitzvermerk Eberhard Imthurn 1636.<\/p>\n<p><strong>S* 4: Petri Nonii Salaciensis Opera Omnia (Nunes)<br \/><\/strong>Basel 1566<br \/>Ber\u00fchmtes Werk \u00fcber die Navigation zu Meer des portugiesischen Mathematikers Pedro Nunes.<\/p>\n<p><strong>S* 5: Utriusque Cosmi Maioris scilicet et Minoris metaphysica (Fludd)<br \/><\/strong>Oppenheim 1617-1621<br \/>Der englische Philosoph und Mediziner Robert Fludd (1574-1637) war einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit. Auf Paracelsus basierend und von der Kabbala beeinflusst, schuf er ein naturphilosophisches System, das in okkulten Kreisen h\u00f6chstes Ansehen genoss.\u00a0 Das Universalwerk behandelt Arithmetik, Musik, Geometrie, Perspektive, Malerei, Festungsbau, Zeitrechnung, Kosmographie, Astrologie, Geomantik, mit speziellem Fokus auf Sch\u00f6pfung der Erde. Reich illustriert mit Zeichnungen, die Johann Theodor de Bry, Matthaeus Merian und Fludd selber zugeschrieben werden. Der erste Teil pr\u00e4sentiert eine illustrierte Geschichte der Sch\u00f6pfung, von der Leere (dargestellt durch einen Stich aus einer vollst\u00e4ndig geschw\u00e4rzten Platte) bis hin zum Prozess der Destillation, durch den die Welt laut Fludd erschaffen wurde. Der zweite Traktat befasst sich mit okkulter Mathematik, Harmonielehre und Musiktheorie, okkulten Theorien des Sehens und der Optik und sogar, ausf\u00fchrlich und mit zahlreichen Tafeln versehen, mit einer okkulten Theorie der Befestigungsanlagen und der Milit\u00e4rstrategie. Auch Uhrmacherkunst, Kosmologie und Astrologie werden erl\u00e4utert. Den zweiten Band schm\u00fcckt die Darstellung eines Menschen, \u00fcber dem eine dreieckige Gloriole schwebt, die dessen g\u00f6ttlichen Ursprung symbolisiert. Zu F\u00fcaaen des Menschen ist ein Affe platziert, der ikonographisch f\u00fcr das menschliche Verm\u00f6gen steht, die Natur nachzuahmen. In den Segmenten eines Kreises werden die verschiedenen Wissensgebiete gezeigt, die in einzelnen Kapiteln des Buchs behandelt werden: Prophetie, Geomantik, Ged\u00e4chtniskunst, Genethliologie (die Kunst, Horoskope zu stellen), Physiognomik, Chiromantie. Das Motiv der Pyramide ist Fludds Symbol f\u00fcr die Interaktionen zwischen dem G\u00f6ttlichen\/Geistigen und dem Irdischen\/K\u00f6rperlichen. Vorbesitz Stephan Spleiss und\/oder Samuel Gloner 1622.<\/p>\n<p><strong>S* 6: Essai de Physique (Musschenbroek)<br \/><\/strong>Leiden 1739<br \/>Pieter van Musschenbroek (1692-1761), Professor f\u00fcr Physik in Leiden, war ein Bewunderer von Newton und der Physik von D\u00e9saguliers. Bei der Abfassung seines Werks liess er sich stark von dessen 1725 in London ver\u00f6ffentlichtem Werk inspirieren. Als Begr\u00fcnder der experimentellen Physik in Holland war sein Unterricht wegen der Qualit\u00e4t seiner Demonstrationen besonders gefragt; sein Name ist bis heute mit der Erfindung der Leidener Flasche verbunden. Erw\u00e4hnenswert ist auch, dass Musschenbroek und seine Sch\u00fcler das ber\u00fchmte Vakuum-Experiment, das sogenannte \u201eLeidener Experiment\u201d, durchgef\u00fchrt haben. Mit \u00a0einem gefalteten Portr\u00e4t des Autors am Anfang des ersten Bandes. Das Werk ist mit 33 ausklappbaren Kupferstichtafeln und einer gro\u00dfen ausklappbaren Karte mit den magnetischen Deklinationen der Erde illustriert. Die letzten acht Seiten dieses Werks sind eine Art Katalog mit dem Titel \u201eListe verschiedener Maschinen f\u00fcr Physik, Mathematik, Anatomie und Chirurgie\u201d mit den Preisen in Gulden.<\/p>\n<p><strong>S* 7: Recherche sur les volcans \u00e9teints&#8230; (Saint-Fond)<br \/><\/strong>Grenoble 1778<br \/>Erstausgabe eines attraktiven fr\u00fchen geologischen Werks. Darin belegte der Autor Faujas de Saint-Fond, dass Basalt das Produkt vulkanischer Aktivit\u00e4t ist, indem er die Gesteine im Vivarais (Languedoc) und im Velay (im Massif Central an der Loire) mineralogisch mit dem Auswurfmaterial aktiver Vulkane verglich. Benjamin Faujas de Saint-Fond (1741\u20131819), urspr\u00fcnglich Rechtsanwalt, war leidenschaftlicher Naturforscher und k\u00f6niglicher Beauftragter f\u00fcr Bergbau. Er bereiste ganz Frankreich und Europa, um die Erdoberfl\u00e4che, ihren Aufbau und ihre Bestandteile zu untersuchen. Faujas geht in diesem Werk auch auf die Herstellung von Zement ein, die er im Kapitel \u201eRecherches sur la pouzzolane\u201d beschreibt. 1775 hatte er n\u00e4mlich eine reichhaltige Puzzolan-Mine auf dem Berg Chenavari in der Ard\u00e8che entdeckt, eine vulkanische Asche, die daraufhin u.a. f\u00fcr den Bau des Hafens von Toulon verwendet wurde. Illustriert mit 20 wundersch\u00f6nen Tafeln, die Vulkane und Mineralien darstellen.<\/p>\n<p><strong>S* 8 Johann Jakob Scheuchzer <\/strong><strong>Physica Sacra<\/strong>, oder Geheiligte Natur-Wissenschaft 4 Bde.<br \/>Augsburg, Ulm, 1731-1735 (sog. Kupfer-Bibel)<br \/>Der Universalgelehrte Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) war Stadtarzt in Z\u00fcrich, Mathematikprofessor, Kurator der Kunstkammer und Leiter der B\u00fcrgerbibliothek. Die Kupferbibel geh\u00f6rt zu seinen Hauptwerken und umfasst in vier B\u00e4nden \u00fcber 2000 Seiten mit 750 Kupfertafeln. Darin sollte die Existenz Gottes aus der Natur(wissenschaft) hergeleitet werden (&#8220;Physikotheologie&#8221;): Die belebte und unbelebte Natur in ihrer Sch\u00f6nheit und Perfektion beweist Gottes Existenz. Die Z\u00fcrcher Obrigkeit hatte keine Freude an diesem An\u00adsatz, so dass Scheuchzer das Werk in Augsburg drucken liess. Der Autor konnte die Manuskripte f\u00fcr die deutsche und die lateinische Ausgabe noch fertigstellen, erlebte aber die Vollendung nicht mehr. Die Bibel bildet das Ger\u00fcst des Buchs, an dem sich die Kapitel in Inhalt und Reihenfolge orientieren. Im Zentrum jedes Kapitels steht ein Bibelzitat, illustriert mit einem aufwendigen Kupferstich nach Vorlagen von Johann Melchior F\u00fcssli. So gibt etwa die Schlange im Paradies Anlass, alle bekannten Schlangen der Welt zu erkl\u00e4\u00adren; die Erw\u00e4hnung des Lorbeers f\u00fchrt zu einem Essay \u00fcber die Pflanze und den Lorbeer als Siegeszeichen.\u00a0 Die Stadtbibliothek erhielt das Werk 1767 aus dem Nachlass von Maria Cleophea Peyer-Stokar.<\/p>\n<p><strong>S* 9: Hortus Indicus Malabaricus (van Reede)<br \/><\/strong>Amsterdam 1679-1685<br \/>5 B\u00e4nde. Erstausgabe dieser umfassenden \u00dcbersicht \u00fcber die Pflanzen S\u00fcdwestindiens. Hendrik Adriaan van Rheede tot Drakenstein (1636\u20131691) war Gouverneur der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie in Malabar. Er \u00fcbersah dort eine detaillierte Untersuchung der einheimischen Pflanzen, insbesondere derjenigen von wirtschaftlicher oder medizinischer Bedeutung. Diese wurde von einer betr\u00e4chtlichen Anzahl niederl\u00e4ndischer Botaniker und \u00c4rzte sowie lokaler Heiler und Gelehrter durchgef\u00fchrt. Eine der Hauptquellen f\u00fcr den Text war ein Werk des Arztes Itti Achudan aus Kerala, dessen Beitr\u00e4ge zum Text aus dem Original in Malayalam ins Lateinische \u00fcbersetzt wurden. Alle Pflanzen sind mit ihren lokalen Namen in Sanskrit und Malayalam sowie in Arabisch und Latein angegeben. Das Buch dokumentiert dabei nicht nur inzwischen ausgestorbene Arten, sondern auch die lokalen medizinischen Praktiken mit Angaben zu den Krankheiten, die eine Pflanze heilen kann, und der entsprechenden Dosierung. Zahlreiche Kupferstiche.<\/p>\n<p><strong>S* 10: Historia animalium (Ulisse Aldrovandi)<br \/><\/strong>Bologna 1599-1642. 8 B\u00e4nde<br \/>Ulisse Aldrovandi (1522\u20131605) gilt zusammen mit Conrad Gessner als einer der V\u00e4ter der modernen Zoologie. Der Universalgelehrte war der erste Professor f\u00fcr Naturwissenschaften an der Universit\u00e4t Bologna. Dort legte er einen renommierten botanischen Garten an und sammelte in seinem privaten Museum eine Vielzahl von Exemplaren und detaillierten Zeichnungen seltener Tier- und Pflanzenarten. Der Grossteil seiner umfangreichen Arbeiten wurde erst nach seinem Tod von seinen Sch\u00fclern mit Unterst\u00fctzung der Stadt Bologna ver\u00f6ffentlicht. Die Stadtbibliothek hat im Historischen Bestand unter einer Signatur einen einheitlich gebundenen Korpus von 8 B\u00e4nden des Tierlexikons von Aldrovandi, die Mehrheit der B\u00e4nde hat ein Wappen der Peyer mit den Wecken im Buchdeckel. Einige B\u00e4nde enthalten mehrere Werke Aldrovandis. Im Einzelnen (die Bandnummerierung ist von 2025):<br \/>S* 10\/1 bis 10\/3 sind die drei B\u00e4nde zur Ornithologie, erschienen 1599 (erster Band, Erstausgabe) und 1637 (zweiter und dritter Band). Mit detaillierten und naturalistischen Holzschnitten des Miniatur- und Tiermalers Lorenzo Bennini. Jedes Kapitel beschreibt nicht nur ausf\u00fchrlich die biologischen Eigenschaften der verschiedenen Unterarten, sondern auch ihre medizinische Verwendung, die Fabeln und Sprichw\u00f6rter, in denen sie vorkommen, die Hieroglyphen und M\u00fcnzen, auf denen sie abgebildet sind usw. Mythologische V\u00f6gel wie Harpyien sind ebenfalls in der Abhandlung enthalten.<br \/>S* 10\/4 ist den lebendgeb\u00e4renden Vierbeinern gewidmet (De Quadrupedibus digitatis viviparis von 1637) sowie, mit separaten Titelblatt und Z\u00e4hlung, den &#8220;solidipedibus&#8221; von 1639. Zu den abgebildeten realen Tieren geh\u00f6ren Zebra, Nashorn und Elefant, dazu mittelalterliche Fabelwesen wie der zweibeinige Zentaur und pferde\u00e4hnliche Wesen mit menschlichem Kopf oder menschlichen H\u00e4nden.<br \/>S* 10\/5 ist der Band \u00fcber die Fische (de piscibus) von 1638 (Erstausgabe 1613). Das Werk ist von grossem Interesse auch wegen der umfangreichen Kapitel den Walfang. Beigebunden ist der Band \u00fcber Schlangen und Drachen von 1640 (de serpentum et draconum). Das Werk ist in zwei Teile gegliedert, von denen der erste beobachtete und untersuchte Reptilien beschreibt, w\u00e4hrend der zweite von Legenden und Erz\u00e4hlungen \u00fcber Basilisken und Drachen berichtet.<br \/>S* 10\/6 Ist der Band \u00fcber die Insekten (de insectis) von 1638, vierte Ausgabe). Neben der &#8220;Ornithologa&#8221; ist es das einzige von Aldrovandis zoologischen Werken, das noch zu seinen Lebzeiten erschien und von Zutaten und \u00c4nderungen sp\u00e4terer Bearbeiter frei blieb. Das Werk ist voll von detaillierten Holzschnitten, die Insekten und Meerestiere darstellen, und entspricht dem typisch enzyklop\u00e4dischen Geschmack des Autors, der zahlreiche Zitate aus klassischen Autoren und mittelalterlichen Bestiarien einf\u00fcgt. Es ist das erste literarische Werk, das sich mit Insekten befasst und damit die Entomologie endg\u00fcltig als Wissenschaft etabliert. Beigebunden sind die &#8220;\u00fcbrigen Tiere&#8221;, Muscheln und Weichtiere (de crustaceis). Gegen\u00fcber dem ersten Buch, De Mollibus, befindet sich ein graviertes Portr\u00e4t des Autors nach Agostino Carracci. Es handelt sich um eines der ersten Werke, das sich mit verschiedenen Meerestieren ausser den Fischen befasst.<br \/>S* 10\/7 von 1642 behandelt die Huftiere (de quadrupedibus bisulcorum, erstmals 1621). Abgebildet sind Rinder, Hirsche, Schweine, Antilopen, Gazellen, Ziegen, Schafe usw., sowie feine Holzschnitte von Kamelen, einer Giraffe und einem Nashorn (letzteres basierend auf D\u00fcrers ber\u00fchmtem Holzschnitt von 1515, der auch bei Gessner Verwendung findet.)<br \/>S* 10\/8 die Ungeheuer (de monstrorum) von 1642, beigebunden die Paralipomena von 1642, also Nachtr\u00e4ge und Erg\u00e4nzungen. Dieses ist das bekannteste Werk Aldrovandis in der Erstausgabe. Es enth\u00e4lt Kommentare und (\u00fcber 600) Abbildungen zu den ungew\u00f6hnlichen Menschen aus Mythos und Realit\u00e4t. Zyklopen, Satyrn, Meerm\u00e4nner und Zentauren der griechischen Mythologie stehen neben Portr\u00e4ts einer Werwolf-Familie, Riesen und Zwergen. Dazu kommt zeitgen\u00f6ssisch unbefangen ein Katalog aussereurop\u00e4ischer Ethnien.<\/p>\n<p><strong>S* 11 und S* 12: Recueil des observations&#8230; (Humboldt)<br \/><\/strong>&#8220;Recueil d&#8217;observations de zoologie et d&#8217;anatomie compar\u00e9e, faites dans l&#8217;oc\u00e9an atlantique, dans l&#8217;int\u00e9rieur du nouveau continent et dans la mer du sud pendant les ann\u00e9es 1799.-1803&#8221; ist der zoologische Teil von Alexander von Humboldts und Bonplands sechsj\u00e4hriger Forschungsreise durch Amerika zwischen 1799 und 1804, w\u00e4hrend der sie umfassende Daten in einer Vielzahl von Bereichen sammelten. Die Tageb\u00fccher wurden unter dem allgemeinen Titel <em>Voyage aux r\u00e9gions \u00e9quinoxiales du nouveau continent, fait en 1799 &#8230; 1804<\/em> (Paris: 1805-37, 24 B\u00e4nde) ver\u00f6ffentlicht und in sechs Abschnitte unterteilt, die verschiedene Bereiche abdecken. Der \u201eRecueil d&#8217;observations de zoologie\u201c bildet den zweiten Teil des Werks und wurde zwischen 1804 und 1809 herausgegeben. Die meisten der 20 Artikel, aus denen das Werk besteht, wurden von Humboldt verfasst, andere stammen von Cuvier, Valenciennes und Latreille. Aus der Bibliotheca Amicorum stammt Band 1 einer Ausgabe von 1811, Band 2 fehlt (S* 11). Aus der Stadtbibliothek stammt die Erstausgabe (S* 12), zwei B\u00e4nde in einem, wobei Band 1 laut Standortkatalog unvollst\u00e4ndig ist. Sch\u00f6ne kolorierte Tafeln.<\/p>\n<p><strong>S* 13: Musaeum Veronensis<br \/><\/strong>Verona 1622<br \/>Das Werk, das Ferdinand Gonzaga, Herzog von Mantua, gewidmet ist, stammt von zwei \u00c4rzten, Benedetto Ceruto und Andrea Chiocco. Es ist mit einem gravierten Titel, einer grossen ausklappbaren Tafel, die das Kunstkabinett zeigt, und 43 Stichen im Text illustriert. Der Apotheker Francesco Calzolari (1522-1609) war ein versierter Botaniker und Naturforscher. \u00dcber seiner Apotheke richtete Calzolari ein Museum ein, das drei R\u00e4ume umfasste: Im ersten hingen Portr\u00e4ts ber\u00fchmter \u00c4rzte der damaligen Zeit, im zweiten befanden sich Gef\u00e4sse und Destillierkolben, der dritte Raum diente als Kuriosit\u00e4tenkabinett. Calzolari erweiterte seine Sammlungen dank seines pers\u00f6nlichen Verm\u00f6gens sowie durch den Austausch mit Naturforschern und durch Schenkungen st\u00e4ndig. So schenkte Aldrovandi ihm 1565 ein Narwalhorn und Mattioli einen Paradiesvogel aus den Molukken.<\/p>\n<p><strong>S* 15: Florilegium Novum = New Blumbuch (Bry)<br \/><\/strong>Frankfurt\/Main 1612<br \/>Erstausgabe von Johann Theodor de Brys Blumenbuch. Die Illustrationen stammen aus verschiedenen Quellen, darunter Pierre Vallets <em>Le Jardin du Roy<\/em> (Paris, 1608), Basilius Beslers \u201eHortus Eystettensis\u201d (Eichst\u00e4tt und N\u00fcrnberg, 1613) und Crispian van de Pass&#8217; \u201eHortus floridus\u201d (Utrecht und Arnheim, 1614\u20131616). Die Tafeln von de Bry sind jedoch keine blossen Kopien, sondern hervorragende eigenst\u00e4ndige Gravuren des ber\u00fchmten Kupferstechers. Die Ausgabe von 1612 existiert mit einer unterschiedlichen Zahl von Tafeln und Z\u00e4hlungen.<\/p>\n<p><strong>S* 16: M\u00e9moires pour servir \u00e0 l&#8217;histoire des insectes (R\u00e9aumur)<br \/><\/strong>Paris 1734-1742. 6 B\u00e4nde<br \/>Erstausgabe. Ren\u00e9-Antoine Ferchault de R\u00e9aumur (1683-1757) war ein franz\u00f6sischer Universalgelehrter, der zu vielen Bereichen der Wissenschaft beitrug und zun\u00e4chst Mathematik und Physik studierte. Sein vielleicht gr\u00f6sstes Werk ist das vorliegende, das zwischen 1734 und 1742 ver\u00f6ffentlicht wurde. Urspr\u00fcnglich war das Projekt in zehn Teilen geplant, wurde jedoch nach Fertigstellung von sechs Teilen eingestellt, m\u00f6glicherweise aufgrund der eifers\u00fcchtigen Rivalit\u00e4t des Autors mit seinem j\u00fcngeren und popul\u00e4reren Zeitgenossen Buffon. Es beschreibt das Aussehen, die Gewohnheiten und den Lebensraum aller bekannten Insekten mit Ausnahme der K\u00e4fer. Neben der Untersuchung des Verhaltens von Insekten untersuchte R\u00e9aumur auch den wirtschaftlichen Wert von durch Insekten produzierten Materialien wie Seide, Honig, Wachs, Lack und Farbstoffen. Ausserdem besch\u00e4ftigte er sich mit Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung. R\u00e9aumur war damit ein Pionier der angewandten entomologischen Forschung.<\/p>\n<p><strong>S* 21: Beschreibung und Abbildung der B\u00e4ume&#8230; Wirtembergs (Kerner)<br \/><\/strong>Stuttgart 1783-1784<br \/>Ein seltenes und sch\u00f6n illustriertes Werk \u00fcber die einheimischen B\u00e4ume und Str\u00e4ucher im Herzogtum W\u00fcrttemberg, erste und einzige Ausgabe. Mit sch\u00f6nen, vom Verfasser selbst entworfenen und gestochenen Tafeln mit Abbildungen von Zweigen, Bl\u00fcten, Fr\u00fcchten und Samen verschiedener B\u00e4ume und Str\u00e4ucher. Johann Simon Kerner (1755-1830) war Lehrer f\u00fcr Botanik und Pflanzenzeichnung an der Hohen Karlsschule in Stuttgart. Aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>S* 32: Opticae Thesaurus (Alhazen)<br \/><\/strong>Basel 1572<br \/>Erstausgabe von Alhazens grundlegendem Werk \u00fcber Optik, das Galileo und Kepler beeinflusste und den Weg f\u00fcr die moderne physikalische Optik ebnete. \u00dcbersetzt aus dem Arabischen ins Lateinische von Gerard von Cremona. Aufbauend auf Ptolem\u00e4us und Euklid leistete der arabische Astronom und Physiker Hasan Ibn al-Haytham (lateinisiert Alhazen) bedeutende Beitr\u00e4ge zu den Prinzipien der Optik und der visuellen Wahrnehmung. Sein einflussreichstes Werk ist sein Kit\u0101b al-Man\u0101\u1e93ir (Schatz der Optik), das zwischen 1011 und 1021 verfasst wurde und nur in der vorliegenden lateinischen Ausgabe erhalten ist. Es pr\u00e4sentiert experimentell fundierte Argumente gegen die weit verbreitete Extramissionstheorie des Sehens (wie sie von Euklid in seiner <em>Optica<\/em> vertreten wurde) und schlug die moderne Intromissionstheorie vor &#8211; das heute akzeptierte Modell, wonach das Sehen durch das Eindringen von Licht in das Auge erfolgt. Das Buch ist auch bekannt f\u00fcr seine fr\u00fche Anwendung der wissenschaftlichen Methode, seine Beschreibung der Camera obscura und seine Formulierung eines mathematischen ProblemsAlhazen-Problems. Friedrich Risner, ein Sch\u00fcler von Pierre Ramus, bereitete die erste Ausgabe von Alhazens Werk aus zwei lateinischen Manuskripten vor, die Ramus entdeckt hatte. Das beigedruckte optische Werk &#8220;Perspectiva&#8221; des um 1300 wirkenden Schlesiers Witelo war erstmals 1535 erschienen, hier mit separatem Titel. \u00a0Diese kombinierte Ausgabe war bis ins 17. Jahrhundert hinein das Standardwerk zur Optik und beeinflusste Wissenschaftler wie Galileo, Brahe und Kepler. Selten; Schweiz: UB Basel, Genf, Lausanne und ETH-Bibliothek. Unser Exemplar hat ein unbeschriftetes Ex Libris mit einem stehenden Ochsen.<\/p>\n<p><strong>S* 33: Experimenta Nova Magdeburgica de Vacuo Spatio (Guericke)<br \/><\/strong>Amsterdam 1672<br \/>Erstausgabe dieses grundlegenden Werks der modernen experimentellen Physik. Der Autor, Otto von Guericke (1602-1686), war ein deutscher Physiker, Ingenieur und Politiker, der als Erfinder der ersten elektrostatischen Maschine gilt und f\u00fcr das sogenannte Magdeburger Halbkugel-Experiment bekannt ist. Letzteres wurde 1654 in Regensburg (Bayern) mit Hilfe einer von ihm entwickelten pneumatischen Pumpe (Vakuumpumpe) durchgef\u00fchrt, um die Auswirkungen des atmosph\u00e4rischen Drucks zu demonstrieren. In seinem 1672 in Latein verfassten Werk legt Guericke seine metaphysische Weltanschauung dar, insbesondere seine Sicht auf das Vakuum und die Unendlichkeit. In den ersten beiden B\u00fcchern erl\u00e4utert Guericke die astronomischen Systeme von Ptolem\u00e4us, Kopernikus und Tycho Brahe und diskutiert die Konzepte von Vakuum, Raum und Unendlichkeit. Das dritte und vierte Buch widmen sich der detaillierten und illustrierten Beschreibung seiner eigenen Experimente zum Vakuum, zum atmosph\u00e4rischen Druck, zu den Anziehungskr\u00e4ften der Planeten und zu den von ihm entwickelten Ger\u00e4ten. In den letzten drei B\u00fcchern legt er seine Sichtweise des Erde-Mond-Systems, des gesamten Planetensystems und der Fixsterne dar. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler, zudem Besitzvermerk Alexander Keller 1750.<\/p>\n<p><strong>S* 34 Jan Swammerdam: Biblia naturae sive historia insectorum<br \/><\/strong>Leiden 1737-1738. 2 B\u00e4nde.<br \/>Swammerdam war ein holl\u00e4ndischer Naturforscher und Anatom des 17. Jhs. Sein ber\u00fchmtestes Werk ist die vorliegende Abhandlung zur Naturgeschichte der Insekten mit sch\u00f6nen detaillierten Abbildungen (Erstaus\u00adgabe 1667, diese Ausgabe ist bedeutend erg\u00e4nzt mit nachgelassenen Papieren u.d.T. Biblia Naturae und gilt als sein &#8220;Gesamtwerk&#8221;). Swammerdam geh\u00f6rte zu den ersten Forschern, die das Mikroskop verwendeten und sich systematisch f\u00fcr Insekten interessierten. Er erkannte als erster die Bienenk\u00f6nigin und wies nach, dass es sich bei den Metamorphosen um unterschiedliche Lebensphasen derselben Insekten handelte. Swammerdam ist im \u00dcbrigen auch der Entdecker der roten Blutk\u00f6rperchen.<\/p>\n<p><strong>S* 35: Museum museorum (Valentini)<br \/><\/strong>Frankfurt 1704-1714, 2 B\u00e4nde<br \/>Das &#8220;Museum der Museen&#8221; ist eines der grossartigen illustrierten B\u00fccher des Barock mit 97 Tafeln (viele davon ausklappbar) und 287 gravierten Illustrationen sowie mehreren Holzschnitten im Text. Der Autor Michael Bernhard Valentini (1657-1729) war Leibarzt des Markgrafen von Assia und Professor f\u00fcr experimentelle Wissenschaft und Medizin in Giessen. Sein Museum Museorum ist ein wertvoller Beitrag zur Wunderkammerforschung, da es viele fr\u00fche Sammlungskataloge nachdruckt und eine Liste aller damals bekannten Museen (etwa 159) enth\u00e4lt. Die von Valentini gedruckten illustrierten Kataloge betreffen u.a. das K\u00f6nigliche Museum in Wien, die Schatzkammer der Abtei St. Denis, die K\u00f6niglichen Museen in Kopenhagen und Dresden, die Schatzkammer von Loreto, die Royal Society, die Anatomischen Theater in Leiden und Amsterdam und private Sammlungen. Der erste Band illustriert Pflanzen (einschliesslich amerikanischer Exemplare), Blumen, Kr\u00e4uter und B\u00e4ume, von denen viele in pharmazeutischen Pr\u00e4paraten verwendet wurden. Es gibt Abschnitte \u00fcber Tabak, Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Baumwolle, Seide, Mineralien, Metalle und Tierhaltung. Band 2 behandelt geologische Funde, Juwelen, Fossilien, M\u00fcnzen, Muscheln, tropische Pflanzen, Monster, Einh\u00f6rner und andere mythologische Kreaturen. Der dritte Teil ist der Naturgeschichte und Physik gewidmet und enth\u00e4lt Beschreibungen von Boyles Luftpumpe, akustischen und optischen Ger\u00e4ten, Lanas Luftschiff (mit Vorschl\u00e4gen f\u00fcr andere aeronautische Maschinen) sowie ein Kapitel \u00fcber die W\u00fcnschelrute, den Magnetstein, die Dreschmaschine usw. Mehrere Tafeln zeigen fr\u00fche Versuche der Rekonstruktion fossiler Skelette.<\/p>\n<p><strong>S* 36: Phytognomonica (Della Porta)<br \/><\/strong>Neapel 1588<br \/>Seltene Erstausgabe dieses interessanten Werks, mit dem der italienische Universalgelehrte Giambattista Della Porta (1535-1615) geheime Analogien zwischen der Physiognomie der Pflanzen und den h\u00f6heren Lebensformen aufzeigen wollte. Er meinte, dass das \u00e4ussere Erscheinungsbild jedes nat\u00fcrlichen Elements seine therapeutische Funktion offenbart. So habe beispielsweise eine Walnuss, die dem Gehirn \u00e4hnelt, eine heilende Verbindung zu diesem Organ, ebenso wie beispielsweise eine Bohne zu den Nieren. Das Werk enth\u00e4lt 32 Holzschnittillustrationen, ein Titelblatt mit pr\u00e4chtiger Holzschnittbord\u00fcre und auf dessen R\u00fcckseite ein Portr\u00e4t des Autors. Selten; Schweiz: BCU Fribourg, UB Basel, ZHB Luzern. Zweitausgabe von 1591 unter SA 34.<\/p>\n<p><strong>S* 39, S* 39a und S* 40: Historia Animalium (Gessner)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1555. Stadtbibliothek, S*40 und andere Ausgaben<br \/>Conrad Gessner, der Z\u00fcrcher Universalgelehrte, Naturwissenschafter, Arzt und \u00dcbersetzer, legte mit der &#8220;Historia Animalium&#8221; den Grundstein f\u00fcr die moderne Zoologie. Sein f\u00fcnfb\u00e4ndiges Werk beschreibt die gesamte ihm bekannte Tierwelt methodisch und pr\u00e4zis in Physiologie, Ver\u00adhalten, Verbreitung und Nutzen f\u00fcr den Menschen. Die hochwerti\u00adgen Illustrationen stammen teils von Gessner selbst. Gessner stand am \u00dcbergang zwischen anti\u00adker Gelehrsamkeit, mittelalterlichem Aberglauben und neuzeitlicher Tierbeobachtung. Fabelwesen hatten im Sch\u00f6pfungsplan einen Platz und waren f\u00fcr Gessner damit denkbar. 21 der 25 in seinem Werk beschriebenen Fabelwesen zweifelte er an; das Ein\u00adhorn aber best\u00e4tigte er, nachdem ihm der Zahn eines Narwals zugekommen war. Wir haben drei Ausgaben seines Werks:<br \/>S* 39 ein Band (Vierbeiner, Z\u00fcrich 1551). Handkoloriertes Exemplar, ein Geschenk Conrad Gessners\u00a0an seinen Lehrer, den Z\u00fcrcher Reformator Konrad\u00a0Pellikan (1478-1556) und dessen Sohn Samuel. Es geh\u00f6rte sp\u00e4ter u.a. Heinrich IV., Graf von Lupfen und Landgraf von St\u00fchlingen (1543-1582), der es 1576 Wolfgang Keller weiterreichte.<br \/>S* 39a drei B\u00e4nde (Vierbeiner, V\u00f6gel, Fische, Zukauf des 20. Jahrhunderts, Z\u00fcrich 1551-1558)<br \/>S* 40 komplett in f\u00fcnf B\u00e4nden (Zusammenstellung unterschiedlicher Provenienzen, Z\u00fcrich 1551-1587; Band 1 und 3 mit Besitzvermerk Alexander Peyer, Band 2 Friedrich Peyer 1586, Band 5, der seltene Reptilienband, mit Geschenkvermerk von Caspar Vuolphius an Heinrich Vuolphius).<\/p>\n<p><strong>S* 41: New vollkommen kreuterbuch<br \/><\/strong>Jakob Theodor Tabernaemontanus, Basel 1664.<br \/>Die Erstausgabe erschien in 2 B\u00e4nden von 1588-1591. Dies ist die erweiterte Ausgabe von Caspar und Jean Bauhin 1664 mit einigen hundert neuen Holzschnitten (erstmals 1613, letztmals 1731). Jacobus Theodorus, genannt Tabernaemontanus, geboren zwischen 1520 und 1530 zu Bergzabern in der Pfalz, gestorben 1590 zu Heidelberg, gilt als\u00a0 einer der &#8220;V\u00e4ter der Botanik&#8221;. Er war Apotheker und Leibarzt verschiedener F\u00fcrsten. Sein gross angelegtes Kr\u00e4uterbuch zur Identifikation von Pflanzen und deren medizinischer Anwendung ist die Frucht langj\u00e4hriger Studien. Ganz in der \u00fcblichen Weise der Kr\u00e4uterb\u00fccher seiner Zeit abgefasst, zeichnet sich das Werk durch gelungene Holzschnitte und treffende Beschreibungen aus Grosse Bedeutung hat sein Werk durch seine Systematik, sie zeigt Ans\u00e4tze zur Klassifizierung der einzelnen Pflanzen in Familien. Ausserdem finden sich ausf\u00fchrliche Angaben zur Nomenklatur (Register in zehn verschiedenen Sprachen), die auch die volkst\u00fcmlichen Benennungen enthalten. Die Abbildungen zeigen die ganze Pflanze relativ plastisch schraffiert (weshalb eine Kolorierung nicht erforderlich war) und nehmen R\u00fccksicht auf botanische Besonderheiten. Es finden sich zahlreiche genaue Angaben zu Rezepturen, Dosierungen sowie zu Anbau und Kultivierung der jeweiligen Pflanzen.<\/p>\n<p><strong>S* 46: Historia Naturae (Nieremberg)<\/strong>Antwerpen 1635<br \/>Erste und einzige Ausgabe dieses wichtigen Werks \u00fcber die Naturgeschichte der neuen Welt, vor allem Mittelamerikas und Mexikos. Viele Arten der Neuen Welt werden hier zum ersten Mal beschrieben und mit ihren einheimischen Namen angegeben. Es gibt zum Beispiel drei Zeichnungen von G\u00fcrteltieren, die von Belon und l&#8217;Ecluse angefertigt wurden, ein Manati und die erste ver\u00f6ffentlichte Illustration eines Virginia-Opossums mit Jungtieren im Beutel. Nieremberg war zwar ein eher zur\u00fcckgezogen lebender Jesuit und Enzyklop\u00e4dist, hatte jedoch Zugang zu den unver\u00f6ffentlichten Manuskripten von Francisco Hernandez und zu einer Vielzahl von Informationen, die ihm von anderen Jesuiten aus der Neuen Welt zugesandt wurden.<\/p>\n<p><strong>S*47: Kreuterbuch New zuogericht.. (Adam Lonitzer)<br \/><\/strong>Adam Lonicerus, Frankfurt 1557. Erstausgabe.<br \/>Eines der beliebtesten Kr\u00e4uterb\u00fccher der Zeit. Der Verfasser Adam Lonitzer (1528-1586) war Mediziner, Botaniker und Stadtarzt in Frankfurt am Main. 1551-55 ver\u00f6ffentlichte er eine bearbeitete lateinische Neuauflage des Kr\u00e4uterbuchs seines Amtsvorg\u00e4ngers R\u00f6sslin. Dessen vorliegende deutsche Fassung wurde f\u00fcr fast 250 Jahre eines der bekanntesten volkst\u00fcmlichen Heilpflanzenb\u00fccher. Es behandelt neben Pflanzen auch Tiere, Erze, Edelsteine und Metalle und enth\u00e4lt eine ausf\u00fchrliche Anleitung f\u00fcr die Techniken der Destillation, insbesondere f\u00fcr die Gewinnung \u00e4therischer \u00d6le.<\/p>\n<p><strong>S* 49: Historia plantarum universalis (Bauhin)<br \/><\/strong>Yverdon 1651<br \/>Johann Bauhins (1541-1613) Ruf als Botaniker beruht auf seinem enzyklop\u00e4dischen Werk \u201eHistoria plantarum universalis\u201d das 1650\/51 erst lange nach seinem Tod ver\u00f6ffentlicht wurde. Bauhin arbeitete bis zu seinem Tod an der Zusammenstellung der \u201eHistoria plantarum\u201d. Das fast vollst\u00e4ndige Manuskript ging an Dominic Chabrey, einen Arzt aus Yverdon, der 1619 eine Zusammenfassung des Werks ver\u00f6ffentlichte. Schliesslich finanzierte Francois Louis de Graffenried aus Yverdon die Ver\u00f6ffentlichung des Werks in drei B\u00e4nden. Trotz der Verz\u00f6gerung bei der Ver\u00f6ffentlichung war das Werk nicht veraltet. Es enthielt die Beschreibung und Synonyme von \u00fcber 5&#8217;000 Pflanzen, haupts\u00e4chlich aus Europa, aber auch einige aus Ostasien und Amerika. Unser Exemplar hat einen Schenkungsvermerk von 1652 an die noch junge Stadtbibliothek durch Johann Jacob Ziegler und Leonhard Meyer.<\/p>\n<p><strong>S* 51: Histoire physique de la mer (Marsili)<br \/><\/strong>Amsterdam 1725<br \/>Das erste Werk der Ozeanographie in der ersten franz\u00f6sischen Ausgabe, illustriert mit einem Frontispiz, 12 Tafeln (davon 10 ausklappbar) mit Darstellungen des Golfs von Lion (die erste gedruckte Seekarte mit Tiefenlinien) und der Calanques von Marseille sowie 40 Tafeln mit Meerespflanzen, gestochen von M. Pool, mit einer Vielzahl von Korallenabbildungen. Der Graf von Marsili (1658-1730), italienischer Milit\u00e4r, Geograf und Naturforscher, gilt als Begr\u00fcnder der Ozeanographie. Er f\u00fchrte Feldbeobachtungen durch, untersuchte den Meeresboden des Golfs von Lion, die Klassifizierung der Arten, die Str\u00f6mungen und die Eigenschaften des Meerwassers und wies darauf hin, dass sein gesamter wissenschaftlicher Ansatz \u201eauf den Erfahrungen und Beobachtungen basiert, die ich selbst vor Ort gemacht habe\u201d. Seine Entdeckungen \u00fcber Korallen und ihre \u201eBl\u00fcten\u201d erregten die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler, da Korallen seit der Antike zum Mineralreich gez\u00e4hlt wurden. Marsili bemerkte jedoch, dass die von ihm gesammelten roten Korallen\u00e4ste innerhalb weniger Stunden mit wei\u00dfen Bl\u00fcten bedeckt waren. Daraus schloss er, dass Korallen lebende Organismen sind, die zum Tierreich geh\u00f6ren, was einen entscheidenden Wendepunkt im Wissen \u00fcber die Meeresumwelt darstellte. Die Originalausgabe erschien 1711 in Venedig unter dem Titel \u201eBrieve ristretto del Saggio fisico intorno alla storia del mare\u201d.<\/p>\n<p><strong>S* 53: Historia naturalis (Jonston)<br \/><\/strong>Amsterdam 1657-1665<br \/>Umfassendes barockes Kompendium des Tierreichs und Standard-Enzyklop\u00e4die der Zoologie seiner Zeit, zusammengestellt aus \u00e4lteren Quellen, darunter vor allem Gessner und Aldrovandi. Es vereint Werke \u00fcber Vierbeiner, V\u00f6gel, Insekten, Wasserlebewesen und Reptilien in einem grossen Band mit 264 gravierten Tafeln nach Matth\u00e4us Merian dem J\u00fcngeren, Caspar Merian, Conrad Gessner und Ulisse Aldrovandi. Fein graviert, sorgf\u00e4ltig detailliert und oft mit einem Hauch von Fantasie versehen, geh\u00f6ren diese zu den sch\u00f6nsten zoologischen Tafeln, die im 17. Jahrhundert hergestellt wurden und wurden \u00fcber ein Jahrhundert lang verwendet. Neben realen Tieren sind Fabelwesen wie der Greif, der Ph\u00f6nix und verschiedene Einh\u00f6rner abgebildet, von denen einige zweifellos bereits den Zeitgenossen zweifellos erschienen. Matth\u00e4us Merian und seine Erben ver\u00f6ffentlichten die Erstausgabe von 1650 bis 1652 in Frankfurt. Diese wurde 1657 von Schipper in Amsterdam neu aufgelegt und 1665 um Muscheln und Schlangen erweitert. Der Autor John Johnston (1603-1675) war schottischer Herkunft. In Polen geboren, ging 1622 an die Universit\u00e4t von St. Andrews, wo er Hebr\u00e4isch, Theologie und Philosophie studierte. Nach Reisen und weiteren Studien in Cambridge, London und Leiden liess er sich 1634\u00a0 als Arzt in Leiden nieder. 1652 \u00fcbersiedelte er auf ein Landgut in Liegnitz im habsburgischen Teil Schlesiens (heute Legnica). Aus der Bibliotheca Amicorum, auf dem Titelblatt Besitzvermerk Wolfgang Keller 1750. Schweiz nur UB Basel und Sion.<\/p>\n<p><strong>S* 55: New Kreuterbuch (Pietro Andrea Mattioli)<br \/><\/strong>Prag 1563<br \/>In der Prager\u00a0Offizin\u00a0von\u00a0Georg Melantrich von Aventin erschienenes grossformatiges Kr\u00e4uterbuch des italienischen Humanisten Pietro Andrea Mattioli, aus\u00a0 dem Lateinischen ins Deutsche \u00fcbersetzt von\u00a0Georg Handsch. Mattioli beschrieb eine Reihe von Arten, die in den\u00a0Kr\u00e4uterb\u00fcchern\u00a0der\u00a0V\u00e4ter der Botanik\u00a0nicht enthalten sind. So beschrieb er als einer der ersten im Jahre 1544 die aus Amerika eingef\u00fchrte\u00a0Tomate\u00a0und bezeichnete die gelben Formen als \u201emala aurea\u201c, \u201egoldene \u00c4pfel\u201c. Auch die erste Abbildung der\u00a0Rosskastanie\u00a0in einem europ\u00e4ischen Kr\u00e4uterbuch stammt von ihm. Grundlage des Kr\u00e4uterbuchs sind Mattiolis \u00dcbersetzungen und Kommentare zu Dioskurides&#8217; &#8220;De medica materia&#8221;, die er erstmals 1544 ver\u00f6ffentlichte. Das Theatrum Botanicum von Theodor Zwinger (unser Exemplar <strong>S* 52<\/strong>, 1744) ist im Kern eine erweiterte \u00dcbersetzung von Mattioli.<\/p>\n<p><strong>S* 56: Icones Plantarum Helvetiae (Haller)<br \/><\/strong>Bern 1795<br \/>Die durch den Berner Pfarrherrn und Botaniker Jacob Samuel Wyttenbach besorgte Neuausgabe der prachtvollen Kupfer zu Hallers \u00abHistoria stirpium indigenarum Helvetiae\u00bb (1768) ist eine genaue Darstellung schweizerischer Pflanzen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Besonders hervorzuheben sind die Orchideen. Das Werk wurde der Stadtbibliothek durch den Herausgeber Wyttenbach 1819 geschenkt.<\/p>\n<p><strong>S* 57a: Naturgeschichte und Abbildungen des Menschen (Schinz)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1845<br \/>Die dritte, erweiterte und erg\u00e4nzte Auflage einer anthropologischen Studie \u00fcber die indigenen V\u00f6lker verschiedener Teile der Welt. Der Autor, Heinrich Rudolf Schinz, war Professor f\u00fcr Zoologie in Z\u00fcrich, wo er die zoologische Sammlung gr\u00fcndete. Das Buch, seine Abbildungen und Beschreibungen stehen im Kontext der damaligen europ\u00e4ischen &#8220;Rassenkunde&#8221;, die nicht dem modernen Verst\u00e4ndnis von Genetik oder Evolution entspricht.\u00a0Von besonderem Interesse f\u00fcr Amerikanisten sind der neunte, zehnte und elfte Teil, die den First Nations (&#8220;Indianer&#8221;) gewidmet sind, deren lithografierte Tafeln auf Johann Carl Bodmers Werken basieren. Das Werk wurde urspr\u00fcnglich in elf Teilen mit gedruckten Umschl\u00e4gen herausgegeben, bestehend aus f\u00fcnf Lithografien und Begleittext; das vorliegende Exemplar bindet die Teile zu einem zusammenh\u00e4ngenden Band zusammen. Insgesamt 55 lithografierte Tafeln (in einigen F\u00e4llen mit mehreren Abbildungen pro Tafel).<\/p>\n<p><strong>S* 57f: Heinrich Rudolf Schinz: Naturgeschichte und Abbildungen der<\/strong> <strong>Fische<br \/><\/strong>Schaffhausen: Brodtmann, 1836. 312, VIII S.; 97 Bl\u00e4tter Tafeln.<br \/>Der Z\u00fcrcher Zoologe Heinrich Rudolf Schinz (1777\u20131862) war Professor an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich und Konservator der Z\u00fcrcher Naturforschenden Gesellschaft. Seine illustrierte Naturgeschichte, grossangelegte naturkundliche und ethnologischen Bildatlanten richtete sich an ein breites Publikum und war ein grosser Erfolg mit vielen Auflagen: Einerseits in Z\u00fcrich 1824 (S\u00e4ugetiere) und 1835 (Menschen), sodann in Leipzig 1833 (Reptilien) und 1836 (Fische). Daneben kam auch Schaffhausen zum Zug. Denn der \u00dcberlinger Lithograph, Zeichner, Drucker und Buchh\u00e4ndler Joseph Brodtmann (1787\u20131862), der in Z\u00fcrich den S\u00e4ugetiere-Band herausgegeben hatte, war von 1831 bis 1841 in Schaffhausen aktiv. Hier verlegte er den Reptilien- und den Fischeband, f\u00fcr den er 199 Bildtafeln zeichnete und lithographierte. Brodtmann erwarb zwar 1838 das Schaffhauser Stadt- und Kantonsb\u00fcrgerrecht, verkaufte aber sein Unternehmen bereits 1841 wieder und ging nach Basel. Seine B\u00fccher sind Pionierwerke aus der Fr\u00fchzeit der Lithographie. Neben den Fischen wurden von uns auch die Reptilien (S* 57e) f\u00fcr e-rara digitalisiert. Es handelt sich jeweils um einen Text- und einen Tafelband.<\/p>\n<p><strong>S* 60: Brehms Tierleben<br \/><\/strong>Hildburghausen 1864<br \/>Erstausgabe dieses ber\u00fchmten Tierlexikons in 6 B\u00e4nden (4. Auflage 1911-1918 in 13 B\u00e4nden unter S* 60a). Brehms Tierleben\u00a0(Originaltitel:\u00a0<em>Illustrirtes Thierleben<\/em>) ist ein\u00a0zoologisches\u00a0Nachschlagewerk, das durch den Sachbuchautor\u00a0Alfred Brehm\u00a0begr\u00fcndet wurde und weltweit massgeblich zur Popularisierung von Wissen \u00fcber die Tierwelt seit dem 19. Jahrhundert beitrug. Gegen 200 von Brehm beschriebene Tiere sind heute ausgestorben.<\/p>\n<p><strong>S* 61: Goethe: Beitr\u00e4ge zur Optik<br \/><\/strong>Weimar 1791-1792<br \/>Die von Goethe 1791\/92 erstmals herausgegebenen Beitr\u00e4ge zur Optik gelten als Vorarbeit seiner sp\u00e4teren Farbenlehre. Das Werk besteht aus vier Teilen: zwei gebundenen B\u00fcchlein mit dem eigentlichen Text (\u201cErstes St\u00fcck\u201d und \u201cZweites St\u00fcck\u201d) (bei uns in einem Band), einem Etui mit 27 Karten (bei uns fehlend), sowie einer grossen chromatischen Tafel von 38\u00d735 cm. Die Einzelteile von Text, Spielkarten und chromatischem Tableau gelangten von vornherein als einzelne Teile in den Verkauf gelangten, anstatt in einem einheitlichen Beh\u00e4ltnis. Das hatte dann auch zur Folge, dass Teile verloren gingen und die bei uns vorhandene grosse Tafel sehr selten ist.<\/p>\n<p><strong>S* 64: Untersuchungen \u00fcber den Mechanismus der Gebirgsbildung im Anschluss an die geologische Monographie der T\u00f6di-Windg\u00e4llen-Gruppe (Heim)<br \/><\/strong>Basel 1878. 3 B\u00e4nde<br \/>Erste und einzige Ausgabe eines der Hauptwerke von Albert Heim und dass massgebliche Werk zur alpinen Tektonik. Heim (1849-1937), Professor f\u00fcr Geologie in Z\u00fcrich, gilt als einer der Begr\u00fcnder der Kontraktionstheorie. Sein Werk enth\u00e4lt ausgezeichnete Beobachtungen \u00fcber Gesteinsdeformation (Schieferung, Streckung, Verfaltung, Deformation durch Brechen), wie sie erst wieder ab 1920 systematisch durchgef\u00fchrt wurden. Er erkl\u00e4rt darin die grosse \u00dcberschiebung der Glarner Alpen durch die These der ber\u00fchmt gewordenen &#8220;Doppelfalte&#8221;. Der dritte und Tafelband enth\u00e4lt 17 doppelblattgrosse lithographierte Tafeln, davon 14 mehrfarbig.<\/p>\n<p><strong>S* 69: Tentamen novae theoriae musicae (Euler)<br \/><\/strong>Petersburg 1739<br \/>Erstausgabe von Leonhard Eulers wichtigstem Werk \u00fcber Musik. Die Musik besch\u00e4ftigte Euler seit seiner Jugend, wie seine Notizb\u00fccher aus der Zeit in Basel zeigen, und bereits Mitte 1731 konnte er der Akademie von Petersburg in gewisser Weise als Pflichtarbeit ein musiktheoretisches Werk vorlegen, das laut den ersten Korrekturfahnen den Titel Tractatus de musica trug, aber erst acht Jahre sp\u00e4ter in Petersburg als Monografie unter dem Titel Tentamen novae theoriae musicae [Versuch einer neuen Musiktheorie]. Dieses Werk wurde sp\u00e4ter von Euler mit drei weiteren Abhandlungen fortgesetzt, die sich haupts\u00e4chlich mit der nat\u00fcrlichen Septime befassten. Im Tentamen behandelt Euler nicht nur die mathematischen Gesetze der Konsonanz, sondern auch Aspekte der Kompositionstheorie. Auf der Grundlage pythagoreischer Harmonieprinzipien, nach denen der subjektiv empfundene Grad der Sch\u00f6nheit eines Intervalls von der Einfachheit des Frequenzverh\u00e4ltnisses abh\u00e4ngt, operiert Euler mit einem zahlentheoretisch motivierten Konzept des Konsonanzgrades. Eulers Versuch wurde jedoch in seiner logischen Strenge den Anforderungen der zeitgen\u00f6ssischen Musikpraxis nicht ausreichend gerecht und galt, einem Bonmot zufolge &#8220;den Musikern als zu mathematisch und den Mathematikern als zu musikalisch&#8221;. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler.<\/p>\n<p><strong>S* 70: <\/strong><strong>Beschryving eener ongemeen groote electrizeer-machine<br \/><\/strong>Haarlem 1785 (3 B\u00e4nde)<br \/>Der grosse elektrostatische Generator (niederl\u00e4ndisch: Van Marum electriseer-machine) war und ist ein grosses handgefertigtes elektromechanisches Instrument, das von Martin van Marum entworfen und 1784 von John Cuthbertson f\u00fcr das Teyler-Museum in Haarlem gebaut wurde, wo es heute noch das Herzst\u00fcck des Instrumentenraums bildet. Das Konzept eines elektrostatischen Generators war neu, und die Anordnung aus Leidener Flaschen war die gr\u00f6sste, die jemals gebaut wurde. \u00a0Die beiden Glasscheiben des Generators haben einen Durchmesser von 1,65 Metern, und die Maschine kann eine Spannung von 330.000 Volt erzeugen. Van Marum war der Meinung, dass die mit solch enormen Entladungen erzielten Ergebnisse Ordnung in das Chaos der Konzepte \u00fcber die mysteri\u00f6se &#8220;elektrische Materie&#8221; bringen w\u00fcrden, der Erkenntniswert war aber bescheiden. Er beschrieb die Experimente mit dieser Maschine und einer in den vorliegenden drei B\u00e4nden. Die zahlreichen Illustrationen kulminieren in der ber\u00fchmten Tafel des grossen elektrostatischen Generators.<\/p>\n<p><strong>S* 71: <\/strong><strong>Recherches Sur Les Modifications De L&#8217;Atmosphere (Deluc)<br \/><\/strong>Genf 1772 (2 B\u00e4nde)<br \/>Nach seinen Forschungen auf dem Gebiet der Geologie, auf dem er ein bedeutender Vorreiter war, widmete der Genfer Naturwissenschafter Jean-Andr\u00e9 Deluc fast 20 Jahre seiner Forschung der Untersuchung atmosph\u00e4rischer Ph\u00e4nomene, insbesondere der Bestimmung von H\u00f6hen mit Hilfe eines Barometers. In diesem Zusammenhang bestieg er erstmals den Mont Buet in den Savoyer Alpen (3096m). Als echte Pioniere des Alpinismus erreichten sie am 22. September 1770 mit ihren Messinstrumenten (Barometer, Thermometer, Hygrometer usw.) den Gipfel. Der Bericht \u00fcber diese Hochgebirgstour in diesem Werk ist einer der ersten Zeugnisse des Alpinismus. Die B\u00e4nde geben die Erfahrungen wieder, die in grosser H\u00f6he mit kochendem Wasser, dem Barometer, der Ausdehnung der Luft usw. gemacht wurden. Deluc bestimmte auch die H\u00f6he des Mont Buet ziemlich und des von dort aus sehr gut sichtbaren Mont Blanc einigermassen genau. Aus der Bibliothek von Christoph Jetzler<\/p>\n<p><strong>S* 95 und S* 96: Ergebnisse Naturwissenschaftlicher Forschungen (Sarasin)<br \/><\/strong>Wiesbaden 1893-1908<br \/>Paul und Fritz Sarasin, zwei reiche Patriziers\u00f6hne und Naturforscher aus Basel, reisten um 1900 durch die asiatischen Kolonien Grossbritanniens und der Niederlande, um auf tropischen Inseln Raum f\u00fcr ihre Liebe zueinander zu finden. Zugleich verfolgten sie im kolonialen Umfeld grosse wissenschaftliche Projekte: Bei ihrer R\u00fcckkehr brachten sie Hunderttausende Pflanzen, Tiere und ethnografische Objekte mit nach Basel, wo sie das V\u00f6lkerkundemuseum gr\u00fcndeten. In Indonesien trugen sie dazu bei, dass die Niederl\u00e4nder Celebes (heute Sulawesi), eine der gr\u00f6ssten Inseln ihres Kolonialreichs erobern konnten. In Deutschland feierte man sie als Pioniere der Rassenforschung. Dank ihres Reichtums konnten die Sarasins ohne staatliche Unterst\u00fctzung aus dem Vollen sch\u00f6pfen: Auf zahlreichen Expeditionen sammelten sie so viel wie m\u00f6glich &#8211; darunter auch Sch\u00e4del &#8211; , schickten das Material in die Schweiz und legten damit den Grundstein f\u00fcr die ethnologischen und naturwissenschaftlichen Sammlung der entsprechenden Museen. Wir haben im Bestand drei B\u00e4nde ihrer Forschungen auf Ceylon (S* 96) und eine &#8220;Anthropologie der Insel Celebes&#8221; (S*95).<\/p>\n<p><strong>S* 101: Stirpium rarorum&#8230; Icones et Descriptiones (Johann Ammann)<br \/><\/strong>Petersburg 1739<br \/>Der Schaffhauser Johannes A. Ammann (1707-1741) wurde 1733 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Professor f\u00fcr Botanik in Petersburg. Er stand im Kontakt mit Linn\u00e9 und war ein fr\u00fcher Anh\u00e4nger von dessen Systematik. Dies ist sein Hauptwerk mit zahlreichen sch\u00f6nen Abbildungen. Es enth\u00e4lt Beschreibungen von 285 Pflanzen aus Osteuropa und \u201eRuthenien\u201d (heute Ukraine), erg\u00e4nzt durch 35 klare Stiche. Die Tafeln sind durchweg unsigniert, obwohl eine kleine Gravur auf dem Widmungsblatt von Ammans Werk von P[hilipp] G[Georg] Mattarnovy (\/Filip Jegorovitch, 1716-1742) signiert ist, einem schweizerisch-italienischen K\u00fcnstler, der an die Akademie von St. Petersburg berufen wurde. Beide M\u00e4nner standen in Briefkontakt mit Linn\u00e9 und schickten sogar seltene russische Exemplare und Setzlinge nach Schweden. Das Exemplar wurde von der Stadtbibliothek 1974 antiquarisch angekauft.<\/p>\n<p><strong>S* 107: Schweizerische Obstsorten<br \/><\/strong>Aarau 1896<br \/>Zweite Auflage eines der ber\u00fchmtesten Werke der &#8220;Pomologie&#8221; oder Apfelkunde. Zwischen 1863 und 1872 wurden im Auftrag des Schweizerisch-landwirtschaftlichen Vereins 200 in der Schweiz verbreitete Apfel- und Birnensorten wissenschaftlich gezeichnet und beschrieben. Die Zeichnungen in nat\u00fcrlicher Gr\u00f6sse schuf der Schweizer Kunstmaler Salomon B\u00fchlmeier aus Trogen. Sie wurden vom renommierten Lithographen Johann Trieblhorn in St. Gallen in Farbdruck umgesetzt und enthalten jeweils zwei Abbildungen der kompletten Frucht, einen Querschnitt des Fruchtinneren und einen kolorierten Zweig mit unkolorierten Bl\u00e4ttern.\u00a0Aufgenommen sind diejenigen \u00c4pfel und Birnen, die von der pomologischen Kommission des Vereins aufgrund ihrer Eignung und Verbreitung in der Schweiz ausgew\u00e4hlt worden waren. Zu jeder Frucht\u00a0geh\u00f6ren Kommentare zu Namen und Synonymen, Abstammung und Verbreitung, Baumeigenschaften, Fruchtbeschreibung, Nutzung und Zubereitung. Diese schweizerische Obsterhebung d\u00fcrfte die erste Pomologie \u00fcberhaupt gewesen sein, die mit Farblithographien illustriert war. Die originalen Zeichnungen wurden dem Schweizerischen Polytechnikum, heute ETH, als Eigentum \u00fcbergeben. Sie sind auf\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.e-manuscripta.ch\/search\/quick?query=b%C3%BChlmeier+salomon\">e-manuscripta.ch<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Unsere Ausgabe ist die zweite Ausgabe und erschien als gebundene Einheit und nicht in Lieferungen wie die Erstausgabe; sie ist ein Geschenk des Kantonalen Gartenbauvereins an die Stadtbibliothek.<\/p>\n<p><strong>S* 124: Abbildungen der vorz\u00fcglichsten und haupts\u00e4chlichsten Traubensorten W\u00fcrttembergs<br \/><\/strong>Stuttgart 1860<br \/>Im Auftrag der &#8220;K\u00f6niglichen W\u00fcrttembergischen Centralstelle f\u00fcr die Landwirthschaft&#8221; herausgegebenes Tafelwerk in hervorragender Druckqualit\u00e4t. Die ganzseitigen farbigen Abbildungen zeigen die alten, heute teilweise fast ausgestorbenen Traubensorten Silvaner, weisser Elbling, schwarzblauer Klevner, schwarzer Burgunder, schwarzblauer Trollinger, wei\u00dfer und roter Riesling, wei\u00dfer Malvasier, weissgelber Muscateller, weisser Gutedel, Schwarzurban, blauer Portugieser, blauer Lemberger, roter Malvasier, weisser Burgunder, schwarzblauer Affenthaler, weisser Rothgipfler und blauer Liverdon. Interessant ist auch der Zeitpunkt der Publikation &#8211; unmittelbar vor der Reblausinvasion der amerikanischen Reblaus, die ab 1865 grosse Teile der europ\u00e4ischen Rebbaugebiete verheerte. Aus der Bibliothek des Naturhistorischen Museums.<\/p>\n<p><strong>S* 146: Essai sur l&#8217;histoire naturelle des corallines<br \/><\/strong>Den Haag 1756<\/p>\n<p>Erste und einzige Ausgabe der franz\u00f6sischen \u00dcbersetzung dieses interessanten Werks \u00fcber die Naturgeschichte der Korallen an den englischen K\u00fcsten. Die vorliegende Ausgabe erscheint nur ein Jahr nach dem englischen Original. John Ellis (1710\u20131776) war ein irischer Naturforscher, seit 1754 Mitglied der Royal Society und in brieflichem Kontakt mit Carl von Linn\u00e9. 39 sch\u00f6ne kolorierte Illustrationen, gestochen von James Kirk, J. Mynde und H. Roberts nach Zeichnungen von Ehret gestochen. Aus der Bibliothek des naturhistorischen Museums, Geschenk von &#8220;v. Liliencron&#8221; (wahrscheinlich der Apotheker Carl Friedrich von Liliencron (1834-1904), Mitglied der NfG.<\/p>\n<p><strong>S* 149: Versuch einer Naturgeschichte der Krabben und Krebse (Herbst)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1782<strong><br \/><\/strong>Johann Friedrich Wilhelm Herbst (1743\u20131807) war ein deutscher Naturforscher und Entomologe sowie Theologe und Kaplan der preu\u00dfischen Armee. Sein &#8220;Versuch einer Naturgeschichte der Krabben und Krebse\u201d erschien in mehreren Teilen zwischen 1782 und Mitte der 1790er Jahre in Z\u00fcrich und Berlin in einem oder mehreren B\u00e4nden. Es war das erste umfassende Werk \u00fcber Krustentiere und enth\u00e4lt Beschreibungen und Illustrationen bisher unbekannter Arten. Unser Exemplar aus der Bibliothek des Naturhistorischen Museums enth\u00e4lt sch\u00f6ne kolorierte Illustrationen. <\/p>\n<p><strong>S* 150: Dr. Sulzers abgek\u00fcrzte Geschichte der Insecten<br \/><\/strong>Winterthur 1776<br \/>Erste und einzige Ausgabe eines der prachtvollsten Insektenb\u00fccher des 18. Jahrhunderts, bei dem die heute noch weitgehend kanonische Klassifizierung der Arten und deren bin\u00e4re Nomenklatur des schwedischen Naturforschers Carl von Linn\u00e9 (1707-1778 ) noch zu dessen Lebzeiten konsequente Anwendung fand. Der Schweizer Arzt und Entomologe Johann Heinrich Sulzer (1735-1814) f\u00fchrt hier die Insekten von K\u00e4fern \u00fcber Schmetterlinge bis hin zu Krebsen und kleinen Meerestieren vor. 32 \u00fcberaus fein gezeichneten, pr\u00e4zise gestochene und in leuchtende kolorierten Tafeln des Basler Malers Johann Rudolph Schellenberg (1740-1806) schm\u00fccken den zweiten Teil des Werks. Aus der Bibliothek des Naturhistorischen Museums.<\/p>\n<p><strong>S* 167: Kr\u00e4uterbuch des Leonhart Fuchs<br \/><\/strong>Basel 1543<br \/>Erste deutsche Ausgabe eines der ber\u00fchmtesten und sch\u00f6nsten Kr\u00e4uterb\u00fccher, erschienen ein Jahr nach der lateinischen Erstausgabe mit vielen Fehlerkorrekturen und f\u00fcnf zus\u00e4tzlichen Holzschnitten. Leonhart Fuchs (1501-1566) war ein bedeutender Arzt und Botaniker der fr\u00fchen deutschen Reformation. Nach Abschluss seines Medizinstudiums in Ingolstadt und einer Lehrt\u00e4tigkeit an dieser Universit\u00e4t zog er nach T\u00fcbingen. Dort diente er Herzog Ulrich von W\u00fcrttemberg und trug massgeblich zur Reform der \u00f6rtlichen Universit\u00e4t bei. Die Pflanze und die Farbe Fuchsia sind nach ihm benannt. Fuchs verfasste zahlreiche medizinische Kommentare und Abhandlungen, doch dieses Kr\u00e4uterbuch ist sein bedeutendstes Werk. Wie er im Vorwort des Werks erkl\u00e4rt, wollte er mit seiner eigenen deutschen \u00dcbersetzung ein breiteres Publikum erreichen als lateinische Gelehrte und \u00c4rzte, die seit der Antike und dem Mittelalter Kr\u00e4uterb\u00fccher als grundlegendes medizinisches Hilfsmittel sch\u00e4tzten und die lateinische Erstausgabe des Werks begeistert begr\u00fcsst hatten. Den Lesern wurde ein Index der mit Kr\u00e4utern behandelbaren Krankheiten zur Verf\u00fcgung gestellt, um die Konsultation zu erleichtern. Fuchs&#8217; botanische Beschreibungen sind sehr genau und stellen im Vergleich zu fr\u00fcheren Kr\u00e4uterb\u00fcchern einen bedeutenden Fortschritt dar. Das Werk enth\u00e4lt \u00fcber 500 Holzschnitte, die jeweils mit einer detaillierten Illustration versehen sind. Darunter sind die ersten Beschreibungen mehrerer neu entdeckter amerikanischer Pflanzen wie K\u00fcrbis, Chili, Buschbohne und Mais (f\u00e4lschlicherweise als t\u00fcrkisches Produkt angesehen). Das Werk war sehr einflussreich, wurde mehrfach nachgedruckt und in die wichtigsten europ\u00e4ischen Sprachen \u00fcbersetzt; seine Holzschnitte wurden in allen sp\u00e4teren Ausgaben und auch in anderen Kr\u00e4uterb\u00fcchern weiterverwendet. Die Zeichnungen wurden von Albert Meyer angefertigt, wobei er sich weitgehend auf die Pflanzen st\u00fctzte, die Fuchs in seinem Garten in T\u00fcbingen gesammelt hatte. Heinrich F\u00fcllmaurer \u00fcbertrug die Illustrationen auf Holzbl\u00f6cke, die sp\u00e4ter von Veit Rudolph Speckle geschnitten wurden. Den drei K\u00fcnstlern wurde die einzigartige Ehre zuteil, dass ihre Portr\u00e4ts in das Buch aufgenommen wurden. Wir haben zwei Exemplare dieser Ausgabe, beide mit kolorierten Holzschnitten. Exp. 1 hat einen Besitzvermerk Johannes von Ziegler von 1789. Exp. 2 einen Vermerk von 1580 von Henricus a Kyntzich (wohl Konz bei Trier?) und einen zweiten (Namen nicht entziffert) von 1642 (?).<\/p>\n<p><strong>S* 179: Sammelband aus der Bibliothek des Naturhistorischen Museums<br \/><\/strong>Der Band enth\u00e4lt drei unterschiedliche Werke. Zum ersten das <strong>&#8220;Gazophylacium Rerum Naturalium&#8221;<\/strong> (Leipzig 1733). Es handelt sich um eine sp\u00e4tere Auflage der Beschreibung der Wunderkammer der N\u00fcrnberger Familie Besler (Erstausgabe 1642). Mit kurzen gestochenen Beschreibungen neben den Darstellungen. Gezeigt werden zahlreiche seltene Mineralien, exotische Muscheln, darunter einige groteske Muschel-Objekte in der Art des Arcimboldo, Gemmen und M\u00fcnzen der Antike und des Mittelalters, dazu Knochen und Pr\u00e4parate exotischer Tiere. Das zweite Werk ist das <strong>&#8220;Herbarium Diluvianum Collectum&#8221; <\/strong>(Z\u00fcrich 1709) von Johann Jakob Scheuchzer in der Erstausgabe. Die Titelvignette nach J. M. F\u00fcssli von J. H. Huber zeigt eine Landschaft mit der Arche Noah. Die sch\u00f6nen Stiche zeigen Fossilien von Pflanzen, die der Z\u00fcrcher Naturforscher f\u00fcr Relikte der Sintflut hielt. Ganz etwas anderes ist der dritte Titel in dem Band: <strong>&#8220;Die Beschreibung von Carolina, Florida und den Bahamischen Inseln&#8221;<\/strong> (N\u00fcrnberg 1755) des englischen Naturforschers Marcus Catesby. Leider ist unsere Ausgabe ohne Illustrationen &#8211; es ist n\u00e4mlich die erste Beschreibung der nordamerikanischen Fauna und Flora<\/p>\n<p><strong>S* 181: Icones Helminthum (Bremser)<br \/><\/strong>Wien 1824<br \/>Das grossformatige Werk aus der Bibliothek der Naturforschenden Gesellschaft enth\u00e4lt 12 Seiten und 18 ganzseitige handkolorierte gravierte Tafeln von Heinrich Mansfeld nach Zeichnungen von Johannes Gottfried Bremser. Erstausgabe eines der fr\u00fchesten Werke zur Helminthologie, der Lehre von parasit\u00e4ren W\u00fcrmern. Die wundersch\u00f6n ausgef\u00fchrten Tafeln wurden vom Kurator des Wiener Naturhistorischen Kabinetts angefertigt und illustrieren die Exemplare aus der Sammlung des Kabinetts sowie einige seltene Exemplare aus anderen Sammlungen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;8 T: L\u00e4nder, V\u00f6lker, Reisen&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 8&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 8&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>8 T: L\u00e4nder, V\u00f6lker, Reisen<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 8&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Zu dieser Thematik (ca. 1350 Titel) finden sich die B\u00fccher unter den Signaturen mit <strong>T<\/strong> (<strong>TA<\/strong>,<strong> TB<\/strong>,<strong> TC <\/strong>etc.) sehr differenziert in Sachgruppen aufgeteilt. <strong>TA<\/strong> bis <strong>TD<\/strong> bezeichnen den Altbestand zur L\u00e4nder- und V\u00f6lkerkunde sowie Geographie und Kosmographie. <strong>TEa<\/strong> bis <strong>TEg<\/strong> umfassen \u2013 regional und kontinental geordnet &#8211; Reisebeschreibungen, Expeditionsberichte und Missionsreisen, Entdeckungsreisen und Reisetageb\u00fccher: um die Welt und in mehrere L\u00e4nder (<strong>TEa<\/strong> und <strong>TEb<\/strong>), Reisen in Europa (<strong>TEc<\/strong>), solche in Asien (<strong>TEd<\/strong>), welche in Afrika (<strong>TEf<\/strong>) und zuletzt jene in Amerika und Australien (<strong>TEg<\/strong>). Ein betr\u00e4chtlicher Teil dieses wertvollen Bestandes tr\u00e4gt den Vorbesitz der beiden Schaffhauser Johannes von M\u00fcller und Johann Georg M\u00fcller und ist nach deren Tod auf die Stadtbibliothek gekommen. Die kontinentale Aufteilung zeigt einen stolzen Besitzstand: Europa 200 Titel, Asien 148 Titel, Amerika und Australien 125 Titel, Afrika 102 Titel mit Druckjahren vor 1900. Unter das Grossformat <strong>T* <\/strong>fallen die wichtigen topographischen Werke von Matth\u00e4us Merian d. Ae. und Martin Zeiller (<strong>T* 21<\/strong>) sowie verschiedene grundlegende Atlanten und Landkarten. Zu Russland finden sich u.a. die Publikationen von Johann Georg Gmelin <em>Reise durch Sibirien<\/em> <em>von dem Jahr 1733 bis 1743<\/em> (4 Bde., G\u00f6ttingen 1751-1752, <strong>TEb 41<\/strong>), Samuel Gottlieb Gmelin <em>Reise durch Russland<\/em> <em>zur Untersuchung der drey Natur-Reiche<\/em> (4 Bde., Petersburg 1770-1784, <strong>TEd 57<\/strong>) und Peter Simon Pallas <em>Reise durch verschiedene Provinzen<\/em> <em>des russischen Reiches<\/em> (3 Bde., Petersburg 1771-1776, <strong>TEb 42a<\/strong>). Zu Arabien: z.B. Carsten Niebuhr&#8217;s <em>Reisebeschreibung nach Arabien und<\/em> <em>andern umliegenden L\u00e4ndern<\/em> (3 Bde., Kopenhagen, Hamburg 1774-1837, <strong>TEd 22<\/strong>). Zu Asien: z.B. Johann Neuhofs <em>Die Gesandtschaft der Ostindischen Gesellschaft der<\/em> <em>Niederlande 1655-1657<\/em> (Amsterdam 1666, <strong>TEd 61<\/strong>), des Jesuiten Engelbert Kaempfer <em>Geschichte und<\/em> <em>Beschreibung von Japan<\/em> (2 Bde., Lemgo 1777-1779, <strong>TD 147<\/strong>). Zu Afrika: z.B. James Bruces&#8217; <em>Reisen zur Entdeckung der Quellen des Nils<\/em> (5 Bde., Leipzig 1790-1791, <strong>TEf 7<\/strong>). Zu Amerika: z.B. Georg Forsters <em>Geschichte der Reisen, die seit Cook an der Nordwest-<\/em> <em>und Nordost-K\u00fcste von Amerika unternommen worden sind<\/em> (3 Bde., Berlin 1791, <strong>T*<\/strong> <strong>59<\/strong>). Zu den Atlanten und Landkarten: Claudius Ptolem\u00e4us&#8217; Cosmographia (Pt. de Turre 1490, <strong>Inc.<\/strong> <strong>XLIV<\/strong>), <em>Tabula itineraria Peutingeriana<\/em> (Leipzig 1824, <strong>T* 29<\/strong>), Guilelmus Blaeuw, <em>Novus Atlas, d.i. Weltbeschreibung<\/em> (3 Bde., Amsterdam 1641-1642, <strong>T* 8b<\/strong>).<\/p>\n<p><strong>T* 1: Theatrum Orbis Terrarum (Ortelius)<br \/><\/strong>Antwerpen 1580<br \/>Der vom fl\u00e4mischen Kartographen\u00a0Abraham Ortelius (1527-1598)\u00a0ver\u00f6ffentlichte Weltatlas wurde erstmals 1570 in\u00a0Antwerpen\u00a0gedruckt\u00a0und besteht aus einer Sammlung von Kartenbl\u00e4ttern, die durch einen in Buchform gebundenen Text vervollst\u00e4ndigt werden. Ortelius hat den Atlas in regelm\u00e4ssigen Zeitabst\u00e4nden \u00fcberarbeitet, erweitert mehrfach neu herausgegeben. Er wird als Zusammenfassung des\u00a0kartografischen\u00a0Wissens des 16.\u00a0Jahrhunderts angesehen und gilt als der erste (oder einer der ersten) echte Atlas im modernen Sinne: eine Sammlung einheitlicher Kartenbl\u00e4tter und begleitender Texte, die zu einem Buch gebunden wurden, f\u00fcr das eigens Kupferdruckplatten graviert wurden. Viele seiner Karten basieren auf Quellen, die entweder nicht mehr existieren oder die sehr selten sind. Ortelius war der erste, der seine Quellen systematisch angab; so f\u00fcgte er dem Atlas ein einmaliges Quellenverzeichnis bei, den &#8220;Catalogus Auctorum&#8221;. Die wichtigste Quelle f\u00fcr einen Grossteil von Ortelius&#8217; Kartografie war die einflussreiche Weltkarte von Gerardus Mercator (1512\u20131594) aus dem Jahr 1569. Entscheidend f\u00fcr den Erfolg des Theatrum war die prestigereiche Antwerpener Druckerei von Christoph Plantin (oder Christoffel Plantijn), die 1579 die Verantwortung f\u00fcr den Druck des Atlas \u00fcbernahm.<\/p>\n<p><strong>T* 2: The english pilot (mediterranean sea)<br \/><\/strong>London 1763<br \/>Der English Pilot war ein wichtiger britischer nautischer Atlas, der von 1671 bis 1803 ver\u00f6ffentlicht wurde. Er wurde von John Seller konzipiert und von anderen Herausgebern wie Charles Price, John Thornton und der Firma Mount&amp;Page weitergef\u00fchrt. Der vorliegende Teil III, erstmals 1703 und in gegen 20 Auflagen erschienen, deckt das gesamte Mittelmeer in 14 Abschnitten ab und enth\u00e4lt ein Frontispiz, einen beschreibenden Text und siebzehn Karten. Die Karten waren als Navigationskarten gedacht und daher von grosser Genauigkeit. Das Werk enth\u00e4lt eine grosse Seekarte des Mittelmeers und nautische Pl\u00e4ne der H\u00e4fen und Buchten von (u.a.) Neapel, Tunis und Alexandria.<\/p>\n<p><strong>T* 3: Germania Inferior (Petrus Kaerius)<br \/><\/strong>Amsterdam 1617<br \/>Pieter Van den Keere (Petrus Kaerius, *Gent 1571) lernte in London bei seinem Schwager Jodocus Hondius das Metier des Kupferstechers. 1593 \u00fcbersiedelten Keere und Hondius nach Amsterdam. Im Jahr 1610 richtete er in der Kalverstraat eine Werkstatt ein, die er &#8216;In den onseeckeren tijd&#8217; (In der unsicheren Zeit) nannte. In dieser Zeit fertigte er zahlreiche Kupferstiche an, darunter die Karten f\u00fcr seinen Atlas der Niederlande. Dieser, genannt &#8220;Germania Inferior&#8221; erschien 1617 und ist der erste Atlas der Niederlande im Folioformat. Der Text f\u00fcr den Atlas, sowohl auf Niederl\u00e4ndisch als auch auf Franz\u00f6sisch, wurde von Petrus Montanus verfasst. Ber\u00fchmt ist insbesondere die Karte &#8220;Leo Belgicus&#8221;, der belgische L\u00f6we, die Belgien und die Niederlande in L\u00f6wenform darstellt, Symbol reformierter St\u00e4rke; erstmals durch Michael von Aitzing (1583).<\/p>\n<p><strong>T* 4 und TEb 5: Reise um die Erde (Erman)<br \/><\/strong>Berlin 1833-1838<br \/>Adolph Erman (1806-1877) legte mit diesem grossen Werk \u00fcber seine Expedition in den Jahren 1828-1830 einen der bedeutendsten Berichte des 19. Jahrhunderts \u00fcber Sibirien, Russland, Russisch-Amerika und den n\u00f6rdlichen Pazifik vor. Er reiste 1828 von Berlin aus zum Ural und erforschte von Obdorsk aus die n\u00f6rdlichen Teile des Gebirges. Im Winter 1828-29 zog er von Tobolsk nach Irkutsk, von wo er Ende des Sommers 1829 die Reise nach Kamtschatka fortsetzte. \u00dcber Kalifornien und Tahiti kehrte er nach Europa zur\u00fcck. Der vorgesehene Band \u00fcber diesen letzten Teil der Reise ist nie erschienen. Seine Expedition, die vor allem erdmagnetische Bestimmungen zum Ziel hatte, erbrachte reichste wissenschaftliche Ergebnisse auf verschiedensten Gebieten. So geh\u00f6rt sein Bericht zu den vielseitigsten und aufschlussreichsten Beschreibungen, die die Reise- und Forschungsliteratur im 18. und 19. Jahrhundert \u00fcber Nord-Asien aufzuweisen hat. Besondere Bedeutung kommt seinen Reisen in Kamtschatka zu. Drei B\u00e4nde und ein Tafelband.<\/p>\n<p><strong>T* 6: Journal du voyage du chevalier Chardin en Perse et aux Indes orientales, par la Mer Noire et par la Colchide. Premi\u00e8re partie, qui contient le voyage de Paris \u00e0 Ispahan<br \/><\/strong>London 1686.<br \/>Jean Chardin (1643-1713), ein franz\u00f6sischer Hugenotte, beschreibt darin kenntnisreich und interessiert die Sitten und Gebr\u00e4uche der L\u00e4nder, die er auf einer Handelsreise \u00fcber Georgien und Armenien in den Iran kennenlernt. Sch\u00f6ne Stiche illustrieren den grossformatigen Band. Chardins Reise nach Persien startete 1671. Ausgangspunkt war das heutige Izmir; \u00a0\u00fcber Istanbul und das Schwarze Meer gelangte er nach Migrelien, einer Landschaft im Westen Georgiens am Schwarzen Meer. \u00dcber Tiflis und Eriwan ging es weiter in das Gebiet der heutigen autonomen Republik Nachitschewan, einer Exklave Aserbaidschans, zwischen\u00a0 Iran und Armenien. N\u00e4chste Etappen waren die St\u00e4dte T\u00e4bris, Saweh und Ghom im Norden des heutigen Irans. Von dort reiste Chardin ins zentrale Hochland Persiens nach Kaschan und schlie\u00dflich nach Isfahan. Chardins Informationen sind weitreichend: Sie umfassen landeskundliche Themen, die Geschichte, die Wissenschaften und K\u00fcnste, die Religion, das Gewerbe und den Handel, Fauna und Flora, das Klima, Beschreibungen einzelner St\u00e4dte und Siedlungen und die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse. Chardin verliess Frankreich im Jahre 1681 und liess sich in London nieder. Von Charles II wurde er zum Ritter geschlagen; nach seinem Tod fand er die letzte Ruhe in Westminster Abbey.<\/p>\n<p><strong>T* 8a: Appendix Theatri Ortelii et Atlantis G. Mercatoris (Willem Blaeu)<br \/><\/strong>Amsterdam 1631<br \/>Grossformatiger Atlas mit Karten Europas (besonders detailliert die Regionen Deutschlands, der Niederlande und Frankreichs) und v.a.\u00a0 S\u00fcdamerikas. Zweite Auflage des Atlas von Willem Blaeu mit vielen zus\u00e4tzlichen Karten (EA 1630). Zuvor hatte sich Blaeus Kartent\u00e4tigkeit weitgehend auf die Herstellung von Einzelkarten beschr\u00e4nkt. Sein Appendix enthielt nun aber Karten auf dem neuesten Stand &#8211; teilweise verwendete er auch Karten von Hondius, dessen Druckplatten er 1629 erworben hatte. Sein Atlas war damit eine direkte und k\u00fchne Herausforderung an die Vorherrschaft der Atlanten von Mercator und Hondius. Er leitete eine Periode intensiven Wettbewerbs in der kartografischen Gemeinschaft ein. Dazu <strong>T* 8b: Novus Atlas, das ist Weltbeschreibung<\/strong> (in drei B\u00e4nden, Amsterdam 1641-1642).<\/p>\n<p><strong>T* 10 und 10a: Vermehrte Archontologia Cosmica (Abelin)<br \/><\/strong>Frankfurt\/Main 1646 bzw. 1695<br \/>Der Strassburger Johann Philipp Abelin (1600-1634) \u00fcbersetzte in diesem Werk Pierre d&#8217;Avitys &#8221;\u00a0Les Estats, empires, et principaut\u00e9z du monde&#8221;, das ab 1613 in Paris erschienen war und als wichtige franz\u00f6sische Kosmographie gilt. Im Unterschied zum Original enth\u00e4lt die \u00dcbersetzung zahlreiche Landkarten und St\u00e4dte-Ansichten (u.a.Breslau, Budapest, Krakau, Lissabon, Moskau und die von zwei Platten gedruckten Prospekte von Berlin, Braunschweig, Hannover, Bordeaux, London, Paris, Prag, Venedig u. Konstantinopel, viele davon nach Matthias Merian.<\/p>\n<p><strong>T* 13: Cosmographia (M\u00fcnster)<br \/><\/strong>Basel 1559<br \/>Sebastian M\u00fcnster (1488\u20131552), geboren in Ingelheim bei Mainz, war Geograf, Kartograf, Theologe und Hebraist. 1540 ver\u00f6ffentlichte er in Basel den Atlas \u201eGeographia\u201c, der teilweise auf Ptolem\u00e4us basierte.\u00a0 Ab 1544 erweiterte er das Projekt zu seiner \u201eCosmographia\u201d und f\u00fcgte weitere detailliertere geografische und topografische Beschreibungen und Illustrationen hinzu, so dass es sich bei seinem Werk faktisch um eine historisch-geographische Enzyklop\u00e4die handelt. Die Karten und Holzschnitte (einige davon von Hans Holbein dem J\u00fcngeren) z\u00e4hlen zu den bedeutendsten des 16. Jahrhunderts, darunter eine der fr\u00fchesten Darstellungen Amerikas als ganzer Kontinent. Die Kosmographie von Sebastian M\u00fcnster (1488\u20131552) war eines der erfolgreichsten und beliebtesten B\u00fccher des 16. Jahrhunderts und erlebte innerhalb von 100 Jahren 24 Auflagen.und war von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Wiederbelebung des Interesses an Geographie im Europa des 16. Jahrhunderts. Dies ist die vierte Ausgabe mit sch\u00f6nen doppelseitigen Stadtansichten, die erstmals in der Ausgabe von 1550 erschienen waren. Sie enth\u00e4lt eine aktualisierte Fassung des Abschnitts \u00fcber die Neue Welt einschliesslich Verweisen auf die Reisen von Vespucci, Magellan und anderen. Auch Schaffhausen findet Erw\u00e4hnung, abgebildet ist der Rheinfall. Unser Exemplar stammt vom Engener Pfarrer Wolfgang Keller. Unter <strong>T* 12<\/strong> haben wir eine deutsche Fassung der Kosmographie (Basel 1598), in der sowohl Schaffhausen wie auch der Rheinfall mit einem kleinen Holzschnitt gew\u00fcrdigt werden. Dieses Exemplar stammt aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>T* 14: Opusculum geographicum rarum (Myritius)<br \/><\/strong>Ingolstadt 1590<br \/>Seltenes fr\u00fches geografisches und astronomisches Werk mit zahlreichen Holzschnitten im Text, mehreren Volvellen (in unserem Exemplar leider fehlend) und einer sch\u00f6nen Weltkarte in Holzschnitt. Die Karte scheint auf einer der kleinen Weltkarten von Gastaldi zu basieren, m\u00f6glicherweise aus einer der verschiedenen Ausgaben des venezianischen Ptolem\u00e4us.\u00a0Bemerkenswert an der Karte ist der grosse imagin\u00e4re Kontinent in der s\u00fcdlichen Polarregion und die Darstellung von Amerika und Asien als einer verbundenen Landmasse. Entsprechend nennt der konservative Kartograph Amerika immer noch &#8220;India Orientalis&#8221;. Der wenig bekannte Kartograph Johannes Myritius war geb\u00fcrtiger Malteser, lebte jedoch als Kommandant des Johanniterordens in Regensburg. In der Schweiz scheinen wir das Werk als einzige zu haben, in deutschen Bibliotheken scheint es verbreiteter. Es wurde der Stadtbibliothek bereits 1640 geschenkt.<\/p>\n<p><strong>T* 16: Germania antiqua (Cl\u00fcver)<br \/><\/strong>Leiden 1616<br \/>Erstausgabe von Philipp Cl\u00fcvers (1580\u20131622) grossem Werk \u00fcber Germanien und die Germanen im Altertum. Es beginnt mit einem Gedicht von Daniel Heinsius an Cl\u00fcver, gefolgt von Tacitus&#8217; \u201eLiber de Germania\u201d in der Textausgabe von Lipsius. Enth\u00e4lt einige Darstellungen von grimmigen germanischen Kriegern und Karten. Unter T* 16a und T* 16b stehen zwei B\u00e4nde, in denen Karten von Cl\u00fcver zu Atlanten gebunden sind, jedoch ohne Titelblatt. Sie betreffen Europa und Asien und mit je einer Karte Afrika und die Amerikas. Darunter sind auch historische Karten antiker V\u00f6lker usw. &#8211; gilt doch Cl\u00fcver auch als einer der Begr\u00fcnder der historischen Geographie.<\/p>\n<p><strong>T* 21: Topographia (Germaniae) (Zeiller\/Merian)<br \/><\/strong>Unter dieser Signatur stehen 18 B\u00e4nde der Topographie Zeidlers mit den Kupferstichen Matthias Merians. Die Topographia Germaniae ist eines der Hauptwerke des Kupferstechers und Verlegers Matth\u00e4us Merian des \u00c4lteren. Er schuf sie gemeinsam mit Martin Zeiller (1589\u20131661) aus Ulm, der f\u00fcr die Texte verantwortlich war. Das Werk zeigt in erst 16, sp\u00e4ter 30 B\u00e4nden sehr detailliert mehr als 2&#8217;000 Ansichten von bemerkenswerten St\u00e4dten, Kl\u00f6stern und Burgen des Heiligen R\u00f6mischen Reiches. Sie sind von besonderem Interesse, weil sie oft den Zustand der St\u00e4dte vor dem oder eben auch w\u00e4hrend des Dreissigj\u00e4hrigen Krieges dokumentieren. Die Exemplare aus dem Vorbesitz von Tobias Holl\u00e4nder (Besitzvermerke von 1659 bis 1661) sind zumeist Erstausgaben; im Einzelnen:<br \/><strong>T* 21\/1 Topographia Helvetiae <\/strong>(Frankfurt\/Main 1642). Enth\u00e4lt viele Abbildungen von Schweizer St\u00e4dten und Orten, Schaffhausen fehlt jedoch in unserem Exemplar, wie auch Z\u00fcrich und Luzern. Diessenhofen und der Rheinfall sind hingegen vertreten, ebenso Winterthur und Eglisau.<br \/><strong>T* 21\/2 Topographia Sueviae <\/strong>(Ffm 1643). Enth\u00e4lt die Abbildungen Schwabens, darunter auch Bodensee-Orte wie Arbon (sic), Buchhorn, Engen, den Hohentwiel, Lindau, Insel Mainau, \u00dcberlingen. Konstanz fehlt.<br \/><strong>T* 21\/3 Topographia Alsatiae <\/strong>(Ffm 1644). Enth\u00e4lt die els\u00e4ssischen St\u00e4dte.<br \/><strong>T* 21\/4 Topographia Bavariae <\/strong>(Ffm 1644). Enth\u00e4lt die bayrischen St\u00e4dte. In zwei Exemplaren vorhanden (Ex2 aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller).<br \/><strong>T* 21\/5 und T*21\/6 Topographia Palatinatus Rheni <\/strong>(Ffm 1645). Enth\u00e4lt die St\u00e4dte der Pfalz. Das zweite Exemplar (\/6) ist aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller.<br \/><strong>T* 21\/7: Topographia Archiepiscopatu Moguntensis (Ffm 1646) <\/strong>&#8211; Erzbistum Mainz, Trier und K\u00f6ln.<br \/><strong>T* 21\/8 Topographia Hassiae <\/strong>(Ffm [1646]). Enth\u00e4lt die St\u00e4dte Hessens.<br \/><strong>T* 21\/9 Topographia Provinciarum Austriacarum <\/strong>(Ffm 1649). Enth\u00e4lt die \u00f6sterreichischen St\u00e4dte.<br \/><strong>T* 21\/10 Topographia Bohemiae <\/strong>(Frankfurt\/Main 1650). Enth\u00e4lt die St\u00e4dte B\u00f6hmens und M\u00e4hrens, darunter mehrere sehr sch\u00f6ne Ansichten von Prag.<br \/><strong>T* 21\/11 Topographia Saxoniae<\/strong> (Frankfurt\/Main 1650) mit den Ansichten der St\u00e4dte in Sachsen und Th\u00fcringen.<br \/><strong>T* 21\/12 Topographia <\/strong>[von Brandenburg und Pommern] (Ffm 1653).<br \/><strong>T* 21\/13 Topographia Saxoniae Inferioris <\/strong>(Ffm 1653) mit den Ansichten der St\u00e4dte Niedersachsens.<br \/><strong>T* 21\/14 Topographia [des Herzogtums Braunschweig]<\/strong> (Ffm 1654).<br \/><strong>T*21\/15 Topographia Galliae <\/strong>(Ffm 1655-1656). In drei B\u00e4nden (ohne Besitzvermerk Tobias Holl\u00e4nder!). Band 15.1 enth\u00e4lt die B\u00fccher 1 und 2 mit u.a. Paris (1655-1656). Band 15.2. enth\u00e4lt die B\u00fccher 3 bis 8 (Champagne, Burgund, Lyon, Auvergne, Angoul\u00e8me, Normandie) (1656-1657). Band 15.3. enth\u00e4lt die B\u00fccher 9 bis 13 mit der Bretagne, B\u00e9arnais, Bordeaux, dem P\u00e9rigord, der Gascogne, dem Languedoc, der Provence und der Dauphin\u00e9 (1661)<br \/><strong>T* 21\/16 Topographia Germaniae Inferioris<\/strong> (Frankfurt\/Main 1659), wieder mit Besitzvermerk Tobias Holl\u00e4nder, diesmal von 1659, evt. also der erste Band in seinem Besitz. Enth\u00e4lt die St\u00e4dte der Niederlande und Flanderns sowie des Burgunds.<br \/><strong>T* 21\/17 Topographia Westphaliae <\/strong>(Ffm wohl 1647) mit den Ansichten der St\u00e4dte Westfalens.<br \/><strong>T* 21\/18 Topographia Franconiae <\/strong>(Ffm 1648) mit den St\u00e4dten Frankens.<\/p>\n<p><strong>T* 22: Italia (Giovanni Antonio Magini)<br \/><\/strong>Bologna 1620<br \/>Folio (43,5 x 54 cm.): [1] Blatt (gestochene Titelseite), 20 Seiten, 61 gestochene und ungefaltete Karten (58 davon doppelseitig); gestochene allegorische Titelseite von Oliviero Gatto. Erstausgabe des ersten Atlas von Italien. Giovanni Antonio Magini (1555-1617) war ein italienischer Astronom, Astrologe, Mathematiker und Kartograph. Als Astronom vertrat Magini das geozentrische System, gegen\u00fcber dem heliozentrischen System des Kopernikus, das sich durch die Arbeiten von Kepler und Galilei erst langsam durchzusetzen begann. Als Kartograph war sein Lebenswerk die Erstellung des vorliegenden Atlas von Italien, der 1620 posthum von Maginis Sohn gedruckt wurde. Dieser enth\u00e4lt Karten aller italienischen Regionen inklusive der Inseln, mit genauer Nomenklatur und historischen Anmerkungen. Obwohl Magini die Kartierung nicht selbst vornahm, zog er Materialien heran, die bis dato nie verwendet worden waren und schuf daraus Karten von grosser Pr\u00e4zision. Magini begann 1594 mit der Produktion und stach die meisten Karten bis 1613. Die Herausgabe des Atlas erwies sich als kostspieliges Unterfangen, daher nahm Magini zur Finanzierung zus\u00e4tzliche Stellen an, darunter die des Astrologen und Mathematiklehrers am Hof von Vincenzo I. von Gonzaga, dem Herzog von Mantua, dem das Werk gewidmet ist. Elf der Tafeln tragen die Signatur des englischen Kupferstechers Benjamin Wright, der m\u00f6glicherweise auch f\u00fcr andere Karten verantwortlich war. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>T* 23: Novus orbis seu Descriptionis Indiae Occidentalis libri XVIII (de Laet)<br \/><\/strong>Leiden 1633<br \/>Mit 14 gravierten doppelseitigen Karten von Hessel Gerritsz und 68 Holzschnittillustrationen im Text. Johannes de Laet (1581\u20131649) wurde in Antwerpen als Sohn des Tuchh\u00e4ndlers Hans de Laet geboren. Nach dem Einmarsch der spanischen Truppen 1584 in Antwerpen floh seine Familie nach Amsterdam. An der Universit\u00e4t Leiden studierte er Philosophie und Theologie und wurde einer der Gr\u00fcnder der Niederl\u00e4ndischen Westindien-Kompanie wurde. De Laet ver\u00f6ffentlichte seinen Bericht \u00fcber die Neue Welt erstmals 1625 unter dem Titel &#8220;Nieuwe Wereldt ofte Beschrijvinghe van West-Indien&#8230;&#8221;. Die vorliegende erste lateinische Ausgabe &#8211; wahrscheinlich von de Laet selbst \u00fcbersetzt &#8211; ist eine der wichtigsten Geschichtsdarstellungen der Neuen Welt aus dem 17. Jahrhundert und einer der wichtigsten Texte \u00fcber das fr\u00fche Wissen \u00fcber Amerika. Sie enth\u00e4lt auch verschiedene Beispiele f\u00fcr Vokabeln aus indigenen Sprachen, darunter Huron, Nahuatl, Quechua, Tupi und Arawak. Die Karte &#8220;Nova Anglia&#8221; zeigt die K\u00fcste und das Landesinnere von Nova Scotia bis North Carolina und ist die erste gedruckte Karte, auf der der Name Manhattan erw\u00e4hnt wird, hier geschrieben als \u201eManbattes\u201d, und die erste Nennung von &#8220;New Amsterdam&#8221;. Sie ist auch die fr\u00fcheste Karte, auf der die niederl\u00e4ndischen Namen Noordt Rivier und Zuyd Rivier f\u00fcr den Hudson River bzw. den Delaware River sowie der indianische Name Massachusets f\u00fcr die neue englische Kolonie verwendet werden.\u00a0 Die Karte &#8220;Nova Francia&#8221; wiederum ist eine der grundlegenden fr\u00fchen Karten des kanadischen Ostens. Auch die verschiedenen Karten Mittel- und S\u00fcdamerikas sind von grossem Wert.<\/p>\n<p><strong>T* 24: America (De Bry)<br \/><\/strong>Frankfurt\/Main 1591-1627<br \/>Von 1590 bis 1634 gab die Familie des belgischen calvinistischen Kupferstechers und Verlegers Theodor de Bry (1528-1598) in Frankfurt zwei der bedeutendsten Reiseberichtsammlungen der\u00a0Fr\u00fchen Neuzeit\u00a0heraus. Die\u00a0West-Indischen\u00a0Reisen (auch \u201eGeschichte Amerikas\u201c genannt) und die\u00a0Ost\u2013Indischen\u00a0Reisen.\u00a0Die ganze Sammlung kam unter dem Titel \u201eCollectiones peregrinationum in Indiam Orientalem et Indiam Occidentalem&#8221; heraus. Bei diesen sowie bei seinen anderen Arbeiten wurde de Bry von seinen beiden S\u00f6hnen\u00a0Johann Theodor\u00a0(1561\u20131623) und\u00a0Johann Israel\u00a0(1570\u20131611) unterst\u00fctzt. Die\u00a0<em>West-Indischen Reisen<\/em>\u00a0(hrsg. 1590\u20131618) berichteten von der Entdeckung und Eroberung\u00a0Amerikas\u00a0durch die Europ\u00e4er, w\u00e4hrend die\u00a0<em>Ost-Indischen Reisen<\/em> den Aufstieg Hollands zur Handelsmacht in Asien um 1600 mitverfolgten. Beide Serien erschienen deutsch und lateinisch, waren f\u00fcr ein europ\u00e4isches Publikum bestimmt und reich mit Kupferstichen, oft von Matth\u00e4us Merian d.\u00c4., dem Schwiegersohn von Johann Theodor De Bry, illustriert. Mit ihrem Verlagsprojekt entfalteten die De Bry eine Bilderwelt, die von den &#8220;Wundern und Schrecken&#8221; der neu entdeckten Welten berichtete und dabei stereotype Vorstellungen und Abbildungen des &#8220;Fremden&#8221; aufnahm, verst\u00e4rkte und pr\u00e4gte. Die Realit\u00e4tsn\u00e4he vieler Illustrationen von de Bry und Merian ist dabei oft mehr als fragw\u00fcrdig, nicht zuletzt, weil beide nie vor Ort waren. Die Ausgabe in der Stadtbibliothek umfasst in zwei B\u00e4nden die folgenden Teile des Werks: Teil 1 (Reisen nach Virginia) &#8211; Titelblatt fehlt, 1590 oder 1600?- Vollst\u00e4ndig sind dabei die gesuchten Abbildungen der Indigenen &#8220;Warhafftige Abconterfaytung der Wilden in America&#8221; (1591) samt der wertvollen Karte von Virginia. &#8220;Der ander Theil&#8230; der Landschafft America&#8221; (Frankfurt\/Main 1591, Erstausgabe). Dritte Buch Americae, darinn Brasilia&#8230; beschrieben (Frankfurt\/Main 1593). Vierdte Buch von der Neuwen Welt (Frankfurt\/Main 1594). Im zweiten, wesentlich d\u00fcnneren Band: Fortsetzung der Historien von der Newen Welt (Frankfurt\/Main 1627).<\/p>\n<p><strong>T* 24b: Newe Welt und americanische Historien (Gottfried)<br \/><\/strong>Frankfurt\/Main 1631<br \/>Seltene Erstausgabe dieser bedeutenden Sammlung von Berichten \u00fcber Reisen nach Amerika. Johann Philipp Abelin, besser bekannt unter seinem Pseudonym Johann Ludwig Gottfried, war ein deutscher Chronist, der als \u00dcbersetzer f\u00fcr den Verlag von Lucas Jennisius, Matth\u00e4us Merian und Friedrich Hulsius in Frankfurt t\u00e4tig war. Sein Werk \u201eNewe Welt und Americanische Historien\u201d wurde von Matth\u00e4us Merian, dem Schwiegersohn des Verlegers Johann Theodor De Bry, herausgegeben. Die 174 halbseitigen gravierten Illustrationen waren zuvor in De Brys \u201eGreat Voyages\u201d ver\u00f6ffentlicht worden. Der erste Teil ist eine Zusammenfassung der \u201eGeschichten\u201d fr\u00fcherer Autoren wie Acosta, Oviedo und Herrera. Der zweite Teil ist ein Bericht \u00fcber 33 Reisen nach Amerika von Kolumbus bis Spilbergen und Schouten sowie \u00fcber die Eroberung Brasiliens durch die Niederl\u00e4nder, w\u00e4hrend der dritte Teil eine Zusammenfassung der Reise von Jacob Heremite durch Amerika ist. Enth\u00e4lt u.a. eine fr\u00fche Karte von Virginia und zahlreiche weitere Illustrationen.<\/p>\n<p><strong>T* 24c: <\/strong><strong>Erste (-Dritte) Theil der newen Weldt und Indianischen Niederg\u00e4ngischen K\u00f6nigreichs\u00a0(Benzoni)<br \/><\/strong>Basel 1582<br \/>Bedeutendes Americanum, erstmals erg\u00e4nzt um die ersten deutschen Ausgaben von\u00a0<em>De orbe novo<\/em>\u00a0von Peter Martyr (d&#8217;Anghiera) und\u00a0<em>De Peruviae regionis inventione\u00a0<\/em>von L. Apollonius, aus dem Lateinischen \u00fcbertragen von Nicolaus H\u00f6niger von Tauber K\u00f6nigsshofen. Vollst\u00e4ndig mit der doppelblattgrossen Ansicht von Cusco in Teil III (S. 319-322). Der Mail\u00e4nder Kaufmann und Historiker Benzoni (1519-1572) schloss sich 1541 oder 1542 bis 1556 spanischen Entdeckungsfahrten in der\u00a0Neuen Welt\u00a0an. Benzoni besuchte Guatemala,\u00a0Venezuela,\u00a0Ecuador,\u00a0Peru,\u00a0Kuba\u00a0und die\u00a0Westindischen Inseln\u00a0und kehrte 1556 zuerst nach Spanien und dann nach Italien zur\u00fcck. Seine\u00a0<em>Historia del Mondo nuovo<\/em>\u00a0tr\u00e4gt stark\u00a0autobiographische\u00a0Z\u00fcge. Die Schrift wurde erstmals in Italienische 1565 in Venedig gedruckt, sie wurde schnell zum Bestseller und bis vor 1600 in vier weitere Sprachen \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p><strong>T* 27: Sammelband mit drei fr\u00fchneuzeitlichen Texten<br \/><\/strong>Der erste Text ist <strong>&#8220;Novus Orbis Regionum&#8230; Incognitarum&#8221;<\/strong> des Simon Gryn\u00e4us (Basel 1532). Das Werk Das Werk gilt als eine der einflussreichsten Sammlungen von Reiseliteratur aus dem fr\u00fchen 16. Jahrhundert und umfasst einige der wichtigsten Berichte \u00fcber Entdeckungen aus dem sp\u00e4ten 15. und fr\u00fchen 16. Jahrhundert. Leider fehlt in unserem Exemplar die Weltkarte. Eine deutsche \u00dcbersetzung des Werks steht bei uns unter der Signatur <strong>T* 26<\/strong> (Die new welt, Strassburg 1534). Der zweite Text ist die <strong>&#8220;<\/strong><strong>Praeclara Ferdinandi Cortesii de Noua maris Oceani Hyspania Narratio Sacratissimo<\/strong>&#8221; (N\u00fcrnberg 1524). Es handelt sich um die erste lateinische Ausgabe von Hern\u00e1n Cort\u00e9s&#8217; zweitem Brief aus der Neuen Welt, zwei Jahre nach seiner urspr\u00fcnglichen Ver\u00f6ffentlichung in Sevilla in der \u00dcbersetzung von Petrus Savorgnanus (der erste Brief ist verschollen oder wurde zerst\u00f6rt). Mit dem Habsburger Wappen auf der R\u00fcckseite des Titelblatts und einem Portr\u00e4t von Papst Clemens VII. auf der R\u00fcckseite des vierten Vorblatts, das nicht in allen Exemplaren zu finden ist. Cort\u00e9s&#8217; zweiter Brief vom 30. Oktober 1520 zeichnet das Bild eines beeindruckenden Reiches, das er &#8220;Neuspanien am Ozean&#8221; nennt und seiner Hauptstadt. Er berichtet von seiner Auseinandersetzung mit seinem Rivalen Velazquez und gibt eine detaillierte Beschreibung von Geb\u00e4uden, Institutionen und Herrschaft in Tenochtitlan. Hier gibt Cort\u00e9s dem Land einen endg\u00fcltigen Namen und nennt es \u201eNeuspanien am Ozean\u201d. Wie \u00fcblich ist dem zweite Brief &#8220;De Rebus et Insulis Noviter Repertis&#8221; des italienischen Chronisten Pietro Martire d\u2019Anghiera beigebunden, ein Bericht \u00fcber die von Kolumbus entdeckten Westindischen Inseln und ihre Bewohner. Er dient oft als Ersatz f\u00fcr den verlorenen ersten Brief von Cort\u00e9s. Eine fr\u00fche deutsche \u00dcbersetzung der Briefe Cortes&#8217; ist <strong>T* 25<\/strong> (Strassburg 1550): &#8220;Ferdinandi Cortesii Von dem Newen Hispanien&#8221;. Als drittes finden sich in dem Band die <strong>&#8220;Witichindi Saxonis Rerum&#8230; gestarum libri III&#8221;<\/strong> (Basel 1532). Es handelt sich um Widukind von Corveys (ca. 925\u2013973) Chronik der Sachsen bis zum 10. Jahrhundert, bekannt als <em>Res gestae saxonicae<\/em> und die erste Druckausgabe, besorgt durch Martin Frecht (1494\u20131556) anhand einer Handschrift ver\u00f6ffentlicht, die er im Kloster Steinfeld gefunden hatte. Sie ist oftmals die einzige Quelle f\u00fcr entscheidende Abschnitte der s\u00e4chsischen Geschichte und eine wichtige Erg\u00e4nzung zu r\u00f6mischen Beschreibungen.<\/p>\n<p><strong>T* 28: Voyage d&#8217;Egypte et de Nubie (Norden)<br \/><\/strong>Paris 1795<br \/>Zweite franz\u00f6sische Ausgabe dieses Reiseberichts \u00fcber \u00c4gypten und Nubien von Fr\u00e9d\u00e9ric-Louis Norden (1708-1742), einem d\u00e4nischen Seefahrer und Reisenden. Diese Ausgabe folgt auf die Erstausgabe von 1755 in Kopenhagen und stammt vom Orientalisten Louis Langl\u00e8s (1763-1824). Es handelt sich um das umfassendste Werk \u00fcber \u00e4gyptische Altert\u00fcmer bis zur Ver\u00f6ffentlichung von Napoleons Exp\u00e9dition d&#8217;\u00c9gypte im Jahr 1809. Fr\u00e9d\u00e9ric Louis Norden, Sohn eines Oberstleutnants der Infanterie, zeichnete sich sehr schnell durch seine kartografischen F\u00e4higkeiten aus und schloss sich der franz\u00f6sischen Expedition von Pierre Joseph le Roux d&#8217;Esneval an, die den Nil von Alexandria bis Assuan erkundete. W\u00e4hrend dieser Reise f\u00fchrte Norden ein Tagebuch und fertigte mehr als 200 Zeichnungen an: Denkm\u00e4ler und Szenen aus dem t\u00e4glichen Leben. Auf der Grundlage dieser Notizb\u00fccher konnten seine Freunde das vorliegende Werk nach Nordens fr\u00fchem Tod an Tuberkulose 1742 ver\u00f6ffentlichen. (Norden starb an Tuberkulose). Das Buch ist mit 60 Tafeln illustriert. Sie zeigen Landschaften, Ansichten von Orten, Altert\u00fcmer und Ruinen, Pl\u00e4ne und Karten.<\/p>\n<p><strong>T* 30: Descriptionis Ptolemaicae<br \/><\/strong>Wie L*a 48. Aber diesem Band\u00a0 &#8211; aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller &#8211; sind drei weitere Werke beigebunden: Zum einen <strong>Nova typis transacta navigatio Novi orbis Indiae Occidentali<\/strong> von 1621, eine seltene Erstausgabe, die wahrscheinlich in Linz erschien. Das Werk ist eine der fantasievollsten illustrierten Chroniken \u00fcber die Neue Welt. Sie wurde durch den \u00f6sterreichischen Benediktinerm\u00f6nch Caspar Plautz oder Plautius (Pseudonym: Honorius Philiponus) ver\u00f6ffentlicht und zeigt die sich entwickelnde Mythologie Amerikas im Europa des 17. Jahrhunderts. Das Werk ist ein ausgesprochen katholisches Buch und richtet sich explizit auch gegen protestantische Berichte aus der Neuen Welt. Es versammelt dabei Berichte und Beschreibungen aus der Neuen Welt vor dem Hintergrund der benediktinischen Missionare um den Katalanen Bernat Boil, die Kolumbus auf seiner zweiten Reise 1494 begleiteten. Die Tafeln des Augsburgers Wolfgang Kilian zeigen u.a. die ber\u00fchmte Szene, in der der heilige Brendan auf dem R\u00fccken eines Wals die Messe zelebriert, Indigene, die Alligatoren verzehren, Beispiele von Kannibalismus sowie exotische Pflanzen wie Chrysanthemen, Ananas oder Kartoffeln. Auch ein Portr\u00e4t von Kolumbus unter einem Globus, eine Abbildung seiner Flotte und eine kreisf\u00f6rmige Karte mit der Inschrift \u201eAlmirante de nauios par las Indias\u201d stechen hervor sowie Noten eines Lieds der Indigenen (S. 35-36) mit den unsterblichen Lyrics &#8220;He he he he heura heura he he hua&#8221;. Als zweites ist &#8220;<strong>Malta vetus et nova&#8221;<\/strong> (Helmstedt 1690) beigebunden, eine fr\u00fche Geschichte Maltas des holsteinischen Historikers Burchard Niderstedt und als letztes <strong>Arriani historici maris erythraei periplus<\/strong> (Leiden 1577),\u00a0 eine Beschreibung (Rundfahrt) des Roten Meers, die dem r\u00f6mischen Historiker Lucius Flavius Arrianus zugeschrieben und vom Z\u00fcrcher Professor Johann Wilhelm Stucki (1542-1607) \u00fcbersetzt wurde.<\/p>\n<p><strong>T* 31: Voyages du S. De la Motraye en Europe, Asie et Afrique<br \/><\/strong>Den Haag 1727<br \/>Aubry De La Mottraye (1674-1743) war ein hugenottischer Emigrant aus Frankreich in London. Er reiste \u00fcber mehrere Jahrzehnte (von 1696 bis 1725) durch Europa, Asien und Nordafrika. Schwerpunkte seiner Reisebeschreibung sind Italien, Deutschland, Skandinavien, das Osmanische Reich und das n\u00f6rdliche Schwarzmeergebiet. Das Werk, hier in einer fr\u00fchen, aber nicht der ersten Ausgabe, enth\u00e4lt zahlreiche Karten und Pl\u00e4ne sowie sch\u00f6ne Tafeln, die teils Fr\u00fchwerke von William Hogarth sind. Allerdings enthalten die einzelnen Exemplare eine sehr unterschiedliche Anzahl von Tafeln. Unter T* 31a steht zudem De la Mottrayes Reisebeschreibung von Preussen, dem Baltikum und Teilen Russlands.<\/p>\n<p><strong>T* 34: Itinerarium Germaniae (Teutsches Reyssbuch) <\/strong>Strassburg 1632 und <strong>T* 35: Martini Zeilleri Itinerarii Germaniae Continuatio (Zeiller) <\/strong>Strassburg 1640 sind die erste Ausgaben einer Art Reisef\u00fchrer des Barock mit Reiserouten und dem Reisenden n\u00fctzlichen Beschreibungen. Der Autor Martin Zeiller (1589-1661) ist vor allem bekannt als Verfasser der Texte der sp\u00e4teren Merian&#8217;schen Topographien. Der Band T* 34 enth\u00e4lt auch die &#8220;Rerum Venetarum Historia&#8221; in der Ausgabe Strassburg 1611, eine fr\u00fche Ausgabe der Geschichte Venedigs von Pietro Giustiniani (1497-1576), dem venezianischen Historiker, Richter und Senator. T* 35 wiederum enth\u00e4lt beigebunden Martin Zeillers <strong>Itinerarium Italiae <\/strong>(Frankfurt 1640), die erste und einzige Ausgabe, ein seltener Vorl\u00e4ufer der Topographia Italiae und zugleich eines der ersten topographischen Werke Merians mit Ansichten aller wichtigen italienischen St\u00e4dte.<\/p>\n<p><strong>T* 36: Entdeckungs-Reise der franz\u00f6sischen Corvette Astrolabe:<br \/>Schaffhausen, Brodtmann, 1836<br \/><\/strong>Das bekannte Forschungsschiff &#8220;Astrolabe&#8221; wurde 1826 auf eine Expedition geschickt, um u.a. die \u00dcberreste der vermissten Schiffe &#8220;La Perouse&#8221; und der ersten &#8220;Astrolabe&#8221; ausfindig zu machen. Obwohl die Astrolabe sechs mal auf Grund ging, verlief die Expedition erfolgreich und brachte wichtige wissenschaftliche Ergebnisse. In Paris erschien eine mehrb\u00e4ndige Reisebeschreibung von Jules Dumont d&#8217;Urville. Der Schaffhauser Verleger Joseph Brodtmann gab 1836 die erste deutsche \u00dcbersetzung mit 60 Tafeln heraus und stellte dazu selber die Lithographien her. Weiteres Exemplar: Gym 356.<\/p>\n<p><strong>T* 48: Voyages de Corneille Le Brun par la Moscovie, en Perse et aux Indes orientales<br \/><\/strong>1718<br \/>Das Werk ist mit mehr als 320 Kupferstichen angereichert, die Ansichten Russlands, Persiens und Indiens L\u00e4nder, Tiere, V\u00f6gel, Fische und Pflanzen illustrieren.<\/p>\n<p><strong>T* 49: Voyage au Levant (Le Brun \/ de Bruyn)<br \/><\/strong>Paris 1714<br \/>Der niederl\u00e4ndische Reisende und Maler Cornelis de Bruyn (1652\u20131727) verliess 1674 seine Heimatstadt Den Haag f\u00fcr eine lange Reise in den Nahen Osten. Nach Italien besuchte er u.a. Rhodos, Zypern, \u00c4gypten, Syrien und Pal\u00e4stina. Erst 1693 kehrte er nach Den Haag zur\u00fcck, wo 1698 sein Buch \u201eReizen van Cornelis de Bruyn, door de Vermaardste Deelen van Klein Asia\u201d (Reisen von Cornelis de Bruyn durch die ber\u00fchmtesten Teile Kleinasiens) erschien, das seine Eindr\u00fccke und die nach seinen Gem\u00e4lden angefertigten Stiche enth\u00e4lt. Einige seiner Gem\u00e4lde gelten als die ersten grafischen Dokumentationen dieser Orte. Der vorliegende Band ist die zweite franz\u00f6sische Ausgabe des Buches mit 100 gravierten Tafeln. Die Stiche umfassen eine Karte des Mittelmeerraums, verschiedene St\u00e4dte und St\u00e4tten in Pal\u00e4stina, \u00c4gypten und Syrien, Bewohner der verschiedenen St\u00e4dte. Darunter ist eine Reihe von teilweise sehr grossen gefalteten Panoramastichen u.a. von Jerusalem, Bethlehem, Smyrna\/Izmir, Konstantinopel, Alexandria oder Aleppo. Die Ansicht von Konstantinopel misst entfaltet 1.80m! <strong>T* 48 <\/strong>ist sozusagen die Fortsetzung der Reise: &#8220;Voyages par la Moscovie, en Perse et aux Indes Orientales&#8221; (Amsterdam 1718). Die zahlreichen Illustrationen zeigen Menschen, Trachten, Landschaften, Stadtansichten, antike Ruinen, Flora, Fauna u.a. aus Russland, Persien und Indien. Von besonderem Interesse sind De Brujns fr\u00fche Beschreibung der samojedischen Ethnien in Sibirien und die Darstellung von Persepolis.<\/p>\n<p><strong>T* 52: Beschreibung der sechs Reisen&#8230; Tavernier&#8230; in T\u00fcrckey, Persien und Indien<br \/><\/strong>Genf 1681<br \/>Erste deutsche Ausgabe; eines der interessantesten Reisewerke aus der Zeit. Der bekannte Reisebericht des Edelsteinh\u00e4ndlers Jean-Baptiste Tavernier aus Auvernier (1605-1689) ist eine Zusammenfassung seiner Orientreisen mehrerer Jahrzehnte (1631 bis 1668). Es gilt als das informationsreichste Werk \u00fcber den Orient im 17. Jahrhundert. Tavernier reiste durch Vorderasien, Indien und Hinterindien und wurde besonders bekannt wegen seiner handelspolitischen Studien im dritten Teil.\u00a0Behandelt werden neben den auf dem Titel angef\u00fchrten L\u00e4ndern auch Japan und die holl\u00e4ndischen Kolonien in Asien. Die sch\u00f6nen Kupfer zeigen Kartenskizzen, Ansichten, Volksszenen, Kost\u00fcme, Genreszenen, Edelsteine, Gewichte, M\u00fcnzen, Schriften u.a. &#8211; Teile 4 u. 5 im Anhang (mit separatem Titel) enthalten den Bericht von J. Chardin \u00fcber die Persische Kr\u00f6nung sowie den Bericht \u00fcber das Serail.<\/p>\n<p><strong>T* 53: Ost- und West-Indischer wie auch Sinesischer Lust- und Stats-Garten (Francisci)<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1668<br \/>Erstausgabe dieses Werks von Erasmus Francisci (1627-1694). Der L\u00fcbecker Universalgelehrte ist vor allem f\u00fcr seine unerm\u00fcdliche Sammlung aller Arten von Folklore, Naturkunde und Ethnografie bekannt. Seine umfangreichen Studien, die oft unter Pseudonymen ver\u00f6ffentlicht wurden, waren Bestseller im Europa des 17. Jahrhunderts. Im vorliegenden Werk\u00a0 &#8211; einem &#8220;dicken Schinken&#8221; von \u00fcber 1700 Seiten &#8211; kombiniert er Beschreibungen der Naturgeschichte mit ethnografischen Betrachtungen, hom\u00f6opathischer Medizin und die Geschichte der europ\u00e4ischen Kolonisation. Darunter befinden sich auch Kuriosa wie Spekulationen \u00fcber einen Kampf zwischen einem Tiger und einem Drachen, \u00fcber die Anatomie der Sirenen und fliegende Schildkr\u00f6ten in China. Die Ikonografie pr\u00e4sentiert vielf\u00e4ltige Themen, viele davon aus der Botanik gewidmet sind.<\/p>\n<p><strong>T* 54: Navigatio Iohannis Hugonis Linscotani in\u2026Indiam<br \/><\/strong>Den Haag 1599<br \/>Erste lateinische Ausgabe. Gestochener Titel, ganzseitiges Autorenportr\u00e4t, 36 gestochene Platten (alle doppelseitig oder gefalzt) und 7 gefalzte Kupferstichkarten. Seltene lateinische Erstausgabe des ber\u00fchmten Reisebuches des Entdeckers, Kaufmanns und Historikers Jan Huygen van Linschoten (1553-1611), ein an Informationen \u00fcber die niederl\u00e4ndische Expansion in Ostindien reicher Bericht, hier reich illustriert mit den gleichen 36 Kupferstichplatten und 5 Kupferstichkarten der niederl\u00e4ndischen Erstausgabe (1596). Der erste Teil des Buches von Linschoten bietet Beschreibungen der verschiedenen V\u00f6lker, Br\u00e4uche, Trachten, Flora und Fauna des Fernen Ostens, die alle wunderbar mit Stichen, Panoramen und Stadtpl\u00e4nen illustriert sind, von denen viele von Linschoten selbst entworfen und von Johannes van Doetecum und seinen S\u00f6hnen ausgef\u00fchrt wurden. Der erste Teil enth\u00e4lt die Weltkarte, die Ostafrika-Karte und sowohl die Arabien\/Indien-Karte als auch die ber\u00fchmte Karte der Gew\u00fcrzinseln von 1595, die alle von den Br\u00fcdern van Langren entworfen und gestochen wurden. Zu den bemerkenswerten Ansichten und Pl\u00e4nen geh\u00f6ren Linschotens Goa und Angra sowie seine beiden Kupferstiche von St. Helena. Der zweite Teil des Bandes mit dem Titel Descriptio totius Guineae tractus behandelt Afrika, S\u00fcdamerika und die Polarreisen von Barentz (die ber\u00fchmte und seltene Barentz-Karte der Arktis fehlt). Das Itinerarium ist die beste Darstellung dieser Periode mit den Segelrouten nach Ostindien und den portugiesischen Niederlassungen in Indien, den Gew\u00fcrzinseln und S\u00fcdostasien. Die Ver\u00f6ffentlichung dieses Werkes war ein entscheidendes Element bei der Zerschlagung des Monopols, das die Portugiesen im ostindischen Handel im 16. Jahrhundert innehatten, und bei den sp\u00e4teren Erfolgen der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie (VOC). Von der Zeit ihrer Ver\u00f6ffentlichung bis zum Ende des n\u00e4chsten Jahrhunderts war Linschoten ein wesentliches Hilfsmittel f\u00fcr die Seefahrer in Ostindien.<\/p>\n<p><strong>T* 55: Nicolas de Nicolay: Der erst Theyl. Von der Schiffart und Ray\u00df In die T\u00fcrckey unnd gegen Oriennt<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg: Gerlatz, 1572.<br \/>Der Geograph Nicolas de Nicolay (1517-1583) war 1551 Mitglied einer franz\u00f6sischen Gesandtschaft nach Istanbul an den Hof von Sultan Suleiman dem Pr\u00e4chtigen. Die &#8220;quatre premiers livres des navigations&#8221;, 1567 ver\u00f6ffentlicht, hielten Nicolays Beobachtungen der Reise fest. Neben einer eigentlichen Reisebeschreibung umfasst der Text Berichte \u00fcber ethnische Gruppen und das osmanische Hofleben sowie \u00fcber die religi\u00f6se und milit\u00e4rische Verwaltung in Istanbul. Louis Danet fertigte nach Nicolays Originalzeichnungen 60 Kupferstiche an. Sie zeigen alle Aspekte des osmanischen Alltagslebens und enthalten Figuren, die von Sultanen und Gener\u00e4len \u00fcber Bauern, Kaufleute und Pilger bis hin zu Musikern und Ringern reichen. Nicolays Werk hatte einen grossen Einfluss auf die europ\u00e4ische Wahrnehmung des Osmanischen Reichs und trug wesentlich zur Verbreitung von &#8220;exotischen&#8221; Kost\u00fcmb\u00fcchern und einer eigentlichen Orientalismus-Mode in Europa bei.<\/p>\n<p><strong>T* 56: A relation of some yeares travaile&#8230; (Herbert)<br \/><\/strong>London 1634<br \/>\u00a3Sir Thomas Herbert (1606\u201382) reiste 1626 als Teil der Entourage von Sir Dodmore Cotton auf diplomatischer Mission zu Schah Abbas nach Persien. Herbert kehrte auf Umwegen nach England zur\u00fcck, bereiste einen grossen Teil Asiens und Afrikas. Erst 1630 kehrte er nach England zur\u00fcck; vier Jahre sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte er diesen Bericht \u00fcber seine Erlebnisse. Der Text beschreibt Begegnungen mit Menschen vieler Kulturen sowie mit exotischen Tieren wie dem Dodo, Flamingos und fliegenden Fischen. Herberts Berichte sind aufgrund ihres Detailreichtums von grossem Interesse; allerdings neigte der Autor zu \u00dcbertreibungen und berichtete auch von Orten, die er in Wahrheit gar nie besucht hatte. Herberts Erz\u00e4hlung ist von William Marshall (t\u00e4tig 1617\u201349) reich illustriert mit Stichen, die manchmal eher fantasievoll als genau sind (zum Beispiel die Darstellung des Hais auf Seite 6 oder des Pinguins auf Seite 13).<\/p>\n<p><strong>T* 57: Aussf\u00fcrliche <\/strong><strong>Beschreibung der kundbaren Reyse nach Muscow und Persien<\/strong> <strong>(Olearius)<br \/><\/strong>Schleswig 1663<br \/>Bedeutende Reisebeschreibung der holsteinischen Gesandtschaft nach Moskau und Isfahan, mit zahlreichen Kupfertafeln und Karten illustriert. Insgesamt vierte Auflage. &#8211; Die Gesandschaft reiste 1633-1635 zun\u00e4chst \u00fcber Riga und Novgorod nach Moskau und nochmals 1635-1639 \u00fcber Riga, Moskau und Astrachan nach Isfahan. Die Reisen, an denen neben Olearius u. a. auch der Dichter Paul Fleming (als Arzt) teilnahm, dienten u. a. der Ankn\u00fcpfung von Handelsbeziehungen mit Russland und Persien. Mit dem Werk wurde der Schriftsteller und Diplomat Adam Olearius (1599-1671, eigentlich Adam \u00d6lschl\u00e4ger) zu einem Begr\u00fcnder der wissenschaftlichen Reisebeschreibung. Die Kupfer zeigen sch\u00f6ne zeitgen\u00f6ssische Ansichten von Moskau, Isfahan; ferner enthalten ist eine grosse Karte des Wolgalaufs und eine Gesamtkarte von Persien. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller. Der Band enth\u00e4lt noch zwei weitere Werke von Olearius: Zum einen sein &#8220;Persianischer Rosenthal&#8221; von 1660. Die ist die erste illustrierte \u00dcbersetzung des Golestan oder \u201eRosengarten\u201c des persischen Dichters und Mystikers Saadi, eine Sammlung von Geschichten, Anekdoten,\u00a0Aphorismen, Ratschl\u00e4gen und Reflexionen. Es umfasst Kapitel zum Umgang mit Herrschenden, \u00fcber die Zufriedenheit und die Vorz\u00fcge des Schweigens, \u00fcber Liebe und Jugend, Schw\u00e4che und Alter, die Wirkung der Erziehung und Regeln \u00fcber das gute Leben. Olearius erstellte die vorliegende \u00dcbersetzung mit Hilfe von Haqq-virdi, einem Perser (oder m\u00f6glicherweise Armenier), der mit ihm von seiner Persienreise nach Deutschland mitkam. aus dem safawidischen Iran mitgebracht hatte. Der gravierte Zusatztitel und viele der feineren Gravuren sind von Christian Rothgiesser (gest. 1659) signiert. Der dritte Text des Bandes ist &#8220;Des f\u00fcrtrefflichen wolversuchten (&#8230;) Herrn Johan Albrecht von Mandelslo Morgenl\u00e4ndische Reise-Beschreibung&#8221; von 1668, den Olearius erstmals 1648 herausgab. Mandelslo (1616-1644) war ein deutscher Adliger und Reisender, der mit Olearius nach Persien reiste und von dort eigenst\u00e4ndig weiter nach Indien.<\/p>\n<p><strong>T* 59: Geschichte der Reisen, die seit Cook an der Nordwest- und Nordost-K\u00fcste von Amerika\u00a0<\/strong><strong>&#8230; (Forster)<br \/><\/strong>Berlin 1791. 3 B\u00e4nde<br \/>Erstausgabe dieser wichtigen Zusammenstellung von Reiseberichten an die Nordwestk\u00fcste Nordamerikas, die u.a. die Reisen von Meares, Mortimer, Portlock und Dixon enth\u00e4lt. Das Werk enth\u00e4lt auch eine Reihe von Aufs\u00e4tzen und Kommentaren von Georg Forster, in denen er die Geschichte der Erkundungen der Nordwestk\u00fcste Revue passieren l\u00e4sst. Mit 4 grossen gefalteten gravierten Karten und 27 gravierten Tafeln, von denen 3 faltbar sind. Aus der Bibliotheca amicorum.<\/p>\n<p><strong>T* 60: <\/strong><strong>Atlas G\u00e9ographique Et Physique Du Royaume De La Nouvelle-Espagne (Alexander von Humboldt)<br \/><\/strong>Paris 1811<br \/>Alexander von Humboldts politische Abhandlung \u00fcber das K\u00f6nigreich Neuspanien, ein Monument der Geographie und ein Meisterwerk der amerikanischen Kartographie, ist ein Schl\u00fcsselwerk f\u00fcr die Kartierung Mexikos und des amerikanischen S\u00fcdwestens. Die ersten regul\u00e4ren Ausgaben erschienen 1811 sowohl in franz\u00f6sischer als auch in deutscher Sprache. Dieses wichtige Werk enth\u00e4lt die vollst\u00e4ndigste und genaueste Darstellung der nat\u00fcrlichen Ressourcen Mexikos, die es gibt. Es enth\u00e4lt auch Hinweise auf die fr\u00fchen Erkundungen der Kalifornien, und es zeigt viele kartografische Details des heutigen amerikanischen S\u00fcdwestens. Eine hier noch vorhandene Widmung an K\u00f6nig Carlos IV wurde von Humboldt in sp\u00e4teren Ausgaben entfernt.\u00a0Aus der Bibliotheca amicorum.<\/p>\n<p><strong>T* 61: Major atlas scholasticus (Homanns Erben)<br \/><\/strong>Ca. 1752.<br \/>Grossformatiger Weltatlas aus der Werkstatt der Erben des deutschen Kartographen und Verlegers Johann Baptist Homann.<\/p>\n<p><strong>T* 88: Atlas Suisse (Meyer-Weiss-Atlas)<br \/><\/strong>Aarau 1796-1802<br \/>16 Kupferstichkarten in grossformatigem Atlas. Seltene Erstausgabe der Schweizer Monumentalkarte (Atlas), kurz Meyer-Weiss-Atlas genannt, das \u00e4lteste Kartenwerk, das die gesamte Schweiz umfasst und auf wissenschaftlicher Vermessung beruht. Gestochen von C. Guerin, M. G. Eichler und J. Scheurmann. Die Gletscher sind meistens in Blau koloriert. 7 Karten mit Grenzkolorierung. Der Aarauer Fabrikant J. R. Meyer liess auf eigene Kosten ein Relief f\u00fcr die ganze Schweiz anfertigen zu lassen und nahm daf\u00fcr 1786 J.-H. Weiss aus Strassburg und 1788 J. E. M\u00fcller in seinen Dienst. Der Atlas erschien 1796-1802 und blieb bis zur Dufourkarte un\u00fcbertroffen. Weiss stellte das Gel\u00e4nde im Grundriss in freien Schraffuren unter Annahme senkrechter, im Hochgebirge nordwestlicher Beleuchtung dar, womit die Alpen erstmals wirklichkeitsnah erschienen.<\/p>\n<p><strong>T* 114: Atlas van Seevaert<br \/><\/strong>Amsterdam 1745<br \/>Erste holl\u00e4ndische Ausgabe dieses pr\u00e4chtigen, der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie gewidmeten Seeatlasses, der 1715 von Louis Renard als \u201eAtlas de la Navigation\u201c in Amsterdam auf Franz\u00f6sisch erschienen war. Renard druckte die Karten nach den von Frederik de Wit f\u00fcr seinen Seeatlas verwendeten Platten, korrigierte sie und ersetzte den Namen von de Wit durch seinen eigenen. Die Gebr\u00fcder Otten ver\u00f6ffentlichten 1739 eine weitere franz\u00f6sische Ausgabe, ebenfalls in Amsterdam, mit ihrem Stempel auf dem Titelblatt, aber die Karten waren noch von Renard signiert. Diese niederl\u00e4ndische Ausgabe von 1745 hat einen neuen Text und entfernt Renards Namen von den Karten. Neben der Verbesserung fast aller Tafeln durch Hinzuf\u00fcgung von Ortsnamen und der \u00c4nderung von K\u00fcstenlinien, Untiefen und Sondierungen enth\u00e4lt diese Ausgabe sechs neue Karten, darunter zwei Weltkarten, von denen die bedeutendste von Edmund Halley stammt, die Isogone zur Veranschaulichung seiner Entdeckungen bez\u00fcglich der Gravitationskr\u00e4fte zeigt. Die anderen Karten sind eine weitere Weltkarte, Projektionen der Arktis und Antarktis sowie eine Karte der europ\u00e4ischen Postrouten.<\/p>\n<p><strong>T* 115 und T* 115a: Atlas minor von Visscher<br \/><\/strong>Amsterdam, um 1705<br \/>Zwei sch\u00f6ne und umfassend zusammengesetzte Atlanten aus der grossformatigen Reihe der Kunsth\u00e4ndler- und Kartographenfamilie Visscher, die um 1700 zusammengestellt und verkauft wurden. Keiner der Visscher-Atlanten scheint inhaltlich genau identisch gewesen zu sein, und die meisten enthalten eine Auswahl von Karten der Visschers selbst sowie anderer Kartographen. Unser Exemplar T* 115 ist schwarzweiss und enth\u00e4lt 74 Karten, darunter eine Karte des Sonnensystems. T* 115a ist koloriert und mit 166 Karten viel umfassender. Neben vielen Karten Europas und seiner Regionen sind auch Asien und Afrika abgedeckt und die Amerikas in unterschiedlichem Ausmass. Die Firma Visscher steht in der ersten Reihe des goldenen Zeitalters der niederl\u00e4ndischen Kartographie. Nach dem Tod von Nicolaes II. f\u00fchrte seine Witwe Elisabeth sein Werk weiter und verkaufte die Platten schlie\u00dflich an Peter Schenk jr. (1693-1775), einen in den Niederlanden geborenen H\u00e4ndler deutscher Abstammung. Die Karten von Visscher zeichnen sich durch ihre Genauigkeit und den allegorischen Charme ihrer Kartuschen und anderen Figuren aus. Visscher war sowohl Buchh\u00e4ndler als auch Kartograph und Verleger, und so sind die Atlanten, die in seinem Verlag erschienen, oft zusammengesetzt, da sie je nach der Verf\u00fcgbarkeit der Karten zu einem bestimmten Zeitpunkt und den Anforderungen (Budget, Interessen) des einzelnen K\u00e4ufers schwanken konnten. Zum Teil aus diesem Grund haben die Atlanten von Nicolaes II. keine Jahreszahlen auf ihren Titelbl\u00e4ttern, so dass eine Reihe von Karten unter der gleichen \u00c4gide herausgegeben werden konnten. Die wenigsten Karten oder Bl\u00e4tter sind datiert, der erste Atlas ist nach 1702, der zweite nach 1706 zusammengestellt worden. \u00a0Die vorliegenden beiden Exemplare des Atlas wurden damit zur Zeit der Leitung des Unternehmens durch Elisabeth, die Witwe von Nicolaes II., herausgegeben. Insbesondere der zweite ist f\u00fcr diese Zeit aussergew\u00f6hnlich umfangreich. Besonders hervorzuheben ist die satte und reiche Farbgebung \u00a0seiner Karten, die malerische Effekte erzeugt.<\/p>\n<p><strong>T* 116: Nouveau Atlas du monde (Guillaume de l&#8217;Isle)<br \/><\/strong>Amsterdam 1733<br \/>Grosser Weltatlas mit 118 Karten, darunter wichtige amerikanischen Karten.\u00a0 Der &#8220;Atlas Nouveau&#8221; ist eines der Hauptwerke der Verleger Covens und Mortier, ab 1730 ver\u00f6ffentlicht und mit den grossartigen Karten von Guillaume de L&#8217;Isle ausgestattet. Der Atlas beginnt mit einer aufwendig illustrierten allegorischen Titelseite von Romaine de Hooghe. Die Karten umfassen eine Weltkarte, zwei Polarlandkarten, Karten der Kontinente und zahlreiche Regionalkarten von Europa (mit besonderem Fokus auf Frankreich, einschliesslich eines sch\u00f6nen gefalteten Plans von Paris) sowie gegen Ende Karten der antiken Welt.\u00a0 Gem\u00e4ss Literatur enthalten fr\u00fche Ausgaben dieses Atlas bei Covens und Mortier weniger als 100 Karten, so dass m\u00f6glicherweise das Titelblatt aus einer \u00e4lteren Auflage stammt.<\/p>\n<p><strong>T* 117: Description du Danube (Luigi Marsili)<br \/><\/strong>Den Haag 1744, 6 B\u00e4nde<br \/>Zweite Ausgabe, erste franz\u00f6sische Ausgabe dieses Atlas der Donau im \u00dcberformat, einem fr\u00fchen Klassiker der Naturgeschichte der Donau mit zahlreichen Tafeln. Band I betrifft Geographie, Astronomie und Hydrographie des Flusses und seiner Umgebung (38 Tafeln und Karten, darunter eine \u00dcbersicht \u00fcber den Flusslauf auf 18 doppelseitigen oder faltbaren Tafeln und 8 Tafeln mit verschiedenen Mondphasen); Band II behandelt die r\u00f6mischen Milit\u00e4ranlagen (67 Tafeln und Karten); Band III Geologie und Metallurgie, einschlie\u00dflich Bergbau (35 Tafeln und Karten); Band IV Fische, Krebstiere, Muscheln und Amphibien (33 Tafeln); Band V V\u00f6gel und ihre Nester und Eier (74 Tafeln, davon 59 Tafeln mit V\u00f6geln, 15 mit Nestern und Eiern); Band VI Verschiedenes (28 Tafeln und Karten), darunter Betrachtungen zur Quelle der Donau. Die Tafeln mit den V\u00f6geln sind besonders sch\u00f6n und scheinen in vielen F\u00e4llen nach echten Exemplaren gezeichnet worden zu sein. Die Originalzeichnungen stammen von Raimondo Manzini (1668-1744), der einige Jahre lang der offizielle Hofmaler des Herzogs von Modena und des Markgrafen von Baden war. Aus der Bibliotheca Amicorum.<\/p>\n<p><strong>T* 118: Plan de Paris (Plan Turgot)<br \/><\/strong>Paris 1739<br \/>Erste Auflage des ber\u00fchmtesten alten Stadtplans von Paris, bestehend aus einem \u00dcbersichtsplan und 20 doppelseitigen gravierten Tafeln, auf denen Paris Haus f\u00fcr Haus in einer Panoramaansicht aus der Vogelperspektive dargestellt ist. Abgedeckt sind ungef\u00e4hr die ersten 11 Arrondissements. Jedes Blatt hat eine Rahmenl\u00e4nge von 79 cm Breite und 50cm H\u00f6he. Die zwanzig Bl\u00e4tter zusammen bilden also ein Quadrat von etwa 316 Zentimetern. Der gestochene Titel befindet sich am unteren Rand der Bl\u00e4tter 18 und 19, in der Mitte einer stark konturierten Kartusche, die von Voluten umgeben ist und von der allegorischen Figur der Stadt Paris, die sich auf ihr Wappen st\u00fctzt, \u00fcberragt wird. Dieser Plan aus der Vogelperspektive, der umfangreichste seiner Art, ist unter Bezeichnung &#8220;Plan de Turgot&#8221; bekannt. Er ist meist in einen Atlas in Folioformat gebunden. Alle Einb\u00e4nde, aus Schafsleder oder Maroquin du Levant, sind in der Mitte mit dem Wappen von Paris verziert. Gebundene Exemplare waren repr\u00e4sentative Geschenke und gingen an den Hof, die Mitglieder der Acad\u00e9mie Fran\u00e7aise und an ausgew\u00e4hlte Adressen im Ausland. Michel-\u00c9tienne Turgot (1690-1751), Markgraf von Sousmont und de facto B\u00fcrgermeister von Paris &#8211; Pr\u00e9v\u00f4t des marchands oder Propst der Kaufleute &#8211; von 1729 bis 1740, ist vor allem f\u00fcr seinen Auftrag bekannt, diesen monumentalen Stadtplan zu entwerfen. Turgot beauftragte den Architekten und Kartographen Louis Bretez mit der Neuvermessung der Stadt und gestattete ihm, Geb\u00e4ude und Grundst\u00fccke zu betreten, um detaillierte Messungen und Zeichnungen anzufertigen &#8211; eine Aufgabe, die zwei Jahre in Anspruch nahm. Die Kupferstecher waren Antoine Coquart und\u00a0 Claude Lucas. In der Schweiz an den UBs von Neuch\u00e2tel, Lausanne und Genf sowie an der ZB in Z\u00fcrich vorhanden.<\/p>\n<p><strong>T* 161: Skizzen von der Insel Java (Pfyffer zu Neueck)<br \/><\/strong>Schaffhausen 1829<br \/>Josef Jakob Xaver Pfyffer zu Neueck (1798\u20131853) war zwischen 1819 und 1827 Offizier der Schweizer Armee in Niederl\u00e4ndisch-Indien. Seine Beschreibung der Insel und ihrer verschiedenen Bewohner ist aufgrund seiner pr\u00e4zisen Beobachtungen und Darstellung der Lebensbedingungen der javanischen V\u00f6lker ein wichtiges Werk zur Kulturgeschichte Javas. Erschienen im Verlag Franz Hurter in zwei Teilen, wobei beim zweiten Teil in unserem Exemplar die Abbildungen fehlen. Die farbenfrohen Lithografien zeigen ein Kind, einen Bauern, eine T\u00e4nzerin, einen &#8220;Vorfechter&#8221;, einen Pilger nach Mekka und l\u00e4ndliche Szenen. Ankauf 1953 durch einen &#8220;P. Schmid, H\u00f6ri&#8221;.<\/p>\n<p><strong>T* 184: <\/strong><strong>Voyage pittoresque de Gen\u00e8ve \u00e0 Milan par le Simplon<br \/><\/strong>Paris 1811.<br \/>Eines der sch\u00f6nsten Alben schweizerischer Vedutendarstellung in klassischer Zeit. Mit 35 ganzseitigen topografischen Ansichten in Aquatinta von Gabriel Lory. Das Werk wurde ver\u00f6ffentlicht, um die von Napoleon vorangetriebene Entwicklung der Simplonstrasse zu veranschaulichen. Der Schweizer Maler und Kupferstecher Gabriel Lory spezialisierte sich zusammen mit seinem Sohn Mathias auf die Herstellung von Aquatinta-Radierungen nach seinen eigenen Landschafts-zeichnungen. Die Tafeln zeigen unter anderem Ansichten von Genf, der Br\u00fccke von Saint Maurice, dem Dorf Simplon sowie von Sion, Isola Bella, Arona und Sesto. Ex Libris des F\u00fcrstenhauses Liechtenstein. Es muss sich um einen Ankauf oder eine Schenkung aus neuerer Zeit handeln.<\/p>\n<p><strong>TD 14: Le cose maravigliose dell&#8217;alma citt\u00e0 di Roma<br \/><\/strong>Rom 1575.<br \/>Kleiner Stadtf\u00fchrer ohne Ill. zu den wichtigsten St\u00e4tten (v.a. Kirchen) Roms, mit Itineratien und Listen von P\u00e4psten und F\u00fcrsten. Sp\u00e4tere Ausgaben sind ill., diese Ausgabe in der Schweiz nicht vorhanden. Hinten die Bitte eines Gioan Paier (?), das Buch im Verlustfall bei Kardinal Altemps abzugeben (Marcus Sitticus von Hohenems, auch Bischof von Konstanz).<\/p>\n<p><strong>TD 46: Constantia Rhenana&#8230; Metropolis&#8230; descriptio (Bucelinus)<br \/><\/strong>Frankfurt am Main 1667<br \/>Dies ist eine fr\u00fche Konstanzer Stadtgeschichte des Feldkircher Benediktiners Gabriel Bucelinus (1599-1681). Geboren als Jacob Butzlin im Unterhof in Diessenhofen, studierte der Verfasser in Dillingen Theologie und Philosophie und wurde 1624 M\u00f6nch im Kloster Weingarten. 1635 floh er im Dreissigj\u00e4hrigen Krieg vor den schwedischen Truppen nach Venedig, Wien und ins steirische Stift Admont. Ab 1651 wirkte er als Prior des Klosters St. Johann in Feldkirch. Bucelinus war ein Universalgelehrter, der ein reiches Werk hinterliess, das neben Schriften \u00fcber Genealogie, Weltgeschichte,\u00a0Heiligenviten und Ordensgeschichte auch Pl\u00e4ne, Karten und Zeichnungen z.B. von oberschw\u00e4bischen Kl\u00f6stern umfasste; nur ein kleiner Teil dieser Werke wurde ver\u00f6ffentlicht. Seine Geschichte der Stadt Konstanz enth\u00e4lt Stammtafeln und Wappen der wichtigsten Konstanzer Geschlechter und zu Beginn (vor Blatt A) eine sch\u00f6ne Faltkarte des Bodensees, die von Bucelinus selbst stammt. Konstanz ist dabei nicht sonderlich hervorgehoben. Der Autor nennt den See r\u00e4tselhafterweise &#8220;Lacus Moesius&#8221;, was auf die antike Landschaft Moisia verweist, die am unteren Lauf der Donau lag, und ausserdem &#8220;Acronius&#8221;, was die r\u00f6mische Bezeichnung f\u00fcr den Untersee war, sowie drittens &#8220;Potamicus&#8221; &#8211; das ist der Name der R\u00f6mer f\u00fcr den Obersee. Die Stadt Schaffhausen ist auf der Karte eingezeichnet, Diessenhofen (nat\u00fcrlich) auch. Der sch\u00f6ne Kupfertitel wiederum nennt das Buch eine Beschreibung des Bodensees und f\u00fchrt den Namen der Stadt bildlich schwungvoll auf die r\u00f6mischen Kaiser Constantius, dessen Ehefrau Helena und deren Sohn Constantin (den Grossen) zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>TD 50: Guide des Chemins de France (Charles Estienne)<br \/><\/strong>Lyon 1572<br \/>Fr\u00fche Ausgabe eines &#8220;Guide Routier&#8221; f\u00fcr Frankreich. Die vor diesem Reisef\u00fchrer ver\u00f6ffentlichten Reiserouten richteten sich nur an Pilger, die nach Rom, Jerusalem oder Santiago de Compostela unterwegs waren. Das Werk von Estienne hingegen ist der erste weltliche Reisef\u00fchrer. Er richtete sich an Kaufleute und andere Gesch\u00e4ftsreisende, die im Land unterwegs waren und war sehr erfolgreich, wie die 28 zwischen 1552 und 1668 erschienenen Auflagen beweisen. Fr\u00fche Ausgaben sind jedoch sehr selten, da sie als Gebrauchsb\u00fccher oft verloren gingen oder zerschlissen wurden.<\/p>\n<p><strong>TD 52: Elsass (Daniel Specklin)<br \/><\/strong>Strassburg oder K\u00f6ln 1576<br \/>Wichtige und seltene fr\u00fche Karte des Elsass, erstellt von Daniel Speckle aus Strassburg im Jahr 1576. Urspr\u00fcnglich 1573 von Erzherzog Ferdinand in Auftrag gegeben, gilt sie als die wichtigste Karte der Region zu dieser Zeit. Die Karte folgt dem Verlauf des Rheins von Basel bis zum Gebiet s\u00fcdlich von Philippsburg. Daniel Speckle oder Specklin wurde im Elsass geboren und reiste als Festungsbauer durch Osteuropa und Skandinavien. Seine Karte ist ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr die Kartografie der Renaissance, die sich durch ihre detaillierte und k\u00fcnstlerische Darstellung geografischer Elemente auszeichnet. Speckles Hintergrund als Ingenieur und Festungsbauer spiegelt sich in der Pr\u00e4zision und Detailtreue der Karte wider. Sein Werk trug wesentlich zur Entwicklung der europ\u00e4ischen Kartografie bei, indem es praktische milit\u00e4rische Anwendungen mit den k\u00fcnstlerischen Anforderungen der Kartografie der Renaissance verband. Unser Exemplar stammt aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller; die Karte ist als B\u00fcchlein mit 12 Einzelkarten gebunden.<\/p>\n<p><strong>TD 57: Louis-S\u00e9bastien Mercier, <em>Tableau de Paris, <\/em>Amsterdam 1782-83<br \/><\/strong>In 674 reportage\u00e4hnlichen Skizzen entwirft Louis-S\u00e9bastien Mercier (1740-1814) ein Bild der Grossstadt Paris am Vorabend der Revolution von 1789. In Momentaufnahmen des privaten wie \u00f6ffentlichen Lebens schildert er die herrschende, kalte Gleichg\u00fcltigkeit und die sozialen Kontraste und \u00fcbt Kritik an Adel, Kirche und Hof. Die Illustrationen schuf der Schweizer Karikaturist Balthasar Anton Dunker (1746-1807).<\/p>\n<p><strong>TD 73: London und Paris<br \/><\/strong>Weimar und Halle, 1799-1805<br \/>London und Paris\u00a0war eine erfolgreiche Unterhaltungszeitschrift, die von 1798 bis 1815 in 24 B\u00e4nden erschien. Herausgeber war zun\u00e4chst\u00a0Friedrich Justin Bertuch, der sie sp\u00e4ter seinem Sohn\u00a0Carl\u00a0\u00fcbergab. Sie enth\u00e4lt politische, gesellschaftliche und kulturelle Nachrichten aus\u00a0Grossbritannien\u00a0und\u00a0Frankreich, zumeist aus den beiden Hauptst\u00e4dten oder aus deren Perspektive. Durch die zahlreichen Nachdrucke englischer und franz\u00f6sischer Karikaturen ist sie ein spannendes Zeitdokument des grossen Umbruchs um 1800. Ebenfalls von zeitgeschichtlichem und literarischem Interesse sind die Texte und Noten meist scherzhafter Lieder (Couplets) und die witzigen und teils brillanten Kommentare sowie gr\u00fcndlich recherchierten Berichte. Die Beitr\u00e4ge der Zeitschrift wurden nur mit Initialen der Autoren gekennzeichnet. Weimarer Redakteur war\u00a0Carl August B\u00f6ttiger, die \u201eAuslandskorrespondenten\u201c\u00a0Johann Christian H\u00fcttner\u00a0(London) und\u00a0Friedrich Theophil Winckler\u00a0(Paris). In Paris kamen sp\u00e4ter noch\u00a0Helmina von Ch\u00e9zy\u00a0und\u00a0Georg Bernhard Depping\u00a0dazu. Die verkleinerten Kopien der Karikaturen sind meist nicht signiert. Um 1805 hatte die Zeitschrift eine Auflage von 1300 Exemplaren. Sie erschien j\u00e4hrlich in zwei B\u00e4nden \u00e0 4 Hefte zu je 100 Seiten; die letzte Ausgabe erschien 1815. Unser Exemplar aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller umfasst die ersten 16 B\u00e4nde.<strong>\u00a0<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>TD 77: <\/strong><strong>Nieuw en beknopt kaart-boekje, vertoonende de XVII Nederlandse provintie (Joan De Lat)<br \/><\/strong>Deventer 1735<br \/>Kartenwerk in handlicher schmaler Buchform mit 25 farbigen Kupferstichen der 17 niederl\u00e4ndischen Provinzen, ein Taschenatlas f\u00fcr Offiziere, Reisende und \u201ezu Hause bleibende Liebhaber\u201d. Die 22 Detailkarten k\u00f6nnten zu einer \u201eGesamtkarte\u201d zusammengef\u00fcgt werden. Ein &#8220;Stede-wyzer&#8221; am Schluss gibt in Tabellenform die Distanzen zwischen niederl\u00e4ndischen St\u00e4dten in Marschstunden zu Fuss an. Selten, in der Schweiz sonst nicht nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>TD 78: Description de touts les Pays-Bas (Guiccardini)<br \/><\/strong>Arnheim 1613<br \/>Franz\u00f6sische Ausgabe von Luigi (oder Lodovico) Guicciardinis ausf\u00fchrlicher Beschreibung der Niederlande, die erstmals 1567 auf Italienisch unter dem Titel Descrittione di tutti Paesi Bassi ver\u00f6ffentlicht wurde. Guicciardini, ein italienischer Kaufmann, zog 1541 nach Antwerpen und blieb bis zu seinem Tod 1589 in den Niederlanden. Dies ist die erste franz\u00f6sische Ausgabe dieser, reich illustriert mit Stichen von St\u00e4dten in den Niederlanden, Flandern und Nordfrankreich. Petrus Montanus (Pierre du Mont) aktualisierte den franz\u00f6sischen Text von Fran\u00e7ois de Belleforest (1530-1583). Die Illustrationen variieren von Exemplar zu Exemplar. Eine Ausgabe kann nicht als unver\u00e4nderliche Einheit mit einheitlichem Inhalt betrachtet werden, sondern es gibt zahlreiche leicht unterschiedliche Ausgaben und Bindungen.<\/p>\n<p><strong>TD 82: Nuovo itinerario d&#8217;Italia \/ Franz Schott<br \/><\/strong>Rom 1620<br \/>Italienische Ausgabe des erstmals 1600 in Antwerpen in lateinischer Sprache erschienenen Werkes des Antwerpener Ratsherrn und gelehrten Reiseschriftstellers Franz Schott (1549-1622). Schott verwertete darin das Werk des Philologen Stephan Pighius &#8216;Hercules Prodicius&#8217;, Karten seines ihm nahe stehenden Landsmannes Ortelius, Werke unterschiedlicher Schriftsteller und au\u00dferdem pers\u00f6nliche Mitteilungen seines Bruders Andreas Schott, der als Jesuit l\u00e4ngere Zeit in Italien verweilt hatte. Inkl. Stadtpl\u00e4ne verschiedener italienischer St\u00e4dte.<\/p>\n<p><strong>TD 83: Mercurius Italicus des Johann Heinrich von Pflaumern<br \/><\/strong>Augsburg 1625<br \/>Der Reisebericht des s\u00fcddeutschen Adligen angesichts des Heiligen Jahres 1625, gewidmet dem Konstanzer F\u00fcrstbischof Johann Jakob Fugger, ist ein gelehrter Italienf\u00fchrer mit detailbesessener Architekturbeschreibung. Alltagsfragen interessieren Pflaumern nicht, katholische Glaubenstreue und Abwehr des protestanischen Irrglaubens umso mehr. Erstausgabe, in der Schweiz selten. J.H. von Pflummern, B\u00fcrgermeister in \u00dcberlingen? Kleinere Stadtpl\u00e4ne und Veduten, ein gr\u00f6sserer Plan Roms und von Loreto (lose). Unsere Ausgabe die einzige und \u00e4lteste in der Schweiz?<\/p>\n<p><strong>TD 84: Newes Itinerarium Italiae (Furttenbach)<br \/><\/strong>Ulm 1627<br \/>Einer der ersten Italien-Reisef\u00fchrer in seiner ersten Ausgabe, in seiner Beliebtheit eine Art Baedeker des 17. Jahrhunderts. Die Tafeln zeigen Grundrisse von Pal\u00e4sten, Festungsbauten, Schleusen, Maschinen und Messger\u00e4te und eine sch\u00f6ne Karte von Italien. Der Autor, Joseph Furttenbach d. \u00c4. aus Leutkirch (1591-1667 in Ulm) lebte zeitweise in Italien, insbesondere in Mailand, Genua und Florenz. Er machte dort eine Kaufmannsausbildung, studierte Architektur und hatte mit Gallileo Galilei Kontakt. Ab 1631 war er Verwaltungsleiter des Ulmer Bauamts und kurz darauf Ratsherr. Er konzipierte in Ulm mehrere wichtige Geb\u00e4ude und wurde f\u00fcr seinen Festungsbau sowie f\u00fcr seine Publikationen \u00fcber Architektur ber\u00fchmt. Seine Kunstkammer war weit \u00fcber Ulm hinaus bekannt.<\/p>\n<p><strong>TD 85: Nova et accurata Italiae Hodiernae descriptio<br \/><\/strong>Leiden 1627<br \/>Albumformat mit 98 Kupferstichen (31 Landkarten, 36 Stadtpl\u00e4nen und 31 perspektivischen Ansichten) von St\u00e4dten und Gebieten in Italien, Sizilien, Sardinien und Korsika). Hervorzuheben ist auch die Bedeutung des lateinischen Textes, der den beeindruckenden Bildapparat des Werkes begleitet. Obwohl wir keine Informationen \u00fcber den Autor haben, ist sein grosses Wissen \u00fcber die Werke griechischer und lateinischer Dichter und Historiker beeindruckend. Unsere Ausgabe in m\u00e4ssigem Zustand, Papier recht gebr\u00e4unt. Illustrationen s\/w.<\/p>\n<p><strong>TD 90: Propugnaculum Europae (&#8230;Beschreibung der africanischen Insul Malta<\/strong> <strong>(Megiser)<br \/><\/strong>Leipzig 1606<br \/>Der Stuttgarter Gelehrte Hieronymus Megiser (1557-1619) ist ber\u00fcchtigt f\u00fcr seine Geschichte K\u00e4rntens von 1615, die zahlreiche \u00dcbertreibungen, Erfindungen und F\u00e4lschungen enth\u00e4lt. Er ist aber auch der Verfasser u.a. der ersten slowenisch-deutschen W\u00f6rterb\u00fccher, einer t\u00fcrkischen Grammatik und verschiedener Reisebeschreibungen und war in diesem Bereich im deutschsprachigen Raum einer der ersten, der anstelle von Pilgerberichten kulturhistorisch orientierte B\u00fccher schrieb. 1598\/99 bereiste er auch die Insel Malta. Seine daraus resultierende Beschreibung der Insel ist die erste auf deutsch und enth\u00e4lt auch linguistisch interessante Beobachtungen zur maltesischen Sprache.<\/p>\n<p><strong>TD 91: Jacob Boswells Beschreibung von Corsica<br \/><\/strong>Leipzig 1768<br \/>Die erste deutsche Ausgabe von James Boswells Bericht \u00fcber Korsika, das er 1765 bereist hatte, \u00fcbersetzt von Anton Ernst Klausing. Im ersten Teil schildert der Autor historische und geografische Informationen \u00fcber Korsika, w\u00e4hrend der zweite Teil eine lebhafte und detaillierte Erz\u00e4hlung seiner Reise auf die Insel enth\u00e4lt, durchsetzt von Gespr\u00e4chen mit dem korsischen Patrioten und Rebellen Pascuale Paoli. Die Gespr\u00e4che mit Paoli drehen sich um Demokratie, soziale Freiheit, Religion und nat\u00fcrlich die korsische Sache. Nach der Invasion Korsikas durch die Franzosen im Jahr 1768 floh Paoli nach England, wo er von Samuel Johnson, Boswell und deren Kreis gefeiert wurde. Boswells Bericht war sehr erfolgreich. Er wurde sofort nach Erscheinen 1768 mehrfach nachgedruckt und ins Franz\u00f6sische, Niederl\u00e4ndische, Italienische und eben ins Deutsche \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p><strong>TD 95: Deliciae urbis Romae<br \/><\/strong>Augsburg 1600<br \/>Der italienische Maler und Kupferstecher Antonio Tempesta wurde 1555 in Florenz geboren. Er ging nach Rom an den Hof Papst Gregor XIII. (1572-1585) und starb dort 1630. Als Maler war er nicht nur im Vatikan sondern auch in Rom und Umgebung t\u00e4tig. Eine Auswahl seiner Radierungen mit erkl\u00e4rendem Text \u00fcber Kunstdenkm\u00e4ler in Rom wurde von Dominicus Custos in 2 lateinischen (1600, 1613) und einer deutschen Ausgabe herausgegeben (1613). Se enth\u00e4lt Abbildungen von\u00a0 Kirchen, Br\u00fccken, Obelisken und Geb\u00e4uden. Der Kupferstecher und Verleger Dominicus Custos wurde um 1559\/1560 in Antwerpen geboren. Er begr\u00fcndete die erste Kupferstich-Werkstatt in Augsburg und verhalf damit im deutschsprachigen Raum dem Kupferstich in der Buchillustration zum Durchbruch.<\/p>\n<p><strong>TD 98: I vestigi dell&#8217;antichit\u00e0 di Roma (Du P\u00e9rac)<br \/><\/strong>Rom 1575<br \/>Seltene Erstausgabe. \u00c9tienne Du P\u00e9rac (ca. 1635\u20131604) arbeitete von etwa 1559 bis 1578 f\u00fcr verschiedene Verlage in Rom, bevor er als k\u00f6niglicher Architekt unter Heinrich IV. nach Frankreich zur\u00fcckkehrte. Seine detailreichen Ansichten der erhaltenen antiken Monumente Roms sind topografisch streng gegliedert und bieten einen Rundgang, der am Forum beginnt und au\u00dferhalb der Stadt am Circus Maxentius endet. Einige Tafeln bieten, wenn man sie nebeneinander betrachtet, Panoramablicke (z. B. Tafeln 19\u201320, der Caracalla-Thermen). Das Werk erschien im Jahr des grossen Jubil\u00e4ums und war vielleicht als Andenken f\u00fcr Pilger gedacht; es wurde jedoch zu einem Bestseller, von dem bis 1773 zehn Auflagen (nach den Originalmatrizen) gedruckt wurden. In der Schweiz sonst nur an den UBs von Basel und Fribourg nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>TD 105: Description des beaut\u00e9s de G\u00eanes<br \/><\/strong>Genua 1773<br \/>Zweite, erweiterte Ausgabe dieses Architekturf\u00fchrers f\u00fcr die Stadt Genua, der vermutlich f\u00fcr franz\u00f6sische und franz\u00f6sischsprachige Touristen gedacht war. Der im Kolophon als Adamo Scionico genannte Drucker w\u00e4hlte ein gutes Papier, das den Druck der Schrift und der gravierten Platten gut zur Geltung bringt, die hell und frisch sind. Zwei grosse Stadtpl\u00e4ne und zahlreiche Veduten von Pl\u00e4tzen und Palazzi schm\u00fccken diesen h\u00fcbschen kleinen Band, der auch kurze Beschreibungen weiterer Orte Liguriens enth\u00e4lt. Aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>TD 106: Serviliano Latuada: Descrizione di Milano<br \/><\/strong>Milano 1737<br \/>F\u00fcnfb\u00e4ndige Beschreibung Mailands in der \u00f6sterreichischen Zeit. Der Autor aus einer adligen Mail\u00e4nder Familie, war Abt in San Satiro und Historiker seiner Stadt. Das Buch ist die umfassendste Beschreibung der Stadt im 18. Jh. Die 42 Kupferstiche wurden gezeichnet von Girolamo Ferroni\u00a0 und gestochen vom Schaffhauser Johann Georg Seiller. In der Schweiz selten (6 Bibliotheken auf swissbib), das ZB-Exemplar ist auf e-rara.<\/p>\n<p><strong>TD 107: Beobachtungen \u00fcber den Vesuv, den Aetna und andere Vulkane (Hamilton)<br \/><\/strong>Berlin 1773<br \/>Erste deutsche Ausgabe, basiert auf der zweiten, erweiterten englischen Ausgabe von 1772. Der schottische Diplomat und Vulkanologe Hamilton (1730-1803) war zwischen 1764 und 1799 als Botschafter in Neapel t\u00e4tig. Er nutzte diese Zeit u.a., um die lokalen Vulkanaktivit\u00e4ten und Erdbeben zu untersuchen. Enth\u00e4lt mehrere Kupfertafeln und -karten der Vulkane.<\/p>\n<p><strong>TD 117: Versuch einer nat\u00fcrlichen Historie von Norwegen (Pontoppidan)<\/strong><br \/>Kopenhagen 1753<br \/>Erste Ausgabe der deutschen \u00dcbersetzung von Johann Adolph Scheiben von Pontoppidans \u201eDet f\u00f8rste fors\u00f8g paa Norges naturlige historie\u201c (1752) in zwei B\u00e4nden. Der D\u00e4ne Erik Pontoppidan (1698\u20131764) war Theologe und eher Sammler als Forscher, aber dank seiner unerm\u00fcdlichen Fleissarbeit und seiner zahlreichen Schriften rettete er f\u00fcr die Nachwelt vieles, was sonst verloren gegangen w\u00e4re. Mit 30 Kupfertafeln, darunter die erste Ansicht von Drammen und eine grosse gefaltete Ansicht von Bergen. Pontoppidans Beschreibungen von Seeschlangen und Kraken fanden auch Nachhall in der Literatur &#8211; bei Melvilles Moby Dick und Jules Vernes 20&#8217;000 Meilen unter dem Meer. &#8211; Vom gleichen Autor haben wir auch eine Naturgeschichte D\u00e4nemarks (TD 116, Kopenhagen 1765).<\/p>\n<p><strong>TD 128: L&#8217;arcipelago (Boschini)<br \/><\/strong>Venedig 1658<br \/>Seltener Atlas der griechischen Inseln in der ersten und einzige Auflage, mit einer grossen Gesamtkarte und doppelblattgrossen Karten von Kreta und Eub\u00f6a. Die \u00fcbrigen Karten sind jeweils blattgross und in der Paginierung. Der Venezianer Boschini war Kunstkritiker, Maler und Kupferstecher, der vor allem f\u00fcr seine Stadt- und Kunstf\u00fchrer und seine biografischen Werke \u00fcber venezianische K\u00fcnstler bekannt war. Die Karten basieren gr\u00f6sstenteils auf Vorlagen von Bartolommeo; fast alle Inseln der \u00c4g\u00e4is sind abgebildet und mit kurzen Beschreibungen versehen.<\/p>\n<p><strong>TD 135: Sammelband des 16. Jahrhunderts mit Reiseberichten aus dem Heiligen Land<br \/><\/strong>Der Band enth\u00e4lt vier Werke: Die ersten beiden sind die Reisebeschreibungen von Barth\u00e9lemy de Salignac: Itinerarium Sacrae Scripturae (Magdeburg 1593 und o.O. 1587), \u00fcber den nichts bekannt ist und dessen Pilgerreise in den 1510er Jahren stattfand; die Erstausgabe des Werks erschien 1518 in Venedig. Die zehn Kapitel behandeln die Abreise des Pilgers aus Venedig und seine Reise \u00fcber Istrien und Albanien zu den Ionischen Inseln und Zypern; sodann eine Beschreibung Pal\u00e4stinas, Israels, Syriens, Arabiens, des \u201eK\u00f6nigreichs Gaza\u201c und des heutigen Westjordanlands sowie einen \u00dcberblick \u00fcber Jerusalem und die wichtigsten religi\u00f6sen St\u00e4tten innerhalb der Stadt und ihrer Umgebung. Das dritte Werk ist Martin Baumgartens &#8220;Peregrinatio in Aegyptum, Arabiam, Palaestinam &amp; Syriam (N\u00fcrnberg 1594) ist die seltene erste und einzige Ausgabe. Martin Ritter v. Baumgartner (auch Baumgarten) unternahm im Fr\u00fchjahr 1507 eine Pilgerreise nach Pal\u00e4stina, auf der er im Hinweg \u00c4gypten und die Sinai-Halbinsel, im Herweg Syrien mitbesuchte, und gab dadurch den Anstoss zu einer der interessanteren und ausf\u00fchrlicheren Reisebeschreibungen jener Zeit. Der Regensburger Christoph Donauer \u00fcbersetzte f\u00fcr diese Ausgabe den deutschen Bericht des Pilgers und verwob ihn mit den lateinischen Notizen seines Dieners Gregorius. Das vierte Werk f\u00e4llt aus der Reihe. Es ist &#8220;Carolus Magnus Redivivus&#8221; von Johann Wilhelm Stucki (Z\u00fcrich 1592). Dies ist die erste und einzige Ausgabe eines Vergleichs zwischen dem Karl dem Grossen und dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig Heinrich IV. (1553\u20131610), verfasst vom Z\u00fcrcher Theologen Johann Wilhelm Stucki (1542\u20131607). Das Werk \u00e4hnelt Plutarchs Parallelbiografien und vergleicht die beiden K\u00f6nige in verschiedenen Aspekten ihres Lebens: Politik, Kriegsf\u00fchrung, Hofleben, Religion und sogar Ess- und Trinkgewohnheiten. Mit einem Holzschnittportr\u00e4t von Karl dem Gro\u00dfen und Heinrich IV. auf der Titelseite, zwei Holzschnittinitialen und dem Holzschnitt-Druckerzeichen der Offizin Froschauer auf dem letzten Blatt. Der Band ist aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller und in eine liturgische mittelalterliche Handschrift eingebunden.<\/p>\n<p><strong>TD 137: Beschreibung von Arabien (Niebuhr)<br \/><\/strong>Kopenhagen 1772.<br \/>Carsten Niebuhr, der im Auftrag des d\u00e4nischen K\u00f6nigs Friedrich V. eine Forschungsreise auf die arabische Halbinsel unternahm, die er als Einziger \u00fcberlebte, gilt als der wissenschaftlich genaueste Arabienforscher seiner Zeit. Durch ihn begann die neuzeitliche Kenntnis vom Orient. Die Reisebeschreibung enth\u00e4lt Kupferstiche von Defehrt und Martin mit Inschriften, M\u00fcnzen, Landarbeitern und Kriegern, den Moscheen von Mekka und Medina, und verschiedene Karten, darunter eine ber\u00fchmte Karte des Jemen (35 x 55 cm) in Umrissfarben und die grosse Faltkarte des Arabischen Golfs (Mare Rubrum seu Sinus Arabicus), auf der Kuwait zum ersten Mal erw\u00e4hnt wird. Geschenk von Nikolaus Stokar von Neunforn an die Bibliotheca Amicorum. Das Buch ist in der Bibliothek auch in franz\u00f6sischer \u00dcbersetzung vorhanden (Amsterdam 1774, TD 138).<\/p>\n<p><strong>TD 139: Amoenitatum exoticarum fasciculi V (Kaempfer)<br \/><\/strong>Lemgo 1712<br \/>Originalausgabe des einzigen zu Lebzeiten des Autors ver\u00f6ffentlichten Werks, das der Erforschung Japans gewidmet ist. Engelbert Kaempfer geh\u00f6rte 1683 zur schwedischen Gesandtschaft beim Schah von Persien. Von Isfahan aus schloss er sich der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie als Arzt in der Station der Kompanie in Bandar Abbas an. 1689 erreichte er Java und nahm im folgenden Jahr an einer j\u00e4hrlichen Reise nach Japan teil, wo er zwei Jahre in Japan, haupts\u00e4chlich in Nagasaki verbrachte. In diesem Werk pr\u00e4sentiert Kaempfer seine Beobachtungen \u00fcber Persien und die angrenzenden L\u00e4nder, Informationen \u00fcber die japanische Papierherstellung und eine kurze Diskussion \u00fcber Japan, ein langes Kapitel \u00fcber die Dattelpalme und schlie\u00dflich einen Katalog japanischer Pflanzen.<\/p>\n<p><strong>TD 145: Beschreibung von dem Lande Kamtschatka (Steller)<br \/><\/strong>Frankfurt 1774<br \/>Recht seltene Erstausgabe. Georg Wilhelm Steller, ein deutscher Zoologe und Botaniker, war einer der Wissenschaftler, die an der zweiten Expedition von Vitus Bering von 1734 bis 1743 auf der Suche nach einer Nordseeroute von Russland nach Nordamerika teilnahmen. Der vorliegende Bericht \u00fcber Kamtschatka und die Sitten und Gebr\u00e4uche seiner Ureinwohner basiert auf Stellers \u00dcberwinterung im Jahr 1740 an der Ostk\u00fcste der Halbinsel und enth\u00e4lt Passagen \u00fcber Alaska, wo Steller und andere Besatzungsmitglieder 1741 als erste Europ\u00e4er auf der Insel Kayak Fuss fassten. Steller \u00fcberlebte auch einen Winter auf der Beringinsel in Alaska, wo viele Besatzungsmitglieder, darunter Bering, an Skorbut starben, und gilt als der erste europ\u00e4ische Naturforscher, der eine Reihe nordamerikanischer Pflanzen und Tiere beschrieb. Dem Bericht von Steller ist seine Biografie vorangestellt, die vermutlich von Jean-Beno\u00eet Scherer verfasst wurde, der das Buch auch herausgab. Im Anhang befindet sich Gerhard Friedrich M\u00fcllers \u201eGeographie und Beschaffenheit von Kamtschatka, zusammengestellt 1737 in Jakutsk aus verschiedenen schriftlichen und m\u00fcndlichen Quellen\u201d. Die letzten dreizehn Seiten enthalten ein Vokabular der Koriak-Sprache. Die gravierte Titelvignette zeigt einen aktiven Vulkan namens Kamtschatka, mehrere Geb\u00e4ude und einen Einheimischen in seinem Baidar. Die Faltkarten zeigen Kamtschatka und die Kurilen-Inseln, w\u00e4hrend die Falttafeln die Awatscha-Bucht, die vor Anker liegenden Schiffe St. Peter und St. Paul, den Hafen von Ochotsk, den Vulkan, eine Siedlung an der K\u00fcste Kamtschatkas, das Innere einer Winterh\u00fctte, das Kochen und Fischr\u00e4uchern vor einer Sommerh\u00fctte, drei Figuren von G\u00f6ttern, drei Portr\u00e4ts eines Schamanen und die kamtschatkanische Methode des Feuermachens zeigen.<\/p>\n<p><strong>TD 147: Geschichte und Beschreibung von Japan (Engelbert K\u00e4mpfer)<br \/><\/strong>Lemgo 1777<br \/>Engelbert Kaempfer (1651 -1716) war ein deutscher Arzt und Forschungsreisender aus Lemgo. Im Zuge einer fast zehnj\u00e4hrigen Forschungsreise (1683 bis 1693), die ihn \u00fcber Russland und Persien nach Indien, Java, Siam und schlie\u00dflich Japan f\u00fchrte, sammelte er zahlreiche Kenntnisse zur Geographie, Natur, Gesellschaft, Religion, Politik, Verwaltung sowie den Wissenschaften und K\u00fcnsten der bereisten Regionen. Seine Schriften gelten als wichtige Beitr\u00e4ge zur fr\u00fchmodernen Erforschung der L\u00e4nder Asiens. Sie pr\u00e4gten zugleich das europ\u00e4ische Japanbild des 18. Jahrhunderts, fanden Eingang in die Encyclop\u00e9die Diderots und dienten bis ins fr\u00fche 19. Jahrhundert vielen Forschungsreisenden als Referenzwerk. Sein Bild einer gen\u00fcgsamen, fleissigen und unter der strengen Herrschaft des Kaisers (Sh\u014dgun) harmonisch zusammenlebenden Gesellschaft, die sich zu ihrem Schutz von der Welt zur\u00fcckgezogen habe, pr\u00e4gte das europ\u00e4ische Japanbild weit \u00fcber das 18. Jahrhundert hinaus. Johann Caspar Scheuchzer bearbeitete und \u00fcbersetzte das Japanmanuskript K\u00e4mpfers und publizierte es 1727 unter dem Titel The History of Japan. Schon 1729 erschienen die erste Auflagen einer franz\u00f6sischen und einer niederl\u00e4ndischen \u00dcbersetzung. Nach der Entdeckung eines zweiten Manuskriptes im Nachlass von Kaempfers Nichte, gab der Aufkl\u00e4rer, sp\u00e4tere Staatsrat und Archivar Christian Wilhelm Dohm eine erste deutsche Version heraus. Schweiz selten, bereits auf e-rara. Aus der Biblioteca amicorum. Kupfertafel 17, Band 1: Wallfahrtstempel der Sonneng\u00f6ttin Amaterasu, zentrales Shinto-Heiligtum, Ansicht aus japanischen Quellen entlehnt.\u00a0Dazu <strong>TD 139<\/strong>: Amoenitatum Exoticarum, Lemgo 1712 (\u00fcber Persien), das Hauptwerk Kaempfners. Sch\u00f6nes Ex Libris. Enth\u00e4lt f\u00fcr Europa erstmalige Darstellungen japanischer Pflanzen, Meisterwerke botanischer Buchillustration (naturgetreue Graphitstiftzeichnungen von K\u00e4mpfer selber. Bsp. S. 813. Gingko).<\/p>\n<p><strong>TD 148: Ausf\u00fchrliche Beschreibung des Chinesischen Reichs (Du Halde)<br \/><\/strong>Rostock 1747-1756<br \/>Erste deutsche Ausgabe einer fr\u00fchen westlichen Geschichte des Chinesischen Kaiserreichs. Jean-Baptiste Du Halde (1674-1743) war ein franz\u00f6sischer Jesuit und Geograph, der nie in China war und nicht chinesisch konnte. Er bezog seiner Informationen aus den Schreiben der jesuitischen Missionare in China und fasste sie in diesem vierb\u00e4ndigen Werk von 1735 zu einer umfassenden Beschreibung dieses Landes zusammen, erg\u00e4nzt durch zahlreiche Karten. Es wurde in einer leicht abge\u00e4nderten Neuauflage 1736 in Den Haag herausgegeben und kurz danach ins Englische (London 1739), ins Deutsche (Rostock, 1747\u20131756) und ins Russische (St. Petersburg, 1774\u20131777) \u00fcbersetzt und\u00a0blieb lange das in ganz Europa verwendete Standardwerk \u00fcber China. Die Karte\u00a0Tibets, die auf den Beobachtungen zweier von den Jesuiten beauftragten\u00a0Lamas\u00a0beruhten, war die einzige einigermassen zuverl\u00e4ssige Karte im Westen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die deutsche Ausgabe hat besonderen Wert durch die Erstver\u00f6ffentlichung von Engelbert K\u00e4mpfers Japanbeschreibung im vierten Band, die selbst\u00e4ndig erst 1777-79 in Lemgo erschien (unsere Ausgabe TD 147). Dieser vierte Band umfasst ferner Texte \u00fcber die Mongolei, Tibet, Sibirien und\u00a0 Korea.<\/p>\n<p><strong>TD 157: Histoire Philosophique Et Politique Des \u00c9tablissements Et Du Commerce Des Europ\u00e9ens Dans Les Deux Indes (Raynal)<br \/><\/strong>Genf 1781. 11 B\u00e4nde<br \/>Zehn Textb\u00e4nde und ein Atlas. Dieser umfasst Karten von Australien, den Karibischen Inseln, Nord- und S\u00fcdamerika, der Arabischen Halbinsel und Asien. Es handelt sich um die erweiterte Genfer Ausgabe von Guillaume-Thomas Fran\u00e7ois Raynals einflussreichstem Werk, einer Gesamtdarstellung von Abhandlungen der Handelsbeziehungen der europ\u00e4ischen M\u00e4chte und ihrer Kolonialgebiete. Es ist auch als &#8220;Histoire des Deux Indes&#8221; bekannt und bietet einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die europ\u00e4ische Expansion und Besiedlung, die Handelsbeziehungen mit den einheimischen Bev\u00f6lkerungen, einschliesslich des transatlantischen Sklavenhandels, sowie einen letzten Band mit philosophischen Kapiteln zu allgemeinen Themen wie Krieg, Produktion, Besteuerung, Regierung, Ethik und Religion. Das Werk f\u00e4hrt heftige Angriffe gegen Tyrannei, Sklaverei und koloniale Ausbeutung und wurde damit zu einem der Grundlagentexte der Menschenrechtsbewegung. In der hier vorliegenden dritten und erweiterte Ausgabe sind zahlreiche Beitr\u00e4ge von Denis Diderot (1713\u20131784) enthalten. Die drastische Schilderung des Elends, unter denen die\u00a0Sklaven in den amerikanischen\u00a0Plantagen lebten, f\u00fchrte zu breiter \u00f6ffentlicher Emp\u00f6rung in Europa und st\u00e4rkte den\u00a0Abolitionismus, wobei Raynal selbst sich nicht f\u00fcr eine Abschaffung der Sklaverei aussprach, sondern lediglich f\u00fcr eine Milderung und Verhinderung von Missbr\u00e4uchen. Bereits die ersten beiden Ausgaben wurden in den Index der verbotenen B\u00fccher der katholischen Kirche aufgenommen, und die dritte Ausgabe f\u00fchrte 1781 zum Exil Raynals aus Frankreich und zur \u00f6ffentlichen Verbrennung seiner B\u00fccher.<\/p>\n<p><strong>TD 161: Historia Aegypti naturalis (Alpini)<br \/><\/strong>Leiden 1735<br \/>Erste Gesamtausgabe von Alpinis Hauptwerk \u00fcber die Pflanzen- und Tierwelt \u00c4gyptens. Der erste Teil, oft als \u201eRerum Aegyptiarum\u201d bezeichnet, ist hier erstmals ver\u00f6ffentlicht, w\u00e4hrend der zweite Teil, \u201ePlantis Aegypti\u201d, bereits 1592 erschienen war und hier durch Anmerkungen von Johann Vesling, dem Nachfolger Alpinis erg\u00e4nzt wird. Der italienische Arzt und Botaniker Prospero Alpini (1553\u20131617) studierte Medizin in Padua und wurde zum Leibarzt des venezianischen Konsuls in Alexandria, ernannt, mit dem er von 1580 bis 1583 durch Griechenland, Kreta und \u00c4gypten reiste. W\u00e4hrend dieser Zeit f\u00fchrte er umfangreiche Studien zur \u00e4gyptischen und mediterranen Flora durch und gilt als der Erste, der Dattelpalmen k\u00fcnstlich befruchtet hat. Nach seiner R\u00fcckkehr nach Venedig 1586 wurde er Leibarzt von Andre Doria und 1593 Professor f\u00fcr Botanik und Direktor des Botanischen Gartens der Universit\u00e4t Padua. Dort kultivierte er viele der in \u201ePlantis Aegypti\u201d erw\u00e4hnten Pflanzen. Sein Werk ist die fr\u00fcheste Abhandlung \u00fcber die Pflanzen \u00c4gyptens und enth\u00e4lt die erste europ\u00e4ische Beschreibung des Kaffees, der Banane und des Baobab.<\/p>\n<p><strong>TD 162: Pyramidographia (John Greaves)<br \/><\/strong>London 1646<br \/>Das erste englischsprachige Buch \u00fcber die Pyramiden. John Greaves (1602-52) war ein Mathematiker, Astronom und Antiquar, der 1636-40 durch Italien und die Levante reiste und dabei sechs Monate in \u00c4gypten verbrachte, um die erste detaillierte Vermessung der Pyramiden von Gizeh durchzuf\u00fchren. Isaac Newton nutzte die darin enthaltenen Informationen bei seinen wissenschaftlichen Forschungen, um das Mass der antiken Elle und den Erdumfang zu bestimmen. Aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller. Selten; in der Schweiz sonst nur UB Basel.<\/p>\n<p><strong>TD 168: De Nili origine (Isaac Vossius)<br \/><\/strong>Den Haag 1666<br \/>Erstausgabe dieser fr\u00fchen Studie \u00fcber die Quellen des Nils des niederl\u00e4ndischen Klassizisten und Bibliothekars Isaac Voss (1618-89). Die Karten zeigen das nord\u00f6stliche Afrika von Sansibar bis zum Nildelta (mit grossen Teilen der Arabischen Halbinsel) und Teile Aethiopiens. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>TD 171: Nachrichten und Bemerkungen \u00fcber den algierschen Staat (Rehbinder)<br \/><\/strong>Altona 1798-1800. 3 B\u00e4nde.<br \/>Seltene erste und einzige Ausgabe einer Beschreibung von Algerien und dem Maghreb von Baron Johan Rehbinder, der zw\u00f6lf Jahre lang als Generalkonsul D\u00e4nemarks in Algerien diente. W\u00e4hrend dieser Zeit bereiste er den Maghreb und trug sein Wissen \u00fcber die Region, die Br\u00e4uche, Traditionen und Geschichte in diesem fast 3000 Seiten umfassenden Werk zusammen. Enth\u00e4lt interessante, differenzierte Beschreibungen der im osmanischen Algerien praktizierten Sklaverei. Illustriert mit gestochenen, teils kolorierten Tafeln von Georg Vogel aus N\u00fcrnberg von Trachten und Geb\u00e4uden, St\u00e4dten, einer grossen Ansicht von Algier und einer grossen kolorierten Karte der Region (von Philipp H. Mossner, N\u00fcrnberg, 1789). Au\u00dferdem zwei Falttafeln mit Chronologie und Geschichte Algeriens. In der Schweiz sonst offenbar nicht vorhanden. Aus der Bibliotheca amicorum.<\/p>\n<p><strong>TD 173: <\/strong><strong>Schediasma de promontorio bonae spei (Ten Rhyne)<br \/><\/strong>Schaffhausen 1686<br \/>Eine der fr\u00fchesten Reiseberichte ans Kap der Guten Hoffnung von Willem Ten Rhyne (1647-1700), Arzt in Diensten der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie. Es enth\u00e4lt eine Beschreibung der lokalen Flora und der dort lebenden Indigenen Khoi (im Bericht &#8220;Hottentotten&#8221; genannt). Herausgeber des Werks war der Schaffhauser Stadtarzt Heinrich Screta von Zavorziz. Eines der beiden Exemplare der Stadtbibliothek ist ein Geschenk Scretas an dieselbe von 1688. In der Schweiz sonst nur an der UB Basel und in der ZB Z\u00fcrich nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>TD 176: Hugo Grotius: Dissertatio de origine gentium americanarum, und Johan de Laet, Notae ad dissertationem\u2026<br \/><\/strong>o.O. und\u00a0 Amsterdam 1642, 1643 und 1644.<br \/>Kleinschrift des niederl\u00e4ndischen Begr\u00fcnders des V\u00f6lkerrechts Hugo Grotius, in der er europ\u00e4ische Herkunft der indigenen Bev\u00f6lkerung Amerikas &#8220;nachweist&#8221;. Viel ausf\u00fchrlicher ist die nachgebundene Widerlegung seiner Theorien durch den Humanisten Johan de Laet (Notae ad dissertationem, Amsterdam 1643). Darauf folgt eine polemische Antwort Grotius&#8217; (dissertatio altera, 1643) und die Replik de Laets (Responsio, Amsterdam 1644) darauf. &#8211; Im Europa der Renaissance war die Frage, wie der Mensch den Weg zu den isolierten Kontinenten der westlichen Hemisph\u00e4re gefunden haben konnte, eine beunruhigende Frage mit theologischen, historischen und anthropologische Dimensionen. Grotius zog f\u00fcr seine These vor allem antike und christliche Quellen bei, um eine m\u00f6glichst bibelnahe Erkl\u00e4rung zu finden. So gelangt er zum Schluss, dass die nordamerikanischen Indianer norwegischer Herkunft seien, die V\u00f6lker Mittelamerikas urspr\u00fcnglich aus \u00c4thiopien stammten und die Peruaner von schiffbr\u00fcchigen Chinesen abstammten. Johan de Laet war Gr\u00fcndungsdirektor der Westindischen Kompanie und hatte bereits 1625 eine massgebliche Geschichte der Neuen Welt geschrieben. Darin spekulierte er nicht \u00fcber die Urspr\u00fcnge der amerikanischen V\u00f6lker, stimmte aber der Theorie des spanischen Jesuitenmissionars Jos\u00e9 de Acosta zu, dass die amerikanischen Indianer \u00fcber eine Landbr\u00fccke von Asien aus auf den neuen Kontinent gereist seien. In seinen Antworten widerlegte er die phantasievollen Theorien Grotius&#8217; detailliert, indem er auf sachliche Ungenauigkeiten und geographische Widerspr\u00fcche hinwies. Er bot zw\u00f6lf m\u00f6gliche alternative Urspr\u00fcnge f\u00fcr die amerikanischen Ureinwohner an und untermauerte seine Vorschl\u00e4ge mit Verweisen auf die empirischen Daten, die von Reisenden in die Neue Welt gesammelt wurden. Seine bevorzugte Theorie bezeichnete Nordasien als den Ursprung der amerikanischen Ureinwohner und legte dar, dass die Migration in der fernen Vergangenheit stattgefunden haben m\u00fcsse.\u00a0 &#8211; In der Schweiz nicht nachgewiesen, insgesamt sehr selten, zumal in dieser gemeinsamen Bindung. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>TD 177: De originibus americanis (Horn)<br \/><\/strong>Halberstadt 1669<br \/>Fr\u00fche Ausgabe eines gelehrten Aufsatzes \u00fcber den Ursprung der amerikanischen Indigenen als\u00a0Antwort auf Hugo Grotius. Der Autor, Georg Horn (1620-1670) aus der Pfalz war Professor in Leiden.<\/p>\n<p><strong>TD 182: Histoire de Kentucke (Filson)<br \/><\/strong>Paris 1785<br \/>Das erste Buch \u00fcber Kentucky in seiner ersten europ\u00e4ischen Ausgabe, inklusive einer Karte, die in der amerikanischen Erstausgabe von 1784 noch fehlt bzw. die dort separat herausgegeben wurde. Der Autor John Filson kam 1783 in Kentucky an und liess sich in Lexington als Lehrer und Landvermesser nieder. Filson verfasste das Buch, um weitere Siedler anzulocken und damit den Wert des Landes zu steigern. Inhaltlich handelt es sich um Essays zu Themen wie der Geschichte der Besiedlung, der Beschaffenheit des Bodens und des Klimas sowie den M\u00f6glichkeiten des Landerwerbs. In einem lebendigen und farbenfrohen Stil mit gelegentlichen sachlichen Fehlern preist das Buch die &#8220;paradiesischen Qualit\u00e4ten&#8221; Kentuckys. Ein separater Teil des Buches sind \u201eThe Adventures of Colonel Daniel Boon\u201c (Die Abenteuer von Colonel Daniel Boon), der das Leben dieses Pioniers von seiner Ankunft in Kentucky im Jahr 1769 bis 1784 nachzeichnet. Obwohl es sich um eine Autobiografie handelt und von Boone unterzeichnet ist, stammt der Text stilistisch eindeutig von Filson. Leser in Amerika und Europa nahmen die Geschichte von Boones Heldentaten begierig als Fortschritts- und Zivilisationserz\u00e4hlung auf. Die beigef\u00fcgte Karte, die haupts\u00e4chlich aus Berichten von Boone und anderen Entdeckern sowie aus Filsons eigenen Kenntnissen der Region zusammengestellt wurde, ist gut gezeichnet, aber nicht besonders genau. Sie zeigt die Fl\u00fcsse und B\u00e4che des Staates, Berge und H\u00fcgel, St\u00e4dte und Forts und markiert deutlich den Standort des Landvermessungsamtes. Das Buch ist international nicht besonders selten, scheint in der Schweiz aber ausser bei uns nur in Genf vorhanden zu sein.<\/p>\n<p><strong>TD 183: Jakob Begert (Baegert), Nachrichten von der amerikanischen Halbinsel Californien<br \/><\/strong>Mannheim 1773.<br \/>Christoph Johannes Jakob Baegert, auch: Begert (* 22. Dezember 1717 in Schlettstadt; \u2020 29. September 1772 in Neustadt an der Haardt) war ein deutscher Jesuit, Missionar und Verfasser eines bedeutenden ethnologischen Werkes. 1750 bis 1767 wirkte er als Missionar in Kalifornien (San Luis Gonzaga Chiriyaqui, Baja California in Mexiko). Zur\u00fcck in Deutschland, verfasste der seine Missionserinnerungen aus Kalifornien, die erstmals 1771 in Mannheim publiziert wurden.\u00a0 In diesen stark autobiographischen &#8220;Nachrichten&#8221; berichtete er \u00fcber Land und Leute, besonders auch \u00fcber die Indianer, deren einfachen Lebensstil er mit offener Sympathie beschrieb. Dabei\u00a0versucht er, den vorherrschenden Mythos von Kalifornien als Land des \u00dcberflusses zu widerlegen und betont stattdessen die unbarmherzige Hitze, die gef\u00e4hrlichen Tiere, das feindliche Terrain und die Unzuverl\u00e4ssigkeit der Bewohner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Werk enth\u00e4lt auch eine Einf\u00fchrung in die dortige Indianerkultur bzw. -sprache sowie deutsch-indianische \u00dcbersetzungen von g\u00e4ngigen Gebeten, ausserdem einen Anhang mit &#8220;Berichtigung weit verbreiteter Vorurteile \u00fcber Amerika und die T\u00e4tigkeit der Missionare&#8221;. In den USA ist Begerts Buch ein landeskundlich-heimatgeschichtliches Standardwerk und gilt als wichtige geographische, ethnologische, entdeckungs- und missionsgeschichtliche Darstellung. Baegert gibt eigene Erlebnisse mit hier nicht vorkommenden Arten, wie z. B. dem Stinktier zum Besten: \u201eEin gar feines Thierlein, an Gestalt dem Eichh\u00f6rnlein nicht viel ungleich und Sorillo genannt, mit Ehren zu melden, von einem so pestilenzischen, \u00fcbelriechenden Urin, da\u00df einem in dem Zimmer, wo es ihn aus Angst lassend, wenn man es verjagen will, der Athem aus- und nach einem Monat noch ein Rest des h\u00f6llischen Gestanks \u00fcberbleibet.\u201c Die Karte zeigt die Lage der zahlreichen Jesuitenmissionen in Baja California und die Route, die der Autor auf seinen Reisen in die und aus der Region nahm. Arizona ist bezeichnet mit &#8220;Los Apaches, Barbari Gentiles&#8221;. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller. Selten, Schweiz sonst nur UB Basel.\u00a0 &#8211; Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller, Schweiz nur UB Basel. Wenige Ill, netter Sonnenschirm auf S. 105.<\/p>\n<p><strong>TD 184: Beschreibung der Landschafft Lovisiana<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1689<br \/>Louis Hennepin (1626-nach 1701) war ein Franziskanermissionar, der zusammen mit dem ber\u00fchmten Entdecker Ren\u00e9 Robert Cavelier de La Salle 1679 in die Region der Grossen Seen bis nach Illinois vordrang und dabei in die Gefangenschaft der Sioux geriet. Nach seiner R\u00fcckkehr nach Frankreich im Jahr 1682 verfasste Hennepin einen ausf\u00fchrlichen Bericht, die &#8220;Description de la Louisiane&#8221; (1683). Darin behauptet er f\u00e4lschlicherweise, den Mississippi bis zu seiner M\u00fcndung erforscht zu haben und setzt La Salle herab. Vorliegend handelt es sich um ein Jahr sp\u00e4ter erschienene und sehr seltene erste deutsche Ausgabe. Sie ist vor allem bemerkenswert wegen der zwei fr\u00fchen Karten von Louisiana und den Grossen Seen, wobei bei unserem Exemplar eine Karte fehlt. Die bei uns erhaltene Karte erschien in der Pariser Erstausgabe von 1683 unter dem Titel &#8220;Carte de la Nouvelle France et de la Louisiane&#8221;. Sie ist die erste gedruckte Karte von Louisiana und gibt erstmals den s\u00fcdlichen Teil des Mississippi (noch als &#8220;Fleuve Colbert&#8221; bezeichnet) wieder. Die Karte in unserer deutschen Erstausgabe ist \u00fcberarbeitet und enth\u00e4lt erstmals die Bezeichnung &#8220;Louisiana&#8221;. Interessanterweise ist darauf der Mississippi nicht bis zum Golf von Mexiko ausgef\u00fchrt, der s\u00fcdlichste Teil fehlt also. Erg\u00e4nzt wird diese Ausgabe durch eine deutsche \u00dcbersetzung von Marquettes und Jolliets Bericht \u00fcber ihre Expedition von 1673 zum Oberlauf des Mississippi (mit separatem Titelblatt\u00a0<em>Beschreibung einer sonderbaren Reise .. im Mittern\u00e4chtigen America<\/em>\u00a0). Beigebunden ist unserem Band zudem &#8220;Das jezt-lebende Engelland&#8221; (1689) aus der Zeit der &#8220;Glorious Revolution&#8221; Englands, eine sehr seltene Kleinschrift mit einer Karte Grossbritanniens (in Schweizer Bibliotheken sonst nicht nachgewiesen).<\/p>\n<p><strong>TD 186: Moeurs des sauvages (Lafiteau)<br \/><\/strong>Paris 1724<br \/>Erstausgabe. Joseph-Fran\u00e7ois Lafitau (1681-1746) war ein franz\u00f6sischer Jesuitenmissionar, Ethnologe und Naturforscher. Er kam 1711 in Quebec an und interessierte sich stark f\u00fcr die Gesellschaft der Irokesen. In diesem Buch, seinem Hauptwerk, beschrieb er u.a. die starke Stellung der Frauen in der irokesischen Gesellschaft und f\u00fchrte in die politische und soziale Organisation des Volkes ein. Sein Werk ist von hohem Quellenrang, wozu auch die zahlreichen Illustrationen beitragen. Lafitau versteht die indigenen Kulturen als gleichwertig zu den antiken europ\u00e4ischen, geht dabei evidenzbasiert vor und reflektiert seine Methoden und seinen eurozentrischen Blick. Die Originalit\u00e4t und Modernit\u00e4t seines Ansatzes wurde erst sp\u00e4ter voll gew\u00fcrdigt. Aus der Bibliotheca Amicorum via Nikolaus Stokar von Neunforn (Ex Libris).<\/p>\n<p><strong>TD 187: Allgemeine Geschichte der L\u00e4nder und V\u00f6lker von America (Schr\u00f6ter)<br \/><\/strong>Halle 1752 (2 B\u00e4nde).<br \/>llustriert mit 8 Karten (5 Klappkarten) und 59 teils ganzseitigen Stichen (6 Klappkarten), von denen viele die fr\u00fchen amerikanischen Indigenen darstellen. Der Grossteil des ersten Bandes enth\u00e4lt deutsche \u00dcbersetzungen von Lafiteaus Moeurs (TD 186). Der zweite Band ist aus verschiedenen Quellen zusammengestellt; die Vorrede enth\u00e4lt eine Bibliographie der Neuen Welt. Das soziale Leben und die Br\u00e4uche der amerikanischen Ureinwohner Nord- und S\u00fcdamerikas werden detailliert beschrieben und illustriert, mit Kapiteln \u00fcber einzelne Gebiete wie Florida, Neuengland, Virginia, Peru, Brasilien und sogar Jamaika und Gr\u00f6nland. Aus der Bibliotheca Amicorum.<\/p>\n<p><strong>TD 188: Nachrichten von Island, Gr\u00f6nland und der Strasse Davis (Johann Anderson)<br \/><\/strong>Frankfurt und Leipzig 1747<br \/>Zweite Ausgabe (EA: 1746) einer Beschreibung von Island, Gr\u00f6nland und der Davisstrasse. Sein Autor, Johann Anderson war ein deutscher Jurist und Geograph und B\u00fcrgermeister seiner Heimatstadt Hamburg. Dies ist sein wichtigstes Werk, es erschien erst posthum. Der Schwerpunkt liegt auf der Naturgeschichte und dem kommerziellen Potenzial der Inseln, und es gibt auch eine Diskussion \u00fcber die Inuit von Gr\u00f6nland. Anderson sammelte Literatur, insbesondere \u00fcber Island und Gr\u00f6nland sowie \u00fcber die Fisch- und Walfanggebiete im Nordatlantik, war aber nie auf Island oder Gr\u00f6nland. Wissenschaftlich bedeutsam sind seine\u00a0 Ausf\u00fchrungen zur Heringswanderung in dem Buch. Die Kupfertafeln zeigen eine Karte Gr\u00f6nlands, die Tierwelt (darunter einen &#8220;Einhorn&#8221; genannten Narwal) und Boote. Ein Anhang enth\u00e4lt eine kurze Grammatik und einen Wortschatz der isl\u00e4ndischen Sprache, die auf Deutsch und D\u00e4nisch erkl\u00e4rt werden. Der zweite Titel in dem Band heisst &#8220;<strong>Zuverl\u00e4ssige Nachrichten von Island<\/strong>&#8221; (Kopenhagen und Leipzig 1753) des d\u00e4nischen Juristen Niels Horrebow, die erste deutsche \u00dcbersetzung dieses Werks, das der Autor im Auftrag des d\u00e4nischen K\u00f6nigs verfasste. Horrebow lebte zwei Jahre auf Island und beschreibt in dem Buch Geographie, Geologie, Kultur und die Pflanzen- und Tierwelt der Insel. Die darin enthaltene Landkarte ist erst die zweite der Insel und die erste, die auf (allerdings nicht allzu hochwertiger) Vermessung beruhte. Im Anhang befinden sich meteorologische Daten von 1749 bis 1751. Ein schmaler dritter Titel schliesst den Band aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller ab: die <strong>&#8220;Erkl\u00e4rung der Charte von den Neuen Entdeckungen&#8230; des S\u00fcder-Meers&#8221; von Nicolas Joseph De L&#8217;Isle<\/strong> (Berlin 1753). Dies ist ein in der Schweiz sonst nicht nachgewiesener, seltener und gesuchter Druck von lediglich 40 Seiten. Es handelt sich um den ersten Bericht \u00fcber die Expedition von Vitus Bering im Jahr 1741, die zur Entdeckung Alaskas gef\u00fchrt hatte, allerdings mit vielen Fehlern, die zu heftigen Diskussionen und starken Korrekturen f\u00fchrten. Der Autor war der Bruder von Louis de l&#8217;Isle, der teilweise gemeinsam mit Bering u.a. im Auftrag des Zaren den Fernen Osten Russlands, Kamtschatka und Alaska erkundete.<\/p>\n<p><strong>TD 189: Historie von Gr\u00f6nland (Cranz)<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1782<br \/>Erstausgabe eines wichtigen fr\u00fchen Werkes \u00fcber Gr\u00f6nland, gleichzeitig die erste geschichtliche Missionsschrift der Herrnhuter. Durch sie wurde der Orden und seine Missionst\u00e4tigkeit in weiten Kreisen bekannt. David Cranz (1723-1777) stammte aus Pommern war ein deutscher Missionar, der 1757 auch in Z\u00fcrich und Schaffhausen weilte. 1760-1762 bereiste er Gr\u00f6nland, um die Geschichte der dortigen Mission (gegr. 1733) festzuhalten. Seine daraus entstandene &#8220;Historie von Gr\u00f6nland&#8221; besticht durch Beobachtungen und ist das vollst\u00e4ndigste Werk \u00fcber die Insel im 18. Jahrhundert. Das Werk enth\u00e4lt acht Karten, darunter eine Karte Gr\u00f6nlands, Ansichten der Missionssiedlung, Darstellungen von Inuit, ihren H\u00e4usern, Waffen und Booten. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller. Schweiz sonst nur ZB Solothurn und UB Bern.<\/p>\n<p><strong>TD div: Samuel Pletscher<br \/><\/strong>Schaffhauser Lehrer und Lokalforscher, der viele regionalkundliche B\u00fcchlein schrieb, die allesamt sehr selten sind. Seine &#8220;Erinnerung an den Schluchsee&#8221; \u00a0(TD 12cc) z.B. ist weltweit nur bei uns nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>TEa 8: Allgemeine Historie der Reisen zu Wasser und zu Lande<br \/><\/strong>Leipzig 1747ff., 21 B\u00e4nde<br \/>Edited by Johann Joachim Schwabe (1714-1784), the most extensive and important German-language collection of travel descriptions of the 18th century published by Arkstee and Merkus in Leipzig in 21 volumes from 1747 to 1774. The collection was based on the English New general collection of voyages and travels (4 volumes 1745-1747) and the French Histoire g\u00e9n\u00e9rale des voyages (20 volumes 1746-1791) but complemented the works selected by the English and French editors Thomas Astley and Antoine-Fran\u00e7ois Pr\u00e9vost and translated them more faithfully than the French edition.<\/p>\n<p><strong>TEa 9: Histoire g\u00e9n\u00e9rale des voyages, Antoine Fran\u00e7ois Prevost<br \/><\/strong>La Haye, 1747<br \/>Es handelt sich um Antoine Prevost, den &#8220;Abb\u00e9 Prevost&#8221; des Romans Manon Lescaut. Die &#8220;Allgemeine Geschichte des Reisens&#8221; ist eine Mischung zwischen Reiseberichterstattung und historischen, geographischen und anthropologischen Abhandlungen. Diese zwanzigb\u00e4ndige Bibliothek spiegelt das Wissen des kultivierten Menschen des achtzehnten Jahrhunderts wider. Pr\u00e9vost st\u00fctzt sich dabei in deen ersten sieben B\u00e4nden auf &#8221; A New general Collection of Voyages and Travels&#8221; von John Green, das er \u00fcbersetzt. In den sp\u00e4teren B\u00e4nden fasst er verschiedene Quellen zusammen und arbeitet sie um. 15 B\u00e4nde von Prevost, dann weitere Autoren, die letzten beiden B\u00e4nde deutlich sp\u00e4ter. Aus der Bibliotheca Amicorum. Nicht selten, aber bedeutend.<\/p>\n<p><strong>TEa 10: Geschichte der See-Reisen und Entdeckungen im S\u00fcd-Meer<br \/><\/strong>Berlin 1774ff., 8 B\u00e4nde<br \/>Dt. Erstausgabe der Reisen Cooks. Important plates in this volume include maps of New Zealand and the East Coast of Australia, some of the earliest engravings of Maori and Australian First nations, and the earliest depiction of the Kangaroo.<\/p>\n<p><strong>TEa 18: Johann Sommers See- und Land-Reys nach der Levante<br \/><\/strong>Frankfurt 1664.<br \/>Reisebericht nach der T\u00fcrkei: Eine von zwei deutschen Ausgaben, die im selben Jahr erschienen sind (die andere, eine v\u00f6llig andere \u00dcbersetzung, bei Cunradus in Amsterdam; die in mehreren Bibliographien genannte N\u00fcrnberger Ausgabe ist fiktiv). Niederl\u00e4ndische Ausgaben waren bereits 1649 (die erste) und 1661 erschienen. Obwohl die in Amsterdam erschienene deutsche Ausgabe die Reise auf 1640-42 datiert, machen sowohl die niederl\u00e4ndische Erstausgabe als auch die vorliegende \u00dcbersetzung deutlich, dass sie bereits 1590-92 stattgefunden hat! Somers Reise begann ungl\u00fccklich &#8211; er wurde im Hafen von Famagusta von einer t\u00fcrkischen Galeere gekapert und kurzzeitig versklavt, kam aber bald wieder frei, nachdem der franz\u00f6sische Konsul in Alexandria f\u00fcr ihn interveniert hatte. Trotz dieser Episode bereiste er das Osmanische Reich in einer Zeit relativen Friedens (der lange T\u00fcrkenkrieg mit den Habsburgern sollte erst 1593 ausbrechen) und verbrachte mehrere Monate in \u00c4gypten, Konstantinopel und Pal\u00e4stina. Sein farbenfroher Bericht enth\u00e4lt eine Beschreibung der Sandst\u00fcrme in der W\u00fcste und des Handels mit \u00e4gyptischen Mumien sowie ausf\u00fchrliche Kapitel \u00fcber Konstantinopel, den osmanischen Hof, die allgegenw\u00e4rtigen B\u00e4der, t\u00fcrkische Sitten und Gebr\u00e4uche, den muslimischen Glauben, Fl\u00fcche und Magie usw. Somer kehrte \u00fcber das damals osmanische Griechenland und Ungarn zur\u00fcck, das er ebenfalls beschreibt. Ein Anhang (S. 170ff.) enth\u00e4lt Stockrams\u00a0 Bericht \u00fcber die Reise des holl\u00e4ndischen Schiffes Arnheim, das auf der R\u00fcckkehr von Batavia vor Mauritius unterging. Die \u00dcbersetzung wird &#8220;Philemerus Irenicus Elisius&#8221; (d.h. Martin Meyer) zugeschrieben. Schweiz nur wir, D selten, im Antiquariat &#8220;\u00e4usserst selten&#8221;.<\/p>\n<p><strong>TEb 4: William Dampier: Nouveau voyage autour du monde<br \/><\/strong>Amsterdam 1711-1712, 5 B\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>TEb 6: Johann Reinhold Forsters Bemerkungen&#8230; auf seiner Reise um die Welt<br \/><\/strong>Berlin 1783<br \/>Erste deutsche Ausgabe der &#8220;Observations&#8221; von 1778. Durch die zahlreichen Anmerkungen von Georg Forster und das von ihm selbst verfasste 5. Hauptst\u00fcck ist das vorliegende Werk auch als vollst\u00e4ndige Neubearbeitung anzusehen. &#8211; An der zweiten Weltumsegelung Cooks nahmen nach der Abweisung von Joseph Banks daf\u00fcr Johann Reinhold Forster und sein Sohn Georg teil, denen allerdings anschlie\u00dfend der Auftrag f\u00fcr die Abfassung des offiziellen Reiseberichtes entzogen wurde. Forster ver\u00f6ffentlichte seine &#8220;Observations&#8221; daraufhin auf eigene Faust. &#8220;Ich liefre in gegenw\u00e4rtigem Werke diejenigen Bemerkungen, welche ich, auf meiner Reise um die s\u00fcdliche Halbkugel, \u00fcber verschiedene Gegenst\u00e4nde der Natur, zu sammlen Gelegenheit gefunden habe&#8221; (Einleitung). &#8211; Behandelt werden Flora, Fauna, Klima, geographische Funde und insbesondere die Sitten, Br\u00e4uche, Religion, Kunst und Sprachen der S\u00fcdseebewohner. Bemerkenswert ist auch die Tabelle der S\u00fcdseesprachen. &#8211; &#8220;Mit seinen &#8216;Observations&#8217; geh\u00f6rt er zu den g\u00fcltigen Anregern der Geographie des 18. Jahrhunderts, den Peschel &#8216;weit bedeutender als den Sohn&#8217; einsch\u00e4tzte, sah er doch in ihm den ersten Reisenden, &#8216;welcher einen physikalischen Ueberblick \u00fcber die von ihm geschaute Welt gegeben und die h\u00f6chste Verrichtung eines Geographen, n\u00e4mlich den wissenschaftlichen Vergleich am fr\u00fchesten ge\u00fcbt hat'&#8221; (Henze). &#8211; Die sehr gro\u00dfe Faltkarte der s\u00fcdlichen Halbkugel fehlt, die kleinere Faltkarte die S\u00fcdsee-Inseln &#8220;nach den Begriffen der Taheitier und ihrer Nachbarn&#8221; ist vorhanden.<\/p>\n<p><strong>TEb 9 und T* 113 (Atlas): Voyage de la Perouse<br \/><\/strong>Paris 1797<br \/>Erstausgabe. Die Reise von La Perouse ist eine der wichtigsten wissenschaftlichen Erkundungen, die je in den Pazifik und an die Westk\u00fcste Nordamerikas unternommen wurden. 1783 beschloss die franz\u00f6sische Regierung, eine Expedition in den Pazifik zu entsenden, um das unvollendete Werk von Kapit\u00e4n James Cook zu vollenden und insbesondere die Passagen im Beringmeer zu erforschen, die f\u00fcr die Europ\u00e4er seit dem sechzehnten Jahrhundert ein Geheimnis waren. K\u00f6nig Ludwig XVI. selbst beteiligte sich an der Ausarbeitung des Plans und der Reiseroute, von denen sich eine Kopie in der Stadtbibliothek von Rouen befindet, und als La P\u00e9rouse als Flottenf\u00fchrer ausgew\u00e4hlt wurde, gew\u00e4hrte er ihm eine Audienz, bevor er auslief. Mit zwei Schiffen, La Boussole und L&#8217;Astrolabe (Commandant de Langle), verlie\u00df er Brest am 1. August 1785 in Richtung Brasilien. Er umschiffte Kap Hoorn und legte in Chile an, segelte dann zu den Sandwich-Inseln und von dort nach Alaska, wo er sich nach S\u00fcden wandte und die K\u00fcste bis nach Kalifornien erforschte. Nach einer kurzen Erfrischung in Monterey segelte er \u00fcber den Pazifik, entdeckte unbekannte Inseln und besuchte Macao und Manila. Sechs Wochen sp\u00e4ter brach er am 10. April 1787 auf, um die K\u00fcsten und Gebiete n\u00f6rdlich von Korea zu erkunden, die von christlichen Missionaren beschrieben und kommentiert worden waren. Er segelte den Tartarischen Golf hinauf, benannte mehrere Punkte an beiden Ufern und erfuhr, dass Sachalin eine Insel war. Im September legte er in Kamtschatka an, um seine Vorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen. Von dort aus schickte er einen Offizier, Lesseps, mit Berichten \u00fcber seine Entdeckungen auf dem Landweg nach Paris, w\u00e4hrend er sich nach S\u00fcden in Richtung Neuholland begab. Sp\u00e4tere Stationen waren Samoa und Botany Bay (Australien). Von dort segelte er am 10. M\u00e4rz 1788 ab und wurde nie wieder gesehen. Expedition und dieser Atlas sind vor allem f\u00fcr die hervorragende Kartierung der K\u00fcsten Alaskas und Kaliforniens bekannt. Die Karten umfassen San Diego, Monterey und die gesamte Nordwestk\u00fcste. Es handelt sich um eine der besten Erz\u00e4hlungen \u00fcber maritime Entdeckungen, die je geschrieben wurden. Der Atlas enth\u00e4lt 30 Karten, darunter 20 gefaltet, und 38 Ansichten, Pl\u00e4ne und Platten, die Flora, Fauna, Boote, Kost\u00fcme und Indigene zeigen.<\/p>\n<p><strong>TEb 19, Miroir oost &amp; west indical<br \/><\/strong>Amsterdam 1621.<br \/>Das Werk berichtet von den Reisen des niederl\u00e4ndischen Seefahrers und Entdeckers Joris van Spilbergen (ca.1568-1620), der im Auftrag der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompagnie von 1614 bis 1617 eine Weltumsegelung unternahm. Joris van Spilbergen z\u00e4hlt zu den ersten Weltreisenden seines Landes und besuchte alle vier damals bekannten Kontinente. 1614 f\u00fchrte er im Auftrag der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie eine Flotte von sechs Schiffen an, die \u00fcber die Kanarischen Inseln und die Kapverden durch die Magellanstrasse nach Peru und Kalifornien f\u00fchrte, wo er als die spanischen Siedlungen pl\u00fcnderte, bevor er zu den Molukken und Java segelte. Die zahlreichen Kupferstiche und Kupferstichlandkarten wurden von dem niederl\u00e4ndischen Kartographen Nicolaas Geelkerken angefertigt.\u00a0Inklusive \u00fcbergrosse Pinguine, Lamas und einen Kondor. Erste und einzige Ausgabe der franz\u00f6sischen \u00dcbersetzung eines der Bestseller der illustrierten Reiseliteratur des 17. Jahrhunderts. Ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber eine weitere der wichtigsten fr\u00fchen Weltreisen von Schouten und Le Maire in den Jahren 1615 bis 1617 ist am Ende als &#8220;Navigationes Australes&#8221; hinzugef\u00fcgt. CH selten (ZB, Yverdon).<\/p>\n<p><strong>TEb 22b: Martin Gerbert: Iter alemannicum<br \/><\/strong>St. Blasien 1773.<br \/>Beschreibt die 1760\/61 unternommene Reise des sp\u00e4teren F\u00fcrstabtsvon St. Blasien durch die Kl\u00f6ster und Bibliotheken vornehmlich des deutschen S\u00fcdwestens, erstmals 1765 ver\u00f6ffentlicht. Er interessierte sich vor allem f\u00fcr Material zur Liturgie und Musikgeschichte. Unter Gerberts Regentschaft wurde St. Blasien zu einem Zentrum benediktinischer Geschichtsforschung, das Projekt der &#8220;Gemania sacra&#8221; wurde von ihm begr\u00fcndet. &#8211; Gerbert besuchte auf seiner Reise unter anderem Augsburg, Buxheim, F\u00fcssen, Isny, Kaufbeuren, Kempten, Lindau, Memmingen, Ottobeuren. Die Tafeln zeigen Handschriftenfaksimiles und Altert\u00fcmer. Schaffhausen ist S. 289-291 beschrieben, dahinter Rheinau.<\/p>\n<p><strong>TEb 41: Johann Georg Gmelin: Reise durch Sibirien<br \/><\/strong>G\u00f6ttingen 1751ff, 4 B\u00e4nde<br \/>Die Zweite Kamtschatkaexpedition, auch als Grosse Nordische Expedition bekannt, war eine zwischen 1733 und 1743 durchgef\u00fchrte Forschungs- und Entdeckungsreise unter der Leitung des Marineoffiziers Vitus Bering, deren Teilnehmer Sibirien erforschten, die n\u00f6rdlichen K\u00fcsten des Russischen Reiches vermassen und Seewege vom ostsibirischen Ochotsk nach Nordamerika und Japan erkundeten. Zu den Ergebnissen der strapazi\u00f6sen Expedition geh\u00f6ren die Entdeckung Alaskas, der Aleuten und der Kommandeurinseln, die genaue kartografische Erfassung der n\u00f6rdlichen und nord\u00f6stlichen K\u00fcsten Russlands und der Kurilen, die Widerlegung der Legende von der Existenz sagenhafter L\u00e4nder im Nordpazifik und die ethnografische, historische und naturwissenschaftliche Erforschung Sibiriens und Kamtschatkas. Mit \u00fcber 3000 direkt und indirekt beteiligten Personen war die Zweite Kamtschatkaexpedition eines der gr\u00f6\u00dften Expeditionsvorhaben der Geschichte. Die Gesamtkosten des vom russischen Staat finanzierten Unternehmens beliefen sich auf die f\u00fcr damalige Zeiten unvorstellbar hohe Summe von gesch\u00e4tzten 1,5 Millionen Rubeln, was ungef\u00e4hr einem Sechstel der Einnahmen Russlands im Jahr 1724 entsprach. Johann Georg Gmelin stammte aus einer W\u00fcrttemberger Apothekerfamilie. Mit 13 Jahren wurde er Student der Universit\u00e4t T\u00fcbingen, beendete sp\u00e4ter das Studium der Medizin sowie der Naturwissenschaften mit Auszeichnung und promovierte 1728. Als jungen Gelehrten trieb es ihn zuvor bereits nach Sankt Petersburg, wo er an der 1724 gegr\u00fcndeten Russische Akademie der Wissenschaften ein Stipendium verliehen bekam. Mit 22 Jahren erhielt er 1731 den Professorentitel f\u00fcr Chemie und Naturgeschichte. 1732 wurde er\u00a0 zusammen mit Gerhard Friedrich M\u00fcller, Professor und Historiker an der St. Petersburger Akademie, f\u00fcr die Expedition ausgew\u00e4hlt. Neben den drei Expeditionsleitern waren au\u00dferdem sechs Studenten, zwei Maler, zwei J\u00e4ger, zwei Bergsteiger, vier Landvermesser, ein Offizier, zw\u00f6lf Soldaten, ein Trommler sowie eine Pallas-Eule in einem Pinienstamm unterwegs. Gmelins Reiseroute f\u00fchrte \u00fcber die Stationen Jaroslawl, Kasan, Tobolsk, Semipalatinsk, Ust-Kamenogorsk, Tomsk, Jenisseisk und Irkutsk bis Jakutsk. Mit Karten. Wertvoll.<\/p>\n<p><strong>TEb 42a: Peter Simon Pallas: Reise durch verschiedene Provinzen des Russischen Reichs<br \/><\/strong>St. Petersburg 1771-1776<br \/>1767 ordnete Zarin Katharina II. eine grossangelegte Expedition ihres Reiches bis an die chinesische Grenze an. Die Leitung hatte der preussische Arzt und Ethnologe Peter Simon Pallas (1741-1811), inne, Professor in St. Petersburg. Sie dauerte von 1768 bis 1774 und f\u00fchrte vom Ural durch Westsibirien bis ans Kaspische Meer. Die Zarin erhoffte sich durch die Reisen eine Verbesserung des Ansehens Russlands, daher wurden die Reiseberichte schon w\u00e4hrend der Expedition vorbereitet. Die erste Auflage erschien mit einem Umfang von 2000\u00a0Seiten und zahlreichen Illustrationen und wurde ein grosser Erfolg; Pallas gelangte zu grossem wissenschaftlichen Ruhm.<\/p>\n<p><strong>TEb 44: Eggert Olafsens Reise durch Island<br \/><\/strong>Kopenhagen und Leipzig 1774.<br \/>Erste deutsche Ausgabe von Olafssons wegweisendem Werk, das als Grundlage f\u00fcr alle sp\u00e4teren Forschungen \u00fcber Island gilt. Die Autoren bereisten Island zwischen den Jahren 1752 und 1757 und beschrieben die Geologie, Geographie, Zoologie, Botanik, Arch\u00e4ologie, Mineralogie etc. sowie die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse &#8211; eine von der K\u00f6niglich D\u00e4nischen Gesellschaft initiierte Expedition. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Reiseberichten strukturiert Eggert seine Beschreibung nach seinen tats\u00e4chlichen Reisen. So macht er keine allgemeinen Aussagen \u00fcber Land und Leute, sondern gliedert sein Werk in vier Kapitel, die den vier Bezirken des Landes entsprechen, und behandelt sie entsprechend seiner Reisen. In Island ist Eggert \u00d3lafsson auch f\u00fcr seine moralistischen Gedichte bekannt, von denen sich einige auch heute noch gro\u00dfer Beliebtheit erfreuen, und er gilt als einer der fr\u00fchesten Begr\u00fcnder des isl\u00e4ndischen Nationalismus. Das Werk wurde sp\u00e4ter ins Deutsche, Franz\u00f6sische und Englische \u00fcbersetzt. Ein Anhang \u00fcber isl\u00e4ndische Pflanzen (Flora Islandica) von Johan Zoega befindet sich am Ende von Band II.<\/p>\n<p><strong>TEc 16: Friedrich Nicolai: Reisen<br \/><\/strong>Berlin und Stettin: 1783-1796. 12 B\u00e4nde.<br \/>21 Kupfer auf Tafeln oder im Text, davon 5 mehrfach gefaltet (Wien, Ulmer M\u00fcnster, 3 Kupfer der Abtei St. Blasien), 3 gefaltete Tafeln teils mit Holzschnitten, 1 Holzschnitt im Text. 4 S. Notenbeispiele. Erstausgabe, in dieser Vollst\u00e4ndigkeit selten. Bedeutende Reisebeschreibung des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Nicolai hatte zusammen mit seinem Sohn die Reise durch s\u00fcddeutsche St\u00e4dte bis Wien unternommen. Er versuchte damit ein objektives Bild der wirtschaftlichen, gelehrten, religi\u00f6sen und gesellschaftlichen Zust\u00e4nde im deutschen Reich zu veranschaulichen. Jedem Band wurden in Form von &#8220;Beylagen&#8221; umfangreiche Statistiken wie: Geburts- und Heiratsregister, Bev\u00f6lkerungsdichte, Verkehrswege etc. beigegeben. Mit diesem Werk wollte Nicolai auch den Kampf gegen die neuen Str\u00f6mungen in Literatur und Philosophie aufnehmen. Den gr\u00f6\u00dften Teil nimmt Wien, nicht als Hauptstadt des Habsburgischen Reiches, sondern als Zentrum des Josephinismus ein. Diese Bewegung orientierte sich an den Prinzipien des aufgekl\u00e4rten Absolutismus, dem Nicolai sehr nahe stand. Band 10 enth\u00e4lt ein sorgf\u00e4ltig gearbeitetes Register. &#8211; Nicolai erhielt auf sein Werk 1100 Vorbestellungen.<\/p>\n<p><strong>TEc 19c: Heinrich Moos: Album vom H\u00f6hgau und Untersee<br \/><\/strong>Schaffhausen 1867<br \/>Sehr selten!\u00a0 Mehr zum Randegger j\u00fcdischer Herkunft Heinrich \/ Chaim Moos unter <a href=\"https:\/\/stolpersteine-guide.de\/map\/biografie\/509\/edith-moos\">https:\/\/stolpersteine-guide.de\/map\/biografie\/509\/edith-moos<\/a><\/p>\n<p><strong>TEc 31: Friedrich Emanuel Hurter: Ausflug nach Wien und Pressburg<br \/><\/strong>Schaffhausen 1840. Reisebericht noch vor der Konversion des Antistes der Schaffhauser Kirche ins Herz des Katholizismus.<\/p>\n<p><strong>TEc 110: Herrn v. Tschitschagow Reise nach dem Eismeer<\/strong> (Gerhard Friedrich M\u00fcller)<br \/>Petersburg 1793<br \/>Selten; Schweiz nur wir.<\/p>\n<p><strong>TEc 111: R\u00e9ginald Outhier: Journal d&#8217;un voyage au nord en 1736 &amp; 1737<br \/><\/strong>Paris 1744<br \/>Abb\u00e9 Outhier, 1694-1774) ein typischer Polyhistor der franz\u00f6sischen Aufkl\u00e4rung (Kartographie, Astronomie, Geod\u00e4sie, Mechanik) und Mitglied mehrerer wissenschaftlichen Akademien, nahm 1736\u201337 an der Expedition von Graf Pierre-Louis de Maupertuis nach Lappland teil. Die Expedition sollte im Auftrag der franz\u00f6sischen Acad\u00e9mie des Sciences eine genaue Gradmessung eines langen Meridianbogens vornehmen, um aus den Unterschieden (eine andere Gruppe unternahm identische Messungen in Ecuador und Peru) im Kr\u00fcmmungsradius der Erde ihre Gr\u00f6\u00dfe und Form zu bestimmen. Sein erstmals 1744 in Paris ver\u00f6ffentlichter Bericht bringt, ausser der Zusammenfassung der wissenschaftlichen Ergebnisse, auch diverse Beobachtungen \u00fcber Land und Leute, die unter teils extremen klimatischen Bedingungen durchgef\u00fchrt werden mussten. Die Tafeln zeigen neben mehreren Karten, Stadtpl\u00e4nen und Sehensw\u00fcrdigkeiten auch die Lappl\u00e4nder, ihre Ger\u00e4tschaften und Kost\u00fcme.\u00a0\u00a0 &#8211; Nicht besonders selten.<\/p>\n<p><strong>TEc 115: Herrn Iwan Lepechin&#8230; Tagebuch der Reise durch verschiedene Provinzen des Russischen Reiches<br \/><\/strong>Altenburg 1774. 3 B\u00e4nde, viele Ill. (Tiere, Pflanzen)<br \/>Ivan Ivanovi\u010d Lep\u00ebchin war ein russischer Botaniker, Zoologe und Forschungsreisender. Einzige deutsche \u00dcbersetzung, vom Verfasser autorisiert. Gegen\u00fcber Pallas und Gmelin ein weit weniger bekannter Bericht der f\u00fcnf russischen Landexpeditionen anl\u00e4sslich des Venusdurchgangs von 1769. Das astronomische Ereignis veranlasste europaweit wissenschaftliche Wettl\u00e4ufe. Lepechins Gruppe bereiste bis 1771 das gro\u00dfe Dreieck Moskau-Tobolsk-Archangelsk.<\/p>\n<p><strong>TEc 116: Peter Simon Pallas: Bemerkungen auf einer Reise in die s\u00fcdlichen Statthalterschaften des Russischen Reichs in den Jahren 1793 und 1794<br \/><\/strong>Leipzig 1803 (2 B\u00e4nde).<br \/>Der Naturforscher und Ethnograph Peter Simon Pallas (1741-1811) bereiste in den Jahren 1793 und 1794 die s\u00fcdlichen Gebiete Russlands. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlich sehr ertragreichen Forschungsreise legte er in vorliegendem Werk nieder. Die Umrissradierungen zeigen Trachten, Tiere sowie Pl\u00e4ne, Kunst- und Kulturgegenst\u00e4nde, gezeichnet von G. Geissler und gestochen von Adam, Aubertin, Frosch und Scheffner. Die Stadtansichten der Erstausgabe fehlen in dieser Ausgabe.<\/p>\n<p><strong>TEc 123: Lady Elisabeth Craven: Voyage en Crim\u00e9e et a Constantinople<br \/><\/strong>London 1789<br \/>Nach der Trennung von ihrem Mann, mit dem sie sieben Kinder hatte, unternahm Lady Elisabeth Craven 1785 eine 14-monatige Reise von \u00fcber 8000 Kilometern &#8211; \u00fcber Frankreich und Italien nach Konstantinopel und die Krim und \u00fcber Russland und Bulgarien wieder zur\u00fcck. Die Reise beschrieb sie in 48 \u00a0Briefen an den Markgrafen von Ansbach-Bayreuth, den sie sp\u00e4ter in Lissabon heiratete. Lady Craven war eine der ersten Frauen, die zu Studienzwecken eine Reise durchf\u00fchrte und ihre Erfahrungen und Eindr\u00fccke ver\u00f6ffentlichte. Ihre Schilderungen bieten eine F\u00fclle von Informationen \u00fcber die Reise, vor allem aber auch ihre allgemeine Wahrnehmung des Unbekannten und ihre pers\u00f6nliche Entwicklung im Laufe der Reise. Das Werk war sehr erfolgreich und erschien 1789 in London und im gleichen Jahr in einer franz\u00f6sischen \u00dcbersetzung, die wir in der Stadtbibliothek unter der Signatur TEc 123 haben; es geh\u00f6rte zuerst dem aufkl\u00e4rerischen Schaffhauser Lesezirkel &#8220;Bibliotheca Amicorum&#8221;. Lady Craven schrieb neben Reiseberichten auch Theaterst\u00fccke und eine Autobiographie. Sie starb 1828 78-j\u00e4hrig in Neapel, wo sie auf dem Cimitero degli Inglesi beerdigt ist.<\/p>\n<p><strong>TEc 125: Baron Jean de Reuilly: Voyage en Crim\u00e9e et sur les bords de la mer noire<br \/><\/strong>Paris 1806<br \/>In diesem wichtigen Werk beschreibt Reuilly die Krim vor der russischen Eroberung. Jean Baron de Reuilly (1780-1810) war ein franz\u00f6sischer Politiker. Wie er in der Einleitung zu seinem Werk schreibt, reiste er 1803 auf die Krim und ver\u00f6ffentlichte seine Reiseeindr\u00fccke in einem dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig gewidmeten Bericht. Wie er sagt, verdankt er viele der Informationen, die er zitiert, einer fr\u00fcheren, \u00e4hnlichen Ausgabe, aus der er mehrere Ausz\u00fcge entlehnt hat. Auf der Krim traf er P.S. Pallas, der ihn \u00fcber die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen in der Region informierte. Reuilly reiste von Sankt Petersburg nach Odessa und erreichte dann die Krim. Sein Bericht enth\u00e4lt eine geografische Beschreibung der Halbinsel, eine Beschreibung ihrer Naturlandschaft, einen historischen \u00dcberblick, eine Darstellung der politischen und wirtschaftlichen Situation unter russischer Herrschaft, Einzelheiten \u00fcber das soziale und private Leben der Einwohner und eine Beschreibung von Sewastopol. Die Ausgabe enth\u00e4lt Tabellen mit antiken M\u00fcnzen, die der Autor gesammelt hat, sowie Informationen \u00fcber Exporte und Importe in Odessa, Preise f\u00fcr Produkte im Jahr 1803 und eine detaillierte Karte des Hafens von Sewastopol.<\/p>\n<p><strong>TEd 6: Ignatius Eggs: Neue jerosolymitanische Bilger-Fahrt<br \/><\/strong>W\u00fcrzburg 1667<br \/>Der Kapuzinerpater und Missionar Eggs, geboren 1618 in Rheinfelden, nahm 1655 am 6. venezianischen T\u00fcrkenkrieg teil und missionierte in der \u00c4g\u00e4is. 1656 schloss er eine Pal\u00e4stinareise an. Beide Reisen beschrieb er in seiner Bilger-Fahrt, die 1664 erstmals, 1667 erstmals illustriert erschien. Nicht auf e-rara, recht selten. Aus der Bibliothek von JGM, m\u00e4ssig gut erhalten.<\/p>\n<p><strong>TEd 12: Leonharti Rauwolfen Aigentliche Beschreibung der Raiss&#8230; inn die Morgenl\u00e4nder<br \/><\/strong>1583<br \/>Leonhard Rauwolf (1535 oder 1540-1596) war ein deutscher Naturforscher, Botaniker, Arzt und Entdeckungsreisender. Der Sohn eines Kaufmanns studierte in Deutschland in Italien und Frankreich. 1562 erwarb er den Doktorgrad an der Universit\u00e4t Valence. 1563 ging Rauwolf nach Italien. Aus seinen \u00fcberlieferten Pflanzenfunden zu schlie\u00dfen, war er in dieser Zeit unter anderem in der Umgebung der St\u00e4dte Verona, Bologna, Florenz und Parma. Ebenfalls anhand seiner Pflanzenfunde kann man auf seinen R\u00fcckweg schlie\u00dfen: Er reiste \u00fcber den Gotthard, Luzern, Basel und den Schwarzwald. Auf seinem Weg durch die Schweiz traf er auch Conrad Gessner in Z\u00fcrich und Leonhart Fuchs in T\u00fcbingen. Im Mai 1573 brach Rauwolf zu einer Orientreise auf, die sein Schwiegersohn (?) Melchior Manlich finanzierte, um neue Produkte aus dem Orient zu finden. Sie brachte ihn zun\u00e4chst \u00fcber Mailand, Nizza und Marseille, wo er sich einschiffte. Ziel war Tripoli im Libanon, wo er im September ankam und sogleich damit begann, Pflanzen zu sammeln und zu trocknen. Weiters hat er auch die Umgebungen von Aleppo, Bagdad (?). Konstantinopel und Jerusalem erkundet. Nach seiner R\u00fcckkehr 1576 praktizierte er als Arzt in Augsburg und sp\u00e4ter in Linz. In den T\u00fcrkenkriegen zog er mit dem \u00f6sterreichischen Heer nach Ungarn, wo er an Dysenterie starb. Rauwolfs Pflanzensammlung kam nach dessen Tod in den Besitz des Bayerischen Kurf\u00fcrsten, dann im Dreissigj\u00e4hrigen Krieg nach Schweden und von dort nach London und sp\u00e4ter nach Holland. Dort ist sie im Besitz der Bibliothek der Universit\u00e4t Leiden. Dem Autor zu Ehren wurde sp\u00e4ter die Gattung &#8220;Rauvolfia&#8221; der Pflanzenfamilie der Hundsgiftgew\u00e4chse (Apocynaceae) benannt. Rauwolf hat im Nahen Osten eine ganze Reihe dort heimischer Pflanzen neu beschrieben. Zudem berichtete er ausf\u00fchrlich \u00fcber Nutzpflanzen wie Kaffeebaum, Banane, Zuckerrohr oder Dattelpalme. Daneben hat Rauwolf viele medizinische Beobachtungen gemacht und dar\u00fcber berichtet: von Heilmitteln, B\u00e4dern und verschiedenen Krankheitsbildern. Um 1576 ver\u00f6ffentlichte er die Berichte \u00fcber seine Reise in einem Kr\u00e4uterbuch. 1582 folgte sein ausf\u00fchrlicher Reisebericht &#8220;Rai\u00df inn die Morgenl\u00e4nder.&#8221; Die hier vorliegende zweite Auflage enth\u00e4lt erstmals den wichtigen vierten Teil mit den Pflanzenholzschnitten zuvor teils unbekannter orientalischer Gew\u00e4chse. In der Schilderung seiner Reise gibt der Autor ausserdem die erste Beschreibung des Kaffees und eines Kaffeehauses: &#8220;Under andern habens ein gut getr\u00e4nck \/ welliches sie hoch halten \/ Chaube von jnen genennet \/ das ist gar nahe wie Dinten so schwartz \/ vnnd in gebresten \/ sonderlich des Magens \/ gar dienstlich. Dises pflegens am Morgen fr\u00fc \/ auch an offnen orten \/ vor jedermenigklich one alles abscheuen zutrincken \/ au\u00df jrdinen vnnd Porcellanischen tieffen Sch\u00e4lein \/ so warm \/ al\u00df sies k\u00f6nnen erleiden.&#8221; (S. 102f.).<\/p>\n<p><strong>TEd 13: Sammelband mit Z\u00fcrcher Reiseberichten (Vorderer Orient, Karibik, Ghana)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1677\/1678.<br \/>In der Schweiz nicht sehr selten, in Deutschland selten.Enth\u00e4lt:<br \/>Hans Jakob Ammanns &#8220;Reiss in das gelobte Land&#8221;. Hans Jakob Ammann (* 31. Juli 1586 in Thalwil; \u2020 3. September 1658 ebenda) war ein Schweizer Wundarzt, \u00c4gyptenreisender und Reiseschriftsteller. Als Leibarzt begleitete er im Jahre 1612 den kaiserlich \u00f6sterreichischen Gesandten Andreas Negroni nach Konstantinopel. Ammann setzte die Reise in Begleitung von t\u00fcrkischen Kaufleuten \u00fcber Anatolien nach Jerusalem und \u00c4gypten fort. Auf seiner Weiterreise entlang der historischen Karawanenstrasse nach Kairo wurde Ammann dann von seinem holl\u00e4ndischen Freund Pieter Dircksz Graeff und zwei Italienern begleitet. Auf einem sizilianischen Handelsschiff kehrte Ammann schliesslich von Alexandria aus \u00fcber Rom in die Heimat zur\u00fcck. Dort kam er als Chirurg zu Ansehen und erhielt 1614 das B\u00fcrgerrecht von Z\u00fcrich. Ammann war jedoch in religi\u00f6sen Anschauungen nicht gef\u00fcgig und geriet in Konflikt mit der geistlichen Obrigkeit. 1634 wurde gegen ihn ein Verfahren wegen Verunglimpfung bedeutender Kirchenm\u00e4nner eingeleitet, das aber folgenlos blieb. Um 1652 zog sich Ammann nach Thalwil zur\u00fcck. Dort widmete er sich bis zu seinem Tod dem Weinbau und der Familiengeschichte. \u00dcber seine Pilgerfahrt verfasste Ammann das Buch Rei\u00df in das Gelobte Land (erstmals gedruckt 1618). Dieser Reisebericht zeigt ihren Verfasser als unorthodoxen und ungew\u00f6hnlich offenen Berichterstatter, der auch \u00fcber einen guten Blick f\u00fcr architektonische Fragen verf\u00fcgte und dessen Interesse f\u00fcr alles Medizinische nie erlahmte. Ab der zweiten Fassung 1630 f\u00fcgt Ammann Stellen hinzu, die zum einen seine christliche Gesinnung herausstellen sollen, zum anderen aber auch die religi\u00f6se Toleranz im Osmanischen Reich. Die Erg\u00e4nzungen sind wahrscheinlich eine Reaktion auf die Konflikte mit der Geistlichkeit in Z\u00fcrich.<br \/>Mit fortlaufender Seitenz\u00e4hlung: Neue Beschreibung der Insul Jamaica (Hans Jakob Zeller und Heinrich Huser). Der 1639 geborene Hans Jakob Zeller, Sohn eines Chorherrn, zog nach dem Studium der Theologie nach England, wo er eine Anstellung als Hauslehrer bei Edward Morgan fand, welcher bald darauf zum Vize-Gouverneur in Jamaika ernannte wurde. Hans Heinrich Hauser weilte ebenfalls in England, wo er sein in Z\u00fcrich begonnenes Studium der Theologie in Oxford und Cambridge fortsetzte. Beide bewarben sich f\u00fcr eine Stelle auf Jamaika und reisten 1664 von England auf die Karibikinsel, welche die Briten erst wenige Jahre zuvor von Spanien erobert hatten. Zumindest in der Kirchgemeinde von Zeller, die rund 240 Hektaren Pfrundland umfasste, befand sich auch ein landwirtschaftlicher Betrieb und man darf annehmen, dass dieses Land von versklavten Arbeitskr\u00e4ften bestellt wurde. &#8220;Kuhn und Ziegler-Witschi kamen ferner zu dem Schluss, dass die beiden vermutlich auch pers\u00f6nliche Sklaven besassen, weil dies in Jamaika damals \u00fcblich war&#8221;. (Brengard\/Schubert\/Z\u00fcrchers Sklavereibericht f\u00fcr das Pr\u00e4sidialdepartement Z\u00fcrich 2000).<br \/>Americanische Reiss-Beschreibung nach den Caribes Insslen (Felix-Christian Sp\u00f6ri), ein seltener fr\u00fcher Bericht \u00fcber die Karibik, insb. Barbados und New England, insb. Rhode Island durch einen Z\u00fcrcher Wundarzt, der 1660 und 1662 dorthin reiste.<br \/>Africanische Reiss-Beschreibung in die Landschaft Fetu (Hans Jacob Zur Eich). Der Verfasser arbeitete als Schlosser f\u00fcr die K\u00f6niglich-D\u00e4nisch-Afrikanische Kompanie w\u00e4hrend neun Jahren in einem Sklavenhandelsfort an der K\u00fcste des heutigen Ghana arbeitete und verf\u00fcgte dort auch \u00fcber versklavte afrikanische Arbeitskr\u00e4fte.<\/p>\n<p><strong>TEd 17: Melchior von Seydlitz: Walfart nach dem heiligen Lande<br \/><\/strong>G\u00f6rlitz 1580<br \/>Reisebericht \u00fcber die Wallfahrt nach Jerusalem des schlesischen Adeligen Melchior von Seydlitz, die dieser 1556 bis 1559 gemeinsam mit Wolff von Opffersdorff, Nicolaus von Reidburg und Moritz von Altmannshausen unternahm. Die Reiseroute f\u00fchrte von Breslau nach Mailand, Venedig, Korfu, Zypern, nach Jerusalem und zur\u00fcck \u00fcber Konstantinopel, Venedig, Augsburg und Prag. Die &#8220;Gesellschaft Seydlitz&#8221; wurde in Pal\u00e4stina gefangen genommen und in Ramleh (Ramallah) vom &#8220;ehrliebenden Kriegsmann Hans von Ehrenberg besucht&#8221;. Der Titelholzschnitt zeigt die Gefangenahme der Reisenden (im Text zweimal wiederholt). Ein blattgrosser Textholzschnitt zeigt das heilige Grab zu Jerusalem. In der Schweiz offenbar nicht vorhanden.<\/p>\n<p><strong>TEd 18: Reyss und Pilgerfahrt zum heiligen Grab&#8230; des Herren Ludwigen Tschudis von Glarus<br \/><\/strong>Rorschach 1606<br \/>Erstausgabe des Reiseberichts von Ludwig Tschudi in das Heilige Land 1519. Ludwig Tschudi (der J\u00fcngere, 1495-1530), Mitglied der angesehenen Schweizer Familie Tschudi aus Glarus, Bruder von Aedigus, dem Verfasser des Chronicon Helveticum, war ein Offizier, der 1519 eine Pilgerreise nach Jerusalem unternahm, wo er vom Orden des Heiligen Grabes zum Ritter geschlagen wurde. Sein Reisebericht wurde indes erst 1606 ver\u00f6ffentlicht, herausgegeben von einem seiner Nachfahren, Melchior Tschudi. Die Reise f\u00fchrte nach Venedig, Kreta, Rhodos, Cypern nach Pal\u00e4stina. Auf seiner Reise wurde Tschudi von sechzehn M\u00e4nnern begleitet, darunter Peter Falck (1468-1519), Stadtschreiber von Freiburg, der auf der Reise an der Pest erkrankte und auf Rhodos starb, und der Schaffhauser Hans Stockar. A2usf\u00fchrlich berichtet Tschudi von Jerusalem, Bethlehem und Jericho. Dabei werden die verschiedenen V\u00f6lker und ihre Gebr\u00e4uche ebenso beschrieben, wie die heiligen St\u00e4dte. Es handelt sich um eine umfangreiche und wichtige Quelle f\u00fcr fr\u00fche Pilgerreisen ins Heilige Land.\u00a0Selten.<\/p>\n<p><strong>TEd 22: Carsten Niebuhrs Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden L\u00e4ndern.<br \/><\/strong>Kopenhagen 1774. 3 B\u00e4nde, dritter Band 1837.<br \/>Carsten Niebuhr (1733-1815) wurde 1761 vom d\u00e4nischen K\u00f6nig auf eine Expedition nach Arabien gesandt. Bald nach Beginn der Reise starben seine Begleiter und Niebuhr setzte diese alleine fort. Er bereiste Pal\u00e4stina, Syrien, Persien, Kleinasien und brachte wichtige Nachrichten \u00fcber \u00c4gypten, Arabien, den Jemen, Oman und Hadramaut mit. Als erster Landreisender f\u00fchrte er astronomische L\u00e4ngenbestimmungen durch Messungen der Mond-Stern-Abst\u00e4nde durch. Mit Niebuhr begann die wissenschaftliche Erforschung Arabiens und des Orients. Die zahlreichen Tafeln zeigen Ansichten, Pl\u00e4ne, Trachten, Musikinstrumente, Inschriften, usw. Die grosse gefaltete Karte zeigt die Reiserouten im Jemen und blieb \u00fcber 200 Jahre die Standardkarte der Gegend-<\/p>\n<p><strong>TEd 23: Herrn Thomas Shaws Reisen oder Anmerkungen verschiedene Theile der Barbaren und der Levante betreffend<br \/><\/strong>Leipzig 1765<br \/>Reisebeschreibungen, Geographie und Gebr\u00e4uche vornehmlich Algeriens. Karten, Ill. Recht selten, aber offenbar nicht sehr speziell (?). M\u00e4ssig gut erhalten.<\/p>\n<p><strong>TEd 27: Relation d&#8217;un voyage du levant (Pitton de Tournefort)<br \/><\/strong>Lyon 1727<br \/>Zweite Ausgabe (EA 1717) in drei B\u00e4nden. Der Botaniker Pitton de Tournefort wurde 1700 von Ludwig XIV. auf eine Mission in die Levante geschickt. Er bereiste die griechischen Kykladen-\u00a0 und Sporaden-Inseln und verbrachte eine betr\u00e4chtliche Zeit auf Kreta, bevor er nach Konstantinopel und Kleinasien, an die K\u00fcsten des Schwarzen Meeres und dann auf dem Landweg durch Armenien nach Persien ging. Die 153 sch\u00f6nen Kupferstich-Tafeln (in der Erstausgabe nur 87) zeigen neben Pflanzen, Stadt-Ansichten (z.B. Gallipolis, Tiflis, Trapezunt, Tripolis und Smyrna), Karten (z.B. griechischer Inseln), ferner Ger\u00e4te, Tiere, Trachten, antike Bauwerke u. a. Der Botaniker war in Begleitung seines Malers Claude Aubriet aufgebrochen und brachte 1702 eine riesige botanische Sammlung von rund achttausend Pflanzen zur\u00fcck nach Paris. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller, in Bibliotheken nicht sehr selten, auf dem Buchmarkt recht gesucht.<\/p>\n<p><strong>TEd 32: Reisen nach der K\u00fcste des gl\u00fcckseligen Arabiens (Henry Rooke)<br \/><\/strong>Leipzig 1787. Schweiz nur UB Basel, D nicht besonders selten. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>TEd 33: Tage-Reisen von Gross-Cairo nach dem Berge Sinai (Robert Clayton)<br \/><\/strong>Hannover 1754. Schweiz nur ZB. Einige Ill.<\/p>\n<p><strong>TEd 34: Voyages et avantures de Jacques Mass\u00e9<br \/><\/strong>Cologne 1710 [d.i. ca. 1734]<br \/>Der Autor, Simon Tyssot de Patot, war ein bekannter hugenottischer Freidenker, dessen Schriften immer wieder f\u00fcr Skandale sorgten. Dieser utopische Roman spielt auf der Insel &#8220;Brustol&#8221; nach einem Schiffbruch. W\u00e4hrend die meisten \u00dcberlebenden sich damit begn\u00fcgen, an der K\u00fcste zu bleiben, reisen der Held Mass\u00e9 und sein Freund Moret ins Landesinnere, wo sie sich in einem gut organisierten, egalit\u00e4ren, reichen und polygamen Utopia niederlassen und erst Jahre sp\u00e4ter nach Liebe und Intrige fliehen m\u00fcssen. Es handelt sich um die 3. Ausgabe des Romans, der zuerst 1710 erschien und ein wichtiger Vertreter der &#8220;Robinsonaden&#8221; ist.<\/p>\n<p><strong>TEd 49: Zw\u00f6lffte Schiffahrt oder Kurtze Beschreibung der Newen Schiffahrt gegen Nordosten (Henry Hudson)<br \/><\/strong>Oppenheim 1614<br \/>Erster, sehr gesuchter Druck der ersten deutschen Ausgabe der 1613 in Amsterdam erschienenen Descriptio ac delineatio geographica. Der Engl\u00e4nder Henry Hudson wurde durch vier Entdeckungsreisen ber\u00fchmt. Die beiden ersten Reisen gingen zur Erforschung der Nordostpassage, die beiden weiteren Reisen zur Erforschung der Nordwestpassage. Auf seiner 4. Reise wurde Hudson mit einigen Begleitern durch eine Meuterei ausgesetzt und blieb verschollen. Dies ist der Bericht von seiner Reise nach der Nordostpassage 1608. Der Band enth\u00e4lt Kupfertafeln mit Orten und Kost\u00fcmen in Lappland und Karten der Nordk\u00fcste Russlands mit Nowaja Semlja, den Nordatlantik zwischen der Hudson Bay und Irland sowie die europ\u00e4ische Nordwestk\u00fcste mit Lappland und dem Land der Samojeden. Selten, in der Schweiz offenbar nur wir. Der Band enth\u00e4lt zwei weitere Drucke:<br \/>Von wunderbarer Natur und Eygenschafft der Hunde (1614), sehr selten (Justus Lipsius)<br \/>Drey Franckfurtische Predigten (Bartholom\u00e4us Pitiscus (1612)<\/p>\n<p><strong>TEd 57: Samuel Georg Gmelins Reise durch Russland<br \/><\/strong>St. Petersburg 1770-1784 in vier B\u00e4nden.<br \/>Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller. Erste Ausgabe der naturwissenschaftlichen Reise Gmelins durch die s\u00fcdlichen Provinzen und die Grenzl\u00e4nder des Russischen Reiches in vier B\u00e4nden, reich illustriert, mit \u00fcber 150 Tafeln und Karten zur Zoologie, Botanik, Ethnologie und Geographie Russlands und Persiens. Der deutsche Arzt und Naturforscher Samuel Gottlieb Gmelin (1744 -1774) war Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und ab 1767 Professor der Botanik in Sankt Petersburg. Im Auftrag von Zarin Katharina der Grossen unternahm Gmelin mehrere Expeditionen nach Russland, ans Kaspische Meer und bis nach Persien im Rahmen der naturwissenschaftlichen, aber auch wirtschaftlichen Vermessungen und Positionsbez\u00fcge des Russischen Imperiums. Gmelin starb mit lediglich 30 Jahren in Dagestan im Kaukasus an der Ruhr.<br \/>Band 1: &#8220;Reise von St. Petersburg bis nach Tscherkask, der Hauptstadt der Donischen Kosacken (1768-1769)<br \/>Band 2: &#8220;Reise von Tscherkask nach Astrachan und dem Aufenthalt in dieser Stadt &#8221; (1769-1770)<br \/>Band 3: &#8220;Reise durch das n\u00f6rdliche Persien&#8221; (1770-1772)<br \/>Band 4: &#8220;Reise von Astrachan nach Zarizyn und von da durch die Kumanische Steppe, \u00fcber Mosdok zur\u00fck; imgleichen zweyte Persische Reise (1772-1774). Nebst dem Leben des Verfassers. Von P.S. Pallas. Dieser seltene, sp\u00e4ter erschienene Band wurde von Peter Simon Pallas herausgegeben.<\/p>\n<p><strong>TEd 61: Johann Neuhof: Die Gesandtschaft der Ostindischen Gesellschaft der Niederlande 1655-1657 <\/strong>(Amsterdam 1666)<br \/>Dt. Erstausgabe.\u00a0Nieuhof lernte China als Mitglied einer niederl\u00e4ndischen Delegation an den Kaiserhof von Peking kennen (1655\u20131657). Die 2400 Kilometer lange Reise von Kanton nach Peking, zu Land und zu Wasser, ist Gegenstand des ersten Teils von Nieuhofs China-Bericht. Der zweite Teil ist einer systematischen Beschreibung von Land und Leuten sowie der Geschichte des Landes gewidmet.. Nieuhof lernte China als Mitglied einer Delegation der Ostindischen Kompanie an den Kaiserhof von Peking kennen (1655\u20131657). Das Buch mit 150 Kupferstichen gab die bis dahin umfassendste und genaue Darstellung Chinas, wobei es sowohl auf eigenen Beobachtungen Nieuhofs \u00a0als auch jesuitischen Quellen der Zeit beruhte. Es stand am Anfang des Booms der &#8220;Chinoiserie&#8221; des 18. Jahrhunderts. Viele Auflagen zeugen von der grossen Beliebtheit des Werks trotz eines hohen Preises:\u00a0 neben den niederl\u00e4ndischen (1665, 1669, 1670, 1680 und 1693) und deutschen (1666, 1669 und 1675) Auflagen gab es englische (1669 und 1673), franz\u00f6sische (1665) und lateinische (1668).<\/p>\n<p><strong>TEd 149: Ceylanische Reise-Beschreibung (Robert Knox)<br \/><\/strong>Leipzig 1689.<br \/>Beschreibung des K\u00f6nigreichs Kandy auf Sri Lanka durch den englischen Seefahrer Robert Knox. Wichtig, da er auch Alltag und das einfache Volk beschrieb. Einige Illustrationen. In Bibliotheken nicht selten.<\/p>\n<p><strong>TEf 1: Aegyptiaca servitus (Michael Heberer)<br \/><\/strong>Heidelberg (ca. 1610)<br \/>Selten, viele Exemplare unvollst\u00e4ndig. &#8220;Das ist Warhafte Beschreibung einer Dreyj\u00e4hrigen Dienstbarkeit, so zu Alexandrien in Egypten ihren Anfang und zu Constantinopel ihr Endschafft genommen. Mit zwo angehenckten Reisen, die er nach seiner Dienstbarkeit in Vier K\u00f6nigreich, B\u00f6hem, Polen, Schweden, Dennemarck&#8230; vollbracht&#8221;. Mit 5 Kupferkarten u. 20 teilw. gefalt. Kupfertafeln.\u00a0 Unser Exemplar ist in eine mittelalterliche Handschrift eingebunden, Abbildungen teils stark verblichen. Erstausgabe des Berichts \u00fcber den abenteuerlichen Orientaufenthalt des Humanisten und Lyrikers Michael Heberer aus Bretten. Er wurde zwischen 1555 und 1560 geboren und war ein Grossneffe des Reformators Philipp Melanchthon. 1585 schloss er sich den Johanniterrittern auf Malta an. Als er bei einer Kaperfahrt in Gefangenschaft geriet, lernte er als Galeerensklave das Osmanische Reich kennen. Von diesen Erlebnissen legte er sp\u00e4ter in seinem Aegyptiaca Servitus literarisches Zeugnis ab. Nach drei Jahren wurde er durch den franz\u00f6sischen Botschafter in Konstantinopel freigekauft \u2013 eine damals nicht un\u00fcbliche Praxis. 1589 kehrte er nach Heidelberg zur\u00fcck. Wegen ihrer Seltenheit besonders hervorzuheben sind die Karten von Zypern, Malta, Koriska und Kythera, aber auch von Skandinavien. Unter den Ansichten finden sich mehrere St\u00e4dte des Mittelmeers, so Alexandria, Konstantinopel und Messina. Nach David Defoes Bestseller &#8220;Robinson Crusoe&#8221; wurde das Buch 1719 \u00fcbrigens nochmals neu aufgelegt, unter dem Titel der &#8221; Chur-Pf\u00e4ltzische Robinson&#8221;.<\/p>\n<p><strong>TEf 4: Voyage dans la haute et basse Egypte (C.S. Sonnini)<br \/><\/strong>Paris, An VII (1798)<br \/>3 Textb\u00e4nde und ein Tafelband. Erstausgabe. Der Naturforscher und Forschungsreisende Charles Sonnini de Manoncourt brach 1777 mit der Expedition des Barons de Tott nach \u00c4gypten auf. Der Bericht \u00fcber diese Reise liefert wichtige Informationen \u00fcber Naturgeschichte, Flora und Fauna, Br\u00e4uche, Altert\u00fcmer.Der Tafelband enth\u00e4lt 40 Platten gestochen von Pierre Tardieu, bestehend aus 1 Portr\u00e4t des Autors, 38 Platten von Ansichten, Pflanzen, Tiere, Statuen und arch\u00e4ologischen Artefakten sowie einer grossen Karte \u00c4gyptens.<\/p>\n<p><strong>TEf 7: Reisen zur Entdeckung der Quellen des Nils (James Bruce Kinnaird)<br \/><\/strong>Leipzig 1791, 5 B\u00e4nde.<br \/>Der Schotte Bruce (1730-1794) reiste 1768 nach \u00c4gypten und zog mit einer Karawane nach Kosseir am Roten Meer. Von dort fuhr er \u00fcber Massaua, Adua und Aksum nach Gondar, wo ihm seine \u00e4rztlichen Kenntnisse Ansehen und die Gunst des Hofes verschafften. W\u00e4hrend seines Aufenthaltes dort suchte er auch die Quellen des Blauen Nils, die er im Tanasee und jenseits desselben nachwies. Nach einer langen und gef\u00e4hrlichen Reise durch Nubien kam er Ende 1772 in Syene an und kehrte \u00fcber Alexandrien nach England zur\u00fcck. Das 5-b\u00e4ndige deutsche Werk besticht durch seine 3 gefalteten Karten und die zahlreichen Tafeln, die unter anderem Pflanzen, S\u00e4ugetiere, V\u00f6gel und Reptilien sowie einige ethnologische Abbildungen darstellen<\/p>\n<p><strong>TEf 10: Guillaume Bosman: Voyage de Guin\u00e9e<br \/><\/strong>Utrecht 1705.<br \/>Erste Ausgabe der franz\u00f6sischen \u00dcbersetzung eines Werkes \u00fcber die Handelsniederlassungen an der Westk\u00fcste Afrikas. Der Autor, Willem Bosman (geb. 1672), war 14 Jahre lang f\u00fcr die Niederl\u00e4ndisch-Westindische Kompanie an der Westk\u00fcste Afrikas t\u00e4tig. Sein Reisebericht gilt als die erste massgebliche und detaillierte Darstellung der Westk\u00fcste Afrikas und isteine wichtige Quelle f\u00fcr den niederl\u00e4ndischen Sklavenhandel der Zeit. Bosman schreibt in Form von Briefen und gibt wenig schmeichelhafte &#8211; rassistische\u00a0 &#8211; Beschreibungen. Karten des niederl\u00e4ndischen Kartographen Herman Moll zeigen die zunehmende Zahl der K\u00fcstensiedlungen der Europ\u00e4er im fr\u00fchen achtzehnten Jahrhundert. Das Werk wurde sofort auf englisch und franz\u00f6sisch \u00fcbersetzt, was vom grossen Interesse der Kolonialm\u00e4chte zeugt. Aus der Bibliothek von JGM. Nicht auf e-rara.<\/p>\n<p><strong>TEf 13: Reisen im Innern von Afrika (Mungo Park)<br \/><\/strong>Berlin 1799, aus der Bibliotheca Amicorum.<br \/>Gestochenes Portrait Parks vorne sowie 5 weitere Kupferstiche, im einzelnen: &#8211; &#8220;Rhamnus Lotus&#8221; (Pflanzendarstellung) &#8211; &#8220;Ali in seinem Zelte im Lager zu Benaum&#8221; (Zeltlager, Reisende, Kamele) &#8211; &#8220;Prospect der Stadt Kamalia&#8221; (H\u00fcttendorf vor bergiger Landschaft, davor Einheimische) &#8211; &#8220;Die h\u00e4ngende Br\u00fccke \u00fcber den Basing oder schwarzen Flu\u00df&#8221; (H\u00e4ngebr\u00fccke \u00fcber Fluss inmitten weiter, bergiger Landschaft) &#8211; &#8220;Shea oder der Butter Baum&#8221; (Pflanzendarstellung und Querschnitt der Frucht). \u00a0Es handelt sich um einen Klassiker der Reiseliteratur und eine der ersten Reisebeschreibungen \u00fcber das Landesinnere von Afrika \u00fcberhaupt (und nicht nur von K\u00fcstengebieten und dem Nordosten) und ist eine von zwei deutschen \u00dcbersetzungen aus dem Jahr 1799 der im selben Jahr erschienenen englischen Originalausgabe &#8220;Travels in the Interior Districts of Africa&#8221;. \u00a0Der schottische Arzt Mungo Park (1771-1806) ist der Entdecker und erste Erforscher des Niger. Dieser Bericht \u00fcber seine erste Reise wurde nach m\u00fcndlichen Aufzeichnungen Parks von Mitgliedern der &#8220;African Society&#8221; verfasst. In der Nachschrift des Berliner Verlags wird darauf hingewiesen, dass diese gek\u00fcrzte deutsche Ausgabe sich nicht an das gelehrte Publikum wende und die Karte von Rennell separat zu beziehen sei; die umfangreichere Parallelausgabe kam in Hamburg bei Hoffmann heraus.\u00a0 &#8211; Mungo Park ist auch die Hauptfigur in T.C. Boyles ber\u00fchmtem Roman &#8220;Water Music&#8221;.<\/p>\n<p><strong>TEf 14: Herrn Adansons Reise nach Senegall<br \/><\/strong>Brandenburg 1773. Selten, dt. Erstausgabe (frz. 1757). Enth\u00e4lt eine Karte von Senegal.<br \/>Michel Adanson (1727-1806) war ein franz\u00f6sischer Botaniker und Naturforscher. Er bereiste im Auftrag der Compagnie des Indes Westafrika und hielt sich auf der Insel Senegal auf. Er beobachtete und sammelte Pflanzen und Tiere und experimentierte mit Indigo.<\/p>\n<p><strong>TEf 15: Relations de plusieurs voyages \u00e0 la cote d&#8217; Afrique (Voyages au S\u00e9n\u00e9gal) de M. Saugnier.<br \/><\/strong>Paris 1792.<br \/>Saugniers \u201eRelations\u201c, die zuerst 1791 und dann 1799 ver\u00f6ffentlicht wurden, sind in vieler Hinsicht problematisch. Dazu geh\u00f6rt insbesondere auch die Identit\u00e4t des Autors selbst und seine tats\u00e4chliche Beteiligung an der Abfassung der Texte. Saugnier ist eine biographisch kaum zu fassende Person, von der nicht einmal der Vorname bekannt ist. Zu Beginn jeder seiner beiden Reisen gibt er eine kurze Autobiografie ab. Sie ist wenig erhellend und manchmal widerspr\u00fcchlich, wobei er sich als jungen Abenteurer voller Ehrgeiz darstellt, der so schnell wie m\u00f6glich reich werden m\u00f6chte. Wie die meisten Reiseberichte der Zeit zeugt Saugniers Text von einer starken Intertextualit\u00e4t mit anderen Berichten; Gravuren werden \u00fcbernommen, das Handelswissen aus fr\u00fcheren Berichten wird ohne Bezugnahme integriert. Es ist nicht auszuschliessen, dass es den Autor &#8220;Saugnier&#8221; einer solchen Kompilation gar nicht gibt. Der Text enth\u00e4lt zwei sehr unterschiedlichen Reisen. Die erste handelt von einer Reise in den Senegal, die durch einen Schiffbruch an der mauretanischen K\u00fcste unterbrochen wurde, wo Saugnier als Sklave festgehalten und dann von verschiedenen Auftraggebern nach Marokko und Tanger gebracht wurde, wo er wieder freigekauft wurde (1783-1784). Der zweite Bericht handelt von Saugniers erneuter Reise in den Senegal, um dort im Inland Sklaven zu kaufen und sie an der K\u00fcste an Sklavenschiffe zu liefern (1785-1786). Der Bericht \u00fcber die zweite Reise ist ein akribisches \u00f6konomisches Journal eines Sklavenh\u00e4ndlers \u00fcber die &#8220;Ware&#8221; der Sklaven und die &#8220;afrikanischen Prinzen&#8221; und &#8220;Mohren\u201c, die diese Sklaven liefern. Gleichzeitig ist dieser Teil auch ein Bericht \u00fcber ein pers\u00f6nliches Scheitern in einem Senegal, der negativ gesehen wird und in dem der Aufenthalt als eine Art geplanter Selbstmord betrachtet wird. Der Autor verurteilt darin die M\u00e4chtigen und die Indien-Kompanie, die er f\u00fcr seine Situation verantwortlich macht.<\/p>\n<p><strong>TEf 21: Reise nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung (Andreas Sparrmann)<br \/><\/strong>Berlin 1784.<br \/>Der Schwede Andreas Sparrmann (1748-1820) war ein Mitglied der zweiten Weltreise von Cook und wurde dabei begleitet von Johann R.Forster und dessen Sohn Georg, der das vorliegende Werk herausgab. In S\u00fcdafrika trennte sich Sparrmann von Cook und f\u00fchrte hier als Sch\u00fcler Linn\u00e9s vor allem botanische Forschungen durch. Die zahlreichen Kupfertafeln zeigen Landschaften, Indigene, Ger\u00e4tschaften und verschiedene Tierarten.<\/p>\n<p><strong>TEf 23: Voyage de M. le Vaillant dans l&#8217;int\u00e9rieur de l&#8217;Afrique<br \/><\/strong>Paris 1790.<br \/>Nur 1 Band (von 2?). Seltene Erstausgabe mit kolorierten Stichen, darunter auch eine Darstellung einer nackten Khoi Frau (&#8220;Hottentote&#8221; genannt), die sp\u00e4ter zensiert wurde. Le Vaillant war ein franz\u00f6sischer Naturforscher, der von 1780 bis 1785 S\u00fcdafrika bereiste, um Material f\u00fcr sein Buch \u00fcber die V\u00f6gel Afrikas sammelte. Seine Reisen f\u00fchrten ihn bis nach Namaqualand, Bechuanaland und in Teile der Kalahari. Dieses Buch schildert Erlebnisse und Begebenheiten von Le Vaillants erster Reise zum Kap, auf der er \u00fcber Mossel Bay nach Algoa Bay und in das damals als \u201eBruyntes Hoogte\u201c bekannte Gebiet reiste und durch das \u201eCamdeboo\u201c-Land zur\u00fcckkehrte und die Fl\u00fcsse Gamka, Buffalo und Touws \u00fcberquerte. Auch zu S\u00fcdafrika: <strong>Wilhelm Pattersons Reisen<\/strong> in das Land der Hottentotten (<strong>TEf 22<\/strong>, Berlin 1790, mit Illustrationen).<\/p>\n<p><strong>TEf 31: David Livingstone: Missionsreisen und Forschungen in S\u00fcd-Afrika<br \/><\/strong>Leipzig 1858<br \/>Der schottische Missionar und Entdeckungsreisende David Livingstone (1813-1873) beschrieb in dem Buch seine verschiedenen Forschungsreisen im s\u00fcdlichen Afrika von 1852 bis 1856. Er durchquerte dabei als erster Europ\u00e4er den Kontinent von Osten nach Westen auf einer Strecke von 6500 Kilometern \u00a0nd entdeckte den Ngami-See, den Verlauf des Sambesi-Flusses und die Victoria-F\u00e4lle. Entsetzt \u00fcber den vor allem arabischen Sklavenhandel in der Region, wurde Livingstone zu einem entschiedenen K\u00e4mpfer f\u00fcr die Abschaffung der Sklaverei. Die geographischen Ergebnisse seiner Reisen waren von \u00fcberragender Bedeutung und erm\u00f6glichten es, grosse Teile der Karten Zentralafrikas auszuf\u00fcllen, die bis dahin leer geblieben waren. Die vorliegende deutsche Erstausgabe ist reich illustriert.<\/p>\n<p><strong>TEg 1: Reise nach Hudsons Meerbusen (Heinrich Ellis) (G\u00f6ttingen 1750)<br \/><\/strong>Erste deutsche Ausgabe. Heinrich Ellis (1721-1806) nahm 1746\/47 im Auftrag der Hudson Bay Company an der Expedition zur Auffindung der Nordwestpassage unter der Leitung von William Moore teil. Neben der Entdeckung der von ihm benannten Chesterfield-Einfahrt konnte er wichtige ethnologische Neuigkeiten \u00fcber die damals noch wenig bekannten Inuit sammeln. Ausserdem belegte er, dass die gesuchte Nordwestpassage nicht durch die Hudson Bay f\u00fchrte.<\/p>\n<p><strong>TEg 6: Voyage dans les parties sud de l&#8217;Am\u00e9rique septentrionale par William Bartram<br \/><\/strong>(Paris, an 7 = 1798, 2 B\u00e4nde).<br \/>Erste franz\u00f6sische Ausgabe. William Bartram war ein amerikanischer Naturforscher und der Sohn des Naturforschers John Bartram. Als Junge begleitete er seinen Vater auf vielen seiner Reisen in die Catskill Mountains, die New Jersey Pine Barrens, nach Neuengland und Florida. Im Jahr 1773 begab er sich auf eine vierj\u00e4hrige Reise durch acht s\u00fcdliche Kolonien. Bartram fertigte zahlreiche Zeichnungen an und machte sich Notizen \u00fcber die einheimische Flora und Fauna sowie \u00fcber die amerikanischen Indianer. Im Jahr 1774 erforschte er den St. Johns River, wo er denkw\u00fcrdige Begegnungen mit aggressiven Alligatoren hatte, und besuchte auch ein wichtiges Seminolen-Dorf in Cuscowilla. Bartram setzte seine Erkundungen in der Alachua Savannah, der heutigen Paynes Prairie, fort und schrieb \u00fcber seine Erfahrungen bei der Erforschung des S\u00fcdostens. Es galt damals als eines der bedeutendsten B\u00fccher \u00fcber die amerikanische Naturgeschichte. Viele von Bartrams Berichten \u00fcber historische St\u00e4tten waren die fr\u00fchesten Aufzeichnungen, darunter die georgische H\u00fcgelgr\u00e4berst\u00e4tte Ocmulgee. Neben seinen Beitr\u00e4gen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ist Travels auch f\u00fcr seine originellen Beschreibungen der amerikanischen Landschaft bekannt. Bartrams Schriften beeinflussten viele der romantischen Schriftsteller seiner Zeit.<\/p>\n<p><strong>TEg 7: Des Herren Peter Kalms&#8230; Beschreibung der Reise nach dem n\u00f6rdlichen Amerika<\/strong><br \/>G\u00f6ttingen 1754<br \/>3 B\u00e4nde. Der Schwede Pehr Kalms (1716-1779) bereiste im Auftrag der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und mit Anweisungen von C. von Linne 1748-1751 das \u00f6stliche Nord-Amerika. Er besuchte gro\u00dfe Teile von Pennsylvanien, New Jersey und New York, ging \u00fcber den Champlain-See ins St.-Lorenz-Strom-Gebiet, durchstreifte anschlie\u00dfend das westliche Pennsylvanien und die Seek\u00fcsten von New Jersey, zog nach Albany und durch das Mohawk-Tal nach dem Ontario-See, den er bis zu den Niagara-F\u00e4llen befuhr. Kalm beschrieb nicht nur naturwissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch \u00fcber die Landwirtschaft als auch \u00fcber die Bewohner der bereisten Gebiete.<\/p>\n<p><strong>TEg 7a: Bericht f\u00fcr diejenigen, welche nach Nord-Amerika sich begeben<\/strong>, und alldort ansiedeln wollen aus dem Englischen des ber\u00fchmten Doktors Benjamin Franklin (1786)<\/p>\n<p><strong>TEg 9<\/strong>: <strong>Voyage dans les \u00c9tats-Unis d&#8217;Am\u00e9rique (Fran\u00e7ois-Alexandre-Fr\u00e9d\u00e9ric <\/strong><strong>La Rochefoucauld-Liancourt)<\/strong> (Paris, an VII (1799)<br \/>8 B\u00e4nde.\u00a0Der Sozialreformer und Demokrat La Rochefoucauld-Liancourt (1747-1827) verbrachte w\u00e4hrend der Terrorherrschaft f\u00fcnf Jahre im nordamerikanischen Exil. Seine Reisetageb\u00fccher, die er nach seiner R\u00fcckkehr nach Frankreich ver\u00f6ffentlichte, sind ein unglaublich detaillierter Bericht \u00fcber die entstehenden Vereinigten Staaten und gehen Tocquevilles bekannterem Bericht um drei\u00dfig Jahre voraus. W\u00e4hrend seiner Reise mit f\u00fcnf Begleitern durch den gr\u00f6\u00dften Teil der Vereinigten Staaten und Oberkanada notierte La Rochefoucauld-Liancourt seine Eindr\u00fccke \u00fcber die sozialen Verh\u00e4ltnisse, die Industrie, die Geologie, die Flora, die Fauna, das Klima usw. Er beobachtete die Beziehungen zwischen der wei\u00dfen und der indianischen Bev\u00f6lkerung und wies auf die sch\u00e4dlichen Auswirkungen des Alkohols hin. Als er erfuhr, dass er nicht nach Niederkanada reisen durfte, kehrte er abrupt nach Frankreich zur\u00fcck. Eine vierb\u00e4ndige Ausgabe sowie die ersten englischen und deutschen \u00dcbersetzungen wurden ebenfalls 1799 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>TEg 10b<\/strong>: <strong>Gottlieb Mittelbergers Reise nach Pennsylvanien<\/strong><br \/>Stuttgart 1756<br \/>Mittelbergers Tagebuch enth\u00e4lt eine F\u00fclle von Informationen \u00fcber die deutschen Kolonisten in Pennsylvania. Diese erste Ausgabe ist recht selten.<\/p>\n<p><strong>TEg 14: Nouveau voyage aus isles de l&#8217;Amerique<br \/><\/strong>Paris 1742-1743<br \/>8 B\u00e4nde.\u00a0Jean-Baptiste Labat (1663-1738) wirkte als Missionar und Plantagenbetreiber auf den westindischen Inseln. Seine Reiseerlebnisse schrieb er nach seiner R\u00fcckkehr nach Frankreich. Die 94 Kupfer zeigen haupts\u00e4chlich Flora und Fauna sowie die Kulturpflanzen Kakao, Ananas, Palmen etc., aber auch Ger\u00e4tschaften, M\u00fchlen, Schiffe, Eingeborene usw.<\/p>\n<p><strong>TEg 15: Relation abr\u00e9g\u00e9e d&#8217;un Voyage fait dans l&#8217;int\u00e9rieur de l&#8217;Am\u00e9rique m\u00e9ridionale (Charles de la Condamine)<br \/><\/strong>Paris 1745<br \/>Der Autor war der Geograph einer grossen wissenschaftlichen Expedition nach S\u00fcdamerika, um den L\u00e4ngengrad am \u00c4quator zu messen und so die genauen Abmessungen des Planeten zu bestimmen. Nach Abschluss der Messungen kehrten die Mitglieder der Expedition auf verschiedenen Wegen von Peru nach Frankreich zur\u00fcck, um m\u00f6glichst viele wissenschaftliche Beobachtungen machen zu k\u00f6nnen. La Condamine entschied sich f\u00fcr die R\u00fcckreise \u00fcber den Amazonas und berichtet in diesem Band \u00fcber die erste wissenschaftliche Erkundung des gro\u00dfen Flusses; seine Beschreibungen werden durch interessante und Beobachtungen erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p><strong>TEg 18:<\/strong> <strong>Histoire des avanturiers (Alexandre Olivier Oexmelin)<br \/><\/strong>Paris 1688<br \/>2 B\u00e4nde in einem. Erste franz\u00f6sische Ausgabe. Neben ihrer Seltenheit ist diese Ausgabe auch deshalb von Bedeutung, weil ihre Illustrationen weder aus dem niederl\u00e4ndischen Original noch aus den beiden fr\u00fchesten englischen Ausgaben stammen. Diese \u00dcbersetzung wurde von Frontigni\u00e8res auf der Grundlage von Exquemelins eigenem Manuskript angefertigt; die erste Gesamtausgabe wurde 1678 in niederl\u00e4ndischer Sprache unter dem Titel De Americaensche Zee-Roovers ver\u00f6ffentlicht. Der Erfolg stellte sich sofort ein, es folgten \u00dcbersetzungen und weitere Ausgaben bis ins 18. Jh. Der Verfasser, Oexmelin oder Exquemelin (1645 &#8211; 1707) war ein franz\u00f6sischer Hugenotte, der sich 1666 auf den Weg zu den Antillen machte. Sein Schiff wurde angeblich von Piraten angegriffen, und nachdem er Tortuga erreicht hatte, wurde er offenbar an einen Einheimischen verkauft, der ihn anschlie\u00dfend an eine Art Chirurgen verkaufte, der ihm sein Amt beibrachte und ihm schlie\u00dflich gegen Bezahlung die Freiheit gew\u00e4hrte. Zu einem unbestimmten Zeitpunkt wurde Exquemelin Freibeuter; als Pirat nahm er 1669 an der Pl\u00fcnderung von Maracaibo und 1670 an derjenigen von Panama unter Morgan teil. Seine Erfahrungen und Beobachtungen hat er in seinen Memoiren festgehalten. Die Detailgenauigkeit, mit der Exquemelin die Beutez\u00fcge, Pl\u00fcnderungen, das Leben und die Abenteuer dieser Seeleute beschreibt, war lange Zeit un\u00fcbertroffen. Die Illustrationen umfassen sieben Faltkarten und Ansichten.<\/p>\n<p><strong>TEg 25: <\/strong><strong>Hrn.Fr\u00e9zier allerneuste Reise<\/strong> nach der S\u00fcd-See und den K\u00fcsten von Chili, Peru und Brasilien.<br \/>Hamburg 1718.<br \/>Deutsche Erstausgabe (2. Auflage 1749) des frz. Originals (Paris 1716).\u00a0Das Buch ist ein Klassiker der pazifischen Forschungsreisen und enth\u00e4lt 10 nummerierte Kupferstichkarten und -tafeln, von denen einige gefaltet sind. Am\u00e9d\u00e9e Frezier, ein franz\u00f6sischer Milit\u00e4ringenieur, hatte den k\u00f6niglichen Auftrag, die St\u00e4rke der spanischen Siedlungen an der Pazifikk\u00fcste S\u00fcdamerikas zu ermitteln und die vorhandenen Karten zu \u00fcberarbeiten. Der erste Teil dieses Buches gibt einen Bericht \u00fcber die Reise von Frankreich um Kap Hoorn und wurde von zeitgen\u00f6ssischen und sp\u00e4teren Seefahrern verwendet. Der zweite Teil bezieht sich auf die Reise entlang der K\u00fcsten Chiles und Perus und beschreibt die wichtigsten Orte und St\u00e4dte, die Fauna und Flora und die Bev\u00f6lkerung und Gebr\u00e4uche. Frezier, ein Mann der scharfen Beobachtung, brachte Informationen von grossem geographischen, milit\u00e4rischen und wissenschaftlichen Wert f\u00fcr die Kolonialmacht Frankreich zur\u00fcck. Man muss diese B\u00fccher ja immer im Kontext der Kolonialisierung sehen, es sind keine &#8220;unschuldigen Reisef\u00fchrer&#8221;. Fun fact: Fr\u00e9zier f\u00fchrte auf seiner Reise die &#8220;Stranderdbeere&#8221; oder Chile-Erdbeere aus Chile nach Frankreich ein und wurde so seinem Namen (&#8220;fraisier&#8221; &#8211; Erdbeerpflanze) \u00fcberaus gerecht. Das dt. Buch ist in der Schweiz nicht vorhanden, in Deutschland selten. Bei uns aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>TEg 28:<\/strong> <strong>An authentic journal of the expedition under Commodore Phillips<\/strong> to Botany Bay by an officer. London 1789.<br \/>Es handelt sich um ein Tagebuch der &#8220;First Fleet&#8221; von England nach Australien.\u00a0Nach der Niederlage Grossbritanniens im Amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg hatte die britische Regierung mit der Suche nach einem neuen Standort f\u00fcr eine Strafkolonie begonnen und 1786 die Botany Bay beim heutigen Sydney als Standort f\u00fcr eine Str\u00e4flingssiedlung festgelegt. Die Gr\u00fcndung einer dauerhaften Siedlung in New South Wales und damit der Beginn des modernen Australien begann dann im Mai 1787 mit der Reise dieser &#8220;ersten Flotte&#8221; von elf Schiffen, darunter sechs Str\u00e4flingstransporten, unter Commodore Arthur Phillip. Am 18. Januar 1788 traf Phillip in der Botany Bay ein; bereits im Juli 1788 verliessen die Transportschiffe der Flotte Sydney wieder. Sie kehrten 1789 nach England zur\u00fcck. Die Besatzungen brachten Skizzen und Briefe der Zur\u00fcckgebliebenen mit, zudem offizielle Dokumente &#8211; und Manuskripte von Reiseberichten, darunter auch den Text des vorliegenden B\u00fcchleins. Der als Verfasser genannte anonyme &#8220;Officer&#8221; war Kapit\u00e4n Watkins Tench. Tench, ein belesener und schriftstellerisch gewandter Marineoffizier, stammte aus Chester war an Bord des Transportschiffs Charlotte mit nach Australien gesegelt. Sein Buch gilt als der lesbarste aller Berichte \u00fcber die First Fleet und ist einer der ersten Berichte \u00fcber Australien \u00fcberhaupt. Offenbar ist es ein Rarissimum, in Deutschland nur in Leipzig, international nur in Australien in wenige Exemplaren nachgewiesen. Die Recherche nach dem Titel ist etwas m\u00fchsam, weil es in vielen Bibliotheken Faksimiles des Textes gibt, die in KVK und Worldcat nicht immer gleich als solche zu erkennen sind. Unser Original ist aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>TEg 29: Tagebuch einer Entdeckungs Reise nach der S\u00fcdsee.<br \/><\/strong>Berlin 1781<br \/>Mit gestochenem Frontispiz und einer gefalteten Kupferstichkarte. Es ist die anonym erschienene Publikation \u00fcber James Cooks dritte und letzte Pazifikreise, zwei Jahre vor dem ersten offiziellen Reisebericht erschienen. Einige der enthaltenen Details widersprechen den sp\u00e4ter erschienenen &#8220;offiziellen&#8221; Berichten, insbesondere was Cooks T\u00f6tung durch Indigene auf Hawaii betrifft, die erst sp\u00e4ter als v\u00f6llig unprovoziert dargestellt wurde. Die \u00dcbersetzer Johann Reinhold Forster und sein Sohn Georg Forster waren auf Cooks zweiter Reise dabei gewesen; der Vater wurde aber vertraglich daran gehindert, eigene Aufzeichnungen zu publizieren, weshalb sein Sohn das \u00fcbernahm und mit der &#8220;Reise um die Welt&#8221; gleich einen Klassiker des Genres produzierte. F\u00fcr das vorliegende, etwas entlegenere Buch f\u00fcgten die Forsters ein Vorwort sowie zahlreiche Anmerkungen hinzu und korrigierten die Karte. Ihre Vorlage d\u00fcrfte\u00a0 &#8220;Journal of Captain Cook`s last Voyage&#8221; von 1781 sein, die erste Ver\u00f6ffentlichung nach der Reise, \u00fcber dessen Autor die Forsters auch nach intensiven, im Vorwort beschriebenen Nachforschungen nichts erfahren konnten. Es war wohl John Rickman, Cooks 2. Leutnant, Das Werk ist in Deutschland recht selten und in der Schweiz nur in der ZB vorhanden. Unser Exempar stammt aus der &#8220;Bibliotheca amicorum&#8221;, einer Bibliothek von Stadtb\u00fcrgern der Aufkl\u00e4rungszeit.<\/p>\n<p><strong>Reisef\u00fchrer des 19. und 20 Jhs.:<br \/><\/strong>UB 785: Baedeker Schweiz, Leipzig 1907. UB 1586: Leipzig 1920<br \/>ZD 14: Baedeker Syrien und Pal\u00e4stina. Leipzig 1880<br \/>TD 265a: Baedekers Mittelmeer. Leipzig 1909.<br \/>WA 1832: Illustriertes Reisehandbuch Schweiz. Bern 1957. WA 2232: Guide Bleu Suisse. Paris 1958.<br \/>UB 1558: Schweizer Kur-Almanach 1887. Kurorte, B\u00e4der und Heilquellen der Schweiz. Mit Ill. alter Hotels.<br \/>UO 361. Europ\u00e4ische Wanderbilder. Schaffhausen und der Rheinfall. Mit Ill. und Textteilen auf e und f. Z\u00fcrich [1881].<br \/>UO 744: F\u00fchrer durch Schaffhausen und seine Umgebung. Hg. st\u00e4dtische Verkehrskommission. Schaffhausen 1908.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;9 U, V, X, Y: Helvetica, Schaffhauser Drucke, Geschichte&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 9&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 9&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>9 U, V, X, Y: Helvetica, Schaffhauser Drucke, Geschichte<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 9&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Das UG beherbergt auch die Sammlungen zu den verschiedenen Helvetica. Unter der Signatur <strong>UA<\/strong> befinden sich geschichtliche Quellenwerke, unter <strong>UB<\/strong> Schweizergeschichte, Spezielles und Monographien. Unter den gleichen Aspekten sind die Kantone als Untergruppen aufgeteilt: von Signatur <strong>UC<\/strong> (Aargau) bis <strong>UZ<\/strong> (Z\u00fcrich). Sie umfassen jeweilen Druckwerke bis und mit Erscheinungsjahr 1949. Der Altbestand Helvetica umfasst um die 5&#8217;300 Titel und an die 200 Periodika.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;9.1 Allgemeines und Kantone&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 9.1&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 9.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>9.1. Allgemeines und Kantone<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 9.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p><strong>UA 1, 14: Traktat zur Pockenimpfung<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1777<br \/>Ein Traktat pro Pockenimpfung, Einpfropfung genannt nervt sich: &#8220;&#8230;helfen keine Vorstellungen, wenn die Aufforderung durch die vielen Todesf\u00e4lle..die Leute nicht dazu bereden k\u00f6nne, und sie lieber ungegr\u00fcndeten Erz\u00e4hlungen und M\u00e4hrlein als der Stimme der Vernunft Geh\u00f6r geben&#8221;. Hintergrund: In diesen Jahren begann man damit, Kinder mit den Kuh-Pocken zu impfen. Sie wurden dann krank, aber starben nicht dran wie an den menschlichen Pocken und waren gegen diese dann geimpft. Von Anfang an gabs Skeptiker und Gegner, darunter der ber\u00fchmte Philosoph Immanuel Kant. Er bef\u00fcrchtete, der Mensch werde &#8220;viehisch&#8221; wegen der Kuh-Injektion. Wegen dieser K\u00fche des 18.Jhs &#8211; lat. Vaca &#8211; gibt es ja \u00fcbrigens den Begriff Vakzin. Unter P 716 haben wir \u00fcbrigens die Arbeit von Edward Jenner von 1799, die den Pockenimpfungen zum Durchbruch verhalf. Er beschreibt darin seine erfolgreichen Tests, quasi Impfstoffzulassungsverfahren vor 220 Jahren. In der Schweiz ein seltenes Werk &#8211; wir, Basel und Bern.<\/p>\n<p><strong>UA 30: Stumpf&#8217;sche Chronik (Schwytzer Chronica)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1554<br \/>Fr\u00fche Ausgabe (EA 1548) der ber\u00fchmten Schweizer Chronik des aus Bruchsal stammenden Z\u00fcrcher Theologen und Chronisten Johannes Stumpf im Oktavformat. Diese Chronik ist von der Verwendung der Unterlagen seines Schwiegervaters Heinrich Brennwald, von Joachim von Watt\u00a0 und der Chronik des Aegidius Tschudi\u00a0gepr\u00e4gt. F\u00fcr die anhaltende Attraktivit\u00e4t und ihren grossen Einfluss waren auch Ausz\u00fcge, sp\u00e4tere Ausgaben verantwortlich, darunter die hier vorliegende, von Stumpf noch selber publizierte Auflage sowie die Adaption durch Josias Simler (De republica Helvetiorum, 1576). Eine Fortsetzung besorgte Stumpfs Sohn Johann Rudolph (1586\/1606). Diese Ausgabe enth\u00e4lt keine Abbildung von Schaffhausen und auch sonst weniger Holzschnitte. Eine solche Karte findet sich aber im beigebundenen Werk <strong>&#8220;Volkumner Begriff aller lobw\u00fcrdigen Geschichten und Thaten&#8221; von Bernhard Brandt <\/strong>(Basel 1553), ebenfalls einer (Welt- und) Schweizer Chronik. Auf Seite 307 findet sich dort ein Holzschnitt von Schaffhausen unter dem Titel &#8220;Von der heerlichen und ber\u00fcmpten Statt Schaffhausen&#8221;, gefolgt von einem kurzen historischen Abriss. Dies ist wohl die \u00e4lteste Abbildung der Stadt in der Bibliothek; vermutlich ist es die gleich wie in der Erstausgabe der Stumpf&#8217;schen Chronik, die nicht im Bestand ist. Sp\u00e4tere Ausgaben der Stumpf&#8217;schen Chronik sind grossformatig, so <strong>U* 23a<\/strong> (Z\u00fcrich 1586) (Abbildung Schaffhausens, die gleiche, auf Blatt 357v). Diese Ausgabe enth\u00e4lt auch die Schweizerkarte und die Europakarte der Erstausgabe, die in UA 30 nicht vorhanden sind. <strong>U* 23b<\/strong> (Z\u00fcrich 1606) aus der Bibliothek von Christoph Jetzler (zuvor Johann Caspar Peyer 1619) verwendet den Holzschnitt Schaffhausens nochmals (Blatt 417r &#8211; das Buch wird immer dicker). Zu dieser Ausgabe gibt es ein Zweitexemplar in der Ministerialbibliothek (<strong>Z 475<\/strong>).<\/p>\n<p><strong>UB 144: David Herrliberger: Neue Topographie helvetischer Gebirge&#8230;<\/strong>, Alpen, Gletscher, Lavenen, Berg-Straassen, Quellen, etc. &#8211; Nouvelle topographie des Alpes, montagnes de neige et de glace, chemins sur des montagnes, sources etc. de la Suisse [David Herrliberger] ; [Text von Daniel Roder]<br \/>1774<\/p>\n<p><strong>UB 157c: Mercurius Helveticus (Wagner)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1688<br \/>Diese kleinformatige fr\u00fche Ausgabe einer Beschreibung der Schweizer St\u00e4dte enth\u00e4lt zwischen Seite 136 und 137 eine h\u00fcbsche kleine Ansicht Schaffhausens. Stein am Rhein ist auf Seite 149 abgebildet.<\/p>\n<p><strong>UB 1519: Heutelia (Veiras, Hans Franz)<br \/><\/strong>Ulm 1658<br \/>Erstausgabe. Die Autorschaft dieser b\u00f6sen Satire \u00fcber die Schweiz galt lange als ungel\u00f6st. Lange galt Jakob Graviseth (oder Gravisset; 1598-1658), Herr zu Liebegg im Aargau und Landvogt von Oron, ein nach Bern eingewanderter Pf\u00e4lzer und Stifter der ber\u00fchmten Bongarsischen Sammlung, als Verfasser. Heute ist man eher davon \u00fcberzeugt, dass Hans Franz Veiras (1576\/77-1672), Sekret\u00e4r von Bongars und Diplomat in pf\u00e4lzischen Diensten, der Autor ist. M\u00f6glicherweise haben sie auch zusammen an dieser Kritik an der republikanischen Schweiz in Form einer Reiseschilderung gearbeitet. Heutelia, Anagramm von Helvetia, &#8220;ist eine politische Satire, die den grossartigsten Pamphleten der Reformation kaum nachsteht&#8221; (der Literaturwissenschaftler Emil Ermatinger, aus dessen Bibliothek unser Exemplar stammt; zeitgen\u00f6ssisch geh\u00f6rte es Tobias Holl\u00e4nder, der Graviseth als Autor identifiziert).<\/p>\n<p><strong>UE 48: Der guldin Spiegel des S\u00fcnders (Ludwig Moser)<\/strong><br \/>Basel 1497<br \/>In dieser geographischen Signatur verbirgt sich eine kleine Inkunabel im Oktavformat. Sonst sind alle Inkunabeln unter den beiden Inkunabel-Signaturen Ink und Z Ink aufgestellt. Das Exemplar ist allerdings auch unvollst\u00e4ndig; es fehlen ihm Titelblatt und Illustration sowie die letzten beiden Textseiten mit dem Kolophon. Weitere Exemplare gibt es laut Worldcat an der UB Basel und Freiburg i. B., in Strassburg und an der ZB Z\u00fcrich. Das Werk stammt vom Z\u00fcrcher M\u00f6nch Ludwig Moser, der Kart\u00e4user in Basel war. Es ist eine \u00dcbersetzung aus dem Lateinischen eines sogenannten S\u00fcndenspiegels, der den Lesern s\u00fcndiges Verhalten vorh\u00e4lt und zur Umkehr aufruft.<\/p>\n<p><strong>UG 41: Relation Abr\u00e9g\u00e9e D&#8217;un Voyage A La Cime Du Mont-Blanc (De Saussure)<br \/><\/strong>Genf 1787<br \/>In einem Sammelband \u00fcber das Veltlin aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller findet sich als letztes die seltene Erstausgabe des kleinen Berichts von Horace-B\u00e9n\u00e9dict De Saussures Bericht \u00fcber seine Besteigung des Mont Blanc. Bereits in den 1760er Jahren begann De Saussure sich f\u00fcr den Mont Blanc zu interessieren. Nach der ersten erfolgreichen Besteigung durch Pacard und Balmat im Jahr 1786 folgte De Saussure mit seiner Expedition im August 1787 als Dritter (in Begleitung von Balmat), jedoch als Erster mit wissenschaftlichen Ambitionen. Diese dritte Expedition wurde aufgrund der bemerkenswerten Beobachtungen des Autors in Bezug auf Mineralogie und Geologie sowie Magnetismus und Elektrizit\u00e4t in der Atmosph\u00e4re f\u00fcr die Entwicklung der Wissenschaft enorm wichtig. In einem interessanten Postskript begr\u00fcndet De Saussure, warum man das Meer vom Gipfel aus nicht sieht.<\/p>\n<p><strong>UP 5: Libertas Einsidlensis<br \/><\/strong>(Konstanz) 1640<br \/>Erste im Druck erschienene Sammlung von Urkunden zum Kloster Einsiedeln, anonym verfasst vom Ueberlinger Rechtsgelehrten und Schultheissen Johann Heinrich von Pflummern (1585-1671). Auftraggeber war der Abt Plazidus Reimann (1594-1670), der damit sowohl ein Rechtsgutachten als auch eine erste Urkundenedition erhielt. Auf die juristische Verteidigungsschrift des kl\u00f6sterlichen Anspruchs auf Selbstbestimmung reagierte die Schwyzer Kantonsregierung mit schroffer Ablehnung. Die erhaltene Druckerrechnung gibt eine Gesamtauflage von 700 Druckexemplaren an, wovon der F\u00fcrstlich Konstanzische Buchdrucker Johann Geng drei Varianten druckte, unser Exemplar ist eines der 283 ausgelieferten Exemplare ohne die acht Seiten der Kopien der schwyzerischen Gegen-Schreiben. Aus der Bibliotheca Amicorum.<\/p>\n<p><strong>UZ 19: Memorabilia Tigurina (Bluntschli)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1704<br \/>Seltene erste Ausgabe der fr\u00fchen Beschreibung des Zustandes und der Geschichte Z\u00fcrichs von Hans Heinrich Bluntschli (1656-1722), B\u00fcchsenmacher, Artilleriehauptmann und Sprecher der Schmiedezunft in Z\u00fcrich. Das Werk wurde bis 1870 in weiteren Auflagen und Bearbeitungen fortgef\u00fchrt. Das umfangreiche Geschlechterbuch (ab S. 362), unterschieden nach ausgestorbenen und noch lebenden Geschlechtern gibt einen Eindruck von der damals herrschenden Aristokratie. Die h\u00fcbschen Ansichten von Johann Melchior F\u00fcssli zeigen u. a. Eglisau, Andelfingen, B\u00fclach, Gr\u00fcningen, Greifensee, K\u00fcsnacht, Kyburg, T\u00f6ss, R\u00fcti, Stein am Rhein und Winterthur.\u00a0In der Stadtbibliothek sind auch sp\u00e4tere Ausgaben: 1780 (UZ 107a), 1820 (UZ 107h), 1841, 1845 und 1853 (UZ 336) sowie 1870 (UZ 103).<\/p>\n<p><strong>UZ 23: Bibliotheca Nova Tigurinorum&#8230;<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1629.<br \/>Der erste Bibliothekskatalog der Z\u00fcrcher Stadtbibliothek<\/p>\n<p><strong>U* 2: Basler Chronik (Wurstisen)<br \/><\/strong>Basel 1580<br \/>Erste Ausgabe der ber\u00fchmtesten und \u00e4ltesten gedruckten Basler Chronik und eines der bedeutendsten Werke der Schweizer Historiographie des 16. Jahrhunderts. Die Holzschnitte zumeist mit Wappen u. Portraits.\u00a0Titelblatt von Tobias Stimmer. Unser Exemplar ohne den Stadtplan der Stadt Basel. Der Band enth\u00e4lt als zweites: <strong>Militaris ordinis Johannitarum, Rhodiorum, aut Melitensium equitum rerum memorabilium terra marique (Basel 1581)<\/strong>, eine Geschichte des Johanniter-Ordens von Heinrich Pantaleon in der Erstausgabe mit zahlreichen, zumeist kleineren und bescheidenen Holzschnitten. Diese Geschichte ist eines der besten Werke des Basler Historikers Heinrich Pantaleon (1522-1595). Unter den Holzschnitten sind Ansichten von Antiochia, Damaskus, Jerusalem, Konstantinopel, Rom, Tunis (ganzseitig), Venedig u. a. Ferner Karten von \u00c4gypten, Zypern, Malta, Ungarn und Siebenb\u00fcrgen usw.<\/p>\n<p><strong>U* 9: Raetia (Guler von Warteck)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1616<br \/>Die erste deutschsprachige Chronik Graub\u00fcndens. Der Autor Johann Guler von Weineck (1562-1637) entstammte einem vornehmen Davoser Geschlecht, studierte in Chur, Z\u00fcrich und Basel und wurde mit kaum 20 Jahren Landschreiber des Zehngerichtenbundes. Seine Weltl\u00e4ufigkeit \u00e4usserte sich in seinem aussenpolitischen Interesse f\u00fcr Venezianer und Franzosen, was auch in der Widmung seiner &#8220;R\u00e4tia&#8221; an Ludwig XIII. zum Ausdruck kommt. Die historisch-topographische Schilderung Graub\u00fcndens stellt zugleich das bedeutendste Druckwerk der Offizin Wolf, der Nachfolgerin Froschauers, dar. Eindrucksvoll sind die doppelblattgrossen Karten des Zolliker Pfarrers und Mathematikers M. Hirzgartner. Die sch\u00f6ne Titelbord\u00fcre enth\u00e4lt oben und unten mit zwei kleine Ansichten von Augsburg und Chur. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>U* 21: Kronica von der loblichen Eydtgnosschaft (Etterlin)<br \/><\/strong>Basel 1507<br \/>Erstausgabe der ersten gedruckten Schweizergeschichte durch den Luzerner Chronisten Petermann Etterlin. Dieser stellte seine Geschichte aus fr\u00fcheren Chroniken zusammen, beispielsweise denen von J. von K\u00f6nigshofen und Hartmann Schedel. F\u00fcr die j\u00fcngeren Ereignisse lieferte Etterlin jedoch einen eindr\u00fccklichen Augenzeugenbericht, da er selbst als Soldat im Burgunderkrieg gewesen war. Diebold Schilling wiederum verwendete Etterlins Chronik intensiv f\u00fcr seine ber\u00fchmte Luzerner Chronik. Etterlins Werk ist, bei allem Schwerpunkt auf Luzern, als gesamteidgen\u00f6ssische\u00a0Chronik konzipiert, die das in den\u00a0Burgunderkriegen\u00a0entstandene Selbstbewusstsein der eidgen\u00f6ssischen Eliten spiegelt. Sein Werk blieb bis zum Erscheinen der Stumpf&#8217;schen<strong>\u00a0<\/strong>Chronik 1548 die einzige umfassende Geschichte der\u00a0Eidgenossenschaft\u00a0und trug wesentlich zur Verbreitung der eidgen\u00f6ssischen Gr\u00fcndungslegende um Wilhelm Tell bei. Sechs der zahlreichen Holzschnitte werden dem Meister D.S. zugeschrieben, darunter das ganzseitige kaiserliche Wappen, umgeben von den Wappen der eidgen\u00f6ssischen St\u00e4nde, inklusive dem neu beigetretenen Schaffhausen; zudem auch die Ansicht von Luzern und die Szene, in der Wilhelm Tell den Apfel vom Kopf seines Sohnes schiesst &#8211; beides sind die fr\u00fchesten bildlichen Darstellungen davon. Vier Holzschnitte illustrieren das Leben des Heiligen Meinrad, da die Chronik mit der Gr\u00fcndung des Klosters Einsiedeln beginnt.<\/p>\n<p><strong>U* 25: Helvetia Sancta (Murer)<br \/><\/strong>Luzern 1648<br \/>Heinrich Murer (1588-1638) war ein Kart\u00e4userm\u00f6nch der Kartause Ittingen, der vor allem f\u00fcr dieses Werk bekannt ist. Es ist eine Sammlung von biografischen Skizzen \u00fcber das Leben ber\u00fchmter Heiliger, Schweizer Theologen und hochrangiger katholischer Pers\u00f6nlichkeiten. Die reichhaltigen Illustrationen wurden von Rudolf Meyer aus Z\u00fcrich nach Vorlagen von Hans Asper d.\u00a0J. gestochen. Interessant, dass dieses Buch zum historischen Bestand der reformierten Schaffhauser Bibliothek geh\u00f6rt!<\/p>\n<p><strong>U* 30: Chronicon Helveticum (Tschudi)\u00a3<br \/><\/strong>Basel 1734-1736 in 2 B\u00e4nden.<br \/>Erstausgabe von Aegidius Tschudis Hauptwerk der Eidgen\u00f6ssischen Geschichte, einer der Hauptleistungen der Schweizer Historiographie. Entstanden in der Mitte des 16. Jahrhunderts, wurde die Chronik erstmals 1734-1736 durch \u00a0den Basler Juristen und Historiker Johann Rudolph Iselin (1705-1779) ver\u00f6ffentlicht, der vermutlich dem Werk auch den Titel gab. Tschudis Chronik umfasst die Jahre 1001 bis 1470. Dazu sammelte er etwa 700\u00a0Urkunden\u00a0sowie \u00dcberlieferungen aus verschiedenen Quellen, unter anderem aus dem\u00a0Weissen Buch von Sarnen. Diese reichen von Schilderungen von Schlachten \u00fcber patriotische Betonungen der Rolle des\u00a0Landes Glarus, die von der Publizistik seiner Zeit gepr\u00e4gte Darstellung des\u00a0Konzils von Konstanz\u00a0bis hin zu pers\u00f6nlichen Erfahrungsberichten von Eidgenossen, die am\u00a0Alten Z\u00fcrichkrieg\u00a0beteiligt waren. Tschudis lebendige Schilderung machte u.a. die Tellsaga mit dem Apfelschuss europaweit bekannt und ist die Grundlage f\u00fcr Schillers Drama &#8220;Wilhelm Tell&#8221;. Auch Johannes von M\u00fcller verwendet Tschudi intensiv f\u00fcr seine Schweizergeschichte &#8211; und dieses Exemplar stammt aus seiner Bibliothek (ohne Bearbeitungsspuren). Das allegorische Titelkupfer von David Herrliberger zeigt innerhalb eines Architektur-Rahmens in der Hauptszene die Verherrlichung der Helvetia, rechts davon im mittleren Hintergrund Tells Apfelschuss, dahinter Brunnen und die Mythen, am unteren Rand ein zentrales Medaillon mit dem R\u00fctlischwur. Die S\u00e4ulen des Rahmens tragen die Namen der 13 Alten Orte, der Querbalken die Namen und Wappen der Zugewandten Orte.<\/p>\n<p><strong>U* 35: Vues remarquables des montagnes de la Suisse (Hentzy)<br \/><\/strong>Amsterdam 1785.<br \/>Eines der fr\u00fchesten B\u00fccher mit Ansichten aus den Schweizer Alpen, mit Farbdrucken von hoher Qualit\u00e4t. Die Arbeit an der Serie wurde im Jahr 1779 vom Originalverleger Wagner in Bern begonnen, der Janinet mit den Kupfersticharbeiten in der neuen Technik des Farbdrucks beauftragte. Der Tod Wagners und Geldmangel lie\u00dfen die Arbeit ins Stocken geraten. Die fertiggestellten 24 Tafeln wurden 1785 nach dem Tod Wagners an Rodolphe Hentzy verkauft, der 18 zus\u00e4tzliche Tafeln in Auftrag gab. Das vollst\u00e4ndige Album enth\u00e4lt \u00fcber 40 Abbildungen, unser Exemplar lediglich 13. Eindr\u00fccklich sind die Darstellungen der m\u00e4chtigen Gletscher.<\/p>\n<p><strong>U* 37: Briefe aus der Schweiz (Andreae)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1776<br \/>Der Hannoveraner Apotheker und Naturforscher Johann Gerhard Andre\u00e4 (1724-1793) unternahm von August bis Oktober 1763 eine Wissenschaftsreise durch die Schweiz. Er besuchte die wichtigsten Alpengegenden, interessierte sich f\u00fcr Herbarien, Fossilien- und Kristallsammlungen, Salinen, Thermalb\u00e4der und Gletscher und traf Schweizer Gelehrte wie Bernoulli, Deluc, Escher und Gessner. Seine Reisebriefe wurden 1764-65 im &#8220;Hannover Magazin&#8221; ver\u00f6ffentlicht, dessen Mitarbeiter er war. Johann Caspar F\u00fcssli druckte 1776 in Z\u00fcrich eine aufwendige Neuausgabe mit zahlreichen Anmerkungen Jakob Samuel Wyttenbachs, 15 Abhandlungen von Schweizer Gelehrten sowie 30 Stichen Johann Rudolf Schellenbergs und anderer Schweizer K\u00fcnstler. Einer dieser Stiche ist die \u00e4lteste erhaltene Ansicht des St. Gotthardhospizes. Aus der Region sind zwei Zeichnungen des Rheinfalls und eine grosse gefaltete Karte der kurzlebigen h\u00f6lzernen Br\u00fccke \u00fcber den Rhein von Grubenmann. Aus der Bibliotheca Amicorum, Besitzvermerk G.F. Im Thurn 1794.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;9.2 UO: Scaphusiana&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 9.2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 9.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>9.2. UO: Scaphusiana<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 9.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Scaphusiana sind Publikationen, die sich in irgendeiner Form auf Schaffhausen beziehen: von Schaffhausern geschriebene Werke, \u00fcber Schaffhausen verfasste Titel und in Schaffhausen gedruckte B\u00fccher (Signaturen <strong>UO<\/strong>, <strong>UO Per<\/strong> etc.). Sie umfassen f\u00fcr unseren Zeitraum etwas \u00fcber 3000 Titel. Die Stadtbibliothek ist zust\u00e4ndig, diese Dokumente zu sammeln und zu erschliessen, soweit es sich nicht um Unikate handelt.<\/p>\n<p><strong>UO 1\/7 II b: Kurze jedoch gr\u00fcndliche Anleitung zu dem Reb-Bau<br \/><\/strong>wie solcher um die Stadt Schaffhausen herum von Anfang bis zu End m\u00fcsse gef\u00fchret werden, denen Eigenth\u00fcmmern zu Gut, und denen Rebleuten zu ihrem k\u00fcnftigen Verhalt : meist aus langer Erfahrung beschrieben. von M. S<br \/>Schaffhausen 1759<\/p>\n<p><strong>UO 17 Wappenbuch der Stadt Schaffhausen<br \/><\/strong>Schaffhausen 1819<\/p>\n<p><strong>U0 22: Reformation l\u00f6blicher Statt Schaffhausen \/ Leonhardt Meyer<br \/><\/strong>Schaffhausen: Suter, 1656<br \/>Besitzeintrag Tobias Holl\u00e4nder. Hauptwerk des Schaffhauser Pfarrers Leonhardt Meyer (1627\u2013nach 1684). Meyers Absicht war es, in seinem Buch \u00bbdie f\u00fcrtreffliche Gutttat Gottes \u00ab zu schildern. Diese bestehe in der Wiederherstellung \u00bbder wahren alleinseligmachenden Religion\u00ab, die \u00bbwegen Ausstrettung auss dem Papsttum \/ Reformierte Religi \u00ab genannt werde (Vorrede, S. 6). Was in dieser Zeit geschah, bezeichnete Meyer als \u00bbein werck Gottes, die edle Reformation und Reinigung der Religion\u00ab und er sah darin eine Manifestation der Macht und Gnade Gottes (ebd., 11). Meyers Werk hat eine ausgepr\u00e4gte theologisch-erbauliche und apologetisch-polemische Zielsetzung und ist mehr eine Predigt als eine historische Darstellung, doch sie ist das erste Werk, das weit \u00fcber 100 Jahre nach den Ereignissen \u00fcber die Schaffhauser Reformation nachdenkt (Briner, Reformation in SH, Zwingliana 39, 2012, S. 79-92)<\/p>\n<p><strong>UO 23: <\/strong><strong>\u200eNeujahrsgeschenk f\u00fcr die Jugend des Kantons Schaffhausen (Kirchhofer)<br \/><\/strong>Schaffhausen 1822-1843<br \/>Verfasst vom Schaffhauser Theologen und Lokalhistoriker Melchior Kirchhofer enth\u00e4lt die fast 300 Seiten umfassende Folge die fortlaufende Geschichte von Schaffhausen bis zum Eintritt in den Bund der Eidgenossenschaft (1501), und zwar nicht bloss eine Nacherz\u00e4hlung des bereits Bekannten, sondern durchweg auf selbst\u00e4ndigen und neuen Forschungen beruhend, so dass diese Arbeit die erste wirkliche Geschichte von Schaffhausen nach R\u00fceger genannt werden kann. Die auf 22 Tafeln dargestellten Ansichten oder historischen Szenen wurden nach J.J. Beck in Aquatinta (Hefte I-X), Lithographie (XI-XVIII), respektive get\u00f6nter Lithographie (XIX-XXII) von C. Rordorf oder B. Freuler gestochen bzw. von J.J. Oechslin lithographiert. Im letzten Heft werden nebst dem Verfasser auch die Herausgeber Johann Meyer, Johann Jakob Forster, Johann Jakob Beck und Matth\u00e4us Gelzer genannt. Die Aquatinta- Ansichten zeigen die Stadt Schaffhausen, Wagenhausen, Herblingen, das Barf\u00fcsserkloster und die Burgruine Randenburg, die lithographierten Veduten zeigen u.a. den Fronwag- und Kaufleutstuben-Turm. Unter den historischen Szenen ist eine detailreiche Darstellung eines Ritterturniers.<\/p>\n<p><strong>U0 53: Johann Jakob R\u00fceger, Chronist von Schaffhausen \/ J.J. Mezger<\/strong><\/p>\n<p><strong>UO 157<\/strong>: Johann Heinrich Schalch, <em>Baro- und Thermometres oder so genannte Wetter-Gl\u00e4ser<br \/><\/em>Leipzig 1705<\/p>\n<p><strong>UO 273: Illustrirter Reise-F\u00fchrer auf den Eisenbahnen und Seen der nord\u00f6stlichen Schweiz<br \/><\/strong>Schaffhausen 1857<\/p>\n<p><strong>UO 633 und ZA 885: Der erste Schaffhauser Druck<br \/><\/strong>Christliche Ordnung und breuch der Kirchen zu Schaffhausen in der Eydgenoss-schaft, wie sie alda und in der Landschafft ge\u00fcbt und gebraucht werdend \u2026 Jetzt newlich und zum aller ersten zu trost \u2026 in den Truck verfertiget und aussgangen<br \/>Schaffhausen : Conrad Waldkirch, 1592 (83 S. : Ill.).<br \/>Das Buchdruckgewerbe h\u00e4lt erst sp\u00e4t Einzug in Schaffhausen. Der Magistrat bestellte 1591 den in Basel mit Peter Perna (um 1520\u20131582) t\u00e4tigen Schaffhauser Stadtb\u00fcrger Conrad von Waldkirch (1549\u20131616) zwecks Verlegung einiger Werke hierhin. Die vorliegende Kirchenordnung von 1592, ist das erste in Schaffhausen gedruckte Buch. Der Druck wurde mit 22 bereits fr\u00fcher verwendeten Holzschnitten illustriert, die Josias Murer (1530\u20131580) und Matthias Greuter (1564\u20131638) zugeschrieben werden. Wohl in Ermangelung weiterer Auftr\u00e4ge ging Waldkirch sp\u00e4testens 1593 nach Basel zur\u00fcck, und Schaffhausen blieb weitere 50 Jahre ohne Drucker. (Den zweiten Schaffhauser Druck: (Stefan Szegedi, <em>Tabulae analyticae<\/em>, Schaffhausen 1592), hatte Conrad von Waldkirch dem Rat \u00fcberreicht: N*360).<\/p>\n<p><strong>UO 3094: Der h\u00fcrnen Siegfried<br \/><\/strong>Schaffhausen : Hurter, 1843 [Depositum Sturzenegger-Stiftung]<br \/>Bearbeitung des Volksbuches &#8220;H\u00f6rnerner Siegfried&#8221; durch den Sohn von Joseph G\u00f6rres, Guido G\u00f6rres (1805\u20131852), dem Mitbegr\u00fcnder der &#8220;Historisch-politischen Bl\u00e4tter f\u00fcr das katholische Deutschland&#8221; (ab 1838). Illustriert ist das Werk vom Port\u00adr\u00e4t- und Historienmaler Wilhelm von Kaulbach (1805\u20131874) mit einem lithographier\u00adten Titelblatt, 13 ganzseitigen lithographierten Tafeln und 3 Holzschnitten. Die Hurter\u2019sche Verlagsbuchhandlung in Schaffhausen war eine wichtige Akteurin der r\u00f6misch-katholischen Bewegung (oder Reaktion) in der Schweiz.<\/p>\n<p><strong>U0 3105: Die Kinder im Schlaraffenland<br \/><\/strong>Bilderbuch von Hans Witzig ; Mit Versen von Karl Stamm<br \/>1917<\/p>\n<p><strong>Hurter<br \/><\/strong>Hurter&#8217;sche Buchhandlung und div. Buchdrucker Hurter in Schaffhausen. Ber\u00fchmt f\u00fcr katholische und reaktion\u00e4re Werke, siehe h\u00fcrnen Siegfried. Diverse interessante Werke des Antistes Friedrich Emanuel Hurter, der 1844 skandal\u00f6serweise zum Katholizismus \u00fcbertrat und nach Wien emigrierte und dort k.k. Hofrat und Reichshistoriograph wurde.<br \/>Geburt und Wiedergeburt. Schaffhausen 1845. UO 71 (3 B\u00e4nde). Autobiographie. Biographie durch Heinrich von Hurter, Graz 1876: BB 378<br \/>Geschichte Papst Innocenz des Dritten. Hamburg 1834. 4 B\u00e4nde. Noch aus seiner reformierten Zeit, aber bereits &#8220;zweifelhaften Inhalts&#8221;. NGb 38. NM 712: Papst Innocenz sechs B\u00fccher von den Geheimnissen der heiligen Messe. Schaffhausen 1845<br \/>Maria, Erzherzogin zu \u00d6sterreich. Biographie, bereits als &#8220;Friedrich von Hurter&#8221;. Schaffhausen 1860. VH 66b. Geschichte Kaiser Ferdinands und seiner Eltern. Schaffhausen 1850. VH 89. In 11 (!) B\u00e4nden<br \/>Ausflug nach Wien und Pressburg. Schaffhausen 1840. Reisebericht noch vor der Konversion. TEc31.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;9.3 V: Geschichte (ohne die Schweiz)&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 9.3&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 9.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>9.3. V: Geschichte (ohne die Schweiz)<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 9.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Unter den Signaturengruppen <strong>VA<\/strong> bis <strong>VT<\/strong> und <strong>V*,<\/strong> <strong>X*<\/strong> und <strong>Y* <\/strong>sind die Werke zur Allgemeinen Geschichte, Universalgeschichte und Kulturgeschichte, zu den historischen Hilfswissenschaften (Diplomatik, Genealogie, Heraldik, Numismatik etc.) und zu Geschichtsquellen aufgestellt, daran anschliessend die Best\u00e4nde zu einzelnen L\u00e4nder- und Regionalgeschichten. Die Untergliederung ist ebenso differenziert wie bei der Sachgruppe T (L\u00e4nder, V\u00f6lker, Reisen). So stehen unter <strong>VGa<\/strong> bis <strong>VGh<\/strong> die Werke zur deutschen Geschichte: <strong>VGa<\/strong> (Bearbeitungen der deutschen Geschichte), <strong>VGb<\/strong> (Quellensammlungen der deutschen Geschichte), <strong>VGc<\/strong> (Monographien zur deutschen Geschichte), <strong>VGd<\/strong> (Spezialgeschichte einzelner deutscher Staaten und St\u00e4dte), <strong>VGe<\/strong> (W\u00fcrttemberg, Baden und Elsass), <strong>VGf<\/strong> (Bayern),<strong> VGg<\/strong> (Sachsen, Th\u00fcringen, Hannover), <strong>VGh<\/strong> (Preussen). Die europ\u00e4ischen L\u00e4nder sind einzeln aufgestellt (<strong>VH<\/strong> bis <strong>VQ<\/strong>), die \u00fcbrigen mehrheitlich nach Kontinenten (<strong>VR<\/strong> bis <strong>VT<\/strong>). Die Signatur vereinigt einen repr\u00e4sentativ-\u00fcberdurchschnittlichen und hochstehenden Altbestand zur Sachgruppe Geschichte, was teilweise auf die <em>Bibliotheca Amicorum<\/em> und die nachgelassene Privatbibliothek von Johannes von M\u00fcller zur\u00fcckgeht. Es sind hier insgesamt 3400 Werke aufgestellt, davon beispielsweise 560 allein in franz\u00f6sischer Sprache.<\/p>\n<p><strong>VA 10: Der durchlauchtigen Welt vollst\u00e4ndiges Wappenbuch (Johann Friedrich Seyfarth)<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1772<br \/>Zweite Auflage, vier B\u00e4nde.\u00a0Umfangreiches und ausf\u00fchrliches Wappenbuchs mit ausf\u00fchrlichen Registern. Schweiz selten (3 Bibliotheken). Der Autor war ein Heraldiker und Schriftsteller aus Halle (1727-1786)<\/p>\n<p><strong>VA 11 Das New Wapenbuch (Johann Siebmacher)<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1605-1609<br \/>Erstausgabe, Besitzvermerk Eberhardus Imthurn 1636. Nicht selten, offenbar ein Standardwerk in Bibliotheken.<\/p>\n<p><strong>VA 11b: <\/strong><strong>Das erneuerte und vermehrte teutsche Wappenbuch (Johann Siebmacher, Paul F\u00fcrst)<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1657. Zwei B\u00e4nde, vier Teile.<br \/>Gesch\u00e4tzte und gesuchte Ausgabe des bekannten heraldischen Werks, dessen Hauptteil die Wappen der nobilitierten Familien des Hl. R\u00f6mischen Reichs bilden und das zahlreiche Bearbeitungen und Erweiterungen erlebte. Von Siebmacher selbst stammen nur die Teile 1 und 2 (in dieser Form erstmals 1605\/1609 erschienen); nach seinem Tod gelangten die Kupferplatten an Paul F\u00fcrst, der Teil 1 geringf\u00fcgig erweiterte und weitere Teile hinzuf\u00fcgte. Die Kupfertitel der vorliegenden Ausgabe wurden von Abraham Aubry und von P. Troschel gestochen..\u00a0Der erste Teil wurde um vier weitere Tafeln erg\u00e4nzt, der zweite Teil blieb unver\u00e4ndert bei 164 Tafeln. Paul F\u00fcrst erstellte den 3. Teil (1656) mit 200 Tafeln und den 4. Teil des \u201eNeuen Siebmachers\u201c (1657) mit ebenfalls 200 Tafeln und kurz vor seinem Tod (1666) den 5. Teil (1665) mit 312 Tafeln, wobei in diesen f\u00fcnften Band verst\u00e4rkt Eingang fand. Dabei hatte er als Mitarbeiter J. W. Fabricius\u00a0 und\u00a0GabrielBucelinus. Diese f\u00fcnf B\u00e4nde sind der sogenannte \u201eNeue Siebmacher\u201c. Alle Auflagen bis 1667 liegen im Querformat (eine Tafel je Seite) vor, und alle sind schwarz-wei\u00df mit\u00a0Initiale\u00a0f\u00fcr die Farbangaben. Der 5. Teil in SH nicht vorhanden?<\/p>\n<p><strong>VA 29: Tabulae historico-genealogicae<br \/><\/strong>Augsburg: Stridbeck, ca. 1700<br \/>Stammb\u00e4ume europ\u00e4ischer Herrscherh\u00e4user, h\u00fcbsches Querformat.<\/p>\n<p><strong>VA 42: Friedrich Nicolai: \u00dcber den Gebrauch der falschen Haare und Perrucken<br \/><\/strong>Berlin und Stettin 1801<br \/>Mit 66 (kleinen) Kupferstichen.\u00a0Ein Sp\u00e4twerk des Berliner Aufkl\u00e4rers Nicolai \u00fcber den Gebrauch von Per\u00fccken und falschem Haar, von der griechischen Antike bis in die Gegenwart. Basierend auf historischen Notizen zu Modestilen und der eigenen, \u00fcber viele Jahre zusammengetragenen Portr\u00e4tsammlung beschreibt Nicolai die Entstehung, Variationen, Herstellung und Bedeutung von Per\u00fccken im Laufe der Zeit. Illustriert wird seine Darstellung durch die gestochenen Tafeln am Ende des Bandes, die verschiedene Frisuren im Laufe der Geschichte zeigen. Es sind fast durchweg Portr\u00e4ts bekannter oder ber\u00fchmter Pers\u00f6nlichkeiten von den alten \u00c4gyptern bis ins 18. Jahrhundert dargestellt.\u00a0&#8211; Schweiz selten, aus der Bibliothek von JvM.<\/p>\n<p><strong>VA 43: William Alexander: Geschichte des weiblichen Geschlechts<br \/><\/strong>Leipzig 1780<br \/>Deutsche \u00dcbersetzung von &#8221; The\u00a0<em>history<\/em>\u00a0of\u00a0<em>women<\/em>, from the earliest antiquity, to the present time&#8221; des schottischen Arztes William Alexander (geb. 1742?, gest. 1788?) Das vorliegende Werk, das soziologische und anthropologische Obert\u00f6ne hat, ist sein bekanntestes. Alexander versuchte die Geschichte der Frauen und der Geschlechterrollen fest in die Geschichte der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft einzubinden. Das Werk richtet sich an gebildete oder zu bildende Frauen und verzichtet auf wissenschaftliche Referenzen. Das Werk erlebte mehrere englische, eine franz\u00f6sische und eine deutsche Ausgabe. In der Schweiz nicht nachgewiesen, in Deutschland auch nicht? \u00dcbersetzung von Friedrich von Blanckenburg (anonym). Aus der Biblioteca amicorum. (Auch das englische Original ist selten).<\/p>\n<p><strong>VB 86: Vergilius Polydorus: Eigentlicher bericht, der Erfinder aller ding<br \/><\/strong>Frankfurt\/Main, ca. 1560<br \/>Von Marcus Tatius Alpinus verdeutschte und bearbeitete Ausgabe von De inventoribus rerum&#8221;. &#8211; Diese fr\u00fche Kulturgeschichte des italienischen Humanisten Polydorus Vergilius (1470-1555) war zu seiner Zeit weit verbreitet und eines der meisterw\u00e4hnten B\u00fccher auf dem Index librorum prohibitorum&#8221;. Neben technischen, wissenschaftlichen und zivilisatorischen Erfindungen wie Musik, Medizin, Astrologie, Magie, Mathematik, Buchdruck, Jagd, Festlichkeiten, Handel, Schiffahrt usw., behandelt es &#8211; erstmals in historischer Weise &#8211; auch die Urspr\u00fcnge der christlichen Religion, ihre Gesetze, Institutionen, Riten und Gebr\u00e4uche. &#8211; Unter den Textholzschnitten (darunter zahlr. Berufsdarstellungen) f\u00fcnf von Sch\u00e4ufelein, davon einer (Bl. 150 verso) in erster Verwendung.\u00a0Schweiz ausser uns nur Solothurn?<\/p>\n<p><strong>VB 109: <\/strong><strong>Hundt-Radowsky, Hartwig: Die Judenschule<br \/><\/strong>oder gr\u00fcndliche Anleitung, in kurzer Zeit ein vollkommener schwarzer oder weisser Jude zu werden : Nebst einem Angebinde f\u00fcr den W\u00fcrtenbergischen Abgeordneten, Herrn Weber von K\u00fcnzelsau, \u00fcber den Nachdruck.<br \/>Jerusalem ; [Aarau?] : Neue Buchhandlung, 5582 \/ [1822-1823].<br \/>Hauptwerk des christlichen Antisemitismus des 19. Jahrhunderts, teilweise mit T\u00f6tungsphantasien. Enth\u00e4lt im ersten Band als Titelkupfer die ber\u00fcchtigte &#8220;Judensau&#8221;, an deren Zitzen mehrere Juden saugen. Auch wenn Autor und Werk heute fast v\u00f6llig vergessen sind, so stellt das dreib\u00e4ndige Werk eines der umfangreichsten (1160 Seiten!) und fr\u00fchesten antisemitischen Schriften dar, in denen durch eine Verbindung von religi\u00f6sem Judenhass und rassekundlichen Vorstellung die Vernichtung von Juden propagiert wird. Der Autor war eine gescheiterte Existenz. Religi\u00f6s verblendet und sowohl beruflich als auch privat gescheitert fristete er als Verfasser von antij\u00fcdischen Hetzschriften sein Leben. Sein Hauptwerk, &#8220;Der Judenspiegel&#8221; von 1819 wurde recht bald verboten; aus Angst vor der Verfolgung als &#8220;Demagoge&#8221; fl\u00fcchtete von Berlin und Sachsen in die Schweiz bzw. nach Frankreich. Die &#8220;Judenschule&#8221; verfasste er in Aarau. Urspr\u00fcnglich hatte er eine Neuauflage des &#8220;Judenspiegels&#8221; geplant, doch war ihm ein anonymer Verleger aus W\u00fcrttemberg zuvorgekommen und hatte die Schrift bereits ohne seine Zustimmung in Reutlingen nachgedruckt. Verarmt und vereinsamt verstarb er 1835 in Burgdorf (Bern). Die antisemitische Grundhaltung der &#8220;Judenschule&#8221; macht einem schon ein Titel-Kupferstich mit der Abbildung einer &#8220;Judensau&#8221; klar; \u2012 die beleidigende und verh\u00f6hnende Darstellung von Juden, die an den Zitzen eines Schweines saugen. In unserem Exemplar ist zudem das Titelblatt einer weiteren Neuauflage eingebunden, die 1830 unter dem Titel &#8220;Die Juden wie sie waren, wie sie sind und wie sie seyn werden&#8221; in Reutlingen erschienen war. In deutschen Bibliotheken sind die B\u00fccher h\u00e4ufig anzutreffen, laut KVK sind wir in der Schweiz die einzige Bibliothek, die die &#8220;Judenschule&#8221; im Bestand haben.<\/p>\n<p><strong>VDa 66: Moralische Bilderbibel, Kaspar Friedrich Lossius<br \/><\/strong>Gotha 1812.<br \/>Mit 74 Kupfertafeln von G. Boettger nach Zeichnungen von Johann David Schubert, 5 B\u00e4nde. Lossius war ein Erfurter Theologe und P\u00e4dagoge. Diese Bilderbibel stellte einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der Kinder- und Jugendbibel dar. Sie l\u00f6st die bis dahin von naiver Lehrhaftigkeit gepr\u00e4gte Kinderbibel durch ein Geschichtswerk ab, das Mythologie, Heilsgeschichte und Geschichte der antiken Welt in sich vereint und neu betrachtet. Auch die Illustrationen des Werkes tragen zur neuen Konzeption bei. Die 74 Kupfertafeln des Dresdner Malers und Zeichners J.D. Schubert (1761-1822), die das Hauptwerk des Illustrators darstellen, zeigen Ankl\u00e4nge an Rousseausche Ideen. Im Gegensatz zu den herk\u00f6mmlichen Bilderbibeln sp\u00e4tbarocker Pr\u00e4gung steht die Zeichnung des einzelnen Menschen mit seinen Gef\u00fchlen und Regungen im Vordergrund.<\/p>\n<p><strong>VGc 206: Barbarossa (Adelphus)<br \/><\/strong>Strassburg 1535<br \/>Seltene Biographie des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa aus der Feder des Johannes Adelphus (1480-1523), der 1516 und ab 1520 Stadtarzt von Schaffhausen war. Die sch\u00f6nen Holzschnitte zeigen Szenen aus dem Leben des Kaisers und Kriegsszenen.<\/p>\n<p><strong>VH 3: Geschichte der aboriginen dazischen V\u00f6lker \/ Michael Lebrecht<br \/><\/strong>Hermannstadt: Hochmeister, 1791. &#8211; Aus der Bibliothek von JvM.<\/p>\n<p><strong>VH 16: Osservazioni storiche\u2026 intorno la Valachia e Moldavia<br \/><\/strong>Napoli: Gaetano Raimondi, 1788<br \/>Autor: Ignaz Stephan Raicevich aus Ragusa, \u00f6sterreichischer Konsul<\/p>\n<p><strong>VH 89:<\/strong> Friedrich Emanuel Hurter: Geschichte Kaiser Ferdinands und seiner Eltern.<br \/>Schaffhausen 1850. In 11 (!) B\u00e4nden. Bereits als &#8220;Friedrich von Hurter&#8221;: Maria, Erzherzogin zu \u00d6sterreich. Biographie, bereits als Schaffhausen 1860. VH 66b.<\/p>\n<p><strong>VK 174: De Sacramento Coenae Dominicae (Ulmer)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1601<br \/>Predigtsammlung aus der Hand des Schaffhauser Reformators Johann Konrad Ulmer, eingebunden in eine mittelalterliche Handschrift (sp\u00e4te karolingische Minuskel). Schenkungsvermerk Hartmann Spr\u00fcngli an Elias Murbach o.J.<\/p>\n<p><strong>VM 6 Barocker Sammelband, darin: Der frantz\u00f6sische Cato<br \/><\/strong>Berlin 1615<br \/>Offenbar das Werk eines Jacques Gillot. Dient u.a. der Verleumdung der Herzogin Anna von Preussen, einer erfolgreichen reformierten F\u00fcrstin. Im Cato wird sie mit der franz\u00f6sischen Regentin Maria von Medici verglichen, die dem Vorwurf des Gattenmordes ausgesetzt war. Frz. Original: Instructions et Missives des Roys tr\u00e8s-chrestiens et de leurs ambassadeurs. In Swissbib nicht vorhanden. Die anderen Teile sind:<br \/>Campanella, Von der Spannischen Monarchy, 1623 (Tommaso Campanella, kalabresischer Philosoph)<br \/>Postport der Iesuiten, Passau 1608 mit weiteren antijesuitischen Traktaten. Aus der Feder des Johann Cambilhon, eines angeblichen Jesuiten aus Graz, der Protestant wurde und als Schriftsteller in Augsburg wirkte.<br \/>Wolmeinder discurs, warumb sich die R\u00f6misch-Catholischen\u2026 (Vincenz M\u00fcller) 1616.<\/p>\n<p><strong>VQ 6 und VQ 7: Neue Nordische Beytr\u00e4ge (Peter Simon Pallas)<br \/><\/strong>Petersburg 1781-1796. 4+3 B\u00e4nde.<br \/>Erstausgabe der dieser wichtigen Schriftenreihe mit Berichten \u00fcber die russische Entdeckungsreisen nach Sibirien und Alaska. Sie enthalten z.B. die erste Ausgabe von Stellers Reise nach Kamtschatka, \u201eder wichtigste zeitgen\u00f6ssische Bericht \u00fcber Berings zweite Reise\u201c (Howes), und die erste deutsche \u00dcbersetzung von Schelechows Bericht \u00fcber die Aleuten und Alaska; Schelechow gr\u00fcndete die erste dauerhafte russische Siedlung in Alaska. Nach dem Erscheinen der ersten vier B\u00e4nde dieser Reihe vergingen zehn Jahre bis zur Herausgabe der letzten drei B\u00e4nde, die dann den Titel &#8220;Neueste Beytr\u00e4ge&#8221; erhielten und bei uns unter der Signatur VQ 7 aufgestellt sind (vermisst).<\/p>\n<p><strong>VQ 14: Hodoeporicon Ruthenicum<br \/><\/strong>Frankfurt 1608<br \/><em>Hodoeporicon Ruthenicum<\/em> (<em>Die Reise nach Russland<\/em>) ist ein Bericht des d\u00e4nischen Aristokraten Jacob Ulfeldt \u00fcber seine diplomatische Mission in Russland im Jahr 1578. Er wurde vom d\u00e4nischen K\u00f6nig Frederik II. an den Hof von Zar Iwan IV. &#8220;dem Schrecklichen\u201c, geschickt, um einen neuen russisch-d\u00e4nischen Friedensvertrag auszuhandeln. Das Werk ist also ein fr\u00fchneuzeitlicher Reisebericht von ausl\u00e4ndischen Besuchern, die den wachsenden russischen Staat beschreiben. Ulfeldt schrieb das Manuskript im Jahr 1588 in D\u00e4nemark. Sp\u00e4ter wurde es 1601 in Lyon von Melchior Goldast von Haiminsfeld (1578-1635), einem Schweizer Humanisten und Herausgeber von Texten zur fr\u00fchen deutschen Geschichte, gefunden. Im Jahr 1608 ver\u00f6ffentlichte Goldast das Buch in Frankfurt. Eine zweite Ausgabe folgte im Jahr 1627. Beide Ausgaben enthalten f\u00fcnf Illustrationen von Johann Theodor de Bry und seinem Bruder Johannes Israel. Jacob Ulfeldt (1535?-1593) stammte aus einer der \u00e4ltesten d\u00e4nischen Adelsfamilien und war geh\u00f6rte zur ersten Generation d\u00e4nischer Lutheraner. Sein Bericht hat die Form eines chronologischen Reiseberichts und verbindet die Beschreibung von Ulfeldts diplomatischen Aufgaben mit einem Bericht \u00fcber die russische Geografie, Wirtschaft und Sitten, \u00fcber die er einen scharfen Blick f\u00fcr interessante und relevante Details hatte. Er macht Beobachtungen \u00fcber die Behandlung ausl\u00e4ndischer Gesandter am russischen Hof, beleuchtet Eigenheiten von Iwans Verhalten und seine Verstrickungen mit Feinden und gibt allgemein feindselige Kommentare \u00fcber das Verhalten der Russen und ihre Moral im 16. Jahrhundert.<\/p>\n<p><strong>VQ 15: Indianische Historia (Nikolaus Federmann)<br \/><\/strong>Hagenau 1557<br \/>Der Text befindet sich in einem Sammelband mit 23 Schriften, darunter Reisebeschreibungen und Chroniken (Jerusalemreise des Nidwaldners Melchior Lussi, Chroniken und Kampfschriften im Umfeld der Religionskriege, vornehmlich Frankreich). Es handelt sich um die seltene Erstausgabe des Originalberichts des Ulmer H\u00e4ndlers und Kolonisators Nikolaus Federmann (1506-1542) \u00fcber seine erste Expedition nach S\u00fcdamerika in den Jahren 1529-1532. Sie f\u00fchrte ihn in die vom habsburgischen K\u00f6nig Karl V. der Augsburger Bankiersfamilie Welser &#8220;\u00fcberlassenen&#8221; Gebiete, die heute gr\u00f6sstenteils in Venezuela liegen und &#8220;Klein-Venedig&#8221; oder Welser-Kolonie genannt wurden. Federmann brachte Siedler und Bergleute aus Sevilla nach Venezuela und erforschte dann entgegen seinen Anweisungen den Orinoco auf der Suche nach dem Pazifischen Ozean und dem sagenhaften Gold von &#8220;Eldorado&#8221;. Daf\u00fcr wurde er nach Europa zur\u00fcck verbannt und kehrte erst 1536 f\u00fcr eine zweite Expedition auf der Suche in die Neue Welt zur\u00fcck. Dabei gr\u00fcndete er zusammen mit dem Eroberer \u00a0Sebasti\u00e1n de Belalc\u00e1zar die Stadt Bogot\u00e1. Bis zum Ende seines Lebens beschuldigten sich Federmann und die Welser in Prozessen vor dem Indischen Rat in Valladolid gegenseitig der finanziellen Unregelm\u00e4ssigkeiten. Die Schrift ist in der Schweiz nur bei uns vorhanden und auch sonst selten: Exemplare finden sich in der \u00d6sterreichischen Nationalbibliothek, der Landesbibliothek Stuttgart und den UBs von T\u00fcbingen und Hamburg. In den USA haben nur Harvard, Brown, NYPL und vier weitere Bibliotheken eine Ausgabe.<\/p>\n<p><strong>VQ 23: Annales de la Petite-Russie<br \/><\/strong>Paris 1788 (2 B\u00e4nde)<br \/>Es handelt sich um eines der ersten westeurop\u00e4ischen Werke \u00fcber die Kosaken und die ukrainische Geschichte und Geographie. Der aus Strassburg stammende Jean-Beno\u00eet Scherer (1741-1824) war in den 1760er Jahren im diplomatischen Dienst in Petersburg t\u00e4tig und sp\u00e4ter im Aussenministerium in Versailles als Russland-Spezialist. Scherer versucht in seinem Werk, der europ\u00e4ischen \u00d6ffentlichkeit die Geschichte der ukrainischen Kosaken von der Zeit ihrer Gr\u00fcndung bis zur Vernichtung der \u201eSaporoschskaja Sech\u201c durch Katharina II. im Jahr 1775 nahezubringen. \u00a0Scherer \u00fcbersetzte dabei als erster lokale Chroniken. Der erste Band gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte, Organisation und Br\u00e4uche der Kosaken, wobei er sich auf die ukrainischsprachigen und die saporoschanischen Kosaken konzentriert. Der zweite Band enth\u00e4lt die Geschichte der Kosakenf\u00fchrer und \u00dcbersetzungen einiger wichtiger Vertr\u00e4ge.<\/p>\n<p><strong>VQ 28: Geschichte der Ukraine und der ukrainischen Cosaken (Johann Christian von Engel)<br \/><\/strong>Halle 1796.<br \/>Johann Christian (von) Engel\u00a0(1770-1814) war ein \u00f6sterreichischer Historiker. Seine\u00a0&#8220;Geschichte der Ukraine und der Kosaken&#8221; ist eines der ersten bekannten historischen Werke \u00fcber die Ukraine und blieb lange Zeit auch das einzige in Westeuropa. Das Buch ist in deutschen Bibliotheken selten und scheint in der Schweiz ausser bei uns gar nicht vorhanden zu sein.<\/p>\n<p><strong>VR 5: Historia Orientalis (Hottinger)<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1651<br \/>Erstausgabe der Geschichte des Nahen Ostens des Z\u00fcrchers Johann Heinrich Hottinger. Sie beruht auf Hottingers Studien von arabischen epigraphischen Inschriften und Manuskripten und damit auf authentische islamische Quellen. Hottinger (1620-1667) war ein Schweizer Theologe und Philologe und Professor f\u00fcr orientalische Sprachen in Heidelberg. Er nahm Arabischunterricht bei Ahmed Ibn Ali in Leiden und war Teil eines grossen Netzwerks protestantischer europ\u00e4ischer Gelehrter und Orientalisten, die ihm bei der Beschaffung seiner Quellen halfen. Hottinger wandte die Methoden der Kirchengeschichtsforschung des 17. Jahrhunderts auf das Studium der Kultur und Religion des Nahen Ostens an, wenn auch durch die skeptische Brille des protestantischen Christen. Das Buch enth\u00e4lt zahlreiche arabische Zitate, die jedoch aufgrund einer Verz\u00f6gerung bei der Lieferung von arabischen in hebr\u00e4ische Schriftzeichen transliteriert wurden. Aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller (Besitzeintrag von 1794).<\/p>\n<p><strong>VR 21: Historia di Corfu (Andrea Marmora)<br \/><\/strong>(Venedig 1672)<br \/>Eine fr\u00fche Geschichte der Insel Korfu, das 1386-1797 von Venedig beherrscht wurde, geschrieben von einem lokalen Adligen. Enth\u00e4lt drei Karten und eine Liste aller adeligen Familien der Insel. Recht selten. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller. Beigebunden ist ein franz\u00f6sisch-italienisches W\u00f6rterbuch (Venedig 1647).<\/p>\n<p><strong>VT 2: Reflections on the present combination of the american colonies<br \/><\/strong>London 1777<br \/>Sehr seltenes anonymes Pamphlet gegen die amerikanische Revolution, im UK und in den USA nur einige wenige Male nachgewiesen, sonst oft nur als Online-Ausgabe.<\/p>\n<p><strong>VT 11: Histoire de l&#8217;Am\u00e9rique septentrionale (Claude Bacqueville de la Potherie)<br \/><\/strong>Paris 1722<br \/>Seltene Erstausgabe einer wichtigen illustrierten zeitgen\u00f6ssischen Geschichte der First Nations in Kanada. Der Autor Claude-Charles Le Roy de la Potherie, auch Bacqueville de la Potherie genannt, kam 1698 als Beauftragter f\u00fcr die Marine und die Befestigungen in Kanada nach Neufrankreich. Sein in Briefen verfasstes Werk liefert einen Augenzeugenbericht und eine historische Aufzeichnung der Region und der Auseinandersetzungen der Franzosen mit der indigenen Bev\u00f6lkerung. Zu den Illustrationen geh\u00f6ren ein Ausblick auf Quebec, eine Ansicht der Einnahme von Fort Nelson, Bilder von Pelzh\u00e4ndlern und indigenen V\u00f6lkern sowie drei gefaltete Kupferstichkarten von Hudsons Bay, Montreal und La Nouvelle France.<\/p>\n<p><strong>VT 12: De regionibus orientalibus (Andreas M\u00fcller)<br \/><\/strong>Berlin 1671<br \/>Der Orientalist Andreas M\u00fcller (1630-1694) stellte diese Sammlung von Reiseberichten und Informationen \u00fcber China in einem einzigen Band zusammen: Teil I ist eine Ausgabe eines Berliner Manuskripts von Marco Polo, einschliesslich Vergleichen mit Ausgaben von Grynaeus (1532) und Ramusio (1559). Teil II ist eine Enzyklop\u00e4die Chinas von M\u00fcller selbst, die \u201echinesische Besonderheiten\u201c auf der Grundlage chinesischer und orientalischer Quellen auflistet. Teil III ist eine lateinische Fassung der \u201eHistoria orientalis\u201c des Armeniers Hayton von Corycus (gest. 1308). Aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>VT 15: A defence of the constitutions of government of the United States of America (John Adams)<br \/><\/strong>London 1794<br \/>Zweite Auflage eines Schl\u00fcsselwerks f\u00fcr die Entwicklung der amerikanischen politischen Theorie durch den ersten Botschafter der USA in London, dem sp\u00e4teren zweiten Pr\u00e4sidenten John Adams. Adams spricht sich gegen Machtkonzentration aus und pl\u00e4diert f\u00fcr eine ausgewogene Regierungsstruktur, wobei er die Bedeutung der gegenseitigen Kontrolle (&#8220;checks and balances&#8221;) betont. Seine Erkenntnisse trugen massgeblich zur Gestaltung und Weiterentwicklung der US-Verfassung bei und und schuf die Grundlage f\u00fcr ein stabiles und dauerhaftes demokratisches System. &#8211; Das Werk wurde zu einem dreib\u00e4ndigen Werk erweitert. Die zweite Auflage ist auf drei B\u00e4nde erweitert, wobei die B\u00e4nde zwei und drei u.a. Beschreibungen der italienischen Republiken des Mittelalters enthalten.<\/p>\n<p><strong>VT 17: The life of George Washington (John Marshall)<br \/><\/strong>London 1804<br \/>Erstausgabe der ersten Biographie des ersten amerikanischen Pr\u00e4sidenten in 5 B\u00e4nden, erschienen in Philadelphia und London. Wichtiges Dokument zur fr\u00fchen Geschichte der Vereinigten Staaten. Mit Kartenmaterial. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller. In der Schweiz sonst offenbar nur an der ZB Solothurn und in der UB Bern vorhanden.<\/p>\n<p><strong>VT 20: Geschichte der mauritanischen K\u00f6nige (Ibn Abi-Zar)<br \/><\/strong>Agram (Zagreb) 1794-1795<br \/>Selten; in der Schweiz offenbar gar nicht vorhanden. Der Verfasser Franz von Dombray, ein \u00f6sterreichischer Orientalist, \u00fcbersetzte diese wichtige mittelalterliche Geschichte Marokkos (Rawd al-qirtas) des Abu al-\u1e24asan Ali ibn Abi Zar al-Fasi. Dazu geh\u00f6rt: Geschichte der Scherifen&#8230; von Marokko (Agram 1801) desselben Autors (VT 25).<\/p>\n<p><strong>V* 9: Wapen des Heiligen R\u00f6mischen Reichs Teutscher Nation (K\u00f6bel\/Kallenberg)<br \/><\/strong>Frankfurt 1579<br \/>Zweite Ausgabe des anonym erschienenen Werkes. Die sch\u00f6nen, dynamischen Holzschnitte mit dem Monogramm &#8220;JK&#8221; werden inzwischen nicht mehr Jacob K\u00f6bel, sondern dem Berner Meister Jacob Kallenberg zugeschrieben. Die Wappen der St\u00e4dte werden von Fahnentr\u00e4gern gehalten, die Adligen sind zumeist als Ritter in R\u00fcstungen dargestellt. Beigebunden ist ein zweites Wappenbuch, dasjenige von Martin Schrot (M\u00fcnchen 1581), ebenfalls eine zweite Ausgabe. Es enth\u00e4lt auf Seite 119 das Wappen der Stadt Schaffhausen. Das Buch war 1669 im Besitz eines Jeremias Amman und wurde von Niklaus Stokar von Neunforn der Bibliotheca Amicorum geschenkt. Alle Holzschnitte sind unkoloriert.<\/p>\n<p><strong>V* 11: <\/strong><strong>Kurtze doch gegr\u00fcndte beschreibung&#8230; Hochzeitlichen Ehren Fests (Wagner)<br \/><\/strong>M\u00fcnchen 1568<br \/>&#8220;Festschrift&#8221; zu Ehren der Hochzeitsfeier des bayrischen Herzogs Wilhelm V (1548-1626) mit der lothringischen Herzogin Ren\u00e9e (1544-1602), die im Februar 1568 w\u00e4hrend 18 Tagen in M\u00fcnchen stattfand und bei dem die Begr\u00fcssung der Braut, die Hochzeitszeremonien, T\u00e4nze, Turniere und \u00f6ffentlichen Festlichkeiten prunkvoll begangen wurden. Die von dem herzoglichen Kanzlisten Hanns Wagner verfasste und von Nikolaus Solis illustrierte Chronik der Festlichkeiten erschien noch in demselben Jahr und beschreibt nicht nur die Abfolge der zeremoniellen Handlungen, Empf\u00e4nge und Turniere, sondern erlaubt auch eine differenzierte Untersuchung zur Ausstattung der R\u00e4ume und den Gew\u00e4ndern der Akteure. Die rauschende Hochzeit hinterliess einen bleibenden Eindruck in der Geschichte M\u00fcnchens und wird jeden Tag um 11:00 Uhr durch das Glockenspiel im Turm des M\u00fcnchner Rathauses in Erinnerung gerufen. Leider sind bei unserem Exemplar nur 7 der 14 (oder 15) Bildtafeln erhalten, die anderen wurden herausgetrennt (1965 anl\u00e4sslich einer Restauration festgestellt). Bei einer Tafel fehlt zudem die obere H\u00e4lfte. Der Band enth\u00e4lt sodann ein zweites Bavaricum: <strong>Philipp Apians &#8220;Bairische Landtaflen&#8221;<\/strong> (Ingolstadt 1568). Philipp Apian war der Sohn des ber\u00fchmten Kartographen Peter Apian, der das Amt des Geographen und Astronomen des K\u00f6nigs in Ingolstadt innehatte, und trat 1552 die Nachfolge seines Vaters als Professor f\u00fcr Mathematik an der Universit\u00e4t Ingolstadt an. Im Jahr 1554 wurde er von Herzog Albrecht V. (dem Widmungstr\u00e4ger dieses Werks) beauftragt, seine grosse Vermessung Bayerns durchzuf\u00fchren, die bis 1561 dauerte und 1568 gedruckt wurde. Sie wurde von Strauss gestochen und mit dekorativen Elementen des ber\u00fchmten Holzschneiders Jost Amman verziert. Obwohl die ersten Bl\u00e4tter der Karte 1566 in M\u00fcnchen ver\u00f6ffentlicht wurden, verlegte Apian den Druck in die Druckerei seines Vaters in Ingolstadt, wo das fertige Werk (24 Holzschnittbl\u00e4tter, die eine Karte von etwa 170 cm im Quadrat bilden) ver\u00f6ffentlicht wurde. \u00a0Die Apian-Karte von Bayern war eine aussergew\u00f6hnliche Leistung. Als Vermessung auf der Grundlage von Triangulation war sie ihrer Zeit weit voraus; als topografische Vermessung eines ganzen Landes und als Vorbild f\u00fcr moderne topografische Karten, die in einheitlichen Bl\u00e4ttern herausgegeben wurden, war sie die erste ihrer Art. Das Werk ist selten und in der Schweiz sonst nur an der UB Basel nachgewiesen. Beide Titelbl\u00e4tter haben den Besitzvermerk Andreas Scherer, Dekan von S. Andreas in Freising.<\/p>\n<p>V* 15: T\u00fcrckisch Chronica (Adelphus) zu Chronik von Rhodis (Strassburg 1513)<\/p>\n<p><strong>V* 23: Supplementum supplementi chronicarum (Foresti)<br \/><\/strong>Venedig 1513<br \/>Sch\u00f6ne venezianische Ausgabe dieser Weltchronik, die noch zu Lebzeiten des Augustinerm\u00f6nchs Giacomo Filippo Foresti (1434-1520) ver\u00f6ffentlicht wurde (Erstausgabe 1483). Sie erz\u00e4hlt die Weltgeschichte von der Sch\u00f6pfung bis 1510 und enth\u00e4lt insbesondere die Beschreibung der Entdeckung Amerikas (Blatt 8v: \u201eDe quattuor maximis insulis in india extra orbem nuper inventis\u201c). Enth\u00e4lt ein ganzseitiges Holzschnittbild (Adam und Eva) und 93 Holzschnittvignetten im Text, darunter Ansichten von Venedig, Genua, Rom und eine schematische Weltkarte. Eine alte handschriftliche Notiz auf dem Titelblatt schreibt das Werk irrt\u00fcmlich Hartmann Schedel zu. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>V* 27: Sammelband des 16 Jahrhunderts mit r\u00f6mischen Autoren in deutscher \u00dcbersetzung<br \/><\/strong>Der Band mit dem Ex Libris eines Felix N\u00fcscheler von 1647 enth\u00e4lt:<br \/>R\u00f6mische Historien des Titus Livius (Mainz 1530). Dies ist einer der ersten deutschen Ausgaben von Livius&#8217; r\u00f6mischer Geschichte &#8220;Ab urbe condita&#8221;, dem umfangreichsten Werk, das aus der klassischen Antike erhalten geblieben ist. Sie ist mit Holzschnitten illustriert, die Conrad Faber von Creuznach (ca. 1500\u2013ca. 1553) und dem Meister des Freiburger Altars zugeschrieben werden. Die erste Ausgabe von Livius&#8217; Werk wurde 1469 in Rom ver\u00f6ffentlicht, die erste deutsche Ausgabe 1505 von Johann Sch\u00f6ffer. Er und seine Nachfolger ver\u00f6ffentlichten insgesamt 13 Ausgaben, darunter die vorliegende. Unserem Exemplar fehlt das Titelblatt.<br \/>Officia des Cicero (Augsburg 1531). Dies ist die dritte Ausgabe der ersten deutschen \u00dcbersetzung von Ciceros &#8220;De officiis&#8221;, einem der Standardwerke antiker Ethik \u00fcber die allt\u00e4glichen Pflichten und Tugenden, insbesondere des Adels. Das Werk ist reich illustriert. Ein grosser Holzschnitt auf dem Titelblatt zeigt Julius Caesar auf dem Thron, umgeben von acht Ratgebern, w\u00e4hrend Cicero im Hintergrund schreibt , dazu kommen um die hundert diverse Holzschnitte im Text, die meisten von Hans Weiditz. Zu den Motiven geh\u00f6ren ein Zauberer, der Taschenspielertricks vorf\u00fchrt, ein Astrolabium, ein tanzender B\u00e4r, Bienenst\u00f6cke, \u00a0ein Aderlass oder Kartenspiele.<br \/>Vier B\u00fccher der Ritterschaft des Flavius Vegetius Renatus (Augsburg 1529). Dies ist eine fr\u00fche Ausgabe eines antiken Buchs \u00fcber die Kriegskunst, in dieser \u00dcbersetzung erstmals 1511 in Erurt erschienen. Aus dieser Ausgabe stammen die 121 ganzseitigen Holzschnitte, die Soldaten in Aktion darstellen, mit ihren R\u00fcstungen und Kriegsmaschinen. Die lebhaften Szenen, voller malerischer Details, stammen gr\u00f6\u00dftenteils von Hans Knapp, w\u00e4hrend einige mit den Monogrammen PVM und MS (Melchior Schwarzenberg) signiert sind. Die \u00fcberraschendsten Stiche sind der damaligen Tauchausr\u00fcstung gewidmet: Tauchanz\u00fcge, Unterwasserfischen, Unterwasserkampf, wasserdichte Stiefel&#8230; Unserem Exemplar fehlt die letzte Seite.<\/p>\n<p><strong>V* 28: Regni Davidici et Salomonaei Descriptio (Hasius)<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1739<br \/>Erstausgabe. Sch\u00f6nes Buch \u00fcber die historische Topografie des Heiligen Landes und seiner Umgebung, einschlie\u00dflich Griechenlands, der T\u00fcrkei und Zypern bis hin zu \u00c4gypten, Syrien und dem Kaspischen Meer. Johann Matthias Hase (1684\u20131742; auch bekannt als Haas, Has, Hasius, Haase) war ab 1720 Professor f\u00fcr Mathematik an der Universit\u00e4t Wittenberg, aber seinen gr\u00f6ssten Ruhm erlangte er als Kartograf. Diesem Werk legte Hase sechs grosse kolorierte historische Karten von \u00c4gypten, dem Heiligen Land und dem Nahen Osten bei, die die Region von der Herrschaft Davids und Salomos (10. Jahrhundert v. Chr.) bis zur Herrschaft Herodes&#8217; (Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr.) zeigen. Im zweiten Teil pr\u00e4sentiert Hase Beschreibungen und Pl\u00e4ne der wichtigsten St\u00e4dte der Welt, darunter Peking, Kyoto, St. Petersburg, Alexandria, Lima, Rom (antikes und heutiges), Paris, London usw.<\/p>\n<p><strong>V* 32-34: <\/strong><strong>Corps Universel Diplomatique Du Droit Des Gens<br \/><\/strong>Amsterdam 1726-1739, 8 B\u00e4nde und 3 Supplementb\u00e4nde<br \/>Umfassendes Werk \u00fcber 1500 Jahre V\u00f6lkerrecht in Europa. Jean Dumont Baron de Carlscroon (1667-1727), ein franz\u00f6sischer Publizist und Jurist unter Karl VI., unternahm dieses aufkl\u00e4rerische Unterfangen zum diplomatischen Korps der Menschenrechte. Diese Arbeit wurde 1739 von J. Rousset de Missy und J. Barbeyrac in den drei Supplementb\u00e4nden fortgesetzt. Die Sammlung umfasst Vertr\u00e4ge in Franz\u00f6sisch, Latein, Deutsch und Niederl\u00e4ndisch aus den Jahren 315 bis 1730 n. Chr., alle in ihrer Originalsprache, eine wertvolle Quellensammlung f\u00fcr die Geschichte Europas. Der Text ist in einem sch\u00f6nen zweispaltigen Format mit verschiedenen Schriftarten und breiten R\u00e4ndern gedruckt. Zus\u00e4tzlich zu den Vertr\u00e4gen und Urkunden enthalten die B\u00e4nde Abbildungen von Siegeln oder k\u00f6niglichen Chiffren im Text. Der erste Band enth\u00e4lt au\u00dferdem ein graviertes Frontispiz und eine gravierte Darstellung einer l\u00e4ndlichen Szene, beide von B. Picart, sowie eine gravierte Tafel mit dem Tempel des Janus. Die B\u00e4nde enden jeweils in den Jahren 1358, 1436, 1500, 1555, 1630, 1666, 1700 und 1730. Jeder Band ist in zwei bis drei Teile gegliedert, wobei jeder Teil eine eigene chronologische Tabelle enth\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>V* 48: Regentenbuch (Lauterbeck)<br \/><\/strong>Leipzig 1559<br \/>Fr\u00fche Ausgabe des ber\u00fchmten F\u00fcrstenspiegels von Georg Lauterbeck, dem deutschemn lutheranischen Juristen, Kanzler des Grafen von Mansfeld und Berater von Brandenburg-Kulmbach. Es war das erfolgreichste politische Werk des 16. und fr\u00fchen 17. Jahrhunderts in Deutschland und vermittelt einen starken Eindruck von den politischen Problemen der Zeit zwischen Reformation und Dreissigj\u00e4hrigem Krieg. Besitzvermerk Johannes Vogler 1560 und Schenkvermerk desselben an seinen &#8220;g\u00fcnstigen lieben Herren&#8221; Christoph Stimmer 1562 (entweder der Vater Tobias Stimmers, der allerdings 1562 verstarb, Lehrer an der Deutschen Schule in Schaffhausen oder Tobias&#8217; Bruder). Das zweite Buch in dem Band ist &#8220;<strong>Keyser Heinrychs&#8230; Historia&#8221; von Johannes Stumpf<\/strong> (Z\u00fcrich 1556). Verfasst als Lebensgeschichte des Kaisers Heinrich IV. (1050\u20131106) ist dies eine seltene fr\u00fche protestantische Abhandlung, die die sch\u00e4dlichen Auswirkungen des Papsttums aufzeigen soll und teilweise auf Quellen basiert, die von Vadian gesammelt wurden. Die 104 Holzschnitte sind von hervorragender Qualit\u00e4t, einige nach Entw\u00fcrfen von Holbein. Viele davon waren erstmals verwendet worden in der Stumpf&#8217;schen Schweizerchronik von 1548, \u00a0mit Szenen von Schlachten, Belagerungen von St\u00e4dten, Versammlungen, Portr\u00e4ts usw. Stumpf zeichnet im Vorwort als &#8220;Diener der Kirchen zu Stammheim im Turgow&#8221;.<\/p>\n<p><strong>V* 50: Opera omnia (Giovio)<br \/><\/strong>Basel 1578<br \/>Diese zweib\u00e4ndige Ausgabe versammelt die Werke des italienischen Gelehrten Paolo Giovio (1483-552) aus Como, der am Hof der Medici in Florenz und in Rom wirkte. Besonders interessant ist seine &#8220;Elogia&#8221; im zweiten Band, 146 Kurzbiografien von Schriftstellern und\u00a0 Kriegern, von Dante \u00fcber Boccaccio bis hin zu Saladin, Karl von Anjou, Poliziano, Ariosto, Galeazzo Sforza und Cesare Borgia: ein wahres \u201eWho is Who\u201d der Welt des Mittelalters und der Renaissance.<\/p>\n<p><strong>V* 52: The historie of the world (Raleigh)<br \/><\/strong>London 1614<br \/>Erstausgabe von Sir Walter Raleighs ehrgeizigem Projekt, die Geschichte der Welt von der Sch\u00f6pfung bis zu seiner eigenen Zeit zu erz\u00e4hlen. Raleighs Chronik, die er w\u00e4hrend seiner Haft im Tower schrieb, nachdem er von James I. der Verschw\u00f6rung angeklagt worden war, war eine Hommage an seinen G\u00f6nner Prinz Henry. Das Werk enth\u00e4lt einen Kupfertitel nach R. Elstrac, Ben Jonsons Gedicht \u201eThe Minde of the Front\u201d gegen\u00fcber dem Titel, eine Portr\u00e4tvignette auf dem Titel und acht doppelseitige gravierte Karten. Aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>V* 62: Theatrum Europeaeum (Merian)<br \/><\/strong>1635-1738, 21 B\u00e4nde<br \/>Das Theatrum Europaeum\u00a0ist ein von\u00a0Matth\u00e4us Merian\u00a0begr\u00fcndetes und zwischen 1633 und 1738 in 21\u00a0Quartb\u00e4nden erschienenes deutschsprachigen\u00a0Geschichtswerkes, das in der Stadtbibliothek vollst\u00e4ndig vorliegt in der jeweils ersten Auflage, ausser Band 2 und Band 16 (zweite Auflage). Von besonderer Bedeutung sind die zeitgen\u00f6ssischen Schilderungen des\u00a0Dreissigj\u00e4hrigen Krieges\u00a0und der Regierungszeit\u00a0Ludwigs XIV.\u00a0Insgesamt enth\u00e4lt das Werk \u00fcber 700 Kupfertafeln zu, von denen rund 140 von Merian selbst gestochen wurden. Der Umfang der B\u00e4nde liegt zwischen rund 400 und 1500 Seiten. Die Autoren der einzelnen B\u00e4nde sind unterschiedlich; zuerst der Strassburger Johann Philipp Abelin, danach\u00a0Heinrich Oraeus, Johann Peter Lotichius, Johann Georg Schleder und Martin Meyer. F\u00fcr die B\u00e4nde elf bis f\u00fcnfzehn ist kein Autor nachzuweisen, f\u00fcr die B\u00e4nde sechzehn bis einundzwanzig Daniel Schneider. Der letzte Band wurde nach dem 1734 erfolgten Bankrott des Merianschen Verlagshauses von einem unbekannten Frankfurter Verleger im Jahr 1738 herausgegeben; danach wurde die Publikation eingestellt. Unter <strong>V* 59<\/strong> steht ein dreib\u00e4ndiges Exemplar der &#8220;Vorg\u00e4ngerchronik&#8221; des Theatrum, die Chronica von Johann Ludwig Gottfried. Dabei wurden zwei Provenienzen zusammengelegt:\u00a0 Die B\u00e4nde 2 und 3 von 1745 und 1759 sind aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller, w\u00e4hrend der Band 1 von 1678 der Stadtbibliothek von Catharina von Waldkirch, geb. Seiler 1692 geschenkt wurde &#8211; was mit einem attraktiven ganzseitigen handschriftlichen Schenkungseintrag in gr\u00fcn, schwarz und rot vermerkt ist. Ebenfalls eine Gottfried-Chronik ist <strong>V* 48<\/strong> von 1657.<\/p>\n<p><strong>V* 64: Ausf\u00fchrliche Geschichte aller geistlichen und weltlichen Kloster- und Ritterorden (Helyot)<br \/><\/strong>Leipzig 1753-1756, 8 B\u00e4nde<br \/>Erste deutsche Ausgabe. Hippolyte H\u00e9lyot (1660-1716) war ein franz\u00f6sischer Franziskaner. Er verfasste eine achtb\u00e4ndige Enzyklop\u00e4die \u00fcber die Geschichte der Orden und Kongregationen der r\u00f6misch-katholischen Kirche. Das Werk war die bis dahin umfassendste Darstellung dieses Themas. Es enth\u00e4lt Angaben auch zu vielen kleinen Gemeinschaften, \u00fcber die es sonst nur wenige Informationen gibt. Die Kupferstiche zeigen Ordensbekleidungen der M\u00f6nche und Nonnen. Wahrscheinlich stammt unser Exemplar aus der Bibliothek der Maria Cleophea Peyer-Stokar wie die Kupferbibel von Scheuchzer (gleicher Einband, gleiches Ex Libris).<\/p>\n<p><strong>V* 70: Ein kurzer Auszug (Marsilius von Padua)<br \/><\/strong>Neuburg an der Donau 1545<br \/>Erste deutsche Ausgabe\u00a0einer sowohl inhaltlich als auch typographisch bemerkenswerten Schrift. Das sch\u00f6ne Werk stammt aus der ersten Druckerei in Neuburg an der Donau von Hans Kilian, die durch das Bestreben des Pfalzgrafen Ottheinrich 1544 gegr\u00fcndet wurde. Die Druckerei bestand zwischen 1544-57, war wegen des schmalkaldischen Krieges jedoch wirklich nur 3 Jahre aktiv, so dass nur 22 Drucke in dieser Zeit entstanden, die allesamt selten sind. Die Vorrede ist in der typographisch interessanten Schn\u00f6rkelschrift gedruckt. Der Staatstheoretiker und Politiker Marsilius von Padua (zw. 1275-90 bis 1342\/43) antwortete mit seinem\u00a0Text auf Dantes\u00a0Monarchia, darin dieser f\u00fcr das Weltkaisertum eingetreten war; Marsilius stellt sich gegen den Herrschaftsanspruch des Papstes. Die sch\u00f6ne fig\u00fcrlich-heraldische Titelbord\u00fcre im unteren Drittel mit breitem von stehenden L\u00f6wen begleitetem Wappen ist seitlich von ger\u00fcstetem K\u00f6nig und Papst eingefasst. Die obere Eingrenzung zeigt mittig den auferstandenen Christus und seitlich Christus vor Pilatus sowie die Abendmahlsszene. Beigebunden ist der wesentlich l\u00e4ngere Text &#8220;<strong>Von der B\u00e4pst und Keiser Leben<\/strong>&#8221; (Strassburg 1546) des Bartolomeo Platina (1421-1481). Im Auftrag des Papstes hatte Platina eine sp\u00e4ter von Katholiken und Protestanten gleichermassen gesch\u00e4tzten Papstchronik verfasst, die 1479 erstmals im Druck erschien. Diese Chronik enth\u00e4lt unter anderem die Behauptung,\u00a0Johannes VIII.\u00a0sei kein Mann, sondern eine verkleidete Frau gewesen, die sogenannte\u00a0P\u00e4pstin Johanna. 1546 wurde sie vom Strassburger Reformator\u00a0Kaspar Hedio\u00a0ins Deutsche \u00fcbersetzt und zusammen mit der ersten deutschen \u00dcbersetzung der Grabrede\u00a0Philipp Melanchthons\u00a0auf\u00a0Martin Luther\u00a0gedruckt. 1580 wurde die Chronik auf den\u00a0Index\u00a0der katholischen Kirche gesetzt.<\/p>\n<p><strong>V* 74: Wappenbuch (Schrot)<br \/><\/strong>M\u00fcnchen 1581<br \/>&#8220;Wappenbuch des Heiligen R\u00f6mischen Reichs, und allgemeiner Christenheit in Europa, insonderheit des Teutschen Keyserthumbs&#8221;. Mit Titelholzschnitt, doppelblattgrossem Textholzschnitt, grosser Druckermarke am Schluss und ca. 300 Wappenholzschnitten. Seltene erste Ausgabe des Wappenbuchs, das nach der Vorrede des Verlegers posthum erschienen ist und alle k\u00f6niglichen, kaiserlichen und Adelswappen der Zeit sowie diejenigen von Gemeinden und Regionen enth\u00e4lt (Schaffhausen: Blatt 119). Bemerkenswert ist die grosse Tafel, die eine allegorische Darstellung der dem Heiligen R\u00f6mischen Reich Deutscher Nation durch die Osmanen zugef\u00fcgten Schmach zeigt. Hier wird der christliche Kaiser mit abgeschlagenen Armen von den T\u00fcrken abgef\u00fchrt, w\u00e4hrend die Hunde seine Gliedmassen hinwegraffen, rechts liegen gefallene Krieger vom Junker bis zum K\u00f6nig. Unser Exemplar mit sch\u00f6nem dunkelbraunem Ledereinband und dem Motto &#8220;Dominus mutat regna&#8221;.<\/p>\n<p><strong>V* 78: <\/strong><strong>Warhafftige Beschreibung Geystlicher und Weltlicher historien under dem grossmechtigen Keyser Carolo dem f\u00fcnfften (Sleidanus)<br \/><\/strong>Basel 1557<br \/>Diese klassische Chronik der Reformationszeit ist das Hauptwerk des Johannes Sleidanus in einer fr\u00fchen deutschen Ausgabe. Sleidanus (1506-1556) stammte aus Schleiden in NRW, das damals zu den spanischen Niederlanden geh\u00f6rte. Als Jurist und Diplomat arbeitete er f\u00fcr den reformierten Schmalkaldischen Bund. Sein Hauptwerk \u00fcber die politischen und religi\u00f6sen Bedingungen der Herrschaft\u00a0Kaiser Karls V.\u00a0 st\u00fctzt sich auf eine grosse Auswahl von Dokumenten und gilt als der beste zeitgen\u00f6ssische Bericht \u00fcber die\u00a0Reformation. Sleidanus zeigt sich darin \u00fcberraschend unparteiisch und zeigte Interesse f\u00fcr den politischen Hintergrund der Reformation wie auch f\u00fcr die die juristischen Aspekte der Standpunkte der deutschen F\u00fcrsten. Der Band hat einen schlecht leserlichen Besitzeintrag von 1554 und einen zweiten von Johannes Wepfer 1735. Beigebunden ist ihm die &#8220;<strong>Heydenweldt<\/strong>&#8221; des Johannes Herold (Basel 1554), die Erstausgabe der ersten deutschsprachigen Darstellung der antiken G\u00f6tterwelt und eine \u00e4usserst reich bebilderte Zusammenstellung mit mehr als 400 Holzschnittillustrationen. In den ersten B\u00fcchern sind einige der beschriebenen G\u00f6tter im Kleinformat abgebildet und auf synoptischen Bildzusammenstellungen auf Doppelseiten dargestellt. Dazu kommen Planetentafeln der nach G\u00f6ttern benannten Planeten in Beziehung zu anderen Planeten und Sternbildern mit Erkl\u00e4rung ihrer astrologischen Wirksamkeit. Der zweite Teil des Werks ist eine mit Holzschnitten illustrierte \u00dcbersetzung von Diodorus&#8217; Weltgeschichte, dazu kommt die Geschichte des Trojanischen Kriegs von Dictys und das interessante Ergebnis von Herolds \u00c4gyptologiestudien u.d.T. &#8221; Bildschrift oder entworffne Wharzeichen dero die uhralten Aegyptier in ihrem G\u00f6tzendienst&#8221; verziert mit emblematischen Holzschnitten von Hieroglyphen.<\/p>\n<p><strong>V* 89: Theatrum vitae humanae (Zwinger)<br \/><\/strong>Basel 1604<br \/>Vierte Ausgabe dieser erstmals 1565 gedruckten Universalenzyklop\u00e4die, gleichzeitig die einzige von seinem Sohn Jakob herausgegebene und erweiterte Ausgabe. Drei B\u00e4nde, \u00fcber 4&#8217;500 Seiten. Theodor Zwinger (1533-1588) war ein Basler Arzt und Universalgelehrter. Sein Theatrum, erstmals erschienen 1565, ist die vielleicht umfangreichste Wissenssammlung, die ein einzelner Mensch in der fr\u00fchen Neuzeit erstellte. Blickt man auf die Zahl der Ausgaben, ihre \u00dcberlieferung in europ\u00e4ischen Bibliotheken, die lange Editionsgeschichte und die Brisanz, die ihm die katholische Zensur verlieh, geh\u00f6rt das Theatrum sicherlich auch zu den erfolgreichsten fr\u00fchneuzeitlichen Wissenssammlungen. &#8211; Geschenk von (B\u00fcrgermeister) Hans Ludwig Seiler an die Stadtbibliothek 1640.<\/p>\n<p><strong>W* 6-8: Historia Frisingensis (Meichelbeck)<br \/><\/strong>Augsburg und Graz 1724<br \/>Seltene erste Ausgabe der ber\u00fchmten Geschichte von Freising. Carl Meichelbeck, Benediktiner und Kirchenhistoriker schrieb das dreib\u00e4ndige Werk zum Bistumsjubil\u00e4um am Hof des F\u00fcrstbischofs Eckher. Es zeichnet sich durch gr\u00fcndliches Quellenstudium und klares Urteil aus und gilt als eines der besten landesgeschichtlichen Werke der Zeit. Eine grosse Panorama-Ansicht von Freising aus der Vogelschau (48,5 x 95 cm) von Gottfried Stain wurde separat verkauft und ist nur in wenige Exemplare eingebunden, da der Verleger die Kosten f\u00fcr einen derart grossformatigen Stich scheute. Erst durch die finanzielle Unterst\u00fctzung des Bischofs konnte einem Teil der Auflage der Stich beigegeben werden. Der Blick auf die Stadt von einem fiktiven, erh\u00f6hten Standpunkt erm\u00f6glichte die genaue Darstellung aller H\u00e4user und Kirchen, Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze. Die Stadt erscheint nahezu kreisf\u00f6rmig. Der Blick folgt dem Lauf der Isar bis zu den Alpen. Das Frontispiz ist von Cosmas Asam.<\/p>\n<p><strong>W*28b: Eigentliche wahrhaffte Delineatio aller f\u00fcrstlichen Auffz\u00fcg und R\u00fctterspielen (Esaias van Hulsen)<br \/><\/strong>Stuttgart 1617 und T\u00fcbingen 1618.<br \/>Seltene erste und einzige Ausgabe von zwei B\u00e4nden, die zwei Feste illustrieren und beschreiben: die Taufe von Prinz Ulrich von W\u00fcrttemberg (Stuttgart 1617-1671), Sohn des Herzogs Johann Friedrich von W\u00fcrttemberg (1582-1628) und die Hochzeit des Bruders des Herzogs, Ludwig Friedrich von W\u00fcrttemberg, mit Magdalena Elisabeth, Gr\u00e4fin von Hessen. Die 78 Platten zeigen die Szenen der Festlichkeiten: Menschen in Kost\u00fcmen und eingekleidete R\u00f6sser, die an einem Ballett, Feuerwerk und anderen Spielen teilnehmen. 13 einleitende Tafeln strukturieren die Bilder. Diese sind mit einem \u00fcppigen Zierrahmen versehen, in den ein Text auf einem Zettel eingeklebt ist. Nur bei Tafel 23 ist der Text in die Platte eingraviert. Bei den Tafeln 5-10 sind eingravierte Zettel als Klappen aufgeklebt, die der Leser \u00f6ffnen kann, um die darunter liegenden Stiche zu sehen. Auf diesen Klappen befinden sich gro\u00dfe Herzen, die mit Ohren und Augen verziert sind. Die meisten Stiche stammen von Esaias van Hulsen und Friedrich Brentel. Eines der gestochenen Titelschilder, Nr. 23, ist von Matth\u00e4us Merian signiert. Auch die auf diese Platte folgenden Serien (Nr. 23-30) werden Merian zugeschrieben. Wesentlich weniger selten ist <strong>W* 28<\/strong>, die &#8220;Repraesentatio der f\u00fcrstlichen Aufzug und Ritterspil&#8221; des selben Autors (van Hulsen) von 1616. <strong>W*25 <\/strong>ist eine Repraesentatio von 1611 von Balthasar K\u00fcchler mit \u00fcber 200 Kupferstichen der Hochzeit von Herzog Johann Friedrich mit Barbara Sophia von \u00a0Brandenburg.<\/p>\n<p><strong>W* 46a: Der Aller Durchleuchtigsten&#8230; Kayser&#8230; Waffen und R\u00fcstungen<br \/><\/strong>Innsbruck 1603<br \/>Dies die grossformatige deutsche \u00dcbersetzung des &#8220;Armamentarium Heroicum&#8221;, dem Katalog der Waffensammlung Erzherzog Ferdinands II. auf Schloss Ambras, illustriert mit einem Frontispiz und 126 Portr\u00e4ts europ\u00e4ischer Herrscher. Die Tafeln wurden von Dominicus Custos nach Entw\u00fcrfen von Giovanni Battista Fontana gestochen. Sie zeigen die bemerkenswerte Sammlung von R\u00fcstungen bedeutender Herrscher, die Erzherzog Ferdinand von Tirol auf Schloss Ambras bei Innsbruck sammelte. Die Sammlung wurde 1796 nach Wien gebracht und 1806 im Belvedere untergebracht; heute ist sie Teil des Kunsthistorischen Museums in Wien. Die 126 Ganzfiguren von Kaisern, K\u00f6nigen, Adeligen und Feldherren sind in voller R\u00fcstung dargestellt, in Nischen stehend und von Ziers\u00e4ulen eingerahmt. Darunter sind deutsche und franz\u00f6sische Kaiser und K\u00f6nige, die t\u00fcrkischen Herrscher Soliman und Mehmet, die Herz\u00f6ge Giovanni und Cosmo de Medici, Kurf\u00fcrst Johann Friedrich von Sachsen, Skanderbeg und andere. Jede Tafel wird von einem kurzen biografischen Text \u00fcber den ehemaligen Besitzer der R\u00fcstung begleitet, verfasst von Jacob Schrenk von Notzing. Die \u00dcbersetzung ist von Johann Engelbert Noyse von Campenhouten. Das Werk ist in der Schweiz nur in Genf nachgewiesen, in den grossen deutschen Bibliotheken \u00fcberall. Unser Exemplar stammt aus \u00dcberlingen (Familie Hager, 1643).<\/p>\n<p><strong>W* 58: Anfang, Ursprung unnd Herkommen des Thurnirs in teutscher Nation<br \/><\/strong>[Thurnierbuch des Georg R\u00fcxner]:<br \/>Simmern, Hieronimus Rodler, 1530 (Erstausgabe)<br \/>Das ber\u00fchmte Turnierbuch des Georg R\u00fcxner, der wohl im Umfeld des Pfalzgrafen Johanns II von Simmern und m\u00f6glicherweise auch f\u00fcr Kaiser Maximilian I. und Kaiser Karl V als Herold t\u00e4tig war, ist eine Art fr\u00fchneuzeitliche Adels-Genealogie mit schon zeitgen\u00f6ssisch als oft unzuverl\u00e4ssige empfundenen Angaben. Es enth\u00e4lt die Beschreibung von 36 Turnieren zwischen 938 und 1487 mit den kompletten Angaben aller Teilnehmer. Die ersten 14 Turniere gelten als frei erfunden. Das Schaffhauser Turnier ist das 21. (mit Ill. und Wappen der Stadt). Zweites Exemplar: <strong>W* 58a<\/strong> ( Simmern 1532). Vorbesitz Hans Caspar Lang Statthalter 1640, ganzseitiges Wappen im Buchdeckel. Das ganzseitige kaiserliche Wappen auf 1v ist farbig. Drittes Exemplar:<strong> V* 3<\/strong> (Frankfurt 1578).<\/p>\n<p><strong>W* 67: Rerum Augustanarum Vindelicarum libri octo (Welser)<br \/><\/strong>Venedig 1592<br \/>Erstausgabe, sp\u00e4ter ins Deutsche \u00fcbersetzt einer Geschichtschronik des r\u00f6mischen Augsburg, erg\u00e4nzt durch einen dokumentarischen Teil, in dem der Autor Markus Welser, ausgebildet in Italien, verschiedene Quellen und Zeugnisse wie Inschriften und Denkm\u00e4ler auff\u00fchrt und illustriert. Von besonderem Interesse ist eine doppelseitige Kupferstichkarte der antiken, keltischen Region &#8220;Vindelicia&#8221;. Sie reicht im Westen bis Z\u00fcrich und Luzern, im S\u00fcden bis zum Comersee und Triest, im Osten irgendwo nach \u00d6sterreich und im Norden bis zur Donau. Unser Exemplar stammt aus der Familie von Waldkirch (Johann Christoph 1617, Georg 1692) und war sp\u00e4ter im Bestand der Bibliotheca Amicorum.<\/p>\n<p><strong>W* 69: N\u00fcwe Stattrechten und Statuten der loblichen Statt Fryburg im Bryssgow<br \/><\/strong>Basel 1520<br \/>Die Statuten der Stadt Freiburg, zusammengestellt von Ulrich Zasius \u2013 Humanist, Jurist und Freund von Erasmus. Teile dieser Stadtverfassung blieben bis ins 19. Jh. in Kraft. Das Buch enth\u00e4lt zwei bedeutende fr\u00fche Holzschnitte von Hans Holbein dem J\u00fcngeren: Das ganzseitige Wappen von Freiburg und auf seiner R\u00fcckseite des Titelblatts, signiert mit \u201eH H\u201c die Madonna mit Kind auf dem Thron zusammen mit dem Heiligen Georg und Bischof Lambert zeigt. Diese Doppelseite kommt zweimal vor, dazu kommt ein ausklappbarer Stammbaum. Der Druck wurde bei uns im 19. Jh. gebunden und hat einen Eingangsvermerk Bib. Civium 1839.<\/p>\n<p><strong>W* 86: La ioyeuse&#8230; entr\u00e9e&#8230; de Fran\u00e7ois&#8230; en Anvers<br \/><\/strong>Antwerpen 1582<br \/>Erst und einzige Ausgabe eines anonymen Berichts \u00fcber den triumphalen Einzug von Fran\u00e7ois, dem Herzog von Anjou (1555\u20131584) in Antwerpen am 19.2. 1582, gedruckt bei Plantin. Fran\u00e7ois war der j\u00fcngste Sohn Heinrichs II. und Katharina von Medici, seit 1579 theoretisch Herrscher der Vereinigten Provinzen. Die 21 sch\u00f6nen Tafeln enthalten eine sch\u00f6ne und detaillierte Karte der Stadt Antwerpen, ihres Hafens und ihrer Befestigungsanlagen im Moment der Landung von Fran\u00e7ois und dem Empfang durch Wilhelm von Oranien; Fran\u00e7ois&#8217; Kr\u00f6nung zum Herrscher der Vereinigten Provinzen; seinen Umzug durch die Stadt, die Tableaus, Triumphb\u00f6gen und Festwagen, einen geschm\u00fcckten Elefanten und den Treueeid auf dem Platz vor dem Rathaus. Selten; in der Schweiz nicht nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>WO 132: Pomme endormie (L\u00e9na Leclerq)<br \/><\/strong>Paris 1961<br \/>Mit acht Originallithographien von Alberto Giacometti ; Buch ist signiert von der Autorin und dem K\u00fcnstler<\/p>\n<p><strong>X* 1: Robert Gaguin: La mer des croniques<br \/><\/strong>Paris 1518.<br \/>Chronik der Geschichte Frankreichs des franz\u00f6sischen Humanisten Robert Gaguin. Es handelt sich um dessen Hauptwerk, das Compendium de origine et gestis Francorum. Zu seinen Lebzeiten gab es vier jeweils erweiterte Ausgaben, 1495, 1497 und 1501; mit jeder Ausgabe wurde der Bericht ein wenig erweitert; die letzte endet mit dem Jahr 1499. Das Compendium wurde auch nach dem Tod des Autors h\u00e4ufig neu aufgelegt, und dies bis 1586 mit verschiedenen Erg\u00e4nzungen; mehrere dieser Nachdrucke tragen den Titel Annales rerum Gallicarum. Pierre Desrey besorgte eine franz\u00f6sische \u00dcbersetzung und f\u00fchrte die Chronik bis 1514 fort,\u00a0 sie erschien u.d.T. La mer des croniques &amp; mirouer hystorial de France 1518 in Paris. Schweiz nur Aarau KB, Deutschland nur Preussischer Kulturbesitz Berlin. Der Titel &#8220;mer des croniques&#8221; will wohl an den Erfolg des ber\u00fchmten &#8220;mer des hystoires&#8221; ankn\u00fcpfen. Mit mehreren Holzschnitten.<\/p>\n<p><strong>X* 3: Frantz\u00f6sische History<br \/><\/strong>Basel, Samuel Apiarius 1574<br \/>Allerlay Religion und W\u00e4lth\u00e4ndlen so sich under Konig Henrico II. Francesco II unnd Carolo IX. inn Franckreich bisz auff gegenw\u00e4rtige zeyt erh\u00f6rter unnd unerh\u00f6rter weiss sich habend zugetragen. Dt. \u00dcbersetzung des Commentariorum de statu religionis et rei publicae in regno Galliae des Calvinisten Jean de Serres (1571). Dieses Werk behandelte die Religionskriege von 1557 bis 1570 und war die erste Geschichte dieser Kriege, die auf den Zeugnissen franz\u00f6sischer Fl\u00fcchtlinge basierte, die die Schweiz erreicht hatten. Im Jahr 1575 f\u00fcgte er einen vierten Teil hinzu, der das Werk bis 1574 erweiterte. Schweiz selten, Deutschland weniger. Sch\u00f6ne Ill. als Faltbl\u00e4tter!<\/p>\n<p><strong>X* 7: Omnium regum francorum a Pharamundo usque ad Carolum Nonum vitae <\/strong>breviter complexae, atque certis epigrammatis illustratae.<br \/>Basel, Brylinger, 1574<br \/>Sch\u00f6ne Portraits der fr\u00e4nkischen Herrscher, in CH selten, in D weniger.<\/p>\n<p><strong>X* 9: Jean Du Tillet, Recueil des roys des France<br \/><\/strong>Paris 1580<br \/>Unsere Ausgabe nur Lausanne und Bern. G\u00fcldener Einband. Einige Ill mit farbigen Wappen.<\/p>\n<p><strong>X* 22: Chronica&#8230; aller Hertzogen zu Venedig<br \/><\/strong>Frankfurt 1574.<br \/>Nicht sehr selten, viele kleinere Portr\u00e4ts, Holzschnitte von Jost Ammann (Z\u00fcrich und N\u00fcrnberg).<\/p>\n<p><strong>X* 28: Beschreibung, was auf Ableiben weyland Ihrer Kayserlichen Majest\u00e4t Joseph I&#8230;.<br \/><\/strong>Wien 1712<br \/>Die Huldigungsadresse der nieder\u00f6sterreichischen Landst\u00e4nde f\u00fcr Kaiser Karl VI. aus Anlass von dessen Kr\u00f6nung wurde illustriert mit prachtvollen Kupfern von J. A. Pfeffel und C. Engelbrecht. Neben der grossformatigen Ansicht des prunkvollen Zuges des Hofes \u00fcber den Graben finden sich die Darstellungen von Hochamt, Huldigungsakt und der verschiedenen Festbankette.\u00a0Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller; Vorbesitz eines Grafen Oedt zu Goetzendorf (grosses Ex Libris im Buchdeckel).<\/p>\n<p><strong>X* 98: Historia gentium septentrionalium (Olaus Magnus)<br \/><\/strong>Basel 1567<br \/>Erste Basler Ausgabe, Erstausgabe Rom 1555. Hauptwerk des 16. Jahrhunderts \u00fcber Skandinavien, den Polarkreis und Nordosteuropa. In enzyklop\u00e4discher Form gibt es in 22 Kapiteln erstmals Auskunft \u00fcber Geschichte und Kultur, Kriege, Schiffahrt, Handwerk, Jagd, Fischerei, Walfang des Nordens. Enth\u00e4lt eine grosse Holzschnitt-Faltkarte von Skandinavien, die in vielen Exemplaren fehlt. Die restlichen gegen 500 kleinen Holzschnitte \u00a0zeigen das Leben und die Br\u00e4uche der Menschen in den, wie z. B. Instrumente zur Bearbeitung von Eis, Schlitten, Schwimmhilfen, Feste, Kampf\u00fcbungen Jugendlicher in Schneeburgen, aber auch zur Zeitmessung, Kristallen, Magnete, verschiedene Nutz- und Wildtiere, aber auch Riesen und D\u00e4monen. Der Autor, Olaus Magnus (Olof M\u00e5nsson) war (in Rom exilierter) Erzbischof von Uppsala in Schweden, Geograph und Kartograph.\u00a0 &#8211; Unser Exemplar mit Besitzvermerk Johann Georg M\u00fcller und dem Jahr 1783.<\/p>\n<p><strong>X* 116: Mars Moravicus<br \/><\/strong>Prag 1677<br \/>Seltene erste und einzige Ausgabe der ausf\u00fchrlichen Schilderung der Kriege in B\u00f6hmen und M\u00e4hren vor 1526. Das Werk stammt aus der Feder von Tom\u00e1\u0161 Jan Pe\u0161ina z \u010cechorodu (1629\u20131680). Es ist illustriert mit einer gravierten Titelseite, einem gravierten Portr\u00e4t des Autors und einer gro\u00dfen gravierten Karte von M\u00e4hren, auf der bemerkenswerterweise alle St\u00e4dte, D\u00f6rfer und sonstigen Sehensw\u00fcrdigkeiten ausschliesslich in tschechischer Sprache verzeichnet sind. Obwohl das Werk einen weiteren Teil vorsieht, ist nichts Weiteres erschienen. Der Autor war ein m\u00e4hrischer katholischer Geistlicher und Historiker und wird oft als einer der V\u00e4ter der tschechischen Geschichtsschreibung bezeichnet. Aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller, in der Schweiz sonst nicht nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>X* 118: Historia Salisburgensis<br \/><\/strong>Salzburg 1692<br \/>Erstausgabe von Joseph Mezgers monumentaler Chronik von Salzburg, die die Jahre 582\u20131687 umfasst und die Lebensbeschreibungen der Erzbisch\u00f6fe und \u00c4bte der Benediktinerabtei St. Peter enth\u00e4lt. Die Kupferstichbeilagen in den verschiedenen Exemplaren variieren sehr stark. Alle 25 Tafeln konnten bisher noch in keinem Exemplar festgestellt werden, unser Exemplar enth\u00e4lt lediglich drei kleinere. Geschenk von Johann Martin \u00e0 Meyenberg an die Stadtbibliothek 1723; grosses Exlibris desselben im Buchdeckel.<\/p>\n<p><strong>X* 119: Casparis Barlaei Rerum per octennium in Brasilia&#8230; Historia<br \/><\/strong>Amsterdam 1647<br \/>Erstausgabe des ber\u00fchmtesten Buchs \u00fcber das Brasilien des 17. Jahrhunderts, pr\u00e4chtig illustriert mit doppelseitigen und ausklappbaren Karten und Ansichten brasilianischer H\u00e4fen und St\u00e4dte. Alle Illustrationen stammen von Frans Post, der &#8211; zusammen mit dem Autor Caspar Barlaeus &#8211; Johan Maurits van Nassau auf seiner Reise nach Brasilien begleitete. Die Erstausgabe ist eine Rarit\u00e4t, weil offenbar ein grosser Lagerbestand bei einem Brand des Verlegers Blaeu vernichtet wurde. Barlaeus (1584-1648), auch Caspar van Baerle genannt, war ein Dichter, Schriftsteller und einer der gro\u00dfen niederl\u00e4ndischen Humanisten des 17. Jahrhunderts. Er wurde von Maurits van Nassau, dem Generalgouverneur von Niederl\u00e4ndisch-Brasilien von 1637 bis 1644, beauftragt, einen Bericht \u00fcber seine Regierung in Pernambuco zu schreiben &#8211; das einflussreiche, wenn auch kurzlebige niederl\u00e4ndische Kolonialreich in Brasilien. Die Karten und Ansichten waren 160 Jahre lang die wichtigste europ\u00e4ische Referenzquelle f\u00fcr Brasilien. Barlaeus vermischte Passagen \u00fcber Johan Maurits&#8217; T\u00e4tigkeit als Gouverneur mit Beschreibungen der Geografie, der Flora und Fauna, der Bev\u00f6lkerung und der von Sklaven bearbeiteten Zuckerplantagen in der Kolonie. Unser Exemplar mit Eingangsvermerk 1808 in die Stadtbibliothek auf dem Titelblatt.<\/p>\n<p><strong>X* 120: Genealogia diplomatica Augustae Gentis Habsburgicae<br \/><\/strong>Wien 1737 in drei B\u00e4nden<br \/>Einzige Ausgabe des Prachtwerkes zur Geschichte des habsburgischen Kaiserhauses, zugleich eine wissenschaftliche Leistung von hohem Wert. Der Autor Marquard Herrgott stand an der Spitze der historiographischen Schule des Klosters St. Blasien im Schwarzwald. Naturgem\u00e4ss ist die Geschichte der Habsburger in ihren Stammlanden im Schwarzwald, am Hochrhein und in der Schweiz besonders stark ber\u00fccksichtigt. Mit sch\u00f6nen Veduten habsburgischer St\u00e4dte und Burgen (heute meist in der Schweiz): Baden, Freiburg, Habsburg, Kyburg, Laufenburg, Lenzburg, Rapperswil, Rheinfelden, Tiengen usw.<\/p>\n<p><strong>X* 121: Monumenta Augustae Domus Austriacae<br \/><\/strong>Freiburg im Breisgau: 1750-1760 in 5 B\u00e4nden<br \/>Marquard Herrgott (1694-1762) war M\u00f6nch und Bibliothekar des Klosters St. Blasien im Schwarzwald und ab 1728 bis 1749 als st\u00e4ndiger Vertreter der Breisgauer (oder Vorder\u00f6sterreichischen) Landst\u00e4nde am Wiener Hof. Neben seinen diplomatischen Aufgaben widmete er sich in diesen Jahren der Erforschung der Geschichte des Habsburgischen Kaiserhauses. Sein 1737 ver\u00f6ffentlichtes dreib\u00e4ndiges Werk Genealogia diplomatica (X* 120) fand die Zustimmung Kaiser Karls VI. und f\u00fchrte zu seiner Ernennung zum kaiserlichen Rat und Historiographen. Bald darauf machte er sich daran, unter dem Titel Monumenta Augustae Domus Austriacae ein noch umfassenderes Werk zur Historie des Hauses Habsburg zu erarbeiten. Es enth\u00e4lt M\u00fcnzen und Siegel, sowie Portr\u00e4ts der Habsburger Dynastie.<\/p>\n<p><strong>Y* 13 Guillaume Caoursin: Historia von Rhodis<br \/><\/strong>Strassburg 1513<br \/>Eine \u00dcbersetzung des Schaffhauser Stadtarztes Johannes Adelphus.<\/p>\n<p><strong>Y* 20 Asia, Olfert Dapper<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1681<br \/>Nicht sehr selten, aber nicht auf e-rara. Deutsche Erstausgabe<\/p>\n<p><strong>Y* 21: China monumentis illustrata (Kircher)<br \/><\/strong>Amsterdam 1667<strong><br \/><\/strong>Athanasius Kircher sammelte sein Material zu China aus den Werken anderer Jesuiten und verfasste damit eine der einflussreichsten Abhandlungen des Jahrhunderts \u00fcber China. Kircher lieferte eine umfangreiche Beschreibung Chinas und anderer L\u00e4nder in Asien (darunter Tibet) und skizzierte alle alten Landwege nach China. Auch die Religionen Chinas, Japans und Indiens werden beschrieben, dazu mehrere Kapitel \u00fcber Regierung, Sitten, Geografie, Fauna, Flora und Technologie Chinas. Auch ein lateinisch-chinesisches W\u00f6rterbuch fehlt nicht. Dar\u00fcber hinaus widmet Kircher sich ausf\u00fchrlich der nestorianischen Stele aus dem 8. Jahrhundert, einem wichtigen Zeugnis des fr\u00fchen Christentums in Ostasien. Zu diesem Zweck ver\u00f6ffentlichte er die originalen chinesischen und syrischen Inschriften auf dem Denkmal, den chinesischen Text in lateinischer Umschrift und schlie\u00dflich eine lateinische \u00dcbersetzung sowie eine Erl\u00e4uterung der chinesischen und syrischen Texte.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;10 Z: Ministerialbibliothek&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 10&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 10&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>10 Z: Ministerialbibliothek<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Sie wurde unter dieser Bezeichnung 1780 gegr\u00fcndet und umfasst ca. 9&#8217;200 Titel und 73 Periodika an Altbest\u00e4nden (inkl. der eigenen Handschriften- und Inkunabelsammlung). Diejenigen mit Enstehungs- und Erscheinungsjahr bis 1800 sind unter den Signaturen <strong>Z<\/strong>, <strong>Z Bib<\/strong>, <strong>ZA<\/strong>, <strong>ZB<\/strong> und <strong>ZC<\/strong> im Schutzraum aufbewahrt, Werke mit Druckjahr ab 1801 im 1. Stock. Die Ministerialbibliothek wird von der Stadtbibliothek seit 1923 als Depositum verwaltet.<\/p>\n<p><strong>Z 1: Medicinarius (Brunschwig)<br \/><\/strong>Strassburg 1505<br \/>Eines der fr\u00fchesten Handb\u00fccher chemisch-pharmazeutischer Prozesse, vom Autor als Begleitbuch zu seiner\u00a0Chirurgie\u00a0von 1497 verfasst. Es ist die zweite Ausgabe des sogenannten\u00a0Kleinen Destillierbuches\u00a0Brunschwigs (unser Exemplar Strassburg 1500 hat die Signatur Ink 93, ist aber leider nicht ganz vollst\u00e4ndig) und wurde hier erstmals unter dem Titel\u00a0Medicinarius\u00a0vom Drucker Gruninger zusammengestellt. Brunschwigs Werk umfasst die Destillationslehre sowie ein reich illustriertes Kr\u00e4uterbuch. Neben den Pflanzenholzschnitten finden sich auch grosse fig\u00fcrliche Holzschnitte, die Gr\u00fcninger von den Bl\u00f6cken verschiedener anderer Werke seines Verlages abdruckte. Die Pflanzenholzschnitte des zweiten Teils von Brunschwig stammen aus den Strassburger Ausgaben des\u00a0Hortus sanitatis. Das Werk enth\u00e4lt auch, wie recht h\u00e4ufig, Marsilio Ficinos &#8220;Buch des Lebens&#8221; in der \u00dcbersetzung des Schaffhauser Stadtarztes Johannes Adelphus (1505). Aus der Bibliothek von Michael Eggenstorfer (Besitzvermerk 150x) mit ca. 10 Seiten handschriftlicher Eintr\u00e4ge des Besitzers Eggenstorfer auf den vorderen und hinteren Vorsatzbl\u00e4ttern.<\/p>\n<p><strong>Z 11: Psalmi Dauidici (Valencia)<br \/><\/strong>Paris 1507<br \/>Seltene Ausgabe der drei Schriften des Augustiners und Bischofs von Valencia und Christopolis\u00a0 Jacobus P\u00e9rez de Valencia (1408-1490). Sie waren zuerst zwischen 1484 und 1486 in Valencia erschienen. Aus der Bibliothek von Michael Eggenstorfer. Enth\u00e4lt auch die Cantica Canticorum Salomonis.<\/p>\n<p><strong>Z 23: Lucubrationes omnes (Seneca)<br \/><\/strong>Basel 1515<br \/>Senecas gesammelte Werke, herausgegeben von Erasmus von Rotterdam und gedruckt bei Froben in Basel sind wegen seiner wissenschaftlichen Genauigkeit und ihrer historischen Bedeutung bemerkenswert. Titelholzschnitt von Urs Graf. (Zweitexemplar L*b 47). Aus der Bibliothek von Michael Eggenstorfer.<\/p>\n<p><strong>Z 43: Machumetis Alcoran<br \/><\/strong>Basel 1543 (Bibliander)<br \/>Der Z\u00fcrcher Orientalist und Theologe Theodor Bibliander ist der Heraus\u00adgeber dieser ersten gedruckten Ausgabe des Korans. Er griff dabei auf mittelalterliche \u00dcbersetzungen ins Latein zur\u00fcck (Petrus Venerabilis (ca. 1092 bis 1156) und Robert von Ketton (ca. 1110 bis 1160). Neben dem Korantext enth\u00e4lt die Ausgabe zahlreiche theologische und historische Abhandlungen, darunter die <em>Cribratio Alcorani <\/em>(\u201eDurchsicht des Korans\u201c) des Nikolaus von Kues, die bedeutendste sp\u00e4tmittelal\u00adterliche theologisch-philosophische Auseinandersetzung mit dem Islam. Biblianders Werk ist damit die erste eigentliche &#8220;Islamenzyklop\u00e4die&#8221;. Die \u00dcbersetzung war umstritten, der Basler Rat verbot zun\u00e4chst den Druck und inhaftierte den Drucker Oporinus. Erst nach einer Intervention Martin Luthers kam der Druck zustande. Der Rat ordnete jedoch an, dass Drucker und Verlagsort nicht angegeben werden durften, und Luther versah das Buch mit einem warnenden Vorwort. Bibliander gilt heute als Vorreiter des interreligi\u00f6sen Dialogs, betont er doch in seinem Vorwort das Gemeinsame der Religionen und verweist auf das j\u00fcdisch-christliche Gedanken\u00adgut, das der Koran verarbeite. &#8211; Im islamischen Kulturraum wurde der Koran erst ab dem 19. Jh. verbreitet gedruckt. Zur Verschriftlichung des Korans: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/schatz-in-der-staatsbibliothek-die-aelteste.1278.de.html?dram:article_id=340380\">http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/schatz-in-der-staatsbibliothek-die-aelteste.1278.de.html?dram:article_id=340380<\/a><\/p>\n<p><strong>Z 59 Memorabilium (Naucler)<br \/><\/strong>T\u00fcbingen 1516<br \/>Erste Ausgabe der Chronik, die auf Veranlassung von Kaiser Maximilian I. entstand und sich unter Nauclerus&#8217; Zeitgenossen bis weit ins 17. Jh. hinein gro\u00dfer Wertsch\u00e4tzung erfreute. Unter den Quellen, auf die Nauclerus zur\u00fcckgriff, befanden sich wohl auch mittelalterliche Texte, die nicht erhalten geblieben sind, was seine Chronik zu einer wichtigen Fundgrube f\u00fcr die Geschichte der mittelalterlichen Historiographie macht. Aus der Bibliothek von Michael Eggenstorfer 1516, also im Jahr des Druckes erworben.<\/p>\n<p><strong>Z 103 Contrafayt Kreuterbuch \/ Otto Brunfels<br \/><\/strong>1532.<br \/>Brunfels gilt als einer der &#8220;V\u00e4ter der Botanik&#8221; und korrespondierte mit Hieronymus Bock. Die lateinische Ausgabe des vorliegenden Werke <em>Herbarum vivae eicones<\/em>, hat die Signatur Z 52. Zusammengebunden mit dem Kreutterbuch von allem Erdgew\u00e4chs von Johann Cuba (Frankfurt 1533).<\/p>\n<p><strong>Z 124: Analyseis geometricae (Euklid)<br \/><\/strong>Strassburg 1566.<br \/>Christian Herlin und Conrad Dasypodius (ca. 1530-1600) waren beide Lehrer der Mathematik am Strassburger Gymnasium und am Bau der Strassburger astronomischen M\u00fcnsteruhr beteiligt. In ihrer &#8220;Analyseis&#8221; besch\u00e4ftigen sie sich mit der Mathematik des Euklid und schlagen eine Transkription in Form von Syllogismen der Beweise der S\u00e4tze der B\u00fccher I bis VI von Euklids Elementen vor. Unser Exemplar ist in einem f\u00fcr unsere Bibliothek ungew\u00f6hnlich prunkvollen Leder-Einband der Zeit mit Jahreszahl 1566 und Schaffhauser Bock.<\/p>\n<p><strong>Z 232 Bibelkommentar Konrad Pellikans<br \/><\/strong>Der Hebraist Konrad Pellikan ist insbesondere mit seinem siebenb\u00e4ndigen Bibelkommentar (1533-1535), der einzigen vollst\u00e4ndigen Bibelauslegung des Jahrhunderts, vertreten.<\/p>\n<p><strong>Z 504: Mercator-Atlas<br \/><\/strong>Amsterdam 1613. Weitere Ausgabe 1631: T*8. ( Dazu Basel 1545 L* a 49)<br \/>Die zweite H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts war eine Zeit rasanter Umw\u00e4lzungen und gro\u00dfer Fortschritte in der wissenschaftlichen Kartographie, die untrennbar mit dem Namen Gerhard bzw. Gerardus Mercator verbunden sind. Mercator, eigentlich Gerhard De Kremer, wurde 1512 in Rupelmonde bei Antwerpen geboren, studierte sp\u00e4ter Theologie, Philosophie und Mathematik bei Gemma Frisius an der Universit\u00e4t L\u00f6wen, Astronomie, und Kupferstichtechniken brachte er sich im Selbststudium bei. Schon zu Lebzeiten galt Mercator als einer der gr\u00f6\u00dften Geo- oder Kosmographen seiner Zeit und war auch als Instrumenten- und Globenbauer ber\u00fchmt. Eine seiner herausragenden Leistungen war die Entwicklung der nach ihm benannten winkeltreuen Projektion zur Erleichterung der Navigation, die bis heute von Bedeutung f\u00fcr die See- und Luftfahrt ist. Mercator war auch einer der ersten, der Landkarten zu einem Kartenwerk in Buchform zusammenf\u00fcgte, von ihm stammt der Begriff Atlas. Gemeint war damit allerdings nicht, wie sp\u00e4ter meist angenommen, der Titan und Atlas der griechischen Mythologie, der auf dem Titelblatt der Ausgabe von 1633 die Welt auf seinen Schultern tr\u00e4gt, sondern der sagenhafte mauretanische K\u00f6nig Atlas, der ein gro\u00dfer Astronom und Kosmograph gewesen sein soll. Diese Symbolfigur ist auf dem Titelblatt der 1613er Ausgabe beim Vermessen der Erdkugel dargestellt, umgeben von Frauenfiguren, die die sechs Erdteile verk\u00f6rpern, K\u00f6nigin Europa, Asien, Peruana (S\u00fcdamerika, eine Indianerin), Magalanica, eine nackte Dame mit einer Fackel, die den hypothetischen Kontinent Feuerland symbolisiert, Mexicana und Africa.<br \/>Ein erster Teil des Mercator-Atlas, eine \u00dcberarbeitung der ptolem\u00e4ischen Karten, erschien bereits 1578, 1585 folgten Kartenreihen von Frankreich, Deutschland und Holland. Mercator wurde jedoch ein Opfer seines Perfektionismus und z\u00f6gerte die Publikation in der Hoffnung auf neue Informationen hinaus, so dass er 1594 vor Fertigstellung des Gro\u00dfprojekts starb. Der Atlas wurde von seinem Sohn Rumold erg\u00e4nzt, die insgesamt 107 Karten mit kurzen landeskundlichen Begleittexten, einer Biographie Mercators verfasst von dem Duisburger Magistraten Walter Ghim und Mercators Text \u201e<em>De mundi creatione et fabrica liber\u201c\u00a0<\/em>wurden 1595 publiziert. Diese Auflage war aber wenig erfolgreich und wurde vom\u00a0<em>Theatrum Orbis Terrarum<\/em> (1570) des Abraham Ortelius weitestgehend verdr\u00e4ngt. 1604 wurden die Kupferplatten des Mercator-Atlas an den fl\u00e4mischen Kupferstecher, Kartographen und Verleger Jodocus Hondius verkauft, der das Werk um 37 Karten erweiterte, die zum Teil von ihm selbst stammten- insbesondere erg\u00e4nzte er 7 Karten der Iberischen Halbinsel, die bei Mercator v\u00f6llig gefehlt hatte, und Detailkarten von Afrika, Asien und Amerika. Hondius bezeichnete sich selbst zwar nur als Herausgeber, seine Nachfahren sehen seinen Beitrag aber als genauso wichtig an wie den Mercators, weshalb ab 1613 das ber\u00fchmte Doppelportrait der beiden Kartographen eingef\u00fcgt wird. Es wurde von Hondius&#8217; Witwe Colletta van den Keere gestochen wurde, einer erfolgreichen Verlegerin, die das Gesch\u00e4ft nach dem Tod ihres Mannes weiterf\u00fchrte. Hondius&#8217; Ausgabe war ein Riesenerfolg, es folgten zahlreiche erweiterte Ausgaben durch Hondius und seine Erben, auch eine \u201eTaschenbuchausgabe\u201c, der\u00a0<em>Atlas Minor<\/em>. Mit den Mercator-Hondius-Atlanten begann der weltweite Siegeszug des Atlas, dessen inzwischen \u00fcber 400-j\u00e4hrige Erfolgsgeschichte sich auch in den elektronischen Kartenwerken und Satellitenbildatlanten der Gegenwart, etwa Google Earth, fortsetzt. Die Stadtbibliothek besitzt Exemplare der\u00a0<em>Mercator-Hondius-Atlanten<\/em>\u00a0von 1613 und 1631, deren Vergleich die st\u00e4ndige Zunahme der topographischen Kenntnisse zeigt, die Gestalt S\u00fcdamerikas etwa wandelt sich radikal, die Insel Korea wird zur Halbinsel. Die Illustrationen sind s\/w.<\/p>\n<p><strong>ZA 30: Psalter<\/strong><br \/>Augsburg: Sigmund Grimm 1523<br \/>Psalter des k\u00fcniglichen prophetten davids geteutscht nach warhafftigem text der hebraischen zungen. \u00dcbersetzt von Caspar Amman, einem schw\u00e4bischen Augustiner und Humanisten, herausgegeben von Johann B\u00f6schenstein, der 1522 Zwinglis Hebr\u00e4ischlehrer war.<\/p>\n<p><strong>ZA 107: Heinrich Bullinger, <\/strong><strong>Compendium christianae religionis<br \/><\/strong>Lyon 1562<br \/>Sehr seltene Ausgabe, die wir als einzige (?) vollst\u00e4ndig mit Titelblatt haben. Aus dem kurzzeitigen Flirt Lyons mit dem Calvinismus (Lyon 1562, capitale protestante, dir. Yves Krumenacker, Lyon, 2009). William Kemp, McGill University, schreibt uns: &#8220;Edition first cited by Sybille von G\u00fcltlingen (Bibliographie Lyon, vol. 14, p. 110). But the copy she cites at Wolfenb\u00fcttel is lacking the title page. I believe it is VD that mentions your copy with title page. I assume that &#8216;Christianus Juvenus&#8217; is an invented name. For now, we will assume that the book really was printed in Lyon.&#8221; Beigebunden und den Bullinger-Text unterbrechend ist das Traktat Epitome ecclesiasticorum dogmatum des Thomas Naogeorgus (ZA 107, 1)<\/p>\n<p><strong>ZA 150 Catechismus mit ausslegung in der Syruischen Sprach<br \/><\/strong>T\u00fcbingen (Urach) 1561,\u00a0VD16 B7667<br \/>Dies ist der kleine Katechismus des slowenischen Reformators Trubar, im kyrillischen Alphabet. In Urach in einer 2000er-Auflage gedruckt, noch in f\u00fcnf Bibliotheken vorhanden (St. Petersburg, Ljubljana, T\u00fcbingen, Wien und Schaffhausen). Trubar verwendete f\u00fcr diesen Katechismus Luther, Brenz, Flacius und andere Quellen. Es ist das erste kyrillische Buch aus Urach, eine \u00dcbertragung von Konsuls glagolitischer Ausgabe durch Dalmata. Grundlage ist Trubars slowenische Ausgabe von 1550, das erste Buch in slowenischer Sprache. Von dieser haben wir eine sp\u00e4tere Ausgabe (T\u00fcbingen 1567, ZA 151, s.d.). Die Uracher Ausgabe enth\u00e4lt zwei Vorreden: Trubars deutsche Vorrede ist an K\u00f6nig Maximilian von B\u00f6hmen gerichtet. Die zweite, serbokroatische Vorrede richtet sich an s\u00fcdslawische Leser und k\u00fcndigt weitere B\u00fccher an.<\/p>\n<p><strong>Drucke des slowenischen Reformators Primo\u017e Trubar in der Ministerialbibliothek<br \/><\/strong>Primo\u017e Trubar (1508-1586) wird in Slowenien als Vater der modernen slowenischen Sprache geehrt. Unter den rund 30 Werken, die er ver\u00f6ffentlicht hat, befinden sich die ersten in slowenischer Sprache gedruckten B\u00fccher. Trubar wurde 1508 als Sohn eines M\u00fcllers im Dorf Ra\u0161ica bei Ljubljana geboren. Er ging in Rijeka (Fiume); und Salzburg zur Schule und studierte in Triest und Wien. 1530 wurde er in Triest zum Priester geweiht und war zun\u00e4chst als Priester in La\u0161ko (dt. T\u00fcffer) in der Untersteiermark (heute \u00f6stliches Slowenien) t\u00e4tig. Als er 1536 zum Prediger in der St. Nikolaus-Kathedrale in Ljubljana ernannt wurde, begann er sich im Geist des Erasmus offen \u00fcber eine Kirchenreform zu \u00e4ussern und las Werke Luthers und der Schweizer Reformatoren. 1548 wurde Trubar ins Exil gezwungen, er fl\u00fcchtete nach N\u00fcrnberg. In Rothenburg ob der Tauber wurde er Prediger und begann Pl\u00e4ne zur Reformation seiner slowenischen Heimat. Schon 1550 ver\u00f6ffentlichte Trubar in Schw\u00e4bisch Hall einen Katechismus \u2013 das erste Buch auf Slowenisch. Der von den Katechismen Martin Luthers und Johannes Brenz\u2018 beeinflusste Text enthielt auch einige Hymnen, Auslegungen \u00fcber Bibelpassagen sowie eine Schrift von dem aus Istrien stammenden lutherischen Theologen Matthias Flacius Illyricus (1520-1575) \u00fcber den wahren Glauben. Das Abecedarium, eine weitere Ver\u00f6ffentlichung Trubers, folgte im selben Jahr mit der Absicht, das Lesen in der slowenischen Sprache zu lehren. 1553 bis 1561 war Trubar Pfarrer in Kempten. W\u00e4hrend dieser Zeit \u00fcbersetzte er das Neue Testament aus der Lutherbibel ins Slowenische. Die Schaffung einer standardisierten slowenischen literarischen Sprache aufgrund des Krainer Dialektes war eine Herausforderung, denn es gab nicht nur zahlreiche unterschiedliche slowenische Sprachvarianten, sondern der damals in Krain gesprochene Dialekt war nicht verschriftlicht; daneben war unter der Bev\u00f6lkerung auch die Verwendung des Deutschen sowie des Lateinischen weit verbreitet. 1555 begann Truber eine Korrespondenz mit dem Z\u00fcrcher Reformator Heinrich Bullinger, was ihm in W\u00fcrttemberg zeitweise den Verdacht eintrug, Zwinglianer zu sein. In der Hoffnung, nach Slowenien zur\u00fcckkehren zu d\u00fcrfen, begann Trubar eine Zusammenarbeit mit Hans Ungnad von Sonnegg, dem Landeshauptmann der Steiermark und obersten Feldhauptmann der s\u00fcdlichen Provinzen der Habsburger Monarchie, der ein Sympathisant und Unterst\u00fctzer der Reformation war. Ungnad liess sich nach 1556 in W\u00fcrttemberg nieder und finanzierte die Errichtung einer Druckerei in T\u00fcbingen, die sp\u00e4ter nach Urach verlegt und als Zweig der Druckerei von Ulrich Morhart t\u00e4tig wurde. Das Unternehmen trug den Namen \u201eWindische [slowenische], chrabatische [kroatische] und cirulische [kyrillische] Thrukerey\u201c. Ungnads Druckerpresse ver\u00f6ffentlichte Texte in slowenischer, italienischer und kroatischer Sprache unter Verwendung des lateinischen, kyrillischen und glagolitischen Alphabets. Die Druckerei ver\u00f6ffentlichte von 1561 bis zu Ungnads Tod im Dezember 1564 etwa 31.000 Exemplare von 37 verschiedenen Titeln, darunter biblische Texte und \u00dcbersetzungen von Werken f\u00fchrender lutherischer Theologen sowie Originalarbeiten von Trubar und einer Reihe weiterer Reformatoren. Zu den Mitarbeitern der Druckerei z\u00e4hlten Stephan Consul aus Istrien, der 1549 ins Exil gezwungen worden war, und Anton Dalmata, ebenfalls Exulant aus dem Territorium des heutigen Kroatien. Die beiden waren Haupt\u00fcbersetzer des im Jahr 1562 ver\u00f6ffentlichten Neuen Testaments in Kroatisch, das stark auf Trubers neutestamentlicher \u00dcbersetzung ins Slowenische basierte. Der w\u00fcrttembergische Herzog Christoph erteilte Trubar die Erlaubnis, als Pfarrer in Urach t\u00e4tig zu sein, wo er direkt an der Arbeit der Druckerei beteiligt war. Allerdings blieb Trubar nur ein Jahr lang in Urach, bevor er nach Slowenien zur\u00fcckkehrte, um erster Superintendent der lutherischen Kirche in Ljubljana zu werden.1565 wurde Truber jedoch zum zweiten Mal aus Ljubljana verbannt. Daraufhin kehrte er in das Herzogtum W\u00fcrttemberg zur\u00fcck und wurde Pfarrer in Lauffen am Neckar. Im Jahre 1566 ver\u00f6ffentlichte er eine \u00dcbersetzung der Psalmen auf Slowenisch. Danach lie\u00df er sich in Derendingen, ausserhalb von T\u00fcbingen, nieder, wo er als Pfarrer der St. Gallus-Kirche wirkte und sich weiter mit Schreiben und \u00dcbersetzen besch\u00e4ftigte. Trubar starb am 15. Juni 1586 in Derendingen.<br \/>F\u00fcr die kleine Nation der Slowenen und ihr Selbstverst\u00e4ndnis spielt Trubar eine wichtige Rolle. Bis zum Ende seines Lebens schrieb Truber aus Derendingen an seine alten Vertrauten in Ljubljana, um von der Ferne aus weiterhin auf die Entwicklungen in Slowenien Einfluss zu nehmen. Seine wahre Liebe zeigt sich aber in dem Pseudonym, unter welchem er seinen Katechismus ver\u00f6ffentlichte: \u201ePhilopatris Illyricus\u201c, illyrischer Patriot. Trubar ist denn auch das Gesicht auf der slowenischen Ein-Euro-M\u00fcnze.<br \/>In der Stadtbibliothek sind insgesamt neun der seltenen Trubar-Drucke vorhanden, die meisten in der Ministerialbibliothek, drei davon aus der tempor\u00e4ren Druckerei in Urach. Das ist eine grosse Zahl: T\u00fcbingen, die &#8220;Heimatbibliothek&#8221; Trubars, hat 19 (davon 17 aus der Druckerei in Urach); die ZB hat 5, die UB Basel 20.<br \/>Insgesamt gibt es laut VD16 etwa 40 Trubar-Drucke (S\u00f6nke Lorenz, Primus Truber, der slowenische Reformator und W\u00fcrttemberg). Besonders interessant sind die Drucke mit Glagoliza (in N\u00fcrnberg beschafft) oder Kyrilliza (in Urach hergestellt). Seltenheit: Beschlagnahmung durch katholische Seite, Zerst\u00f6rung in der Gegenreformation. Oft haben sich nur die Exemplare erhalten, die als Geschenke oder Belegexemplare an F\u00fcrsten, St\u00e4dte und F\u00f6rderer schickte (sch\u00f6ne Einb\u00e4nde aus der Werkstatt des T\u00fcbinger Buchbinders Samuel Streler). Entweder war das reformierte Schaffhausen also ein F\u00f6rderer der Uracher Bibelanstalt, oder unsere Exemplare kommen von Privatpersonen, die die Werke sp\u00e4ter an die Bibliothek weitergaben. Siehe Treffenliche, S. 81 und H\u00fcttl-Hubert, Provenienz in: Reformation in Mitteleuropa, S. 47 (&#8220;T\u00fcbinger Reformationseinb\u00e4nde&#8221; aus braunem Schafleder mit goldgepressten Bildnissen.\u00a0Die Signaturen: KSt 2, Kst 31, ZB 149, ZA 150, ZA 151, Z Bib 88, Z Bib 191<\/p>\n<p><strong>ZA 151: Ta celi catehismus<br \/><\/strong>T\u00fcbingen 1567<br \/>Die Erstausgabe des Katechismus von 1550 war das erste Buch in slowenischer Sprache. Es war die Grundlage f\u00fcr die serbokroatische \u00dcbersetzung 1561, die wir unter der Signatur ZA 150 haben. Diese Ausgabe VD16 T 2110. Mit Widmung an Gabriel von Gallenberg, den Sohn des verstorbenen Landesverwesers von Krain, Jobst von Gallenberg. Der Band enth\u00e4lt auch auch ein &#8220;<strong>Abecedarium&#8221;<\/strong> von 1566 f\u00fcr die Alphabetisierung. Es erschien erstmals ebenfalls 1550, ausserdem 1555 und zudem 1561 in Urach serbokroatisch-glagolitisch. Unsere Ausgabe VD16 T 2099. Am Schluss der Widmung setzte Truber den Namen seines 10j Sohnes Felizian und l\u00e4sst ihn seinen Ljubljaner Mitsch\u00fcler Jurko Forest anreden. Urspr\u00fcnglich Stadtbibliothek, im 19. Jh. Ministerialbibliothek. Ebenso enthalten ist &#8220;<strong>Ena Duhovska Peissen<\/strong><strong>&#8220;<\/strong> ein Lied gegen die T\u00fcrken von 1567 mit Noten. VD16 T 2100. Trubars Lieder erschienen 1550 erstmals in seinem Katechismus und 1563 in T\u00fcbingen, erg\u00e4nzt durch weitere Lieder aus dem Umfeld von B\u00fcrgern Ljubljanas. In dieser Ausgabe nur ein Lied und nicht wirklich ein Kirchenlied.<\/p>\n<p><strong>ZA 350: Katholische Kampfschrift gegen Luther<br \/><\/strong>Wien 1574.<br \/>Evangelische Inquisition des Hofrats Georg Eder, aus dem Besitz des Engener Pfarrers Wolfgang Keller.<\/p>\n<p><strong>ZA 459<\/strong>: Elias Hutter: Dictionarium harmonicum biblicum<br \/>1598<br \/>Aus der Bibliothek von Johann Georg von Werdenstein, Kanoniker in Augsburg und Eichst\u00e4tt.<\/p>\n<p><strong>ZA<\/strong><strong> 466: <\/strong><strong>Sammelband<br \/><\/strong>Antonius Margaritha: Der gantz J\u00fcdisch glaub, Augsburg 1530. VD16 M 973 Margaritha\u00a0(1492-1542) aus N\u00fcrnberg war ein j\u00fcdischer Konvertit, dessen Hauptwerk eine Art &#8220;Insider-Enth\u00fcllungsbuch&#8221; \u00fcber das Judentum darstellt. Es ist ein von den Reformatoren stark rezipierter Klassiker des Antisemitismus, aber auch eine Quelle f\u00fcr den j\u00fcdischen Alltag im fr\u00fchen 16. Jahrhundert. Das Buch enth\u00e4lt auch die erste \u00dcbersetzung eines j\u00fcdischen Gebetbuches ins Deutsche.<br \/>Sebastian Franck: Paradoxa Ducenta Octoginta, Das ist, Zweyhundert und Achtzig Wunderreden. Ulm [ 1534]. VD16 F 2116. Sebastian Franck (1499-1542) war ein radikaler Reformator, der sich gegen jede Form von weltlicher und kirchlicher Autorit\u00e4t auflehnte und darin den T\u00e4ufern nahe stand. Pazifismus und Toleranz machen ihn zu einer besonderen Figur der fr\u00fchen Neuzeit. Die &#8220;Paradoxa&#8221; sind eine Sammlung von\u00a0paradoxen Aussagen, die der Autor als Ausgangsbasis f\u00fcr religionsphilosophischeEr\u00f6rterungen nutzt. Die Widerspr\u00fcche sollen den Leser geistig weiterbringen und sein &#8220;inneres Wort&#8221; erkennen lassen, das die verborgene Wahrheit bedeute.<br \/>Die sieben weisen Meyster. Strassburg 1536. VD16 ZV 14413. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von 15 Erz\u00e4hlungen, die urspr\u00fcnglich aus Persien stammen (Sindbad-Buch) und via Byzanz nach Frankreich gelangten. Deutsche \u00dcbersetzungen in Prosa oder Versen gibt es seit dem 15. Jahrhundert, im 16. Jh. war das reichlich frauenfeindliche Buch immens popul\u00e4r. Der r\u00f6mische Kaiser Pontianus l\u00e4sst nach dem Tod seiner Frau seinen einzigen Sohn Diocletian von sieben weisen Meistern fern der Heimat erziehen. Nach sieben Jahren kehrt der Sohn zur\u00fcck, schweigt am Hof aber sieben Tage eisern, denn eine Vision hat ihm andernfalls den Tod angek\u00fcndigt. Seine Stiefmutter will ihn verf\u00fchren, scheitert aber und behauptet, der Sohn habe sie vergewaltigen wollen (8v). Der Vater verurteilt den Sohn zum Tode. Sieben Tage lang gelingt es den weisen Meistern, das Todesurteil aber durch Geschichten hinausz\u00f6gern, aber der Stiefmutter gelingt es mit sieben Gegengeschichten immer wieder, die Sache am Laufen zu halten. Nach sieben Tagen darf der Sohn wieder sprechen und entlarvt seine Stiefmutter und deren als Dienerin verkleideten Liebhaber. Vater und Sohn sind vers\u00f6hnt, aber Stiefmutter und Liebhaber werden zum Tod verurteilt. Unsere Ausgabe sehr selten, interessante Holzschnitte. Digitalisiert auf e-rara.<\/p>\n<p><strong>ZA 524: Index librorum prohibitorum<br \/><\/strong>1560er Jahre<br \/>Fr\u00fche Ausgabe<\/p>\n<p><strong>ZA 655, ZA 656<\/strong>: Werke des kroatischen Humanisten <strong>Marko Maruli\u0107 <\/strong>(Marcus Marulus, 1450-1524)<br \/>Wegen seiner Werke in kroatischer Sprache wird er in Kroatien \u201eVater der kroatischen Literatur\u201c genannt, doch seine in lateinischer Sprache verfassten Werke verschafften ihm weitherum Bekanntheit. Unter den Lesern seines wichtigsten theologischen Werks, \u201eEvangelistarium\u201c, waren Schriftsteller, \u00dcbersetzer, Humanisten, Pr\u00e4laten, Staatsm\u00e4nner und andere W\u00fcrdentr\u00e4ger aus zahlreichen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Der ber\u00fchmteste unter ihnen war K\u00f6nig Heinrich VIII. von England, der im \u201eEvangelistarium\u201c eine theoretische Rechtfertigung f\u00fcr die Aufl\u00f6sung seiner Ehe mit Katharina von Aragon zu finden erhoffte. Marko Maruli\u0107 ist der Autor vieler weiterer bedeutender Werke, wie beispielsweise \u201cDe institutione bene vivendi per exempla sanctorum\u201d (Venedig, 1506), das im 16. Jahrhundert ein sehr popul\u00e4res Werk war und rund 60 Auflagen in mehreren europ\u00e4ischen Sprachen erfuhr: Italienisch (Venedig, 1563), Deutsch (K\u00f6ln, 1563), Portugiesisch (Lissabon, 1579), Franz\u00f6sisch (Douai, 1585) und Tschechisch (Prag, 1621)<br \/>ZA 655: Evangelistarium, K\u00f6ln 1529<br \/>ZA 656: Aus dem Bestand von Wolfgang Keller: &#8220;De institutione bene vivendi&#8221;, K\u00f6ln 1530 (Erstausgabe Venedig 1506)<br \/>NB 2, 10: Evangelistarium, Basel 1519 (Erstausgabe 1516?<\/p>\n<p><strong>ZA 674: Triumph der Warheit wider Lucam Osiandrum und Ein christliches Gespr\u00e4ch von den Tauffceremonien (Georg Scherer)<br \/><\/strong>Ingolstadt 1587 (Sartorius)<br \/>Zwei katholische Kampfschriften der Gegenreformation, eingebunden in das Fragment einer hebr\u00e4ischen Handschrift, des Tiroler Jesuiten Georg Scherer (1540-1605). Relativ selten, die &#8220;Tauffceremonien&#8221; in der Schweiz sonst nur noch in der ZB.<\/p>\n<p><strong>ZA 776 Van den Slotelen (Luthers Traktat von den Schl\u00fcsseln)<br \/><\/strong>Magdeburg 1531.<br \/>Niederdeutscher Druck, nicht in HAB nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>ZB 26: Aletheus \/ Spinoza<br \/><\/strong>Dieser Band aus der Bibliothek von Johannes von M\u00fcller enth\u00e4lt zwei seltene Erstausgaben des 17. Jhs. in am\u00fcsanter Kombination:<br \/><strong>Polygamia Triumphatrix<\/strong> (Theophilus Aletheus) 1682 ist ein Kuriosum. Der Verlagsort Londini Scandorum (Lund in Schweden) ist fingiert, der Druck ist aus Amsterdam, ebenso fiktiv ist der Name des Autors. Dabei handelt es sich um den Leipziger Pfarrer Johann Lyser, der das Buch im Selbstverlag herausgab, hier nach zwei Entw\u00fcrfen um den ersten vollst\u00e4ndigen Text. Leyser propagierte darin die Polygamie zur Verbreitung des Glaubens, blieb aber selber zeitlebens unverheiratet. Lyser (1631\u20131684) widmete sein Leben und sein Verm\u00f6gen der Hoffnung, eine Sekte von Polygamisten zu gr\u00fcnden. Zu diesem Zweck bereiste er Europa, suchte Anh\u00e4nger und predigte, dass Polygamie in den meisten F\u00e4llen eine Notwendigkeit sei. Das Buch wurde verboten, zahlreiche Exemplare wurden verbrannt und der Autor mehrfach inhaftiert.<br \/><strong>Tractatus Theologico-Politicus<\/strong> (Hamburg 1670, eigentlich Amsterdam) des Baruch Spinoza ist hingegen ein Hauptwerk der Philosophie, das zun\u00e4chst allerdings anonym und mit einem falschen Impressum (Hamburg statt Amsterdam) erschien. Der Tractatus wurde bald auf den Index der verbotenen B\u00fccher gesetzt und in Holland verboten. Leibniz lehnte seine skandal\u00f6sen Argumente ab, w\u00e4hrend Hobbes angeblich erkl\u00e4rt haben soll: &#8220;Ich wage es nicht, so k\u00fchn zu schreiben.&#8221; Die erste Ausgabe nennt den fiktiven Verleger im Impressum &#8220;K\u00fcnraht&#8221;, Nachdrucke des gleichen Jahres schreiben den Namen richtiger (K\u00fcnrath) und korrigieren eine falsche Seitenzahl 304 auf 104, so auch unsere Ausgabe. Der Amsterdamer Verleger Jan Rieuwertsz gab sich vorsichtshalber den Namen Henricus K\u00fcnrath in Hamburg und liess Nachdrucke wie unser Exemplar wie Restexemplare der Originalausgabe von 1670 aussehen und nicht wie Neuauflagen. Baruch Spinoza wird mit Descartes und Leibniz als einer der drei grossen Rationalisten gez\u00e4hlt. Sein Denken, eine Verschmelzung des cartesianischen Rationalismus und der hebr\u00e4ischen Tradition, in der er aufgewachsen ist, ist eine einsame, aber kristallklare Darstellung der Theorie des Naturrechts. Er verteidigt eloquent die Freiheit des Denkens und der Rede in spekulativen Fragen, und der Tractatus enth\u00e4lt die erste klare Aussage \u00fcber die Unabh\u00e4ngigkeit von Philosophie und Religion. Staatsrechtlich argumentiert Spinoza, dass der Mensch f\u00fcr seine Sicherheit einen Teil seines Rechts auf unabh\u00e4ngiges Handeln an den Staat abgibt, der wiederum diese Freiheit garantieren muss. Im Gegensatz zu Hobbes, dessen Sozialvertragstheorie die absolute Monarchie rechtfertigte, argumentierte Spinoza, dass die Demokratie die bevorzugte Regierungsform sei. Und schlie\u00dflich war er der Meinung, dass es f\u00fcr den Staat besser w\u00e4re, wenn er religi\u00f6se Toleranz und die Freiheit zu philosophieren gew\u00e4hren w\u00fcrde. Spinozas Denken wurde von vielen scheinbar unvereinbaren Ideologien verwendet und vereinnahmt, vom Liberalismus \u00fcber den Marxismus bis zum Zionismus.<\/p>\n<p><strong>ZB 62: Heidelberger Katechismus<br \/><\/strong>Schaffhausen 1699<br \/>Prominent vertreten in Schaffhausen ist der von der Regierung gem\u00e4ss den Vorgaben der Dordrechter Synode 1643 f\u00fcr verbindlich erkl\u00e4rte Heidelberger Katechismus, der in Schaffhausen denjenigen Ulmers als eigentlichen Volkskatechismus abl\u00f6ste. (Erstdruck 1563, in SH 1643 zum offiziellen Glaubensbekenntnis ernannt. Vers\u00f6hnt bis zu einem gewissen Grad Lutheraner und Reformierte, moderne P\u00e4dagogik. Auch in St. Gallen und Neuch\u00e2tel verwendet, nicht aber in Z\u00fcrich). \u00a0Die fr\u00fcheste in der Ministerialbibliothek greifbare Fassung findet sich in der Textvorlage f\u00fcr die jahreszyklische Sammlung von 52 Predigten zum Heidelberger Katechismus von Georg Spindler (Amberg 1597). Aus demselben Jahr stammt auch eine \u00dcbersetzung des lateinischen Textes ins Griechische durch Friedrich Sylburg (Heidelberg 1597). Die \u00e4lteste vorhandene deutsche Textausgabe stammt aus dem Jahr 1606 (Herborn); es folgen etliche badische und schweizerische Ausgaben. Ab der Ausgabe von 1827, der innerhalb weniger Jahrzehnte nicht weniger als zwei Dutzend weitere Auflagen folgten, wird er schlicht als \u201eSchaffhauser Katechismus\u201c bezeichnet. Diese Umbenennung verdankt sich nicht allein einer lokalspezifischen leichten sprachlichen Modernisierung und einer ver\u00e4nderten Auswahl der biblischen Belegstellen, sondern wohl noch mehr einer \u00fcber die Jahre und Jahrzehnte gewachsenen Identifikation in der eigenen Kirche mit Geist und Inhalt des \u00fcberragenden pf\u00e4lzischen Dokuments. Weitere Ausgaben: Ausgaben: UO 416 b: Schaffhausen 1735,\u00a0 UO 416 c: SH 1827. Vgl. den Artikel von D. Bolliger in den SN vom 27.3.2013.<\/p>\n<p>Katechetische Werke sind in der Bibliothek 271 vorhanden (46 aus dem 16. Jh, 10 aus dem 17. Jh, 56 aus dem 18. Jh, 159 aus dem 19. Jh). Neben den Klassikern der Reformationszeit, dem tridentinischen Katechismus und den beiden Katechismen Luthers in etlichen Ausgaben, weist die Sammlung ein spezifisch s\u00fcddeutsch-eidgen\u00f6ssisches, auch f\u00fcr die Bildungsgeschichte Schaffhausens aufschlussreiches Profil auf. Von den zahlreichen fr\u00fchprotestantischen Katechismen sind derjenige Philipp Melanchthons und \u2013 in mehreren Ausgaben \u2013 der im lutherischen S\u00fcddeutschland und im Elsass verbreitete Katechismus von Johannes Brenz vorhanden. Es fehlt hingegen der Katechismus von Johann Konrad Ulmer (UO 131). Wegen einiger Anleihen bei Brenz war dieser Katechismus erst sehr umstritten, erlangte dann aber bis mindestens 1618 obrigkeitliche Verbindlichkeit. Unter den reformierten Katechismen eidgen\u00f6ssischer Herkunft sind die Z\u00fcrcher Katechismen von Otto Werdm\u00fcller (1559) und Heinrich Bullinger (Erwachsenenkatechismus von 1563) zu finden. Erstaunlicherweise fehlt jedoch jener von Leo Jud, Basis f\u00fcr den \u00fcber Jahrhunderte hinweg g\u00fcltigen offiziellen Z\u00fcrcher Katechismus. Von den in den eidgen\u00f6ssischen Orten eingef\u00fchrten Katechismen finden sich vergleichsweise sp\u00e4te Ausgaben (Genf 1632, Z\u00fcrich 1728, Neuenburg 1747, Bern 1752, Basel 1796, St. Gallen 1853, Thurgau 1857).<\/p>\n<p><strong>Bibeln<br \/><\/strong>Einen zentralen Teil des Bestands bilden 294 Ausgaben der <em>Bibel <\/em>oder von Teilen davon (zwei Inkunabeln, 98 aus dem 16. Jh, 40 aus dem 17. Jh, 69 aus dem 18. Jh, 85 aus dem 19. Jh). Neben den \u00fcblichen reformatorischen bzw. protestantischen Bibeln aus Basel (Sebastian M\u00fcnster), Z\u00fcrich (Zwingli in den diversen Ausgaben und Auflagen), Wittenberg, Genf (Pierre Robert Oliv\u00e9tan, Theodor Beza, Immanuel Tremellius), Neuenburg (Jean-Fr\u00e9d\u00e9ric Ostervald) und etlichen Ausgaben in den Originalsprachen, so der <em>Biblia hebraica <\/em>(Leipzig 1793) von Johann Christoph D\u00f6derlein finden sich auch Ausgaben, deren Anwesenheit eher \u00fcberraschend wirkt. Erw\u00e4hnenswert ist etwa die pietistisch kommentierende &#8220;Berleburger Bibel&#8221; (Berlenburg 1726-1742), die trotz des wenig pietismusorientierten Profils der Sammlung sowohl in einer vollst\u00e4ndigen als auch in einer Teilausgabe vorhanden ist. Vorhanden sind auch die meisten Schaffhauser Bibeldrucke des 18. Jhs.<\/p>\n<p><strong>Hutter-Polyglotte<br \/><\/strong>N\u00fcrnberg 1599<br \/>Der aus G\u00f6rlitz stammende Elias Hutter (*1553; \u20201605-1609) war Professor der hebr\u00e4ischen Sprache in Leipzig und Hebr\u00e4ischlehrer des Sachsenk\u00f6nigs August. Er ver\u00f6ffentlichte ein hebr\u00e4isch-deutsches W\u00f6rterbuch (1578) und 1587 das ganze AT in der Ursprache, die &#8220;Hebr\u00e4ische Bibel von Hutter.&#8221; W\u00e4hrend seines Aufenthaltes in N\u00fcrnberg ver\u00f6ffentlichte er zwei Polyglott-Bibeln: die Tora in 6 Sprachen und das Neue Testament in 12 Sprachen. Die Sprachen der Polyglotte sind: Griechisch, Lateinisch, Syrisch, Hebr\u00e4isch, Deutsch, Englisch, Spanisch, Franz\u00f6sisch, Italienisch, Polnisch, D\u00e4nisch und B\u00f6hmisch. Es ist wohl eine Sammlung von verschiedenen bestehenden \u00dcbersetzungen dieser Sprachen. Hutter &#8220;vervollst\u00e4ndigte&#8221; aber den syrischen Text mit \u00dcbersetzungen aus anderen Sprachen und schuf die hebr\u00e4ische \u00dcbersetzugn selber. Seine Polyglotte ist die erste, die einen englischen Text enth\u00e4lt und die erste gedruckte hebr\u00e4ische \u00dcbersetzung des NT \u00fcberhaupt. \u00a0Auf eine einzigartige Art und Weise kulminiert mit Hutters Polyglotte der protestantische Drang zur \u00dcbersetzung in die Volkssprachen. Der Druck trieb Hutter in den Bankrott, und er verliess N\u00fcrnberg auf der Flucht vor den Gl\u00e4ubigern. <a href=\"https:\/\/archive.kenan.ethics.duke.edu\/wp-content\/blogs.dir\/5\/files\/2018\/04\/Deutsch_NC-NT.pdf\">https:\/\/archive.kenan.ethics.duke.edu\/wp-content\/blogs.dir\/5\/files\/2018\/04\/Deutsch_NC-NT.pdf<\/a><\/p>\n<p><strong>ZB 389: Leviathan (Hobbes)<br \/><\/strong>Amsterdam 1668<br \/>Der britische Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588-1679) entfaltet im\u00a0Leviathan\u00a0den Gedanken des aufgekl\u00e4rten Absolutismus und des Gesellschaftsvertrages, beides theoretische Grundlagen neuzeitlicher Politikwissenschaft. Das Werk wurde 1703 auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt. Es handelt sich hier um die erste lateinische \u00dcbersetzung des Werks ohne Angabe von Drucker und Druckort. Auf dem Titelvorsatzblatt warnt ein handschriftlicher Hinweis vor dem Inhalt des Werks, das als &#8220;tr\u00e8s pernicieux&#8221;, sehr sch\u00e4dlich, beschrieben wird. Es war zun\u00e4chst Bestandteil der Stadtbibliothek, wurde aber im 19. Jh. an die Ministerialbibliothek abgegeben.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Z Bib 53: Neues Testament (Hieronymus Emser)<br \/><\/strong>K\u00f6ln 1529.<br \/>Emser, 1478 in Ulm geboren, 1527 in Dresden gestorben, geh\u00f6rte als humanistischer Hoftheologe, Autor und Herausgeber zahlreicher religi\u00f6ser Schriften zu den wichtigsten kirchenpolitischen Mitarbeitern Herzog Georgs des B\u00e4rtigen von Sachsen. Mit seinen antireformatorischen Flugschriften war er in den fr\u00fchen Jahren der Reformation einer der wichtigsten Gegenspieler Luthers im Reich und verfasste mit die fr\u00fchesten \u00f6ffentlichen Antworten der alten Kirche auf die Reformation. 1527 gab Emser im Auftrag Herzog Georgs eine auf der Grundlage der Vulgata \u00fcberarbeitete und kommentierte Fassung von Luthers Septembertestament heraus, um, wie Herzog Georg selbst im Vorwort schrieb, dem Volk statt der zu Recht verbotenen Verf\u00e4lschung Luthers nun das von der Kirche gelehrte wahre Wort Gottes in die Hand zu geben. Emsers Neues Testament ist die erste der sog. &#8220;Korrekturbibeln&#8221; blieb in der ganzen Reformationszeit die massgebliche altgl\u00e4ubige \u00dcbersetzung und wurde in verschiedenen Fassungen und fast 100 Auflagen gedruckt (letztmals Augsburg 1778). Luther selbst warf Emser Plagiat vor: \u201e\u2026 vnd nam fur sich mein New Testament \/ fast von wort zu wort \/ wie ichs gemacht hab \u2026 \/ schrieb seinen namen \u2026 dazu \/ verkaufft also mein Testament vnter seinem namen \/\u201c (Sendbrief vom Dolmetschen 1530).\u00a0<a href=\"http:\/\/saebi.isgv.de\/biografie\/Hieronymus_Emser_(1478-1527)\">http:\/\/saebi.isgv.de\/biografie\/Hieronymus_Emser_(1478-1527)<\/a><\/p>\n<p><strong>Z Bib 65: Biblia:<\/strong> Das ist die gantze heilige Schrifft Deudsch<br \/>Wittenberg: Hans Lufft, 1545.<br \/>Letzte Bibelausgabe mit Korrekturen von Luthers eigener Hand, erschien noch zu seinen Lebzeiten (er starb 1546). Unser Exp mit kolorierten Holzschnitten. 1522 hatte Luther seine erste \u00dcbersetzung des Neuen Testaments in Wittenberg drucken lassen, 1534 erschien die gesamte Bibel mit dem Alten und Neuen Testament. Zeit seines Lebens unterzog Luther den Bibeltext immer wieder einer neuen Bearbeitung. Diese Ausgabe letzter Hand geh\u00f6rt zu den ber\u00fchmtesten Drucken der Lutherbibel und \u00a0erhielt einen geradezu &#8220;kanonischen Status&#8221;, d.h. nur dieser Text wurde Jahrhunderte lang unver\u00e4ndert abgedruckt.\u00a0Die Bibel wurde wegen ihres m\u00e4chtigen Umfangs oft in zwei\u00a0B\u00e4nde gebunden. Da im Dreissigj\u00e4hrigen Krieg viele Lutherbibeln ein Opfer des Feuers wurden, sind sie von grosser Seltenheit. Holzschnitte des Meister MS (?)<br \/>Weitere Lutherbibeln:<br \/>ZA 670: Leipzig 1542. Hinten handschriftliche Erg\u00e4nzungen.<br \/>N* 281: 1543. Vorbesitz JGM. Ill, gut zu \u00f6ffnen. 5 B\u00e4nde.<br \/>N* 346: W\u00fcrttemberger Bibel (Luther?) 1591. Unvollst., gross.<br \/>Z Bib 210: Klein, Danzig 1624, nur AT<br \/>N* 358, Frankfurt\/Main 1668. Gross, sch\u00f6ner Einband.<br \/>Z Bib 80, Basel 1680<br \/>Z Bib 81, Ulm 1688.<br \/>N* 340, Basel 1701. Viele Ill, \u00f6ffnet gut<br \/>Z Bib 106, N\u00fcrnberg 1702<br \/>Z Bib 142 und N*341: T\u00fcbingen 1729 &#8211; grosses Format<br \/>N* 88: T\u00fcbingen 1736<br \/>Z Bib 124: 1741<br \/>Z Bib 144: L\u00f6rrach 1748<br \/>Z Bib 278: Bielefeld 1856 (Luther&gt;v.Meyer&gt;Rudolf Stier)<\/p>\n<p><strong>Z Bib 55: Holl\u00e4ndische Bibel<br \/><\/strong>Antwerpen 1535 des Jacob van Liesvelt. Dieser hatte 1526 die erste niederl\u00e4ndische Vollbibel \u00fcbersetzt (also vor Zwingli und Luther). Das NT \u00fcbersetzte er nach Luthers deutschem Text, das AT nach Luther und der Vulgata. Die 1535er Ausgabe st\u00fctzte sich dann ganz auf Luther. Liesvelt als Buchdrucker druckte sowohl katholische als auch reformierte Werke; sein Neudruck 1542 brachte ihm dann aber die Anklage als Ketzer und 1545 die Hinrichtung ein. Bibel auch bei T\u00e4ufern begehrt. Ill. u.a. vielleicht von Jan Swart.<\/p>\n<p><strong>Z Bib 56:\u00a0 Italienische Bibel<\/strong> &#8220;in lingua toscana&#8221;, Antonio Brucioli.<br \/>Venezia 1541<br \/>Brucioli, ein Florentiner Humanist, ist. v.a. durch seine Bibel\u00fcbersetzung bekannt, die von Luther beeinflusst scheint, dessen Werk er im politischen Exil in Lyon kennengelernt hatte. 1528 wurde er aus Savonarolas Florenz verbannt und verbrachte den Rest seines Lebens in Venedig, wo er aber auch mehrfach wegen H\u00e4resie angeklagt wurde, und Ferrara. 1559 landete seine Bibel\u00fcbersetzung von 1532 auf dem p\u00e4pstlichen Index, und er wurde erneut als H\u00e4retiker angeklagt. Die Brucioli-Bibel war bis zur Diodati-Bibel von 1607 die verbreitetste reformierte italienische Bibel. Das AT nahm er aus dem Latein, das NT zum Teil aus dem Griechischen und Hebr\u00e4ischen.<\/p>\n<p><strong>Z Bib 79 r\u00e4toromanische Bibel<br \/><\/strong>Coira 1718<br \/>Titel in Rot und Schwarz. Mit 2 Titelvignetten in Holzschnitt (Wappen der drei B\u00fcnde). Erste vollst\u00e4ndige r\u00e4toromanische Bibel in romanischer oder surselvischer Mundart. Im Jahr 1713 von der evangelischen Synode beschlossen, wurde auf Grund der Ursprachen und unter Beizug der z\u00fcrcherischen, italienischen, franz\u00f6sischen und ladinischen Fassungen die Uebersetzung in Angriff genommen. Das Alte Testament wurde von den drei protestantischen Geistlichen Peter Saluz, Martin Nicolaus Anosi und Christian Caminada \u00fcbersetzt, f\u00fcr das Neue Testament, die tats\u00e4chlich zuerst gedruckt vorlag, \u00fcbernahm Steffen Gabriel die Verantwortung, wobei er nahezu unver\u00e4ndert die Fassung Luci Gabriels von 1648 \u00fcbernahm. Gedruckt wurde die Bibel vpn Andreas Pfeffer. Sehr selten erhalten ist die die auf Franz\u00f6sisch gedruckte vierseitige Widmung des Buchdruckers an den englischen K\u00f6nig, der ihm und den \u00dcbersetzern ein Geschenk von 50 Guineen \u00fcbermittelte, das Pfeffer aber ganz f\u00fcr sich behielt. Diese Foliobibel fand im gesamten B\u00fcndner Oberland weite Verbreitung und wurde in Bezug auf Sprache und Orthographie zu einem Vorbild.<\/p>\n<p><strong>Z Bib 94 [Biblia Plantiniana.]<\/strong> Biblia sacra Hebraice, Chaldaice, Graece &amp; Latine. Philippi II. Reg. Cathol. Pietate, et studio ad Sacrosanctae Ecclesia usum.<br \/>Antwerpen : Plantinus, 1569\u20131573 (8 Bde., Folio)<br \/>Die Polyglottenbibel, die sog. Biblia Regia oder Plantiniana aus der Offizin des Christopher Plantin (1520\u20131589), z\u00e4hlt zu den typographischen Meisterleistungen der fr\u00fchen Neuzeit. Im Auftrag K\u00f6nig Philipps II. von Spanien wurde der Bibeltext aufw\u00e4ndig in hebr\u00e4ischer, chald\u00e4ischer, griechischer, lateinischer und altsyrischer Sprache in einer Paralleltextfassung vom Orientalisten Benito Arias Montano (1527\u20131598) u.a. quellenkritisch herausgegeben. Es war das Verdienst des Schaffhauser Theologen und Reformators Johann Conrad Ulmer (1519-1600), das &#8220;st\u00e4dtische Regiment&#8221; von der Anschaffung eines Exemplars der kostbaren Polyglotte f\u00fcr &#8220;89 Guldin, 34 Kreutzer&#8221; \u00fcberzeugt zu haben.<\/p>\n<p><strong>Z Bib 99: Franz\u00f6sische Bibel<br \/><\/strong>Genf 1588<br \/>&#8220;Bible de Gen\u00e8ve&#8221;. La Bible, qui est toute la Saincte Escriture du Vieil et du Nouveau Testament (J\u00e9r\u00e9mie des Planches]. Vorwort von Jean Calvin, Vorwort von de B\u00e8ze. Vier Auflagen im gleichen Jahr in verschiedenen Formaten. Unsere Quart. Nachfolgerin der ersten frz. Bibel durch Pierre Oliv\u00e9tan (1535), gr\u00fcndliche Revision unter erstmaligem Einbezug des Hebr\u00e4ischen durch die Genfer Professoren, v.a. Corneille Bertram (von ihm auch Ill.) und B\u00e8ze. Arbeit eines Teams, angestossen durch Calvin, 16 Jahre lang. Verzicht auf philologische Anmerkungen, daf\u00fcr doktrin\u00e4r-ekklesiastische. Text hatte Bestand f\u00fcr 100 Jahre. Grossauflage in drei Formaten, 10&#8217;000 Exp<\/p>\n<p><strong>Z Bib 197 polnische Bibel<br \/><\/strong>Gdansk 1632 (Erstausgabe)<br \/>Popul\u00e4re calvinistische, auch von den Lutheranern akzeptierte Bibel aus der H\u00fcnefeld-Druckerei in Danzig. War bis 1975 die Standard\u00fcbersetzung der polnischen Protestanten. Die ersten Ausgaben der Danziger Bibel enthielten zwischen AT und NT auch apokryphe B\u00fccher (z.B. das Gebet des Manasse). Hinten Lieder inkl. Noten. <a href=\"http:\/\/wystawy.areopag.org.pl\/de\/biblia-gdanska\">http:\/\/wystawy.areopag.org.pl\/de\/biblia-gdanska<\/a>. Schaffhauser Exemplar: Es gibt einen handschriftlichen Eintrag im Buch: Johann Jakob Spleiss, Bibliothekar der Stadtbibliothek, schenkt die Bibel seiner Bibliothek im Jahr 1705. Ein weiterer Eintrag belegt, dass der Vater von Johann Jakob, Stephan Spleiss, die Bibel von seinem \u201eamicus\u201c Petrus Rzeczycki 1646 in Basel geschenkt bekommen hatte.<\/p>\n<p><strong>Z Bib 206: Z\u00fcrcher Bibel, Froschauer 1529.<br \/><\/strong>Z\u00fcrich: Froschauer 1529-1530<br \/>Bibel im Sedezformat (12cm) in 6 B\u00e4nden. Bd 2, 3, 5 und 6 ohne Jahresangabe, Band 4: Z\u00fcrich, Froschauer 1529 (Teil 4 des AT). Band 1: 1530. Sehr sch\u00f6ner Buchschnitt. Inkl. Apokryphen. Zweites Exemplar: NEa 8 (nur 5 B\u00e4nde). Bereits 1524 war ein Nachdruck von Luthers Neuem Testament bei Froschauer in Z\u00fcrich erschienen, und zwar in einer sprachlich der Eidgenossenschaft angepassten Form nach Basler Vorbild. Dies war der Kern der eigenst\u00e4ndigen \u00dcbersetzung &#8211; regionale Verst\u00e4ndlichkeit sollte, neben philologischer Genauigkeit, auch in Zukunft in Z\u00fcrich im Vordergrund stehen. In diesem Geist erschienen auch die ersten Ausgaben des Alten Testaments nach Luther und Basel (1525). Bis 1529 lag dann die ganze Bibel in drei Formaten vor, 1530 mit einer Oktavausgabe komplettiert. Kr\u00f6nender Abschluss war die Foliobibel von 1531 mit den Holzschnitten von Hans Holbein d.J., der ersten Vollbibel in einem Band mit umfangreichen Konkordanzen und Glossen, mit der die Entwicklung zur eigentlichen Studienbibel begann. Froschauer unternahm auch weitere Auflagen, die zum Teil wieder auf \u00e4ltere Textst\u00e4nde verwiesen, zum Beispiel kleinformatige Neue Testamente 1533, 1534 und 1539, deren Abnehmerschaft man teils bei den T\u00e4ufern vermutet. 1534 erschien zudem eine Oktavbibel mit Retouchen am Text von 1531 und 1536 die Zweitauflage der Foliobibel, bei den T\u00e4ufern offenbar hochgesch\u00e4tzt. Die vierte Auflage der Foliobibel von 1546 ist besonders reich illustriert und bildet den H\u00f6hepunkt der \u00dcbersetzungst\u00e4tigkeit von Hans Jud. In die 1540er Jahre fallen auch weitere Textrevisionen am AT, 1574 dann am NT.<br \/>Weitere Schaffhauser Exemplare der Z\u00fcrcher Bibel:<br \/>NEa 25b: Froschauer 1530<br \/>NEa 27: Froschauer 1534 (AT)<br \/>N* 307: Froschauerbibel von 1540, Folio, 3. Ausgabe der Bibel von 1531. Ausgabe beinhaltet eine Neubearbeitung des Texts des Alten Testaments. Mit farbigen Ill. (die gleichen wie 1531?). Letzte Seiten fehlend?<br \/>NEa 25: Froschauer 1548: 2 B\u00e4nde, gutes Format f\u00fcr Ausstellung<\/p>\n<p>Ende des 16. Jhs., mit der letzten Froschauer-Bibel hat die &#8220;Z\u00fcrcher Bibel&#8221; dann endg\u00fcltig ihre Gestalt gefunden. Seit 1570 heisst sie im \u00dcbrigen wie die Lutherbibel &#8220;Biblia&#8221;. Im Unterschied zu Luther folgen aber die Geschichtsb\u00fccher und die Apokryphen stets zwischen AT und NT, nicht ganz am Schluss. Nach 1548 hat SH keine Z\u00fcrcher Bibel mehr bis zur Ausgabe von 1629. 17. Jahrhundert: Neben den 120 Editionen aus der Offizin Froschauer spielten andere Drucker im 16. Jh. fast keine Rolle. Im 17. Jh. wurde die Bibel nun zur offiziellen Staatspublikation; Privilegien und Subventionen gew\u00e4hrten Kontrolle. 1629 erfolgte eine Neu\u00fcbertragung des NT (Z Bib 118) durch Johann Jacob Breitinger. Seine sprachliche \u00dcberarbeitung brachte eine Ann\u00e4herung an die Hochsprache vor allem in der Orthographie. \u00c4hnlich dann die \u00a0Gesamtausgabe von 1638 als deren &#8220;Fortsetzung&#8221;: (N*1). Sie nahm letztmals den Einsatz der Holzschnitte aus der Froschauerbibel vor. Staatliche, &#8220;offizielle&#8221; Edition, Druckerpers\u00f6nlichkeit weniger wichtig, daf\u00fcr das Hoheitszeichen Z\u00fcrichs auf dem Titelblatt. Die wichtigeTotalrevision von 1665\/67 mit einer weiteren Ann\u00e4herung an das Hochdeutsche ist in SH nicht vorhanden, ebensowenig die Gessnersche Foliobibel von 1690\/91. 18. Jahrhundert: Im Unterschied zum 17. Jahrhundert gibt es eine Vielzahl an Ausgaben von verschiedenen Druckereien, die fusionierten, kooperierten und zedierten, ausserdem viele Privatdrucke. Nachdem 1710 in der Druckerei Hardmeier eine besonders fehlerhafte Ausgabe der Z\u00fcrcher Bibel erschienen war, handelte die Z\u00fcrcher Regierung und berief ein Professoren-Kollegium ein, das \u00fcber die Qualit\u00e4t einer neuen, &#8220;staatlich gepr\u00fcften&#8221; Ausgabe wachen sollte, die 1711\/1712 gleichzeitig bei Gessner und bei Bodmer gedruckt wurde (Z Bib 288: Z\u00fcrich 1712, N*350 ZH 1711 wohl das Gleiche, sch\u00f6ner Einband). Durch die gemeinsame rationellere Herstellung der Bibel in zwei Druckereien konnten Kosten gespart werden und die Bibel rasch und preiswert an die Kirchgemeinden abgegeben werden. Die Ausgabe ist ohne Bilderschmuck und exegetische Glossen, puristisch-puritanisch. Sp\u00e4tere Auflagen von Staatsbibeln, z.B. auch die Quartbibel von 1724, Z\u00fcrcher Standard bis 1807, sind in SH hingegen nicht vorhanden. Abweichende Bibeln werden in Z\u00fcrich verboten (die mystisierende Berleburger 1726\/48, die rationalisierende Wertheimer 1735). In SH ist die Berleburger Bibel hingegen doppelt vertreten: Z Bib 82\/83 und N*275. Die pietistische Ulrich-Bibel von 1755\/1756 (des Herrnhuter Fraum\u00fcnsterpfarrers Johann Caspar Ulrich) mit viel Exegese und Glossen fehlt in SH wieder, nicht aber die umstrittene aufkl\u00e4rerische Bibel von 1772 (N*324 und 335) (nicht Altbestand?). Anstoss erregte das vorgestellte &#8220;Real-W\u00f6rterbuch der meisten biblischen W\u00f6rter, die es vorz\u00fcglich n\u00f6thig haben erkl\u00e4rt zu werden&#8221;. Es ersetzte Konkordanzen und wollte &#8220;dunkle Stellen und Redensarten&#8221; in der Bibel erkl\u00e4ren. Die Bibel erschien so als moralische Erl\u00f6sungslehre und vermittelte einen intellektuellen Glaubensbegriff. Die Ausgabe wurde fallengelassen und man kehrte zum Text von 1724 zur\u00fcck. (Titelholzschnitt von David Redinger 1745. Im anonymen Vorwort &#8220;lichtvolle Tage&#8221;. Letzte offizielle Bibelausgabe bis 1860. F\u00fcnferkommission unter der Leitung von Johann Jakob Breitinger. Letzter Schritt zum Neuhochdeutschen vollzogen). 19. Jh.: Nach dem Sturz des Ancien R\u00e9gime erfolgten zu Beginn keine Neu\u00fcbersetzungen. An die Stelle des Staates traten die Bibelgesellschaften, in Z\u00fcrich 1812. Erste SH Ausgabe: N*362: Z\u00fcrich 1817.<\/p>\n<p><strong>Z Bib 289: Franz\u00f6sische Diodati-Bibel<br \/><\/strong>Genf 1644<br \/>&#8220;Sainte Bible&#8221;, AT und NT, Apokryphe fehlen. Kein Drucker angegeben. Giovanni Diodati (1576-1649) war ein Genfer reformierter Theologe italienischer Herkunft, Sohn eines toskanischen Adligen aus Lucca, Sch\u00fcler von Th\u00e9odore de B\u00e8ze, ab 1609 dessen Nachfolger als Theologieprofessor an der Genfer Akademie. Seine italienischen Bibel\u00fcbersetzungen (die ersten aus dem Griechischen und Hebr\u00e4ischen) sind wegen ihrer klaren Sprache ber\u00fchmt und bildeten den Standard des italienischen Protestantismus bis ins 20. Jh. Seine franz\u00f6sische \u00dcbersetzung von 1644 hingegen wurde in Genf von der dortigen Pfarrerschaft abgelehnt und bek\u00e4mpft.<\/p>\n<p><strong>Schaffhauser Bibeln (Bibeln mit Druckort Schaffhausen)<br \/><\/strong>Z Bib 87: Lutherbibel 1772 bei Johann Conrad M\u00fcller, Onkel Johannes von M\u00fcllers.<br \/>N* 351: SH 1724, viele Ill, teils lose Bl\u00e4tter<br \/>Z Bib 125: 1743<br \/>Z Bib 126: 1745 (auch: NEa 6)<br \/>Z Bib 246: 1746 (kleinformatig)<br \/>N* 359: 1770 &#8211; sch\u00f6n. Einzige in der Schweiz gedruckte Ausgabe mit der Vorrede des T\u00fcbinger Theologen und Philologen Johann Christian Klemm (1688-1754).<br \/>Z Bib 87: 1772 &#8211; viele Ill.<br \/>NM 424: 1842; NM 703: 1854<\/p>\n<p><strong>ZC 522: Al-Coranus<br \/><\/strong>Leipzig 1721<br \/>\u00dcbersetzung ins Lateinische durch Ludovico Marracci, hg. Christian Reineccius. 1698 hatte der bedeutende italienische Arabist Ludovico Marracci (1612 \u2013 1700) in einem umfangreichen Folianten den arabischen Korantext zusammen mit einer sehr genauen lateinischen \u00dcbersetzung, Kommentaren und einer aus katholischer Sicht geschriebenen Widerlegung ver\u00f6ffentlicht. Der aus Anhalt stammende Theologe Christian Reineccius (1668 \u2013 1752), der durch zahlreiche Ver\u00f6ffentlichungen auf dem Gebiet der hebr\u00e4ischen Philologie hervorgetreten ist, gab Marraccis lateinische \u00dcbersetzung mit einer neuen Einleitung und sehr n\u00fctzlichen Registern in handlicher und wohlfeiler Form neu heraus.<\/p>\n<p><strong>ZD 1590: <\/strong>Der Koran oder Das Gesetz der Moslemen (Samuel Friedrich G\u00fcnther Wahl)<br \/>Halle 1828.<br \/>Friedrich G\u00fcnther Wahl (1760 \u2013 1834) gab 1828 die \u00dcbersetzung Friedrich Boysens in ver\u00e4nderter und erweiterter Form heraus, fand damit aber nicht den Beifall des f\u00fchrenden Leipziger Arabisten Heinrich Leberecht Fleischer, der Wahl vorwarf, die Fortschritte der arabischen Sprachwissenschaft zu ignorieren. Auch ist die abweisende Haltung Wahls dem Koran gegen\u00fcber unverkennbar. 1772 erschien die erste direkt aus dem Arabischen ver\u00f6ffentlichte Koran\u00fcbersetzung des schw\u00e4bischen Gelehrten David Friedrich Megerlin (1699 \u2013 1778). Sie wurde von Goethe vernichtend rezensiert. (1773 hatte der Quedlinburger Oberhofprediger und Konsistorialrat Friedrich Eberhard Boysen seine wegweisende Koran\u00fcbersetzung aus dem Arabischen ver\u00f6ffentlicht, ein Jahr nach der ersten solchen \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>Luther, Zwingli und co.<br \/><\/strong>Luther: ZA 490, An den christlichen Adel deutscher Nation, Wittenberg 1520.<br \/>Sebastian Hofmeister: UG 19. Ilanzer Akten<br \/>Calvin: Z 91, Paulusbriefkommentare, Genf 1562 (&#8220;la traduction est comme r\u00e9duite \u00e0 la perfection)<br \/>ZA 677: Schlesischer Protestantismus, Apologia von Schwenckfeld<br \/>ZA 949: U.a. Zwinglis &#8220;Wurstpredigt&#8221; Von erkiesen und freyheit der spysen (Z\u00fcrich 1522)<br \/>Z 147: Gwalther-Predigten in sch\u00f6nem Renaissance-Einband (Z\u00fcrich, Froschauer 1563)<\/p>\n<p><strong>B\u00fccher aus dem Besitz des Schaffhauser Reformators Sebastian Hofmeister<br \/><\/strong>ZA 488; (VGc 206 siehe dort)<br \/>Z 10: Johannes Damascenus (Kirchenvater): Theologia (Paris 1512) mit Hofmeisters Besitzeintrag auf dem Titelblatt und beigebunden der Chrysopassus des Gegenreformatoren Johannes Eck (Augsburg 1514) (sch\u00f6nes Titelblatt). Nicht besonders selten.<br \/>ZA 488: Resolutiones diputationum (Luther), beigebunden De Risu Paschali (Oekolampad). Neben Hofmeister auch Besitzeintrag Johannes Habermann (Avenarius). Basel 1518.<br \/>ZA 721: F\u00fcnf verschiedene Kleinschriften, teils hebr\u00e4isch, selten (in dieser Zusammenbindung wohl einmalig): Gebete hebr\u00e4isch\/deutsch, hebr\u00e4ische Kleingrammatik, Briefe des Erasmus von Rotterdam, theologische P\u00e4dagogik des Petrus Mosellanus, Traktate von Luther, Melanchthon u.a.<\/p>\n<p><strong>ZB 149: Artikuli. Confessio oder Bekanntnuss des Glaubens<br \/><\/strong>Primoz Trubar, T\u00fcbingen [Urach] 1562<br \/>Augsburger Confessio. VD16 C 4795<br \/>Die Artikuli ili Deli prave stare krstianske vere sind eine kroatische \u00dcbersetzung und Bearbeitung von Melanchthons Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) im glagolitischen Alphabet von Anton Dalmatin und Stipan Konzul, die sich massgeblich auf die slowenische \u00dcbersetzung des gleichen Werkes von Primo\u017e Trubar st\u00fctzten. Sie erschien in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Im gleichen Jahr erschien auch eine Ausgabe mit kyrillischen Buchstaben und die slowenische \u00dcbersetzung. In 11 Exemplaren \u00fcberliefert, in der Schweiz nur BS und SH. Trubar hatte das Werk aus Melanchthon, der w\u00fcrttembergischen und der s\u00e4chsischen Konfession kompiliert, was sowohl Ungnad als auch Dalmatin und Konsul bedenklich fanden. Im deutschen Titel der vorliegenden Version wird nicht erw\u00e4hnt, dass es sich um eine \u00dcbersetzung aus dem slowenischen handelt. Es wird auch nicht offengelegt, dass es eine Kompilation der drei Konfessionen ist. Die lange slowenische Vorrede Trubars enth\u00e4lt eine ausf\u00fchrliche Widmung und eine kurze Geschichte der Reformation und des Augsburger Bekenntnisses. Die\u00a0 serbokroatische Ausgabe adressierten die \u00dcbersetzer an die &#8220;Christen in Dalmatien, Kroatien und allen anderen\u2026 slawischen L\u00e4ndern&#8221; statt nur an die Krainer. Dalmatin und Konsul unterzeichneten die Vorrede, was, wie auch zwei Portraits der beiden, auf die ver\u00e4nderten Machtverh\u00e4ltnisse in der Uracher Druckerei hinzudeuten scheint. Diese beiden Portaits sind die einzigen der beiden \u00dcbersetzer, die es gibt. Die Abk\u00fcrzung ping. bei Consul weist auf seinen Geburtsort Buzet (Pinguente) in Istrien hin. Neben Dalmata ein Holzschnitt mit dem siegreichen Christus auf dem Drachen (Vorlage vermutlich von Jakob Salb, S\u00f6nke Lorenz).<\/p>\n<p><strong>ZB 322 Malleus maleficarum (Hexenhammer)<br \/><\/strong>Frankfurt 1600<br \/>Der &#8220;Hexenhammer&#8221; ist ein Werk zur Legitimierung der Hexenverfolgung, das auf die beiden Dominikanerbr\u00fcder Heinrich Kramer (Henricus Institoris) und Jakob Sprenger zur\u00fcckgeht; Erstausgabe Speyer 1486 im Kontext der fr\u00fchen Inquisition. Das Traktat ist ein Rechtfertigungstext, der bestehenden Vorurteile \u00fcbersichtlich pr\u00e4sentiert und theologisch begr\u00fcndet. Durch klare Regeln wird eine systematische Verfolgung und Vernichtung der betroffenen Personen, zumeist Frauen, gefordert. Der Hexenhammer fand nie offizielle kirchliche Anerkennung &#8211; die er aber mit dem Abdruck einer p\u00e4pstlichen Bulle am Beginn des Werks gerne vorgab, ist aber ein wichtiges Referenzwerk f\u00fcr die Jahrhunderte w\u00e4hrenden &#8220;Hexenverfolgungen&#8221; bis zu den Hexenprozessen von Salem, Massachusetts. Das Werk erschien in 29 Ausgaben, zuletzt 1669 in Lyon.<\/p>\n<p><strong>ZB 394: Barocker Sammelband<\/strong> mit &#8220;orientalischen Schriften&#8221;<br \/>Ein interessanter Sammelband aus der Bibliothek von Johann Georg M\u00fcller. Er enth\u00e4lt drei seltene B\u00fccher des 17. Jahrhunderts mit &#8220;orientalischem Inhalt&#8221; und drei Alphabete: das lateinische, hebr\u00e4ische und arabische. Das mittlere Buch ist ein arabischer Text, der von rechts nach links l\u00e4uft, die anderen beiden Texte laufen wie \u00fcblich von links nach rechts. Daher stossen der erste und der zweite Text mit ihrem Schluss aneinander, und der zweite und dritte mit ihren Titelbl\u00e4ttern. F\u00fcr einmal keine Fehlbindung, sondern im Gegenteil Umsicht! Die drei B\u00fccher sind:<br \/><strong>Sefer Yezirah<\/strong> (Liber Iezirah), Amsterdam 1642. Das Sefer Yezirah (hebr\u00e4isch \u05e1\u05e4\u05e8 \u05d9\u05e6\u05d9\u05e8\u05d4, &#8220;Buch der Formung&#8221;) ist einer der wichtigsten Texte der j\u00fcdischen Mystik (Kabbalah). Er stellt die Sch\u00f6pfung in ihrer Entstehung und Struktur dar und verwendet daf\u00fcr die zehn &#8220;Urziffern&#8221; und die 22 Buchstaben des hebr\u00e4ischen Alphabets. Der Herausgeber und \u00dcbersetzer dieser lateinisch-hebr\u00e4ischen Ausgabe,\u00a0 Johann Stephan Rittangel, war eine schillernde Pers\u00f6nlichkeit. Er war entweder Jude, der zum Katholizismus konvertierte und anschliessend Calvinist und schliesslich Lutheraner wurde. Andere Quellen beschreiben ihn als Katholiken, der via Judentum zu Luther gelangte&#8230; Geboren bei Bamberg, lebte er in Konstantinopel, Amsterdam und London und publizierte als Professor im baltischen K\u00f6nigsberg in den 1640er Jahren verschiedene \u00dcbersetzungen hebr\u00e4ischer Werke.<br \/><strong>Ibn Arabsah: Vitae et rerum gestarum Timuri, <\/strong>Amsterdam 1636. Dies ist die erste gedruckte arabische Ausgabe der Biographie des mongolischen Eroberers Tamerlan (Timur) durch den syrischen Autor Ahmad b. Muhammad Ibn\u2019Arabsah, herausgegeben durch Jacobus Golius, einen niederl\u00e4ndischen Mathematiker und Orientalisten. Das Buch ist eine wertvolle Quelle eines Zeitgenossen Tamerlans, auch wenn der Autor ein sehr negatives Bild Tamerlans zeichnet- kein Wunder, wurde er doch bei der Eroberung Syriens durch Tamerlan 1401 aus Damaskus nach Samarkand verschleppt.<br \/><strong>Paul Colomi\u00e8s<\/strong><strong>: Gallia \u200bOrientalis<\/strong>, Amsterdam 1642. Colomi\u00e8s war Protestant und Bibliothekar. Er stammte aus la Rochelle, war aber vor allem in London t\u00e4tig, u.a. in der Bibliothek des Lambeth Palace. Das Werk, sein Hauptwerk, ist ein biographisches Lexikon franz\u00f6sischer Hebraisten und Orientalisten und f\u00e4llt im Vergleich zu den anderen beiden B\u00fcchern des Sammelbands von seiner Bedeutung her doch etwas ab.<\/p>\n<p><strong>ZC 16: Erasmus Alber: L&#8217;Alcoran des cordeliers<br \/><\/strong>Amsterdam, 1734.<br \/>Mit Kupferstichen von Bernard Picart. Lutherisches Pamphlet, das in zwei Teile gegliedert ist: Der erste Teil wurde vom Reformator Erasmus Alber verfasst, der zweite ist das Werk von Conrad Bade, dem franz\u00f6sischen \u00dcbersetzer beider Teile. Basierend auf der Genfer Erstausgabe von 1578 enth\u00e4lt diese sch\u00f6ne Ausgabe die franz\u00f6sischen und lateinischen Texte Seite an Seite sowie ein Vorwort Martin Luthers und Bades. Die Kupferstichillustrationen von Bernard Picart enthalten ein Titel-Frontispiz und 21 aus dem Text gestochene Figuren, von denen eine ein Faltblatt ist. Inhaltlich geht es gegen Bartholom\u00e4us von Pisa, der in seinem um 1390 von verfassten Werk De conformitate vitae Beati Francisci ad vitam Domini Jesu \u00c4hnlichkeiten zwischen dem Leben von Jesus Christus und dem Leben des heiligen Franziskus hervorgehoben hatte. In der Reformationszeit wandte sich Martin Luther gegen die Schrift, und sein Sch\u00fcler Alber verfasste 1542 die vorliegende Streitschrift, dt. u.d.T. &#8220;Koran der Franziskaner, das hei\u00dft Blasphemien- und L\u00fcgen-Babel eines stigmatisierten G\u00f6tzenbildes, genannt Franziskus&#8221;. Der streitbare Reformator und Fabeldichter Alber griff als wortm\u00e4chtiger Anh\u00e4nger Luthers aber auch andere Reformatoren an. Unser einziger Originaldruck Albers ist <strong>ZA 5 <\/strong>(Neubrandenburg 1556): <strong>Widder die verfluochte lere der Carlstader<\/strong>, die sich in erster Linie gegen Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt, richtete, einen ehemaligen Lutheraner, der dann ins T\u00e4ufertum wechselte (diesen Druck haben in der Schweiz nur wir). Es bekommen aber auch alle anderen ihr Fett ab, wie der ganze Titel zeigt:\u00a0&#8220;Widder die verfluchte lere der Carlstader, und alle f\u00fcrnemste Heubter der Sacramentirer, Rottengeyster, widderteuffer, Sacramentlesterer, Eheschender, Musicaverechter, Bildst\u00fcrmer, feiertagfeinde und Verw\u00fcster aller guten ordnung&#8221;.<\/p>\n<p><strong>ZC 251: <\/strong><strong>Gottfried Wilhelm Leibniz: <\/strong><strong>Mathematische Beweis der <\/strong><strong>Erschaffung und Ordnung der Welt <\/strong>Wolfenb\u00fcttel 1734<br \/>In Leibniz&#8217; Schrift von 1696 an den Herzog Rudolf August zu Braunschweig wird ein Medaillon als &#8220;Imago Creationis&#8221;, Abbild der Sch\u00f6pfung, entworfen und beschrieben. Die Zahlen stellten &#8220;\u201egleichsam als in einem Spiegel die Sch\u00f6pfung oder den Ursprung der Dinge aus Gott und sonst Nichts dar.\u201c Leibniz st\u00fctzt sich dabei auf seine Dyadik, ein mathematisches Dualsystem, das alle Rechenoperationen durch die Zahlen 0 und 1 durchzuf\u00fchren sucht. Der Wahlspruch &#8220;De Omnibus ex nihilo ducendis sufficit unum&#8221; auf dem Medaillon (&#8220;Um alles aus dem Nichts herzuleiten, gen\u00fcgt eins&#8221;) verweist auf das duale Zahlensystem, aber auch auf einen eben &#8220;mathematisch bewiesenen&#8221; Gott. Die Schrift ist in einem Sammelband mit medizinischen\u00a0 und theologischen Schriften und Dissertationen, an sie anschliessend folgt ein Artikel aus der Aced\u00e9mie Royale des Sciences von 1705 &#8220;zu mehrerer Erl\u00e4uterung obstehender Beschreibung des Medallions&#8221;. Durch seine mathematischen und technischen Forschungen und Erfindungen im Bereich der Rechenmaschinen war Leibniz wegbereitend f\u00fcr die Informatik, Kryptologie und letztlich den Computer.<\/p>\n<p><strong>ZC 562: Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft; ZC 563: Critik der praktischen Vernunft<br \/><\/strong>Riga: Hartknoch, 1788<br \/>Erstausgabe. Kants Kritik der praktischen Vernunft ist neben der zuvor erschienenen \u201eKritik der rei\u00adnen Vernunft\u201c das zweite Hauptwerk des K\u00f6nigsberger Philosophen und eines der wichtigsten Werke der praktischen Philosophie, die sich mit dem menschlichen Handeln besch\u00e4ftigt. Es enth\u00e4lt den ber\u00fchmten \u201eKategorischen Imperativ\u201c. Das Werk erschien im Verlag Johann Friedrich Hartknoch in Riga, einem der wichtigsten Verlage der deutschen Aufkl\u00e4rung, der u.a. auch die Werke Schopen\u00adhauers, Herders und des Freiherrn von Knigge herausbrachte. Die Ministerialbibliothek besitzt die Erstausgabe der praktischen Vernunft. Bei der Kritik der reinen Vernunft liegt die zweite Auflage von 1787 vor, die, da wesentlich erweitert, als Referenzausgabe gilt.<\/p>\n<p><strong>ZC 594: John Locke: Vernunftm\u00e4ssiges Christentum<br \/><\/strong>Berlin und Leipzig, Christian Friedrich G\u00fcnther 1758.<br \/>&#8220;Des ber\u00fchmten Engl\u00e4nders Johann Loke Vernunftm\u00e4ssiges Christenthum&#8221;. John Locke (1632-1704) war einer der bedeutendsten englischen Philosophen und ein zentraler Vordenker der Aufkl\u00e4rung. Seine politische Philosophie beeinflusste die amerikanische Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung und die Ver\u00adfassung der Vereinigten Staaten und des revolution\u00e4ren Frankreichs stark. Lockes theologische Wer\u00adke sind puritanisch gepr\u00e4gt. In seinem Essay \u201eThe Reasonableness of Christianity as Deliver\u2019d in the Scriptures\u201c von 1695 verband er rationalistisches Gedankengut mit dem traditionellen Glauben und legte dar, dass das in der Bibel Bezeugte von der Vernunft als logisch anerkannt werden m\u00fcsse. Locke hielt dabei auch am kosmologischen Gottesbeweis fest. Die vorliegende dt. \u00dcbersetzung ist die zwei\u00adte und letzte Ausgabe des 18. Jahrhunderts.<\/p>\n<p><strong>ZC 1423: Berlinische Bibliothek<br \/><\/strong>Berlin 1747-1750<br \/>Johann Carl Conrad Oelrichs, Berliner Jurist und Historiker sowie Gymnasiallehrer. Vierb\u00e4ndige gelehrte Zeitschrift. Aus dem Nachlass von Prof. Werner Weber via ZB Z\u00fcrich 2011 wieder nach SH zur\u00fcck. Die B\u00e4nde waren in den 1950er Jahren ausgeschieden und vom Bearbeiter Peter Vogelsanger beh\u00e4ndigt worden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;11 Sondersignaturen, Varia&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;Titelsektion&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 11&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 11&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h2>11 Sondersignaturen, Varia<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;11.1 Schalch&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 11.1&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 11.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>11.1 Schalch<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 11.1&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Die Bibliothek des Schaffhauser Pal\u00e4ontologen Ferdinand Schalch umfasst fast 2000 B\u00e4nde. Sie ist die beeindruckende spezialwis\u00adsenschaftliche Sammlung eines Privatgelehrten mit unerm\u00fcdlichem Sammeltrieb in den Berei\u00adchen Geologie und Pal\u00e4ontologie. Die Schwerpunkte der Sammlung liegen in der Geologie, Mineralogie und Pal\u00e4ontologie mit den geographischen Schwerpunkten Sachsen, Baden-W\u00fcrttemberg und Nordschweiz\/Schaffhausen &#8211; den Wirkungsst\u00e4tten Schalchs. Eine Besonderheit sind die mehreren hundert Separatdrucke wissenschaftlicher Aufs\u00e4tze befreundeter Forscher, die den Kenntnisstand der deutschsprachi\u00adgen Forschung um 1900 und das weitgespannte berufliche Beziehungsnetz Schalchs widerspie\u00adgeln. Im Bereich der regionalen Geologie besteht eine enge Beziehung der B\u00fccher zur Beleg\u00adsammlung und den Kartenbl\u00e4ttern.<br \/>Es ist nicht restlos gekl\u00e4rt, ob es sich bei der Sammlung um die reine Privatbibliothek des Gelehrten handelt oder um eine Kombination aus beruflicher Hand- und Privatbibliothek. Preise sind selten, Besitzstempel oder Ex Libris scheint es in den B\u00fcchern nicht zu geben. Randnotizen und Widmungen finden sich hingegen regelm\u00e4ssig. Bereits 1896 hatte der Gelehrte seine Bibliothek der Stadt Schaffhausen vermacht; diese \u00fcber\u00adtrug nach seinem Tod 1919 die Aufbewahrung und Erschliessung der Naturforschenden Gesellschaft. Die B\u00fccher waren im Untergeschoss des Naturgeschichtlichen Museums am Herrenacker unterge\u00adbracht und \u00fcberstanden daher, im Gegensatz zum handschriftlichen Nachlass Schalchs, den Bomben\u00adangriff von 1944.<br \/>Nach dem Krieg waren die B\u00fccher im Haus zur Freudenfels an der Safrangasse aufgestellt. 1969 \u00fcber\u00adnahm die Stadtbibliothek den Bestand von 4000 B\u00e4nden und erfasste ihn im Autoren- und Sachkata\u00adlog des Zettelkatalogs. Etwa 2000 B\u00e4nde wurden in eine eigens geschaffene Signatur Sch \u00fcbernom\u00admen. Die andere H\u00e4lfte wurde makuliert. Sie bestand aus Dubletten, Separatdrucken aus Publikationen, die in der Stadtbibliothek bereits vorhanden waren und aus Werken in sehr schlechtem Erhaltungszustand. Aus Anlass des 100. Todestags von Ferdinand Schalch wurde die Sammlung Anfang 2018 im elektronischen Katalog der Bibliotheken Schaffhausen nacherfasst (nur formale, keine Sacher\u00adschliessung).<\/p>\n<p><strong>Sch 1: <\/strong><strong>Friedrich von Alberti:<\/strong> <strong>Beitrag zu einer Monographie des bunten Sandsteins, Muschelkalks und Keupers, und die Verbindung dieser Gebilde zu<\/strong><strong> einer Formation<br \/><\/strong>Stuttgart 1834. In der Schweiz sonst nur an den Universit\u00e4tsbibliotheken Lausanne und Genf.<\/p>\n<p><strong>Sch 46: <\/strong><strong>Fortsetzung der H\u00f6llenthalbahn von Neustadt \u00fcber L\u00f6ffingen nach H\u00fcfingen <br \/><\/strong>Karlsruhe 1901<br \/>In der Schweiz sonst nicht vorhanden, in Deutschland selten. Mit Kartenmaterial. Der erste Teil des Werks fehlt in der Sammlung.<\/p>\n<p><strong>Sch 68: \u00a0The Cotteswold Hills. Hand-book by John Lycett <br \/><\/strong>London 1857<br \/>In der Schweiz einmalig, auch in Deutschland selten.<\/p>\n<p><strong>Sch 72: Abb\u00e9 Paramelle: Quellenkunde<br \/><\/strong>Leipzig 1856<br \/>Seltenes Werk des s\u00fcdwestfranz\u00f6sischen Hydrogeologen, der eine wissenschaftliche Herange\u00adhensweise an das Auffinden von Wasserquellen begr\u00fcndete. Dt. Erstauflage (frz. im gleichen Jahr). In der Schweiz an der UB Basel, der ETH-Bibliothek und in Schaffhausen vorhanden.<\/p>\n<p><strong>Sch 87: <\/strong><strong>Die gefiederten S<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>ngerf<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>rsten des europ<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>ischen Festlandes \/ Mathias Rausch. <br \/><\/strong>Magdeburg Creutz 1900. <br \/>Kuriosum, mit Ill. (ohne besondere Qual.), in CH selten.<\/p>\n<p><strong>Sch 148: Albrecht Rengger. Beytr\u00e4ge zur Geognosie <br \/><\/strong>Stuttgart und T\u00fcbingen 1824<br \/>Wissenschaftliches Werk des bedeutenden Aargauer Politikers der Helvetik. In der Schweiz sonst nur an der ETH-Bibliothek nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>Sch f 3: Friedrich August Quenstedt<\/strong>. <strong>Ammoniten des Schw\u00e4bischen Jura<br \/><\/strong>Stuttgart 1883f<br \/>Standard- und Sp\u00e4twerk des bedeutenden dt. Geologen, mit Tafelb\u00e4nden und Ill. von Ferdinand Schlotterbeck. Dazu geh\u00f6rt: Sch f 12: Quenstedt zu den Brachiopoden (Leipzig 1871)<\/p>\n<p><strong>Sch f 5: <\/strong><strong>Petrefacta germaniae tam ea quae in museo universitatis Regiae Borussicae Fridericiae Wilhelmiae Rhenanae servantur\u2026<br \/><\/strong>D\u00fcsseldorf 1826ff<br \/>Hauptwerk von August Goldfuss, eines der Begr\u00fcnder der wissenschaftlichen Pal\u00e4ontologie. Mit Illustrationen von Christian Hohe, einem Bayreuther Zeichner und Maler, bekannt als Landschaftszeichner des Rheinlands. Erstausgabe. In der Schweiz neben SH noch vorhanden in Basel, Bern, ZB Z\u00fcrich, Lausanne, Porrentruy.<\/p>\n<p><strong>Sch f 6: Karl Hartwig von Zieten: Die Versteinerungen W\u00fcrttembergs<br \/><\/strong>Stuttgart 1830<br \/>Das zweib\u00e4ndige Grundlagenwerk, ein deutsch\/fran\u00adz\u00f6sischer Textband und ein Tafelband, besticht durch seine 72 hochwertigen kolorierten Lithographien. Sie ent\u00adstanden auf der Grundlage der Zeichnungen des Pal\u00e4ontologen Karl Hartwig von Zieten (1785-1846). Dieser wertete die Sammlung des Stuttgarter Naturforschers Friedrich von Hartmann aus, deren erhaltene Teile heute im Naturalienkabinett in Stuttgart und im Natural History Museum Lon\u00addon liegen.<\/p>\n<p><strong>Sch q 38: Johann Friedr. Wilh. Charpentier: Mineralogische Geographie der Churs\u00e4chsischen Lande<br \/><\/strong>Leipzig 1778<br \/>Das \u00e4lteste Buch und einzige Werk des 18. Jhs. in der Sammlung. Charpentier war ein deutscher Geologe mit Ahnen in der Normandie. Sein Werk gilt als die erste geologische Beschreibung eines gr\u00f6sseren Territoriums. Die dazugeh\u00f6rige petrographische Karte fehlt offenbar.<\/p>\n<p><strong>Sch q 40: Auguste Dollfus<\/strong> <strong>La Faune Kimm\u00e9ridienne du Cap de la H\u00e8ve<br \/><\/strong>Paris 1863<br \/>Dollfus, Geologe und Mittelamerikaspezialist aus Havre, starb erst 29-j\u00e4hrig an einer Tropenkrank\u00adheit. In der Schweiz ist das Werk mit seinen sch\u00f6nen Illustrationen von Humbert Lith. nur in Schaffhausen vor\u00adhanden, europaweit (elektronisch nachgewiesen) in etwa 30 Bibliotheken.<\/p>\n<p><strong>Sch q 43: Charles Darwin<\/strong>. <strong>A monograph on the fossile balanidae and verrucidae of Great Britain<br \/><\/strong>London 1854. <br \/>Erstausgabe. In der Schweiz neben Schaffhausen vorhanden an UB Genf, Basel, ETH-Bibliothek und Lausanne Sciences de la terre. Acht Jahre lang studierte Charles Darwin auf seinem Landgut die Biologie, Anatomie und Systematik der Rankenfusskrebse. Heute werden seine Untersuchungen als Stil\u00fcbungen f\u00fcr die Evolutionstheorie angese\u00adhen, die 1859 erschien. <a href=\"https:\/\/www.darwinproject.ac.uk\/commentary\/life-sciences\/darwin-and-barnacles\/darwin-s-study-cirripedia\">https:\/\/www.darwinproject.ac.uk\/commentary\/life-sciences\/darwin-and-barnacles\/darwin-s-study-cirripedia<\/a><\/p>\n<p><strong>Sch q 49: <\/strong><strong>Die Versteinerungen des norddeutschen Oolithen-Gebirges. <\/strong><strong>Friedrich Adolph Roemer. <\/strong>Hannover 1836<br \/>Bedeutender dt. Geologe, beschreibt in diesem Werk hunderte neuer Fossilien. 2. Ausgabe: Schq 142, 1839.<\/p>\n<p><strong>Sch q 50: Pillet\/Fromentel: Description g\u00e9ologique et pal\u00e9ontologique de la colline de L\u00e9menc <br \/><\/strong>Chambery 1875.<br \/>Text- und Tafelband, Erstausgabe. Seltenes Werk \u00fcber die pal\u00e4onto\u00adlogische Landschaft Savoyens, in der Schweiz sonst nur an der ETH-Bibliothek vorhanden. Einmalig in der Schweiz sind die beiden russischsprachigen Werke zu den Ammoniten Ostrusslands (Petersburg 1886, Schq 54) und zur Fauna\u2026des Rjasanischen Gouvernements (Petersburg 1883, Schq 121). Ebenso einmalig ist Reuss: Die terti\u00e4ren S\u00fcsswassergebilde des n\u00f6rdlichen B\u00f6hmens (Schq 156).<\/p>\n<p><strong>Sch q 82: Der weisse Jura im Klettgau<br \/><\/strong>Karlsruhe 1866. Scaphusianum von Franz Joseph und Leopold W\u00fcrtenberger. Mit Widmung der Autoren.<\/p>\n<p><strong>Sch q 96: Louis<\/strong> <strong>Agassiz: Etudes critiques sur les mollusques fossiles<br \/><\/strong>Neuch\u00e2tel 1840<br \/>Erstausgabe, mit vielen Illustrationen. Fr\u00fchwerk Agassiz&#8217; vor seiner Zeit in den Staaten. In der Bibliothek findet sich auch eine Vorstudie Agassiz&#8217; (Sch Brog 9) und eine Replik (Observations sur les \u00e9tudes\u2026, Metz 1855, Signatur Sch 93) von Olry Terquem.<\/p>\n<p><strong>Sch q 152: Cephalopoden<\/strong>, Friedrich August Quenstedt<br \/>T\u00fcbingen 1849. Mit Atlas &gt; Ill. Bedeutender Geologe, in Schweiz nicht dutzendfach vorhanden.<\/p>\n<p><strong>Sch q 158: Beitr\u00e4ge zur Petrefacten-Kunde: Georg Graf zu M\u00fcnster<br \/><\/strong>Bayreuth 1839.<br \/>Mit sch\u00f6nen Illustrationen von Ammoniten usw. (Sch q 156: Die terti\u00e4ren S\u00fcsswassergebilde des n\u00f6rdlichen B\u00f6hmens, A.E. Reuss, in swissbib nicht vorhanden).<\/p>\n<p><strong>Sch Bro 496:<\/strong> Manuskript von Julius Schill &#8220;Meine Untersuchungen an der Wutach&#8221;<br \/>1856. Badischer Geologe, der die Wutachabweichung nachwies.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;11.2 Offiziersgesellschaft&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 11.2&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 11.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>11.2 Offiziersgesellschaft<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 11.2&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>Off B 119: Der siebenj\u00e4hrige Kampf auf der pyren\u00e4ischen Halbinsel. F. X. Rigel<br \/><\/strong>Darmstadt 1819.<br \/>Mit einigen Ill und Karten. Rigel: badischer General auf Seiten Napoleons. Sch\u00f6ner Dreib\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong>Off B 132: Agathon (Baron) Fain: Manuscrit de 1812<br \/><\/strong>Paris 1827<br \/>Zuverl\u00e4ssige Kriegsgeschichte des Russlandfeldzugs des napoleonischen Beamten und Historikers Fain. Inkl. kleine Karten (Smolensk, Moskau usw.). in der Schweiz recht breit vorhanden. Ebf. vorhanden: 1813 (Off B 133)l<\/p>\n<p><strong>Off B 135: <\/strong><strong>Tagebuch geschrieben w\u00e4hrend der nordamerikanisch-mexikanischen Campagne<\/strong> in den Jahren 1847 und 1848 auf beiden Operationslinien \/Otto Zirckel<br \/>In CH nur in ZB und UB Basel<\/p>\n<p><strong>Off B 136: Neuf-Brisach, souvenirs de si\u00e8ge et de captivit\u00e9. (Charles Risler, Gaston Laurent-Attalin)<br \/><\/strong>Paris 1873<br \/>In der Schweiz nicht vorhanden.<\/p>\n<p><strong>Off B 142: M\u00e9moires pour servir \u00e0 l&#8217;histoire de France, sous Napol\u00e9on<br \/><\/strong>Paris 1823<br \/>&#8220;\u00e9crits \u00e0 Sainte-H\u00e9l\u00e8ne, par les g\u00e9n\u00e9raux qui ont partag\u00e9 sa captivit\u00e9, et publi\u00e9s sur les manuscrits enti\u00e8rement corrig\u00e9s de la main de Napol\u00e9on&#8221;. Erstausgabe der Erinnerungen Napoleons, der Gener\u00e4le Gourgaud und Montholon, die mit Napoleon auf St. Helena waren. Von Napoleon diktiert. Schwerpunkt ist der Anfang von Napoleons Laufbahn, mit Italien und \u00c4gypten. Teilausgabe, vollst\u00e4ndig publiziert wurde das Werk erst 1847.<\/p>\n<p><strong>Off B 161: Hippolyte Bellang\u00e9: Die Soldaten der franz\u00f6sischen Republik und des Kaiserreichs<br \/><\/strong>Leipzig 1843<br \/>Reich illustrierter Klassiker mit vielen Farblithos oder Holzschnitten von H. Bellang\u00e9. Erste deutsche Ausgabe mit den Uniformdarstellungen der napoleonischen Armee, darunter Portr\u00e4ts von Napoleon, Beauharnais, Murat und Poniatowsky, unter den Soldaten auch das Dromedar-Regiment sowie ein Invalide.<\/p>\n<p><strong>Off B 177: Geschichte des F\u00fcrsten Italiiski<br \/><\/strong>Mitau 1851. (nach N.A. Polewoi von J. De la Croix).<br \/>Selten, mit Holzschnitten.<\/p>\n<p><strong>Off B 179: Beat Emmanuel May: Histoire militaire de la Suisse<br \/><\/strong>Lausanne 1788<br \/>Zweite, stark vermehrte Ausgabe eines recht seltenen milit\u00e4rhistorischen Werks in acht B\u00e4nden, inkl. Darstellung der S\u00f6ldnerdienste und der Schweizergarde im Vatikan. Gut erhalten. Der Autor May aus Romainm\u00f4tier (1734-1802) kehrte vor 1772 wegen Verlusts seines Verm\u00f6gens aus franz\u00f6sischen Kriegsdiensten in die Schweiz zur\u00fcck und war 1778-98 Landschreiber der Landvogtei Fraubrunnen. 1772 erschien seine &#8220;Histoire militaire des Suisses Dans les diff\u00e9rens Services de l&#8217;Europe&#8221; in zwei B\u00e4nden. Die letzten vier der insgesamt acht B\u00e4nde der 2. Auflage (1788) enthalten Offiziersbiografien.<\/p>\n<p><strong>Off B 211: R\u00e9flexions militaires et politiques &#8211; \u00c1lvaro de Navia Osorio y Vigil<br \/><\/strong>Den Haag 1739\/40<br \/>Klassiker der Milit\u00e4rliteratur eines spanischen Diplomaten und Generals, &#8220;spezialisiert&#8221; auf die Niederschlagung von Aufst\u00e4nden. Original 1724, dies eine der ersten \u00dcbersetzungen ins Franz\u00f6sische.<\/p>\n<p><strong>Off B 232: Die K\u00e4mpfe der deutschen Truppen in S\u00fcdwestafrika<br \/><\/strong>Berlin 1906<br \/>Band 1: Feldzug gegen die Hereros. Band 2 (gegen die &#8220;Hottentotten&#8221;) fehlt (?). Dokumentation eines V\u00f6lkermords aus Sicht der T\u00e4ter.<\/p>\n<p><strong>Off B 314: Albert und Berty Bruckner: Schweizer Fahnenbuch<br \/><\/strong>St. Gallen 1942<br \/>Prunkvolles Grossformat mit 88 Farbtafeln. Referenz- und Standardwerk \u00fcber die Fahnen im schweizerischen politisch-geographisch-historisch-kulturellen Kontext seit dem Mittelalter, akribisch verfasst. Berty Bruckner ist auch die Autorin des Standardwerks \u00fcber die Schaffhauser Wappen.<\/p>\n<p><strong>Off C 14: Vauban: M\u00e9moire pour servir d&#8217;instruction dans las conduite des si\u00e8ges<br \/><\/strong>Leiden 1740.<br \/>Belagerungslehre des ber\u00fchmten Festungsbauers. Inkl. zahlreiche Pl\u00e4ne.<\/p>\n<p><strong>Off C 140: Versuch einer Theorie des Dienstes der leichten Truppen (Friedrich Leopold Klipstein)<br \/><\/strong>Darmstadt 1799. Schweiz nur wir und StA Bern, D m\u00e4ssig selten.<\/p>\n<p><strong>Off C 161: Des Herrn Marschalls von Puysegur Grunds\u00e4tze und Regeln der Kriegs-Kunst<br \/><\/strong>Leipzig 1753<br \/>2 B\u00e4nde.\u00a0Schweiz nur ETH. Viele Illustrationen<\/p>\n<p><strong>Off D 196: La science des ing\u00e9nieurs dans la conduite des travaux de fortification (Bernard Forest de Belidor)<br \/><\/strong>Paris 1729<br \/>Bernard Forest de Belidor (1697-1761)war ein franz\u00f6sischer Ingenieur aus dem 18. Jahrhundert, der an der Entwicklung von Erfindungen im Bereich der Hydraulik und der Artillerie beteiligt war. Er ver\u00f6ffentlichte mehrere B\u00fccher \u00fcber die Wissenschaft des Ingenieurwesens und der Architektur, von denen sich viele grosser Beliebtheit erfreuten und f\u00fcr die Entwicklung des Ingenieurwesens zu seiner Zeit wichtig waren. In diesem Buch (Erstausgabe) fasst der Autor Regeln f\u00fcr den Bau und die Kontrolle von St\u00fctzmauern f\u00fcr Fundamente und Gew\u00f6lbe von Befestigungsanlagen zusammen, \u00fcber 100 Jahre lang ein Standardwerk der Ingenieurskunst. B\u00e9lidor ist ein fr\u00fcher Vorreiter des Ingenieurwesens\u00a0auf wissenschaftlicher Grundlage. Er besch\u00e4ftigte sich unter anderem mit Fragen der\u00a0Ballistik, der Standsicherheit von St\u00fctzmauern und der\u00a0Statik\u00a0von Gew\u00f6lben. Mit \u00fcber 50 Kupferstichen. Nicht besonders selten.<\/p>\n<p><strong>Off D 202: Cours de la science militaire (Bardet de Villeneuve)<br \/><\/strong>Den Haag 1740-1741, in 11 B\u00e4nden (gebunden in 8)<br \/>Erste und einzige Ausgabe dieser Kompilation, die eine Reihe von milit\u00e4rischen Abhandlungen mit jeweils einem eigenen Titelblatt enth\u00e4lt, einige Faltpl\u00e4ne. \u00dcber den Autor ist wenig bekannt. In Bibliotheken in unterschiedlichen Formaten und Bindungen weit verbreitet.<\/p>\n<p><strong>Off E 148: Archeley (Bericht von Gesch\u00fctz) (Diego Ufano)<br \/><\/strong>Frankfurt 1621<br \/>Erstausgabe Br\u00fcssel 1613. Eines der ber\u00fchmtesten B\u00fccher \u00fcber die Geschichte der Artillerie der fr\u00fchen Neuzeit, mit 28 Tafeln illustriert. Diego Ufano war ein spanischer Milit\u00e4ringenieur des 16. Jahrhunderts mit viel Erfahrung in den Kriegen gegen die Holl\u00e4nder. In dem Werk geht er detailliert auf Gesch\u00fctze, Kanonen, Raketen und Munition des 16. Jahrhunderts ein. Seine Notizen und Beobachtungen zeichnen ein genaues Bild der Kriegsf\u00fchrung und Taktik der Zeit.<\/p>\n<p><strong>Off E 153: Fran\u00e7ois Robichon de la Gu\u00e9rini\u00e8re, Ecole de Cavalerie<\/strong><strong><br \/><\/strong>Paris 1751<br \/>Die erstmals 1729-1731 erschienene <em>Ecole de Cavalerie <\/em>von Fran\u00e7ois Robichon de la Gu\u00e9rini\u00e8re (1688-1751) gilt als Klassiker der Reitlehre und Pferdedressur des 18. Jahrhunderts. La Gu\u00e9rini\u00e8re pl\u00e4diert daf\u00fcr, bei der Abrichtung eines Pferds von dessen Naturell und individuellen Anlagen auszugehen. Dies ist die illustrierte Folio-Ausgabe von 1751.<\/p>\n<p><strong>Off E 188: Fuhrwerke der Schweizerischen Infanterie und Kavallerie<\/strong> (&#8230; Artillerie, Genietruppen, Sanit\u00e4tstruppen, Verwaltungstruppen)<br \/>[Z\u00fcrich, um 1890]<br \/>Kartenset in einfallsreichem Schuber zu den Fahrzeugen der Schweizer Armee kurz vor der ersten Motorisierung.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;11.3 Gewerkschaftskartell&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 11.3&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 11.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>11.3 Gewerkschaftskartell<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 11.3&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>GK C 40: Kennen Sie Russland?<br \/><\/strong>Berlin 1916. Propagandaschrift zur Zerschlagung des Zarenreichs der &#8220;Liga der Fremdv\u00f6lker Russlands&#8221;.<\/p>\n<p><strong>GK D 9 Du Noir au Blanc Von Schwarz zu Weiss &#8211; Frans Masereel<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1939<br \/>Geschenk des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes an das Gewerkschaftskartell Schaffhausen zu seinem 50j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um. Vom ber\u00fchmten belgischen Holzschnitzer Frans Masereel numeriert und handsignierte Ausgabe (27\/100). Masereel zeigt eine Sch\u00f6pfungsgeschichte in 57 Bildern. Gilt als Vorl\u00e4ufer der &#8220;Graphic Novels&#8221;.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;11.4 Bibliothek der Kantonsschule&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 11.4&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 11.4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>11.4 Bibliothek der Kantonsschule<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 11.4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.6&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243; global_colors_info=&#8221;{}&#8221; sticky_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p>Schenkung 2017, 1535 B\u00e4nde. Neue Signatur: Gym. Davon sind 191 Titel latein, 32 griechisch, 32 franz\u00f6sisch, 31 englisch und 3 italienisch. B\u00fccher vor 1800 sind mehrheitlich deutsch und latein.<\/p>\n<p><strong>Griechisch<br \/><\/strong>Gym 13: Novus Thesaurus Philologicus, Den Haag 1779 in drei B\u00e4nden des Lutheraners Johann Christian Biel, ed. Esdras Heinrich Mutzenbecher (Swissbib: ZB, Bern, AG). Gym 15: Joh. Caspar Schweizer, Lexicon graeco-latinum, Z\u00fcrich 1683. Gym 29: Ellipses Graecae des Lambert Bos, Leiden 1750. Gym 30: Griechische Grammatik Erpenius (Leiden 1662). Gym 90: Erkl\u00e4rende Anmerkungen zum Homer, Justus Heinrich K\u00f6ppen, Hannover 1787ff, 4 von 6 B\u00e4nden.<\/p>\n<p><strong>R\u00f6mer, Latein<br \/><\/strong>Gym 17: Ole Borch (Olaus Borichius), Cogitationes, Hafniae (Kopenhagen) 1675. Borch, d\u00e4nischer Arzt und Universalgelehrter des 17. Jhs. Erstausgabe seines lexikalischen Werks. In CH selten. Besitzeintrag Stephan Spleiss. Gym 20: Basedow, Liber provocabularis. Lat. Grammatik\u00fcbungsbuch, Dessau 1776, in CH offenbar nicht vorhanden. Gym 24: De vitiis sermonis des Gerardus Voss (Giessen 1666) und Gym 51: ders. De Arte Grammatica (Amsterdam 1635, Erstausgabe, nicht besonder selten). Niederl\u00e4ndischer Gelehrter.<\/p>\n<p><strong>Gym 2: Attisches Museum und Neues Attisches Museum<br \/><\/strong>Z\u00fcrich 1798-1809<br \/>Die Zeitschrift <em>Attisches Museum<\/em>, die Christoph Martin Wieland allein 1796\u20131801 und das\u00a0<em>Neue attische Museum<\/em>, das er mit Johann Jakob Hottinger und Friedrich Jacobs 1802\u20131810 gemeinsam herausgab, wollte die Deutschen mit den Meisterwerken der griechischen Poesie, Philosophie und Redekunst vertraut machen. Wieland ver\u00f6ffentlichte darin anderem vier von ihm \u00fcbersetzte Kom\u00f6dien von Aristophanes und zwei Trag\u00f6dien von Euripides. Wir haben zwei Ausgaben, eine aus der Bibliothek Musis et Amicis (dort fehlt der letzte Band, LD 29) und diese aus der Bibliothek der Kantonsschule vollst\u00e4ndig, z.T. sogar dublett und leicht unterschiedlich gebunden (Lehrerbibliothek usw.)<\/p>\n<p><strong>Gym 23: Lexicon Latinae Linguae Antibarbarum Quadripartitum<\/strong>, Johann Friedrich Nolte.<br \/>Helmstedt 1744.<br \/>(<a href=\"https:\/\/www2.uni-mannheim.de\/mateo\/camenaref\/nolte.html\">https:\/\/www2.uni-mannheim.de\/mateo\/camenaref\/nolte.html<\/a>). Der Autor, 1694 in Grubenhagen bei Einbeck geboren, war Rektor in Sch\u00f6ningen (\u00f6stlich von Braunschweig). Der Typus des f\u00fcr den Schulgebrauch bestimmten lateinischen Lexikons normwidriger Ausdrucksweisen tritt in Deutschland im sp\u00e4ten 17. Jahrhundert beinahe gleichzeitig in zwei Werken in Erscheinung: Johann Georg Seybold: Antibarbarus Latinus (N\u00fcrnberg 1676) und Christoph Cellarius: Antibarbarus Latinus (Jena 1678). Ihnen trat 1730 Noltes wesentlich umfangreicheres Lexicon zur Seite. Seine Neubearbeitung von 1744 \u00fcbertrifft die erste Ausgabe an Umfang und gr\u00fcndlicher Durcharbeitung. Nolte behandelt mehr als 12&#8217;000 Stichw\u00f6rter, wobei neben Fragen der Gebr\u00e4uchlichkeit, der Bedeutung und der syntaktischen F\u00fcgung auch Zweifelsf\u00e4lle der Schreibung und Prosodie er\u00f6rtert werden. Er will einen Leitfaden f\u00fcr die Schule bieten, um den den Sch\u00fclern die &#8220;Kraft und Reinheit des r\u00f6mischen Stils&#8221; zu vermitteln. Als sicheren Boden klassischer Latinit\u00e4t definiert Nolte die Werke der \u201eAurea Aetas\u201c vom zweiten Punischen Krieg bis zum Tod des Augustus. Noltes Antibarbarus stellt ein interessantes Komplement zu den gebr\u00e4uchlichen Lexika der lateinischen Sprache dar.<\/p>\n<p><strong>Gym 190: Antiquarius des Johann Lauremberg<br \/><\/strong>Lyon 1622<br \/>Rostocker Humanist und Schriftsteller. &#8220;Lexikon obsoleter Termini und Idiotika&#8221;. \u00a0Erstausgabe.<\/p>\n<p><strong>Cicero<\/strong>: Insgesamt 25 Exemplare.<br \/>Gym 121: Orationes. Strassburg: Josias Ribelius 1578 (Ciceronis Orationum volumen secundum). Diese Ausgabe in der Schweiz offenbar nicht vorhanden. Besitzvermerk Stadtbibliothek! &#8211; evt. dort die anderen B\u00e4nde?<br \/>Gym 124: Epistulae. Z\u00fcrich: Froschauer 1582. Besitzvermerk Stadtbibliothek.<br \/>Gym 113: Historia Ciceronis des Franciscus Fabricius, Budingen 1727 (in Swissbib 4x). Darin auch: Ciceronis filii vita, Hamburg 1730, von Simon de Vallambert (in Swissbib nicht nachgewiesen, in D h\u00e4ufig), mit Anhang: Cicero a calumniis vindicatus des Jesuiten Andreas Schott). Ebso: Memoriae philosophorum des Reinhard Roll (Rostock und Leipzig 1710) und Johann Gr\u00f6ning: Musaeum juris, Wismar 1721.<\/p>\n<p><strong>Horaz:\u00a0 <\/strong>Insgesamt 8 Exemplare<br \/>Gym 127: Opera (Basel: Henricpetri 1580)<br \/>Gym 129: Werke Leipzig 1824, 2 B\u00e4nde. Ex Libris Robert Lang<\/p>\n<p><strong>Ovid: <\/strong>Insgesamt 13 Exemplare<br \/>Gym 154, Metamorphosen in der \u00dcbersetzung von Voss (Wien 1798), 2 B\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>Andere:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Juvenal<\/strong>, Gym 76: Satiren, Hannover 1619 (letzteres in Swissbib selten, in Deutschland gut vertreten). Gym 77: Satiren des Juvenal und des Persius Flaccus, London 1744, mit Ex Libris &#8220;Salvator Levacher&#8221;.<br \/><strong>Quintus Curtius Rufus<\/strong>, Gym 125: De Rebus Alexandri. Strassburg 1670. Geschichte Alexanders des Grossen des r\u00f6mischen Schriftstellers Quintus Curtius Rufus. Diese Ausgabe nur ZB. Sch\u00f6nes Titelkupfer.<br \/><strong>Marcus Iustinus<\/strong>, Gym 140: Epitoma Pompeii Trogi. Strassburg 1653. In CH selten. Ebf. vorhanden ist eine Ausgabe Utrecht 1668 (Gym 630).<br \/><strong>Martial: <\/strong>Gym 146, Eprigramme in der Edition von Petrus Scriverius, Amsterdam 1650 (Erstausgabe 1619).<br \/><strong>Cornelius Nepos:<\/strong> Gym 149, Biographien, \u00fcbs. Johann Andreas Bergstr\u00e4sser. Frankfurt a.M., 1782. Erstausgabe, in CH selten<br \/><strong>Plautus, <\/strong>Gym 156: Kom\u00f6dien (M. Acci Plauti Comoediae, studio et industria Frid. ) Wittenberg (?) 1612. (Erstausgabe dort 1605)<br \/><strong>Publius Papinius Statius<\/strong>, Gym 167<strong>: <\/strong>Werke, Mannheim 1782 (recht seltene Ausgabe, 2 B\u00e4nde).<\/p>\n<p><strong>Geschichte, Recht, Kunst der Antike<br \/><\/strong><strong>Gym 205<\/strong>: Barnab\u00e9 Brisson: De formulis (Halle und Leipzig, 1731). Unsere Ausgabe CH nur GE, BS, BE. Frz. Jurist und Humanist des 16. Jhs., Standardwerk des r\u00f6mischen Rechts.<br \/><strong>Gym 203<\/strong>: Abbildungen der Gem\u00e4lde und Altert\u00fcmer\u2026 (Herculaneum). Augsburg 1778, 3 B\u00e4nde (evt. fehlen die ersten drei?). Viele Kupfertafeln. Autor: Christoph Gottlieb von Murr, deutscher Gelehrter aus N\u00fcrnberg, Kupferstecher Georg Christoph Kilian aus der Augsburger Kupferstecherdynastie Kilian<br \/><strong>Gym 207:<\/strong> Hellenikos mythologisch-malerische Reisen (Friederich Matthaei). Leipzig 1835. Erste und einzige Auflage, zahlreiche Ill.<br \/><strong>Gym 208:<\/strong> Vollmer, Vollst\u00e4ndiges W\u00f6rterbuch der Mythologie aller V\u00f6lker. Stuttgart 1836. Erstausgabe, viele Ill.<br \/><strong>Gym 214<\/strong>: John Potter, Archaeologia Graeca. (Venedig 1734). 2 B\u00e4nde. Sch\u00f6ne Ill. John Potters bekanntestes Werk (Original Oxford 1697).&#8221;Archaelogie&#8221; meint hier das gesamte \u00f6ffentliche Leben des alten Griechenlands.<br \/><strong>Gym 734<\/strong>: Handzeichnungen von Karl K\u00e4rcher f\u00fcr die Mythologie und Arch\u00e4ologie des klassischen Altertums. Karlsruhe 1825<br \/><strong>Gym 735<\/strong>: Denkm\u00e4ler des Alten Roms, Augsburg 1767 &#8211; \u00dcbersetzung von Barbault. Hg. von Georg Christoph Kilian aus der Augsburger Kupferstecher-Dynastie.<\/p>\n<p><strong>Moderne Literatur und Philosophie<br \/><\/strong><strong>Gym 231<\/strong>: Lavaters Messias (4 B\u00e4nde, Bd.4 &#8220;Tafelband&#8221; mit Ill. (Kupfer von Chodowiecki). Z\u00fcrich 1783-1786. Der erste Band fehlt offenbar<br \/><strong>Gym 232<\/strong>: Sebaldus Nothanker von Friedrich Nicolai, Berlin 1776 (Erstausgabe). Mit Ill. von Daniel Chodowiecki.<br \/><strong>Gym 233<\/strong>: Trauerspiele Lessings (Sampson, Philotas, Galotti). Reutlingen 1775.<br \/><strong>Gym 288<\/strong>: Bodmers Noachide (Basel 1781, 3. Aufl).<br \/><strong>Gym 541<\/strong>: Beispielsammlung zur Theorie und Literatur der sch\u00f6nen Wissenschaften. 6 B\u00e4nde, Berlin 1788-1795. Joh. Joach. Eschenburg (auch Shakespeare-\u00dcbersetzer). In Swissbib 10x. 3 Bde scheinen uns zu fehlen.<br \/><strong>Gym 582<\/strong>: Herders zerstreute Bl\u00e4tter, Gotha 1786-1797. Erstausgabe.<br \/><strong>Gym 602<\/strong>: Christian Gottlob Heyne, Opuscula academica, G\u00f6ttingen 1796.<\/p>\n<p><strong>Gym 613<\/strong>: Herder: Briefe zu Bef\u00f6rderung der Humanit\u00e4t. Erstausgabe<br \/>Riga 1793-1797<br \/>Das Gedicht &#8220;Vom Nationalruhm&#8221; in der 9. Sammlung (S. 179 &#8211; 197) wurde aus Furcht vor der preussischen Zensur in nahezu allen Exemplaren weggelassen (so auch in dieser). In \u00d6sterreich wurde Band 1 wegen &#8220;des Gespr\u00e4chs nach dem Tode Kaiser Josephs II&#8221; verboten. &#8211; Herders Briefe, die sein politisches Glaubensbekenntnis verdeutlichen sollen, erscheinen zusammengefasst in Form eines Briefwechsels, in dem er 2 fiktiven Partnern ihre Meinung vertreten l\u00e4sst. Hauptthemen sind die Fort- und R\u00fcckschritte der Humanit\u00e4t. &#8211; Einige Poesien in der 3. und 4. Sammlung sind von anderen Dichtern (Knebel,\u00a0 J. N. G\u00f6tz).<\/p>\n<p><strong>Naturwissenschaften und Sport<br \/><\/strong><strong>Gym 350<\/strong>: Cellarius, Notitia orbis antiqui (Leipzig 1701\/1706). Zweib\u00e4ndiges Geographiewerk mit Karten des s\u00e4chsischen Gelehrten Christoph Martin Keller (Christoph Cellarius). Durch u.a. dieses Werk wurde Cellarius zum &#8220;Begr\u00fcnder des universit\u00e4ren Geographieunterrichts&#8221;. Auf ihn geht auch die Unterteilung der Geschichte in Altertum, Mittelalter und Neuzeit zur\u00fcck. Erstausgabe.<br \/><strong>Gym 450<\/strong>: Euklids Elemente, Halle 1798 (2. Aufl.). In der Schweiz offenbar selten.<br \/><strong>Gym 454<\/strong>: Geometrie-Lehrbuch des Andr\u00e9 Tacquet, Amsterdam 1683 (Elementa geometriae planae ac solidae). Ehemals Stadtbibliothek \/ Jezler (Ex Libris)<br \/><strong>Gym 462: <\/strong>Naturlehre f\u00fcr die Jugend, Johann Jacob Ebert. Leipzig 1770-1778. 6 B\u00e4nde mit Ill.<\/p>\n<p><strong>Gym 498<\/strong>: &#8211; <strong>Johann Christoph Friedrich GuthsMuths: Gymnastik f\u00fcr die Jugend<br \/><\/strong>Schnepfenthal 1793<br \/>Es handelt sich um die Erstauflage des ersten Gymnastikbuchs oder Turn\u00fcbungsbuches der Geschichte. Der Autor gilt als &#8220;Grossvater des deutschen Schulturnens und des p\u00e4dagogischen Spiels&#8221;. Er beschreibt in seinem Handbuch das Modell einer theoretisch fundierten, methodisch durchdachten und praktisch bew\u00e4hrten schulischen K\u00f6rperbildung; Leibes\u00fcbungen galten ihm als integraler Bestandteil einer umfassenden Bildung und Erziehung des Menschen. &#8211; Schnepfenthal ist ein Ortsteil des St\u00e4dtchens Waltershausen in Th\u00fcringen. 1784 gr\u00fcndete dort der P\u00e4dagoge Christian Gotthilf Salzmann eine Erziehungsanstalt nach den Grunds\u00e4tzen des von Rousseau inspirierten Philanthropismus. Die Sch\u00fcler kamen aus allen Teilen Deutschlands. Neben den \u00fcblichen Schul\u00adf\u00e4chern gab es viel Sportunterricht und praktische Arbeit; GuthsMuths war einer der prominentesten Lehrer dieser Schule.<\/p>\n<p><strong>Gym 516:<\/strong> Hieronymi cardani mediolanensis medici de svbtilitate libri XXI . Das seinerzeit ber\u00fchmteste Buch des Mail\u00e4nder Arztes , Mathematikers und Philosophen Girolamo Cardano, Basel: Henricpetri 1582. Erstausgaben 1550. Dieses Werk ist offenbar die Quelle f\u00fcr unsere Kenntnis \u00fcber den ber\u00fchmten Flugversuch Leonardo da Vincis<br \/><strong>Gym 520<\/strong>: Trait\u00e9 de la lumi\u00e8re von Christiaan Huygens &#8211; Erstausgabe des Werks, das als Begr\u00fcndung der Wellentheorie des Lichts gilt.<br \/><strong>Gym 530<\/strong>: Encyclop\u00e4die der gemeinn\u00fctzigsten Kenntnisse von Georg Simon Kl\u00fcgel, 1792-1805, 6 B\u00e4nde.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;11.5 Bibliothek Markus Werner&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 11.5&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 11.5&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>11.5 Bibliothek Markus Werner<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 11.5&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>Ca. 2000 B\u00e4nde. Wurden in der Stadtbibliothek in den Online-Katalog erfasst und sind i.d.R. normal ausleihbar. Signatur MWe. Geschenk der Witwe von Markus Werner, Katharina Werner.<br \/>2\/3 Belletristik. Wichtige Autor\/innen: Frisch, Brecht, Kafka, Hermann Kinder, Gottfried Keller, Handke, Klaus Merz, Thomas Bernhard, Elisabeth Hauptmann, Robert Walser<br \/>Sachb\u00fccher: Unterrichtsmaterialien, Philosophie, Psychologie. Haupt-Autoren: Freud, Nietzsche, Schopenhauer, Sartre.<br \/>\u00dcberwiegend deutsch, etwas franz\u00f6sisch, wenig englisch und italienisch<br \/>Erscheinungsjahre: V.a. 1970er bis ca. 2010, aber bis 2016. Sehr wenig B\u00fccher des 19. Jahrhunderts. B\u00fccher allg. in gutem Zustand. Neueste B\u00fccher praktisch unber\u00fchrt, andere Titel (Philosophie) aber stark bearbeitet mit Unterstreichungen, Kommentaren. Oft Grusskarten von Autoren und Verlegern, auch Widmungsexemplare von Autoren (Reich Ranicki, Peter Stamm, Max Frisch).<br \/>Jedes Buch wurde von Oliver Thiele auf lose Materialien durchgesehen, 80% konnte man entsorgen (Buchzeichen, Zeitungsartikel, Lehrernotizen). Der Rest ging an Katharina Werner zur Durchsicht und ggf. weiter ans Literaturarchiv (Korrespondenz von Autor\/innen, die \u00fcber Feriengr\u00fcsse hinausgeht, einzelne ggf. individuellere Textfragmente von Markus Werner, Fotos u.dgl.)<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8221;11.6  Kart: Karten und Varia&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;][et_pb_text admin_label=&#8221;Titel Kapitel 11.6&#8243; module_id=&#8221;Kapitel 11.6&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<h3>11.6\u00a0 Kart: Karten und Varia<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Beschreibung Kapitel 11.6&#8243; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p><strong>Nachweis:<\/strong><\/p>\n<p>Katalog der Stadt-Bibliothek in Schaffhausen. Schaffh., Brodtmann, 1870 [<strong>UO 508d<\/strong>]<\/p>\n<p>Fach-Katalog der Schaffhauser Stadtbibliothek. 2 Tle. Schaffh., J. Bachmann, 1903-1905 [<strong>UO 508e<\/strong>]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bibliotheken-schaffhausen.ch\/index.php?id=5\">http:\/\/www.bibliotheken-schaffhausen.ch\/index.php?id=5<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8221;Weitere Informationen..&#8221; _builder_version=&#8221;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8221;default&#8221; global_colors_info=&#8221;{}&#8221;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Informationen finden sich hier:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Bibliotheken-Schaffhausen_Historische-Buchbestaende-Ministerialbibliothek.pdf\">Die historischen Buchbest\u00e4nde der Ministerialbibliothek Schaffhausen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Bibliotheken-Schaffhausen_Historische-Buchbestaende-Stadtbibliothek.pdf\">Die historischen Buchbest\u00e4nde der Stadtbibliothek Schaffhausen<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp;In der Stadtbibliothek befindet sich ein reicher Schatz an alten, wertvollen und seltenen B\u00fcchern aus \u00fcber tausend Jahren Buchgeschichte. 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Adamnan, der neunte Abt von Iona, erz\u00e4hlt darin das Leben, die Prophezeiungen, Wunder und Visionen des Klostergr\u00fcnders Columba (irisch Columcille), der von 519\/522 bis 597 gelebt hatte. Die Handschrift ist datierbar auf die Zeit zwischen der Ent\u00adstehung des Textes und dem Tod des Schreibers, des Abtes (oder Bischofs) von Iona Dorb\u00adbene, im Oktober 713. Es ist der \u00e4lteste Kodex, der eine einzige Biographie in lateinischer Sprache enth\u00e4lt, und er geh\u00f6rt zu den wenigen datierbaren insularen Schriften des 7. und 8. Jahrhunderts. Die Handschrift gelangte vor der Mitte des 9. Jahrhunderts nach Nordfrankreich und wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter in den Bodenseeraum. Bis 1621 befand er sich im Besitz des Klosters Reichenau, in Schaffhausen ist er erstmals 1772 nachgewiesen. Der Schreiber nennt im Kolophon seinen Namen: Es ist der Mitbruder und sp\u00e4tere Abt Dorbbene (\u2020713). Im Werk findet sich auch die \u00e4lteste bekannte Erw\u00e4hnung des Ungeheuers von Loch Ness (Buch 2, Kap. 27), S. 74\/75.<em> e-codices.ch<\/em><\/p><p><strong>Gen. 5: Psalterium<\/strong><\/p><p>S\u00fcdwestdeutschland, zweites Drittel des 13. Jahrhunderts.<\/p><p>Zwischen Kalendar und Psalter sind auf zwei separaten Doppelbl\u00e4ttern acht ganzseitige Miniaturen von zwei K\u00fcnstlern eingef\u00fcgt. Wohl durch intensiven Gebrauch sind die Deckfarben teilweise bis auf die Untermalung abgeplatzt. Aufgeschlagen sind die Anbetung der drei K\u00f6nige des ersten K\u00fcnstlers (8v) und die Taufe Christi und der Einzug in Jerusalem des zweiten K\u00fcnstlers (9r, oberes bzw. unteres Register).<\/p><p><strong>Gen. 8: Klosterneuburger Evangelienwerk<\/strong><\/p><p>\u00d6sterreichisch, um 1340. Stadtbibliothek, Gen. 8<\/p><p>Diese grossformatige Handschrift des 14. Jahrhunderts enth\u00e4lt eine illustrierte Abschrift des sogenannten Klosterneu\u00adburger Evangelienwerkes, einer deutschen Prosa\u00fcbertra\u00adgung der Evangelien einschliesslich der Apostel\u00adgeschichte und verschiedener neutestamentlicher Apokryphen. \u00dcber 400 lavierte Federzeichnungen auf dem Rand begleiten den Text als fortlaufende Bilderz\u00e4hlung. Der anonyme \u00dcbersetzer hat eine der wenigen vorreformatorischen Bibel\u00fcbersetzun\u00adgen geschaf\u00adfen. Sie wird heute in der Forschung mit grossem Interesse neu studiert.<\/p><p><strong>Gen. 9: Arzneibuch des Ortolf von Baierland<\/strong><\/p><p>S\u00fcdwestdeutsch, ca. 1480. Papierhandschrift von drei Schreibern in einem Leder\u00adeinband von 1500. Haupttext ist das Arzneibuch des Ortolf von Baierland, eines W\u00fcrzburger Chirurgen des 13. Jhs., in schw\u00e4bischer Mundart. Es richtet sich in verst\u00e4ndlicher Volkssprache kompetent an ausgebildete Wund\u00ad\u00e4rzte und vermittelt auf der Grundlage der antiken Theorie der K\u00f6rpers\u00e4fte Wissen \u00fcber Diagnose, Prognose und Therapie f\u00fcr ein breites Spektrum von Krankheiten. 119v bis 123r: Aderlass-Traktat, 124r-130r: human\u00admedizinische Rezepte, u.a. gegen die Pest, Nachtr\u00e4ge von anderer Hand.<\/p><p style=\"text-align: left;\"><strong>Gen. 26: Ulmer Wund-Arznei, Ordnung der Pestilenz, Traktat von den gebrannten W\u00e4ssern<\/strong><\/p><p>Papierhandschrift, um 1475 entstanden. Auf e-codices digitalisiert.<\/p><p>Sie enth\u00e4lt drei Texte, die alle mit der Ulmer Gegend und Oberschwaben in Verbindung gebracht werden k\u00f6nnen. Es sind wohl handschriftliche Abschriften der ersten Drucke dieser Texte. Der Schreiber der in Schaffhausen liegenden Handschrift d\u00fcrfte ein praktizierender Arzt aus Oberschwaben gewesen sein, wahrscheinlich ein Magnus Bengger aus Ulm. Er stellte drei medizinische Texte in seiner Abschrift zusammen:<\/p><ul><li>Die \u201eUlmer Wundarznei\u201c besteht aus Rezepten f\u00fcr\u00a0 Salben, Pflaster, Pulver und \u00d6le), dazu kommen Abhandlungen \u00fcber Sch\u00e4deltrauma, Harn, Komplexionen, Aderlass, Blutschau, Dermatologie und Ausz\u00fcge eines Kr\u00e4uterbuchs. Sie ist sprachlich interessant f\u00fcr das fr\u00fche schw\u00e4bische Neuhochdeutsch. Edition des Textes durch J\u00fcrgen Martin 1991 (WE 641).<\/li><li>Der zweite Text ist die \u201eOrdnung der Pestilenz\u201c des Ulmer Stadtarztes und Humanisten Heinrich Steinh\u00f6wel. Entstanden 1446, beschreibt er Ursachen und Symptome der Pest, bietet Hygiene- und Nahrungs-Anleitungen zum gesunden Leben und endet mit Vorbeugungsrezepten. Im zweiten, dem Therapieteil, geht es um Pflege, Essen und Arznei f\u00fcr Pestkranke. Viele der Informationen stammen von Avicenna, dem persischen Philosophen und Arzt des 10. Jhs. Das Pestbuch Steinh\u00f6wels entstand 1446 und war 1472 der erste gedruckte medizinische Text in deutscher Sprache. Es erschien in vielen Auflagen und diente fast allen sp\u00e4teren Autoren als Quelle.<\/li><li>Der dritte Text handelt von den \u201egebrannten W\u00e4ssern\u201c und wird dem Wiener Arzt Michael Puff zugeschrieben. Es behandelt Destillate aus pflanzlichen Ausgangsstoffen (nicht notwendigerweise alkoholisch). Als Druckfassung erschien es erstmals 1477 in Augsburg. Der gedruckte Text basiert auf handschriftlichen Fassungen, die seit der Mitte des 15. Jahrhunderts nachweisbar sind. Es wurde bis ins 17. Jh. verbreitet gedruckt, seine Inhalte fanden u.a. Eingang in das \"Kleine Destillierbuch\" des Hieronymus Brunschwig und in die Kr\u00e4uterb\u00fccher von Otto Brunfels und Hieronymus Bock<\/li><li>Seiten: \u201eAin salb zu fulen und schmeckenden L\u00f6chern\u201c (Blatt 50r); \u201eAin bulver zu der nasen so sy dir bluetet\u201c (Blatt 89v); die Skizze eines Destillierapparats (Blatt 97r); \u201eBaldrian wasser ist guet wann ain mensch nach dem bad ain t\u00fcechlin darinn netzet und \u00fcber die ougen legt\u2026\u201c (Blatt 152v).<\/li><\/ul><p><strong>Gen. 29: B\u00f6hmische Bibel<\/strong><\/p><p>In tschechischer Sprache. \"Hussitenbibel\". Aus dem Besitz der Pappenheimer.<\/p><p><strong>Gen. 30: Hebr\u00e4ische Handschrift: Altes Testament <\/strong><\/p><p>Gebetbuch mit der Tora in Buchform (Chumasch) (i.e. f\u00fcnf B\u00fccher Mose), Megilloth (d.s. Ruth, Hohes Lied, Kohelet, Klagelieder, Ester), Haftarot (Propheten). - Deutschland, um 1300. Einband 16.\/17. Jh. Pergament, 370 Bl\u00e4tter.<\/p><p>Aschkenasische Quadratschrift von mindestens 2 H\u00e4nden, deutet auf deutsche oder nordfranz\u00f6sische Provenienz. Der Schreiber Samuel nennt sich 227v und hebt den Namen im Text hervor, z. B. 182va, 281vb, 310ra. Der Schreiber des Nachtrags, Jakob hebt seinen Namen 368r hervor. Bei den Paraschot (Perikopen) Anfangsbuchstaben, erstes Wort und \u00dcberschriften vierzeilig, z. B. 244r. Initien der biblischen B\u00fccher und Rollen 4-5zeilig, einspaltig, 1v mit Fleuronn\u00e9, 58r mit goldenem Buchstabenk\u00f6rper, 248v in 10zeiliger Architektur (Haus\/K\u00e4stchen); 227rv Textschluss der Tora als dekorative Seite in Kreisen mit Ornamenten. 39v Darstellung des goldenen Kalbs (?), stark beschnitten, 54v Kopf, 55v Kreis mit geometrischen Mustern, 323r und 323v Taube mit Beschriftung, 335v Pflanze mit Vase und 338v Mann mit Blumenzweig. 55r Z\u00fcrcher (?) Wappen.<\/p><p><strong>Gen. 106: Koran<\/strong><\/p><p>Persisch, um 1650<\/p><p><strong>Gen 107: Ulrich von T\u00fcrheim, Rennewart (Fragment)<\/strong><\/p><p>S\u00fcdwestdeutschland, um 1430. Das Fragment wurde im 17. Jahrhundert als Buch\u00adeinband verwendet, weitere Teile finden sich im Gemeindearchiv Neunkirch und in der Zentralbibliothek Z\u00fcrich. Ulrich ist ein mittelhochdeutscher Dichter aus der Gegend von Dillingen an der Donau. Rennewart ist die Fortsetzung des Willehalm von Wolfram von Eschenbach in 36'000 Versen, \u00fcberliefert in 40 Handschrif\u00adten.<\/p><p>\u00a0<\/p><h3 id=\"kapitel1.2\">1.2 Min.: Mittelalterliche Handschriften der Ministerialbibliothek<\/h3><p>\u00a0<\/p><p><strong>Min. 3: Bibliorum sacrorum pars tertia (Min. 1, 2., 4)<\/strong><\/p><p>Schaffhausen, 1080\u20131096.<\/p><p>Teil einer mehrb\u00e4ndigen Abschrift der lateinischen Bibel, entstanden kurz nach 1080 im Skriptorium von Allerheiligen. Enth\u00e4lt f\u00fcnf B\u00fccher aus dem Alten Testament (Spr\u00fcche, Pre\u00addiger, Hohelied, Ester, Esra) und f\u00fcnf Apokryphen (Buch der Weisheit, Jesus Sirach, Tobit, Judit, Makkab\u00e4er) inkl. Prologe. Die Initialzierseite zum Buch der Spr\u00fcche (7v\/8r) und die (zahlreichen) Rankeninitialen vor farbigem Grund sind typisch f\u00fcr die Handschriften aus der Fr\u00fchzeit des Skriptoriums. Weitere ausgef\u00fchrte und erhaltene Teile dieser Bibel sind Min. 4 mit der historisierten Gold\u00adinitiale V, Visio Isaiae (ausgestellt im Museum zu Allerheiligen, digitales Faksimile auf <a href=\"http:\/\/www.e-codices.ch\">www.e-codices.ch<\/a>), Min. 2 (ebenfalls ausgestellt im Museum zu Allerheiligen) und Min. 1. Alle Teile sind erw\u00e4hnt im B\u00fccherverzeichnis, das nach dem Tod von Abt Siegfried (1096) erstellt und bis ca. 1100 nachgef\u00fchrt wurde (Min. 17, 306v). Die Rankeninitialen vor farbigem Grund sind f\u00fcr die Handschriften aus der Fr\u00fchzeit des Skriptoriums von Allerheiligen typisch. Aufgeschlagen ist die Initialzierseite zum Buch der Spr\u00fcche: 7v\/8r Parabole Salomonis filii David regis Israhel.<\/p><p><strong>Min. 6: Biblia sacra<\/strong><\/p><p>SW-Deutschland (Bodenseeraum), 1. Viertel des 14. Jahrhunderts.<\/p><p>Lateinische Vollbibel auf feinem hochweissem Pergament, kopiert und illuminiert im Bodenseeraum. Am Anfang der Prologe und biblischen B\u00fccher zwei- bis achtzeilige gerahmte, meist fig\u00fcrliche Initialen in Deckfarben und Gold. Pergament, Schrift und Buchschmuck bilden eine Einheit. Am Anfang zwei Bildseiten mit je sechs Medaillons (kolorierte Federzeichnungen), die Episoden der Sch\u00f6pfungsgeschichte bis zur Vertreibung aus dem Paradies, die Arche Noah und die Opferung Isaaks darstellen. Gutes Niveau, aber nicht aussergew\u00f6hnlich. 197v\/198r: Buch Habakuk und der Beginn des Buches Zephanja, mit den dazugeh\u00f6rigen Prologen des Hieronymus. Digitalisiert f\u00fcr e-codices.<\/p><p><strong>Min. 11: Hieronymus<\/strong><\/p><p>Pergament, 208 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, Anfang des 12. Jahrhunderts.<\/p><p>Abschrift von Teil 1 des Kommentars von Hieronymus zu den kleinen Propheten. An der nach 1100 im Skriptorium von Allerheiligen entstandenen Handschrift wirkte auch ein sonst nicht nachweisbarer K\u00fcnstler mit. Die gehaltvolle Initiale I in Gold und Deckfarben auf der Incipitseite (1v) ist sein Werk: In mit Trauben behangenen Ranken tummeln sich ein B\u00e4r, zwei Greifv\u00f6gel und zwei Hunde; ein L\u00f6we reisst ein Kaninchen, ein Hahn und ein Fuchs tun sich an den Trauben g\u00fctlich und ein J\u00e4ger sticht einen Eber. Den Textbeginn (4r) hat derselbe K\u00fcnstler mit einer Initiale V geschm\u00fcckt, in deren Goldranken vier Tiere (Drache, Hund, Greifvogel, Reh) kunstvoll verschlungen sind. (Digitales Faksimile auf <a href=\"http:\/\/www.e-codices.ch\">www.e-codices.ch<\/a>).<\/p><p><strong>Min. 18: Augustinus<\/strong><\/p><p>Pergament \u00b7 265 ff. \u00b7 36 x 25.5 cm \u00b7 Schaffhausen \u00b7 1080-1096<\/p><p>Abschrift auf Pergament von Augustins Abhandlungen \u00fcber das Johannesevangelium, entstanden kurz nach 1080 im Skriptorium des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen. Zahlreiche Rankeninitialen, eine Initialzierseite in Deckfarben und Gold mit Randleistenintiale I und eine historisierte Goldinitiale C (Abendmahl), welche die Beeinflussung durch Reichenauer Handschriften erkennen lassen. Min. 18 geh\u00f6rt zusammen mit Min. 4 zu den wichtigsten Codices aus der Bl\u00fctezeit von Allerheiligen, als das 1049 gegr\u00fcndete Kloster unter Abt Siegfried (gestorben 1096) die Hirsauer Reform unterst\u00fctzte und zu diesem Zweck eine Bibliothek aufbaute.<\/p><p><strong>Min. 22: Augustinus<\/strong><\/p><p>Pergament, 109 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, Anfang des 12. Jahrhunderts.<\/p><p>Abschrift von De consensu Evangelistarum. Karolingische Minuskel von mindestens zwei H\u00e4nden. Auffallender Handwechsel auf 35r.<\/p><p><strong>Min. 30: Augustinus<\/strong><\/p><p>Pergament, 108 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, Anfang des 12. Jahrhunderts. Karolingische Minuskeln.<\/p><p>Der Band ist aus zwei Hauptteilen zusammengesetzt. Teil 1 enth\u00e4lt die Schrift De magistro, einen im Jahr 388 oder wenig sp\u00e4ter entstandenen Text. Der fiktive Dialog Augustins mit seinem kurz davor verstorbenen Sohn Adeodatus behandelt\u00a0 sprachphilosphische Themen. Teil 2, Contra epistolam Parminiani, wendet sich gegen einen h\u00e4retischen Bischof der Donatisten und widerlegt dessen Argumente (die Donatisten verlangten u.a. ein heiligm\u00e4ssiges Leben der Priester). Zu Beginn\u00a0 (1v-20r) ist ein kurzer Text des karthagischen Bischofs Quodvultdeus, \"adversus quinque haereses\", der lange Augustin zugeschrieben worden war.\u00a0 Auf S. 106\/107 ist eine Urkunde von Papst Silvester f\u00fcr Trier, eine F\u00e4lschung des 10. Jhs., wohl aus dem Kloster St. Maximin. Auff\u00e4llig in Teil 1 sind die zahlreichen Handwechsel wie auf 33v\/34r. Einband Schweinsleder, 15. Jh.<\/p><p><strong>Min. 33: Augustinus<\/strong><\/p><p>Pergament, 208 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, Anfang des 12. Jahrhunderts.<\/p><p>Bei einem guten Dutzend der aus dem Kloster Allerheiligen stammenden Handschriften der Ministerialbibliothek hat sich der Originaleinband des 11.\/12. Jahrhunderts erhalten, so bei diesem Band mit verschiedenen Augustin-Texten. (Siehe Katalog 1994, Einleitung S. 38\u201341).<\/p><p><strong>Min. 59: Flavius Josephus<\/strong><\/p><p>Pergament, 234 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, erste H\u00e4lfte des 12. Jahrhunderts.<\/p><p>Enth\u00e4lt die Antiquitates Judaicae, libri 1\u201312. Der eher unsorgf\u00e4ltig ausgef\u00fchrte Buchschmuck ist typisch f\u00fcr die Sp\u00e4tzeit des Skriptoriums von Allerheiligen. Neben wenigen herk\u00f6mmli\u00adchen Rankeninitialen finden sich meistens einfache rote Initialen. 25v\/26r<\/p><p><strong>Min. 68: Bernardus Claraevallensis<\/strong><\/p><p>Pergament, 156 Bl\u00e4tter, Schaffhausen, zweite H\u00e4lfte des 12. Jahrhunderts.<\/p><p>In dieser Handschrift aus der Sp\u00e4tzeit des Skriptoriums deutet sich der Wandel von der karo\u00adlingischen Minuskel zur gotischen Textualis an, w\u00e4hrend der Buchschmuck (Rankeninitialen, Verwendung der Zierkapitalis) in der Tradition von Allerheiligen ausgef\u00fchrt ist. 57v\/58r<\/p><p><strong>Min. 70: Homiliae et sermones sanctorum patrum (pars aestiva)<\/strong><\/p><p>Schaffhausen, erstes Viertel des 12. Jahrhunderts.<\/p><p>Lesungen und Predigten mit Nennung der Autoren, unterteilt in Sermones de tem\u00adpore, Sermones de sanctis, Sermones de communi sanctorum. Die Rankeniniti\u00adalen in roter Federzeichnung sind typisch f\u00fcr die Handschriften aus der Sp\u00e4tzeit des Skripto\u00adriums von Allerheiligen. Aufgeschlagen ist die Lesung zur Vigil von Johannes dem T\u00e4ufer: In vigilia sancti Iohannis Baptiste. Lectio sancti evangelii secundum Lucam (136vb): Fuit in diebus Herodis regis ... (137ra) und der Beginn einer Predigt von Beda Venerabilis: Venturus in carne \u2026 (137rb).<\/p><p><strong>Min. 71: Talmud<\/strong><\/p><p>Es handelt sich dabei um die <em>Extractiones de Talmud<\/em>, den umfangreichsten Korpus einer mittelalterlichen Talmud\u00fcbersetzung ins Lateinische. Sie ist entstanden in Paris in den 1240er Jahren im Kontext antij\u00fcdischer Polemiken. Insgesamt gibt es diese \u00dcbersetzung weltweit nur in drei Fassungen. Der Schaffhauser Talmud ist die einzige vollst\u00e4ndig erhaltene Variante, die den Text in einer thematischen Zusammenstellung pr\u00e4sentiert (neben Fragmenten und Kurzfassungen in Stuttgart, M\u00fcnchen und London). Daneben gibt es eine vollst\u00e4ndige (Carpentras) und mehrere fragmentarische sequentielle Versionen, bei der der Talmud in der \u201e\u00fcblichen\u201c Textreihenfolge dargestellt ist. In der Biblioth\u00e8que Nationale in Paris liegt zudem eine Abschrift, die beide Varianten enth\u00e4lt. Einband und Spuren von Ketten deuten auf eine Herkunft aus dem Barf\u00fcsserkloster hin.<\/p><p><strong>Min. 90: Nekrologe aus dem Agnesenkloster<\/strong><\/p><p>Um 1400<\/p><p><strong>Min. 94: R\u00f6misch-germanisches Pontifikale<\/strong><\/p><p>Pergament, 180 Bl\u00e4tter, S\u00fcdostdeutsch, Mitte\/zweite H\u00e4lfte 11. Jahrhundert.<\/p><p>Die nicht eindeutig lokalisierbare Abschrift des so genannten Mainzer Pontifikales ist vor allem wegen der drei Federzeichnungen ber\u00fchmt geworden. Sie zeigen die \u00dcbergabe des Buchs an einen K\u00f6nig (2v), die Kr\u00f6nung eines K\u00f6nigs durch zwei Geistliche (29r) (darunter ist wohl der Mainzer Erzbischof zu verstehen) und den gekr\u00f6nten K\u00f6nig auf dem L\u00f6wenstuhl (29v). Die Handschrift illustriert damit die Verkn\u00fcpfung von geistlicher und weltlicher Macht, die Heinrich der V Salier nach dem Investiturstreit Heinrichs IV mit Papst Gregor VII wieder zu vereinigen suchte, als \"konsensuale Herrschaft\". 29r. ist das zentrale Zeugnis der Herrschertheologie des 10. und 11. Jhs.<\/p><p><strong>Min. 97: Missale monasterii omnium sanctorum Scaphusensis OSB<\/strong><\/p><p>Ein Messbuch beschreibt den Ablauf der Messe samt den dazugeh\u00f6rigen Gebeten und Formeln. Spe\u00adzielle Eintr\u00e4ge, zahlreiche Nachtr\u00e4ge, abgegriffene Signakel (Lesezeichen) und Verschmutzungen auf den R\u00e4ndern weisen darauf hin, dass dieses Missale im Kloster Allerheiligen \u00fcber l\u00e4ngere Zeit in Gebrauch war. Schmuck aus Fleuronn\u00e9e-Initialen mit Fabeltieren, Fratzen, Gesichtern, stilisierten Bl\u00fcten u. \u00e4. Die L\u00f6cher im Pergament sind mit verschiedenfarbigem Faden kunstvoll vern\u00e4ht (Bsp. S. 237). Holz\u00addeckel mit rotem Samt bezogen, kunstvolle Beschl\u00e4ge.<\/p><p><strong>Min. 98: Breviarium OFM (pars hiemalis), Winterteil<\/strong><\/p><p>Konstanz 1459<\/p><p>Brevier (Stundenbuch) f\u00fcr franziskanischen Gebrauch.<\/p><p>499 Blatt, Pergament.<\/p><p>Reicher Buchschmuck mit Goldgrund\u00adinitialen, Fleuronn\u00e9 und Randleisten. Beginn des Psalters mit Psalm 1: 10v Beatus vir qui non abiit in consilio impiorum \u2026 Urspr\u00fcnglich im Besitz des Konstanzer B\u00fcrgermeisters Konrad Schatz Wappen: Min 98, 10v, 57v, Min 99, 102r (goldenes Lindenblatt auf Blau). Geh\u00f6rt zu den Spitzenwerken der Konstanzer Buchmalerei. Leuchtende Farben, heitere Ranken mit Narren und Zentauren, Landschaftsdarstellungen mit Fernwirkung. Es handelt sich um den Winterteil eines Breviers (Stundenbuchs). Min. 99 ist der dazugeh\u00f6rige Sommerteil. Das reich illuminierte Gebetbuch geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich dem Konstanzer B\u00fcrgermeisters Konrad Schatz und stammt aus der Bibliothek des Klarissinnenklosters Paradies, wo es die Schaffhauser nach der Reformation mitgehen liessen und nie mehr zur\u00fcckgaben. Es d\u00fcrfte also einer adligen Konstanzer Nonne geh\u00f6rt haben. Die Illustrationen geh\u00f6ren zu den Spitzenwerken der Konstanzer Buchmalerei mit brillant leuchtenden Farben. Neben Blumen, Ranken, Tieren und Landschaftsdarstellungen gibt es Narren und Zentauren und auch Darstellungen biblischer Szenen. 162v Weihnachtsdarstellung. 65r: Ill. zu Psalm 69 (ertrinkender David). Ill zeigt einen aus dem See fliessenden Fluss, mit Bergen, Schilf, Taucherli und Schw\u00e4nen, in der Luft Wildenten. Im Wasser weibliche Figur, betend gegen Gott rechts oben. In einer Akanthusranke ein gelber Vogel. 172r: Johannes auf Patmos (die Offenbarung schreibend). Die Insel ist eine liebliche Bodenseelandschaft mit gr\u00fcnen Wiesen und bl\u00fchenden Blumen, Kirchturm und Schneebergen, und im Wasser Taucherli oder Enten. Die Handschrift ist digitalisiert auf e-codices.<\/p><p><strong>Min. 99: Breviarium OFM (pars aestivalis), Sommerrteil<\/strong><\/p><p>Konstanz 1460<\/p><p>Brevier (Stundenbuch) f\u00fcr franziskanischen Gebrauch.<\/p><p>516 Pergamentbl\u00e4tter. Schreiber: Johannes Frauenlob aus Bischofszell, B\u00fcrger von Konstanz (genannt auf 514v). Reicher Buchschmuck mit Goldgrund\u00adinitialen, Fleuronn\u00e9 und Randleisten. An den R\u00e4ndern gelegentlich humor\u00advolle Pinselzeichnungen (8v und 32v B\u00e4r und Fliege, 71r Meerkatze auf Polstersessel). Wahrscheinlich aus dem Kloster Paradies stammend, vom reformierten Schaffhau\u00adsen beschlagnahmt.<\/p><p>249r evt. ein K\u00fcnstlerinnenvermerk: \"Elsbet allerliebste Gemachel min\/ich bin der s\u00fcesse jesus din. In<\/p><p><strong>Min. 109: Weltchronik des Regino von Pr\u00fcm (Chronicon)<\/strong><\/p><p>Pergament, 121 Bl., Trier, 3. Viertel des 10 Jahrhunderts. Karolingische Minuskel, einige rote Majuskeln.<\/p><p>Bedeutendstes Geschichtswerk aus karolingischer Zeit, das den historischen Horizont der Zeit Ottos des Grossen illustriert. Region, Abt von Pr\u00fcm (westliche Eifel, NRW), verfasste eine Weltchronik von Christi Geburt bis 906\/908. Die Gliederung hebt die \"Neue Zeit\" durch die Herrschaft der Karolinger hervor und definiert damit de facto \"das Fr\u00fchmittelalter\". Innerhalb der komplexen \u00dcberlieferung des Chronicon nimmt die Handschrift eine wichtige, wenn auch nicht restlos gekl\u00e4rte Stellung ein. Sie entstand vermutlich um 960 herum in Trier, in St. Maximin oder im Domskriptorium, als Arbeit eines Kollektivs von gegen zwanzig (Sch\u00fcler)h\u00e4nden, unter denen sich auch die erfahrene und korrigierende des hl. Wolfgang ausmachen l\u00e4sst. Ins Allerheiligenkloster in Schaffhausen d\u00fcrfte die Handschrift 1122 gelangt sein, durch Bruno, Erzbischof von Trier, Sohn des Klostergr\u00fcnders Eberhard von Nellenburg.<\/p><p><strong>Min. 114: Aus dem Barf\u00fcsserkloster<\/strong><\/p><p>Rhazes (persischer Mediziner Ar-Razi), in der \u00dcberrsetzung von Gerhard von Cremona. Aus der Kettenbibliothek der Barf\u00fcsserkloster, 14. Jh. Inkl. Kettenglieder. Dito: Min. 69, 76, 83, 84.<\/p><p><strong>Min. 117: Beerdigungsriten aus dem Agnesenkloster<\/strong><\/p><p>Um 1500. Inkl. Musiknoten<\/p><p>\u00a0<\/p><h3 id=\"kapitel1.3\">1.3 Nachmittelalterliche, moderne Handschriften<\/h3><p>\u00a0<\/p><p><strong>Min 125-xxx: Ulmeriana<\/strong><\/p><p><strong>Ms Scaph 8: Articuli considerandi ei, qui munus ecclesiae cum politico pulvere permutat)<\/strong><\/p><p>\"Artikel, die einer bedenken muss, der ein kirchliches Amt mit dem politischen Staub vertauscht\" (\"Articuli considerandi ei, qui munus ecclesiae cum politico pulvere permutat\") - gemeint ist offenbar: der sich in die politische Arena hinabl\u00e4sst. Hintergrund ist, dass sich der Theologe und Lateinschulmeister Johannes Jezler 1599 als Zunftmeister der Schuhmacherzunft und Mitglied des Kleinen Rates w\u00e4hlen liess. Der 81-j\u00e4hrige Ulmer, der sich wegen eines Schlaganfalls nur noch schriftlich \u00e4ussern konnte, kritisiert dies mit allerhand Bibelstellen, aber auch mit Hinweisen auf die Kirchenv\u00e4ter und altkirchliche Konzilien. Unter seiner Unterschrift steht: \"Diesen Ratschlag erfordert das h\u00f6chste Heil der verlassenen Kirche\" (\"Consilium hoc summa desertae ecclesiae salus postulat\"). Bereits im folgenden Jahr trat Jezler von seinen politischen \u00c4mtern zur\u00fcck und wurde Pfarrer am Spital, 1614 Ulmers Nach-Nachfolger als Antistes.<\/p><p><strong>Msc Scaph 23a\/1 und 23a\/2 <\/strong><\/p><p>Zweib\u00e4ndige Abschrift von 1750 von R\u00fcegers Schaffhauser Chronik. Die beiden sch\u00f6n gestalteten B\u00e4nde enthalten viele farbige Wappenabbildungen und Bilder mit Stadtansichten von Schaffhausen (Munot, Rheinfall). Damit ist die Hs f\u00fcr eine Ausstellung zur Stadtgeschichte oder f\u00fcr F\u00fchrungen interessant.<\/p><p><strong>Msc Scaph 181 Tobias Stimmer: Comedia<\/strong><br \/>ein n\u00fcw schimpff spil von zweien Jungen Eeleuten wie sey sich in f\u00fcrfallender reiss beiderseitz verhalten<\/p><p>Der ber\u00fchmte Schaffhauser Maler Tobias Stimmer war auch als Dichter t\u00e4tig. 1580 verfasste er ein lustiges Theaterst\u00fcck, das zur Fastnachtszeit aufgef\u00fchrt werden sollte, die \"Comedia\". Wir haben sein Autograph als Msc Scaph 181 im Bestand. Inhaltlich ist es eine Verwechslungskom\u00f6die \u00fcber zwei junge Eheleute. Als der Ehemann f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit vereisen muss, langweilt sich die junge Ehefrau und verabredet sich mit dem Pfarrer f\u00fcr ein Techtelmechtel. Der Pfarrer verkleidet sich als Bauer um unerkannt zu sein. Allerdings taucht dann der echte Bauer auf, der die Avancen der jungen Ehefrau \u00fcberhaupt nicht lustig findet, ist er doch gut mit dem Ehemann befreundet. Der verkleidete Pfarrer wiederum wird f\u00fcr den Bauern gehalten und muss vor dessen Gl\u00e4ubigern fliehen. Die Motive und Handlung der Geschichte war zu dieser Zeit weit verbreitet. Stimmer verpasste den holzschnittartigen Rollen jedoch etwas Pers\u00f6nlichkeit und Charakter, Stimmers \"Comedia\" gilt daher eines der besten Fastnachtsspielen des 16. Jahrhunderts. Das besondere an Stimmers Autograph sind die achtzehn Federzeichnungen von seiner Hand, die die Geschichte illustrieren. Neben dem Autograph haben wir auch noch eine Kopie der \"Comedia\" im Bestand (Msc Scaph 181a), die der fr\u00fchere Schaffhauser B\u00fcrgermeister Hans Caspar Lang samt Zeichnungen anfertigte. Beide Handschriften kamen \u00fcber den Historischen Verein 1941 in die Stadtbibliothek.<br \/>Literatur: Ren\u00e9 Specht: Tobias Stimmers \"Comedia\", in: Schaffhauser Mappe 1988, S. 31-32.<\/p><p><strong>JvM: Johannes von M\u00fcller<\/strong><\/p><p>Briefe von: Voltaire: 74, Goethe: 109, Mme De Sta\u00ebl: 223<\/p><p><strong>JGM: Johann Georg M\u00fcller<\/strong><\/p><p>Herder (?): 148, 505<\/p><p><strong>MSc D 104 (Scaph 181): Tobias Stimmer, Comedia. 1580<\/strong>.<\/p><p>Manuskript eines Theaterst\u00fccks in der Manier von Hans Sachs, mit Federzeichnungen von Tobias Stimmer.<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"class_list":["post-12354","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/12354","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12354"}],"version-history":[{"count":99,"href":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/12354\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14919,"href":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/12354\/revisions\/14919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bibliotheken-schaffhausen.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}